Hauptpersonen: James Potter jr. & Harry Potter
Originaltitel: There's this girl
Autor: keeptheotherone
Originalsprache: Englisch
Da ist dieses Mädchen
„Dad, kann ich dich etwas fragen?"
„Sicher, James."
„Es geht um... also, tja … es geht um Hexen."
Harry hielt inne. Gerade noch war er dabei gewesen durchnässte Blätter in einen fliegenden Müllsack zu werfen und James Blick schweifte überall umher, ihn sah er jedoch nicht an. Es war das erste Wochenende der Sommerferien und Ginny wollte einen Frühjahresputz. Al und Lily halfen ihr den Dachboden zu entrümpeln, während er und James die Dachrinne reinigten. Die beiden hockten dabei auf Besen drei Stockwerke über dem Erdboden.
Harry dirigierte mit seinem Zauberstab einen Klumpen Blätter in den Sack und überlegte wie er antworten sollte.
James durchbrach die Stille: „Das würde viel schneller gehen, wenn wir Scourgify oder Evanesco, oder …."
„Ich weiß, aber deine Großmutter möchte den Kompost für ihren Gemüsegarten."
Wenn es irgendetwas gab, das Harry in seinem Leben gegen den Kampf gegen die Dunklen Künste gelernt hatte, dann war es, dass unangenehme Dinge zu ignorieren nichts half, weshalb er wieder zum Thema zurückruderte.
„Also, ist es eine Frage über Hexen oder über Sex?"
Bitte sag Hexen, bitte sag Hexen, bitte sag ….
James hatte seine gesamte Aufmerksamkeit auf eine wirklich eklige Masse gelenkt, die irgendwie aussah wie ein totes Eichhörnchen in einem verrotteten Vogelnest.
„Beides, denke ich."
Okay, gut, wenn er das machen musste, dann könnte er ja genauso gut etwas Spaß daran haben:
Harry setzte sein gleichgültiges Aurorengesicht auf: „Ich bin nicht sicher, wie viel ich dir helfen kann, wenn man mal betrachtet, dass der einzige Grund, warum ich je mit deiner Mutter geschlafen habe, war, ein Kind zu bekommen. Und deine Schwester ist vierzehn!"
Das brachte ihn dazu aufzusehen, er starrte ihn an, aber wenigstens sah er ihn an.
„Wenn man unsere Hochzeitsnacht mitzählt, sind es in der Summe viermal, nein fünfmal, dass deine Mutter und ich Sex hatten. Du hast beim ersten Mal nicht geklappt."
Harry grinste und stupste die stinkende Schlammmasse an.
Er und Ginny hielten ihr Privatleben privat, aber sie waren zu liebevoll miteinander, dass irgendeiner seiner Kinder ihm diese Story abgekauft hätte, selbst wenn sie es noch so sehr gewollt hätten.
„Ich meine es ernst."
James nutzte nun Scourgify für die Masse, die an die Hauswand gespritzt war. „Wenn du mich nur veralberst, dann frage ich Onkel George."
„Bei Merlin, nein, tu das bloß nicht!"
Sie flogen um die Ecke und begangen an der Ostseite des Hauses weiterzuarbeiten. Hier war es kühler und abgeschirmter von der Nachmittagssonne durch das Haus selbst.
„Ich werde mein bestes tun, dir zu antworten James. Was möchtest du denn wissen?"
Sie waren schon wieder auf der Hälfte der Hausseite, als James antwortete, nicht mit einer Frage, sondern mit einer Aussage: „Du und Mum, ihr wart, äh, [style type="italic"]zusammen[/style], bevor ihr geheiratet habt."
Oh Mist. Wenn es irgendetwas gab, über das er noch weniger mit seinem Sohn sprechen wollte als Sex im Allgemeinen, dann Sex im Spezifischen. Allerdings war er derjenige gewesen, der Ginny auf den Tisch gebracht hatte, oder?
Harry blickte durch den leeren Garten.
„Kein Wort von diesem Gespräch zu deiner Mutter!"
James sah verstört aus.
„Und auch nicht zu einem deiner Onkel."
Er schüttelte den Kopf.
„Es war der Tag nach ihrem siebzehnten Geburtstag."
„Wirklich?"
Die Blätter platschten zurück in die Regenrinne. James war im Mai siebzehn geworden.
„Jaaa, ich hab sie mit nach Muggle London genommen. Wir hatten ein Abendessen und einen Film und sind die Nacht über in einem Hotel geblieben."
„Was hast du Grandma und Grandpa gesagt?"
Harry fühlte sich immer noch schuldig, wenn er daran zurückdachte.
„Ich habe deinem Großvater gesagt, dass ich mit ihr ausgehen würde, aber nicht, wann wir zurücksein würden. Charlie war für Ginnys Geburtstag nach Hause gekommen und Ron und Hermione waren aus Australien zurückgekehrt. Außerdem waren es nur ein paar Monate nachdem dein Onkel Fred gestorben war. Wir haben das Chaos der Trauer ausgenutzt, das die anderen beschäftigt gehalten hat. Deine Großeltern haben von fast nichts mehr etwas bemerkt, was in dem Sommer im Fuchsbau passiert ist."
James runzelte die Stirn. Er hatte sich ein Paar Handschuhe herbeigezaubert und beseitigte die Sauerei nun langsam mit der Hand.
„Mum war die ganze Nacht weg und keiner hat es bemerkt? Warum seid ihr denn dann überhaupt weggegangen?"
„Oh sie haben es bemerkt. Es hat nur niemand etwas zu deinen Großeltern gesagt und wir sind weggegangen, weil deine Mutter fünf ältere Brüder hat und wenn sie mich dafür töten wollten, dass ich mit ihr geschlafen habe, dann wollte ich, dass sie es danach gemacht hätten und nicht währenddessen."
Ein leichter Anflug eines Lächelns flog über James Gesicht und sie flogen wieder um die Ecke.
Harry band den Müllsack zusammen und ließ ihn langsam auf den Boden nieder, bevor er einen neuen herbeiholte.
„Woher wusstest du? Ich meine, als du... als du sie mit nach London genommen hast, wusstest du schon, dass du sie heiraten würdest?"
Harry verstand die Frage hinter der Frage.
„Ob ich gewusst habe, dass ich sie heirate, als ich mit ihr geschlafen habe? Ich wusste ich war in sie verliebt, ich wusste, ich war nie glücklicher als mit ihr und ich wusste, ich könnte mir nicht vorstellen ohne sie zu sein, wenn ich an den ersten September dachte, aber ich habe damals nicht an Heirat gedacht, noch nicht. Ich musste damals noch mit dem Gedanken klar kommen, dass ich überlebt hatte und selbst entscheiden konnte, was ich mit meinem Leben machen will."
James führte seinen eigenen vollen Sack auf den Boden, aber ersetzte ihn nicht. Er saß einfach dort auf seinem Besen und knibbelte Farbe von der Rinne.
„Also woher wusstest du, dass du mit ihr schlafen willst?"
Harry zog die Augenbrauen hoch und James wurde rot.
„Ich meine nicht DAS. Ich weiß, ich mag sie auf die Art, aber es ist... es ist einfach... nicht einfach... kompliziert."
James sah ihn finster an und kehrte dann dahin zurück Farbe abzuknibbeln.
„Was ist mit Onkel Ron?"
„Was soll mit ihm sein?"
Offensichtlich würden sie beide eine Weile lang keine weiteren Rinnen mehr reinigen und Besen waren nicht wirklich bequem für eine Unterhaltung. Harry sprach einen Muffliato-Zauber über das Dach aus und sie ließen sich darauf nieder.
James sah zunächst noch etwas hoffnungsvoll zum Boden, setzte sich jedoch neben ihn.
„Hat er dir jemals das Leben schwer gemacht wegen Mum?"
Harry lachte.
„Ron macht mir immer noch das Leben schwer wegen Mum."
„Aber hat er jemals gesagt, ich weiß nicht, dass du nicht mit ihr ausgehen darfst?"
„James, du kennst deine Mutter. Was denkst du?"
Harry grinste zum ersten mal ohne es zu versuchen zu verstecken.
„Ich denke sie hätte ihm den Flederwichtfluch auf den Hals gehetzt, wenn er es auch nur vorgeschlagen hätte."
Sein grinsen verschwand schnell.
„Aber sagen wir mal er hätte es getan, was hättest du gemacht?"
„Ich habe fast mein ganzes sechstes Schuljahr verbracht darüber nachzudenken. Ich denke die Antwort ist offensichtlich."
James wirkte nicht sicher.
„Sieh mal, die einzigen Male, wenn Ron oder einer deiner Onkel mir wegen Ginny den Kopf gewaschen hat, dann weil ich ein Arsch war. Der Sommer, in dem wir Schluss gemacht haben, die ersten Wochen, nachdem sie den Harpies beigetreten ist, kurz nachdem Al geboren wurde, um ein paar zu nennen. Kurzum, solange Ginny glücklich ist, sind sie auch glücklich."
Merlin, es war heiß hier oben. Harry holte ein Glas Milch herbei, Gläser, Gabeln und den Nachtisch vom Vorabend. James nahm ein Getränk und eine Gabel, sagte aber immer noch nichts.
„James, was beschäftigt dich denn wirklich?"
„Es gibt da dieses Mädchen..."
Harry rollte die Augen. Zum Glück bemerkte James es nicht, weil er in seinen Apple Crumble biss.
„Und ich mag sie, wirklich", er schluckte und biss noch ein weiteres Mal ab, „aber ich weiß nicht, ob ich sie genug mag für Sex und...", er hielt für einen ganz kleinen Moment inne, um zu kauen, „sie und ich sind Freunde und … und ihr Bruder und ich sind Freunde..."
Wenn er doch nur den Namen des Jungen genannt hätte, dann hätte Harry sicher gewusste, wer sie war.
„Und ich will nichts davon kaputt machen, weißt du?"
Harry schluckte seinen eigenen Bissen des Apple Crumbles herunter.
„Was sagt sie denn dazu?"
„Wer?"
„Na, das Mädchen."
„Ce, äh, sie? Ich weiß nicht."
James stopfte einen weiteren Bissen in seinen Mund, wahrscheinlich, um sich selbst daran zu hindern noch weitere Details preiszugeben, aber Harry hatte eine leise Ahnung, wer „das Mädchen" sein könnte. Er trank einen Schluck Milch.
„Also, ich kann dir sagen, dass, wenn ihr beide noch nicht über Sex reden könnt, ihr nicht bereit seid ihn auch zu haben."
James runzelte die Stirn und Harry hielt einen Lacher zurück. Sein Sohn war wahrscheinlich nun verwirrt, mochte allerdings die Vorstellung abstinent zu sein nich.
„Was meinst du?"
„Noch mehr als das war ich denke, ist es wichtig, was dieses Mädchen denkt. Ihr beide müsste darüber reden, womit ihr euch wohlfühlt, körperlich. Es muss ja nicht alles oder nichts sein."
„Meinst du wie... nein, nein, nein!"
James saß kerzengerade, griff seinen Schädel mit beiden Händen und Rüttelte heftig daran.
„Nein, sag mir nicht, dass du und Mum..."
Er schauderte und Harry konnte nicht anders und musste lachen. Heftig lachen.
„Das ist nicht witzig", sagte James, seine Hände verdeckten nun seine Augen, „Ich kann dieses Bild nicht aus meinem Kopf bekommen!"
Harry hatte nach diesem Lachanfall Schwierigkeiten wieder zu sprechen: „So wie ich das Bild von dir und der kleinen Cecilia Longbottom gut finde."
James ließ seine Hände sinken und seine Kinnlade klappte nach unten. Harry berührte seinen linken Unterarm, wo sein Aurortattoo von seinem Ärmel versteckt war.
James blickte resigniert drein. „Sie ist nicht so klein."
Harry überlegte, ob er zu weit ginge, aber entschied, dass er zu viel Spaß hatte, um jetzt aufzuhören: „Sie ist wie alt? Zwei Jahre älter als Lily?"
„Dad, ewww!"
James machte automatisch eine Bewegung nach hinten und fiel fast vom Dach.
Harry lachte nur, und der dreckige Blick, den sein Sohn ihm verpasste, als er zur Sicherheit zurückrollte, machte es nur noch lustiger.
„Mum und Lily, das ist einfach nur, einfach nur falsch."
James nutzte seine Gabel, um am Rand der Pfanne fest gebackene Krümel des Apfel Crumbles aufzupicken.
„So fühlt sich Frank vermutlich."
James leckte an seiner Gabel und seufzte.
„Ja, nehme ich an. Vielleicht könnten wir Lily einsperren und sie für die letzten Jahre zu Hause unterrichten. So fällt niemand über sie her."
„So wie du, der darüber nachdenkt über Cece herzufallen?"
James lief rot an, aber stritt es nicht ab.
„Also wie bist du Onkel Ron losgeworden?"
Harrys Grinsen wurde breiter.
„Das war einfach. Ich habe ihm deine Tante Hermione vor die Augen gesetzt."
„Verdammt, Dad!"
