Hallo ihr lieben Leser,

wie ihr seht, habe ich dieses Mal nicht so lange gewartet. Meine Muse ist zwar trotzdem nicht da, aber ich habe mir gedacht, warum die lieben Leser warten lassen?

Ich freue mich auf eure Meinung!

Viele Grüße

tatosensei


Kapitel 22: Gegenwart

Sie hörte den zufallenden Knall der Wohnungstür und ließ ihren Tränen freien lauf. Sie wusste nicht wie lange sie halbnackt auf dem Bett vor sich hin vegetierte, bevor ihr wieder einfiel, dass Elli nun jede Minute in der Wohnung auftauchen könnte. Das was sie vorhin mit Schamgefühl und Alles-Erklären-Müssen gesagt hatte, hatte sie auch so gemeint. Und so eilte sie so schnell es ging ins Bad um die körperlichen Beweise dieses Fauxpas, dieses Missgeschicks, die Kussflecken und seinen Geruch zu vernichten.

Elli war noch nicht da, als sie aus der Dusche kam, sich anzog, das Bett komplett abzog und neu bezog und es wieder her richtete. Danach schaute sie sich um, ob sie nicht etwas vergessen hatte, bevor sie sich an ihre triefend nasse Haare widmen konnte. Doch dazu kam es nicht, denn ihr viel was auf, was sie das letzte Mal völlig vergessen hatte, und was ihr Leben komplett durcheinander gebracht hatte. Sie hatten sich, wie das letzte Mal auch, nicht geschützt. Doch dieses Mal war ihr das Gott sei Dank sofort aufgefallen und nicht erst nach vier Wochen. Sie wurde mit den Jahren wohl härter, das was ihr gerade passiert war, konnte sie nicht mehr für mehrer Tage oder gar Wochen lähmen, höchstens ein paar Stunden, um den Verstand nicht zu verlieren. Und obwohl sie niemals bereuen würde ihre Tochter bekommen zu haben, würde sie es diesmal ganz sicher nicht riskieren erneut von ihm unter diesen Umständen schwanger zu werden.

Tea schnappte sich ihre Hausschlüssel und die Tasche und machte sich zur nächstgelegenen Apotheke. Elli hatte selbst einen Hausschlüssel und würde in die Wohnung finden, sollte sie nicht rechtzeitig zurück sein.

Der Einkauf in der Apotheke verlief schleppend, sodass, als Tea an der Reihe war, sie bemerkte, nicht nur die Pille-Danach, sondern noch Schmerzmittel für ihre Kopfschmerzen zu gebrauchen. Die beiden stressigen Tage und die schlaflosen Nächte zeigten allmählich ihre Wirkungen und sie musste stark aufpassen, nicht auch noch krank zu werden. Mit der kleinen braunen Papiertüte, darin die beiden Medikamente, machte sie sich wieder nach Hause. Obwohl sie 48 Stunden Zeit hatte die Pille zu nehmen, wollte sie es keine Sekunde hinauszögern. Zu groß war die Angst irgendwas könnte schieflaufen.

Elli stand im Wohnzimmer, als sie die Tür öffnete und das erstaunte Gesicht der besten Freundin erkannte.

"Sag mal, was ist hier passiert? Du hast das nicht alles selbst gemacht, oder?", fragte sie nach und erkannte das etwas außergewöhnliche Aussehen von Tea: nasse Haare, zusammengewürfelte Kleidung, etwas abwesende Gesichtsausruck. "Ist was nicht in Ordnung, Tea?"

"Alles gut, Elli. Und nein, ich war das nicht. Ich habe weder so viel Geld noch kenne ich die richtigen Leute, die innerhalb 24 Stunden eine völlig zerstörte Wohnung originalgetreu wiederherstellen."

"Kaiba, was?!"

Tea antwortete nicht. Wieder ein stechender Schmerz schoss durch ihre Stirn und sie stöhnte auf.

"Was ist los, geht es dir wirklich gut Tea? Wo warst du überhaupt in dieser Aufmachung?"

Tea riss sich zusammen und erinnerte sich an ihr ursprüngliches Vorhaben, begab sich in die Küche, um sich ein Glas Wasser einzuschenken.

"Ich war in der Apotheke, weil ich Schmerztabletten besorgen wollte", sprach sie aus der Küchezeile und nahm die Pille mit einem Ruck und spülte sie mit dem Wasser hinunter.

"Und was hat es mit der Pille-Danach auf sich?", fragte Elli nach, als sie in die Kochnische kam und auf den leeren Schachtel auf dem Tresen zeigte.

Tea gab einen Seufzer. Ellis umsichtigen Augen entging nichts, das sollte ihr eigentlich klar sein.

"Elli, ich…"

"Tea, du musst mir nichts erklären, falls du es nicht möchtest, aber ich kenne dich, und weiß, dass du niemanden triffst und auch nicht die Zeit dazu hattest, um…", Elli unterbrach sich selbst, als ihr etwas einfiel, "..., außer…"

"Außer…?". fragte Tea ironisch nach, ohne ihre Freundin anzugucken. Sie hatte Schwierigkeiten sich überhaupt auf die Beine zu halten, geschweige denn ihr personifiziertes Gewissen und ihrer Vernunft ins Auge zu sehen.

"Du hast mit Kaiba geschlafen?!", war mehr Bestätigung als Frage, was aus Elli raus kam, gepaart mit Entsetzen und einer gewissen Ungläubigkeit. "Wann ist das passiert, du warst ja gestern bei mir und davor war er nicht im Land… Oh...! Ich verstehe..." Sie konnte eins und eins zusammenzählen, die Pille-Danach die binnen 48 Stunden genommen werden musste, und den Zustand, in der sie Tea aufgefunden hatte.

"Sag es ruhig, Elli, du brauchst mich nicht zu verschonen. Ich habe erneut mit ihm geschlafen, diesmal aber ist er nicht verlobt, nein, er ist verheiratet!"; Tea lachte auf und schüttelte ihren Kopf, "Ich meine, das muss man doch hinkriegen, Moral zu predigen, aber es zu schaffen, ein uneheliches Kind von einem Mann zu bekommen, der einem nach einer Nacht verlässt und dann nach 3 Jahren wieder auftaucht und man erneut in derselben Position landet! Nämlich unter ihm!", jetzt war sie in Hysterie verfallen und lachte so laut und ungehalten, dass Elli zu ihr eilte, um sie zu beruhigen.

"Sag es ruhig Elli, ich bin seelisch eine Hure, ich bin genau das was sie gesagt hat, ich habe mich einfach so verführen lassen, und es hat mir auch noch gefallen, was er mit mir angestellt hat, obwohl ich ihn eigentlich verachten und rausschmeißen sollte. Aber schau, wenigstens habe ich heute an die Pille gedacht" Langsam ebbte der hysterische Lachkrampf und machte Platz für einen genauso heftigen Weinanfall. Alles was Elli noch machen konnte, war Tea fest in den Armen halten und zu versuchen, sie zu beruhigen. Denn nur wenn sie zuhören könnte, wäre sie auch fähig zu verstehen, dass es nicht ihre Schuld war, dass sie nie aufgehört hatte Seto Kaiba, den Bastard und den Mistkerl zu lieben.

Tea schaute auf das Bild, dass wie das letzte Mal in der Flur des Kindergartens über die Kleidungsstücke der Kinder hing. Es war das unverkennbare Bild ihrer Tochter, das Bild, was sie schon vorher gesehen hatte mit ihr und Mona und Elli und Kaiba. Nur stand diesmal statt Onkel Seto das Wort "Papa" neben der Figur.

"Sie hat darauf bestanden, dass der Name geändert wird", sagte eine junge Frau mit schwarzen kurzen Haaren und zeigte auf das Bild. Tea erkannte die Kindergärtnerin ihrer Tochter, konnte jedoch auf das Gesagte nichts hinzufügen.

Die Erzieherin fasste das Verhalten als Missmut auf und versuchte sich zu rechtfertigen: "Ich wollte Sie fragen, ob das in Ordnung ist, aber Mona hat darauf bestanden. Ich hoffe ich habe nichts Falsches gemacht, Miss Gardner."

Tea schüttelte ihren Kopf. "Nein, schon in Ordnung."

Ob sie es wollte oder nicht, ob es ihr passte oder nicht, Seto Kaiba spielte eine wichtige Rolle im Leben von Mona und war ein Teil ihres Lebens. Sie hatte gedacht, sie könnte dies kontrollieren, ihn ein Teil des Lebens ihrer Tochter sein lassen, sich aber ansonsten von ihm abschotten. Doch das war eine Illusion, eine schlecht eingeschätzte Theorie, denn kaum war er in ihr Leben, konnte sie ihm nicht widerstehen. So könnte es aber nicht weiter gehen. Sie war keine Person, die von Fehlern anderer Personen lernte, das hatte sie sich selbst zuzuschreiben. Wenigstens konnte sie in der Vergangenheit jedoch von ihren eigenen Fehlern lernen. Sie dürfte Seto Kaiba nicht in ihr Leben lassen, weil sie sonst wieder dieselben Fehler begehen würde. Jedoch ihn aus ihrem Leben zu verbannen bedeutete Krieg mit ihm, Krieg um Mona, Krieg um das Sorgerecht, Krieg alles und jedes im Leben ihrer Tochter. Krieg, welchen sie verlieren würde? Welcher ihre Tochter zwang bis zur Volljährigkeit zwischen zwei Menschen aufgeteilt zu sein. Doch was war die Alternative? Kaiba den Zugang zu ihrem Leben gewähren und zwangsläufig bei solchen Aktionen ihm zu verfallen, zu seiner Geliebten werden? Oder schlimmer noch, zum Gelegenheitssex?

"Mami…"

Mona kam angerannt und umarmte Teas Beine. Nur dieses kleine Mädchen konnte ihr alle Sorgen vergessen lassen, ihr Leben wieder einen Sinn geben und ihr das kleines bisschen Glück geben, was sie brauchte, um vorwärts zu gehen. Sie nahm ihre Tochter auf dem Arm und drückte sie mit einer tiefen Sehnsucht an sich, als befürchtete sie sie bereits verloren zu haben.

"Mami, weinst du?"

"Nein, mein Schatz, überhaupt nicht", sagte Tea und wischte sich die Augenwinkel. Sie war definitiv zu Nah am Wasser gebaut.

"Guck, mein Bild", zeigte Mona auf die Wand, wo sich nun auf ihrer Augenhöhe das neu beschriftete Bild befand.

"Ich habe es gesehen, Schatz. Miss Nancy sagte, dass du es ändern wolltest?"

"Jaaaa", teilte das Kind mit, "und Nicky auch gezeigt. Er sagt, das stimmt nicht. Das stimmt doch, oder Mami?"

"Was stimmt, Schatz?"

"Das ich auch ein Papi habe."

Tea nickte, weil sie sich auf ihre Stimme nicht verlassen konnte. Sie hatte einen Vater und da war nichts zu rütteln. Sie konnte nur hoffen, dass das Herz des kleinen Mädchens nicht gebrochen würde, wie einst ihres.

Mokuba hörte die Frau bedrohlich auf die Rezeptionistin einreden, bevor er sie überhaupt sah. Doch als er spätestens die Blonde großgewachsene Frau vor der Mitarbeiterin den Finger schütteln sah und von ihr verlangen hörte sie sofort zu Seto Kaiba zu lassen, wusste er, dass es was Persönliches sein musste. Eine seiner Bekanntschaften? Wenn dem so wäre, dann müsste Armor zur Zeit etwas betrunken sein, wenn er alle Frauen seines Bruders in einem Haufen zu ihm schickte.

"Kann ich helfen?", fragte Mokuba so galant wie möglich. Schlechtes PR war auch eine PR für die Firma, aber er war sich sicher, diesen Part hatte schon Xenia übernommen.

"Mr. Kaiba, es tut mir Leid, ich versuche Miss Straslund hier zu erklären…" sprach die Rezeptionistin, der die Szene langsam auf die Nerven ging. Vor ein paar Tagen, war es eine Brünette, jetzt die Blonde, die den CEO dringend sprechen musste.

"Mr. Kaiba?", fragte Elli und drehte sich zu dem jungen Mann um, erkannte aber, dass es nicht der Kaiba war, den sie erwartet hatte.

"Mokuba Kaiba, wie kann ich behilflich sein?" Der Name der Blondine kam ihm sehr bekannt vor, irgendwo hatte er von ihr gehört, aber gesehen hatte er die nordische Schönheit auf keinen Fall.

"Sie können mir helfen, ich will ihren Bruder sprechen und zwar dringend! Diese Frau will micht nicht zu ihm lassen, obwohl..."

"Sie macht nur ihren Job. Sie haben wohl keinen Termin?"

"Nein, aber ich habe das Recht ihn zu sehen. Ihnen sagt Tea Gardner was, Mr. Kaiba?" Genauso wie sie seine Reaktion eingeschätzt hatte, so staunte Mokuba nicht schlecht. Nur wenige wussten von dem Zusammenhang zwischen seinem Bruder und Tea, und das bedeutete zwangsläufig, dass es sich bei der Person um Teas ehemalige Mitbewohnerin und beste Freundin Elli handeln müsste, von der Seto ihn erzählt hatte.

Danach ging alles sehr schnell, er begleitet Elli Richtung Aufzug und stieg mit ihr zum höchsten Stockwerk, wo das Büro seines Bruders war. Kein Wort musste ausgetauscht werden, denn das es ein Problem gab, lag bereits in der Luft. Dennoch wunderte sich Mokuba, was denn die beste Freundin von Tea veranlasst haben könnte eine Audienz mit Seto zu suchen. Er selbst hatte nicht die Gelegenheit seit gestern ihn überhaupt zu Gesicht zu bekommen.

Kaiba war wie erwartet in seinem Büro, mit seinem Rücken zur Eingangstür, blickte aus dem bodenlangen Fenster hinaus und hatte den obligatorisch gewordenen Whiskey in der Hand. Dies sollte was verheißen, denn Whiskey gab es immer, wenn es Probleme gab.

"Hey, Seto…"

"Mokuba, ich habe dir gesagt, ich habe zu tun.", sprach der CEO ohne sich umzudrehen.

"Ähm, ja das sieht man ja, wie beschäftigt du bist, aber ich habe hier jemanden für dich."

Kaiba drehte sich um und blickte in die verärgerten und harten Augen von Elli. Er schluckte seinen Whiskey, der angesicht der furiosen Blondine noch bitterer schmeckte und seinen Rachen hinuterbrannte.

"Hast mich nicht erwartet oder, Kaiba. Aber eigentlich sollte ich dich vor drei Jahren aufgesucht haben, um dir ins Gesicht zu sagen, was ich von dir halte."

Kaibas Gesicht wurde düster, und er kniff seine Augenbrauen zusammen. Mit fester Stimme wandte er sich zu seinem Bruder:

"Lass uns alleine Mokuba."

Mokuba zögerte, merkte jedoch, dass er keine Chance hatte, bei diesem Gespräch dabei zu sein. Er hoffte nur, dass er trotzdem erfahren würde was passiert war.

Als sie alleine blieben wandte sich Kaiba zu Elli:

"Ich vermute, du bist hier wegen der zerstörten Wohnung?"

Elli lachte ironisch auf. "Ich bin hier, weil ich es nicht mehr mit zusehen will, wie du erneut wie vor drei Jahren Teas und jetzt auch noch Monas Leben zerstörst."

"Mona ist meine Tochter, ich wäre nie in der Lage ihr etwas anzutun!"

"Das hast du schon Kaiba, indem du dich in ihr Leben begeben hast ohne die Konsequenzen dafür zu kalkulieren."

"Ich bin nicht in der Lage die Entscheidungen anderer zu kontrollieren, falls du die zerstörte Wohnung meinst. Ja es war ein Fehler von mir nicht im Vorfeld für die Sicherheit von Tea und Mona zu sorgen, sodass sie den Hirngespinsten dieser verwöhnten Göre nicht zum Opfer fielen, aber…"

"Und was ist mit deinen eigenen Entscheidungen?", unterbrach ihn Elli, "Was ist mit dem, dass du Tea schon wieder so behandelt, als wäre sie ein Zeitvertreib, ein Objekt, ohne Gefühle, ohne eigenen Willen?"

Jetzt verstand Kaiba, worum es hier ging, Sie hatte von der heutigen Begebenheiten erfahren.

"Das was zwischen mir und Tea passiert, geht dich nichts an."

"Und ob es mich was angeht Kaiba, denn ich bin immer diejenige gewesen, die ihre Tränen wegwischen musste, nachdem du in ihr Leben eingetreten und ausgetreten bist. Ich bin diejenige gewesen, die sie wieder aufbauen musste und sie trösten musste, als du sie zerstört hast. Und ich bin diejenige, die es in der Hand hat dich für immer von ihr fernzuhalten und euch auseinander zu bringen… Für... Immer...!"

"Wag es ja nicht mich damit zu drohen…", unterbrach Kaiba vor Wut die Stimme erhebend.

"Ich drohe nicht, ich verspreche, Kaiba", sagte Elli selbstsicher weiter, keinen Augenblick seines einschüchternden Blick nachgebend. "Und unterbrich mich nicht, wenn ich rede! Ich habe die Macht das alles zu erreichen Kaiba, das weißt du ganz genau. Und ich habe keine Angst vor dir oder deinem Geld."

Elli holte tiefe Luft bevor sie weiterreden konnte. Kaiba unterbrach sie nicht. Ihr kam es sogar so vor, als würde er ihre Worte ernst nehmen, als würde er sich davor fürchten, dass sie das Gesagte in die Tat umsetzen könnte.

"Ich weiß, dass du genauso wenig aus dem Leben von den beiden verschwinden wirst, wie sie aus deinem. Das ist mir klar. Aber ich habe kein Verständnis dafür, wie du dir dieses Verhältnis vorstellst. Du bist eine Zeitbombe Kaiba, und mit deinem Verhalten tust du zwangsläufig den Menschen weh, die dir am meisten etwas bedeuten. Das muss aufhören, wenn du im Leben von Tea und Mona einen Platz suchst. Das sage ich dir als Psychologin. Wusstest du, dass Tea die Entscheidung getroffen hatte zurück nach Domino zu gehen?"

Kaibas Augen weiteten sich vor Staunen. Sie sah den enttäuschten Blick, dass diese Entscheidung der Vergangenheit angehörte, mit Genugtuung an, obwohl sie sich sonst nicht am Leid anderer ergötzte.

"Ja ganz genau! Sie hatte Mona sogar zu erklären versucht, dass du ihr Vater bist. Aber du machst einen Missgeschick nach dem anderen und erwartest dann auch noch, dass alles so läuft, wie du geplant hast? So läuft das Leben nicht. Vielleicht als Chef eines milliardenschwerden Konzerns funktioniert sowas, aber das kannst du nicht von Tea erwarten."

Kaibas Gesicht war wie versteinert. Er zeigte keine Emotionen mehr, keine Gefühlsregung. Elli schlussfolgerte, dass dies seine Haltung war, wenn er sich selbst schützen wollte. Ein Schutzmechanismus vor dem Zeigen von Gefühlen, Vulnerabilität, das Zugeben von Fehler. Kaiba war ein Musterbeispiel an Komplexen, was sie tagelang analysieren konnte, obwohl sie ihn so wenig kannte.

Sie sprach weiter mit einem noch gelassenen Ton, als sie von der besorgten Freundin in den Modus der Psychologin wechselte. Sie hatte seinen Schutzschild gebrochen: "Wie ich am Anfang gesagt habe Kaiba, von mir hängt vieles ab, aber vor allem hängt alles von dir ab", sie näherte sich seinem Schreibtisch und legte eine Visitenkarte auf dem Tisch. "Ich erwarte, dass du jeden Abend Punkt 19 Uhr zu meinen Therapiesitzungen erscheinst, drei Wochen lang für eineinhalb Stunden. Erst wenn ich sehe, dass du Fortschritte machst, werde ich dafür sorgen, dass Tea mit dir redet. Vorher hältst du dich von ihr und von Mona fern."

Sie entfernte sich von dem Schreibtisch und ging Richtung Tür. "Du hast nur noch diese eine Chance Kaiba, verbaue sie dir nicht." Mit diesen Worten schloss sie dir Tür zu. Nun lage es an Kaiba die geschlossene Tür erneut für sich zu öffnen.