Leah

Ein einziger Blick.

Mehr war nicht nötig.

Ein flüchtiger Blick reichte aus, um alles zu verändern. Und auf einmal war es nicht mehr die Erde, die sie anzog. Sams Gedanken blitzten in ihren Gedanken auf und sie musste zugeben, dass man es kaum besser ausdrücken hätte können.

In der Sekunde als ihre tiefbraunen Augen auf seine goldenen trafen, war es vorbei.

Selbst wenn sie nicht die Gedanken ihrer Brüder gehört hätte, die Geschichten nicht kennen würde, so war es nicht schwer zu verstehen was so eben passiert war.

Auf einmal rührte sich der Wolf in ihr, drängte sie in seine Nähe, badete sich in seinem Duft und bestaunte das statuengleiche Gesicht.

Es war eine üble Laune des Schicksals und einmal mehr fragte Leah, was sie wohl verbrochen hatte um so etwas zu verdienen. Kurz kam ihr der Gedanke dagegen anzukämpfen, sich nicht willenlos ihr Leben bestimmen zu lassen. Ihr Dickkopf schmiedete bereits Pläne doch es war recht schwer an den Erfolg zu glauben, wenn jede Faser des Körpers unmissverständlich klar macht - das ist er.

Das einzige was sie von Sam befreien konnte, was sie von ihrem Herzschmerz erlösen konnte, war nun ihr Fluch geworden.

Paul bemerkte es als erstes und riss erschrocken seine Augen auf. Sein Blick flackerte zwischen den zwei Wesen hin und her und zum ersten Mal in seinem Leben, wusste er nicht was sagen sollte. Im Hintergrund drangen Stimmen aus dem Haus doch sie hörte sie kaum. Noch immer starrte sie ihn an und als sein Blick erneut ihren fand, sah sie sofort die Frage die in den honigfarbenen Augen auftauchte. Sofort fühlte sie den Bund wie er sich bildete, die wenigen Sekunden hatten ausgereicht, bis Billy unabsichtlich den Moment unterbrach und die Aufmerksamkeit des Vampirs auf sich lenkte.

Sein Blick löste sich von ihr und sie taumelte ein paar Schritte zurück, als wären seine Augen eine Stütze gewesen an der sie sich festhielt. Erst jetzt bemerkte sie wie ihr Herz pochte und sie offenbar den Atem angehalten hatte.

Ihr Brustkorb hob und senkte sich und wie versteinert sah sie ihm nach, wie er in der Dunkelheit verschwand.

Paul fand endlich seine Stimme wieder und sagte in einem für ihn äußerst untypisch sanften Ton "Leah."

Doch sein Mitleid war zu viel für sie und das Feuer erfasste sie. Der erste Instinkt des Wolfes war ihm nach zu hetzen. Wie in Trance bemerkte sie die Bäume und Äste die an ihr vorbei glitten und sie rannte so schnell sie ihre Tatzen tragen konnten.

Erst als sie bemerkte wohin sie ihr Unterbewusstsein brachte, hielt sie ein und warf ihren Kopf in den Nacken. All der Schmerz und die Frustration drangen aus ihrer Kehle und sie bemerkte weder die Rufe ihrer Brüder noch die Gedanken, die sie beruhigen sollten.

Leah Clearwater ist geprägt worden.

Auf ihren natürlich Feind.

Auf einen verheirateten Mann.

Auf Carlisle Cullen.