A.N.: Hallo liebe Leute!

Ich konnte nicht widerstehen, meine eigene Version einer Wolfstar zu schreiben. Updates gibt es jedem Montag (i.d.R.) und ich verspreche, dass es nicht so elendig viele Kapitel, wie bei meiner ersten Geschichte werden, aber dennoch genug für alle, die ein bisschen mehr Kapitel vertragen können (ca. 15). ;-)
Wenn ihr Kritik, Anregungen oder Fragen habt, schreibt mir gerne einen Kommentar oder eine P.M..

Und jetzt: Viel Spaß beim Lesen,

Euer Half-Time-Writer


Prolog

Ein Sonnenstrahl kitzelte Remus' Nase und versuchte ihn aus dem Schlaf zu reißen. Er ignorierte diesen anmaßenden Versuch und drehte sich nur schlaftrunken auf die andere Seite. Der Tag war wahrscheinlich schon fortgeschritten, doch das war ein Problem um das er sich kümmern konnte, wenn er wach war. Die Sonne nun im Rücken, versuchte er wieder einzuschlafen, doch auch nach Minuten blieb der Versuch erfolglos. Vielleicht sollte er der Sonne diesmal ihren Sieg gönnen. Langsam streckte er die Glieder und sog die Luft in tiefen Atemzügen ein. Im Raum lag noch der Geruch der letzten Nacht.

Remus schlug die Augen auf. Sein Blick fiel auf einen braunen Haarschopf. Zu helle Locken, die ihrem Besitzer hinten zerzaust vom Kopf abstanden und vorne in die zu weit auseinanderstehenden Augen fielen. Remus setzte sich auf und betrachtete nachdenklich das Gesicht. Wie automatisch hob sich seine Hand und schwebte ein paar Sekunden über einer Strähne, die seinem Besitzer bis zu der zu spitzen Nase gefallen war, als wollte sie sie aus dem fremden Gesicht streichen. Dann sank die Hand unverrichteter Dinge wieder hinab zur Matratze. Abrupt drehte Remus den Kopf und wand sich aus der zerwühlten Bettwäsche. Auf leisen Sohlen ging er ins Bad.

Obwohl die Wohnung so klein und hellhörig war, dass man in dem Schlafzimmer unmöglich das Prasseln der Dusche oder das Klappern des Geschirrs hätte überhören können, tauchte sein Gast erst in der Küche auf, als der French Toast schon beinahe fertig war. Remus drehte den Kopf, als er die zögernden Schritte hinter sich hörte. Die Körperhaltung des Mannes, der dort im Türrahmen stand, ließ nichts mehr von dem Selbstbewusstsein, das er gestern noch zur Schau gestellt hatte, erkennen.

„Morgen", sagte Remus bemüht unbefangen.

Sein Gegenüber zögerte. „Morgen", sagte er dann mit kaum hörbarer, kratziger Stimme. Sein Blick hing an Remus' Gesicht, musterte es so durchdringend als wenn etwas äußerst interessantes in großen Lettern auf Remus' Stirn gestanden hätte.

Remus bot dem Mann mit einem hoffentlich freundlichen Nicken den linken Platz an dem kleinen Tisch an, wo Teller und Besteck schon bereit lagen. Sein Gast gehorchte stumm. Remus stellte ihnen jeweils eine Tasse Tee hin, verteilte die French Toast gleichmäßig auf die zwei Teller und setzte sich dann ebenfalls. Er sah kurz auf, doch als er die ausdruckslose Miene seines Gegenübers sah, ließ er den Blick nur wieder auf seinen Teller sinken und begann zu essen.

„Machst du das öfter?"

Remus ließ sich Zeit mit einer Antwort auf diese im nüchternen Ton gestellte Frage und schob dabei ungelenk ein Stück Toast auf seinem Teller von links nach rechts und wieder zurück. „Jemanden aus dem Club mit zu mir nehmen?", sagte er ohne aufzusehen. „Ja, eigentlich jeden Freitag, wenn nichts dazwischen kommt."

Das Stück Toast, welches schon so viel Strecke auf seinem Teller zurückgelegt hatte, verschwand in seinem Mund. Es lag geschmacklos und trocken in seinem Mund, so dass er es nach zwei Mal halbherzigen Kauen fast mühevoll hinunterschluckte.

„Ihnen am nächsten Morgen Frühstück servieren?", fuhr Remus bemüht gelassen fort, „Wenn sie dann noch da sind und sich nicht total daneben benommen haben, ja." Ein Lächeln huschte unwillkürlich über sein Gesicht. „French Toast? Das mache ich natürlich nur für dich!" Seine Stimme sollte unverdrossen fröhlich klingen, ein wenig ironisch vielleicht aber keinesfalls spöttisch. Als keine Erwiderung kam, war er sich nicht mehr sicher, ob ihm das gelungen war.

„Wie auch immer…", sagte er mit einem flüchtigen Blick auf das versteinerte Gesicht seines Gegenübers. Seine Hände dirigierten mit fahrigen Bewegungen den letzten Rest der Mahlzeit in seinen Mund. Aus den Augenwinkeln bemerkte er, dass der andere die drei Dreiecke auf seinem Teller noch nicht angerührt hatte. „… ich will nicht unhöflich sein, aber ich… muss jetzt los... ein Treffen mit…"

Der Satz verklang unbeendet im Scharren des Stuhls als er aufstand und sein leeres Geschirr mit fahrigen Händen in die Spüle räumte. Dunkelbraune Augen folgten ihm auf seinem kurzen Weg durch die Küche. Remus wartet auf eine Reaktion, irgendeine Abweichung von diesem erstarrten, fast verächtlichen Blick. Als nach drei Sekunden immer noch Stille herrschte, trat er mit schnellen Schritten wieder auf den Tisch zu und nahm seinen Umhang von der Stuhllehne.

„Mach die Tür hinter dir zu wenn du gehst, okay", sagte er während er sich den Umhang über die Schultern warf. Mit raschen Schritten lief er aus der Wohnung und disapparierte direkt hinter der Schwelle, noch bevor die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen war.