Beschreiben
wir die Dinge die wir lieben,
so sind es gleichsam auch meist jene Dinge die wir zutiefst
fürchten.
Verunsichert uns nicht täglich all die Last
und Verantwortung die uns zu erdrücken droht? Gewiss, wir suchen
nach einem Weg ins Licht, beständig und dauerhaft bewegen wir
uns darauf zu,
nur um im letzten Augenblick einen anderen Pfad zu beschreiten.
Die
Angst zu versagen, denen die wir lieben
nicht gerecht zu werden und fortwährende
Zweifel nagen an unserer Beherrschung.
Und
als wenn es nicht schon schwer genug
wäre,
trittst du in mein Leben.
Deine Vergangenheit klebt wie eine
Fliege an Dir,
die nicht vermag ohne deinen Duft zu leben. Alles in
Deinem Leben
scheint vorherbestimmt und macht es mir
fast unmöglich, mich
Dir zu
nähern.
Beschaue
ich mir unser beider Leben,
dann vermag ich nicht zu sagen wie weit ich gehen müsste um
halbwegs an deiner Seite stehen zu können.
Es scheint so
unglaublich schwer die Distanz zwischen uns zu überwinden. So
viel Hass und falsche Worte, ausgesprochen in Minuten der
Unwissenheit, erschweren mein Handeln unnötig.
Betrachte ich
meine Situation und danach die Deine,
sehe meinen Vater und dessen Ziele gepaart mit unserem Umfeld, so
muss selbst ich mir eingestehen,
daß
mein Wunsch dir nahe zu sein, bestenfalls Utopie ist.
Doch...wer
vermag seine Gefühle schon zu beherrschen? Sie zu bändigen
oder ga zu ignorieren? Ich habe es weis
Gott versucht, Dich
auf Abstand gehalten und so gut es ging verleugnet was
unausweichlich, Schritt für Schritt, auf mich zukam. Schlaflose
Nächte,
die mir
immer nur sagten:
"Geh zu
ihm",
liegen mehr als reichlich hinter mir und ...geht es so weiter... auch
noch vor mir.
Was wird aus all diesen Gefühlen, wenn unsere
Wege sich eines Tages trennen? Kann ich wirklich auf die wenigen
Augenblicke verzichten in denen Deine
smaragd
grünen Augen die meinen treffen und mich für den Bruchteil
einer Sekunde vergessen lassen, wer ich bin?
Würde ich mich
wirklich besser fühlen, wenn ich mir sicher sein könnte Dir
nicht zufällig auf dem Gang zu begegnen?
Ich glaube kaum...
In
einer Welt wie dieser,
in der meine Familie dem Dunklen Lord dient und du auf der Seite des
Lichtes stehst,
kann und
wird es wohl nichts geben,
was uns zusammen führt. Werde ich Dir
in absehbarer Zukunft als Feind gegenüber stehen? Wirst du
töten,
was sich so sehr
nach deiner Liebe sehnt?
Ich frage mich oft, ob es nicht das Beste
wäre, wenn diese Scharade ein solches Ende finden würde.
Wenn ich, sowie heute, auf das Spielfeld sehe und Dich
beim Training beobachte, erkenne ich wie unsagbar leer mein Leben
ohne dich ist und gleichsam erhoffe ich mir weit weg von Dir
in einem anderen Leben zu sein. Fern von meinen Gefühlen die
mich nur zu Dir
ziehen. Unsagbar
sinnlos und falsch, so falsch.
Ich senke meinen Kopf und ziehe
meine Hände durch das regennasse Haar,
daß
mir durch den Wind ins Gesicht geweht ist. Ich bin es so Leid...
Sehe
ich mich um,
so sollte selbst der Dümmste erkennen wie groß die Auswahl
an gut aussehenden und willigen Liebhabern und Gefährten ist,
doch nein es muss ja unbedingt Mister „ Ich bin der Beste und der,
der überlebt hat" Junge sein.
Dessen Interesse an mir nahe dem
Gefrierpunkt liegt.
Doch ist es müßig über all
das nachzudenken,
denn letztendlich werde ich mein Leben nicht mit dir teilen können.
Wann immer ich daran Zweifel, bedarf es nur einer kurzen Bewegung
meiner Hand, die ein Stück meines Leinenpullis
am Unterarm
nach oben schiebt.
Schwarz, uneben
und bedrohlich lacht die Fratze des Schädels mir entgegen,
lässt die Konturen deutlich auf meiner blassen Haut erstrahlen.
Das und unendlich vielmehr wird auf ewig zischen uns stehen.
Nun
da das letzte Schuljahr fast vorüber ist,
wächst
die Angst in mir tun zu müssen was meine Familie von mir
erwartet.
Den Weg zu
beschreiten, den
sie mir geebnet haben. Dieser Weg den ich nie gehen wollte. Meine
Vorstellung den Dienst zu verweigern wurde sehr schnell zum festen
Grundsatz meiner Überzeugung. Ich kann und werde nicht verraten
was ich im Laufe
der letzten sieben Jahre zu lieben gelernt habe. Mir gegen meinen
Willen das Brandmal des Teufels aufzuzwingen war bereits Qual und
Demütigung genug.
Das diese Endscheidung meinen Tod mit sich zieht, ist mir wohl bewusst. Doch besser so, als vor der Wahl zu stehen DICH töten zu müssen...
