Melody Granger saß zitternd und schluchzend auf dem Boden im Hause von Jim und Jane Granger und konnte nicht glauben, was soeben passiert war. Melody wohnte in Dublin und besaß dort einen kleinen Buchladen. Doch wenn ihre Zeit es zuließ besuchte sie als Erstes Onkel und Tante, da sie selbst keine Eltern mehr hatte und die beiden immer für sie da waren. Leider war ihre Cousine Hermine nicht anwesend, da sie ein Internat besuchte. Obwohl Hermine mit ihren gerade Siebzehn, Sechs Jahre jünger war als Melody, waren die beiden sehr gut befreundet. Und so war sie auch an diesem Wochenende nach London aufgebrochen, um die beiden zu besuchen.

~Flashback~-

„Gibst du mir mal bitte den Honig Mel", sagte Jim Granger, als plötzlich wie aus dem Nichts zwei Männer mit Maske und Kapuze über den Köpfen im Raum standen. Jane schrie erschrocken auf und blickte sofort zu ihrem Mann, der aufgesprungen war. Doch ehe er überhaupt irgendetwas machen konnte, zog einer der Männer etwas aus der Tasche und richtete es auf ihn. Ein heller Lichtblitz erschien und Jim sackte zusammen. Melody schrie, als der andere Mann ebenfalls etwas auf ihre Tante richtete und diese dann ebenso vor ihr zusammenbrach
Melody zitterte wie Espenlaub, als einer der beiden auf sie zukam. Die Augen geschlossen, stand sie gegen eine Wand gelehnt und konnte sich vor Angst nicht mehr rühren.

"Sieh mich an", zischte der Mann sie an, doch sie rührte sich nicht. Erst als ein harter Schlag sie traf und sie ihr eigenes Blut in der Mundhöhle schmeckte, öffnete sie ihre Augen. Nah trat er an sie heran und Ekel überkam sie, als sie eine Mischung aus Schweiß und Alkohol roch. Mit einem fiesen Grinsen grapschte er plötzlich unter ihren Pullover und sein heißer Atem zog an ihrem Ohr vorbei. „Nein", dachte sie nur.
„Dafür haben wir keine Zeit, Thomas", raunte der andere Mann. Er trat jetzt neben ihn, hob seine Hand unter ihr Kinn, sodass sie gezwungen war, ihm in die Augen zu sehen.
„So, und nun zu dir. Sag Dumbledore und Potter, dass wir jeden vom Orden vernichten werden. Und bei ihren Familien fangen wir an. Wir wissen, dass die kleine Granger die beste Freundin von Potter ist. Das war nur eine Warnung, wir kommen wieder."
Melody verstand nichts von dem, was er sagte. Sie kannte weder einen Dumbledore, noch einen der Potter hieß. Dann riss sie die Augen auf, denn die beiden Männer verschwanden von einer auf die andere Sekunde. Sie rannte gleich zu ihrer Tante. „Tante Jane", rief sie und überprüfte ihren Puls. "Onkel Jim, bist du in Ordnung?" Sie drehte den Kopf in seine Richtung, als sie wahrnahm, dass er sich regte.
„Ich rufe gleich die Polizei." Sie sprang auf.
Nein Melody, hole bitte die Medaille, die über dem Kamin hängt", sagte er leise.
„Aber…" wollte sie sagen.
"Bitte Mel, mach einfach was ich dir sage." Ihr Onkel blickte sie durchdringend an.
Melody stand auf, rannte zum Kamin und holte die Medaille. Sie gab sie ihrem Onkel, der kurz auf sie tippte und an ihre drehte. Melody schluckte, als sie zu leuchten anfing und wich erschrocken zurück. „Bitte um Hilfe. Todesserangriff bei Grangers", hörte sie ihren Onkel sagen.
„Onkel Jim, was ist hier los", fragte Melody ängstlich.
„Keine Angst Mel. Hermine wird die alles erklären", antwortete er.

Flashback Ende~

Derweilen saßen am Grimmauldplatz Nummer Zwölf, Hermine, Ron, Harry, Remus und Sirius beim Frühstück. Es war Ferienanfang und nur noch ein Jahr Hogwarts lag vor ihnen.
„Wo ist Dad", fragte Ron.
„Bei Professor Dumbledore. Professor Snape ist hier, um seinen Bericht abzugeben", antwortete Molly.
"Albus", hörten sie einen Schrei vom Korridor. Die Türe zur Küche wurde aufgestoßen und eine aufgebrachte Tonks betrat keuchend den Raum "Hermine"
Hermine sprang auf, als sie die Medaille in ihrer Hand erblickte. „Was ist los Tonks?"
"Ich war gerade dabei, ins Bad zu gehen, als ich sie leuchten sah. Todesser haben deine Familie angegriffen", platzte es aus ihr heraus.
"Was ist Nymphadora?" Albus war mit Severus Snape und Arthur Weasley in die Küche geeilt, als sie ihren Schrei in der Bibliothek hörten und auch Bill Weasley kam aus dem Salon angerannt.„
„Todesserangriff auf die Grangers"
Albus überlegte kurz. „Severus, Bill, bitte appariert dorthin, ich komme gleich mit Verstärkung nach", wies es die beiden an. Er blickte sichtlich geschockt. Die beiden Männer nickten ihm kurz zu und apparierten gleich.
„Professor, ich möchte mit", sagte eine leise schluchzende Hermine, die eine riesen Angst um ihre Eltern hatte.
„Nein Hermine, das wäre zu gefährlich. Sie könnten noch dort sein." Er lächelte ihr zu und war auch schon appariert.

Melody beugte sich gerade erneut über ihre Tante, als sie hinter sich ein Geräusch wahrnahm. Sie drehte sich um und erschrak fürchterlich, denn wieder standen zwei Männer im Raum, diesmal jedoch ohne Masken. Erneut war da diese Angst, sodass sie sich erhob, eng an die Wand stellte und sie mit aufgerissenen Augen ansah. Der jüngere von beiden, mit langen roten Haaren, die zu einem Pferdeschwanz gebunden waren, beugte sich über ihren Onkel. „Mister Granger, wie geht es ihnen", fragte er Jim.
„Ich bin soweit in Ordnung, aber ich glaube meine Frau hat es schlimm erwischt. Und Melody...Bill sie weiß von nichts und hat sicher Angst", antwortete Mister Granger.
Severus beugte sich jetzt über Jane, um nachzusehen, wo sie verletzt war. Kurz hob er den Kopf und blickte Melody direkt in die Augen. Langsam stand er auf und kam auf sie zu. „Miss, sie brauchen keine Angst zu haben sie keine Angst", sagte er in einem leisen rauen Ton und berührte sie an der Schulter.
Doch Melody stand so unter Schock, dass sie wild um sich schlug und anfing zu schreien. „Fassen sie mich nicht schon wieder an."
Severus drehte den Kopf zu Bill, der ihm zunickte. Er zog seinen Zauberstab aus dem Umhang, hielt ihn in ihre Richtung und das Letzte was Melody sah, waren ein paar dunkle Augen. Severus legte seine Arme unter ihren Körper, hob sie hoch und brachte sie auf die Couch. Albus erschien jetzt in Begleitung von Kingsley Shacklebolt und MadEyeMoody.
„Die Grangers müssen ins St. Mungo" sagte Bill sofort.
„Kannst du das mit Kingsley erledigen. Bringt sie zu Madame Polifey", richtete Albus sich an MadEye.
"Aber natürlich", antwortete Moody.
„Was ist mir ihr?" Bill zeigte auf die schlafende Melody.
„Das ist unsere Nichte Melody", sagte Jim, der es mit Kingsleys Hilfe geschafft hatte aufzustehen.
„Oh ja, Hermines Cousine. Sie erzählte mir einmal, dass sie ihr so gerne alles erzählen würde, aber sie große Angst vor ihrer Reaktion habe." Er fuhr sich durch seinen Bart und schmunzelte.
„Was soll das grinsen, Albus. Sag jetzt nicht, du willst...", zischte Severus und schüttelte den Kopf.
Bill sah die beiden fragend an. „Was?"
„Er will sie mitnehmen", knurrte Severus.
„Du kennst mich zu gut Severus. Ja, und warum nicht. So hat Hermine endlich die Chance, ihr alles zu erklären. Und wenn es nicht klappt, dann kann ich immer noch einschreiten", antwortete Albus.
„Ich finde es gut", kam von Bill und handelte sich von Severus einen „Ich könnte dich töten" Blick ein.
"Macht doch, was ihr wollt." Severus warf beide Hände in die Luft.
„Machen wir. Ach Severus, bist du so nett. Und geh sanft mit ihr um." Und ehe Severus noch irgendetwas sagen konnte, waren Albus und auch Bill mit einem Grinsen auf den Lippen von der Fläche verschwunden.
Wutschnaubend drehte Severus sich zu Melody, hob sie hoch und disapparierte ebenfalls.

Als er am Grimmauldplatz ankam, wollte Hermine gleich auf ihn zustürzen, doch Molly hielt sie zurück, denn Bill hatte ihnen schon gesagt, dass er mit Melody nachkommen würde und er darüber nicht ganz so erfreut war.
„Lege sie auf die Couch Severus" Sirius hatte die Kissen von der Couch auf den Boden geworfen und wies mit der Hand auf ihr.
„Sie hat keine Verletzungen, so wie ich gesehen habe. Doch sie hat fürchterlich geschrieen, als ich sie nur berührte" sagte er leise zu Sirius und Madame Pomfrey, die sofort bei ihm war.
„Dann hoffen wir, dass diese Mistkerle ihr nichts schlimmeres angetan haben", flüsterte Sirius.
„Ich habe dann wohl meine Pflicht erfüllt und werde gehen", meinte Severus und war schon an der Türe angelangt, als Hermine ihm ein "Danke" hinterherrief. Er blickte nur kurz zu ihr rüber, nickte und war auch schon verschwunden.

Madame Pomfrey untersuchte die schlafende Melody erst einmal und war froh, dass sie keine äußerlichen Verletzungen feststellte. Hermine zog sich einen Stuhl heran, nahm die Hand ihrer Cousine und strich sie sanft. "Mine, wo bin ich", hörte sie Melody nach zirka einer halben Stunde und hob den Kopf.
„Mel, oh Gott sei Dank geht es dir gut." Hermine schluchzte auf.
Melody blickte sich um. Sie kniff die Augen zusammen und ihr war schwindelig und für einen Moment dachte sie wirklich, dass die Bilder, die in diesem Zimmer hingen, sich bewegten.
„Bei mir und meinen Freunden. Ich erkläre dir gleich alles", antwortete Hermine Sie rannte kurz hinaus und kam mit Dumbledore, Molly und Sirius wieder.
"Mel, was ich dir jetzt erzähle wird dich wahrscheinlich vom Hocker hauen, aber glaub mir es ist alles wahr. Mel, dass sind Professor Dumbledore, mein Schulleiter, Molly Weasley und Sirius Black. Sie können alle zaubern, genauso wie ich auch." Hermine stockte und wartete schon auf Geschrei oder Gelächter.
Doch Melody starrte sie nur an. „Und das heute waren auch Zauberer."
„Ja, aber sie gehören zu einer anderen Sorte. Todesser nennen wir sie. Es gibt in der Zauberwelt genauso Gut und Böse wie in der Normalen Welt auch."
„Dann hatten diese Typen wahrscheinlich Zauberstäbe in der Hand, denn sie haben mit solchen Stäben rumgefuchtelt."
Hermine zog nun ihren Zauberstab aus der Hose und zeigte ihn ihr. „Ja Zauberstäbe."
"Kannst du mir mal etwas zeigen?" Sie glaubte Hermine, wollte aber doch wissen, ob ihre Augen sie nicht täuschten.
„Lass mich Hermine", sagte Molly. „Das arme Ding zittert ja."
Molly wedelte mit ihrem Zauberstab durch die Luft und schon erschienen eine dicke Wolldecke und ein Tablett mit Tee.
„Wow, ich wusste ja schon immer, dass du etwas Besonderes bist Mine. Aber das übertrifft meine Vorstellung."
„Na, siehst du Hermine. Da hast du unseren Beistand ja eigentlich gar nicht gebraucht. Ich finde sie hat es sehr gut aufgefasst", giggelte Dumbledore.
„Wie geht es deiner Mum und deinem Dad?"
„Soweit gut, es war nur ein Schockzauber, aber sie müssen noch eine Weile im St. Mungo bleiben", antwortete Hermine. Sie war sichtlich erleichtert, dass ihre Cousine alles verstand.
„Melody, kannst du uns sagen, was genau passiert ist", fragte nun Dumbledore.
„Wir saßen beim Frühstück, als mir nichts dir nichts diese zwei Männer im Raum standen. Sie hatten lange Mäntel und Kapuzen an. Onkel Jim wollte auf sie los, doch sie zückten ihre Zauberstäbe und er fiel einfach um", erzählte Melody. Dann schluchzte sie auf. „Dann kam einer von diesen ekeligen Typen auf mich zu und begrapschte mich. Ich habe echt geglaubt, mein letztes Stündlein hätte geschlagen. Und dann meinten sie, dass ich ihnen Professor und einem Potter sagen, dass sie den Orden vernichten. Und bei ihren Familien fangen sie an."
„Jetzt wissen wir auch, warum sie zuerst die Grangers angegriffen haben. Sie sind wehrlos", zischte Sirius. „Diese dreckigen…."
„Sirius", mahnte Molly.
Sie setzte sich nun neben Melody auf das Bett. „Haben sie dir sonst noch etwas getan Herzchen?"
„Nein, Gott sei Dank nicht. Normalerweise reagiere ich, wenn ein Kerl mich so blöde anmacht, aber ich war so dermaßen erschrocken", antwortete Melody.
„Severus kann ihr nachher einen Traumlostrank geben. Ich glaube, es war heute alles ein wenig viel für dich. Da ist es normal, wenn man nicht so reagieren kann, wie sonst. Ich schlage vor, dass du erstmal hier bleibst. Hermine wird es sicher freuen, wenn sie dir nun endlich einiges erzählen kann und Sirius wird sicher auch nichts dagegen haben. Aber es liegt natürlich an erster Stelle an dir, ob du überhaupt möchtest", meinte Albus.
"Ich würde sehr gerne bleiben. Ich möchte mehr von Hermine erfahren", antwortete Melody..
„So, dann lasst uns endlich etwas essen. Oder soll ich dir etwas hochbringen." Molly sag sie fragend an.
„Nein, es geht schon Danke.

Als sie die Küche betrat, riss Melody ihre Augen auf. Es herrschte reger Trubel in dem Raum und sie erblickte viele Menschen mit roten Haaren. „Die Rothaarigen gehören alle zu mir. Mein Mann Arthur, meine Söhne Bill, Fred, George, Ron und meine Tochter Ginny. Es gibt noch zwei Söhne Charlie und Percy, die sind aber zur Zeit unterwegs", stellte sie ihre Familie vor.
„Leute, das ist meine Cousine Melody. Melody das ist Harry, Remus, Tonks und Kingsley", sagte Hermine und Melody winkte in die Runde.
„Harry und Ron, deine besten Freunde?"
„Ja, sie sind auch Zauberer."
Ginny stellte ihr einen Krug auf den Tisch, nachdem sie sich gesetzt hatte. „Butterbier, trink du wirst es mögen."
Melody nahm einen großen Schluck. „Mögen? Ich liebe es jetzt schon." Sie hob den Krug erneut an ihre Lippen.
Molly zauberte einen weiteren Teller für sie auf den Tisch und schon probierte sie von den Leckereien, die vor ihr standen.
„Du Mine, was wäre denn gewesen, wenn ich das ganze nicht so aufgefasst hätte?" Sie schielte nach rechts zu ihrer Cousine. Hermine wusste, dass Melody diese Frage stellen würde, denn sie kam immer gleich auf den Punkt.
„Dann hätte Professor Dumbledore dein Gedächtnis geändert", antwortete sie leise.
„Wow, das kann er? Aber nein danke, ich möchte mein Gedächtnis gerne behalten, so wie es ist. Ist das hier das Haus von Molly und ihrer Familie?
„Nein, es ist meins", kam von Sirius, der neben ihr saß. „Das von den Weasleys ist wesentlich lustiger."
„Oh, dann hoffe ich, dass ich ihnen nicht zur Last falle", sagte sie und lächelte Sirius an.
„Nein, ganz und gar nicht. Ich freue mich sehr. Und nenn mich bitte Sirius."