Sue Clearwater

Sue Clearwater war eine pragmatische Frau. Ihre Willensstärke wird mitunter auch als Sturheit interpretiert, eine Eigenschaft die sie an ihre Tochter weitergegeben hat. Selbst die Verwandlung ihrer Kinder und der frühe Tod ihres Mannes hatte sie gut weggesteckt und sie war auch stolz darauf diese Stärke zu besitzen.

Und gerade diese Stärke, der Stolz und die Liebe zu ihren Kindern trieb sie in an diesem Tag in das Krankenhaus. Denn das einzige was Sue aus der Bahn warf, war als ihre Tochter verschwand.

"Carlisle, bitte."

Mit wachsamen Augen musterte sie ihn, er hatte feine Gesichtszüge, vor allem für einen Mann und wirkte dennoch mit seinen Wangenknochen, der geraden Nase und dem Kinn maskulin. Seine Augen waren trotz ihrer Unnatürlichkeit hypnotisierend und es überraschte sie sind, dass seine Stimme seiner Erscheinung um nichts nachstand. Obwohl sie von seiner Spezies wusste und alleine deshalb schon abgestoßen war, musste sie zugeben, dass er tatsächlich makellos schön war.

Ihr Schweigen war ihm unangenehm, das konnte sie ihm ansehen. Seine Augen flackerten zwischen dem Schreibtisch hinter ihr und ihrem Gesicht hin und her und jedes mal, wenn er sie ansah, leuchteten sie fast unmerkbar auf, als ob sie ihn an jemanden erinnern würde. Es brauchte kein Genie um zu erkennen, dass er viel von Leah in ihr sah. Oder besser gesagt umgekehrt.

Es war ihre Taktik, mit zwei Kindern, von denen einer noch ein Teenager war, wusste sie genau wie sie jemanden brechen konnte. Es war trotzdem ein wenig überraschend, dass dies selbst bei Vampiren funktionierte. Er räusperte sich und sie konnte sehen, wie er seine Gedanken ordnete.

"Ich muss Ihnen sagen, dass es mir zutiefst Leid tut was ich Leah und Ihnen angetan habe und ich entschuldige mich aufrichtig hierfür. Bitte glauben Sie mir, dass mein Handeln nur die besten Absicht hatte."

Die Worte die er verwendete und wie er sie aussprach waren aus einer Zeit die Sue und ihre Großeltern nicht miterlebt hatten. Seine Augen funkelten und Sue konnte sich gut vorstellen, dass er so ziemlich jeden verzauberte den er traf. Es lag nichts bösartiges in seinem Blick und seine feinen Gesichtszüge wirkten vertrauensvoll.

Doch Sue Clearwater war nicht irgendeine junge Krankenschwester die sich viel aus Schönheit machte und sich davon hinreißen ließ.

"Beste Absichten? Dann bin ich mal gespannt."

Sie verschränkte ihre Arme vor ihrem Körper und sah mit Genugtuung wie er einen halben Schritt zurück machte. Einen Vampir einzuschüchtern würde ihr nur einmal im Leben gelingen, soviel stand fest.

"Ich war zu dem Zeitpunkt verheiratet."

Seine Wortwahl war absichtlich und natürlich biss sie an. Wenn er es schon so anbot, würde sie auch nachfragen.

"War? Sie haben sich also getrennt? Einfach so?"

Auf einmal verdunkelten sich seine Augen und Sues Herzschlag schnellte in die Höhe. In dieser Sekunde kam ihr der Gedanke, dass es vielleicht doch nicht die beste Idee war einen Vampir zu provozieren. So schnell seine Augen schwarz wurden, so schnell waren sie nach einem Blinzeln wieder in dem sanften Ockerton von vorhin. Er atmete aus und wirkte auf einmal verloren.

"Esme und ich waren fast ein Jahrhundert verheiratet, ich dachte sie wäre meine Gefährtin. Sie dachte das auch. Ich versichere Ihnen, wir haben uns nicht "einfach so" getrennt."

Seine Stimme war samtig und klar, doch sie hörte den Schmerz und fühlte sich auf einmal schlecht. Sie musste zugeben, dass sie etwas anderes erwartet hatte. Jemand anderes.

Charlie sprach von Edward wie ein kritischer Vater über den ersten Freund seiner Tochter und doch lag auch Wahrheit dabei.

Doch Carlisle war anders.

Es war schwer ihm etwas vorzuwerfen, was er so offensichtlich bereute und es war noch schwerer ihn zu hassen für etwas, für das er nichts konnte. Es war offensichtlich, dass er sich die Prägung genauso wenig wie Leah ausgesucht hatte.

Doch sie erinnerte sich an die Zeit als Sam verschwand und wieder auftauchte. Als er sich ausgerechnet auf die Tochter ihrer Schwester geprägt hatte und Leah zurückließ. Leah litt unter ihrem gebrochenen Herzen und erst als die Ironie des Schicksals mit voller Wucht zuschlug, und sie auf einen Vampir prägen ließ, begann sie die alte Leah wieder zu finden.

Die Leichtigkeit die Sam genommen hatte, kehrte langsam zurück und Sue war trotz allem dankbar. Es ist für eine Mutter schwer genug das eigene Kind einmal leiden zu sehen, doch das was Carlisle Abwesenheit mit ihrer Tochter gemacht hatte, verängstigte sie.

Es war als ob jegliches Leben und jegliche Hoffnung aus ihr rausgesaugt wurden und Sue wusste nicht mehr was sie tun sollte. Sie hatte ihren Mann verloren und war dabei ihre Tochter auch noch zu verlieren. Es gab Dinge die konnte man zwar verzeihen, aber nicht vergessen. Und die Angst die Sue erfasste, als Leah auf einmal weg war, würde sie den Rest ihres Lebens verfolgen. Sie konnte das nicht noch einmal durchstehen.

"Und Leah ist Ihre Gefährtin? Da sind Sie sicher?"

Der Schmerz und die Reue waren aus seinem Blick verschwunden und er sah ihr direkt in die Augen. Es war ein durchdringender Blick und jemand mit weniger Willensstärke wäre vermutlich zurück geweicht. Aber nicht Sue Clearwater.

"Ja."

Seine Stimme war fest und es lag keine Spur von Zweifel darin. Sue wollte ihm glauben, sie wünschte es sich für Leah und für ihre ganze Familie.

Aber Sue Clearwater war pragmatisch.

Und so ließ sie keinen Zweifel daran, dass er das Vertrauen welches er so leichtfertig zerstört hatte, wieder aufbauen musste.

Vielleicht nicht bei Leah oder Seth. Aber bei ihr.

"Wir werden sehen."

Carlisle

Überrascht sah er sie an und wurde sogleich vom Lautsprecher gerettet. Seine Anwesenheit in der Notaufnahme war von Nöten und er war dankbar. Er verabschiedete sich und flüchtete aus seinem Büro.

Er hatte gewusst, dass das Gespräch kein angenehmes werden würde, aber dennoch hätte er nicht mit soviel Widerstand gerechnet.

War es nicht offensichtlich was er für Leah empfand? Warum hätte er sonst seine Familie verlassen? Und viel wichtiger war, was dachte Leah? Zweifelte sie ebenfalls an seinen Gefühlen?

Obwohl er froh war, dass die Schicht vorüber war und er sich bereits nach Leahs Wärme verzehrte, so war er nicht so begeistert von der Vorstellung unter Sue Clearwaters zweifelnden und wachsamen Blick zu wohnen.

Vor allem nicht heute.

Umso erleichterter war er, als er vor dem Haus stand und nur Leahs und Seths Duft wittern konnte. Aus dem Augenwinkel bemerkte er einen Wolf, welcher sich sobald er sich in der Nähe des Hauses befand abwendete und davon trottete.

Er war sich nicht sicher, ob es um seine Sicherheit ging oder eher darum, dass er sich nicht im Reservat herumtrieb. Carlisle seufzte. Er hatte zwar mit Gegenwind gerechnet aber nicht in dem Ausmaß. Oder zumindest hatte er es gehofft.

Natürlich konnte er die Antipathie ihm gegenüber verstehen, immerhin war er ihr natürlicher Feind. Er war der Grund warum sie sich überhaupt verwandelt hatten.

Er hörte Seth seine Videospiele spielen und Leah, welcher in der Küche gerade das Essen wegräumte. Sie hatten ihn bestimmt schon gerochen und er stellte fest, dass der strenge Duft von Seth langsam nachließ. Vermutlich hatte er sich mittlerweile nur daran gewohnt.

Als er das Haus betrat, sah Leah erleichtert auf und ihn mit einem unlesbaren Blick an. Carlisle legte seine Stirn in Falten. Wirkte er so unzuverlässig, dass sie dachte er würde nicht wieder kommen? Die Stimmung war angespannt und er versuchte sie so gut es ging zu lockern. Er deutete auf die schmutzigen Teller.

"War Embry da?"

Leah sah ihn verwirrt an bis sich ihre Lippen zu einem breiten Lächeln verzogen und Carlisle wusste, hätte er ein Herz, würde es vermutlich einfach stehen bleiben.

Sofort musste er ebenfalls schmunzeln und er ging einen Schritt auf sie zu. Er nahm ihre Hand und sah wie ihr Blick nach unten wanderte. Interessiert musterte sie seine Hand und er realisierte auf einmal, dass sie erst jetzt richtig bemerkt hatte, dass sein Ehering nicht mehr auf seinem Platz war.

Mühelos zog sie ihn in ihr Zimmer und er bemerkte mit Unmut, dass sich ihre Stimmung immer noch nicht wirklich gebessert hatte. Er hingegen labte sich in der Wärme die sie ausströmte und fühlte sich sofort erleichtert. Er legte sich in seinem Kopf schon diverse Dinge zurecht als sie ihn unterbrach.

"Seth hat es nicht geschafft."

Ihre Stimme klang derart niedergeschlagen, dass Carlisle sofort einen Schritt auf sie zu ging. Er legte seine freie Hand auf ihre Schulter und war erleichtert, als sie sofort den Kontakt suchte und ihn in eine Umarmung zog. Vorsichtig legte er seine Wange an ihren Kopf und atmete tief ein und aus. Es war als ob all die Anspannung und Sorgen mit jedem Atemzug ihn verlassen würden und er fühlte das noch fremde aber willkommene Gefühl- Vollkommenheit.

Sie verharrten in der Position, bis er Seths Fluchen hörte und spürte, wie sich Leah sofort anspannte.

"Wie geht es ihm?"

Leah seufzte und zuckte mit den Schultern.

"Keine Ahnung, er will nicht mit mir reden."

Carlisle nickte und sah sofort den Blick den sie ihm zuwarf. Zunächst fühlte er sich geehrt, dass sie ihm das zutraute und zugleich hatte er Angst, das falsche zu sagen. Sich von ihr zu lösen war schwerer als er angenommen hatte, doch schließlich klopfte er vorsichtig an Seths Tür.

"ICH HAB GESAGT ICH HABE KEINEN HUNGER LEAH!"

Der Vampir öffnete daraufhin vorsichtig die Tür und wagte einen flüchtigen Blick hinein. Seth erschrak und setzte sofort seine Kopfhörer ab.

"Darf ich hineinkommen?"

Der junge Gestaltwandler nickte sofort und machte Carlisle vor dem kleinen Bildschirm auf dem Boden platz. Er reichte ihm wortlos einen Kontroller und Carlisle erinnerte sich unweigerlich an Emmett und Jasper und ihre manchmal spielerischen und manchmal nicht so spielerischen Kämpfe.

Es war ein Spiel, welches er bereits kannte, zwar konnte er nichts damit anfangen aber wenn Seth mit ihm spielen wollte, so würde er das tun. Nach wenigen Runden hatte Carlisle bereits den Dreh raus und genoß die Gesellschaft von Seth. Er jubelte zwar bei jedem Abschuss und war trotzdem fair und ermutigte Carlisle bei jeder Gelegenheit. Er freute sich über jeden Fortschritt den Carlisle machte, selbst wenn es ihm schadete. Seth hatte einen Charakter den man einfach gern haben musste. Carlisle atmete tief ein und überlegte seine Worte. Er würde weit ausholen müssen damit ihn der Teenager wirklich verstand.

"Als ich verwandelt wurde, verabscheute ich mich selbst. Ich versuchte mich auszuhungern und harrte in einer Höhle aus. Ich dachte, das wäre das einzige Gute was ich für die Menschheit tun konnte- sterben. Doch als ich bemerkt habe, dass ich auch ohne Menschenblut überleben konnte, hatte ich die Hoffnung, den Menschen eines Tages wirklich helfen zu können. Ich übte Tag und Nacht. Jahrhunderte lang. Bis ich schließlich ein echter Arzt sein konnte. Jetzt macht mir Blut nichts mehr aus, ich bemerke es kaum noch. Etwas was ich mir damals nie hätte träumen können."

Carlisle bemerkte den wachsamen Blick des Quileutes auf sich und starrte weiterhin auf den Bildschirm. Die Situation war emotionsbeladen und Carlisle fühlte sich fast unwohl unter dem Blick von Seth. Dieser evaluierte seine Worte und Carlisle hoffte inständig, dass er diesele Hoffnung daraus schöpfen würde wie er selbst.

Seth blies einen entmutigten Atemzug aus und seufzte. Es war ihm sichtlich peinlich, dass Carlisle davon wusste und sofort versuchte dieser weiter ihn aufzumuntern.

"Was ich damit sagen will, manche Dinge brauchen einfach Zeit. Und manchmal braucht man mehr Zeit für etwas als andere. Aber der Erfolg ist derselbe."

Es dauerte nur wenige Sekunden bis sich auf Seths Gesicht ein schelmisches Grinsen ausbreitete und sofort sah Carlisle die Ähnlichkeit mit Leah darin.

"Das sagst du nur weil ich dich gleich vernichten werde."

Mit den Worten startete er die nächste Runde und lachte, als er Carlisle im Spiel den Kopf wegschoss. Carlisle lachte heiser auf und war mehr als froh den Wolf aufgemuntert zu haben. Zumindest hoffte er das. Der Gedanke, dass Seth seine Fähigkeiten anzweifelte und sich vielleicht noch dafür schämte, war für ihn schmerzhaft und er nahm sich vor den kleineren Bruder seiner Gefährtin so gut es ging zu unterstützen.

Leah

Das Gespräch zwischen Carlisle und Seth war dank ihrem hochsensiblen Gehör nicht zu überhören und Leah war erleichtert. Unweigerlich musste sie an Sam denken. Als sie noch zusammen waren, war Seth vernarrt in ihm. Er sah zu ihm auf und folgte ihn überall hin. Und obwohl Sam kein schlechter Mensch war und sich bemühte, so gehörten Gefühle definitiv nicht zu seinem Metier. Er war immer schon ein Anführer, er bestimmte gerne und ließ sich selten etwas sagen. Was naturgemäß zu dem einen oder anderen Streit zwischen ihnen führte- da Leah sich ebenfalls ungern etwas sagen ließ. Seth hatte ihn fast vergöttert und als er verschwand, hatte er nicht nur Leah verlassen. Er ließ Seth ebenfalls zurück. In ihrem Schmerz war sie sich dessen nicht bewusst gewesen und sie schämte sich dafür, dass sie so egoistisch war. Nach seiner Verwandlung, konnte Seth Sam zwar besser verstehen, aber er ging dennoch auf Abstand. Auf einmal sah er Sam nicht mehr auf dem Podest wo er ihn jahrelang hingestellt hatte, sondern er bewertete nüchtern Sams Eigenschaften. Und Leah wusste, auch wenn es nicht Seths Naturell entsprach das laut auszusprechen, dass er nicht nur wegen der Sache mit Emily, seine Meinung über Sam geändert hatte.

Und mit Carlisle hatte er nun das beste Vorbild was ein Mensch haben konnte.

Carlisle war anders.

Besser konnte sie es nicht ausdrücken. Wo Sam stur und manchmal engstirnig war, war Carlisle gütig und nachgiebig. Es kam Leah vor, als hätte Carlisle keine einzige bösartige Faser in seinem Körper, was, wenn man bedachte was Carlisle war, erstaunlich war.

Ihre Gedanken deckten Gefühle auf, die nichts mit der Prägung zu tun hatten. Seelenverwandschaft hin oder her, man musste Carlisle einfach mögen und Leah dachte daran, dass sie eigentlich ein verdammtes Glück hatte.

Als ob er ihre Gedanken lesen konnte, klopfte er vorsichtig an ihre Türe und trat sogleich ein. Offenbar hatte er gehört, dass sie noch wach war und Leah beobachtete, wie sich seine Augen verdunkelten als er sie sah.

Ihr Herzschlag schnellte in die Höhe und Leah musste sich erst wieder an seinen Anblick gewöhnen. Ihr Blick wanderte seinen Körper entlang und sie spürte ein anderes Gefühl in ihr hochkommen. Zu ihrem Glück hatte er es nicht bemerkt, oder zumindest kommentierte er es nicht.

"Deine Mutter war heute im Krankenhaus."

Verwirrt sah sie ihm dabei zu, wie er sich neben ihr auf dem Bett niederließ. Diesmal zögerte er nur unmerklich und Leahs Herzschlag meldete sich erneut, als er sie leicht berührte. Es war beinahe so, als ob er vor jedem Kontakt um Erlaubnis fragen würde und Leah fragte sich, wie lange das wohl noch so sein würde.

"Alles in Ordnung?"

Sie wusste, dass er sofort verstand, dass sie nicht ihre Mutter sondern ihn meinte. Sue Clearwater war eine Naturkatastrophe die über einen hinwegrollen konnte.

Er wog die Worte genau ab und nickte leicht. Als sie seinen Blick fing, war sie überrascht über die Fülle an Emotionen die in seinen nun dunklen Augen lagen. Er sah sie eindringlich an, als würde er versuchen ihre Gedanken zu lesen und Leah konnte sich nicht wirklich einen Reim daraus machen.

"Ich werde mir nie verzeihen, was ich dir angetan habe Leah. Niemals."

Seine Hand umschloss ihre Schulter und trotz des Hochgefühls, konnte sie den Schmerz in seiner Stimme hören. Leah tat sich seltsam leicht ihn zu verzeihen und die Zeit, in der er weg war, einfach zu verdrängen. Da es ganz und gar nicht ihrem Charakter entsprach, schob sie es auf die Prägung und ihren Instinkt. Doch auch so war es schwer auf ihn wütend zu sein. Vor allem wenn er so etwas sagte. Aber dennoch spürte sie die Angst, dass er wieder verschwinden würde.

"Ich hoffe du bist nur hier, weil du Angst hast, dass ich mich sonst von einer Klippe stürze."

Es war als Scherz gemeint aber es kam direkt aus Leahs Innerstes. Es war ihre größte Angst, dass er nur aufgrund seiner Gutartigkeit und seinem Mitgefühl bei ihr war und seine Worte machten es nicht gerade besser. Sein Gesicht verzog sich schlagartig und Leah bereute ihre Worte sofort. Sensibilität war definitiv nicht unter ihren Tugenden.

"Nein, bin ich nicht."

Obwohl Leah hören konnte, dass er mehr zu sagen hatte, gab sie sich damit zufrieden. Er war bis vor kurzem verheiratet gewesen. Länger als Leah überhaupt auf dieser Welt war. Sie war ebenfalls kein Sinnbild von emotionaler Stabilität. Sie lehnte sich stärker an ihn und ihr Bauch zog sich freudig zusammen, als sie spürte wie er ebenfalls versuchte den Kontakt zu vertiefen. Sie fühlte seine kühle Wange auf ihrem Haar und hörte, wie er tief einatmete. Egal was sie sich einredete, er spürte die Auswirkungen Prägung genauso wie sie und für jetzt musste ihr das genügen.

Vielleicht sollte sie sich seine Worte einfach mehr zu Herzen nehmen. Manche Dinge brauchten Zeit.