Kapitel 9

Cochises Nüstern blähten sich beim Anblick seines Herrn vor Vergnügen, er warf den Kopf zurück und wieherte zur Begrüßung. Joe umarmte das Pferd, streichelte seine Ohren und sagte ihm, was für ein großartiges Pferd es sei, während er den Sattel aufsetzte und die Kandare und das Gebiss anschnallte.

Der Regen hatte endlich aufgehört, aber der Himmel drohte, dass noch mehr kommen würde, und im Wind lag der eiskalte Bote des Schnees. Er verschwendete keine Zeit, sondern schwang sich in den Sattel und wendete Cochise, um aus dem Dorf und in Richtung Fort zu galoppieren.

Die junge Frau hielt inne, als sie zu ihrer Hütte mit dem Holz für die Feuer ging. Sie beobachtete, wie Joe sein Pferd bestieg, und mit Entsetzen in den Augen sah sie, wie das Pferd vorwärts sprang. Sie wollte seinen Namen rufen und öffnete den Mund dazu, aber es gab keinen Laut. Sie warf das Holz hinunter und begann zu rennen, ihre Füße rutschten im Schlamm, den der Regen hinterlassen hatte, sie rutschte von rechts nach links, fuchtelte mit den Händen und ihr Mund rief tonlose Worte, während ihr Gehirn schrie,

"Komm zurück, komm zurück. Du kannst nicht gehen, du kannst nicht gehen…"

Joe drehte sich nicht um. Wäre sie in der Lage gewesen, seinen Namen zu rufen, hätte der Wind ihn ihr entrissen und er hätte ihn nicht gehört. Sein einziger Gedanke war, zum Fort zu gelangen, Ben eine Nachricht zu schicken und dann die Heimreise anzutreten. Little Moon lag ihm schon zu viel am Herzen, und wenn er zurückkehrte, würde er spüren, dass ihre Gefühle sie in eine Situation treiben würden, die noch viel schlimmer war, als sie ohnehin schon war. Sie hatte schon genug gelitten, und das Letzte, was er sich jetzt für sie wünschte, war, ihr noch mehr Leid zuzufügen. Aber selbst während er dies dachte, war er sich der Qualen, die das Mädchen empfand, als sie ihn von ihr wegreiten sah, nicht bewusst.

Sie hielt inne und stand einsam und verlassen da, ihre dunklen Augen waren mit Tränen gefüllt, die sie nicht fallen lassen wollte. Sie hob ihre Hände in einer vergeblichen Geste der Sehnsucht und ließ sie dann auf ihre Seiten fallen.

"Joseph". Sie legte eine Hand an ihren Mund und spürte die Bewegung ihrer Lippen gegen ihre Finger, als sie das Wort "Joseph" sagte.

Da, es war in ihrem Kopf gewesen, und jetzt war es in ihrem Mund, und sie sagte es noch einmal, wie es nur eine, die liebte, je konnte - "Joseph."