Diese Geschichte wurde ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht und nach Rücksprache mit der Autorin von mir übersetzt, um sie einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Obwohl ich nur als Übersetzerin fungiere, sind Reviews natürlich trotzdem mehr als willkommen. Alexandra, die Autorin, schreibt unter dem Namen madame. alexandra und ist hauptsächlich hier auf fanfiction. net unterwegs.

Autorin: madame. alexandra

Originaltitel: Adventures

Abenteuer

Leia war schon bettfertig und hatte es sich bereits bequem gemacht, als Han meinte, mit der ganzen Anmut eines tobenden Banthas ins Schlafzimmer stürmen zu müssen. Sie hatte sich ein Dokument direkt vors Gesicht gehalten, um im schummrigen Abendstimmungslicht der Lampen etwas erkennen zu können, als die Tür – die bereits ein wenig offenstand – mit Schwung aufgerissen wurde und an die nächstbeste Wand knallte.

Unbeeindruckt ließ Leia das Blatt leicht sinken und blinzelte ihn an. Er war immer noch vollständig angezogen – obwohl er seine alten Stiefel an der Tür zurückgelassen hatte – und hielt zusammengeknüllt etwas in den Händen.

Für gewöhnlich verbrachte Han die Nacht in ihrem Quartier – sehr zum Verdruss des Oberkommandos oder eher der Führungsebene der Neuen Republik. Da Leia jedoch ebenfalls zu besagter Führungsebene der Neuen Republik gehörte, hatte sie beschlossen, sich wenig um ihr Missfallen zu kümmern, und als der alte Kauz namens Jan Dodonna versucht hatte, sie auf das Thema anzusprechen, hatte sie ihm gesagt, dass er sich verziehen solle oder sie würde ein Sex-Tape veröffentlichen. Das hatte ihn zum Verstummen gebracht und in leichter Panik zurückgelassen, ob sie so etwas wirklich tun würde oder nicht. Das würde sie nicht, aber sie scheute sich nicht davor, Han an einem öffentlichen Ort die Zunge in den Hals zu stecken, wenn sie entschied, dass es notwendig war.

Allerdings hatte sie ihn an diesem Abend nicht erwartet. Als er nicht zur üblichen Zeit aufgetaucht war, hatte sie angenommen, dass er von irgendetwas aufgehalten wurde und hatte sich bettfertig gemacht. Sie nahm ihm das nicht übel; die Dinge waren im Wandel und sie und Han wurden ständig von irgendetwas aufgehalten. Sie hatten die Parameter ihrer Beziehung nicht genau definiert – abgesehen davon, dass sie nach außen hin sehr bestimmt verdeutlichen wollten, dass sie in der Tat eine Beziehung führten – und genossen beide ihre Freiheit inmitten einer hektischen, frisch eroberten, post-imperialen Ära.

Der dünne Träger von Leias Nachthemd rutschte wie von selbst ihre Schulter hinunter und sie warf ihm einen belustigten Blick zu. Es schien, als ob ihre Kleidung genau wüsste, was Hans Anwesenheit in ihrem Schlafzimmer in der Regel bedeutete und versuchte, ihn angemessen zu begrüßen.

„Ich lese steuerpolitische Anträge", bemerkte Leia in die Stille hinein und ließ das Dokument weiter sinken. „Dein Fenster für Sex hat sich vor ein paar Minuten geschlossen."

Han sah sie mit zusammengekniffenen Augen an und kam näher.

„Ich bin nicht wegen Sex hier", gab er ernst zurück.

Eine Falte erschien auf seiner Stirn und Leia lehnte sich amüsiert ein wenig zurück. Sie beäugte das Ding in seiner Hand – es sah aus wie irgendein Kleidungsstück – dann schaute sie ihm wieder ins Gesicht und legte den Kopf schief.

„Oh? Stirbst du?", scherzte sie.

Han ignorierte sie. Er streckte die Hand aus – die Hand, in der er das Ding hielt.

„Was ist das?", fragte er, als müsse ihr auf magische Weise bewusst werden, um was es sich dabei handelte, trotz der Tatsache, dass es zusammengeknüllt und zerknittert war, was es ihr unmöglich machte, zu erkennen, was er wirklich in der Hand hielt.

„Wäsche?", riet sie nach einer langen Pause.

Han hielt es ihr dichter entgegen und Leia legte ihre Dokumente ordentlich in den Schoß und warf ihm einen Blick zu.

„Han, ich kann nicht sehen, was es ist", stellte sie geduldig fest.

Han schaute auf seine Hand und entfaltete dann den anstößigen Gegenstand. Steif schüttelte er ihn aus und es stellte sich heraus, dass es sich dabei um ein knallblaues Hemd handelte – nein, lässiger als das, mehr im Sinne eines Sweatshirts mit Rundhalsausschnitt und weiten, kuscheligen Ärmeln. Das Blau war in der Tat entsetzlich blau und Leia dachte gerade darüber nach, dass es knallig genug war, um Kopfschmerzen zu verursachen, als sie sich daran erinnerte, was es war und wo sie es zurückgelassen hatte.

Sie setzte ihr bestes Sabacc-Gesicht auf und betrachtete die Vorderseite des Shirts, während Han es ihr präsentierte. Das Oberteil, auf dem die Karikatur eines gewissen, ikonischen Wookiees prangte, überlebensgroß neben einer ebenso comichaften Nachbildung des Millennium Falken, schien geradezu zum Lachen einzuladen, als es in Hans Griff leicht erzitterte.

„Das", zischte Han. „Was ist das?"

Leia presste die Lippen zusammen.

„Wo hast du das her?", fragte sie, ihr Gesichtsausdruck unergründlich.

Han funkelte sie an.

„Aus deiner Tasche", erwiderte er dreist.

Sie wussten beide, dass er das sagen würde und Leia hob das Kinn und tat so, als wäre sie beleidigt.

„Was hattest du in meiner Tasche zu suchen?", fragte sie.

Sie hatte eine schicke, ordentliche Umhängetasche, die sie jeden Tag mit zur Arbeit nahm. Jeden Abend ließ sie sie offen auf dem Tisch im Flur stehen und jemand hatte begonnen, Zettel hineinzustecken – Scherze oder wirklich süße Nachrichten.

„Du weißt, was ich dort gemacht habe", grummelte Han.

„Ich will es von dir hören."

„Ich habe eine charmante Nachricht hineingetan!"

Leia grinste ihn an. Demonstrativ schüttelte er das anstößige Kleidungsstück und erinnerte sie an seine Gegenwart. Mit forderndem Gesichtsausdruck rümpfte er die Nase.

„Leia", knurrte er. „Sprich."

Sie beugte sich vor und betrachtete den grellen Pullover amüsiert.

„Nun ja, Han", meinte sie ruhig. „Was du da hast, ist ein Kleidungsstück, das allgemein als Pullover bekannt ist."

Han warf ihr einen bösen Blick zu.

„Klugscheißer."

„Was meinst du mit ‚was ist das'?", zitierte Leia und ahmte seine Stimme nach. „Es ist ein Pullover!"

„Warum ist da diese dumme Karikatur meines Schiffs drauf?", verlangte Han zu wissen. „Warum steht Chewie da und sieht aus wie ein großer, zugedröhnter Trottel?"

Leia gab sich schockiert.

„Er sieht freundlich und umgänglich aus!"

Leia."

Sie lachte. Dann zuckte sie die Achseln und streckte dramatisch die Hand aus, die Handfläche nach oben gekehrt.

„Es ist ein…Fanartikel", schnaubte sie. „Carlist hat ihn auf einem Flohmarkt gefunden. Er hat ihn mir gegeben", erklärte sie. „Er findet es urkomisch." Sie verdrehte die Augen. „Manchmal drucken sie mein Gesicht auf Kleidung."

„Das ist ein Comic-Falke."

„Was ist daran so unerhört? Dass es der Falke ist oder dass die Comic-Version sauberer aussieht als der echte?"

Han hob ein Kissen vom Boden auf und warf es ihr mit finsterem Blick über. Leia fing das Kissen auf, hielt es in ihrem Schoß fest, beugte sich erneut vor und biss sich auf die Lippe.

„Es scheint", begann sie dramatisch, „dass, äh, ein Comic im Umlauf ist, der…Chewbacca, des Falken und ihrer rebellischen Heldentaten gedenken soll", teilte sie ihm mit und nickte in Richtung des Pullovers, „und das ist Werbematerial dafür."

Han starrte sie an und sein Arm erschlaffte. Er schüttelte den Kopf, drehte den Pullover um und begann heftig, das Bild zu studieren.

„Er heißt Chewbaccas Abenteuer", eröffnete Leia ihm altklug.

Han sah ruckartig auf, sein Mund stand offen. Während er sie anstarrte, ließ er leicht die Hände sinken. Sie hatte den Pullover ganz oben in ihrer Tasche gelassen, damit er ihn sehen würde; sie wusste, er wäre entsetzt bei der Vorstellung, dass sein geliebtes Schiff als Futter für einen Kinder-Comic diente – es trug nicht zu seinem Ruf bei, seinem rauen Äußeren, seiner –

Chewbaccas Abenteuer?", zitierte er und seine Stimme hob sich und verstummte mit einem irgendwie beleidigten Quietschen.

„Ja, in der Tat habe ich gedacht, ich könnte ein Abonnement für – "

Chewbacca?", zeterte Han wieder. „Was ist mit mir?"

Fasziniert winkelte Leia das Bein an. Sie neigte den Kopf zur Seite.

„Was ist mit dir?"

Han drehte den Pullover um und schwenkte das Bild erneut vor ihrer Nase. Eindeutig beleidigt gestikulierte er wild in seine Richtung.

Wo ist Comic-Han Solo?", meckerte er. „Wenn da ein – sie können keinen – Comic – ohne – was denken die eigentlich, wer sie – ich bin – der Captain!", polterte er.

Leia unterdrückte schallendes Gelächter. Sie hätte nicht wirklich ahnen können, dass er empört sein würde, weil er in die kitschige Hommage an die Rebellion nicht miteinbezogen wurde.

„Er hat alle seine Abenteuer mit mir erlebt!", jammerte Han.

Leia zuckte vorsichtig mit den Schultern.

„Vielleicht haben sie gedacht, du lässt dich nicht so gut vermarkten wie ein hinreißender Wookiee und sein getreues Schiff."

Es ist mein Schiff!"

„Wenn ich darüber nachdenke", sagte Leia gedehnt, „glaube ich, sie haben dem Comic-Chewie einen unerschrockenen Sidekick angedacht, wenn ich nur…oh, ja, sie haben einem Ewok eine dunkelblaue Weste angezogen, wenn ich mich recht erinnere."

Was?", bellte Han und trat in seiner Empörung einen Schritt zurück. Er legte eine Hand auf seine Brust. „Aber Chewie hat schon einen Sidekick!"

Leia presste fest die Lippen zusammen, um nicht zu lachen. Jetzt bezeichnete Han sich als Sidekick? Würde er den Titel des Schurken als nächstes an Luke weiterreichen? Leia machte eine Schau daraus, ihre Dokumente neben sich auf den Tisch zu legen. Sie beugte sich vor und legte ernst das Kinn auf die Knie.

„Wenn du dich dadurch besser fühlst, ich habe den Comic auch nicht gemacht", bemerkte sie todernst.

Han warf ihr den Pullover zu und sie knüllte ihn zusammen, hielt ihn in den Händen und grinste. Der andere Träger ihres Nachthemdes rutschte über ihre andere Schulter und sie schüttelte mit einem duldsamen Seufzen den Kopf. Verräterische Pyjamas. Alle ihre Kleidungsstücke waren Huren, wenn es um Han ging.

Mit finsterem Gesichtsausdruck setzte er sich auf ihre Bettkante und legte die Hände an die Brust.

„Wo bin ich bitte nicht gut zu vermarkten?", brummte er. Er drehte sich um und warf Leia einen Blick zu. „Ich bin nicht hinreißend?", knurrte er.

„Du bist ziemlich hinreißend", versicherte Leia ihm feierlich.

„Nicht gut zu vermarkten", höhnte Han. „Ich bin – die Coruscant Sun hat mich als den am meisten beneideten Mann der Kernwelten bezeichnet!", wetterte er.

„Nun, ja, aber das bezog sich auf die Tatsache, dass du, du weißt schon", entgegnete Leia kokett.

„Dass ich was?", forderte Han sie heraus.

Sie zog die Augenbraue hoch und deutete hoheitsvoll auf sich selbst.

„Dass du mich vögelst", schloss sie.

Han funkelte sie an. Sachlich neigte sie ihm den Kopf zu.

„Du bist lediglich meine Mätresse. Ich mache die Regeln nicht."

„Hör mir zu, Schätzchen", gab er zurück, „irgendeine Verrückte hat mir letzte Woche Fanpost geschickt und angeboten, mir sechs Millionen Credits zu zahlen, wenn ich sie am großen Zeh lecken würde. Das ist alles. Einfach nur daran lecken."

„Ich bezweifle stark, dass jemand, der eine solche Anfrage stellt, sechs Millionen Credits besitzt."

„Nein, Leia, das sind die Leute, die das tun", stellte er trocken fest. „Nur Leute mit Geld haben Zeit, so pervers zu sein."

„Ich hoffe, du hast ihr mitgeteilt, dass du nur an meinen Zehen lutschst", antwortete Leia in gespielter Empörung.

„Sie wollte lecken, nicht lutschen."

„Wenn du an den Zehen einer anderen Frau leckst oder lutschst, werden wir uns darüber unterhalten müssen", drohte Leia gefährlich.

Han wandte sich leicht um. Er schenkte ihr ein Grinsen, schlüpfte aus seiner Weste, warf sich aufs Bett und streckte sich vollständig angezogen neben ihr auf der Decke aus.

„Wie willst du dich dann mit mir unterhalten?", fragte er. „Schmutzig?"

„Unanständig."

Mit der Hand fuhr er über ihren Arm und zupfte an dem herunterhängenden Träger. Dann streckte er die Zunge heraus, beugte sich vor und leckte über ihren Arm. Leia quietschte auf, drehte sich weg und trat spielerisch nach ihm.

Deswegen kann man dich nicht vermarkten!", beschuldigte sie ihn. „Du bist widerwärtig!"

„Ja", lachte Han und rutschte näher, um seinen Arm um sie zu legen, „weil das auch die abstoßendste Stelle ist, an der du meine Zunge jemals hattest."

Daraufhin legte Leia den Kopf schief.

Ich habe Geld", überlegte sie. „Ich frage mich, welchen lächerlichen Fetisch ich habe."

„Lass es uns herausfinden, Euer Gnaden."

Leia legte ihren Arm über seinen und verschränkte ihre Finger. Sie grinste, ihr Gesicht war gerötet. Han kam näher und seufzte in ihre Seite, das harsche Geräusch klang dumpf an ihren Rippen. Er murmelte etwas, dann drehte er den Kopf ein wenig, um deutlicher sprechen zu können, und blinzelte sie an.

„Seltsame Zeiten", bemerkte er rau.

„Ja", stimmte sie zu und berührte liebevoll seinen Kiefer.

Sie waren alle überwältigt von der Niederlage des Imperiums – alle; die Rebellen, die befreite Galaxie, alle Lebewesen um sie herum – befanden sich in einer unermesslichen Hochstimmung und versuchten, den guten Willen und das befreite Gelächter in politischen Antrieb und bürgerliche Verantwortung zu verwandeln.

Alles war wichtig und alles machte wieder Spaß, vom Joch der Dunkelheit befreit – es fühlte sich akzeptabler an, zu lachen, zu schreien, zu scherzen und zu necken. Es gab Schrecken, von denen sie sich erholen mussten, aber die Zukunft war strahlend und – und da, einfach zum Mitnehmen.

Die Galaxie war in heller Aufregung angesichts der Aufständischen, die zu Siegern geworden waren; sie waren bekannte Ikonen und zwar nicht mehr wegen Todesurteilen oder Fahndungsplakaten, sondern weil sie die Speerspitze der Befreiung dargestellt hatten.

Zum ersten Mal war Han den Dingen ausgesetzt, die Leia als eine Figur des öffentlichen Lebens immer schon gekannt hatte: die skurrile Ausgelassenheit des Friedens, die Besessenheit von Ikonen. Sie war darauf trainiert, das Gute und das Schlechte daran einfach auszublenden, aber Han dabei zuzuschauen, wie er zunehmend verblüffter und bestürzter auf die Art und Weise, wie manche Leute ihre Helden verehrten, reagierte, war – gelinde gesagt hinreißend.

„Ich bin daran gewöhnt, dass die Leute versuchen mich umzubringen, wenn sie mich sehen, und nicht daran, dass sie meine Outfits bewerten oder Umfragen über meine bevorzugte Sexstellung mit dir machen."

„Ohhh", murmelte Leia. „Die habe ich nicht gesehen. Was war das Ergebnis?"

„Dass ich dich immer gegen eine Wand drücken muss, weil du so klein bist", erwiderte Han ernst.

Leia runzelte die Stirn.

„Das ist unhöflich und fantasielos. Ich war schon auf so einigen Tischen auf allen vieren."

Han lachte bellend. Dann setzte er sich ein wenig auf und schüttelte den Kopf.

Chewbaccas Abenteuer", schmollte er. „Ich frage mich, ob er davon gehört hat", murmelte er.

Leia war sich sicher, dass das der Fall war. Sie grinste und streckte die Hand aus, um Han sanft die Haare zurückzustreichen. Dann beugte sie sich vor und drückte ihm einen Kuss auf die Schläfe; sie war froh, dass er doch noch gekommen war, auch wenn es sehr, sehr spät war. Sie wusste, was alle sagten; dass im Krieg überwundene Standesunterschiede sich in Zeiten des Friedens wieder bemerkbar machten, dass das hier niemals halten würde, dass er sie verlassen würde, dass sie zur Besinnung kommen würde – sie wusste es und sie ignorierte alles davon.

Sie liebte ihn. Sie wusste, dass es halten würde. Sie konnte es fühlen. Nichts und niemand hatte sie jemals eine solche ruhige und entspannte Glückseligkeit empfinden lassen wie ihre Liebe zu Han.

„Hm", summte Han. Er warf ihr einen verschmitzten Blick zu. „Bist du sicher, dass ich mein Fenster für Sex verpasst habe?", fragte er und machte einen Schmollmund. Er versuchte, den Träger ihres Nachthemdes mit den Zähnen einzufangen und er kooperierte natürlich, indem er auf ihn zu glitt.

Leia gab vor, darüber nachdenken zu müssen. Sie war definitiv nicht zu müde. Kokett legte sie den Kopf schief.

„Gib mir kurz Zeit, um mich frischzumachen", meinte sie zurückhaltend.

Sie schlüpfte aus dem Bett und drückte den fest zusammengeknüllten Pullover an sich, damit Han ihn nicht bemerkte. Er schaute sie eifrig an und zog sich das Hemd über den Kopf. Dann drehte er sich zur Seite, ließ die Beine vom Bett baumeln und begann, seinen Gürtel zu öffnen. Leia ging ins Badezimmer, wo sie sich schnell von ihrer Unterwäsche und dem Nachthemd befreite, das eine so große Vorliebe für Han hatte.

Dann zog sie sich den Comic-Pullover über den Kopf, ordnete ihr Haar und biss sich auf die Lippe. Auf die dramatischste und verführerischste Art, die sie aufbringen konnte, verließ sie das Badezimmer, posierte für ihn und lehnte sich mit wiegenden Hüften gegen den Türrahmen.

„Oh, Haaan", trillerte sie, ein cineastisches Stereotyp, eine Sexbombe, eine –

Han drehte sich zu ihr um, die Hose halb heruntergezogen und ein Messer, das er gerade aus dem Halfter am Knöchel gezogen hatte, zwischen den Zähnen. Er kniff die Augen zusammen, erkannte, was sie da angezogen hatte, funkelte sie an und stolperte dann über seine Hose, was ihn zu Fall brachte.

Leia schlenderte um das Bett herum, um ihn besser sehen zu können. Er spuckte das Messer aus und starrte sie finster an, dann riss er sich die Hose von den Beinen, was ihn in seiner Boxershorts zurückließ.

„Zieh dieses Ding aus", verlangte er.

„Es gefällt mir."

Han stützte sich auf Hände und Knie und kroch auf sie zu. Spielerisch wich sie zurück.

„Ich denke, ich sollte es anlassen", schlug sie vor und zog die Augenbrauen hoch. „Du kannst mich gegen eine Wand drücken und es Prinzessin Leias Abenteuer nennen."

Han setzte sich auf.

„Wo zur Hölle sind meine Abenteuer?", knurrte er.

Leia trat näher und ließ fast zu, dass er sie einfing. Dann machte sie einen Satz um ihn herum, packte ihn bei den Schultern und beugte sich grinsend zu seinem Ohr hinab.

„Ich bin dein Abenteuer, Fliegerass", wisperte sie und hüpfte genauso schnell wieder von ihm weg, wobei sie mit den Hüften wackelte. „Du willst, dass ich es ausziehe? Dann komm und hol's dir."

Sie machte auf dem Absatz kehrt und stürmte aus dem Zimmer, und Han ergriff überrascht blinzelnd die Bettlaken, um sich daran hochzuziehen. Er rieb sich übers Gesicht und lachte heiser. Nach dem Krieg, mit einer freien, grenzenlosen Zukunft, die sich vor ihr erstreckte und mit so viel weniger Druck, der auf ihren Schultern lastete, war sie ein Abenteuer, mehr noch, als sie es während des Krieges gewesen war – und das wollte etwas heißen.

Er rannte hinter ihr her und genoss die Jagd umso mehr, weil sie nicht echt war, weil sie bereits ihm gehörte und ihre kommenden Abenteuer untrennbar miteinander verflochten waren.