Kapitel 5- Der erste Blick
Nach wenigen Augenblicken trafen die ersten Reiter am obersten Ring ein. Boromir bemerkte die verschiedenen Rüstungen. Manche hatten einen bronzenen Brust Panzer, andere hatten nur Bekleidung aus hellem Stoff und Leder. Die Reiter mussten von unterschiedlicher Herkunft sein, wie auch die Rüstungen die Hautfarben unterschiedlich waren. Einige waren größer als jeder Mann den Faramir kannte, andere hatten rot bemalte Gesichter und ähnelten jenen Haradrim Kriegern, welche Faramir von der Grenze kannte. Die Bewaffnung war bei jedem Krieger mit Edelsteinen besetzt und offensichtlich von großem Wert. Die Reiter waren ohne Zweifel keine gemeinen Kämpfer die die Dörfer Gondors überfielen, sondern Generäle oder zumindest höher gestellte.
In der Mitte kam ein kleinerer und zierlicher Reiter auf sie zu. Dieser fiel im Vergleich zu den massigen Kriegern regelrecht auf. Er trug ein helles Gewand welches aussah, als ob man es mehrmals um den Körper gewickelt hatte. Er trug eine enganliegende Kapuze und sein Gesicht war verhüllt. Lediglich die Augen konnte man musste der Anführer sein. Aber wo war die Prinzessin? Fragte sich Faramir. Boromir bemerkte nichts von den Gedanken seines Bruders , er war ganz und gar im Bann der fremden Südländer. Er sah die Waffen, die Rüstungen, die Größe und fragte sich sofort ob er es mit den bemalten Riesen aufnehmen könnte. Keiner der Reiter stieg ab.
Denethor war etwas verstimmt. Ein Herr Gondors wird von Pferden begrüßt. Jedoch verzog er keine Mine, zu wichtig war dieses Treffen. Sogar wichtiger als sein gekränkter stolz.
Malas ging ein paar Schritte in Richtung der Reiter, fiel vor dem von Faramir vermuteten Anführer auf die Knie und sprach schnelle Worte in einer Sprache die Faramir so fremd war, dass er anfangs dachte, Malas habe sich verschluckt.
Malas machte während seiner Rede mehrere Handbewegungen in Richtung Faramir und es fielen die Namen Denethor und Faramir.
Boromir war damit beschäftigt den Größten der Reiter zu mustern und sich vorzustellen, wie er den Riesen im Zweikampf besiegen würde, dass er Malas keine Beachtung schenkte.
Faramir sah den Reiter mit der hellen Kluft genauer an. Als er die Augen betrachtete und den Körper genauer ansah, fiel ihm auf, dass es sich um eine Frau handelte. Also muss dies die Prinzessin sein. Sofort scholt sich Faramir, es war eigentlich logisch dass die Prinzessin eine so gefährliche Reise nicht für Frauen typischen Kleidern machen würde, sondern sich unauffällig wie nur möglich kleiden wird. Diesen Gedanken hätte er eigentlich früher haben sollen.
Denethor war anscheinend sofort bewusst um wen es sich bei dem Reiter handelte und sprach bei der Erwähnung seines Namens ein paar begrüßende Worte die jedoch nicht dementiert wurden. Er wurde langsam ungeduldig. Die Reiter sind noch immer nicht von ihren Tieren gestiegen noch habe die Prinzessin es für nötig empfunden, ein Wort zu sagen. Malas fing wieder an in dieser fremden Sprache, die mehr Laute als Worte waren, auf das Gefolge einzureden.
Faramir, der links neben ihm stand, beobachtete die Prinzessin und erstarrte als sie ihn anblickte. Sie sah ihn mit einer Intensität an, dass er sich ungeschützt und sogar etwas albern vorkam, dass er sie so ungeniert angesehen hatte. Gleichzeitig konnte er jedoch nicht seinen Blick abwenden. Ihre Augen waren anders, als die von jenen Frauen, die er kannte. Sie waren schwarz umrandet und wirkten klug, anmutig und fremd. Trotz der Ähnlichkeit mit ihren Reitern konnte man deutlich erkennen, dass ihr Hautton wesentlich heller war. Faramir vermutete, dass Malas dies gemeint hatte als er großmütig behauptete dass „das Blut Numenor durch Saids Venen fließt".
Trotzdem war sie noch immer wesentlich dünkler als Faramir selbst. Die Prinzessin wendete ihr Pferd ohne ihren Blick von Faramir abzuwenden und ritt mit ihren Reitern davon.
