Hallo von mir :) Ich weiß, es hat ewig gedauert, aber hier ist das nächste Kapitel. Mittlerweile sind alle Kapitel geschrieben und werden im Laufe der nächsten Wochen veröffentlicht.

Kapitel 8 – 1982 – Der Ring

Am nächsten Morgen wunderte Hermine sich zuerst, wo sie aufgewacht war und warum ihr Kissen so dunkel war, bis sie erkannte, dass sie an Severus Schulter eingeschlafen war.

Ihr Begleiter war schon wach und sie befürchtete eine unangenehme Begrüßung, doch er schaute fokussiert in die Schwärze der U-Bahn-Station.

Bevor Hermine etwas sagen konnte, erschienen plötzlich die zwei Männer von gestern vor ihnen.

„So, ihr werdet verlegt", begann der eine gelangweilt.

„Los, steht auf!", fuhr der andere sie an.

Severus und Hermine standen langsam auf und rieben sich die Beine nach der kalten Nacht. „Wohin werden wir verlegt?", wollte sie dann wissen.

„In ein permanentes Gefängnis", sagte der zweite und richtete seinen Zauberstab auf die leuchtenden Gefängnisstäbe. Im nächsten Moment verloschen die Lichter und sie konnten aus ihrer kleinen Zelle heraustreten. „An eurer Stelle würd ich nix Komisches versuchen, ja? Ich bin nicht besonders zimperlich, einen Fluch auszusprechen."

Doch Hermine hatte ihren und Severus' Zauberstab in der hinteren Hosentasche des Mannes entdeckt. Wenn ich nur unauffällig hinter ihn greifen könnte, überlegte sie. Sie hätte sich am liebsten mit Severus beraten, aber wie sollte das möglich sein, ohne dass die anderen es bemerkten und ohne Zauberstab?

Glücklicherweise waren die beiden Männer anscheinend nicht die Hellsten und als sie für einen Moment nicht aufpasste, sah Hermine ihre Chance. Sie langte nach vorn, umfasste die beiden Zauberstäbe und noch als sie sie herauszog, dachte sie Stupor und der erste Mann ging zu Boden. Sie richtete sich nun an den zweiten Mann, doch der konnte gerade noch rechtzeitig seinen Schutzschild aufbauen, wodurch er nur um ein paar Meter nach hinten geschleudert, aber nicht ausgeknockt wurde.

Severus war sofort bei ihr und zog sie auf die Zuggleise und in den Tunnel hinein, während sie ihm seinen Zauberstab in die Hand drückte. Hinter sich konnten sie schon die wütenden Rufe des Mannes hören und schwere Schritte. Sie rannten und schossen Flüche hinter sich, als plötzlich ein lautes Geräusch aus dem Tunnel kam und weiße Lichter sie blendeten: eine U-Bahn.

Blitzschnell zog Severus sie zur Seite, als auch schon die Bahn an ihren vorbeirauschte.

Hermine hielt sich erschrocken an ihm fest, seine Arme um sie, und im nächsten Moment spürte sie, wie er mit ihr disapparierte.

Sie kamen in einem Wald heraus und erst jetzt im Tageslicht konnte sie erkennen, wie dicht sie beieinanderstanden, beide ein wenig außer Atem von ihrer hektischen Flucht.

Severus blickte ihr in die Augen und für einen Moment glaubte sie, er würde sie küssen, bis er sich jedoch räusperte und ihre Hände sanft von seinem Mantel befreite – sie hatte gar nicht gemerkt, dass sie sich daran festgekrallt hatte. „Wir sind sicher hier", sagte er, auch wenn er sich umschaute. Doch der Mann aus dem Tunnel schien ihnen nicht gefolgt zu sein. „Aber wir sollten schnell den Ring finden."

Hermine nickte und ignorierte Severus' Nähe – sie hatten Wichtigeres zu tun.

Severus führte sie weiter durch den Wald, bis sie an eine Lichtung kamen, auf der ein großer Findling umgeben von kleineren stand.

„Das ist der große Stein", sagte Hermine und Severus nickte.

„Dort irgendwo muss der Ring vergraben sein, ob nur durch Erde oder auch Magie kann ich nicht sagen, aber wir sollten vorsichtig sein."

Während er, den Zauberstab gestreckt, auf der einen Seite des Findlings suchte, tat Hermine dies auf der anderen. Der Stein war so groß, dass Severus für sie hinter ihm verschwand, was ihr nicht behagte, aber wenigstens konnte sie seine Schritte noch hören. Sie blickte auf die feine Musterung des Steins: unzählige kleine Adern in allen Farben durchzogen den grauen, groben Stein und sie fragte sich, wie weit dieser Stein wohl in der letzten Eiszeit von einer Muräne weggetragen worden war. Sie sprach verschiedene Zauber aus, die ihr Magie aufzeigen sollten, und als keiner anschlug, begann sie, die Erde unter dem Stein aufzuwühlen.

„Ich hab ihn!", rief Severus da und Hermine lief zu ihm. In seiner Hand hielt er den Ring.

Gerade als sie fragen wollte, wie es nun weiterging, knallte es vier Mal laut und um sie herum standen vier Todesser in langen, schwarzen Mänteln, die Gesichter hinter den silbernen Masken versteckt.

Blitzartig zog Severus Hermine hinter sich und beide richteten ihre Zauberstäbe auf die Ankömmlinge, als auch schon der erste Fluch auf sie geschleudert wurde.

Hermine wünschte, sie hätten ein wenig Deckung, aber der riesige Stein konnte ihnen zumindest den Rücken freihalten. Zusammen wehrten sie die Flüche der Todesser ab und schleuderten ihre eigenen und sie war sehr froh, dass Severus wie sie keinen einzigen grünen abfeuerte. Dass sie ein gutes Team waren, wurde eindeutig, als alle vier Todesser reglos am Boden lagen – eine Mischung aus Petrificus Totalus und Stupor.

Hermine wirbelte herum und versuchte, weitere Feinde ausfindig zu machen, aber sie schienen allein zu sein.

Severus ging währenddessen zu den Todessern und richtete seinen Zauberstab auf den ersten.

„Was hast du vor?" fragte sie und klang erschrocken.

„Ihre Erinnerung dieser Szene löschen", erwiderte er ruhig und sein Zauberstab begann mit dem weißen Schein von Obliviate zu leuchten. „Ich weiß sonst nicht genau, wie ich diese Szene vor dem Dunklen Lord geheim halten soll."

Hermine nickte. Die Vorstellung, dass dieser junge Snape schon solche Gefahren auf sich nahm, behagte ihr nicht.

Als Severus fertig war, kam er zu ihr. „Du zitterst ja."

Sie zuckte mit den Schultern. „Ich zittere immer nach einem Kampf. Wenn er vorbei ist und alles gut gegangen ist. Es ist doch vorbei, oder?"

„Ich denke schon", sagte er und legte seinen Arm um ihre Schultern. „Lass uns nach Hause gehen."

Sie schmiegte ihren Kopf an ihn und er disapparierte sie beide an die Grenze zu Hogwarts. Als sie ankamen, ließ er sie jedoch nicht los und sie umarmte ihn fest. „Ich bin froh, dass du bei mir bist", sagte sie leise.

Er legte seinen Kopf auf ihren und küsste sanft ihre Stirn.