Kapitel 9 – Oktober 1982 – Das Ende der Mission

Sie gingen sogleich zu Dumbledores Büro, um den Ring abzuliefern, obwohl sie lieber ins Bett gefallen und drei Tage geschlafen hätten – nach einer ordentlichen Dusche natürlich.

„Severus! Miss Granger!", rief der Schulleiter, als die beiden sein Büro betraten. „Geht es euch gut? War die Mission erfolgreich?"

Severus übergab Dumbledore den Ring und als sich alle gesetzt hatten, erzählten er und Hermine ihre Geschichte der letzten Tage.

„Ich bin so froh, dass ihr es geschafft habt", sagte Dumbledore zum Schluss. „Und freue mich, dass ihr so ein gutes Team wart."

Hermine schenkte Severus ein Lächeln, das dieser kurz erwiderte.

„Gut", meinte Dumbledore schließlich und wandte sich an Hermine, „dann kann ich Sie ja wieder nach Hause schicken."

Sie sah ihn entsetzt an, denn sie hatte nicht damit gerechnet, sofort aufbrechen zu müssen.

„Aber vielleicht sollte ich Sie erst morgen zurückschicken", fuhr Dumbledore fort, „damit mein zukünftiges Ich sich keine Sorgen machen muss." Er musterte Hermines dreckige Kleidung und zerzauste Haare.

„Aber-" Hermine wollte in ihre Zeit zurück, musste zurück. Ihr Blick fiel auf Severus. „Aber so bald schon? Kann ich nicht bitte noch einen Tag länger bleiben? Schließlich ist morgen Halloween."

Dumbledore lächelte. „Aber natürlich. Sie sind herzlich eingeladen, morgen Abend beim Fest in der Großen Halle und der anschließenden Feier im Lehrerzimmer dabei zu sein."

„Ich danke Ihnen", sagte Hermine.

„Sie kann doch sicherlich weiter bei dir übernachten, oder Severus?"

Severus nickte nur, sein Gesicht bleicher als gewöhnlich.

„Sehr schön", rief Dumbledore. „Dann erholt euch jetzt erst einmal."

Auf dem Weg zu Severus Wohnung schwiegen beide, aber nur teilweise wegen der Anstrengung der letzten Tage. Hermine konnte spüren, dass Severus tief in Gedanken war, und wollte ihn nicht stören.

In der Wohnung überließ er ihr zuerst das Bad und sie duschte heiß, während das warme Wasser all den Stress ihrer Mission fortwusch. Sie schlüpfte in ihr Nachtzeug und huschte ins Wohnzimmer.

Severus saß vor dem Kamin und starrte in die Flammen.

„Das Bad ist frei", sagte sie sanft.

Er nickte nur und ging wortlos.

Hermine seufzte, holte sich ein Buch aus ihrer Tasche und kuschelte sich unter eine Decke aufs Sofa.

Als Severus wieder aus dem Bad kam, hingen seine schwarzen Haare herunter und tropften noch ein wenig an den Spitzen.

Sie musste ihr Lächeln verstecken. In den letzten Tagen war er ihr wirklich ans Herz gewachsen.

„Darf ich mich zu dir setzten?", fragte er dann und Hermine machte ihm Platz unter der Decke. Sie legte ihr Buch zur Seite und nun sahen sie gemeinsam ins Feuer.

„Alles in Ordnung bei dir?", fragte sie irgendwann leise.

„Nur müde", erwiderte er und sie wusste, dass er log, aber wollte ihn nicht drängen.

Irgendwann wurde sie schläfrig und rutsche näher an ihn und legte ihren Kopf auf seine Schulter. Nach allem, was sie zusammen erlebt hatten, waren sie automatisch Freunde geworden – wie damals mit Harry, Ron und dem Troll – und Freunde spendeten sich Trost, auch wenn er wortlos war.

Er sagte nichts zu dieser Nähe, sondern legte schließlich seinen Arm um sie, damit sie besser liegen konnte.

Hermine lächelte und schmiegte sich an ihn. Und während sie weiter darüber grübelte, was ihn bedrücken konnte, und eingehüllt in seinen Duft nach Kräutern, schlief sie ein.