Kapitel fünf

Hermine kehrte zu ihrer Wohnung zurück und konzentrierte sich auf die gedanklichen Schutzzauber. Sie hatte gerade Dumbledore getroffen, ihm Bericht erstattet und über jedes Detail gesprochen – sie konnte sich nicht entscheiden, ob er die Details wollte, weil er dachte, dass es ihr helfen würde, mit all dem umzugehen oder, ob er sicher gehen wollte, dass sie ihm nichts verheimlichte. Alle diese Berichte brachten sie dazu, dass sie sich in ihrem Schlafzimmer einschließen und schreien wollte.

Der schlimmste Teil war, dass er sie absichtlich dazu bewegt hatte. Sie tat das jetzt schon seit Monaten; er hatte gewusst, was aus ihr werden würde, bevor er sie zurückschickte. Was auch immer er beim ersten Mal davon gehalten hatte, als sie in sein Büro zurückgesprungen war oder als sie ihm den ausgefüllten Terminkalender gegeben hatte, das war das Ergebnis und er hatte nie geschwankt.

Nachts, wenn sie ihre Okklumentikschilde fallen ließ, wenn sie wusste, dass die Nachbarn sie nicht hören würden, da sie zu viele Schutzzauber um ihr Schlafzimmer gelegt hatte, weinte sie deswegen und schrie wegen der Ungerechtigkeit und sie wartete auf die einbrechende Morgendämmerung, die ihr mehr davon bringen würde.

Sie blieb stehen, als sie die Wohnung betrat und bemerkte, dass Snape auf dem Küchentisch lag. Auf dem Boden war Blut verschmiert, wahrscheinlich wegen des Falls und ein verwischter Handabdruck (der natürlich auch blutig war) auf der Arbeitsplatte, wo er sich wieder hochgezogen hatte.

Einen Moment der Panik, der schnell unterdrückt war.

„Professor Snape?"

Er stöhnte und zuckte, antwortete aber sonst nicht. Das nähere seiner Beine war vom Oberschenkel abwärts voller Blut und als sie die Küche betrat, konnte sie sehen, dass ein großes Stück über seinem Knie nur noch rotes Fleisch war.

„Was ist passiert?", fragte sie, ließ ihre Sachen auf die Theke neben der Spüle fallen und zog ihren Zauberstab aus seiner Scheide von ihrem linken Arm.

„Ich habe es gestaut", presste Snape mit geschlossenen Zähnen hervor und zeigte auf seinen Oberschenkel.

Hermine stellte sich an seine Seite, schnippte mit dem Zauberstab, um die Stühle aus ihrem Weg zu räumen. Sie sah sich seinen Oberschenkel an und beschwor Verbandsmull herauf, um etwas von dem Blut um die Wunde herum abzutupfen. Sie konnte den Knochen durch das zerrissene Fleisch sehen. Snape hatte das magische Äquivalent von einem Druckverband verwendet und der bläulichen Ablagerung nach zu urteilen, eine Paste angewendet, um die Stelle zu betäuben, aber sonst nichts weiter. Sie begann im Flüsterton zu fluchen, als sie die Stauung entfernte und ihn richtig versorgte.

„Ausdrucksweise, Granger", murmelte er. Sie konnte nicht sagen, ob er versuchte lustig zu sein, oder ob er im Delirium war.

Es dauerte zwanzig Minuten sorgfältig Schicht für Schicht zu erneuern. Fleisch und Muskeln und Sehnen, Venen und Arterien. Zuletzt die Haut. Sie verwendete eine Pipette, um Diptam-Essenz aufzutragen. Es würde vernarben, aber nicht stark. Und der ganze Oberschenkel würde tagelang wehtun, aber dann wäre es vorbei.

Sie verließ ihn, damit er mit einem Blutbildenden Trank in seiner Hand wieder zu Atem kam, und wandte sich ihren Sachen bei der Spüle zu.

Dumbeldore hatte sie zu einem Beamten, der in der Abteilung für Magisches Transportwesen im Ministerium arbeitete und erst kürzlich sein Mal bekommen hatte, geschickt. Sie hatte nicht den Todesfluch verwendet; das war nicht ihre Art. Sie benutzte den Käsedraht und das Messer, das mit ihrem Zauberstab in die Scheide passte. Beide waren blutig und mussten gesäubert werden. Sie musste sich auch gründlich duschen, aber das konnte warten. Dieses Mal war sie nicht allzu stark verletzt worden; sie würde blaue Flecken bekommen und da waren ein paar Kratzer, die geheilt werden müssten, aber die zählten kaum.

Es wäre am Morgen wahrscheinlich in den Zeitungen.

So akribisch, wie sie Snape geheilt hatte, säuberte Hermine ihre Ausrüstung. Dumbledore könnte ihr in fünf Minuten einen neuen Namen schicken oder es würden Wochen vergehen, bevor er ihr den Zettel mit einem Namen und einer Adresse gab. So oder so, sie musste bereit sein.

Der Putzlappen war sofort rot, als sie mit dem Draht begann. Sie wischte ihn ab, spülte den Lappen aus und wiederholte den Vorgang. Als er sauber war, nahm sie den Lederbeutel, in dem sie ihn aufbewahrte, von ihrem Gürtel und reinigte diesen auch. Sie trocknete beides mit einem ungesagten, zauberstablosen Zauber und rollte den Draht so auf, dass die kleinen hölzernen Griffe an beiden Enden zusammen waren und packte ihre Garotte in den Beutel.

Danach war das Messer an der Reihe. Sie nahm die Scheide von ihrem Arm ab und legte ihren Zauberstab neben die Spüle. Das Messer wurde nicht so oft verwendet, aber heute Nacht hatte sie es blutig gemacht. Er hatte sich aus ihrem Griff gewandt und sie hatte das Messer in seinen Rücken geworfen, um ihn wieder unter Kontrolle zu bekommen, bevor sie seine Kehle mit dem Käsedraht öffnete. Sie säuberte es und die Scheide, schärfte dann das Messer auf dem kleinen Schleifstein, den sie in ihrer Ausrüstung aufbewahrte, bevor sie alles wegpackte und die Scheide mit dem Messer und dem Zauberstab wieder um ihren Arm festmachte.

„Du bist es", sagte Snape vom Küchentisch. Sie zuckte beinahe zurück, da sie vergessen hatte, dass er noch da war. Stattdessen verwandelte sie das Zucken in ein Schulterzucken. „Der Dunkle Lord nennt dich Dumbledores Drachen."

„Drachen?", fragte sie skeptisch. Obwohl es passte.

„Die Ziele sind unfassbar verbrannt, das gesamte Haus ist präzise ausgelöscht." Die Worte waren nicht barsch gesagt, aber Hermine zuckte trotzdem zusammen. Sie mochte es nicht, das zu tun, aber Dumbledore sagte, dass sie es tun sollte, also tat sie es. „Bei den ersten paar haben sie versucht die Leute zu finden, aufzuspüren wohin sie auch immer gegangen waren, da es keine Leichen im Feuer gab."

„Nur Asche."

„Nur Asche", wiederholte er. Sie wollte ihn ansehen, sein Gesicht sehen, aber sie hatte Angst, dass ihre Gedanken zu ihm durchsickern könnten, wie es beim letzten Mal passiert war, als sie so wie jetzt geredet hatten.

„Sie sterben vor dem Feuer", sagte sie und war sich nicht ganz sicher, warum sie das sagte. Er hatte nicht gefragt. Sie schuldete ihm nicht die Geschichte oder einen Bericht. Es war allerdings wie, als sie ihm von den Kämpfen erzählt hatte. Sie hatte das nicht gemusst. Es gab keinen Grund dafür; er hatte sowieso das meiste davon erraten. Zugegeben, etwas von dem hatte sie ihm erzählt, um seine Reaktion zu sehen und sein Vertrauen zu gewinnen (Dumbledore hatte sie zusammengeworfen und angenommen, dass es funktionieren würde; sie wusste, dass Snape nicht erlauben würde, dass sie sich um ihn kümmerte, bis er wusste, dass sie etwas taugte); aber sie konnte auch nicht aufhören, nachdem sie angefangen hatte. „Wir müssen absolut sicher sein, dass sie sterben und nicht vom Feuer wegapparieren oder einen Portschlüssel oder das Flohnetzwerk benutzen."

„Das ergibt Sinn."

Sie drehte sich auf der Ferse zu ihm um und starrte ihn zornig an. Nichts davon ergab Sinn. Dumbledore müsste eigentlich der Anführer des Widerstands sein, der Anführer der „Guten". Er sollte nicht jemanden entsenden, um Leute, selbst die „Bösen", in ihren Wohnungen zu töten, wo sie dachten, dass sie sicher wären.

„Ich töte sie und dann verbrenne ich ihre Häuser mit ihnen, bevor ihre Leichen sich abkühlen können. Wenn das Feuer fertig ist, gibt es keine Beweise, nichts bleibt übrig", sagte Hermine monoton. „Wie du gesagt hast, ich lösche sie aus."

Sie wusste nicht, was Snape sagen würde. Er saß auf dem Tisch, sein verletzter Oberschenkel war über die ganze Länge ausgestreckt und er holte gerade Luft, um etwas zu sagen, als Dumbledore durch die Tür trat. Die beiden erstarrten wie Kinder, die dabei erwischt wurden, wie sie Süßigkeiten in ihre Schlafzimmer schmuggelten.

„Schulleiter", sagte sie schließlich, nickte ihm zu und fragte sich, was zur Hölle er in ihrer Wohnung tat, obwohl sie ihn vor noch nicht mal einer Stunde in Hogwarts getroffen hatte.

„Hermine, Severus", sagte Dumbledore und nickte ihnen zu. Er lächelte nicht und zwinkerte ihnen auch nicht zu und das war vielsagend. „Ich bin froh, dass ihr beide hier seid. Ich habe gerade eben erst erfahren, dass du das Schloss verlassen hast, Severus. Ich habe mir Sorgen gemacht."

„Nicht notwendig, Schulleiter", sagte Snape ausdruckslos. Hermine zeigte vorsichtig keine Reaktion; in der Ausdruckslosigkeit war genauso viel Stellungnahme, wie in der Abwesenheit des Zwinkerns vom Schulleiter. „Die Heilerin, die du bereitgestellt hast, hat mich verarztet."

Sie besah sich seinen Oberschenkel und bemerkte die neue rosane Haut, wo sie vorher noch roh gewesen war. Sie fühlte sich beinahe beleidigt - ‚die Heilerin, die du bereitgestellt hast'. Arschloch, schimpfte sie in Gedanken und wandte den Blick von ihnen ab, damit sie nicht ungewollt ihre Gedanken mit ihnen teilte. Ich würde gerne sehen, wie du es besser machst. Verdammt, ich würde gerne sehen, wie duirgendjemandfindest, der es besser machen kann.

Seitdem er herausgefunden hatte, wer sie war, hatte er sich zwischen auf sie herabzusehen, sie zu ignorieren und faszinierende Konversationen mit ihr zu betreiben abgewechselt. Es war, als wenn man versuchte mit einem Wirbelsturm zu reden – im einen Moment wurde man in eine Richtung getrieben, in die nächste hineingesaugt und ständig taumelte sie durch die Gegend. Sie fragte sich, ob er nur nicht wusste, wie er mit ihr reden sollte, weil im Schloss eine jüngere Version von ihr wartete oder, ob er einfach so war. Er war immer gereizt gewesen.

Der Schulleiter nickte weise und blickte von einem zum anderen. Hermine bekam Bauschmerzen und ein vertrauter Schrecken schlich sich an sie heran.

„Hermine", sagte er schließlich, beschwor sich einen Plüschsessel herauf und machte es sich bequem. „Wenn ich von dir verlangen würde, mich zu töten, wie würdest du es machen?"

„Sir?"

„Wie würdest du es machen?" Er sah sie über seine verschränkten Finger an und sein Blick war todernst. Snape befand sich am Rand ihres Blickfeldes und war genauso ruhig. Er hatte sich von dem Platz auf dem Küchentisch nicht wegbewegt.

„Ich würde nichts tun", sagte sie. Der Schulleiter öffnete seinen Mund, um zu sprechen, um wegen ihrer Nichtantwort zu protestieren, aber sie hob ihre Hand. „Du wirst es verstehen bevor das Jahr vorbei ist, Sir. Aber, wenn du mich bitten würdest, dich zu töten, wäre alles, was ich tun würde, tatenlos zuzusehen und dich sterben zu lassen. Ich würde nichts tun."

Dumbledore nickte weise, als hätte sie ein arithmantisches Puzzle besonders gut gelöst. „Und du selbst?"

Sie senkte ihren Blick, antwortete dennoch. „Ich würde den Vielsafttrank nehmen und als Harry Potter zum Herrenhaus der Malfoys gehen. Sie würden mich zu Voldemort bringen und er würde das Töten für mich übernehmen." Sie zwang sich dazu ihre Fäuste zu öffnen. „Das würde Harry Zeit verschaffen." Sie konnte ihnen noch nicht sagen, wofür Harry die Zeit brauchen würde, weil Dumbledore noch nicht verflucht worden war. Er hatte die Horkruxe noch nicht bestätigt.

„Und Severus? Wie würdest du ihn töten?"

Sie blinzelte. Ihr Gehirn lieferte ihr mehrere Möglichkeiten – Dämonsfeuer, den Todesfluch, ihr Messer – aber keine davon würde ihn nur töten. Er war überragend, er würde sich verteidigen und es würde nicht sauber vonstatten gehen.

„Ich würde mich vergiften", sagte sie und verstärkte ihre Okklumentik. Sie wollte keine weiteren Lecks, besonders nicht jetzt. Nicht, wenn ihr Bewusstsein so heftig gegen dieses Gedankenspiel rebellierte. Es war lange her, seit es sich geäußert hatte und es war noch länger her, seit sie sich darauf hatte konzentrieren müssen, es zu unterdrücken. „Und wenn er mit dem Gegengift zu mir kommen würde, würde ich seine Kehle öffnen."

Die Stille hing wie Nebel im Raum und machte die Luft auch dick. Hermine wollte dringend alleine hinter ihren Schutzzaubern sein. Sie musste schreien.

„Worauf willst du hinaus?", knurrte Snape vom Tisch aus. Dumbledore lenkte seine Aufmerksamkeit von Hermine zu Snape und lächelte wohlwollend.

„Du hast dich darüber beschwert, dass sie dafür nicht die Richtige ist. Dass sie hierin nicht deine Heilerin sein könnte."

Hermine beobachtete, wie sich Snapes Kiefer bewegten, während er mit den Zähnen knirschte. Er zeigte seine Gedanken nicht, aber sie wusste, dass er dachte, dass Dumbledore seine Worte verdrehte. Vielleicht verdrehte er sie nicht zu stark, aber er drehte das, was er gesagt hatte so, dass es in einem anderen Licht erschien.

„Schulleiter–", begann Snape, aber Dumbledore hob eine Hand.

„Ich möchte nichts mehr davon hören, das ist es, was ich meine, Severus. Sie ist die Richtige dafür."

Weil du mich zu der Richtigen dafür gemacht hast, dachte sie und war froh, dass sie ihre Schilde bereits verstärkt hatte. Keiner der beiden Männer in ihrer Wohnung bemerkte, dass sie einen inneren Nervenzusammenbruch hatte.

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Hermine hatte begonnen, sich auf ihre zufälligen Treffen mit Snape zu freuen. Wenn er nicht so tat, als würde sie nicht existieren, konnte man gut mit ihm reden. Es war eine wunderbare Neuheit, dass sie ihm nur die Punkte A und B erklären musste und er dann die Verbindung bis Punkt Z selbst herstellen konnte; das machte ihre Unterhaltungen viel schneller.

Sie verbrachten vier Stunden nach dem letzten Treffen in der Bibliothek im Grimmauld Platz, schoben sich Bücher zu und stritten sich nicht wirklich über die Auswirkungen von Höhenlagen beim Zaubertrankbrauen. Sie hatte die arithmantische Theorie auf ihrer Seite. Er hatte lebensnahe Erfahrungen. Sie kannten sich beide gut genug in der Familienbibliothek der Blacks aus, um zu wissen, wo die Bücher standen, die ihre Standpunkte untermauerten und sie hatten sie herausgesucht und sie bei einigen Gelegenheiten förmlich ins Gesicht des anderen geworfen.

Der Streit hatte erst geendet, als sie bemerkten, dass sie sich gegenseitig zustimmten. Keiner von ihnen bestritt den Standpunkt, den sie zu Beginn gehabt hatten und es war wirklich eine Frage der Semantik geworden. Sie sahen sich in der Bibliothek um, besahen die Unordnung – Pergamentstücke voller arithmantischer Gleichungen, Schichten von verworfenen Referenzen und ein zweckdienliches kleines Papier, welches die Topographie der Erde und die Atmosphärenschichten darstellte – und brachten alles wieder verlegen in Ordnung.

Es war wundervoll jemanden zu haben, mit dem sie über diese Dinge reden konnte. (Oder jemanden, den sie, wie die Dinge lagen, deswegen anschreien konnte.) Eine stimulierende intellektuelle Konversation. Sie hatte das vermisst. Sie war so in der akademischen Welt versunken gewesen – zuerst in Frankreich, dann in Salem und dann in Alexandria – dass sie nicht erkannt hatte, was sie gehabt hatte, bis sie die Gelegenheit hatte, es zu vermissen. Es hatte Diskussionen über Zaubertranktheorie gebraucht, um sie daran zu erinnern.

Du liegst immer noch falsch, was den Satz des Ruiz betrifft, sagte sie in Gedanken zu ihm, als sich ihre Blicke flüchtig trafen und sie war sich nicht sicher, ob er sie gehört hatte oder nicht. Er antwortete nicht. Er sah sie noch nicht mal mit hochgezogener Augenbraue an. Natürlich schenkte er dem Treffen seine Aufmerksamkeit, wie sie es auch tun sollte.

Sie waren wieder beim Feuer und standen jeweils an einer Seite des Kamins. Sie waren die Außenseiter des Ordens. Er war der nicht vertrauenswürdige Slytherinspion und sie war immer noch mehr oder weniger unbekannt. Niemand war mit ihr zur Schule gegangen, niemand hatte mit ihr gearbeitet. Ein paar von ihnen hatten von ihrer Kompetenz als Heilerin profitieren können, aber das schien nur zu bedeuten, dass sie ihr gegenüber nicht, wie ihm gegenüber, feindselig waren. Dass sie so freundlich mit Snape erschien, brachte ihr auch keine anderen Punkte ein, aber sie würde Gespräche mit ihm gegenüber Gesprächen mit ihnen jeden Tag vorziehen.

Moody schimpfte weiter über die Wachablösung in der Mysteriumsabteilung und ihr Blick fiel auf Snape.

Tue ich nicht.

Sie biss sich stark auf die Lippe, um sich davon abzuhalten, laut loszulachen.


Severus wachte mit ihrer Hand auf seinem Kopf auf. Es war überwältigend beruhigend und er vermutete, dass sie keine Ahnung davon hatte.

Seine Eltern hatten nicht viel von Berührungen gehalten. (Außer den gelegentlichen Schlägen von seinem Vater.) Er wurde ab und zu flüchtig umarmt, mehr nicht. Und Horace Slughorn war sein Hauslehrer gewesen und hatte einen Hang dazu, herzhaft auf die Schulterblätter zu klopfen. Jedoch nur bei seinen Lieblingen und Severus war nie ein Liebling gewesen. Pomona Sprout tätschelte hin und wieder, seitdem er elf Jahre alt war und sie gesehen hatte, dass er Trost brauchte, seine Hand und fuhr damit während seiner Tage als Lehrer fort. Minerva drückte gelegentlich seine Schulter. Poppy konnte weiterhin für das gelegentliche Drücken seines Oberarms oder einen Klaps auf sein Knie aufgezählt werden, wenn sie mit einer Untersuchung fertig war. Er war total überwältigt von den begeisterten Umarmungen von Draco gewesen, als dieser noch ein Kleinkind gewesen war, aber diese waren lange bevor der Junge nach Hogwarts gekommen war auf der Strecke geblieben.

Und dann kam Hermine Granger, die Ältere.

Er hatte sie mit ihren Freunden als Schülerin gesehen. Sie umarmte und wurde umarmt und sie war dafür bekannt, dass sie ihre Arme um ihre zwei besten Freunde legte, während sie nach Hogsmead gingen oder wieder zurückkamen. Dennoch schien sie keinen Hang zu beiläufigen Berührungen außerhalb dieses inneren Kreises zu haben. Sie schlenderte nicht mit dem Arm um Ginnys Taille durch die Gegend oder Arm in Arm mit Luna Lovegood, welche, soweit er wusste, ihre einzigen Freundinnen waren.

Aber nun schien er in dieselbe Kategorie wie Weasley und Potter gefallen zu sein. Sie hatte vor ein paar Tagen ihren Ellenbogen gegen seinen geschlagen und er hatte angefangen zu bemerken, wie oft sie ihn berührte, wenn sie es nicht tun musste. Eine Hand die irgendwo seinen Arm entlangfuhr, wenn sie an ihm vorbeilief. Ihr Knie, was gegen seins stieß. Die Art, wie sie immer mit ihren Fingerspitzen das Geheilte überprüfte, wenn sie fertig war. Eine sanfte Berührung auf empfindlicher neuer Haut.

Und das war das dritte Mal, dass er aus einem magisch herbeigerufenen Schlaf erwachte und ihre Hand in seinem Haar war. Ihre Fingerspitzen strichen, leicht wie eine Feder, über seine Kopfhaut. Ihre warme Hand berührte seinen Schädel. Sie strich mit ihrer Hand über seinen Kopf, zog ihre Finger dann behutsam durch sein Haar und holte ihre Hand dann wieder nach oben, um von vorne zu beginnen.

Es war ein angenehmer, beruhigender Vorgang. Nichts konnte im Leben schief laufen, wenn er die Hand einer Frau auf seinem Kopf hatte. Als er in einen natürlichen, erholsamen Schlaf glitt, fragte er sich, ob die andere Hand ein Buch hielt.

\\

Zwei Tage später streiften dieselben Finger, die erst kürzlich in seinem Haar gewesen waren, seine Hand, als Hermine Granger, die Jüngere, ihm den Trank übergab, den sie an diesem Tag gebraut hatten. Ihre Hand schnellte zurück, als hätte sie sich verbrannt, und sie eilte davon, bevor der schmierige Schwachkopf sie tadeln konnte, weil sie ihn berührt hatte.

Sein Blick verfinsterte sich und er konzentrierte sich auf die Sammlung von Phiolen, die vor ihm standen, um seine Selbstbeobachtung zu verstecken. Er wusste Dinge über diese bestimmte Schülerin, die ein Lehrer nicht wissen sollte. Verdammt, er wusste Dinge über sie, die nicht mal sie jetzt wusste.

Er wusste, dass sie ihre Eltern vermisste, aber sie vermisste ihre Hauslehrerin mehr; er hatte teilweise geschriebene Briefe an sie alle drei gefunden. Er wusste, dass sie sich an einem entspannten Abend (wie, als er gezwungen war stundenlang still an ihrem Küchentisch zu sitzen, während ein Schlauch in seinem Knie steckte, damit überschüssige Flüssigkeiten, die von einem Fluch verschuldet waren, abfließen konnten) ein Glas süßen Dessertwein einschenkte und stundenlang daran nippte, während sie kochte und zu Abend aß. Er wusste, dass sie Odgens hinunterkippte, bis sie wie betäubt war und am nächsten Morgen seinen modifizierten Ausnüchterungstrank hinterherschickte, der potentielle Leberprobleme, genauso wie Kater, behandelte, wenn ihre Arbeit sie nicht so sehr erschöpfte, dass sie vor Mitternacht einschlief. Er wusste auch, dass sie Geheimnisse vor Dumbledore hatte, obwohl er bis jetzt noch nicht ganz herausgefunden hatte, was sie waren.

Es war so eine merkwürdige Dynamik. Er war sich nie sicher, wie er sich in ihrer Gegenwart verhalten oder was er sagen sollte. Oder zumindest war es so, wenn er nicht blutete – die eindeutige Handlung war dann, den blutenden Teil von sich zu zeigen und still zu halten, wenn sie es wieder in Ordnung brachte. Und einmal hatten sie begonnen zu reden, damit fortzufahren war nicht so schwer. Es war zu einfach zu vergessen, dass Hermine Granger, die Ältere, auch Hermine Granger, die Jüngere, war. Es war zu einfach zu vergessen, dass Hermine Granger, die Jüngere, nicht Hermine Granger, die Ältere, war.

Verfluchter Dumbledore. Als wenn mein Leben nicht schon kompliziert genug wäre, ohne Granger ständig im Kopf zu haben.

Die Jüngere widerte ihn an. Sie vibrierte vor jugendlicher Energie, die Begeisterung der Naiven. Sie sprang durch die Schule, ging selbstbewusst ihren Pflichten als Vertrauensschülerin nach, drängte ihre Freunde dazu zu lernen und war sauer auf diesen blöden Jungen, wenn niemand hinsah. Die Ältere faszinierte ihn und das war der Grund, warum er sie immer sah, wenn die Jüngere dachte, dass niemand hinsah. Er sah hin.


Hermine hatte das Treffen, das sie an ihrem ersten Hogsmeade Wochenende des Schuljahres im Eberkopf veranstaltet hatte völlig vergessen. Sie erinnerte sich gut an die D.A., aber es waren Jahre vergangen, seitdem sie daran gedacht hatte.

In der Toilette der Drei Besen richtete sie ihren Zauberstab auf ihr Gesicht und erstellte sich eine schnelle Tarnung. Eine längere Nase, dickere Lippen und etwas zu viel Make-up um ihre Augen herum. Sie brachte hohe Absätze an ihre Stiefel an. Ihre Roben würden den Rest tun; als Schülerin hatte sie immer Muggelkleidung in Hogsmeade getragen.

Alles was sie vorgehabt hatte, war die zweite Hälfte der Zaubertrankzutaten für den Orden zu bestellen – sie teilten das Kaufen der Zutaten vorsichtig zwischen zwei oder mehr Apotheken auf – und etwas zu Mittag zu essen. Sie wäre jedoch beinahe gegen Blaise Zabinis Rücken gerannt, als sie das Wirtshaus betreten hatte. Sie war zu den Toiletten davongeflitzt, bevor er oder die Slytherins, die bei ihm waren, sie erkennen konnten.

Sie hatte es aufgegeben, in den Drei Besen zu Mittag zu essen und überlegte, ob sie in den Tropfenden Kessel gehen sollte oder sich etwas zum Mitnehmen holen sollte (obwohl der Tropfende Kessel wegen der bloßen Tatsache gewann, dass sie ihre Kleidung nicht wechseln musste), als sie bemerkte, dass sich das Wirtshaus mit Schülern und nicht wenigen Lehrern zur Begleitung gefüllt hatte. Es war ein trister Tag und sie verübelte ihnen nicht, dass sie ihm zumindest für ein Butterbier entflohen.

Snape stand am Tisch von Slytherins, seine Schultern waren entspannt. Die Schüler ihrerseits sahen ihn alle ein wenig zu erwartungsvoll an. Sie hingen alle an seinen Lippen wie gute Arschkriecher. Hermine schmunzelte und beschwor sich einen Schal herauf, um ihn um ihren Hals zu wickeln und streifte Snapes Gedanken mit ihren eigenen zur Begrüßung ohne darüber nachzudenken und schalt sich sofort dafür. Er zuckte überrascht zusammen – oder zumindest war es ein Zusammenzucken für ihn; es war wirklich kaum mehr als ein Zucken. Allerdings hatte sie schon genug Zeit mit ihm verbracht, um es zu bemerken.

Sie lief zur Tür. Der Idiot hinter der Ladentheke in der Apotheke würde ihre Bestellung inzwischen verpackt haben und sie würde die kleine Stadt verlassen.

„Es tut mir Leid", sagte sie, als er sie eine Ladenfront von den Drei Besen entfernt einholte. „Alte Gewohnheit. Ich hatte nicht beabsichtigt, dich zu erschrecken."

„Ich weiß", sagte er überraschend freundlich. Er nahm ihre Hand und hakte sie an seinem Arm ein, so dass sie zusammen die Straße entlangliefen. „Du siehst nebenbei bemerkt lächerlich aus."

„Ich bin in Panik geraten", sagte sie. Sie wusste, dass sie es übertrieben hatte. „Allerdings ist es besser lächerlich auszusehen, als erkannt zu werden. Ich habe vergessen, dass heute das Hogsmeade-Wochenende ist."

„Oh, das wäre herrlich", sagte er trocken. Sie sah zu ihm nach oben und hob eine Augenbraue. „In der Lage zu sein, vergessen zu können, wann ein Wochenende von Schülern überragt wird, die Amok laufen."

Sie kicherte und sie liefen still weiter. Sie zogen einige Blicke von Passanten auf sich, aber sie konnte sich nicht entscheiden, ob es wegen dem reizbaren Professor Snape war, der mit jemandem die Straße entlanglief oder nicht.

„Und wo ist Ihr junges Gegenstück diesen Nachmittag?", fragte er nach einer Weile. Er hatte die Straße hoch- und runtergeblickt und seine suchenden Augen fanden die Hogwartsschüler, die gerade ihren Unfug in der Stadt trieben.

„Ah", sagte sie und ihr permanentes Grinsen wurde zu einem richtigen Lächeln. „Mein jüngeres Ich ist in den Eberkopf gegangen, um eine Rebellion anzuzetteln."

„Schön, schön", sagte er und nickte stoisch. Sie drückte seinen Arm und lächelte weiter.

Es war sehr einfach die Straße an seinem Arm entlang zu laufen. Seine Beine waren viel länger als ihre, aber wenn es ihm beliebte, konnte er ein Gentleman sein und seine Schritte für sie verkürzen. Ihr Griff an seinem Arm schien ihn auch nicht zu stören, was ein Glück war, denn sie hatte ihre Absätze zu hoch gezaubert.

„Sie sind nicht wirklich im Eberkopf, oder?", fragte er, als sie die Apotheke verließen. Der Idiot hinter der Theke war seiner Arbeit mit Snape, der im Laden stand, viel schneller nachgegangen.

„Ich befürchte, dass ich das bin."

„Aberforth bietet nicht einmal Butterbier an."

„Ich denke, dass der Schulleiter ihm vorgeschlagen hat welches für dieses bestimmte Wochenende zu bestellen", sagte Hermine und sprach damit einen lange gehegten Verdacht aus. „Wir haben geplant uns zu treffen und keiner von uns war annähernd so gut im Geheimnisse Behalten, wie wir gedacht hatten."

„Natürlich wart ihr das nicht. Waren sie das nicht." Er lächelte halb und hakte sie wieder bei sich unter, als sie sich in Bewegung setzen. „Es ist außergewöhnlich schwer über dich zu reden, weißt du. Die Zeitformen."

„Das ist teilweise mit Absicht, da bin ich mir sicher", erwiderte sie. „Schließlich sind das alles Geheimnisse."

„Wie alt bist du?", fragte er und sah dann ein bisschen verlegen aus, als hätte er nicht beabsichtigt, sie das tatsächlich zu fragen. Sie lächelte ihn an, hörte aber damit auf, als sie sich daran erinnerte, dass sie eine öffentliche Straße entlangliefen.

„Ich war beinahe achtzehn, als er mich das erste Mal zurückgeschickt hat, wenn man den Zeitumkehrer berücksichtigt, den ich in meinem dritten Schuljahr verwendet habe", begann sie und er unterbrach sie, indem er stehen blieb und wütend auf sie herunter starrte.

„Willst du sagen, dass du zwei Jahre hinzugefügt –"

„Es war knapp über einem Jahr. Ich habe im September Geburtstag", antworte sie ruhig und benutze ihren Griff an seinem Arm, damit sie weitergingen. „Und dann habe ich etwas über fünf Jahre hinzugefügt, in denen ich in all dem geschult wurde, was Dumbledore für mich wollte. Dann ungefähr vier Jahre, in denen ich allem ausgewichen bin. Wenn man alles zusammenzählt fällt mein ‚Geburtstag' jetzt auf Anfang Juli und nach dem letzten bin ich siebenundzwanzig Jahre alt."

Sie liefen ein paar Schritte in vollkommenen Schweigen. Sie war sich nicht mal sicher, ob er atmete. Er hatte ihre Hand in der Beuge seines Ellenbogens festgeklemmt und sein Gesicht war so leer, dass sie wusste, dass er okkludierte.

Warum sollte mein Alter ihn dazu bringen, sich hinter seinen Okklumentikschilden zu verstecken?

Einen Moment später kam er wieder zu sich zurück, plauderte mit ihr und angelte nach Einblicken in das Unheil, in welches ihr jüngeres Ich hineingeriet. Dann wünschte er ihr einen guten Tag und steuerte den Eberkopf an, um sich die anwesenden Schüler zu notieren.

Launenhaft" beschreibt nicht mal ansatzweise die Stimmungsschwankungen dieses Manns, dachte sie und disapparierte dann für ihr Mittagessen zum Tropfenden Kessel.

\\

Snapes sonderbares Verhalten war in der nächsten Woche vergessen. Dumbledore hatte die meiste Zeit damit verbracht, sie wütend anzustarren, ihre Okklumentikschilde anzustupsen und sich dann dafür zu entschuldigen. Er war unfassbar neugierig über die nahe Zukunft mit Harrys „kleiner Verteidigungsgruppe" und mit Dolores Umbridge. Er wusste es besser, als zu fragen, und er hatte ihr verboten, ihm irgendetwas auf irgendeine Art zu sagen, aber er wollte es dennoch wissen.

Sie genoss das Dilemma, in dem sich der Schulleiter befand, selbst wenn es dazu führte, dass ihre Nase blutete, wenn er ein wenig zu neugierig war. Sie war immer noch wütend auf ihn wegen Spanien, deshalb fand sie besonderen Gefallen daran, einfach dazusitzen und zu lächeln, während er sich fragte, was sie wusste.

„Schulleiter–", sagte Snape, als er in der Bibliothek auf sie traf, Hermines Nase blutete und Dumbledore sie anstarrte. Der Schulleiter hielt lediglich eine Hand hoch, um ihn zum Schweigen zu bringen, rieb sich dann über die Stirn und verließ den Raum. „Granger?"

„Er möchte wissen, was passieren wird", sagte sie und wischte das Blut mit dem angebotenen Taschentuch weg. „Aber er hat mir auch aufgetragen, ihm nichts zu erzählen. Er ist ein wenig frustriert."

Snape seufzte, setzte sich ihr gegenüber und nahm das Taschentuch von ihr wieder an, nachdem sie es mit einem Zauber gereinigt hatte.

„Was wird passieren?"

„Das werde ich auch dir nicht erzählen", sagte sie ihm und mischte ihre Notizen. Sie hatte die Arithmantik wieder bearbeitet. Sie hatte die Runen, die sie für die Gleichungen gewählt hatte, ein- und zweimal überprüft. Dumbledore hatte ihr seit einiger Zeit viele Fragen über die Gleichungen während den Treffen gestellt, eine Menge lästiger Aufmerksamkeit auf sie gelenkt und sie somit gezwungen vorsichtiger mit ihren Papieren zu sein. Einige der Informationen, die sie weitergab, hatten mehr mit ihren Erfahrungen von der Zukunft zu tun, als mit Wahrscheinlichkeitsrechnung; sie brauchte die Pergamente, um das, was sie dem Orden erzählte, zu stützen.

„Warum nicht?"

„Hauptsächlich wegen den Paradoxen. Außerdem würde mich der Schulleiter auf sieben Arten von Samstag an verfluchen. Und du wirst es sowieso früh genug erfahren."

Sie war größtenteils davon besessen, einen Weg zu finden, sie über Arthur Weasleys bevorstehenden Angriff zu warnen. Und Minervas. Und Sirius Blacks. Sie konnte nichts davon ändern. Mr. Weasley würde angegriffen werden, Minerva würde wochenlang im St. Mungo sein und Sirius Black würde sterben. Aber sollte sie ihnen das von Mr. Weasley erzählen? Hatte sie ihnen im Voraus davon erzählt? Wenn sie es getan hatte, müsste sie es wieder tun. Wenn sie es nicht hatte, könnte sie alles verderben.

Die was-wenns bereiteten ihr Kopfschmerzen.

„Dann erzähl mir etwas Harmloses. Wer gewinnt diesen Sommer den Pokal?"

„Das weiß ich wirklich nicht", erzählte sie ihm, hob ihre Augenbrauen und packte ihre Sachen zusammen. Sie hatten ein Treffen, zu dem sie nach unten in die Küche gehen mussten. Sie hörte allerdings auf ihn anzulächeln. „Es ist um ehrlich zu sein lustig. Ich habe diesen Sommer ein halbes Dutzend Mal erlebt und ich habe nicht einmal an Quidditch gedacht."

Er blickte sie finster an und murmelte etwas über Hobbys, als sie sich auf den Weg von der Bibliothek, die Treppe hinunter, in die Küche machten.

„Samantha, meine Liebe", sagte Dumbledore mit falscher Wärme in der Stimme, als sie den Raum betraten. Die meisten anderen waren schon anwesend – Moody war im Ministerium und drehte seine Runde vor der Mysteriumsabteilung, Lupin war irgendwo in einer Kneipe und schmeichelte Werwölfen und die Weasleys verspäteten sich – und hatten sich auf ihren gewöhnlichen Plätzen um den Tisch herum versammelt. „Nehmen Sie Platz. Ich möchte, dass Sie ihre neusten Gleichungen mit uns teilen."

Also setzte sie sich an den Tisch. Snape lief hinter ihr vorbei und stellte sich an den Kamin. Sie wünschte sich sehr, dass sie sich zu ihm in die warmen Schatten gesellen konnte. Stattdessen breitete sie ihre Arithmantik auf dem Tisch aus und begann die Tendenzen zu erklären, die sich aus den Zahlen und Runen ergaben. Die meisten Augen wurden sofort glasig und der Rest senkte schlau den Blick. Wenn sie irgendetwas über Arithmantik wussten, dann wussten sie, dass sie gefährliche Informationsmengen angegeben hatte, um die Gleichungen zusammen zu bauen. Sie ignorierte die Blicke und schnippte mit ihrem Zauberstab auf das Pergament, rief die bunte Matrix hervor, die die Gleichungen darstellte und erklärte für diejenigen, die nicht so gut rechnen konnten, was es bedeutete.