Das würde kein gutes Ende nehmen! Die ganze Geschichte war zu anregend und Severus zu sehr im Notstand, als dass es nicht in einem peinlichen Moment würde gipfeln müssen. Seine Hose spannte sich immer wieder wie ein Zelt über sein steifes Glied. Die Vorstellung einer Hermine Granger, die es sich genüsslich in den Mund schob und daran leckte und saugte, ließ sich immer schwerer verscheuchen. Da hatte es auch nicht geholfen, über der Liste mit Namen von Idioten zu brüten. Viel mehr hatte er sich gefragt, mit welcher dieser Gestalten die Hexe wohl verkehrt hatte.

Der Besuch bei den Malfoys brachte auch nicht die gewünschte Abkühlung der Nerven. Im Gegenteil.

Lucius war widerlich wie immer, aber leider auch anzüglich wie eh und je. Die Befragung führte Granger und der Blondschopf ließ es sich nicht nehmen, die Hexe, in diesem Haus gefoltert worden war, mit einer gar widerlichen Höflichkeit zu beehren. Ja, er tat gerade zu so, als können er sich nichts schöneres vorstellen, als die Heldin des Krieges bei sich begrüßen zu können. Draco wohnte nicht mehr im Anwesen der Eltern und Narzissa ließ sich nicht blicken.

Granger ging wie abgesprochen vor. Da Severus sich sicher war, dass Malfoy gegenüber einem wirklich Loyalen Kingsleys kein interessantes Wort sprechen würde, der Idiot aber durchaus noch immer der Meinung war, Severus hätte sein ganzes Leben lang nur zu seinem Vorteil taktiert und wäre damit ähnlich verkommen wie der Hausherr, verließ Granger irgendwann unter einem Vorwand den Salon. Der allgemeine Fragenteil, war wirklich äußerst allgemein ausgefallen und letztlich nur ein Vorstellen von Snape als neuen Ermittler und das Durchkauen von hinlänglich Bekanntem gewesen.

'Sie waren also nicht bei dem Überfall an den Wilbours beteiligt? Und über den Verbleib den Kensingtons wissen Sie auch nichts, Mister Malfoy? Und zu Dolores Umbridge sind Ihnen auch keine neuen Details bewusst geworden?'

Im Gehen stieß Granger dann überraschend provokant aus: "Einen schönen Schreibtisch haben Sie da, Mister Malfoy. Er ist so groß, dass mindestens zwei Leute daran Platz finden könnten." Eine Steilvorlage war das und Severus war sich absolut sicher, dass der miese Bastard sich einen Kommentar nicht würde verkneifen können, wenn er die falsche Erinnerung kannte! Er sagte aber nichts in diese Richtung. Leider biss Malfoy senior nicht an. Somit hatte Severus ihn entweder unterschätzt oder er hatte tatsächlich nichts mit der Sache zu tun. Für gewöhnlich uberwog die Arroganz des blonden Mannes jegliche Vorsicht, weshalb Severus ahnte, das wohl Letzteres die richtige Antwort war. Aber er würde so schnell nicht aufgeben.

Während die Hexe in Richtung Bad verschwand, lehnte der blonde Mann sich auf seinem Sessel zurück. Ruhig sagte er: "Deine Entlassung hat sich ja nun erstaunlich schnell vollzogen, Severus. Ich gratuliere dir!"

Das klang sogar ehrlich. So ehrlich, dass Severus sich zu einem Dank genötigt sah. Malfoy berichtete kurz darüber, dass auch er mit einem baldigen Freispruch in den meisten Anklagepunkten rechnete. In vielen Punkten sei er entlastet worden.

"Daran wirst auch du kaum etwas ändern können, Severus. Ich habe mir nicht mehr zu Schulden kommen lassen als du. Ich war nur hin und wieder anwesend. Mein Mal hat mich genau dazu verpflichtet. Aus dem System gab es einfach kein Entkommen. Als es aber um Leben und Tod ging, hat meine Frau sich für Harry Potter eingesetzt. Du siehst, ein Malfoy landet immer auf den Füßen."

Mit einem Lachen sprach er den letzten Satz. Das hatte leider schon immer gestimmt und führte bei Severus zu aufkeimender Übelkeit. Malfoy war widerlich und mit Sicherheit hatte er es einfach nur wieder verstanden, die Hände sauber erscheinen zu lassen. Voldemort hatte hier gelebt! Definitiv musste sich der Mann mehr zu Schulden kommen lassen haben, als das reine Mitlaufen. Provokant wollte er den Mann nun aus der Reserve locken, unbedingt!

"Der Weg dahin war doch sicher ein weiter. Du, mit deiner eingeschränkten Vorstellung von Freizeit musst doch verrückt werden in diesem Haus. Ganz ohne Besuch und Gäste."

Malfoy neigte den Kopf: "Ich habe eine schöne Frau."

Ein Einwand, der Severus lachen ließ. "Die hattest du schon immer, Lucius. Und dennoch warst du mehr in fremden Betten als in ihrem."

"Touche, mein Lieber. Aber unter uns gesagt, ich habe eine große Menge Vielsafttrank im Haus. Und eine breite Palette an Erinnerungen, um unser Eheleben abwechslungsreich zu gestalten."

Glaubte Severus noch kurz an einen Zufall in der Wortwahl, senkte der Mann nun seine Stimme und flüsterte verschwörerisch und konkret: "Nachher werde ich den Sessel nach einem Haar von Granger absuchen. In meiner Sammlung befindet sich unter anderem eine Erinnerung von Marcus Flint. Sein Verhör hat eine ganz erstaunliche Wendung genommen."

Malfoy lachte feixend. Dann: "Und nun arbeitest du mit Granger zusammen! Meinen Glückwunsch. Ich kann mir vorstellen, dass die letzten Monate recht entbehrungsreich für dich waren. Da wird dir das Schlammblut schnell Abhilfe schaffen können. Sie ist wohl dauerscharf und treibt es mit jedem. Ein schneller Fick auf ihrem Schreibtisch wäre doch genau das, was du jetzt brauchst, oder? Oder hattet ihr den schon?"

Severus hob skeptisch die Augenbrauen. Irgendwie war das gerade zu viel des Guten. Zum einen war diese Aussage von Malfoy einfach zu passend, es war viel zu leicht! Wenn er hinter der Geschichte steckte, würde er doch nicht derart mit dem Besitz von Erinnerungen hausieren gehen. Und die andere Sache war Granger. Selbst nach dem Gespräch in ihrem Büro an diesem Morgen konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Schilderung von Lucius zutreffend sein sollte.

Dumm nur, dass sein Gemächt diese Erkenntnis nicht wahrhaben wollte. Merlin, er wäre mehr als froh über das Ende dieses Tages und einen ausgedehnten Druckabbau. Demnächst würde die Toilette im Ministerium reichen müssen. Wie unwürdig war das doch, Severus wurde aus der Haft entlassen und schaffte es nicht bis zum Abend, ohne Hand an sich zu legen. Er würde sich in eine der Klokabinen einschließen und wichsen. War das der absolute Nullpunkt an Würde?

Malfoy lachte erneut auf. "Wenn ich deinen Ausdruck richtig deute, seid ihr euch derzeit noch nicht so nah gekommen. Frag sie doch nachher. Frag sie, ob sie sich nicht nackt auf ihren Schreibtisch setzen will und die Beine breit macht."

Und da erkannte Tränkemeister eine weitere Interpretationsmöglichkeit. Malfoy fühlte sich sicher! Er prahlte mit den Erinnerungen gegenüber Severus, weil er glaubte, ihm sei in Zweifel nichts nachzuweisen. Und wenn es in diesem Haus tatsächlich eine Erinnerung mit Granger in der Hauptrolle gab, dann war diese sicher so falsch, wie die aus dem Ministerium. Warum sollte Granger sich aufeinen Typen wie Flint einlassen?