Die ersten Kapitel meiner neuen Geschichte, werden Rückblicke verschiedener Personen sein bevor im Jahr 1965 meine Story richtig beginnt. Viel Spaß :-D

Kapitel 1: Mehr als ein Monstrum

1959 Briarcliff

Pepper POV

Eine Kreatur, ein Monstrum, ein dummer Holzkopf, eine widerwärtige Missgeburt, das war was die Menschen seit je her in mir sahen. Mein eigener unzulänglicher Körper ließ es nicht zu, mich richtig mit den Menschen zu verständigen. Mein Geist funktionierte wie der eines normalen Menschen aber mein Körper nicht. Wenn ich mir viel Mühe gab, dann bekam ich manchmal ein oder sogar zwei Wörter zustande. Ich war nicht dumm oder schwachsinnig, ich war nur einfach nicht in der Lage mich verständlich Auszudrücken. Und das war auch der Grund, warum ich nun schon seit 6 Jahren unschuldig hier in Briarcliff war. Eine Irrenanstalt für Straftäter. Selbst die nette junge Nonne die mich hier aufnahm, dachte ich versuchte Reue zu zeigen für die Ermordung meines süßen kleinen Lucas, dabei wollte ich ihr nur mitteilen, dass ich ihn liebte und niemals etwas hätte antun können. Doch wer beachtet schon einen dummen Spitzkopf wie mich? Ich sitze hier in einer einsamen Ecke und beobachte die anderen Insassen und ich frage mich, wie viele von ihnen so waren wie ich.

Es war ist noch nicht lange her, da machte ich hier Bekanntschaft mit einer Nonne namens Schwester Jude. Mein kleines Herz blieb fast stehen, als ich sie erblickte. Für einen Moment dachte ich, ich würde meine Elsa wiedersehen. Meine liebe Elsa, meinen Engel, meine Mutter. Doch bei genaueren Hinsehen, erkannte ich, dass diese Frau nicht mein Engel war. Sie hatte äußerlich eine unglaubliche Ähnlichkeit mit ihr aber das war auch alles. Schwester Jude konnte man nicht gerade als Engel bezeichnen, sie war eine überaus strenge Nonne, die mit aller Härte diese Anstalt führte. Prügelstrafen standen an der Tagesordnung, ich hatte Glück denn auch wenn ich das eine oder andere Mal gegen ihre Regeln verstieß, so bekam ich nie mehr als einen strengen Blick und eine Ermahnung. Ich denke, sie dachte dass ein Schwachkopf wie ich es ohnehin nicht verstehen würde. Oft stand ich einfach nur da und starrte die große schöne blonde Frau an, ich blickte ihr tief in die Augen und auch wenn sie oft voller Spott und Häme über mich sprach, so sah ich etwas trauriges in ihren Augen und ich erkannte, das sich hinter der strengen Nonne mehr verbarg als das fiese Miststück was sie allen zeigte. Ich sah Schwester Jude fast jeden Tag und es schmerzte mich sie zu sehen, denn mit jeden Blick auf sie, dachte ich wieder an Elsa und meiner verlorenen Familie. Ich meine nicht meine leibliche Familie, die mich ebenso verachtete wie der Rest der Welt. Ich meine die Leute die mich trotz meiner Sonderbarkeit liebten. Voller Trauer denke ich zurück an mein Leben in der Freak Show….oh wie sehr ich sie alle vermisse. Ethel, Jimmy, Eve, Suzi, Paul und alle anderen, aber keinen vermisse ich so sehr wie Elsa. Mit Tränen in den Augen halte ich meine Handfläche an meine Wange und spüre Elsas sanften Kuss. Dieser Kuss war nur für mich, der Kuss einer Mutter die ihr Kind liebt. Ich nahm es ihr nicht übel das sie mich zu meiner Schwester brachte, auch wenn es mir das Herz zerfetzte. Sie dachte wahrscheinlich wie die meisten Menschen, das Blut dicker sei als Wasser. Aber durch die Adern meiner Schwester floss kein Blut sondern nur reines Gift. Sie hasste ich. Ich hatte niemals zuvor jemanden gehasst, selbst die Menschen die mich verachteten und böse beschimpften nicht aber sie hasste ich wirklich. Sie war das Monster und nicht ich, leider beurteilten die meisten Menschen einen nach seinem Aussehen.

Die meiste Zeit hier verbrachte ich allein, es ist auch nicht so das die anderen sich um meine Freundschaft rissen, ich selbst wollte es nicht, nicht mehr. Ich hatte Angst davor, Angst wieder jemanden zu lieben und wieder verlassen zu werden. Ich habe in meinem Leben schon zu viele Menschen verloren. Meine Eltern, die mich nie lieben konnten, meine Schwester, die mich hasste und um mich loszuwerden sogar ihr eigenes Kind ermorden ließ, meinen überalles geliebten Salty, meine süße Ma Petite, meine Familie und meine Elsa. Nein, ich wollte diesen Schmerz nicht noch einmal fühlen. Ich würde hier sterben, allein und vielleicht war das mein Schicksal.