Kapitel 2: Reinheit
Briarcliff 1962
Dr. Arden/Hans Gruper POV
Tag ein Tag aus sehe ich diese verabscheuungswürdigen Gestalten. Gestalten die man schwerlich als Menschen bezeichnen kann. Geisteskranke, Missgeburten, Perverse und noch viele andere Abartigkeiten. Viele sehen in ihren arme Geschöpfe die errettet werden sollen aber ich sehe etwas anderes, einen Haufen voll Laborratten die nur für einen Zweck noch nütze sind, der Wissenschaft zu dienen. Was wenn nicht diesen Wert sollte ihr Leben sonst noch haben. Ich bin ein Genie, das war ich immer und wenn sich das Blatt nicht gewendet hätte, dann wäre ich als Dr. Hans Gruper zu einer der mächtigsten Männer des dritten Reichs geworden. Doch das Schicksal wollte es anders, wie ein Straßenhund war ich auf der Flucht und musste ein gänzlich neues Leben beginnen. Alles was ich geleistet hatte, war von jetzt auf gleich bedeutungslos…nein noch schlimmer, in den Augen der Welt war ich ein Monster. Dabei war ich eines der größten Genies dieser Zeit, ein Gott in Weiß. Ich hätte Weltruhm erlangen sollen und stattdessen saß ich hier, in einer Irrenanstalt namens Briarcliff und sah diesen sabbernden Missgeburten zu, wie sie versuchten ihr nicht lebenswertes Leben zu leben. Zu meinem großen Glück, hatten nur wenige dieser -nenne wir sie Menschen- eine Familie und so hatte niemand wirklich Interesse an ihnen.
Ich muss gestehen, nicht vieles kann mich schocken doch als ich den ersten Tag hier verbrachte, da hatte ich das Gefühl einen Geist aus der Vergangenheit zu sehen. Einen Geist, der sich mir als Schwester Jude vorstellte. Mein armes altes Herz schien stillzustehen, als ich die blonde Nonne das erste Mal sah. Viele viele Jahre hatte ich nicht mehr an eines meiner ersten Filmprojekte gedachte. Um genau zu sein, war es 30 Jahre her, als ich dieser kleinen Nutte die Beine abtrennen ließ. Ich wusste nicht einmal mehr ihren Namen…Elsa März….Else Mais…..Elsa Mars? Ich weiß es nicht mehr und warum sollte es mich auch kümmern? Sie war nicht mehr als ein dreckiges kleines Straßenmädchen. Huren waren ebenso verabscheuungswürdig wie diese Freaks hier. Zudem war die Wahrscheinlichkeit das sie noch am Leben war sehr gering. Nachdem wir damals unseren Film beendet hatten, ließen wir ihren zerstörten Körper liegen und verschwanden in der Dunkelheit. War sie verblutet? Hatte sie Schmerzen? Es war mir egal. Warum sollte ein Genie wie ich, meine Gedanken an eine Nutte verschwenden? Doch ich musste wieder an sie denken, als ich Schwester Jude sah. Diese Frau hatte eine unglaubliche Ähnlichkeit mit ihr, eine beängstigende Ähnlichkeit. Doch mein Verstand spielte mir wohl einen Streich, denn als ich mich eine Zeitlang mit ihr unterhielt, da stellte ich fest, dass diese Frau nicht die Nutte von damals sein konnte. Dennoch machte dass Schwester Jude nicht sympathischer für mich. Sie war herablassend und arrogant, nicht gerade die Eigenschaften einer Nonne.
Ganz anderes die kleine süße, liebenswerte und reine Schwester Mary Eunice. Sie war das Ebenbild der Reinheit und ich verfiel ihr sofort. Sie war wie das reinste Porzellan und frei von jeder Sünde. Ich hätte Stunden damit verbringen können, sie anzuschauen und zu bewundern. Doch leider war ich ein Arzt der immer sehr beschäftigt war und das war ich auch im Moment. Prüfend sah ich auf mein neustes Testobjekt welches den Namen Richard Smith trug. Er war hier, wegen seinen unbändigen Gelüsten nach Männern. Ich habe vergessen zu erwähnen, dass neben Huren und Missgeburten mir Homosexuelle ebenso verhasst waren. Doch auch diese Gestalt würde ihren Zweck erfüllen.
