Ich wollte ursprünglich heute mit der Geschichte richtig anfangen, aber mir ist gerade aufgefallen, dass ich das Jude POV Kapitel noch nicht geschrieben habe. In diesem Kapitel wird es eine große Abweichung zu dem Handlungen aus Asylum geben. Ich hoffe es gefällt euch. Außerdem möchte ich euch für die lieben Bewertungen danken, jede Bewertung erhellt meinen Tag :-*
Kapitel 6: Verrat
Briarcliff 1964/1965
Judy Martin POV
Allein saß ich in meiner Zelle und versuchte zu verstehen, wie sich mein Leben so ändern konnte. Es war nicht lange her, da blickte ich auf die Patienten hier herunter und nun war ich selbst eine von ihnen. Zu lebenslangen Aufenthalt in einem Sanatorium verurteilt und das für einen Mord den ich nicht begangen habe. Ich habe viele Sünden in meinem Leben begangen aber ich habe die Frau, die mir eine zweite Chance gegeben hatte nicht umgebracht. Jeder hier glaubte ich hätte meinen Verstand verloren und Mutter Claudia ermordet. Und gerade der Mann, auf den ich meine größte Hoffnung setzte, hat mich fallen lassen. Ich weiß nicht, was mich mehr schmerzt, der Verlust von Mutter Claudia oder die Tatsache dass mich Timothy Howard verraten hat. Wie konnte er nach all den Jahren nur glauben, dass ich zu so etwas fähig war? Ich habe viele Jahre meines Lebens damit verbracht ihn zu unterstützen und ihn auf seinen Weg nach oben zur Seite zu stehen und für was? Um ihn zu schützen, habe ich schreckliche Dinge getan. Eines meiner größten Vergehen war, Miss Lana Banana hier einliefern zu lassen und das nur um diesen Ort zu schützen. Und nun war ausgerechnet diese Frau, die einzige hier neben Mr. Walker die nett zu mir waren und mich nicht wie ein Monster behandelten. Es war so beschämend und ich weiß nicht, wie ich meine Tat jemals wieder gut machen kann. Ich war so dumm, ich war so blind.
Noch immer höre ich seine Worte und Geschichten von Rom. Er würde Papst sein und ich würde ihn begleiten. Wie konnte ich das nur jemals glauben? Wahrscheinlich weil ich es wollte.
Ich weiß nun, dass der Monsignore mich aus dem Weg haben wollte. Warum sonst wollte er mich nach Pittsburgh schicken? Warum sonst glaubte er mir nicht? Alles begann damit, dass ich Dr. Arden in Frage gestellt hatte. Dieses Monster. Ich will gar nicht daran denken, was dieses Untier hier alles mit mir anstellen wird. Ich sehe den Hass in seinen Augen und ich weiß, dass ich hier nicht lange bestehen kann. Aber so einfach wird dieser Bastard mich nicht klein kriegen, weder er noch dieser kleine Teufel in Nonnentracht. Wahrscheinlich sitzen die beiden gerade zusammen und überlegen sich, auf welche Weise sie mich foltern können. Und das schlimmste ist, es gibt hier niemanden der mir helfen kann. Am meisten machte mir der Gedanke an eine Elektroschocktherapie Angst. Allein der Gedanke, dass Strom durch meinen Körper gejagt wird, lässt mich vor Angst erzittern.
Draußen höre ich den Klang von Feuerwerk und weiß, dass das neue Jahr begonnen hat.
„Frohes neues Jahr Judy."
Flüstere ich leise zu mir selbst und wische mir eine Träne aus dem Gesicht. Es würde kein schönes Jahr werden, vielleicht würde ich nie mehr ein schönes Jahr erleben. Erst jetzt wird mir bewusst, dass es wahrscheinlich all diesen armen Seelen hier so geht. Waren wirklich alle hier, weil sie schuldig waren? Nein, Miss Banana war unschuldig hier, so wie ich. Mittlerweile glaubte ich auch, dass Mr. Walker nicht der Frauenmörder war, als dem man ihn hierher brachte. Was war mit Shelly? Das arme Ding war vielleicht eine Schlampe aber war sie deswegen eine Verbrecherin? Oder Pepper, war sie wirklich im Stande ein Baby zu töten? Ich weiß es nicht, ich weiß gar nichts mehr.
Am liebsten würde ich mich in dieser Zelle für den Rest meines Lebens verstecken, ich kann die Blicke der Leute nicht ertragen. Besonders den der anderen Nonnen, die glaubten ich hätte eine von ihnen die Kehle durchgeschnitten. Niemand wollte meine Version der Dinge hören. Sie glaubten sogar einen Mörder und Vergewaltiger wie Emerson mehr als mir. Es gab nur einen einzigen hier, von den Leuten mit denen ich zusammengearbeitet habe, der mich nicht so ansah und das war Frank. Er war mir gegenüber immer eine treue Seele. Der Gedanke, dass wenigstens er mich nicht für eine Mörderin hielt, war ein kleiner Trost für mich.
Ein kleiner Lichtblick in dieser dunklen Hölle aus Verrat.
