Hallo meine Lieben, ich weiß das ich meine anderen beiden AHS Fanfiction in letzter Zeit seltener geschrieben habe aber ich verspreche euch, es wird in den nächsten 2 Tagen auch dort auf jeden Fall ein Update geben.
Kapitel 7: Das neue Jahr
Es war der Morgen des 01.01.1965 und die meisten der Insassen von Briarcliff saßen übermüdet im Gemeinschaftsaal und gingen ihren üblichen Aktivitäten nach. Das Feuerwerk der letzten Nacht hatte viele von ihnen verschreckt und somit waren einige noch sehr verängstigt. Jude saß gemeinsam mit Lana und Kit an einem der Tische und beobachteten wie Schwester Mary Eunice den Raum betrat. Jude konnte immer noch nicht glauben, dass dieses Miststück die einst so liebe und süße Nonne war, die sie kennen gelernt hatte. Noch immer war sie fest davon überzeugt, dass Mary Eunice vom Teufel besessen war, doch diesen Gedanken behielt sie für sich. Sie wollte ihr oder Arden nicht noch mehr Grund geben, ein Auge auf sie zu werfen. Ohnehin war Jude schon das Lieblingsziel der beiden.
Schwester Mary Eunice schlenderte fröhlich durch den Raum und ergötze sich an den müden und verängstigten Gesichtern der Insassen. Sie liebe es, die Angst in den Augen der Menschen zu sehen. Doch ganz zufrieden war sie noch nicht. Ihr Blick fiel auf Jude und es ärgerte sie ungemein, dass ausgerechnet sie keinerlei Müdigkeit oder Angst zeigte. Sie würde es schon noch schaffen, sie am Boden zu sehen. Vielleicht würde sie es nicht sofort schaffen, aber irgendwann würde auch die stärkste Person zusammen brechen.
‚Du arrogantes Miststück wirst schon noch lernen mich zu fürchten.'
Sie wandte sich Pepper zu, die in einer Ecke saß und kurz davor war einzuschlafen. Grinsend ging Mary Eunice zu ihr und klatschte laut in die Hände, so dass Pepper voller Schrecken aufsprang und sich verwirrt umsah. Ein fröhliches Lachen entkam der jungen Nonne.
„Ohhh kleine Pepper, habe ich dich erschreckt? Ich hoffe du hast dich letzte Nacht nicht zu sehr gefürchtet."
Natürlich hoffte sie es, aber das sagte sie nicht laut. Sie musste den Schein wahren, denn noch sahen alle in ihr einen lieben kleinen Engel.
Jude, Lana und Kit beobachteten Mary Eunice und schüttelten den Kopf.
„Was stimmt nur nicht mit der?" flüsterte Lana und würde sich zu gern schützend vor Pepper stellen, die voller Furcht zu Mary Eunice sah.
„Irgendwas hat sie verändert, sie war doch nicht so als wir hier ankamen. Jude? Sie kennen sie doch schon lange, was glauben Sie ist mit ihr geschehen? Sie ist geradezu grausam, gerade zu den Schwächsten hier." Fragend sah Kit zu der Frau, die ihn vor nicht allzu langer Zeit mit einem Rohrstock den Arsch wund geschlagen hatte.
Jude zündete sich eine Zigarette an und ließ den Blick nicht ab von Mary Eunice „Ich könnte meine Vermutung äußern aber ich ziehe es vor, heute nicht noch in eine Zwangsjacke zu kommen." Sie sah zu Lana und Kit „Aber eines sage ich Ihnen beiden, das da ist nicht Mary Eunice."
Kaum hatte Jude den Satz beendet, da stand Mary Eunice auch schon hinter ihr.
„Und da haben wir ja unser neues Trio. Ich muss schon sagen Miss Martin, ich hätte nicht gedacht, dass Sie sich ausgerechnet mit den beiden anfreunden. Gerade mit Miss Winters." Mit einem verschlagenen Grinsen sah sie zu Lana „Oder suchen Sie eine neue Freundin für Ihre Abartigkeit Miss Winters?" Langsam beugte sich Mary Eunice zu Jude und flüsterte, dass niemand außer Jude, Kit und Lana sie hören konnten „Ich würde aufpassen Judy, Sie wissen doch selbst das Miss Winters es bevorzugt in die Höschen von Frauen zu greifen. Schade für Sie, dass sie das süße rote Negligee nicht mehr haben, ich bin sicher es würde Miss Winters gefallen."
Mit einem vielsagenden Grinsen drehte sich Mary Eunice um und verließ wieder den großen Saal.
„Oh Gott, ich hasse sie." Murmelte Lana und sah der jungen Nonne hasserfüllt nach.
Jude hingegen sah nur peinlich berührt nach unten und musste versuchen ihren Ärger und Scham herunter zu schlucken. Sie würde sie bei jeder Gelegenheit versuchen sie zu demütigen. Jude spürte ihren Ärger immer größer werden und sie musste sich abreagieren, leider gab es hier nicht viele Möglichkeiten und so stand sie einfach auf und begann ohne Ziel durch den Saal zu laufen. An der Tür erblickte sie Frank, der mit strengen Blick die Insassen beobachtete. Nie zuvor sah sie diesen Blick bei ihn, er hatte immer etwas Freundliches und Gutes in seinen Augen, aber heute war davon nichts mehr zu sehen. Judes Herz schmerzte, als sie sah, dass er sie keines Blickes würdigte. Dachte er auch sie sei eine Mörderin? In den vergangenen Tagen, hatte er immer noch einen freundlichen Blick für sie übrig oder sogar ein kleines Lächeln. Wahrscheinlich hatten Mary Eunice und Arden ihn auch schon gegen sie aufgebracht. Jude drehte sich um und wollte gerade zurück zu Lana und Kit gehen, als sie jemanden plötzlich dicht hinter sich spürte und sie für den Bruchteil einer Sekunde eine Hand in der Tasche ihrer Strickjacke spürte.
„Lassen Sie sich nichts anmerken und lesen Sie wenn Sie allein sind."
Es war Frankes Stimme, die leise zu ihr sprach und noch bevor Jude etwas sagen konnte, war er schon auf den Weg nach draußen. Jude sah sich für einen Moment völlig verwirrt um, aber niemand schien etwas bemerkt zu haben. Sie steckte die Hände in die Taschen ihrer Jacke und spürte ein Stück Papier. Ihr Herz begann zu rasen, zum einen vor Neugier und zum anderen vor Hoffnung, Hoffnung dass nicht alle sie haben fallen lassen. Langsam verließ Jude den Saal und begab sich zu den Toiletten.
Erst als Jude sich sicher war, dass niemand anderes bei ihr war, griff sie in ihre Tasche und holte ein zusammen gefaltetes Stück Papier heraus.
Meine Liebe Jude,
ich kann Ihnen nicht sagen, wie leid mir tut was hier alles geschehen ist. Ich will nur, dass Sie wissen, dass ich nicht einen Moment an Ihnen gezweifelt habe und ich weiß, dass Sie Mutter Claudia nicht umgebracht haben. Ich weiß, dass ich hier unter Beobachtung stehe und so muss auch ich sehr vorsichtig sein. Ich möchte, dass Sie wissen, dass ich alles daran setzen werde um Sie hier heraus zu holen. Sie sind nicht allein Jude.
Frank
Jude hatte Mühe die letzten Worte zu lesen, die Tränen die sich in ihren Augen bildeten, machten das lesen fast unmöglich. Das erste Mal, seitdem sie als Insassin hier war, lächelte Jude. Sie hielt den kleinen Zettel fest zwischen ihren Händen und schloss für einen Moment die Augen. Die Tatsache, dass Frank sie nicht hat fallen lassen, ließ in Jude die Hoffnung wieder aufkeimen.
‚Oh Frank'
