Ich hoffe ihr hatte alle schöne Weihnachten.

Kapitel 10: Wie ein Spiegelbild

Elsa drehte sich langsam um. Wer konnte nur so blind sein und SIE übersehen? In dieser tristen und düsteren Umgebung war sie der einzige Lichtblick und diese dumme Person rannte einfach in sie hinein. Elsa hatte den Blick leicht gesenkt und so viel ihr als erstes auf, dass die Person die sie angestoßen hatte eine Patientin war, mit den gleichen schrecklichen Sachen wie sie alle hier trugen.

„Herr Gott, Sie sollten wirklich besser aufpassen wo Sie hin laufen."

Doch kaum hatte Elsa ihren Satz beendet, so blickte sie in ein paar große braune Augen welche ihre eigenen hätten sein können. Völlig schockiert über den Anblick der anderen Frau, ging sie einen Schritt nach hinten. Es war als würde Elsa in einen Spiegel sehen, die Frau vor ihr war das Ebenbild von ihr. Es geschah nicht oft, dass Elsa etwas die Sprache verschlug aber in diesem Moment fehlten ihr die Worte. Sie spürte Massimos Hand, die ihre ergriff und hörte ihn leise flüstern.

„Das ist unfassbar!"

Auch Jude sagte kein Wort, völlig verstört sah sie die elegant gekleidete Frau vor sich an. Jude schüttelte den Kopf und konnte nicht wirklich glauben was sie da sah. Hatte sie vielleicht wirklich den Verstand verloren? Das konnte unmöglich sein. Bis auf Kleinigkeiten sah sie genauso aus, wie sie selbst. Die andere Frau hatte kürzere und etwas dunklere Haare als sie und sie hatte einen kleinen Leberfleck oberhalb der Lippe, der Jude auffiel als sie das Gesicht der anderen Frau genau betrachtete. Judes Herz pochte wie wild in ihrer Brust und sie schnappte einige Male nach Luft.

Was geht hier vor?'

Wenn Jude es nicht besser wüsste, würde sie sagen diese Frau sei ihre Schwester. Aber Jude hatte keine Schwester….keine von der sie wusste.

Beide Frauen standen einfach nur da und sahen sich gegenseitig in die Augen, es war als würde die Welt um sie herum nicht mehr existieren. In diesen Moment gab es nur sie beide und keine von ihnen hatte den Mut zu sprechen. Vielleicht war auch alles nur ein Traum?

„ELSA….ELSA"

Es war Pepper die fröhlich zwischen Elsa und Jude hin und her hüpfte und immer wieder abwechselnd zwischen den beiden Frauen hin und her sah. Als Pepper damals nach Briarcliff kam, war ihr die Ähnlichkeit schon aufgefallen aber jetzt wo sie beide gleichzeitig sah, war die Ähnlichkeit von viel verblühender als in ihren Erinnerungen.

„Elsaaaaaaaaaaa…"

Pepper zog aufgeregt an Elsas Hand und deutete immer wieder auf Jude.

„Juuuuuuu….Ju….Juuuuuude."

Mit großer Anstrengung, schaffte es Pepper endlich den Namen Jude auszusprechen und versuchte Elsa dichter zu Jude zu ziehen. Doch noch immer war Elsa wie versteift.

Jude jedoch löste sich langsam aus ihrer Starre und sah zu Pepper. Sie kannte den kleinen Spitzkopf nun schon lange, aber nie hatte sie Pepper so lebendig erlebt. Sie versuchte ihre Worte wieder zu finden, aber was sollte sie sagen? Sie wusste ja selbst nicht, was sie von der ganzen Situation halten sollte.

Pepper zog immer noch an Elsas Hand aber ihr Schutzengel rührte sich kein Stück, ein leicht frustrierter Seufzer entkam der kleinen Frau und sie ließ Elsas Hand los. Ohne weiter darüber nachzudenken, ergriff sie stattdessen Judes Hand und lächelte sie mit einem breiten Grinsen an. Sie zog Jude etwas dichter an Elsa heran und nahm dann Elsas Hand und legte sie in die von Jude.

Ein seltsames Gefühl der Vertrautheit überkam Elsa und Jude, als ihre Hände sich berührten. Beide waren sich zuvor nie begegnet und doch hatten beide plötzlich das Gefühl, etwas wieder gefunden zu haben, von dem sie nicht einmal wussten es jemals gehabt zu haben.

Pepper stand zwischen den beiden Frauen und lächelte fröhlich „Elsa und…Juuuude…..Elsa und ….Juuuude."

Massimo beobachtet die Szene und auch er brachte kein Wort heraus. Sie waren hierhergekommen um Elsas Pepper zu holen und nun standen sie plötzlich einer Frau gegenüber, die Elsa unglaublich ähnlich war. Er wusste von Elsa, dass sie eine Schwester hatte aber nachdem was Elsa ihm erzählt hatte, starb sie als sie noch ein Baby war. Er stellte sich dicht neben Elsa und umfasste ihre Schulter.

„Il mio amato?"

Elsa schüttelte den Kopf und kehrte mit ihren Gedanken ins hier und jetzt zurück. Sie warf Massimo ein unsicheres Lächeln zu und zog ihre Hand von Jude weg. Das war verrückt…..das war einfach verrückt.

„Es geht schon Massimo, ich bin nur….ehrlich gesagt, weiß ich nicht was ich bin."

Jude vernahm erst jetzt die Stimme von Elsa und ihren ausländischen Akzent. Sie wusste nicht was für ein Akzent es war, aber sie war definitiv keine Amerikanerin. Auch der Mann der mit ihr hier war, war kein Amerikaner. Er sprach auf Italienisch mit der Frau, die laut Pepper Elsa hieß.

Etwas unsicher und auch verwirrt, sah Massimo zu Jude und sprach als erstes zu der Frau die seiner Elsa zum Verwechseln ähnlich war.

„Mein Name ist Massimo Dolcefino und das ist meine Frau Elsa Mars."

Jude blickte den Mann an und sah dann sofort wieder zu Elsa „Mein Name ist Judy…..Judy Martin."

Judy Martin, das war also der Name der anderen Frau und es ließ Elsa erschaudern. Denn der Name ihrer Schwester, die wie Elsa glaubte vor vielen Jahren starb, war Jutta. Jutta Mars.