Kapitel 12: Wer ist Elsa Mars?
Schwester Mary Eunice und Dr. Arden saßen gemeinsam in ihrem Büro, welches eins Jude gehörte und besprachen die nächsten Behandlungen für die Patienten. Auch Jude stand auf ihrer Liste und Mary Eunice würde nichts lieber tun, als sie in Dr. Ardens Elektroschockraum zu sehen. Leider stimmte der Monsignore dieser Behandlung bei Jude nicht zu und es ärgerte Mary Eunice zu tiefst. Die immer noch vorhandene Zuneigung die der Monsignore für diese Schlampe hegte, ging Mary Eunice auf die Nerven und es verstimmte sie mit jedem Tag mehr. Jedoch hatte sie sich das Ziel gesetzt, Jude früher oder später auf diese liege zu schnallen und dann würde sie bereit sein um den Strom fließen zu lassen. Sie konnte es kaum erwarten und rieb sich schon jetzt die Hände.
„Schwester Mary Eunice? Ich muss mit Ihnen sprechen."
Es war Schwester Johanna, die in das Büro der anderen Nonne stürmte und plötzlich erschrocken stehen blieb. Sie hatte nicht mit Dr. Arden gerechnet. Wenn sie ehrlich mit sich war, dann hatte der Doktor ihr schon immer Angst gemacht. Sie schluckte und schüttelte den Kopf.
„Es tut mir Leid Sie zu stören aber es ist wichtig."
Mary Eunice rollte mit den Augen und sah die andere Nonne wütend an.
„Sie sollten lernen zu klopfen Schwester. Also was ist so wichtig, dass Sie ihr Benehmen vergessen?"
Dr. Arden lehnte sich in seinen Stuhl entspannt zurück und machte keinerlei Bemühung den Raum zu verlassen. Schwester Johanna fühlte sich unwohl, es war nicht nur Arden der ihr Angst machte, es war auch Mary Eunice selbst. Die junge Frau hatte sich sehr verändert in letzter Zeit und schien mit jeden Tag gemeiner und unbarmherziger zu den Patienten zu werden.
„Es ist wegen Pepper, der Besuch den Sie genehmigt hatten kam gerade und…"
„Welcher Besuch? Ich habe keinen Besuch genehmigt! Was reden Sie für wirres Zeug?" sagte Mary Eunice streng und sah die andere Nonne mit eisigen Blick an.
„Haben Sie nicht? Diese Leute sagten, sie hätten mit Ihnen gesprochen." Nervös spielte Schwester Johanna mit ihren Fingern und sprach dann weiter „Ich glaube diese Leute sind nicht nur wegen Pepper hier. Ich weiß nicht ob es stimmt, aber ich würde vermuten, es sind Angehörige von Schwester Jude und…."
„ES GIBT HIER KEINE SCHWESTER JUDE!" schrie Mary Eunice und ballte die Hände zu Fäusten. Sie hasste es, dass ihre Autorität noch immer durch dieses Miststück untergraben wurde „Schwester Jude ist nur noch ein Geist der Vergangenheit! Also wenn Sie über Sie reden wollen, dann reden Sie gefälligst über Patientin G2573! Und was meinen Sie mit Angehörige? Sie hat keinerlei Familie!"
Schwester Johanna fuhr zusammen, als Mary Eunice sie in einer Lautstärke anschrie, dass es wahrscheinlich ganz Briarcliff gehört hatte. Nervös sah sie zwischen Dr. Arden und Schwester Mary Eunice hin und her.
„Nun, die Frau die hier ist, sieht Schwe….ähm, ich meine Patientin G2573 so ähnlich, dass ich annehmen würde, es wäre ihre Schwester."
Gleichzeitig sahen sich Mary Eunice und Arden an und lehnten sich interessiert nach vorn.
„Nicht so schüchtern Schwester, erzählen Sie uns mehr." sagte Arden und fühlte sich innerlich unwohl. Nicht auszudenken, dass diese Schlampe wirklich Familie hatte, die sie versuchen würden hier heraus zu holen.
„Nun Doktor, ich weiß nicht viel. Mir fiel nur die Ähnlichkeit auf. Vielleicht irre ich mich ja auch. Ich weiß nur, das eine Miss Elsa Mars aus Deutschland hier ist, mit ihrem Mann….einen Mr…..es tut mir leid, ich habe seinen Namen vergessen aber er ist Italiener."
Dr. Arden spürte wie ihm heiß und kalt wurde, als er den Namen Elsa Mars hörte. Das konnte nicht sein…es war nicht möglich. Er dachte an seine erste Begegnung mit Jude zurück, und wie sehr selbst ihm damals die Ähnlichkeit auffiel. Als er erkannte, dass Jude nicht die Hure von damals war, die er die Beine abgesägt hatte, war er beruhigt und er konnte sich wieder ganz seiner Arbeit widmen. Aber jetzt, holte ihn seine Vergangenheit wieder ein und das in Form eines Straßenmädchens, das so unbedeutend für ihn war, dass er sich kaum noch an ihren Namen erinnern konnte. Doch jetzt erinnerte er sich wieder…ja, ihr Name war Elsa Mars.
Schwester Mary Eunice sah das schockierte Gesicht von Arden und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Danke Schwester, ich werde mich nachher mit unseren Besuchern unterhalten. Sie können gehen!"
Mit strengen Blick sah sie der anderen Nonne nach und wartete, bis diese die Tür geschlossen hatte.
„Also Arthur, dann mal raus mit der Sprache. Wer ist diese Elsa Mars? Und lügen Sie mich ja nicht an, ich sehe es in Ihrem Gesicht. Kaum fiel der Name Elsa Mars, wurden Sie kreidebleich. Ich nehme an, Sie kennen diese Frau noch aus Deutschland."
Dr. Arden wischte sich mit den Händen über sein Gesicht und atmete tief durch.
„Ich hätte die Schlampe ganz zersägen sollen!" wütend stand er auf und lief im Zimmer auf und ab „Elsa Mars ist ein Nichts! Eine kleine dreckige und widerliche Schlampe, die sich für Geld verkauft hat. Sagen wir, sie war der Star in eines meiner Filmprojekte."
Mary Eunice ging Arden mit fragenden Blick nach und musterte den nervösen Mann vor sich „Das ist großartig Artur….wirklich ganz großartig. Jetzt haben wir wieder jemanden hier, der Sie als Hans Gruper entlarven könnte. Sie dürfen auf keinen Fall zulassen, dass diese Frau Sie sieht. Nicht auszudenken, was passiert wenn herauskommt, das wir einen echten Kriegsverbrecher bei uns haben."
Arden drehte sich zu Mary Eunice um und sah sie wütend und zitternd an „Ich bin kein Kriegsverbrecher. Ich bin ein Arzt, der alles was er tat, nur zum Wohle der gesamten Menschheit tat."
Unschuldig und mit Schmollmund sah die junge Nonne zu Arden und kicherte „Das versuchen Sie dann auch der Polizei zu erklären! Mir ist egal warum Sie es getan haben, ich will nur nicht, dass plötzlich jemand kommt und meine Lieblingspatientin mitnimmt. Wir sind uns doch einig, dass Judy Martin zu viel weiß und das wir nicht zulassen können, dass sie auf freien Fuß kommt. Wenn erst einmal gegen Sie ermittelt wird, dann wird man alles in Frage stellen….auch das Ableben von Mutter Claudia und dann sind wir alle geliefert."
„So weit wird es nicht kommen! Ich schlage vor, Sie finden heraus weshalb das liebe Fräulein Mars und ihr italienischer Freund wirklich hier sind und geben Ihnen eine Kleinigkeit zur Ablenkung."
Fragend sah Mary Eunice den Arzt vor sich an, sie hasste es das er immer in Rätseln sprach.
„Was genau meinen Sie?"
„Schwester Johanna sagte, sie wollten zu Pepper. Geben Sie den Hund einen Knochen zum herumkauen und wir beseitigen solange er abgelenkt ist das Fleisch. Das soll heißen, geben Sie ihnen den Spitzkopf mit, damit sie erstmal ruhig gestellt sind."
Mary Eunice lachte laut auf „Und Sie denken, sie wollen das? Wer bitte will so einen Schwachkopf haben?"
Wissend grinste Arden und schaute geheimnisvoll auf die Frau vor sich „Wenn dieser Italiener der ist, für den ich ihn halte, dann hat er sogar einen verdammten Krüppel geheiratet. Glauben Sie mir, sie wollen Pepper. Und sobald sie weg sind, kümmere ich mich um Miss Martin. Ich werde alles mit dem Monsignore besprechen. Ich weiß, auch er will nicht, dass sein Vögelchen draußen anfängt zu singen."
