Kapitel 18: Noch immer ein Monstrum
Aufgeregt starrte Pepper aus den Fenster des Autos, als Massimo und Elsa mit ihr durch die Straßen von Boston fuhren. Wie lange war es jetzt her, dass Pepper etwas anderes sehen dürfte außerhalb der Mauern von Briarcliff. Sie selbst wusste es nicht, aber es kam ihr wie eine Ewigkeit vor. Immer wieder hüpfte sie aufgeregt von einer Autoseite auf die andere um alles besser sehen zu können. Es war wieder eine völlig neue Welt für Pepper und sie wollte sie kennen lernen. Sie hätte niemals gedacht Briarcliff jemals zu verlassen, ganz zu schweigen ihre geliebte Elsa wieder zu sehen. Oh wie sehr hatte Pepper die schöne blonde Frau vermisst. Oft lag sie viele Nächte wach und kuschelte sich an ihre Hand, wo ihr Elsa vor vielen Jahren einen Kuss gegeben hatte. Das war das einzige Gefühl von Heimat welches Pepper hatte, doch jetzt war alles anders. Sie hatte ihre Elsa wieder. Pepper war zu aufgeregt um auf Elsa und Massimo zu achten, die beide schweigend nebeneinander saßen.
Massimo war vollkommen in Gedanken versunken und wollte nur eines, Elsa so weit wie möglich von Briarcliff wegbringen. Was wenn dieser Mann wirklich Dr. Hans Gruper war? Massimo war in diesen Moment vollkommen überfordert und wusste nicht was er tun sollte. Auch wusste er nicht, wie er es Elsa sagen sollte. Hans Gruper war ein böser Geist aus der Vergangenheit, ein Monster ohne Gewissen. Schon für Massimo war der Gedanke daran, dieses Scheusal noch einmal wieder zusehen unerträglich, wie würde es wohl für Elsa sein? Natürlich war es auch möglich, dass es sich um jemand anderen handelte, aber etwas tief in ihm sagte ihm, dass es Gruper war.
‚Arthur Arden!'
Massimo würde herausfinden wer er wirklich war und das so schnell wie möglich. Vielleicht würde Hans Gruper doch noch das bekommen, was er verdiente.
Elsa hingegen war in Gedanken bei Jude. Sie fühlte sich schlecht bei den Gedanken, dass sie Jude dort zurück lassen musste. An einem Ort wie Briarcliff, der so dunkel und hässlich war. Sie musste herausfinden, welches Band sie und Jude tatsächlich verband. Elsas Eltern waren schon vor vielen Jahren gestorben, aber dennoch gab es vielleicht noch eine Person die Licht ins Dunkle bringen konnte. Eine Frau die Elsa steht's abgelehnt hatte. Ihre Tante Hedwig, die jüngere Schwester ihres Vaters. Sie hatte ihre Tante zuletzt vor über 30 Jahren gesehen und Elsa wusste nicht einmal ob sie wirklich noch am Leben war. Als sie Deutschland verließ, wollte Elsa ihr altes Leben hinter sich lassen und die Vergangenheit, Vergangenheit sein lassen. Doch nun musste sie sich wieder mit ihrem früheren Leben auseinander setzten. Seit Elsa ein kleines Kind war, erzählte man ihr, dass ihre Schwester Jutta verstorben sei, doch das war jetzt mehr als fragwürdig. Sie und Jude hatten so viel gemeinsam, dass es unmöglich nur ein Zufall sein konnte. Wäre es möglich, dass ihre Eltern gelogen hatten? War Jutta nicht gestorben? Was aber war dann mit ihr geschehen? Hier würde Elsa keine Antworten bekommen, es gab nur einen Ort um die Wahrheit zu erfahren und das war Berlin. Der Gedanke daran, nach Deutschland zurück zu kehren erschreckte Elsa. Es gab dort so viele schreckliche Erinnerungen.
Nach fast einer Stunde kamen Elsa, Massimo und Pepper bei dem Hotel an, in dem sie übernachtet hatten. Pepper blickte mit großen Augen auf das imposante Gebäude und die vielen Menschen hier. Pepper war so überwältigt, dass sie die Blicke der Leute nicht bemerkte. Elsa jedoch bemerkte es uns seufzte.
‚Wann werden die Menschen endlich aufhören so engstirnig zu sein?'
Sie nahm Peppers Hand und führte sie in das Hotel.
„Komm Liebchen."
Gerade als sie mit den Lift nach oben fahren wollten, hörten sie ein räuspern hinter sich. Es war der Geschäftsführer des Hotels, der Pepper voller Ekel ansah.
„Verzeihen Sie bitte aber ich glaube das da ist kein Gast unseres Hauses." Er deutete auf Pepper und sah dann zu Elsa und Massimo.
Elsa spürte wie Pepper sich fester an sie krallte und sich hinter ihr versteckte.
„Sie Miss Mars und ihr Ehemann sind uns jederzeit herzlich willkommen aber ich muss darauf bestehen, dass dieser Freak umgehend unser Haus verlässt. Wir sind eines der teuersten Hotels von Boston und haben einen Ruf zu verlieren. Das ist keine Freak Show."
Elsa kochte innerlich vor Wut und funkelte den Mann böse an „Sind Sie ganz sicher? Dann sollten Sie vielleicht selbst mal in den Spiegel schauen."
Massimo war gerade mit nach Lachen zumute aber dennoch musste er grinsen. Elsa hatte eine lose Zunge und Massimo liebte es.
„Bitte Miss Mars, Sie müssen verstehen …." Der Geschäftsführer versuchte Elsas Beleidigung zu ignorieren und wurde sobald er anfing zu sprechen, sofort wieder von Elsa unterbrochen.
„Sie müssen sich keine Sorgen um den Ruf Ihrer Bruchbude machen, wir wollten ohnehin nur unsere Sachen holen."
Elsa drückte den Knopf des Fahrstuhls und fuhr mit Massimo und Pepper nach oben. Bis nach Hause würden sie noch eine weitere Stunde fahren müssen und Elsa wollte nicht zu weit weg von Briarcliff, nicht solange Jude noch da war. Aber sie wusste auch, mit Pepper an der Seite würden sie kein Hotel finden. Es schmerzte Elsa, dass die Menschen selbst heute noch in Pepper eine Art Monster sahen.
Als sie oben in ihrem Zimmer ankamen, packten Elsa und Massimo ihre Sachen während Pepper staunend aus den Fenster sah und über ganz Boston schauen konnte. Nie zuvor hatte sie etwas wie das gesehen.
„ELSA…ELSA….ZUHAUSE?" fragte Pepper und zeigte auf die Stadt.
Mit einem Lächelnd ging Elsa zu Pepper und stellte sich neben sie.
„Nein mein Engel, wir wohnen außerhalb von Boston. Es wird dir gefallen, dass verspreche ich dir."
Sie gab Pepper einen Kuss auf ihren kahlen Kopf und packte dann weiter. Die ganze Zeit über beobachtete sie Massimo, der in Gedanken weit weg war. Sie warf seufzend ihren Pelz in den Koffer und ging dann zu ihren Ehemann.
„Massimo? Was ist los? Seitdem du unsere Ausweise geholt hast, bist du so seltsam."
Massimo hörte auf mit packen und setzte sich auf das Bett, er deutete Elsa sich neben ihn zu setzten und als sie neben ihn war, nahm er ihre Hand in seine.
„Ich hatte ein kurzes Gespräch mit einen der Wachmänner, der Mann schien sehr besorgt zu sein um Jude. Er hatte wohl von unseren Besuch gehört und bat mich um Hilfe. Er sagte, dass in Briarcliff ein Arzt arbeiten würde und er sagte das….." Massimo atmete tief durch, er wusste nicht wie er es Elsa sagen sollte.
„Was? Massimo, was ist es?" Elsa sah Massimo besorgt an und drückte seine Hand.
„Il mio amato, ich weiß nicht wie ich es sagen soll aber ich glaube das dieser Arzt…Elsa, ich glaube Hans Gruper ist dort."
