Kapitel 40: Schicksal oder Zufall?

Völlig übermüdet und überwältigt von den Ereignissen der letzten Tage, saß Elsa in einem Flugzeug, welches sie zurück nach Boston bringen sollte. Nur noch wenige Stunden würden vergehen und sie würde endlich wieder bei ihrem geliebten Massimo sein. Sie hatte ihn so sehr vermisst und wollte nichts sehnlicher, als endlich wieder in seinen Armen liegen. Dennoch wusste Elsa auch, dass sie nicht zu einen normalen Alltag übergehen würde. In den letzten Tagen war so vieles geschehen und es würde Elsas Leben grundlegend ändern. Nichts würde mehr so sein wie es war und ein Teil von Elsa freute sich auf ihr neues Leben. Sie hatte nicht nur ihre süße Pepper wieder bei sich, bald würde sie auch ihre Schwester bei sich haben….eine richtige Familie. Doch so schön der Gedanke, an diese Zukunft war, so angsteinflößend war auch das, was noch vor ihr liegen würde. Sie wusste, es würde nicht einfach werden, Jude aus diesen Drecksloch herauszuholen. Denn sie wusste, mit wem sie es dort zu tun haben würde. Der Gedanke, dass sie Hans Gruber noch einmal wiedersehen würde, erschreckte Elsa nicht nur, nein….es versetzte sie in Todesangst. Dieser Mann war ein Monster in Menschengestallt. Böse und menschenverachtend mit jeder Faser seines Körpers.

Elsa glaubte durchaus an so etwas wie Schicksal. Es war Schicksal, dass Massimo damals bei ihr war, als sie selbst in Lebensgefahr war. Es war Schicksal, dass sie Peppers Schwester Jahre später wieder sahen und dadurch Pepper fanden. Es war Schicksal, an diesen dunklen Ort Jude zu treffen und es war auch Schicksal, dass sie ausgerechnet da ihren Peiniger fand. Nichts geschah ohne Grund und es konnte kein Zufall sein, dass Jude, Gruber und sie selbst an diesen Ort alle zusammen trafen. Ihre Leben war miteinander auf die eine oder andere Art verflochten und das führte sie zusammen.

Gab es vielleicht wirklich eine Art höhere Macht, die Elsa und Jude zusammen brachte und die dafür sorgen wollte, dass auch Gruber endlich seine Strafe bekommen sollte? Für Elsa bestand daran kein Zweifel mehr und sie hoffte…..nein, sie betete inständig, dass diese Macht ihr Stärke für das was noch kommen würde geben würde.

Nachdenklich blickte Elsa auf die Taufurkunde ihrer Schwester. Sie würde Jude alles erzählen müssen und sie wusste, dass Jude auch Fragen haben würde. Wer ihre Eltern waren und wie sie waren. Sie würde mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit wissen wollen, ob sie noch andere Verwandte haben würde. Würde Jude vielleicht sogar ihre Tante kennen lernen wollen? Würde sie den Ort ihrer Geburt sehen wollen? Elsa verspürte einen Schmerz tief in ihrer Brust, wie sollte sie Jude etwas über ihre Familie erzählen ohne selbst daran zu zerbrechen? Niemals würde sie die Worte ihrer Tante vergessen, sie hatten sich tief in ihren Verstand gebrannt.

Du Elsa, hättest niemals geboren werden dürfen'

Es schmerzte Elsa nicht, dass ihre verhasste Tante es gesagt hatte…..es schmerzte zu wissen, dass ihre eigenen Eltern es immer gedacht hatten.

Seufzend faltete Elsa die Urkunde zusammen und legte sie zurück in ihre Tasche. Mehr denn je, sehnte sich Elsa nach Liebe und Zuneigung und sie konnte es kaum erwarten, Massimo in die Arme zufallen und ihn alles zu erzählen. Er war ihr Fels und gab ihr immer Halt und Kraft, ohne seine Liebe wäre Elsa womöglich an den Erkenntnissen die sie jetzt hatte zerbrochen.

Müde blickte sie auf ihre Uhr. In weniger als 4 Stunden, würde sie in Boston sein und dann, wäre sie nicht mehr allein mit all ihren Schmerz.