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Kapitel 42: Voyeur

Seit jeher war Timothy Howard ein Mann des Glaubens. Er wuchs in einer strengen katholischen Familie auf und für ihn stand schon im Kindesalter fest, dass er sein Leben Gott widmen würde. Nie hatte er sich für Frauen interessiert und hatte nie das Verlangen nach fleischlicher Lust verspürt. Anders als andere junge Männer, hatte sich Timothy Gott verschworen und legte das Gelübde ab, den Sünden der Lust zu verzagen.

Doch das änderte sich, als Timothy einer Nonne vorgestellt wurde, die in ihm etwas weckte, was er zuvor so nie verspürt hatte, jedenfalls nicht in diesem Ausmaß. Er verspürte Lust und hatte unkeusche Gedanken, für die er sich schämte. Jedes Mal wenn das Verlangen nach ihr ihn zu überwältigen drohte, betete er zu Gott und bat ihn um Kraft. Es half ihm eine Zeitlang, doch dieses unbändige Verlangen kehrte wieder und wieder. Schwester Jude hatte in ihn etwas entfesselt, was er für alle Zeiten von sich schieben wollte. Er wollte Kardinal werden, vielleicht später sogar Papst. Es war einfach undenkbar, eine derartige Beziehung einzugehen.

Als Jude dann selbst zur Patientin in Briarcliff wurde, dachte er diese Gefühle würden aufhören und das ihre Abtrünnigkeit ihn anekeln oder verschrecken würde. Aber es wurde nur noch schlimmer. Er sah sie nun nicht mehr in ihrem Habit, hochgeschlossen und streng. Er sah sie fast jeden Tag auf neue, ihr langes blondes Haar und ihre unglaublich schönen Beine, die nun nicht mehr im Verborgenen waren. Gott möge ihm helfen, aber er konnte seinen Blick nur schwer abwenden.

Alles um ihn herum hatte sich verändert und nicht nur sein gottloses Verlangen nach Jude, auch die Angst um seine eigene Existenz waren allgegenwärtig. Arden und Mary Eunice hatten ein Auge auf ihn geworfen und er fürchtete um sein Leben…..um alles was er eines Tages erreichen wollte. Er wollte weg von hier, aber er konnte auch Jude nicht hier zurücklassen. Sie war doch sein seltener Vogel….seiner ganz allein.

Als Timothy an diesen Tag erfuhr, dass Jude wohl krank sei und dass sie von Frank in ihre Zelle gebracht wurde, begann sich Timothy zu sorgen. Arden konnte zwar seine Elektroschocktherapie nicht durchführen aber das bedeutete nicht, dass Jude vor ihm sicher war. Arden und Mary Eunice hatten ein Auge auf Jude geworfen und auch wenn er selbst, dieser grausamen Behandlung zugestimmt hatte, tat er es keinesfalls aus Freude. Anders als diese beiden Schlächter, wollte er Jude nicht leiden sehen….er wollte sich doch nur selbst beschützen. Würde nicht jeder so handeln?

Du bist ein erbärmlicher Feigling.' ermahnte ihn eine innere Stimme.

Ja, vielleicht war er das. Seufzend strich sich Timothy über seine Haare. Was sollte er nur tun? Sollte er nach ihr sehen?

Sieh nach ihr, du feiger Hund.' wieder ertönte diese Stimme in seinem Kopf und wie in Trance stand er auf. Ja, dass war er ihr schuldig. Mit gemischten Gefühlen machte sich Timothy auf zum Frauentrakt und war einerseits froh, dass die anderen Insassen nicht da waren aber auf der anderen Seite auch mehr als besorgt. Er würde alleine mit ihr sein und vielleicht würde sie nur mit ihrem Nachthemd bekleidet sein. Verrückte und unzüchtige Bilder bildeten sich wieder vor Timothys inneren Auge und er ermahnte sich, nicht daran zu denken. Als er ihrer Zelle näher kam, vernahm er ein seltsames Geräusch. Es klang wie das Keuchen und Stöhnen einer Frau. Timothy geriet in Panik, vielleicht war Jude doch kränker als er annahm. Schneller ging er auf ihre Zelle zu und stoppte, als er eine männliche Stimme vernahm. Irritiert spähte Timothy durch den Türspalt und was er dort sah, ließ sein Herz für einen Moment aussetzen. Er konnte und wollte es nicht glauben. Seine Sorge war gewesen, Jude in ihrem Nachthemd zu sehen, doch das war bei weitem weniger als ein Nachthemd. Sie war vollkommen nackt und zwischen ihren gespreizten Beinen kniete Frank und sah gierig auf sie herab. Mit offenen Mund stand Timothy einfach nur da und konnte sich kein Stück bewegen. Er wusste, er sollte dieses Treiben unterbrechen aber er konnte es nicht. Stattdessen beobachtete er was dort geschah und starrte Jude voller Begierde an. Nie hätte er gedacht, dass er Jude jemals so sehen würde. Es übertraf all seine Träume und Fantasien. Timothy spürte, wie erregt er war und es gab nichts, was er gegen dieses Gefühl der Erregung hätte tun können. Oder vielleicht doch?

Peinlich berührt sah sich Timothy kurz um und blickte dann sofort wieder zu Jude. In seinen Gedanken, war er es selbst der sie zum stöhnen brachte, während er seinen unglaublich harten Penis in sie stieß. Seine Lust übermannte ihn vollkommen und ihm war so heiß, dass er glaubte sein Blut würde kochen. Es war ein Gefühl, welches Timothy fast verrückt machte und er wollte nur ein wenig von dem spüren, was die beiden gerade teilten. Ohne weiter darüber nachzudenken, öffnete er seine Hose und seine Hand berührte sich selbst. Es war ihm unendlich peinlich und doch fühlte es sich so gut an. Er streichelte sich selbst, zuerst langsam….doch je schneller Franks Bewegungen in Jude wurden, desto schneller wurde seine Hand. Er wendete seinen Blick nicht eine Sekunde von Judes geröteten und verschwitzten Gesicht ab, während er sich selbst befriedigte. Er leckte sich die Lippen und starrte auf ihre nackten Brüste. Er stellte sich vor, wie es wohl wäre mit seiner Zunge über ihre harten Brustwarzen zu lecken.

Nie zuvor hatte Timothy etwas Derartiges getan und er betete, dass Gott ihm seine Schwäche vergeben würde. Je intensiver er sich selbst befriedigte umso unkontrollierbarer wurde es für ihn, selbst wenn jetzt eine Nonne oder er Wachmann hinzugekommen wäre, er hätte nicht aufhören können. Zugut fühlte sich das an, was er gerade tat und er musste jetzt weiter gehen. Er musste fühlen, wie es war wenn die Welt um einen herum völlig in den Tiefen seiner Lust versank.

Er hörte das immer tiefer werdende stöhnen von Jude und versuchte den Mann auf ihr völlig auszublenden. In seiner Fantasie war er es, der sie zum Stöhnen brachte. Als Jude von ihrem Orgasmus geradezu überrollt wurde, da fühlte auch Timothy das erste Mal in seinem Leben die süße Sünde, auf die er solange verzichtet hatte. Es war ein Gefühl, welches er nie hätte beschreiben können und er ließ es zu. Er kam und spürte seine eigenen Säfte auf seine Hand und fühlte die Nässe in seiner Hose. Er atmete schwer und schloss für einen Moment völlig zufrieden die Augen. Timothy fiel es schwer noch zu unterscheiden was real war und was nicht. In seiner Fantasie lag er noch immer auf Jude und konnte fast schon ihre Wärme spüren. Doch all das löste sich in Luft auf, als Timothy seine Stirn an die Wand lehnte. Sie war hart und kalt und plötzlich wurde ihm bewusst wo er war und was er gerade getan hatte. Panisch sah er sich um und zog seine Hand aus seiner Hose.

Oh mein Gott .Herr vergib mir, was habe ich nur getan….?'

Timothy war selbst zu überfordert mit der Situation und wusste nicht, was er tun sollte. Er entfernte sich Rückwärts von Judes Zelle und verließ dann hastig den Frauentrakt.

Was habe ich nur getan? Was hat sie nur aus mir gemacht?'