Hallo an Alle :-) Ich wollte mich noch einmal dafür bedanken, dass so viele Paralyzed favorisiert haben. Ich hoffe, dass euch die Story weiterhin gut gefällt und besonders bin ich auf eure Meinung über dieses Kapitel gespannt.

Dann viel Spaß :-)


Kapitel 5

20.05.1998

Eine Woche war vergangen, seit dem Jaqueline in der Wohnung aufgetaucht war. Eine Woche war vergangen, seit dem sich Fred und George wieder vertragen hatten. Allerdings erst nach dem George Fred noch einmal deftig den Kopf gewaschen hatte. Und fünf Tage waren es nun her, seit dem Ron sie aufgesucht und sich etwas kleinlaut bei ihr entschuldigt hatte. Auch wenn Hermine sich über den ersten Schritt seinerseits gefreut hatte und sie nichts lieber getan hätte, als ihn feste in ihre Arme zu ziehen und nie wieder los zu lassen, hatte sie nichts davon getan. Stattdessen hatte sie mit verschränkten Armen und zusammengezogenen Augenbrauen vor seinen flehenden Augen gestanden. Auch wenn sie ihm sofort verziehen hatte, hatte sie nicht gewollt, dass er es sofort erfuhr. Immerhin war er ein Blödmann gewesen und sie hatte gewollt, dass er verstand wie groß sein Fehler gewesen war.

Womit sie allerdings nicht gerechnet hatte war, dass Ron nach langem bitten und betteln ihre Hand ergriff und sie leise bat, ihm eine zweite Chance zu geben und ihm zu erlauben, sie zum Essen auszuführen. Sie war so erschrocken gewesen, dass sie sich tatsächlich an ihrem eignen Speichel verschluckt, während ihre Augen sich ungläubig geweitet hatten. Nach dem sie allerdings ihre Fassung wieder gewonnen und endlich wieder hatte atmen können, hatte sie ihm mit einem ganz kleinen Lächeln zu gesagt. Immerhin war es das, was sie sich schon seit Jahren wünschte.

Hermine stand nun vor dem großen Spiegel in ihrem Zimmer und begutachtete ihr Spiegelbild. Sie hatte ihre Haare leicht hochgesteckt, nur vereinzelnd fielen kleine, wellige Strähnen um ihr Gesicht, auf dem sich nur ein Hauch von Make-Up befand. Sie war kein besonders großer Freund von Make-Up und hatte sich daher für den natürlicheren Look entschieden.

Von dort fiel ihr Blick weiter hinunter, über ihren Hals, an dem sie eine Kette trug, über ihre Brust und den restlichen Körper. Sie trug ein elegantes trägerloses, silbernes Cocktailkleid aus glitzernden Paillettenstoff und einem herzförmigen Ausschnitt. Das Kleid endete kurz über ihren Knien.
Sie folgte ihrem Blick weiter hinunter zu ihren Knöcheln. An jedem Knöchel schlang sich jeweils ein dünner schwarzer Riemen und bahnte seinen weg zu den High-Heels, die sie an ihren Füßen trug.

Nervös biss sie sich auf die Lippe. Für ihren Geschmack war das ganze schon ´too much´. Sie war nicht der Typ, der High-Heels und knappe Glitzerkleider trug. Aber Ginny hatte darauf bestanden, als sie zusammen mit ihr nach einem perfekten Outfit für ihr erstes Date gesucht hatte. Jetzt im Enddefekt erkannte Hermine, dass es wohl ein Fehler gewesen war, Ginny um Hilfe zu bitten. Die Rothaarige war niemand, der Dinge nur halbherzig erledigte.

Hermine seufzte und setzte sich mit zittrigen Knien auf ihr Bett, als sie sich an die Worte erinnerte, die Jaqueline ihr zum Abschied vor einer Woche an den Kopf geworfen hatte.

Nach dem sie mit George bis abends auf Fred gewartet hatte, hatte sich endlich die Türe zu Freds Zimmer geöffnet und eine kichernde Jaqueline war mit zerzausten Haaren aus dessen Schlafzimmer getreten. Nach dem sie nicht mal beschämt erkannte, dass sich nun auch George wieder in der Wohnung befand, hatte auch Fred sein Zimmer verlassen. Auf seine Frage hin, weshalb George ihm nicht Bescheid gesagt hatte, dass er da sei, hatte George leicht angewidert erwidert, dass er es getan hätte, wenn Fred nicht so verdammt beschäftigt gewesen wäre. Jaqueline hatte sich da wieder eingemischt und hatte ihm vorgeworfen doch nur neidisch auf seinen Bruder zu sein und gesagt, dass sie ihn allerdings verstehen könnte, wenn er eine Gesellschaft wie Hermine hatte, da sie auf gar keinen Fall so hübsch wäre. Mit Mitleid hatte sie ihm dann auf die Schulter geklopft und ihm gesagt, dass sie bestimmt noch jemand hübsches für ihn finden würden. Danach war sie verschwunden.

Also stellte sich Hermine jetzt nicht zum ersten Mal innerhalb von fünf Tagen die Frage, ob Draco Malfoy und all die anderen Slytherins nicht doch Recht gehabt hatten und sie wirklich hässlich war.

Sie war kein Supermodel, das war ihr fast schmerzhaft bewusst, jedes Mal wenn Jaqueline auftauchte, aber sie hatte bis jetzt immer gedacht, dass sie normal hübsch sei. Ihre Locken hatte sie schon vor Jahren zähmen können und ihre langen Vorderzähne waren auch nicht mehr vorhanden. Außerdem hatte sie eine gute Figur und ihrer Meinung nach, reichte ein Körbchen von C ebenfalls aus.

Ihre braunen Augen suchten erneut den Spiegel und fielen somit auf die Uhr, die hinter ihr hing. Erschrocken sprang sie auf und griff nach ihrer Handtasche. Ron würde in nicht mal fünf Minuten hier eintreffen.

Mit einem letzten Blick in den Spiegel ging sie aus ihrem Zimmer und traf im Wohnzimmer die beiden Zwillinge, die bei ihrem Anblick sofort verstummten. George Augen weiteten sich, während Fred sie stumm und ohne Hemmungen von oben bis unten musterte.

Leicht verlegen senkte sie den Blick und biss sich schon wieder auf die Lippe. Eine Angewohnheit, die sie selbst an sich hasste, aber die sie einfach nicht abstellen konnte. „Kann ich so gehen…?", flüsterte sie also leise und wagte kaum den Blick zu heben.

„Du siehst fantastisch aus, Hermine. Natürlich kannst du so gehen.", sagte George und schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln. „Rons Blick möchte ich sehen."

Hermine lachte leise und schenkte ihm einen Blick mit ihren warmen und dankbaren Augen, bevor sie nervös zum Kamin huschten.

„Wo geht ihr beiden essen?", wollte George weiter wissen und Hermine hob die Schultern.

„Ich weiß es nicht genau. Ron meinte es sei eine Überraschung." Dann biss sie sich erneut auf die Lippe und sah an sich hinunter. „Denkt ihr… das ist zu viel?"

„Nein.", lachte George und auch Fred schüttelte seinen Kopf. „Wir würden dich nicht gehen lassen, wenn es nicht mehr als okay wäre, Hermine."

Sie öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, doch grüne Flammen erschienen im Kamin und kurz drauf auch schon Ron. Hermines Herz machte vor Aufregung und Vorfreude einen Hüpfer, während sich ihre Hände in ihre Handtasche krallten.

Doch als ihre Augen endlich Ron erspähten war es, als würde ihr Herz stehen bleiben und fallen. Ihr Mund öffnete sich fast ungläubig, während Ron sie warm anlächelte und auf sie zuging. Er trug nicht mehr als ein ganz normales T-Shirt und eine Hose. Beides passte nicht einmal zusammen. Während seine Hose aus einem braun-roten Stoff bestand, war sein T-Shirt in diesem hässlichen Senfgelb.

Ihr Blick fiel auf George, dessen Augenbrauen ebenfalls fragend zusammen gezogen waren, als Ron sie in eine warme Umarmung zog. „Du siehst unglaublich aus, Mine.", sagte er und sah dann von oben bis unten an ihr herunter.

„D-Danke…", stammelte sie und biss sich auf die Unterlippe. „Du siehst auch nicht schlecht aus, Ron." Ihr Blick huschte direkt zu Fred, der seine Augen zu kniff und fast vergeblich versuchte, nicht in seine Hand zu prusten. Sie konnte förmlich seine Gedanken hören. Lügner!

„Können wir gehen?", wollte Ron wissen und Hermine nickte stumm. Mit einem letzten Blick zu den Zwillingen, die ihr fröhlich hinterher winkten, verschwand Hermine in den grünen Flammen.

XxXxXx

Es war nur eine Stunde später, als Hermine sich auf der Toilette des Geschäftes wieder fand. Tief Luft holend stützte sie sich auf den Rand des Waschbeckens ab und schloss die Augen. Es verlangte ihre ganze Selbstkontrolle und ihren Stolz, um Ron nicht vor allen anderen Gästen anzuschreien und sich lächerlich zu machen.

Sie hatte in dem Moment, als Ron aus dem Kamin in die kleine Wohnung der Weasleys trat, gewusst, dass etwas nicht stimmte. Selbst Ron, der sich beim besten Willen nicht anständig kleiden konnte, hätte sich für ihr Vorhaben weitaus mehr Mühe gegeben. Sie raufte sich die Haare bei der Erinnerung an die Kleidung, die er trug. Selbst ein Kind im Kindergarten hätte einen besseren Job dabei gemacht, sich anständig zu kleiden.

Aber sie konnte über all diesen Sachen stehen und Ron deswegen nicht böse sein, weil sie all dies schon gewusst hatte.

Das größte und beschämenste, dass ihr an diesem Abend passiert war, war als sie aus dem Kamin des angeblich so tollen Restaurants getreten war. Zu ihrem großen Entsetzen hatte sie direkt auf eine Bar gesehen. Der Rauch von billigen Zigaretten begrüßte sie und ließ sie wie auf Kommando husten. Ihre Augen tränten, als sie durch die dicke Luft trat und sich die Männer an der Bar und an den Holztischen zu ihr umdrehten. Die Augenbrauen dieser Männer hoben sich bei ihrem Anblick, einige pfiffen ihr sogar zu, während andere ihre Fäuste hoben und ihr zu grölten.

Verlegen und angeekelt hatte sie sich auf die Lippe gebissen. Sie hatte sich noch nie in ihrem Leben so entblößt und unsicher gefühlt, wie in diesem Moment, als all diese Augen – gefüllt mit purer Fleischeslust - dieser affenartiger Männer auf ihr geruht hatten.

Sie hatte Rons Hand ergriffen und ihn zu sich gezogen. Wütend hatte sie ihn gefragt, wo sie seien und warum sie nicht in dem glanzvollen Restaurant befanden, zu dem sie eigentlich gewollt hatten. Er war rot angelaufen und hatte sich fahrig durchs Haar gestrichen, bevor er Hermine leise und beschämt gestanden hatte, dass er vergessen hatte, dort einen Tisch zu reservieren.

Hermines Augen hatten sich geweitet und sie hatte sich in diesem Moment gefragt, ob sie Ron wirklich so am Herzen lag, dass er vergessen hatte einen Tisch für ihr gemeinsames Date zu reservieren. Aber auch da hatte sie schlucken können und hatte ihn gefragt, warum er sie denn dann in diese Höhle voller Neandertaler gebracht hatte, statt woanders hin. Auf die Antwort, die Ron ihr daraufhin gegeben hatte, würde sie nie bereit sein. Er hatte doch tatsächlich vergessen, dass er ein Date mit ihr ausgemacht hatte und ein Treffen mit seinen Freunden ausgemacht. Als ihm dieser Fehler aufgefallen war, hatte er seinen neuen Freunden nicht absagen wollen und hatte gedacht, er könne so zwei Fliegen mit derselben Klatsche schlagen. Also hatte er Hermine mit zu seinem Treffen mit seinen Saufkumpanen genommen.

Hermine hatte ihn nach diesem Geständnis angesehen, als würde sie ihn überhaupt nicht kennen, hatte aber keine Szene machen wollen und war ihm still an einen Tisch in der hinteren Ecke gefolgt. Sie hatten nicht lange warten müssen, bis das seine Kumpels schon sichtlich betrunken in die Kneipe gestolpert kamen und Ron kräftig auf die Schulter klopften, bevor sie ebenfalls pfiffen als sie sie erblickten.

Der Geruch von Alkohol stieg ihr in die Nase und sie rümpfte diese angeekelt als ihr einer von Rons Kumpeln zu nahe kam und ihr einen Arm über die Schultern warf. Er hatte ihr irgendetwas zu geflüstert und war mit seinem Gesicht noch etwas näher an ihres gekommen, während sich seine verschwitzte Hand mit diesen Wurstfingern auf ihren nackten Oberschenkel gelegt und sich vorsichtig weiter nach oben gearbeitet hatte.
Das war der Moment, in dem sie entschied, dass sie die Flucht ergreifen müsste, bevor sie sich entweder auf den Schoß von Maurice – so hieß der Kerl – übergab oder ihre Geduld endgültig riss und sie all ihre unterdrückte Wut freien Lauf ließ. Also hatte sie seine Hand fortgeschlagen, war aufgestanden und hatte ihnen mitgeteilt, dass sie zur Toilette müsste.

Und so fand sie sich mit den Händen auf dem Waschbecken abgestützt wieder. Sie öffnete die Augen und schaute in das Spiegelbild, das sie kurz bevor Ron sie abgeholt hatte, ebenfalls begutachtet hatte. Die Reaktionen von den Männern da draußen ließen sie wissen, dass sie gut aussah in dem was sie trug. Aber sie mochte dieses Gefühl nicht. Sie mochte es nicht mit einer solchen Lust von Männern angestarrt zu werden, die mehr getrunken hatten, als es gut für sie war und die sie nicht mal kannte. Hätte Ron sie in den Arm genommen, den anderen Männern gezeigt, dass sie zu ihm gehörte und hätte er sie an dem Abend auch nur einmal angesehen, hätte sie sich vielleicht sicherer gefühlt.

Tränen traten in ihre Augen, bei dem Gedanken, dass sie nun wieder aus der Toilette raus treten und sich den anderen Männern selber als Beute vorwerfen musste. Sie schluckte hart und schüttelte den Kopf. Nein, sie war Hermine Granger. Sie hatte Voldemort und Bellatrix persönlich gegenüber gestanden. Sie würde es mit Sicherheit schaffen, die lüsternen Augen der Männer auszublenden, bis das sie wieder bei Ron war, der sie seit dem sie elf gewesen war, beschützt hatte. Und dann würde sie sich in Rons Arme kuscheln und ihn bitten sie von hier fort zu bringen. Ja, genau das würde sie tun.

Sie holte noch einmal tief Luft, bevor sie die Türe aufstieß und mit erhobenem Haupt aus den Toiletten heraustrat. Sie spürte sofort die Blicke der Männer, die es gerne einmal bei ihr versuchen würden. Sie war zwar froh, dass niemand seinem Trieb nachgab, versuchte aber auch zu verstehen warum. Lag es daran, dass Ron im selben Raum war oder war es vielleicht doch der Respekt, den sie ihr als Heldin der Zaubererwelt und als beste Freundin von Harry Potter entgegen brachten?

Als sie an Rons Tisch ankam, atmete sie erleichtert aus, bevor sie sich in Rons ausgestreckten Arm legte und ihm leise ins Ohr flüsterte, dass sie fort wollte.
Ron versteifte sich bei dem Gedanken und seine Augen wandten sich zu ihr. „Wieso, Hermine? Wir haben doch Spaß.", sagte er und Hermine versuchte ihr bestes nicht ihre Nase zu rümpfen als ihr der Geruch von Feuerwhiskey aus Rons Mund entgegen schlug.

„Ron, bitte, ich fühle mich nicht wohl hier.", gestand sie leise und sah sich im Raum um. Die anderen Männer versuchten vergeblichst so auszusehen, als würden sie sie nicht beobachten.

Ron lachte und zog sie näher an sich. „So lange du hier bei uns bleibst, geschieht dir nichts, Hermine. Ich passe schon auf dich auf."

Hermine hätten es in einer anderen Situation vielleicht süß gefunden, doch nun fand sie es nur ärgerlich und frustrierend. Verstand Ron nicht, wie verzweifelt sie schon war, endlich aus diesem Establishment zu entkommen? All diese Leute erinnerten sie an die Blicke, die Greyback oder Rodolphus ihr während des Krieges zugeworfen hatten.

„Ron, bitte.", versuchte sie erneut, doch ohne das erwünschte Ziel. Der Alkohol machte ihn aggressiv und wütend wandte er sich ihr zu.

„Hermine, dass sollte ein schöner Abend für uns alle sein und du bist gerade dabei alles kaputt zu machen. Wenn es dir hier nicht passt, dann geh doch. Ich werde nicht alles für dich aufgeben, nur weil du einmal mit deinen Wimpern klimperst."

Erschrocken schnappte sie nach Luft und setzte sich auf. Was dachte er… „Weißt du was, Ron. Dann werde ich wieder nach Hause gehen. Ich habe echt keine Lust auf einen betrunkenen Ron an unserem ersten Date. Gute Nacht." Mit diesen Worten stand sie auf, griff nach ihrer Tasche und machte sich auf den Weg zum Kamin in der anderen und etwas versteckten Ecke des Raumes. Mit pochendem Herzen kam sie endlich dort an und wollte sich gerade das angebotene Flohpulver nehmen, als sie grob gepackt und mit dem Rücken gegen die Steinwand gepresst wurde. Erschrocken sah sie in das Gesicht eines fremden Mannes. Sie hatten ihn den ganzen Abend im Augenwinkel sabbern sehen können.

„Ärger im Paradies, Schätzchen?", fragte er und bleckte seine Zähne. Seine besonders schiefen und faulen Zähne, unterlegt von dem schlimmsten Mundgeruch, den Hermine je gerochen hatte. Nur schwer unterdrückte sie den Würgereiz als sie innerlich ängstlich aber äußerlich mutig in seine Augen starrte. Seine Augen waren fast schwarz, umrahmt von braunem, schulterlangen und fettigen Haaren.

„Ich denke nicht, dass Sie das irgendetwas angeht.", sagte sie fest und versuchte sich aus seinem Griff zu winden, doch er lachte nur.

Erst jetzt fiel ihr die grauenhafte Narbe auf, die sich quer durch sein Gesicht zog. Bei Salazar…

Dann beugte er sich tiefer zu ihr, bevor er sein Gesicht wandte und ihr mit einer heißen und glitschigen Zunge über die Wange leckte.

Das erschrockene Quietschen, dass ihr die Kehle hoch kroch konnte sie nicht unterdrücken und erneut lachte er. Dann drückte er ihr einen nassen Kuss auf die Lippen, während seine Hand von ihrem Po tiefer strich und sich dann einen Weg unter ihr Kleid bahnte. Tränen sammelten sich in ihren Augen als ihr klar wurde, was geschah und sie öffnete den Mund, um zu schreien. Doch seine andere Hand schoss hoch und hielt ihr den Mund zu. Sein ganzer Körper presste sich von oben bis unten an sie, um zu verhindern, dass sie fort rannte.

Und dann machte er etwas, was veranlasste, dass ihr schwarz vor Augen wurde. Er machte eine ruckartige aber gekonnte Bewegung mit seinen Hüften und Hermine konnte ohne Zweifel etwas spüren, was sie nicht spüren sollte und es machte ihr wahnsinnige Angst zu wissen, dass sie nichts tun konnte. Sie hatte es geschafft Bellatrix die Stirn zu bieten, doch nun wurde sie von einem Mann vergewaltigt, in einer Kneipe, die voll war mit anderen Menschen und ihrem besten Freund. Aber niemand schien sie in der abgelegenen Ecke zu sehen.

Seine Lippen legten sich auf ihren Nacken und mit jedem weiteren Kuss, wandte sie sich stärker in seinem Griff. Mit erschrockener Klarheit wurde ihr aber dann bewusst, was dieses Winden bei ihm auslöste und sie wurde still und stocksteif.

„Genau so ist richtig, meine Kleine.", hauchte er. „Gen-"

„Avery…", ertönte eine Stimme im Hintergrund und der Mann vor ihr knurrte vor Wut, bevor er sich umdrehte.

„Was, Stan?", wollte er wissen und diese Ablenkung machte Hermine sich zu nutzen. Sie hob ihr Knie und traf genau da, wo es ihm besonders wehtat, bevor sie in den Kamin sprang und von grünen Flammen umgeben war. Das letzte was sie sah, war das wutverzerrte Gesicht des Mannes.

XxXxX

Weinend und komplett durch den Wind, fiel sie aus dem Kamin der Weasley Zwillinge und schlang ihre Arme um sich selbst. Nie hätte sie gedacht, dass ihr als Hexe so etwas einmal passieren würde und das Ganze kam ihr schlimmer vor, als die Folterung von Bellatrix. Sie fühlte sich so dreckig, so benutzt und so wertlos wie noch nie in ihrem Leben.

Sie senkte den Kopf und ein herzzerreißender Schluchzer entkam ihr, als sie die Augen schloss und ihr Unterbewusstsein bat, ihn nicht hinter ihren geschlossenen Lidern zu sehen. Vergebens. Es war, als würde sie jede Berührung von ihm erneut spüren und sie griff in ihr Haar und schrie so laut, wie sie schreien konnte.

Sie bekam nur nebenbei mit, wie sich jemand ihr näherte. Doch als ihr Name fiel, so weich und besorgt, sah sie auf und direkt in die schönsten Augen, in die sie in diesem Moment zu blicken hoffte. Sorge und Angst schwammen in ihnen. Bevor Hermine anders handeln konnte, bevor sie endlich wieder klar denken konnte, schmiss sie sich in den Schoß des Rothaarigen. Ihre Mauern fielen komplett als er seine Arme um ihren Rücken legte und ihr beruhigend durchs Haar strich.

Da war sie nun. Halb auf dem Boden, halb im Schoß des Menschen, dem sie eigentlich helfen sollte und weinte, wie sie noch nie in ihrem Leben geweint hatte.


Und was denkt ihr? Zu viel? Meine Beta fand das ganze nämlich zu krass aber ich wollte nicht auf sie hören und habe es trotzdem so gelassen. Ich würde mich über eure Meinung zu diesem Kapitel wirklich freuen.

lG, eure Nessi