„Darf ich fragen, was das soll, Potter?"

Die Nacht war kurz und wie so oft, kaum ruhig. Selbst im Schlaf lies ihn der Potter Junge nicht los und nun, nicht einmal 5 Minuten nach seinem Erwachen, stand eben dieser erneut vor ihm. Es war also doch kein böser Traum gewesen. Potter gehörte nun wirklich ihm. Ein paar Tage zuvor hätte er sich die Besitzurkunde des Jungens höchstwahrscheinlich eingerahmt an die Wand genagelt, aber jetzt?

Der Junge kniete zitternd neben ihm. Der willensstarke, junge Mann von vor den Sommerferien war nun ein gebrochenes Häufchen Elend. Was sollte er bloß mit ihm anfangen?

„I-Ich wusste nicht... w-was Ihr m-mögt, Herr."

Ah. Der Junge hatte sich eigens auf die Suche nach der Küche gemacht, sie offensichtlich auch gefunden, und ihm Frühstück zubereitet. Ob dies ein Überbleibsel des Tagesablaufs seines letzten Herren war oder einfach nur Potter, der versuchte ihm zu gefallen, um möglichst schnell aus dieser misslichen Lage zu kommen, er wusste es nicht.

„Ich präferiere es im Esszimmer zu essen-"

Er sah Potter aufspringen, noch bevor er den Satz zu Ende gesprochen hatte, und ergriff dessen Handgelenk welches sich schon um den einen Griff des Tabletts schloss.

„aber aufgrund der Umstände werde ich heute eine Ausnahme machen. Setz dich."

Sofort erschlaffte Potter und bewegte sich zurück in die kniende Position von vorher. In solchen Momenten ertappte sich Severus bei dem Wunsch nach einer respektlosen Antwort Potters. Er seufzte und bemerkte dabei, wie Potter sichtlich zusammenzuckte. Anstatt darauf einzugehen, entschied er sich erst einmal den Jungen zu ignorieren und sich auf das Frühstück vor ihm zu konzentrieren.

Der Toast war ganz klar in der Pfanne gleichmäßig angetoastet, die Eier zusammen mit dem Bacon gebraten, sodass die Geschmäcker nahtlos ineinander übergehen, und selbst der Kaffee schien heute besser zu sein als sonst. So simpel es auch war, er zog es seinem sonstigen Frühstück vor.

Er wurde erst aus seinen Gedanken gerissen, als er dem neben ihm knienden Jungen durch die Haare strich und dieser zusammenzuckte, als würde er gleich an den Haaren hochgerissen.

„Potter,"

Zaghaft wanderte dessen Blick vom Boden zu ihm.

„Hast du bereits gefrühstückt?"

„N-Nein, Herr, natürlich nicht."

Snape belud seine Gabel mit Toast, Ei und etwas Bacon und hielt sie dem Jungen hin, welcher ihn nur verdutzt ansah und kurz darauf die Augen wieder senkte.

„Iss.", fuhr Severus ihn ungeduldig an.

Er hatte sich seinen ersten Morgen mit seinem neuen Sklaven definitiv anders vorgestellt.

„I-Ich kenne die R-Regeln, Herr. I-Ich habe n-nichts zu Essen v-verdient, Herr.", wisperte der Junge, als hätte er Angst Severus würde ihn hören.

Severus ließ die Gaben klirrend aufs Tablett fallen, stellte es beiseite und richtete sich zu seiner vollen, angsteinflößenden Größe auf. Potter hatte sich zitternd zusammengekauert, anscheinend vorbereitet für eine harte physische Bestrafung. Seine Hand griff Potters Kinn und hob es an, sodass er ihm in die Augen sehen musste.

„Solange du mir gehörst, gelten meine Regeln, Potter, und du wirst tun, was ich dir befehle. Habe ich mich verständlich ausgedrückt?"

In den Worten lag mehr als bloß die pure Aussage. Es war ihm wichtig, dass Potter begriff, dass Ungehorsam keine Option war.

„Ja, H-Herr."

Er ließ sein Kinn los und sofort kauerte sich der Junge wieder zusammen. Severus setzte sich und nahm die Gabel erneut auf.

„Versuchen wir es noch einmal Potter. Iss."

Zitternd richtete sich der Junge auf und ließ sich von Severus füttern. Bei jedem Bissen suchte er erst Severus Blick, als würde er um Erlaubnis bitten, und nach jedem Bissen blickte er hoffnungsvoll auf die Reste des Frühstücks, als sei er sich sicher der vorherige Bissen sei sein letzter gewesen.