So, nach sehr langer Zeit *rotwerd* geht es nun weiter. Ich habe ewig gebraucht, bis ich mich endlich für ein Land entscheiden konnte, die Idee bringt einfach so viele Möglichkeiten ^^ Ich bin noch nicht fertig mit der Geschichte, habe aber mehrere Versionen. Die aktuelle muss ich nun noch anpassen und habe hoffentlich genug Disziplin, euch nicht allzu lange warten zu lassen. Ich muss noch überlegen, in welchem Takt ich neue Kapitel hochlade.
Aber jetzt erstmal viel Spaß mit dem neuen Kapitel und vielen Dank für eure lieben Reviews :-)
Flucht
Dann war er wieder in Hogwarts. Die nächsten Stunden vergingen für Harry wie in einem Strudel. Erst stellte sich heraus, dass Moody nicht Moody war, sondern ein vor 14 Jahren verurteilter Todesser, und um allem die Krone aufzusetzen, verlangte Dumbledore doch tatsächlich von Harry, dass er ihm die ganze Horrorgeschichte in seinem Büro noch mal erzählte. Harry ließ den Teil mit der Zwischenwelt natürlich aus und änderte die Geschichte so ab, dass Voldemort ihn stattdessen gefoltert habe und er, Harry, aber einfach den Pokal mit einem Accio gerufen und sich dabei auf Cedrics Leiche geworfen hätte. Voldemort sei zu erstaunt gewesen, um rechtzeitig zu reagieren.
Harry schaffte es irgendwie, sich nicht anmerken zu lassen, was er von seinen Eltern erfahren hatte, gab aber Sirius, der ebenfalls anwesend war, zu verstehen, dass er ihn dringend sprechen müsse, unter vier Augen, und dass niemand etwas davon erfahren dürfe. Sirius sah ihn besorgt an und nickte.
Danach begaben sie sich in den Krankenflügel, wo Dumbledore versuchte, Fudge zu verklickern, dass Voldemort zurück war. Dieser glaubte es nicht und ließ die anderen zurück, planend, was nun als nächstes geschehen würde. Als Dumbledore Sirius wegschickte, zwinkerte dieser ihm zu, um ihm zu zeigen, dass er Harrys Bitte nicht vergessen hatte, und verschwand.
Harry wurde mit einem Traumlosschlaftrank versorgt, wachte aber einige Stunden später mitten in der Nacht wieder auf. Er erinnerte sich sofort an alles, was geschehen war und an alles, was seine Eltern ihm erzählt und worum sie ihn gebeten hatten.
„Harry?"
Mühsam drehte er den Kopf und sah Sirius neben seinem Bett sitzen – beziehungsweise den Kopf, der Rest war offenbar unter dem Tarnumhang verborgen. Er grinste Harry an und deckte ihn besser zu. Harry aber setzte sich abrupt auf, sodass die Decke sofort wieder runterrutschte, legte einen Stillezauber auf den Krankenflügel und berichtete Sirius alles, was er von seinen Eltern erfahren hatte.
Als er fertig war, saß sein Pate erst einmal eine ganze Weile reglos da. Schließlich hob er den Kopf und Harry sah Tränen in seinen Augen glitzern.
„Er hat es gewusst", flüsterte er. „Er hat es die ganze Zeit über gewusst, zwölf Jahre lang... und er hat nichts getan, um die Sache aufzuklären." Sein Blick wurde entschlossen. „Harry, pack dein Zeug. Wir müssen auf der Stelle abreisen. Wir gehen zu Remus, erzählen ihm alles und verlassen sofort das Land. Ich möchte dich keinen Augenblick länger in diesem Schloss unter Dumbledores Nase wissen. Nicht nach dem, was du mir gerade berichtet hast."
„Was? Jetzt? Sirius, warte. Wenn wir jetzt abhauen, merkt Dumbledore doch sofort, dass was im Busch ist!"
„Das spielt jetzt keine Rolle. Ob jetzt oder in zwei Wochen, das ist egal. Dumbledore kann mit einer Kunst, die Legilimentik heißt, in deinen Kopf eindringen, deshalb müssen wir sofort weg, damit er keine Gelegenheit mehr bekommt, das bei dir zu machen und unseren Fluchtplan zu enthüllen. Es wundert mich sowieso, dass er das heute noch nicht versucht hat, aber wahrscheinlich war er von Voldemorts Rückkehr selbst so sehr aus der Bahn geworfen, dass er gar nicht daran gedacht hat."
„Was? Ist das nicht verboten? Gibt es eine Möglichkeit, sich dagegen zu schützen?", fragte Harry entsetzt. Der Gedanke, dass Dumbledore versuchen könnte, in seinen Gedanken zu stöbern, gefiel ihm überhaupt nicht.
„Ja. Es gibt eine Kunst, die Okklumentik heißt, die Kunst, die eigenen Gedanken und Erinnerungen von dem Eindringen eines Fremden zu schützen. Doch das vernünftig zu lernen dauert Monate, wenn nicht Jahre, und die Zeit haben wir nicht. Nein, Harry, so leid es mir tut, wir müssen sofort los."
Harry nickte langsam. Doch dann breitete sich in seinem Bauch die Aufregung aus. Er würde zusammen mit Sirius und Remus ein neues Leben anfangen, außerhalb Englands. Er würde die Dursleys nie wieder sehen müssen! Er sprang so schwungvoll aus dem Bett, dass Sirius erschrocken zurückwich. Doch dann lachte er leise.
Während Harry sich anzog, überlegten sie, wie sie am besten in den Gryffindorturm kamen. Die Fette Dame fiel aus, denn sie würde sofort Dumbledore Bescheid geben, dass Harry nicht mehr im Krankenflügel war. Schließlich kamen sie auf die Idee, Harrys Feuerblitz mit einem Accio zu rufen und unter dem Tarnumhang durch eines der im Sommer immer offenen Fenster zu fliegen. Danach würden sie Harrys Zimmergenossen sofort mit starken Schlafzaubern belegen, sodass diese nicht aufwachten, wenn sie sein Zeug einsammelten.
Zum Glück schliefen alle bereits, sodass Harry vollkommen unbehelligt alle seine Sachen packen konnte. Dann schrieb er einen Abschiedsbrief an Ron und Hermine, in dem er ihnen aber nur erklärte, dass er einige Zeit für sich bräuchte und sie sich keine Sorgen machen sollten. Diesen Brief legte er auf Rons Nachttisch. Dann schwangen er und Sirius sich wieder auf den Besen und flogen zu der Höhle in den Bergen über Hogsmeade, wo Sirius auf Seidenschnabel umstieg, bevor sie wieder in die Nacht abhoben.
Es war eine warme Nacht, was in Sirius' Fall ein Glück war, denn seine Jeans und sein T-Shirt, die aussahen, als hätte er sie aus der Altkleidersammlung gestohlen – wahrscheinlich hatte er das auch – konnten ihn unmöglich warm halten.
„Sag mal, Sirius", begann Harry zögernd, „wohin sollen wir eigentlich gehen?"
Er kam sich jetzt heimatlos vor. Hogwarts war immer sein Zuhause gewesen, seit er es zum ersten Mal betreten hatte, aber nun, nachdem er erfahren hatte, was Dumbledore ihm angetan hatte, konnte er dem Schloss solche Gefühle nicht mehr entgegenbringen. Der Ligusterweg war sowieso nie sein Zuhause gewesen. Nun hatte er nichts mehr außer Sirius. Er hatte kein Zuhause mehr. Selbst seine Freunde hatte er zurücklassen müssen, ohne einen Hinweis, wo er hingehen würde. Nicht einmal das wusste er, wo er nun hingehen würde. Er hatte absolut keine Vorstellung von den nächsten Stunden, Tagen und Wochen.
Sirius drehte den Kopf und sah Harry an. Er schien genau nachempfinden zu können, was dieser fühlte, denn in seinen Augen erkannte Harry Mitgefühl.
„In welches Land würdest du denn gerne, hm?", fragte er. Seine Stimme klang sehr hoffnungsfroh, und das gab Harry wieder neuen Mut.
„Ich weiß nicht genau... Du musst ja dort Asyl beantragen können, also sollte es vielleicht nicht so eng mit Britannien zusammenarbeiten. Was bedeutet das denn überhaupt?"
„Also, man kann sich in der Zaubererwelt – wenn man wie ich gesucht wird wegen einem Verbrechen, das man nicht begangen hat – in einem anderen Land als dem, in dem man verurteilt wurde, um Asyl bewerben. Das heißt, du wendest dich an das dortige Zaubereiministerium und sagst: 'Hey, ich bin der und der – in der Regel werden sie dich auch kennen – und möchte, dass meine Schuldfrage mit Veritaserum geklärt wird.' Das funktioniert natürlich nur, wenn du unschuldig bist, denn Schuldige werden nach der Befragung an das Land ausgeliefert, das sie sucht. Aber wenn tatsächlich rauskommt, dass du unschuldig bist, gewähren sie dir Asyl, du wirst in dem Land per Ministeriumserlass für unschuldig erklärt und kannst dich innerhalb der Grenzen frei bewegen. Du stehst unter dem Schutz des dortigen Zaubereiministeriums."
„Aber warum hast du das dann nicht schon längst gemacht?", stellte Harry die logische Frage.
„Weil ich in deiner Nähe bleiben wollte. Wenn man Asyl gewährt bekommt, kann man das entsprechende Land nicht verlassen, bis man in dem Land, das einen verurteilt hat, freigesprochen ist."
„Warum nicht?"
„Wenn ich mich beispielsweise in Frankreich um Asyl bewerben würde, dann würde das französische Zaubereiministerium zwar das britische benachrichtigen, aber das britische Zaubereiministerium muss mich deshalb noch nicht frei sprechen. Würde es auch nicht tun, bei den ignoranten Leuten, die dort arbeiten. Das Asylrecht würde nur in Frankreich gelten, in jedem anderen Land wäre ich rechtlich gesehen weiterhin ein gesuchter Massenmörder, auch wenn die Nachricht, dass Frankreich mir Asyl gewährt, sicherlich um die ganze Welt ginge. Das heißt, die anderen Länder würden mich vermutlich nicht mehr verhaften. Aber Britannien dürfte mich in jedem Land festnehmen, außer eben in Frankreich."
„Und wenn sie dich trotzdem in Frankreich verhaften würden?"
„Würden sie nicht. Das würde sich selbst das britische Zaubereiministerium nicht trauen! Es wäre ein persönlicher Angriff auf Frankreich und käme einer Kriegserklärung gleich. Noch nie ist das passiert. Jedenfalls bist du in dem Asylland frei und kannst alle Rechtsgeschäfte tätigen, auch die Anmeldung deines Patensohns auf einer Zauberschule."
Harry grinste. „Okay, aber woher bist du so sicher, dass du auch Asyl bekommst?"
„Weil sie bei sowas immer Veritaserum benutzen, diese Methode ist absolut narrensicher. Da muss die Wahrheit ans Licht kommen. Und Unschuldigen wird immer Asyl gewährt."
„Gut", meinte Harry erleichtert. „Und welches Land wäre am besten?"
„Nun, am besten eines mit liberalen Werwolfgesetzen. Es wäre auch von Vorteil, wenn es nicht die besten Beziehungen mit Großbritannien hätte und außerdem muss sich eine magische Schule darin befinden. Wir besprechen das mit Remus, ok?"
Harry nickte. Er war noch nie in einem anderen Land als Britannien gewesen und ziemlich aufgeregt. Er sah nach unten. Sie flogen über einem Wald und zwischen den Bäumen konnte er ein Licht erkennen, das aus einem Fenster fiel. Seidenschnabel sank tiefer und flog zwischen den Bäumen hindurch, bevor er im Wald ungefähr fünfzig Meter von dem Haus entfernt landete. Harry folgte ihm.
„Warum so weit weg?", fragte er Sirius. Dieser legte den Finger an die Lippen und flüsterte Harry ins Ohr: „Wir wissen nicht, ob das Haus von Auroren bewacht wird. Immerhin wissen die, dass Moony und ich befreundet sind. Kann ich mal kurz deinen Zauberstab haben?"
Mit Harrys Zauberstab führte er den Homenum Revelio aus. Nichts geschah.
„Gut, die Luft ist rein", flüsterte Sirius und gab Harry seinen Zauberstab zurück. Vorsichtig führte er Seidenschnabel über die Wurzeln und band ihn an einem Baum fest. Dann gingen sie zu Remus' Haus und Sirius klopfte vorsichtig an das Fenster, aus dem das Licht kam.
Drinnen saß Remus und sah fern (mitten in der Nacht? Es musste inzwischen zwei Uhr morgens sein, dachte Harry verwundert). Auf das Klopfen hin sprang er auf und deutete mit dem Zauberstab auf das Fenster. Vorsichtig stand Sirius auf und zeigte sich. Remus fiel die Kinnlade herunter. Er sprintete förmlich zum Fenster, riss es auf und fiel seinem Freund um den Hals, ohne zu beachten, dass sich eine halbe Wand zwischen ihnen befand. Dann bemerkte er Harry, der hinter Sirius stand, und die Kinnlade fiel ihm ein zweites Mal herunter, diesmal noch ein Stück tiefer.
„Harry? Okay, jetzt müsst ihr mir erklären, was das zu bedeuten hat. Was macht ihr hier zu dieser Stunde?", fragte er vollkommen verblüfft.
„Es gibt Probleme. Mehrere", fing Sirius an, dann fiel sein Blick auf Harrys müdes Gesicht. „Könnten wir vielleicht..."
Remus schlug sich mit der flachen Hand an die Stirn. „Natürlich, kommt rein. Ich mach euch einen Tee..."
Er ließ sie rein – zur Tür – und zwei Minuten später saßen sie Tee trinkend um seinen Wohnzimmertisch. Harry war so erschöpft, dass er kaum noch sitzen konnte, aber er wusste, dass am Morgen Dumbledore anfangen würde, ihn zu suchen, und dies war garantiert einer der ersten Plätze, wo er nachschauen würde. Bis dahin mussten sie also fort sein.
„Also, was ist passiert? Ich sehe euren Gesichtern an, dass etwas nicht in Ordnung ist", fragte Remus wieder.
„Voldemort ist passiert", ließ Harry gleich die Bombe platzen. „Er hat den Trimagischen Pokal in einen Portschlüssel verwandeln lassen, der mich und Cedric Diggory auf einen Friedhof gebracht hat. Dort hat Pettigrew ein schwarzmagisches Ritual benutzt, unter anderem mit meinem Blut, um Voldemort einen neuen Körper zu geben. Er ist zurück"
Remus saß starr vor Schreck da. Das konnte doch nicht wahr sein. Nun hatte Voldemort es doch geschafft, zurückzukehren. Er sah seine beiden Gäste an. „Wir müssen sofort dem Phönixorden Bescheid geben, Dumbledore..."
„Weiß bereits Bescheid", fiel ihm Sirius ins Wort. „Und Fudge auch, jedenfalls theoretisch, denn er glaubt es nicht. Er wird Harry und Dumbledore als Lügner hinstellen. Aber das ist nicht unser größtes Problem."
Remus sah ihn nur auffordernd an. Harry sprach nun weiter.
„Nachdem Voldemort seinen Körper wiederhatte, hat er mir den Avada Kedavra auf den Hals gejagt. Ich war dann in einer Art Zwischenwelt, und meine Eltern waren da. Sie sagten mir, ich wäre nicht ganz tot." Er erzählte dem erschütterten Remus nun, was Lily und James ihm von den Horkruxen gesagt hatten, und dass er selber einer gewesen war. Remus sah ihn erschrocken an.
„Aber jetzt bin ich keiner mehr", schloss Harry erleichtert. „Voldemorts Todesfluch heute hat diesen Horkrux selber zerstört. Dadurch ist die Prophezeiung nicht mehr gültig."
„Welche Prophezeiung?", fragte Remus verwirrt.
Sirius und Harry wechselten einen Blick. Nun kam der brisante Teil.
„Naja", übernahm Sirius wieder das Gespräch, „es gibt eine Prophezeiung, die besagt, dass ein Junge, der Ende Juli Eltern geboren wurde, die Voldemort schon dreimal die Stirn geboten haben, die Macht hätte, Voldemort zu besiegen, und dass Voldemort ihn als Ebenbürtigen kennzeichnen würde. Das hat er in jener Nacht getan, als er Harry die Narbe verpasst und ihn unabsichtlich in einen Horkrux verwandelt hat. Aber nun hat er ebendiesen zerstört und damit die Kennzeichnung wieder rückgängig gemacht. Deshalb ist die Prophezeiung nichtig geworden."
Remus sah eindeutig erleichtert aus.
„Da ist aber noch etwas", ergriff Harry wieder das Wort. „Meine Eltern haben mir gesagt, dass Dumbledore ganz genau wusste, dass nicht Sirius, sondern Pettigrew unser Geheimniswahrer war. Sie selber haben es ihm im Geheimen gesagt, kurz bevor der Zauber ausgesprochen wurde."
Remus' Kinnlade klappte herunter. Er sah zwischen Sirius und Harry her und versuchte zu begreifen, was das nun hieß. „Das heißt... Dumbledore hat dich ABSICHTLICH zu einem Leben in Askaban verdammt?", fragte er Sirius ungläubig.
„Jep. Und Harry hat auch erfahren, dass es ihr letzter Wille war, dass er, sollte er nicht bei mir aufwachsen können, zu dir kommen sollte. Sie haben außerdem verfügt, dass er auf gar keinen Fall bei den Dursleys aufwachsen soll. Dumbledore hat absichtlich ihren letzten Willen missachtet."
Remus schossen die Tränen in die Augen. ER hätte Harry aufziehen sollen? Warum zur Hölle hatte Albus den Jungen zu den Dursleys verfrachtet?
„Und jetzt?", fragte er immer noch geschockt.
„Nun, James und Lily haben Harry das Versprechen abgenommen, das Land, sprich: Dumbledores Einflussbereich zu verlassen und auf eine andere Zauberschule zu gehen. Ferner wollten sie, dass wir beide mitkommen", sagte Sirius ihm. „Sie wollen, dass du in einem Land lebst, das keine diskriminierenden Werwolfgesetze hat und dass ich politisches Asyl beantrage, damit wir uns beide um Harry kümmern können und ihm den Rest seiner Jugend so angenehm wie möglich gestalten. Sie wollten sogar, das er zehn Jahre wartet, bis er versucht, sie zu rächen, um ihm eine Ausbildung nach seinen Wünschen zu ermöglichen."
Remus starrte ihn an. Er sollte mit Sirius und Harry ins Ausland gehen? Nun, warum eigentlich nicht? Hier in England hielt ihn nichts mehr und er hatte schon mal überlegt, wegzugehen, aber da er keine Fremdsprache sprach, hatte er bisher nichts in die Richtung unternommen. Nur...
„Was ist mit Voldemort?", fragte er zögernd. „Wenn wir ihn nicht aufhalten, wer dann?"
„Ach, der Phönixorden wird sich darum kümmern müssen. Ich habe eigentlich die Aufgabe, den Mitgliedern Bescheid zu geben, aber das soll Dumbledore nun selber machen. Das verschafft uns etwas Zeit und hält ihn beschäftigt, so dass er nicht nach uns suchen kann, bis es zu spät ist. Für diesen Verräter mache ich nichts mehr!"
Remus nickte. „In dem Fall sollten wir uns aber jetzt überlegen, wohin es gehen soll. Ideen? James und Lily haben nur 'Ausland' gesagt, oder? Sie haben kein bestimmtes Land genannt?", vergewisserte er sich.
Harry überlegte. „Sie sagten: Ein Land, das nichts gegen Werwölfe hat, wo Sirius gefahrlos Asyl beantragen kann und ich eine vernünftige Schulausbildung bekomme."
"Gut, da haben wir ja schon mal drei Kriterien", sagte Sirius. "In Europa sind die Länder mit den liberalsten Werwolfgesetzen sämtliche skandinavischen Länder, Rumänien und Italien. Das heißt, in diesen Ländern gibt es gar keine, da gibt es nur eine Klausel, dass der Tag nach Vollmond für Werwölfe kein Arbeitstag ist, ansonsten werden Werwölfe im Gesetz gar nicht weiter erwähnt."
"Das ist alles? Keine Arbeitsbeschränkung oder so?", fragte Remus erstaunt.
"Yep, das war's schon. In Rumänien und Italien gibt es halt keine Zauberschule, was wir jedoch voraussetzen müssen."
"Aber wo gehen dann die dortigen Zaubererkinder in die Schule?", fragte Harry.
"Die gehen dann auf eine ausländische Schule", antwortete Sirius. "Wäre für dich natürlich auch möglich. Die italienischen Zaubererkinder gehen meistens nach Beauxbatons und die osteuropäischen nach Durmstrang."
Harry dachte nach. "Nimmt jede Zauberschule auch Schüler aus anderen Ländern auf?"
Remus räusperte sich. "Müssen sie. Weltweit gibt es nämlich nur wenige von der Internationalen Zauberervereinigung anerkannte Zauberschulen, deswegen gehen die allermeisten Kinder auf ausländische Schulen", ergriff Remus nun das Wort. "In Europa gibt es außer Hogwarts eben noch Beauxbâtons und Durmstrang. Dann haben wir Koldovstoretz in Sibirien, Mahoutokoro in Japan, Uagadou im Grenzgebiet zwischen dem Kongo und Uganda, Ilvermorny in Nordamerika und Castelobruxo in Brasilien.
Manche Schulen haben neben der Lehre der allgemeinen Magie auch einen Schwerpunkt. In Durmstrang zum Beispiel ist das die Dunkle Magie, in Beauxbâtons Zauberkunst. In Mahoutokoro wiederum legen sie sehr großen Wert auf Quidditch-Training. In Ilvermorny wird auch die Magie der amerikanischen Ureinwohner gelehrt, in Castelobruxo liegt der Schwerpunkt auf Magizoologie und Kräuterkunde und in Uagadou auf Alchemie, Astronomie und Verwandlung, zum Beispiel werden da, soweit ich weiß, so gut wie alle Schüler Animagi."
„Die Frage ist", sagte Sirius feierlich, „welche Schule möchtest du besuchen?"
