Die Einteilung

Sie betraten die Eingangshalle. Harry stach sofort das Bodenmuster in Form eines gordischen Knotens ins Auge. Darum herum standen vier große geschnitzte Holzfiguren der magischen Wesen, die die Häuser repräsentierten. Der Donnervogel sah mächtig aus, er erinnerte an einen Greifvogel. Ähnlich wie der Phönix hatte er sehr lange Schwanzfedern. Harry wusste, dass die beiden die nächsten Verwandten waren, aber der Donnervogel viel größer war. Der Wampus wirkte sehr gefährlich, er sah aus wie ein Puma mit sechs Beinen. Die Gehörnte Schlange besaß tatsächlich zwei Hörner und hatte einen Kristall auf der Stirn. Der Pukwudgie sah einem Kobold ähnlich und hatte einen spitzen Pfeil in seinen Bogen gespannt.

„Gut, wie gesagt", wiederholte Professor Gaho, „die vier Häuser Ilvermornys repräsentieren im Ganzen das Wesen eines Zauberers oder einer Hexe. Jedes repräsentiert einen Teil: Donnervogel die Seele, Wampus den Körper, Pukwudgie das Herz und Gehörnte Schlange den Geist. Stell dich nun bitte auf den gordischen Knoten, dann sehen wir die Reaktionen der Figuren. Wenn mehrere reagieren, dann ist es deine Entscheidung, in welches Haus du möchtest."

Nervös ging Harry zu den vier Holzfiguren und positionierte sich auf dem gordischen Knoten. Im Gegensatz zu seiner Einteilung in Hogwarts, wo der sprechende Hut mehrere Minuten überlegen musste, geschahen auf der Stelle gleichzeitig zwei Dinge:

Der Wampus brüllte. Es war ein forderndes, durchdringendes Brüllen. Gleichzeitig schlug der Donnervogel wild mit den Flügeln.

Harry schloss die Augen und dachte nach. Er erinnerte sich an die Worte von Professor Gaho vorhin, wofür die beiden Häuser standen, die ihn ausgewählt hatten. Das Haus Donnervogel stand für die Seele, die Schüler, die hier aufgenommen wurden, waren Abenteurer. Chadwick Boot hatte es gegründet. Das Haus Wampus, von Webster Boot benannt, stand für den Körper, hier kamen die Kämpfer hin.

Er lächelte, als ihm klar wurde, dass er gerade nochmal vor die Wahl, ein neues Leben zu beginnen, gestellt wurde. Sein Leben lang hatte Harry kämpfen müssen, ohne eine Wahl zu haben. Er hatte nie ein eigenes Leben gehabt, sondern wurde einfach zum Kämpfer erkoren, von Dumbledore, von Voldemort, von Barty Crouch Jr, der seinen Namen in den Feuerkelch geworfen hatte. Er wurde von den Zauberern auf ein Podest gehoben, der Junge der lebt, der auserwählt war, die Welt von Voldemort zu befreien. Er hatte keine Wahl gehabt, die Prophezeiung sah es so vor. Sein ganzes Leben war von ihr bestimmt gewesen.

Aber nun hatte er zum ersten Mal im Leben eine Wahl. Die Prophezeiung war nichtig. Er konnte sich etwas aussuchen. Er konnte wählen, ob er kämpfen wollte oder etwas anderes. Wampus oder Donnervogel? Harry dachte an Hogwarts. Vier Jahre in Hogwarts hatte er kämpfen müssen. Er wollte keine Fortsetzung seines Lebens in England.

Er wandte sich nach links und stellte sich neben die große Donnervogelfigur. Diese stieß einen stolzen Schrei aus und legte einen Flügel um seine Schultern. Sirius grinste ihm stolz zu und applaudierte und Professor Gaho nickte lächelnd.

„Das Haus Donnervogel. Eine gute Wahl. Ich bin sicher du wirst dich dort wohlfühlen. Wir gehen jetzt in mein Büro und besprechen dort alles weitere, danach zeige ich euch den Rest der Schule."

Das Schloss von Ilvermorny wirkte viel gemütlicher als die kalten Steinhallen von Hogwarts. Die Böden waren aus Holz und überall lagen Perserteppiche. Allein dadurch war es viel wärmer als in Hogwarts, wo man über der Robe eigentlich immer einen Umhang tragen musste, auch im Hochsommer. An den holzvertäfelten Wänden hingen Wandteppiche, die verschiedenste Tierwesen und geschichtliche Szenen zeigten. Das ganze Schloss war im viktorianischen Stil eingerichtet. Es war sehr gemütlich. Schließlich kamen sie in Professor Gahos Büro. Da Harry aufgrund seines überstürzten Aufbruchs aus Hogwarts kein Zeugnis der vierten Klasse besaß, musste er die Noten, die er gehabt hatte, aus der Erinnerung holen.

„Es ist bei uns so", erklärte Gaho, „wir haben acht Pflichtfächer, die man ab der ersten Klasse für fünf Jahre belegen muss, bis zu den ZAGs also, und dann noch sechs Wahlfächer, von denen man ab der dritten Klasse mindestens zwei wählen muss, man kann aber auch drei nehmen, wenn man will. Die Pflichtfächer sind Wakanda, Zauberkunst, Verwandlung, Zaubertränke, Duellieren, Magibotanik, Magizoologie und Magische Geschichte. Das sind bis auf Wakanda die gleichen wie in Hogwarts, wie ich annehme?"

Harry schüttelte den Kopf. „Die Fächer heißen teilweise anders und statt Magizoologie ist Astronomie Pflichtfach. Ich habe aber Pflege magischer Geschöpfe, wie es in Hogwarts heißt, seit der dritten Klasse als Wahlfach belegt."

„Gut. Dann musst du da zwei Jahre nachlernen. Astronomie kannst du auch weiternehmen, wenn du möchtest, das ist bei uns wiederum ein Wahlfach."

Harry nickte. „Mein zweites Wahlfach war in Hogwarts Wahrsagen, da bin ich aber leider vollkommen unbegabt. Wäre es auch möglich, etwas anderes als zweites Wahlfach zu nehmen?"

„Ja, das musst du sogar, denn bei uns muss sich jeder Schüler, der Wahrsagen wählen möchte, einem Test unterziehen, der nachweist, ob der Schüler überhaupt ein potentieller Seher ist. Wahrsagen ist ein Fach, das man nicht lernen kann, wenn einem die Fähigkeit dazu fehlt. Der Versuch würde ungefähr so viel bringen, als würde ein Fisch das Fliegen lernen wollen. Wir haben höchstens alle paar Jahre mal jemanden, der sich dafür eignet, darum haben solche Schüler sowieso meistens Einzelunterricht. Wenn du das Talent nicht hast, bleiben nach Astronomie noch Alchemie, Arithmantik, No-Maj-Kunde und Alte Runen zur Auswahl."

Harry dachte nach. Er hatte genug nachzulernen, darum entschied er sich, nur zwei Wahlfächer zu nehmen. Doch welches sollte er als zweites nehmen? Es musste leicht nachzulernen sein. In Arithmantik musste man oft etwas berechnen, das hatte er bei Hermine gesehen, und so etwas lag ihm nicht. Und unter Muggeln, nein, No-Majs war er aufgewachsen. Auch wenn er damit keine schulischen Probleme hätte, er wollte ja auch etwas lernen. Alchemie interessierte ihn nicht besonders, weil er keinen Bezug zu Stoffen und ihren Eigenheiten hatte. „Dann nehme ich Alte Runen."

Gaho schrieb seine Fächerwahl auf. „Dann musst du also zwei Jahre Magizoologie, zwei Jahre Alte Runen und vier Jahre Wakanda nachlernen. Das wird für dich sehr schwer, vor allem Wakanda."

„Sie haben vorhin gesagt, es geht darum, sein Totem zu finden und damit kann man dann Magie wirken, richtig? Dauert das so lang, es zu finden?"

Die Schulleiterin nickte. „Wakanda ist nicht leicht. Man braucht immer sein Totemtier dazu, also muss man meditieren lernen, um das Totem zu finden. Nur gemeinsam mit ihm ist die Magie möglich. Aber das Totemtier erstmal zu finden dauert. Es ist auf die Schnelle sehr schwer zu erklären, aber man kann sich durch Meditation in eine andere, transzendente Ebene versetzen, und in dieser sucht man so lange, bis man sein Totem findet. Man muss also viel meditieren, und auch das muss man erst einmal lernen. Es kann bei manchen Schülern Jahre dauern, bis sie ihr Totem gefunden haben. Und wenn das erledigt ist, muss man lernen, von dieser Welt aus mit ihm zu kommunizieren, ohne selbst in der Höheren Ebene zu sein, und seine Kraft von hier aus zu empfangen, und erst wenn man das geschafft hat, kann man Magie ausüben. Das ist das Ziel für die ZAGs, dass man soweit ist, Magie auszuüben."

Harry stand der Mund offen. So schwierig hatte er es sich nicht vorgestellt. „Habe ich überhaupt eine Chance, das bis zu den ZAGs zu schaffen?"

Professor Gaho seufzte. „Wakanda ist unser absolutes Schwerpunktfach, es hat sechs Wochenstunden, die anderen Hauptfächer haben nur vier. Ich will ehrlich zu dir sein, ich bin mir nicht sicher, ob du in der fünften Klasse in Wakanda eine Chance hättest, die ZAGs zu bestehen. Ich kann mich zwar nochmal mit den Fachlehrern beraten, aber grundsätzlich würde ich vorschlagen, dass du in die vierte Klasse einsteigst und die wiederholst. Dann musst du nur drei Jahre Wakanda und noch ein Jahr Runen und Magizoologie nachlernen, das wäre viel leichter zu realisieren. Wäre das in Ordnung für dich?"

Harry überlegte kurz und Sirius sah ihn aufmunternd an. „Du hast ja Zeit, es wäre nicht schlimm, ein Jahr länger zu machen. Bevor du zu große Probleme hast und einen schlechten ZAG bekommst… Warum nicht?"

Harry nickte. „Dann ist es in Ordnung für mich."

„Gut. Ich würde vorschlagen, du besorgst dir die Schulbücher", sie reichte ihm eine Liste mit allen benötigten Sachen der Jahrgangsstufe eins bis vier, darunter auch die Schulbücher, „und lernst Runen und Magizoologie. Da dies Nebenfächer sind, hast du da jeweils nur zwei Wochenstunden, darum ist das nicht so umfangreich. Einer unserer Runenlehrer lebt hier in der Schule, ich werde ihn fragen, ob es ihm möglich ist, dir einmal pro Tag zwei Stunden Nachhilfe zu geben, wenn du mit dem Portschlüssel in die Schule kommen kannst. Bei Wakanda ist es genauso, aber da musst du noch viel mehr selber tun. Magizoologie sollte kein Problem sein, das ist ein reines Lernfach. Wenn du dennoch Hilfe darin benötigst, komm zu mir."

Harry nickte erleichtert. „Das ist sehr nett von Ihnen, vielen Dank! Das hat sich jetzt so angehört, als gäbe es hier mehrere Lehrer pro Fach?"

„So ist es. Einer allein könnte niemals den Unterricht für über 800 Schüler stemmen. Wir haben je nach Fach zwei bis sieben Lehrer, zwei aber nur in den Wahlfächern. Lediglich für Wahrsagen gibt es nur eine Lehrerin, sie unterrichtet aber auch noch in Castelobruxo. Für Wakanda haben wir die sieben Lehrer, in den anderen Hauptfächern sind es jeweils vier, außer in Duellieren, da ist Professor Old in Pension gegangen. Aktuell suchen wir noch nach einem Nachfolger..."

Harry und Sirius sahen sich an und fingen synchron an zu grinsen. „Wir wüssten da vielleicht jemanden", begann Sirius. „Ein guter Freund von mir ist mit uns nach Amerika gekommen. Er hat auch in Hogwarts schon einmal ein Jahr Verteidigung gegen die Dunklen Künste unterrichtet, aber es gibt in England keine Perspektive für ihn."

„Warum nicht?"

„Er ist ein Werwolf", gab Sirius widerwillig zu. „In England werden Werwölfe diskriminiert."

Gaho nickte verstehend. „Nun, das sollte hier kein Problem sein. Wir haben noch zwei andere Lehrer, die Werwölfe sind, er würde wie sie selbstverständlich den Wolfsbanntrank bekommen, bis er gelernt hat, den Wolf zu kontrollieren."

Harry und Sirius rissen Münder und Augen auf. Gaho lächelte. „Hier in Amerika sind wir nicht so von Vorurteilen zerfressen wie die Briten und es gibt in der Tat Techniken, die man lernen kann, um den Wolf zu kontrollieren, aber viele Weiße kennen diese nicht. Könnten Sie ihn bitten, sich mit mir in Verbindung zu setzen, falls er an dem Job interessiert ist?"

„Natürlich", stimmte Sirius zu und Harry grinste bei dem Gedanken, wie Remus in Ilvermorny Lehrer wurde. Das würde ein Spaß werden.

„Danke", sagte Gaho lächelnd.

„Was ist mit der Schuluniform?", fragte Harry.

„Die Schuluniform besteht aus cranberryfarbenen und blauen Roben, du kannst wählen, wann du welche Farbe tragen möchtest. Bei Bedarf kann man darüber einen Umhang tragen, die gibt es ebenfalls in diesen beiden Farben. Der Umhang wird mit einer goldenen Fibel in Form eines gordischen Knotens zusammengehalten. Übrigens darf man auch Haustiere mitnehmen, es sind bis zu zwei erlaubt, solange du sie versorgen kannst."

Sirius fiel etwas ein. „Kriegen die Muggel hier in der Gegend eigentlich nichts von den Pegasi und den Hippogreifen mit?"

„Nein, die Schule liegt in einem magischen Reservat. Der ganze Mount Greylock, auf dessen Gipfel wir hier sind, ist mit Schutzzaubern umgeben, sodass No-Majs hier nicht hineinkommen. Offiziell wird es Mount Greylock State Reservation genannt, aber No-Majs, die reinwollen, haben am Ende nur in Erinnerung, einen nicht so tollen Tag verbracht zu haben, sodass sie nicht mehr kommen wollen. Es gibt sogar ein magisches Dorf im Westen des Reservats, New Ashford, wo nur Zauberer leben, es ist ebenfalls in diese No-Maj-Abwehr mit eingeschlossen. Hauptsächlich leben dort einige Lehrer und auch anderes Personal der Schule, aber es gibt auch einen Pub und etliche Läden. Viele machen dort die jährlichen Einkäufe für das Schuljahr, wobei das auch in der New Yorker Phönixgasse geht."

Harry und Sirius sahen sich an. Das klang ähnlich wie Hogsmeade. „Gibt es wie in Hogwarts Wochenenden während des Schuljahres, wo die Schüler dort einkaufen dürfen?"

„Nur vom ersten bis zum dritten Jahrgang, das ist auch unter der Aufsicht der Lehrer. Ab der vierten Klasse dürfen die Schüler grundsätzlich jeden Tag bis 18 Uhr dorthin, wenn die Eltern es schriftlich erlaubt haben und derjenige seinem Hauslehrer Bescheid gesagt hat, außer natürlich zur Unterrichtszeit.

Am letzten Wochenende im Monat können alle Schüler nach Hause, das geschieht am Freitagnachmittag mit einem Portschlüssel, der die Schüler am Sonntagabend auch wieder zurückbringt und mit dem sie auch immer am ersten September zur Schule kommen und zu Ferienbeginn wieder abreisen. Es ist eine Art Dauerportschlüssel, zur Schule hin funktioniert er immer, man muss ihn nur in die Hand nehmen und dabei ‚Ilvermorny' sagen, nach Hause funktioniert er nur an den Familienwochenenden und in den Ferien, und nach New Ashford funktioniert er immer dann, wenn es von der Zeit her erlaubt wäre und man seinem Hauslehrer Bescheid gesagt hat. New Ashford ist wichtig, weil man unter dem Jahr oft Lernmaterial nachkaufen muss. Oder Scherzartikel", fügte sie zwinkernd hinzu.

Man merkte gut, dass Ilvermorny anders als Hogwarts nie einen Schwarzmagier hatte fernhalten müssen. Über solche Freiheiten konnten die Schüler in Hogwarts nur träumen. Harry freute sich natürlich, das zu hören. Familienwochenenden hätten ihm in Hogwarts nichts gebracht, aber jetzt war das natürlich etwas anderes.

Als alles besprochen war, zeigte Professor Gaho ihnen noch die Gemeinschaftsräume und Schlafsäle aller vier Häuser. Sie waren in vier großen Türmen untergebracht. Unten war jeweils der riesige Gemeinschaftsraum; da Ilvermorny viel mehr Schüler als Hogwarts hatte, war auch jedes der Häuser größer. Sieben kleinere Türme gingen vom Hauptturm ab, in denen sich die Schlafsäle je einer Klassenstufe befanden, einer für die Jungen und einer für die Mädchen.

„Du bist von Hogwarts her wahrscheinlich kleinere Schlafsäle gewohnt", sagte Professor Gaho entschuldigend. „Wir haben hier etwa dreimal so viele Schüler wie Hogwarts, darum sind natürlich auch mehr Schüler in einem Schlafsaal. Mit dir seid ihr jetzt 15 Jungs in der vierten Klasse Donnervogel, bei den Mädchen sind es auch 15, insgesamt also 30, das ist die normale Klassengröße."

„Wird man überhaupt mit Schülern aus anderen Häusern gemeinsam unterrichtet?", fragte Sirius interessiert.

„In der ersten und zweiten Klasse noch nicht. Wie viele Schüler wart ihr in Hogwarts pro Klasse?", fragte sie Harry.

„Etwa zehn pro Jahrgang in jedem Haus, darum haben wir immer mit einem der anderen Häuser Unterricht gehabt", antwortete er.

Professor Gaho nickte. „Wir haben wie gesagt normalerweise um die 30 Schüler pro Jahrgang und Haus, die bilden dann eine Klasse. Ab der dritten Klasse mischt es sich in den Wahlfächern. Da Wahrsagen kaum genommen wird, sind es in der Regel fünf Wahlfächer, und da jeder Schüler mindestens zwei, viele aber auch drei Wahlfächer nehmen und wir jede Fächerkombination möglich machen wollten, muss es in jedem Wahlfach drei Kurse pro Jahrgang geben. Runen 1, Alchemie 1, Astronomie 1, Arithmantik 1 und No-Maj-Kunde 1 sind alle zur gleichen Zeit, analog dazu sind Runen 2, Alchemie 2, Astronomie 2, Arithmantik 2 und No-Maj-Kunde 2 auch gleichzeitig, aber zu einer anderen Uhrzeit als die Einserkurse, und die Dreierkurse sind nochmal zu einer anderen Zeit. So ist gewährleistet, dass jeder Schüler jede Fächerkombination wählen kann, die er möchte. Weil die Schüler möglichst gleichmäßig auf die Kurse verteilt werden sollen, kann man auf die Hauszugehörigkeit nicht so achten. In den anderen Nebenfächern und in den Hauptfächern jedoch werden die Klassen nach wie vor nach der Hauszugehörigkeit unterrichtet."

„In den anderen? Also sind die Wahlfächer auch Nebenfächer?", fragte Harry.

„Ja, Hauptfächer sind nur die Fächer, in denen magische Kenntnisse vermittelt werden. Das betrifft somit Wakanda, Zauberkunst, Verwandlung, Duellieren und Zaubertränke. In Wakanda sind es 6, in den anderen Hauptfächern 4 Unterrichtsstunden pro Woche. Die Nebenfächer vermitteln ergänzende Kenntnisse, die nicht direkt mit der Magie selbst in Zusammenhang stehen, in denen hat man nur 2 Stunden pro Woche. Insgesamt sind es also bis zu den ZAGs 32 oder 34 Unterrichtsstunden pro Woche, je nachdem ob man zwei oder drei Wahlfächer genommen hat. Nach den ZAGs werden alle Fächer gleichwertig, da gibt es keine Haupt- und Nebenfächer mehr, und dann kommt man auch bei den Wahlfächern in die Praxis rein. Am Beispiel von Alte Runen heißt das, man lernt, mit Runen Gegenstände zu verzaubern. Und diese Zauber sind dauerhaft, nicht wie bei einem normalen Zauber, der nach einiger Zeit nachlässt. Aber das ist UTZ-Niveau, vorher muss man erst die Runen beherrschen. Und so ist es mit allen Wahlfächern. Erst wird die Theorie gelehrt, und wer bis dahin durchgehalten hat, darf auf UTZ-Niveau mit der Praxis weitermachen."

Harry stand der Mund offen. Das hatte er gar nicht gewusst, dass Runen mehr waren als nur eine alte Sprache. Gaho zeigte ihnen noch einige Klassenzimmer, die je nach Fächern natürlich anders gestaltet waren. In einem der Klassenzimmer für Magizoologie standen lauter Modelle von Tierwesen. In einem Zaubertränkeklassenzimmer waren alle Regale voller Gläser mit Trankzutaten.

Am Ende standen sie wieder am Eingang und Professor Gaho gab Harry einen hölzernen Anhänger in Form eines Donnervogels. Sie erklärte ihm wie er funktionierte und entließ sie dann. Sie bat Harry, am Montag um 10 Uhr wiederzukommen, dann könne man genauer besprechen, wie die Nachhilfe funktionieren sollte.

Harry und Sirius berührten den Portschlüssel und Harry sagte „nach Hause!" Mit diesen Worten aktivierte sich der Portschlüssel und sie erschienen vor dem magischen Zelt, wo Remus schon ungeduldig auf sie wartete.