So, endlich ein neues Kapitel. Vielen Dank an Schwarze Rose, Yvonne Komposch und Ale74 für die Reviews :) Ich freue mich dass euch die Geschichte so gut gefällt :]
Eine Anmerkung noch: Beachtet bitte, dass ich am 9. Kapitel "Die Einteilung" geringfügige Änderungen vorgenommen habe. Es geht um die Wahlfächer unud die Einteilung von Haupt- und Nebenfächern.
Und nun viel Spaß beim Lesen :)
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Ein neues Zuhause
„Und, wie war es?", fragte er ungeduldig. Sirius und Harry grinsten ihn an. „Du hast einen neuen Job."
„Ich habe was?", hakte Remus verblüfft nach.
„Sie suchen noch einen Lehrer für Verteidigung, oder Duellieren, wie es in Ilvermorny heißt. Ich hab ihr von einem sehr guten Freund erzählt, der nur leider in England keinen Job findet, weil er ein Werwolf ist, und deshalb mit uns nach Amerika gekommen ist. Sie meinte das ist überhaupt kein Problem, sie hätten noch andere Kollegen, die Werwölfe sind und man würde dir natürlich den Wolfsbann-Trank stellen. Nebenbei kennen die Indianer anscheinend Techniken, den Wolf auch ohne den Trank in Zaum zu halten."
Remus ließ sich baff in einen Sessel sinken. Er könnte wieder unterrichten, das hatte ihm sehr viel Spaß gemacht. Und anscheinend war es gar nicht weiter schlimm für die Schulleiterin, dass er ein Werwolf war. Die Zauberer hier waren wirklich viel toleranter!
„Ich werde ihr gleich schreiben. Ich muss mich beeilen, bald geht der Mond auf."
Er trank den Wolfsbanntrank, den er heute früh gekauft hatte, und ging ins Zelt, um seinen Brief zu schreiben. Währenddessen machten Sirius und Harry Abendessen. Als Remus den Brief abgeschickt hatte und wieder zu ihnen stieß, erzählten sie ihm, dass Harry im Haus Donnervogel gelandet war und die vierte Klasse wiederholen würde.
„Das ist keine schlechte Idee", sagte Remus nachdenklich. „wenn man bedenkt, dass du in manchen Fächern durch den schlechten Unterricht in Hogwarts wahrscheinlich sowieso hinterherhinkst. Du hattest in Geschichte und Zaubertränke nie einen vernünftigen Lehrer, und auch in Verteidigung hätte es wirklich besser laufen können. Dazu die Indianermagie..."
Harry nickte. „Ich bin auch ganz froh darüber, dann muss ich noch nicht in neuen Fächern gleich auf ZAG-Niveau sein."
Sie berichteten auch, was Gaho ihnen von New Ashford erzählt hatte und dass es in einem rein magischen Gebiet lag. „Sie meinte, da wohnen nur Zauberer, das wäre eventuell was für uns", sagte Harry begeistert.
Remus holte tief Luft. „Es wäre vielleicht besser, wenn ich mir eine eigene Wohnung suche, sobald ich Geld verdiene."
„Was? Nein!", rief Harry. „Wieso denn? Du gehörst doch zur Familie! Was soll das?"
Auch Sirius protestierte. „Komm schon, Moony, das kann nicht dein Ernst sein. Wir haben so viel zusammen durchgestanden! Es ist doch viel lustiger, wenn wir zusammenbleiben."
„Ich will dir aber nicht auf der Tasche liegen", erwiderte Remus stur. Er hatte nie Almosen angenommen, dazu war er zu stolz, und er würde jetzt nicht damit anfangen.
Harry und Sirius wechselten einen hilflosen Blick. „Schau mal, Moony", begann Harry, „als meine Eltern mich gebeten haben, mit euch in ein anderes Land zu gehen und uns ein neues Leben aufbauen, meinten sie garantiert nicht, dass du dich abkapseln sollst. Du bist jetzt mein Pate. Ich wäre ja sogar bei dir aufgewachsen, wenn Dumbledore nicht den letzten Willen meiner Eltern missachtet hätte. Und jetzt willst du uns einfach allein lassen?"
Remus' Gesichtsausdruck wurde gequält. „Harry..."
Sirius grinste breit. Harry hatte das Spiel begriffen. Er ließ Remus gar nicht weiterreden. „Bitte, wenn schon nicht für Sirius, dann für mich. Bleib bei uns, tu es für mich! James und Lily würden sich das so sehr wünschen!" Er setzte dabei einen Hundeblick auf, der sogar den von Sirius in den Schatten stellte.
Remus sah hilfesuchend zu Sirius, der immer noch gut zu tun hatte, sich das Lachen zu verkneifen. „Tja, Moony, keine Chance! Du bist Harrys Pate und hast eine Pflicht zu erfüllen, was bedeutet, du musst mit uns wohnen. Sonst drehen Krone und Lily sich im Grab um."
Harry konnte sich nicht mehr halten und lachte laut auf.
„Also schön...", stimmte Remus schließlich zu. „Aber wenn ich jemals eine Frau finden sollte, dann muss ich doch woanders hinziehen. Und wir teilen uns die Lebenshaltungskosten."
„Jaja", machte Sirius wegwerfend. Er hatte durch seine Familie so viel Geld, dass er, Harry und dessen Kinder es im Leben nicht ausgeben könnten. „Aber was ist denn nun mit New Ashford?"
„Dort wird Dumbledore zuerst suchen", gab Remus zu bedenken. „Und mit dem Portschlüssel wäre Harry doch von überall schnell in der Schule und in New Ashford, oder?"
Harry überlegte. Das stimmte, Dumbledore könnte sie dort schnell aufspüren. Selbst hier in Amerika ließ ihn der alte Mann nicht in Ruhe sein Leben leben! Das konnte doch nicht sein!
„Wir können also wegen Dumbledore und seiner fixen Idee von wegen Auserwählter nicht mal hier den Wohnort frei wählen?", fragte er niedergeschlagen. Sirius und Remus sahen sich an.
„Ehrlich gesagt glaube ich, dass es keinen Unterschied macht", sagte Sirius langsam. „Wenn wir unser Haus gegen Dumbledore schützen, und da gibt es unzählige Möglichkeiten, kann er uns eh nichts. Und darüber hinaus hätte Dumbledore weit größere Probleme, Harry unter der Nase aller Dorfbewohner unbemerkt zu entführen, als wenn wir allein in einer einsamen Gegend leben würden, wo es nicht auffallen würde."
Nun wurde Remus nachdenklich. Das stimmte natürlich; wenn sie in einem rein magischen Dorf lebten und Albus Dumbledore dort aufkreuzen würde, der berühmteste Weißmagier der Welt, würde er auf Schritt und Tritt von begeisterten Zauberern umlagert werden. Er hätte überhaupt keine Chance, unbemerkt etwas zu unternehmen.
„Ihr habt Recht, wahrscheinlich ist es in New Ashford tatsächlich sicherer als in Alaska, was ich ursprünglich vorschlagen wollte, wegen Hedwig", gab er sich geschlagen. Die anderen beiden sahen ihn entsetzt an.
„Du wolltest nach Alaska?", ächzte Sirius.
„Aber da ist es... kalt", beendete Harry lahm seinen Satz. Auf Alaska hätte er absolut keine Lust gehabt.
Remus hob lachend die Hände. „Ist ja schon gut, mir ist es ja auch lieber, in ein magisches Dorf zu ziehen. Aber wir müssen trotzdem aufpassen, dass wir möglichst lange geheimhalten, wer du wirklich bist. Ich meine, wenn Dumbledore rausfindet, dass Sirius Black einen Sohn namens Harry Black hat, wird es eh kein Geheimnis mehr sein, er ist ja nicht blöd."
Bei dem Wort Geheimnis machte es klick in Harrys Kopf. Er erinnerte sich plötzlich an ein Gespräch, das er mal belauscht hatte, vor, wie es ihm vorkam, Äonen von Jahren in einem anderen Leben jenseits des Ozeans. Es war das Gespräch zwischen Professor McGonagall, Professor Flitwick, Hagrid, Madam Rosmerta und Fudge gewesen, damals in seinem dritten Schuljahr in den Drei Besen, als er sich unerlaubt unter dem Tarnumhang durch den Geheimgang nach Hogsmeade geschlichen hatte.
„Dumbledore hat ihnen gesagt, sie sollten am besten den Fidelius-Zauber anwenden."
„Wie geht der?", fragte Madam Rosmerta, atemlos vor Anspannung. Professor Flitwick räusperte sich.
„Ein äußerst komplizierter Zauber", sagte er quiekend, „bei dem es darum geht, ein Geheimnis auf magische Weise im Innern einer lebenden Seele zu verbergen. Die Information wird in der gewählten Person, dem Geheimniswahrer, versteckt und ist fortan unauffindbar – außer natürlich, der Wahrer des Geheimnisses beschließt, es zu verraten. Solange sich der Geheimniswahrer weigerte zu sprechen, hätte Du-weißt-schon-wer das Dorf, in dem Lily und James lebten, jahrelang durchsuchen können, ohne sie zu finden, nicht einmal, wenn er die Nase gegen ihr Wohnzimmerfenster gedrückt hätte!"
„Man könnte doch einfach mit dem Fidelius-Zauber das Geheimnis um meine Blutadoption durch Sirius in einem Menschen verschließen." Harry sah Remus und Sirius, die ihn mit offenen Mündern und weit aufgerissenen Augen anstarrten, an. „Oder?"
Als die beiden immer noch nichts sagten, sprach er weiter. „So könnte Dumbledore, egal, wie offensichtlich auch immer es sein mag, niemals meine wahre Identität herausfinden, weil das nur geht, wenn ihm der Geheimniswahrer persönlich davon erzählt hat."
Die beiden Rumtreiber waren immer noch sprachlos. Die Idee war so genial, dass sie sich fragten, warum sie nicht schon längst darauf gekommen waren. Der Fideliuszauber konnte in der Tat auf jede Art von Geheimnis angewandt werden, nur wurde er sowieso schon so selten praktiziert, und meistens betraf es eben doch ein Haus, das auf diese Weise versteckt wurde.
„Natürlich, das ist eine hervorragende Idee", rief Sirius stolz. Er wandte sich an Remus. „Du machst doch den Geheimniswahrer, oder?"
Remus nickte, ebenfalls begeistert von dem Plan. Sie stellten sich auf und führten den Zauber gleich aus. Da er sehr kompliziert war und fast einer Art Ritual glich, dauerte es eine Weile. Der Geheimniswahrer musste das Geheimnis auf ein Stück Pergament schreiben, dann wurde dieses verbrannt und dabei aktivierte Remus den Zauber. Als das erledigt war, beschlossen sie, neben Professor Gaho auch die Kobolde von Gringotts einzuweihen, weil diese wissen mussten, wer ihre Kunden waren.
„Wir müssen eh dringend zu Gringotts und unsere Verliese beziehungsweise den Inhalt derselben in die hiesige Filiale transferieren lassen. Und auch Hausverkäufe laufen oft über Gringotts", erklärte Sirius Harry. „Die Bank hat in der Zauberwelt auch die Funktion von Notaren und Maklern. Wir können dort nachfragen, ob in New Ashford zufällig ein Haus zum Verkauf steht."
Die anderen beiden nickten. Sirius schrieb sofort einen Brief an die Gringotts-Filiale in der Phönixgasse in New York, die im magischen Viertel lag, und bat baldmöglichst um einen Termin für alle drei. Sie warteten, bis Hedwig aus Ilvermorny zurückkam und schickten den Brief ab. Danach aßen sie zu Abend und Sirius und Remus verzogen sich in den Wald, weil der Vollmond bald aufgehen würde, während Harry zu Bett ging.
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Bereits am nächsten Morgen kam die Antwort von Gringotts. Wie schon in Ilvermorny bekamen sie einen sehr schnellen Termin angeboten, schon diesen Nachmittag. Auch Remus hatte eine Antwort bekommen: Professor Gaho bat ihn, morgen Vormittag vorstellig zu werden. Sie freuten sich, dass das alles so schnell ging.
Zuerst gingen aber Remus und Sirius ins Bett und schliefen noch ein paar Stunden.
Am Nachmittag machten sie sich auf den Weg in die Phönixgasse. In dem Antwortbrief von Gringotts stand, wie sie dorthin kamen: Sie mussten durch eine Litfaßsäule in der Wall Street hindurchgehen. Seltsamerweise schien niemand sie zu bemerken, als sie sich der Säule näherten. Es war der gleiche Zauber, der auch in Kings Cross angewandt worden war. Sobald sie die Säule passiert hatten, standen sie in der Winkelgasse. Oder zumindest glaubten sie es im ersten Moment.
Die Phönixgasse sah der Winkelgasse so ähnlich, dass man wirklich erstmal meinen konnte, man befände sich im britischen Pendant. Auf den zweiten Blick aber waren es andere Geschäfte mit anderen Namen. Und als sie weitergingen, sahen sie, dass die Phönixgasse auch viel größer war als ihr britisches Gegenstück. Sie war tatsächlich Teil eines ganzen magischen Stadtviertels. Die zahlreichen Nebenstraßen waren allesamt nach Tierwesen benannt. Auch Wohnungen schien es zu geben, über den Geschäften waren viele Balkone angebracht und mit Blumen geschmückt. Sie sahen in einer Seitengasse sogar eine große Wiese, auf der Hippogreife und Pegasi standen.
„Ich vermute mal, dass die Bewohner des magischen Viertels hier ihre Tiere unterstellen können", sagte Remus dazu. „Sie haben ja keine eigenen Weiden, darum gibt es diese große Gemeinschaftsweide."
Die Gringotts-Filiale befand sich wie die in London in einem großen weißen steinernen Haus. Auch das Bronzetor schien charakteristisch für Gringotts zu sein. Selbst die Schalterhalle sah aus wie in London, vollkommen aus Marmor gemacht. Da nur an manchen Schaltern Kunden waren, gingen sie zu dritt an den nächstbesten Schalter. Es war die Nummer elf und der Kobold, der daran saß, hatte ein Namensschild am Umhang, das ihn als Goblak auswies.
„Guten Morgen", sagte Sirius freundlich und stellte sie vor. „Wir haben einen Termin um 15 Uhr wegen verschiedener Angelegenheiten", sagte er und zeigte dem Kobold die Antwort von Gringotts. Goblak sah sie der Reihe nach an und nickte. „Folgen Sie mir bitte", sagte er und führte sie in einen Raum, wo ein runder Tisch und vier Stühle waren. Sie setzten sich alle und Goblak ergriff das Wort.
„Ich wusste gar nicht, dass Sirius Black einen Sohn hat", sagte er und musterte Harry. Remus holte tief Luft und erzählte ihm das Geheimnis, das durch den Fideliuszauber geschützt war. Auch wenn der Kobold nun Beschied wusste, würde er es nicht an jemand anderen verraten können.
„Ich verstehe", sagte er anerkennend. „Eine Blutadoption war eine gute Idee, so gilt Ihr Sohn auch als Ihr Erstgeborener", sagte er zu Sirius, der nickte.
„Genau das war das Ziel", sagte er und sah Harry voller Wärme an.
„Gut, also was haben Sie für Anliegen?"
„Zuerst müssten wir unsere Gringotts-Verliese in diese Filiale verlegen", antwortete Remus. „Ginge das?"
„Das ist kein Problem", sagte der Kobold. „Ich brauche nur eben Ihre Schlüssel und Sie müssten hier unterschreiben", damit reichte er jedem von ihnen ein Stück Pergament. Harry nahm seines und las:
„Ich, Harry Black, bestätige, dass mein Verlies in der Filiale London gekündigt und der gesamte Inhalt in die Filiale New York transferiert wird."
Harry unterschrieb und legte seine Erklärung zu denen von Remus und Sirius. Goblak legte die drei unterschriebenen Erklärungen nebeneinander und den jeweiligen Schlüssel darauf. Dann murmelte er ein paar Worte in Koboldogack. Plötzlich verschwanden die Erklärungen und die Nummern auf den Schlüsseln veränderten sich.
„Erledigt", verkündete Goblak. „Mr Lupin hat das Verlies Nr. 2323, Mr Black das Verlies 2324 und Mr Black Junior das Verlies 2325. Mr Black, ich weise Sie darauf hin, dass nach dem Tod Ihrer Eltern das gesamte Vermögen der Blacks in Ihr Verlies transferiert wurde, also nicht wundern, wenn mehr drin ist, als Sie in Erinnerung haben."
Sirius nahm das gleichgültig zur Kenntnis. Das waren neben ziemlich viel Geld wahrscheinlich eh nur schwarzmagische Gegenstände. Dann fiel ihm etwas ein. „Es wäre vielleicht gut, wenn Harry einen Ahnentest machen könnte", sagte er. Harry sah ihn überrascht an.
Auch Goblak war überrascht. „Die Gebühr dafür ist aber nicht billig, so ein Test kostet 100 Galleonen."
Sirius nickte. „Bitte machen Sie ihn." Er war der Meinung, dass Harry einen Stammbaum von sich haben sollte, er hatte nie viel von seiner Familie gewusst, das sollte sich ändern.
Der Kobold bat Harry, ihm drei Tropfen Blut in einen Kelch mit Wasser zu geben. Harry nahm seinen Zauberstab, richtete ihn auf seinen Finger und murmelte „Diffindo". Eine kleine Wunde entstand, aus der er drei Tropfen Blut in das Wasser gab. Dann heilte er die Wunde wieder. Goblak nahm den Kelch und goss das Wasser auf ein großes Pergament, das mit Runen eingerahmt war. Er sprach wieder ein paar Worte in Koboldogack, bevor er das Pergament zu Harry hinüberschob.
Die drei Zauberer beugten sich darüber und sahen zu, wie Harrys Name und Gesicht ganz unten erschien und von dort aus drei Linien nach oben gingen. Sie endeten in den Namen Sirius Black und Lily und James Potter. Von da aus gingen weitere Linien nach oben. Nach ein paar Minuten war der Stammbaum fertig. Harry sah, dass die Potters von einem Mann namens Linfred von Stinchcombe abstammten. In Klammern stand neben dem Namen „The Potterer". Harry lächelte.
„Ja, daher kommt der Name Potter", sagte Remus, der Harrys Finger auf dem Stammbaum mit den Augen gefolgt war. Harry sah weiter. Der Sohn von Linfred, Hardwin Potter, hatte eine gewisse Iolanthe Peverell geheiratet, deren Großvater ein Ignotus Peverell war.
„Wenn Sie mit dem Zauberstab auf einen Namen zeigen, wird eine Biographie sichtbar", erklärte Goblak. Harry hielt seinen Zauberstab auf Ignotus' Namen und erfuhr, dass dieser den Tarnumhang, den er besaß, hergestellt hatte. Der Umhang war also fast 800 Jahre alt!
Dann sah er auf den Namen seiner Mutter Lily Potter, geb. Evans. Da gab es keine Überraschungen. Sie war tatsächlich muggelstämmig. Harry fragte sich, wie es möglich war, dass aus völlig nichtmagischen Familien plötzlich Magie entstehen konnte, aber hier hatte er den Beweis. Im Stammbaum seiner begabten Mutter war kein einziger Zauberer.
Dann wandte er sich der Black-Linie zu – und erstarrte. Hier stand ganz oben ein wohlbekannter Name.
Auch Sirius und Remus hatten das gesehen.
„Wie ist das möglich?", hauchte Remus. „Wusstest du das, Sirius?"
Sirius schüttelte den Kopf, er konnte es sich auch nicht erklären. „Ich hatte keine Ahnung, und das überrascht mich wirklich sehr. Meine Familie hätte sich die Finger nach dem Ruhm geleckt, wenn sie gewusst hätte, dass Merlin der Stammvater der Blacks ist. Die hätten das überall ausposaunt. Hat keiner von denen jemals einen Ahnentest gemacht?"
Auch Harry war verblüfft. Er war durch die Blutadoption ein Nachfahre Merlins geworden! Ob das wohl Auswirkungen auf seine magischen Fähigkeiten haben würde, die laut Sirius und Remus vorher schon herausragend gewesen waren?
„Vielleicht liegt es daran, dass Merlin ein großer Freund der Muggelstämmigen war", überlegte Sirius. „Wie auch immer, wir können das jetzt nicht klären. Unser letztes Anliegen", wandte er sich wieder an Goblak, „wäre ein Haus. Am besten in einer magischen Gegend."
Goblak nickte und breitete eine große Karte von Amerika auf dem Tisch aus. Überall, wo ein Haus zu verkaufen war, stand eine Miniaturversion desselben auf dem Plan. Es gab viele in Muggelgegenden, doch die erste Aufmerksamkeit der drei Briten galt natürlich New Ashford. Leider war ausgerechnet dort kein Haus zu verkaufen.
„New Ashford ist aus nachvollziehbaren Gründen ziemlich beliebt", sagte Goblak entschuldigend. „Das einzige Haus, was ich Ihnen in der Gegend anbieten könnte, wäre ein kleines Holzhaus vier Kilometer nordöstlich im Wald. Die Lage ist traumhaft, aber es hat einen großen Haken, weswegen niemand es haben will. Es ist nicht an das Flohnetzwerk angeschlossen. Das wäre an sich kein Problem, wenn man apparieren könnte, aber auch das ist im gesamten magischen Reservat nicht möglich. Es steht aus Naturschutzgründen unter Apparierschutz, wegen dem lauten Knall. New Ashford ist die einzige Ausnahme von dieser Regel. Außerdem leben auch Zentauren und verschiedene Tierwesen in der Nähe. Das hat bisher alle potentiellen Käufer abgeschreckt, die Leute wollen lieber in unmittelbarer Nähe vom Dorf wohnen, damit sie apparieren können. Niemand hat Lust, noch mehrere hundert Höhenmeter zu überwinden oder immer, wenn er im Dorf ist, einen Besen mitzuschleppen. Zudem ist das Häuschen nicht sehr groß. Darum kostet es nur 20000 Galleonen."
Das war sehr wenig für ein Haus. Die drei Zauberer sahen sich das Häuschen auf dem Plan an. Es sah sehr gemütlich aus, eigentlich war es perfekt, abgesehen davon, dass man dort nicht apparieren oder flohen konnte. Aber für Ilvermorny hatte Harry ja seinen Portschlüssel und Remus würde bestimmt auch einen bekommen. Nur Sirius würde sich etwas einfallen lassen müssen.
Nachdem sie sich zugenickt hatten, fragte Sirius, ob es möglich wäre, es zu besichtigen.
„Nun, wenn Sie es ernsthaft in Erwägung ziehen möchten, dann könnte ich Ihnen das Haus zeigen."
Er holte aus einem Schrank ein Stück Seil und murmelte wieder ein paar Worte. Sie fassten alle mit an und der Portschlüssel brachte sie an ein in der Tat idyllisches Holzhaus, das mitten im Wald an einem Hang stand. Es hatte einen großen Garten, durch den ein Bach floss. Ein Fußpfad führte von unten aus New Ashford am Garten vorbei, vermutlich Richtung Ilvermorny, das irgendwo oberhalb liegen musste. Das Häuschen war tatsächlich recht klein, es sah aus wie eine Berghütte. Die Eingangstür ging zur Bergseite. Nebenan war ein Stallgebäude. Die drei waren sofort begeistert.
Goblak führte sie hinein. Das Häuschen hatte zwei Stockwerke. Unten war ein gemütliches Wohnzimmer, eine Küche und ein Bad. Das Wohnzimmer hatte eine kleine Veranda zur Talseite raus. Eine enge Wendeltreppe führte direkt aus der Mitte des Wohnzimmers nach oben, wo direkt vier Türen in vier Zimmer gingen, welche Fenster und Balkontüren in jeweils zwei Himmelsrichtungen hatten. Ein Balkon ging ringsherum um den 1. Stock. Die Aussicht war atemberaubend.
„Das Haus ist mit den üblichen Standardschutzzaubern gegen Schädlinge und Einbrecher geschützt. Apperierschutz ist aus naheliegenden Gründen keiner nötig. Wenn Sie mehr Zauber benötigen, können Sie sich gerne an Gringotts wenden", erklärte Goblak.
„Und, nehmen wir es?", fragte Harry aufgeregt.
Remus sah Sirius an. „Mir gefällt es sehr gut. Die Zimmer sind zwar klein, aber was solls, Bett, Schrank und Tisch passen in jedes rein. Im Wohnzimmer unten ist Platz für alles andere."
Auch Sirius nickte. „Ja, es ist perfekt für uns. Und in dem Stall ist mehr als genug Platz für Seidenschnabel. Wir müssen uns nur überlegen, wie wir im Notfall wegkommen. Aber Harry hat ja seinen Portschlüssel und ansonsten haben wir Besen und Seidenschnabel. Ich denke auch, dass wir es nehmen sollten. Eine magische Gegend ist ein seltenes Glück."
Sie teilten Goblak ihre Entscheidung mit und dieser nickte. Sie kehrten zu Gringotts zurück und Sirius machte mit dem Kobold den Kaufvertrag.
Schließlich standen sie mit der Kaufurkunde und dem Schlüssel zu ihrem neuen Heim wieder draußen. Sie sahen sich begeistert an.
„Dann mal los", rief Sirius und rieb sich die Hände. „Lasst uns umziehen."
Sie apparierten zu ihrem Zeltplatz zurück, wo Seidenschnabel und Hedwig sie freudig begrüßten, und packten alles ein. Harry nahm Hedwig auf seine Schulter und bestieg seinen Besen, Sirius saß auf Seidenschnabel auf und Remus nahm ebenfalls seinen Besen. Dann flogen sie nach Norden zu ihrem neuen Zuhause.
