Hallo meine Lieben. Dieses Kapitel ist nun ein bisschen länger und ich hoffe das es euch weiterhin gefällt. Wie schon vorher erwähnt freue ich mich über konstruktive Kritik oder Rückmeldungen.
Bleibt gesund!


Haruta welche noch immer mit ihrem verstauchten Knöchel zu kämpfen hatte, war nachdem sie und die anderen Kommandanten ihren Captain sicher und schlafend in seiner Kabine vorgefunden hatte erst spät in ihr Zimmer zurückgekommen. Dort fand sie die bereits tief schlafende Kasumi auf ihrer Couch vor.

Am nächsten Morgen wachte Kasumi wie immer um sechs Uhr auf. Entgegen ihrer normalen Morgenroutine war nicht der Speisesaal ihr erstes Ziel, sondern die Kajüte des Captains.

Nachdem niemand auf ihr Klopfen reagierte öffnete sie vorsichtig die Tür.

„Mr. Newgate?", eine am vorherigen Tag noch kräftige Stimme erfüllte den Raum: „Also hast du mir gestern doch geholfen, Kind. Ich war der Auffassung das du deine Teufelsfrucht nicht für mich einsetzten würdest."

Kasumi ging gar nicht auf die letzte Aussage ein und sagte nur: „Ich bin hier um mir ihre Werte anzusehen, Sir."

„Kann ich das dann so auffassen das ich ihr nächster Patient bin?", Whitebeard setzte sich unter mühsamen Anstrengungen in eine sitzende Position auf.

„Es sieht ganz danach aus", bemerkte sie und trat neben den alten Mann. Erneut legte sie ihre Hände auf den Arm ihres neuen Patienten. Nach ein paar Sekunden tauchten schimmernde Tafeln um Whitebeard herum auf. Auf ihnen waren Vitalwerte, Blutdruck und andere medizinisch wichtige Daten zu lesen. Kasumis Augen huschten von Tafel zu Tafel und lasen die Daten ab, bis sie sich schließlich von ihnen abwand und den Captain anlächelte.

„Sowie es aussieht, sind ihre Venen verstopft und die Leber scheint wohl langsam den Sake zu bemerken welcher über die Jahre geflossen ist. Kurz gesagt im Grunde ist die Leber bei 40% ihrer ehemaligen Leistung. Zu ihrem Glück kann ich den Schaden durch meine Teufelsfrucht reduzieren. Aber sie werden weniger Sake trinken müssen, dauerhaft!"

„Also kann ich mich wohl bald bester Gesundheit erfreuen", Whitebeards Skepsis war deutlich aus seiner Stimme herauszuhören.

„Ich weiß es klingt unmöglich und das wäre es auch ohne meine Teufelsfrucht. Die hat aber auch ihre Grenzen. Ich werde nur etwa 80% der ehemaligen Leberleistung wiederherstellen können", die junge Ärztin trat ein paar Schritte zurück: „Ich werde ihre Werte heute Nachmittag noch einmal kontrollieren, ich empfehle ihnen heute noch im Bett zu bleiben und eventuell mal keinen Sake zu trinken!"

„Mein Kind, ich werde versuchen den Rat zu berücksichtigen", Kasumi seufzte sich wohl bewusst das der alte Mann keine ihrer Ratschläge annehmen würde.

Ihr nächstes Ziel war nun der Speisesaal, welcher bis jetzt noch leer war bis auf ein paar vereinzelte Personen. Sie durchquerte den Saal mit seinen vielen Tischen und Bänken. Hinter dem riesigen, weißen Sessel des Captains befanden sich zwei Schwingtüren, welche den Eingang in die Küche markierten.

„Guten Morgen Thatch", grüßte sie den Kommandanten der vierten Division. Dieser hantierte grade mit den Pfannen und Töpfen um das Frühstück vorzubereiten. Ohne ein Wort zu sagen reichte er ihr eine Tasse Kaffee. Dankbar nahm sie das Getränk an und nahm einen Schluck.

„Du bist ein Frühaufsteher, hm", seine Feststellung ging fast in dem Geklapper der Töpfe unter.

„Warum bist du eigentlich hier. Du bist doch der Kommandant der Division. Und kein Koch, oder", sie hatte sich an einem der Küchentische niedergelassen und die Tasse dort abgestellt.

„Ich war ein Koch, bevor ich der Crew beitrat. Das kochen entspannt mich", erwiderte er und summte eine nur ihm bekannte Melodie.

„Euer Captain sollte weniger Sake trinken, es schadet ihm. Bei seinem derzeitigen Konsum wird seine Leber sehr bald versagen", Thatch drehte sich überrascht zu ihr um, das hatte er jetzt nicht erwartet.

„Unsere bisherigen Ärzte haben Pops, als äußerst schwierigen Patienten beschrieben", zustimmend nickte Kasumi und murmelte: „Na das wird ja dann ein Spaß werden."

„Also ist Pops jetzt dein Patient?", Thatch hatte sich nun vollends zu ihr umgedreht.

„Scheint so, du wirst meine Gesellschaft wohl noch länger genießen können", Thatch grinste zufrieden und eine ihr wohl bekannte Stimme rief: „Also bleibst du erstmal an Bord?!"

„Sieht wohl so aus, deine Couch steht mir doch nur zu Verfügung, oder?", anstatt zu antworten schlang die eben dazu gestoßene Haruta die Arme um sie.

„Das verstehe ich jetzt mal als ja", lachend löste sich Haruta von ihr und nickte lediglich.

„Könntest du wohl nochmal über meinen Knöchel gucken?", Kasumi hob ein letztes Mal die Tasse an die Lippen und trank ihren letzten Rest Kaffee bevor sie sagte: „Eine gute Idee, dann lass uns dafür aber zur Krankenstation gehen."

Mit einem Winken verabschiedeten sich die beiden Frauen von Thatch und verließen die Kombüse. Der inzwischen halbvolle Speisesaal war bereits erfüllt von einem Stimmengewirr, weshalb keine von den beiden Frauen Ace hörte. Dieser holte sie erst an den Türen zum Korridor ein.

„Wohin des Weges mit euch beiden?", die Frage des Feuerfruchtnutzers beantwortete Kasumi mit einem Fingerzeig in Richtung Harutas Knöchels.

„Wenn du auch irgendwas brauchst, eine Spritze, einen Gips…", weiter brauchte sie gar nicht reden, denn Ace war schon längst zurück in den Speisesaal geflüchtet. Amüsiert machten sich die beiden Frauen auf den Weg zur Krankenstation.

In dieser waren die beiden diensthabenden Krankenschwestern, grade tatsächlich am Arbeiten. Das Kasumi sich bei dem Anlegen des neuen Verbandes ein wenig Zeit ließ und die Krankenschwestern mehrmals aus den Augenwinkeln beobachtete. Blieb von Haruta unkommentiert. Kasumi lächelte diese nur dankend an als sie die Mullbinde festmachte.

„In ungefähr drei Tagen dürftest du wieder voll einsatzfähig sein, aber übertreib es bis dahin bitte nicht mit dem Training", Haruta glitt von dem Behandlungstisch. Verließ den Raum aber nicht ohne Kasumi das Versprechen abzunehmen, dass sie zum Mittagessen erscheinen würde.

Kaum das die Kommandantin den Raum verlassen hatte, drehte sich Kasumi zu den Krankenschwestern um. Diese bemerkten ihren Blick vorerst gar nicht, erstarrten aber als er ihnen auffiel.

„Lasst euch von mir nicht stören, ich bin gleich auch wieder weg", innerlich grinste sie. Eigentlich sollte es einen ja nicht freuen, wenn man gefürchtet wurde. In diesem Fall war Kasumi aber ziemlich stolz auf diese Tatsache. Wie versprochen verließ sie auch wenig später die Krankenstation. Planlos lief sie eine Weile durch die Korridore des Schiffes, bis sie am Aufgang zum Deck ankam.

Fasziniert beobachtete sie von ihrer Position wie die Mittagssonne sich auf den Planken des Decks spiegelte. Als sie sich endlich von dem Anblick losreißen konnte, fiel ihr die Gestalt ihres Patienten auf.

Whitebeard schien grade in ein Gespräch vertieft zu sein, mit wem konnte sie von ihrer Position aus nicht sagen. Das war ihr im Moment aber auch relativ egal. Der alte Mann mochte ja einer der vier Kaiser sein, trotzdem war das was er da grade tat nicht grade förderlich für seinen Gesundheitszustand. Beim näher kommen stellte sie fest das der Gesprächspartner des Captains keine ihr bekannte Person war. Kaum das Whitebeard sie bemerkte sendete er diese aber auch schon weg.

„Mr. Newgate ich hatte ihnen doch EMPFOHLEN im Bett zu bleiben", ihr gegenüber erwiderte darauf nur: „Eine Empfehlung kann man ignorieren, mein Kind!"

Seufzend gab sie sich für den Moment geschlagen.

„Trotzdem sollte ich nochmal ihre Werte kontrollieren, am besten setzten sie sich dafür hin", zustimmend nickte der Captain und folgte ihr zu seinem riesigen Sessel an Deck. Es sich auf einer der Armlehnen bequem machend wartete sie darauf, dass sich ihr Patient niederließ. Dieser ließ sich Zeit, bevor er seinen Arm vor ihr ablegte.

Keiner von beiden bemerkte wie der Vize auf das Deck trat. Routiniert legte Kasumi ihre Hände auf die Venen des Riesen. Grünes Licht umgab die beiden für ein paar Sekunden, bis dieses sich in Tadeln mit medizinischen Werten umwandelte.

Bei dem Anblick der Werte verzog Kasumi das Gesicht unzufrieden.

„Sie haben grade Sake getrunken oder Mr. Newgate?! Ich habe ihnen gesagt, dass sie das wenigstens heute lassen sollten!", mit einer enttäuschten Mine musterte sie den Riesen. Dieser antwortete ihr nicht, stattdessen rief er den Vizen zu sich.

Der Blondschopf trat, kaum überrascht das er entdeckt wurde zu den beiden. Stumm musterte dieser Kasumi, welche nun ihre Hände von dem Arm des Captains nahm.

„Ich werde ihnen wohl doch ein paar Medikamente verschreiben müssen. Die dürfen Sie aber auf keinen Fall mit Sake vermischen oder runterschlucken", eindringlich schaute sie dem alten Mann in das Gesicht.

„Da wirst du mir wohl die ganze Zeit bei, Pops bleiben müssen", Marcos Stimme lenkte ihre Aufmerksamkeit in seine Richtung. Zustimmend nickte sie. Die Idee war gar nicht so abwegig, nachdem sie kurz überlegt hatte guckte sie zu ihrem Patienten und sagte: „Es sieht wohl so aus als ob ich bei ihnen bleiben würde, nachdem ich ihre Medikamente geholt habe!"

Sie brauchte sich gar nicht umdrehen um zu wissen, dass der Captain grade die Augen verdrehte und der Blondschopf innerlich lachte. Sie brauchte nicht lange um die Medikamente herauszusuchen, dennoch war sie schon überrascht das sie das Medikament Sorafenib in einem der Schränke fand. Einer der vorherigen Ärzte musste sich schon bewusst gewesen sein, was den Piraten genau quälte. Mitsamt einer Flasche Wasser machte sie sich auf den Weg zurück an Deck.

Withebeard welcher nicht so erfreut von ihr mitgebrachten Sachen war, nahm die Medikamente trotzdem ohne sich groß zu beschweren. Die Herausforderung war eher ihn davon abzuhalten noch Sake zu trinken. Im Verlauf des Abends kamen öfter Crewmitglieder mit Schalen vorbei. Und die Braunhaarige konnte das Lachen der Kommandanten praktisch hören. Denn den Captain vom Trinken abzuhalten, während alle um ihn herum tranken. Theoretisch möglich, praktisch beinah unmöglich. Dennoch schaffte sie es irgendwie den alten Mann solange vom Trinken abzuhalten bis das Medikament seine Wirkung entfalten konnte.

„Wo warst du beim Mittagessen?", war die Begrüßung von Haruta, als sich Kasumi neben ihr und Thatch niederließ.

„Sorry, euer Captain ist ein ziemlich anstrengender Patient!", sie bekam keinen mitleidigen Blich von den Mitgliedern der Runde. Weder Vista, Marco, Thatch oder Haruta verbargen ihr Lachen.

„Das hätte dir doch schon vorher bewusst sein müssen", Thatchs Worte wurden von einem zustimmenden Nicken der restlichen Kommandanten bestätigt.

Ohne ein Wort zu sagen schnappte Kasumi Haruta ihre Sakeschale aus den Händen und nahm einen kräftigen Schluck. Den restlichen Abend über nippte sie an ihrer eigenen Schale, am nächsten Tag wurde ihr Patient ja nicht weniger anstrengend!


Und dann sind wir schon am Ende angekommen. Nocheinmal man kann es ja in diesen Tagen nicht oft genug sagen: Bleibt gesund!