Willkommen zu einem weiteren Kapitel in dem Leben von Kasumi auf der Moby Dick. Ich hoffe, dass die bisherige Lage da draußen euch nicht zu sehr beeinflusst und wünsche euch wie immer viel Spaß beim Lesern XD
Nachdem sie trotz all ihrer Erwartungen noch etwas zu essen bekommen hatte und ihren nicht grade gut gelaunten Patienten untersucht hatte, genoss die junge Frau erstmal eine Mütze voll Schlaf.
Ein lauter Knall ließ Kasumi am Morgen aus ihrem behelfsmäßigen Bett hochfahren. Mit einem schnellen Blick durch die Kabine stellte sie fest, dass Haruta nicht da war. Mit einem Blick durch das Bullauge identifizierte sie auch die Ursache des Knalls. Ein Marineschiff hatte sich quer vor der Moby Dick positioniert. Sich ihr Gewehr schnappend machte folgte sie dem steigenden Geräuschpegel, welcher sie schlussendlich an Deck führte.
Dort hatten sich dir Piraten an der Reling versammelt welche frontal zu dem Marineschiff war. Das Piratenknäul, wurde für ein paar Sekunden still, als ein blauer Vogel in das Marineschiff flog. Blaue Flammen schlugen hoch und mit licherloh brennenden Segeln zog sich das Schiff zurück.
Jubelrufe ertönten aus der Menge und vereinzelt hörte sie aus der Menge rufe wie: „Das ist unser Vize!" oder „Schlaue Entscheidung, ihr Weicheier!"
Sie entdeckte auf den ersten Blick keine Verletzten. Dennoch war sie sich ziemlich sicher das nicht alle unbeschadet davongekommen waren. Was sie eher überraschte oder vielleicht eher nicht. War die Tatsache das sie keine einzige Krankenschwester an Deck sah. Der „Kampf", wenn man es überhaupt so nennen konnte war immerhin vorbei.
Ihr Gewehr über die Schulter geschlungen, machte sie sich auf die Suche nach der Ursache des Knalls, denn wenn jemand verletzt wurde, dann bei dem Einschlag von was auch immer. Tatsächlich entdeckte sie das Einschlagloch einer Kanonenkugel und die Gestalt des Kommandanten der 16ten Division.
„Ich hätte ja jemand anderen erwartet, aber dass du was von der Kugel abbekommst", erstaunt ging sie in die Knie und streckte die Hand nach seinem verletzten Bein aus. Ein Splitter der Kugel hatte sich in sein Bein gebohrt. Nichts was nicht schnell zu beheben war, dennoch hatte sich schon eine kleine Blutpfütze unter dem Kommandanten gebildet, welche ihr langsam doch Sorgen bereitete. Kurzerhand verpflichtete sie zwei vorbeilaufende Crewmitglieder den Kommandanten zur Krankenstation zu bringen.
In der Krankenstation war es zu Kasumis großer Verärgerung, menschenleer. Auf den ersten Blick konnte sie selbst die diensthabenden Krankenschwestern entdecken. Ihr lautes räuspern ließ die beiden Damen zusammenschrecken.
„Ah… Miss. Es ist doch nicht so schlimm, immerhin ist ja nur eine Person…", kopfschüttelnd wand sie sich von den Frauen ab. Mit Mühe und kaum unterdrückter Wut sagte sie: „Und ihr habt nicht einmal darüber nachgedacht nach zu gucken ob auch wirklich keiner verletzt ist! Aber hey ist ja egal. Neuerdings kommen die Schwerverletzten ja von selber hier hin, was ist denn schon ein abgerissenes Bein, wenn man noch ein halbes hat."
Der Sarkasmus in ihrer Stimme war kaum zu überhören und dennoch lachten die Krankernschwestern und nickten eilig mit den Köpfen.
„Geht mir aus den Augen", zischte Kasumi nur und nun verbarg sie kein Stückchen, dass sie in der Tat sehr wütend war. Eilig verschwanden die beiden Frauen aus dem Raum und tief in ihr drinnen hoffte Kasumi, dass sie das Schiff auf dieser Insel verlassen würden.
Noch während, die junge Ärztin die Wunde von Izou nähte, kam ein überraschender Gast zu ihr.
„Bist du etwa auch verletzt?", fragte sie den Vizen, welcher ihr den Weg zu den Mullbinden versperrte. Als dieser nicht antwortete quetschte sie sich kurzerhand an ihm vorbei und sagte: „Dann gehst du mir jetzt am besten aus dem Weg oder erledigst, bitte, deinen eigenen Kram!"
Falls der Vize etwas darauf erwiderte, dann hörte sie ihm nicht mehr zu. Es schien ja auch nicht grade wichtig zu sein, denn er wiederholte es nicht noch einmal. Nicht, dass es sie interessierte. Im Laufe der nächsten Stunde kamen dann auch die Krankenschwestern der nächsten Schicht, mit ihnen kamen auch noch vier weitere Patienten, von denen zwei unter Beobachtung in der Station bleiben müssen würden. Somit war Kasumi erst ca. eine Stunde später frei um sich um das kleine Personalproblem zu kümmern. Alle diensthabenden Krankenschwestern hatten sich in einem der Seminarräume versammelt, müde zog Kasumi hinter sich die Tür zu und guckte die Frauen lange und ausgiebig an.
„Ich muss sagen, ich habe nicht erwartet das ihr alle euch so wenig um die Crew schert. Was hättet ihr gemacht wäre es zum Ernstfall. Sagen wir mal fünf Schwerverletzte, noch etwa 15 Brandverletzungen und noch andere Fälle. Wären die dann alle an Infektionen gestorben oder hätte man ihnen allen später eine Gliedmaße abnehmen müssen", bedrücktes Schweigen erfüllte den Raum.
Seufzend gab sie für den Tag auf und ließ alle bis auf die notwendige, einigermaßen kompetente Besetzung abtreten.
„Das hast du gut geregelt, ich hätte es nicht andres gemacht", ertönte Izous Stimme von einem der Betten.
„Das mag sein, trotzdem haben die es glaube ich immer noch nicht kapiert. Ich werde einfach mal den Captain fragen müssen, ob ich nicht ein paar von denen von Bord schmeißen darf", den Kopf in den Händen vergrabend. Langsam ließ das Adrenalin in ihrem Körper nach und dieser bemerkte das es Zeit war selber Kraft zu tanken. Den Kopf auf den Rand von Izous Bett gelegt schlief die junge Frau ein.
Sie bemerkte gar nicht, dass jemand sie hochhob und wegtrug. Dieser jemand war Thatch, welcher sie kurzerhand auf eins der feien Betten legte und sie zudeckte. Eigentlich war dieser nur gekommen um noch einmal nach seinem Crewkollegen zu gucken. Wie gesagt bei den Krankenschwestern konnte man ja nie wissen.
Am nächsten Morgen wachte Kasumi durch ein penetrantes klopfen in ihrer Nähe auf. Stöhnend drehte sie sich auf die andere Seite, als das Klopfen immer noch nicht aufhörte öffnete sie wiederwillig ihre Augen. Aus den Augenwinkeln konnte sie die an Rezeption der Krankenstation sitzende Krankenschwester beobachten, welche ihren Kuli immer wieder auf den Schreibtisch klopfte.
Die Beine über den Rand des Bettes geschwungen setzte sie sich auf. Um sie herum waren vier weitere Betten belegt, ob diese bei dem Geräusch schlafen konnten, konnte sie jetzt nicht erkennen - das war ihr aber auch relativ egal.
Im Herausgehen schnappte sie sich einfach den Kuli der Frau und legte diesen vorne auf den Schreibtisch: „Das Geräusch nervt", war alles was sie zu ihrer Aktion sagte.
Bevor sie irgendetwas anderes machte, brauchte sie erstmal einen Kaffee und am besten einen starken! Dieser Punkt auf ihrer To-Do-Liste war auch schnell erledigt. Mit dem Kaffee bewaffnet ging sie nun zu der Kajüte ihres Patienten.
„Guten Morgen Mr. Newgate", auch wenn ihre Stimme voller Enthusiasmus schien, bewies ein Blick in ihr Gesicht das Gegenteil. Der Captain schwieg deshalb und nickte ihr nur zur Begrüßung zu. Die Routineuntersuchung war schnell erledigt, dennoch bleib sie noch neben dem Bett des alten Riesen sitzen, bis dieser fragte: „Du willst doch sicher etwas von mir, oder mein Kind?"
„Eigentlich will ich zwei Sachen", setzte Kasumi daraufhin zögerlich an, sie setzte sich aufrechter hin und sagte: „Zum einen wollte ich gerne mal fragen ob ich denn nicht eine eigene Kajüte haben könnte und zum anderen. Ich sehe bald keine andere Möglichkeit mehr als die Operation, sie müssen mir in dieser Hinsicht am besten bald Bescheid geben. Denn ansonsten kann ich ihnen den Rest der Zeit nur so schmerzfrei wie möglich machen!"
Whitjebard antwortete ihr nicht sofort.
„Wegen der Kajüte werde ich später jemanden an Harutas Zimmer vorbeischicken und die Operation nun in dieser Hinsicht habe ich noch ein wenig Zeit", zögerlich nickte Kasumi: „Aber nicht mehr viel, vielleicht noch eine Woche, dann wäre sie unvermeidlich."
Stille breitete sich in dem Raum aus, wodurch ihr das Knarzen des Stuhles ziemlich laut erschien. Mit den Resten ihres Kaffees in der Hand verließ sie den Raum, blieb aber noch mal an der Tür stehen.
„Überlegen sie es sich gut Mr. Newgate, sie schmeißen sonst eine Chance weg, welche nicht jeder bekommt", die Tür hinter sich zu ziehend, hielt sie für einen Moment inne und ließ die Luft aus ihren Lungen welche sie vor Anspannung angehalten hatte. Denn einem Piraten, und dazu noch einem der vier Kaiser die Meinung zu sagen. Auf die Gefahr hin ihn zu verärgern, nun das war schon etwas was sie nicht alle Tage tat.
In Harutas Kajüte landeten die wenigen Sachen die sie aus ihrem Seesack gepackt hate wieder in diesem. Ihren Mantel und das Gewehr neben diesen legend, war eigentlich schon alles was sie besaß gepackt.
Sie musste auch gar nicht lange warten bis es an der Tür klopfte und einer der Küchenjungen vor ihr stand. Dieser trat nervös von einem Fuß auf den anderen und schaute auf den Boden.
„Einen Moment noch", murmelte Kasumi und legte den Zettel für Haruta auf deren Nachttisch: „So jetzt können wir los."
Der Weg durch das Gewirr von Gängen verlief in einer beklemmten Stille.
„Das hier ist ihr Raum Miss", röte stieg dem Burschen in das Gesicht, als die braunhaarige ihm dankend einen Kuss auf die Wange drückte. So schnell hatte sie noch nie jemanden verschwinden sehen, wie diesen verlegenen Burschen.
Lachend stieß sie die Tür zu ihrem neuen Quartier auf und guckte sich um. Eine Schlafkoje, gegenüber von einem Bullauge und einem Holzschrank. Das Bad war dann wohl auf dem Flur, dachte sie sich während sie ihren Seesack auf der Koje ablegte.
Langsam machte sie daran ihre Sachen einzuräumen. Dabei flatterte ein Zettel auf den Boden. Es war der Zettel von der Frau aus Water 7. Seufzend zog die eine abgewetzte Seekarte aus den Tiefen des Sacks. Ihre Finger wanderten von ihrer derzeitigen Position, fünf Inseln weiter: Sunnydale. Bis die Moby dort ankommen würde wären locker zweieinhalb Monate vorbei. Das passte ja ungefähr mit ihrem Termin überein.
Schlussendlich zog sie ihre Munitionskiste heraus. Ein Blick in ihre Kiste zeigte ihr, dass sie wohl bald oder eher heute neue Munition herstellen sollte. Und dass sie bald mal wieder anfangen sollte Schießübungen zu machen. Der Rest ihrer Sachen war schnell eingeräumt.
Mit ihrer Munitionskiste bewaffnet machte sie sich auf die Suche nach Izou. Irgendwo musste er ja auch seine Munition herstellen. Sie fand den Kommandanten in einem der Trainingsräume.
„Hey Izou", überrascht drehte dieser sich um und hob seine Hand zum Gruß.
„Was treibt dich denn hierher?", Kasumi hob nur ihre Munitionskiste hoch und rief: „Ich muss mich mal dran machen Nachschub zu mache."
„Komm mal mit"; mit einem Winken bedeutete er ihr in einen der angrenzenden Räume zu folgen. Neugierig folgte sie ihm in eine kleine Waffenkammer. An den Wänden hingen Unmengen an Schwertern, Säbeln und Pistolen. Und an der letzten Wand waren Kiste mit Munition gestapelt.
„Du musst mal gucken ob wir dein Kaliber hier haben, ansonsten sag Bescheid. Ich kenn einen guten Waffenladen auf der nächsten Insel", dankend lächelte Kasumi den Mann an und begann die Kisten langsam abzusuchen.
Sie bemerkte kaum wie der Kommandant den Raum verließ, nahm nur aus dem Augenwinkel wahr wie sein Schatten den Raum verließ.
Zu ihrem Glück fand sie tatsächlich eine Kiste mit passenden Kugeln. Grade als sie aufstehen wollte, legte jemand seine Hände auf ihre Schultern.
Sie zuckte zusammen und versuchte aus Reflex aufzustehen, was die Person hinter ihr wohl erwartet hatte.
„Langsam, ich will dir nichts tun", Thatch lachte amüsiert über seinen gelungenen Anschleichversuch.
„Du hast wohl ziemlich viel Langeweile", grummelte Kasumi nur und stand noch leicht angespannt auf: „Beim nächsten Mal liegst du auf dem Boden."
Thatch grinste nur und sagte: „Herausforderung akzeptiert. Aber deswegen bin ich gar nicht hier. Die Krankenschwestern bräuchten deine Hilfe. Dringend!"
Sich ihre Sachen unter den Arm klemmend folgte sie Thatch der beinah die Gänge runter rannte. In dem Flur der Krankenstation hörte sie bereits lautes Stimmengewirr und konnte das Chaos beinah schon sehen.
Durch ihren Kopf schoss nur eine einzige Frage: Was war denn jetzt schon wieder passiert?
So und dann sind wir schon wieder am Ende angekommen. Lasst mir gerne ein paar Rückmeldungen da, ansonsten wünsche ich euch noch eine gesunde Woche und bis zum nächsten Mal.
