Sorry, dass ich erst so spät hochlade; D, wundert euch nicht über die Kursive Schrift im Wechsel mit der Fett gedruckten Schrift, jede Schriftart stellt eine Strophe dar.
„Bedauernswert sind jene die, die denken: Ich bin hässlich, und deshalb klopft die Liebe nicht an meine Tür.
Dabei hat die Liebe durchaus geklopft, nur waren sie nicht bereit, sie hereinzulassen. Sie wollten sich zuerst noch schnell schön machen, obwohl sie es bereits waren.
Oder sie versuchen wie die anderen zu sein, während die Liebe nach jemandem Einzigartigen suchte.
Sie wollten etwas widerspiegeln, was von außen kam, und vergaßen dabei, dass das stärkste Licht von innen heraus kommt."
- Paul Coelho (Die Schriften von Accra)
Über den Rückweg vom Schloss zu den Schiffen, war nichts zu berichten. Kein Schneesturm, keine Banditen und auch sonst keine Schwierigkeiten. Außer vielleicht der totalen Funkstille zwischen Marco und Kasumi. Das alleine machte den Weg schon seltsam genug. Das Fehlen jeglicher Komplikationen, nun ja wie sollte man das sagen. Es machte alles nur noch komischer.
Die Tatsache das keiner von beiden sich auch nur irgendwie bemühte das ganze aufzulockern machte es auch nicht grade besser.
So kam es das sie die Schiffe bereits am späten Nachmittag erreichten, wobei sie auf dem Hinweg etwa das doppelte an Zeit gebraucht hatten, und dabei rechnete sie schon den Zwischenstopp in der Höhle nicht mit.
An den Schiffen angekommen begrüßten sie die verbliebenen drei Männer gespannt. Natürlich wollten sie alle sofort wissen wie es dem alten Riesen ging. Was hätte man auch anderes erwarten können.
Nach einem gefühlten Kreuzverhör schaffte Kasumi es endlich sich die drei Männer vom Hals zu schaffen.
Erleichtert lehnte sie sich an einen Baum der es irgendwie geschafft hatte am Strand zu wachsen. Warum und wie so etwas möglich war. Sie wusste es nicht und in dieser verrückten Welt hatte sie es schon lange aufgegeben solche Sachen zu hinterfragen.
„Wir sind fertig", Marcos emotionslose Stimme riss sie aus ihren verqueerten Gedanken. Sie schaute nur kurz auf und nickte, bevor sie sich von dem Baum abstieß, um dem Vize zu dem kleinen Einmaster zu folgen.
„Hey Kasumi, pass auf unseren Vize auf. Der hats nicht so mit Manieren, aber wem erzähle ich das denn du weißt das ja schon", Ted klopfte Vista anerkennend auf die Schulter.
„Besser hätte ich es nicht sagen können. Passt auf euch auf", mit diesem letzten Gruß setzten die beiden Segel.
Dass die Reise alles andere als entspannt werden würde war ihnen beiden bewusst gewesen, dennoch hatte keiner der beiden gedacht das es so schnell eskalieren würde. Aber kaum das die Insel außer Sichtweite war begannen die beiden sich zu streiten. Der Grund war so lächerlich das Kasumi am liebsten gelacht hätte, wäre sie nicht so sauer auf den Blondschopf gewesen.
„Und was soll ich jetzt dagegen tun. Es ist nun mal jetzt so. Ich kann ja auch nicht die Zeit zurückdrehen…", Wut funkelte in ihren Augen, aber das war nichts gegen den Gesichtsausdruck ihres Gegenübers.
„Ach ja, vielleicht lügst du mich ja auch die ganze Zeit an. Was hast du mir alles verschwiegen. Hm lass mich mal aufzählen: Einen Freund der über alles Bescheid wusste, einen Bruder und dieses verkackte Buch", mit jeder Aufzählung trat er näher an sie heran.
„Entschuldigung, der ehrenwerte Vize muss natürlich sofort alles über mein Leben erfahren. Aber hey, ist mir egal ich breite gerne meine ganze Lebensgeschichte vor einer wildfremden Person aus, die mal ganz beiläufig erwähnt noch nicht einmal ein bisschen von sich preisgegeben hat", mit jedem Wort schubste sie den Vize weiter von sich weg bis er gegen die Reling des Schiffes gelehnt stand.
Schweratmend standen sie sich also nun gegenüber. Keiner bereit auch nur einen Punkt seines Monologes zu wiederhohlen. Schlussendlich gab Kasumi nach und drehte sich wütend um, darauf bedacht das ein paar ihrer Haare dem Vize ins Gesicht peitschten.
Im Gehen rief sie noch: „Und nur damit du es weißt. Wenn ich die Wahl gehabt hätte, wärst du meine letzte Wahl gewesen", wütend knallte sie die Tür hinter sich zu.
Somit überließ sie es dem Vize den kleinen Einmaster auf Kurs zu halten. Dieser war verständlicherweise auch ziemlich geladen, wer wäre das denn nicht. Dennoch befanden sich die beiden immer noch auf einem beengten Raum, auf dem sie sich nur schwer aus dem Weg gehen konnten.
Das bewies allein die Tatsache, dass Kasumi noch immer neben dem Blondschopf schlafen musste um wenigstens ruhig schlafen zu können. Dazu kam auch noch der Fakt das einer immer das Schiff auf Kurs halten musste. Was für ein Spaß nicht wahr!
Immer noch sauer, begann sie etwas zu essen zu machen. Nicht das sie nicht immer noch sauer war, innerlich brodelte es bei ihr und mit jedem Mal, dass sie etwas zerschnitt stellte sie sich vor das die dem Vize seine bekloppte Frisur zerstören würde. Weiter wollte sie gar nicht denken.
Die beiden sprachen auch für die nächsten Stunden kein Wort miteinander. Wer konnte es ihnen schon verdenken, so übernahm sie das Steuer einfach ein paar Stunden später von ihm und reichte ihm dabei einen Teller mit noch warmen Spagetti.
Am nächsten Morgen fand der Vize sie an den Mast gelehnt, die Zeitung lesend. Kein Wort kam über die Lippen der beiden, Marco ließ sich einfach neben ihr nieder und schaute nach vorne.
„Marco", er neigt nur leicht den Kopf als Antwort: „Es tut mir leid du weißt schon wegen gestern Abend. Ich wollte das alles auch nie, das musst du mir bitte glauben."
Eine Weile schwieg der Vize bevor er antwortete: „Ich weiß. Ich meine keiner von uns hätte das so planen können. Es tut mir auch leid damit du es weißt."
Den restlichen Tag verbrachten sie in einer stillen Symbiose. Nicht ganz aneinander vorbei, aber auch nicht ganz miteinander agierend.
Laut ihrem Logport würden sie sehr bald eine Insel erreichen, was gar nicht so schlecht war. Um einen hatten sie einmal Abstand voneinander und zum anderen konnte sie ihre Vorräte auffrischen. Im Verlauf des Abends kam diese auch bereits schon in Sicht.
Der weniger erfreuliche Teil neben der Sichtung der Insel, war das Flaggschiff von Big Mom. Das musste ja nicht heißen das sie ein Problem hatten, nur würde ihr Aufenthalt weniger bequemlich sein als erwartet.
Besonders weil sie ja keine Aufmerksamkeit erregen wollten musste Marco wohl oder übel seine Frisur überdecken. Kasumi hatte ja vorgeschlagen sie abzurasieren, immerhin wäre es ja eine Verbesserung. Er hatte darauf nicht so entspannt reagiert. Wer hätte das wohl gedacht. Um auf Nummer sicher zu gehen hatte er sich ebenfalls von seinem Hemd verabschieden müssen, ihrer Meinung nach standen ihm das T-Shirt und die Jacke eh besser. Aber da schieden sich die Geister, wie man so schön sagte.
Das Schiff alleine zulassen wäre natürlich zu riskant und recht dumm gewesen, weshalb erst Kasumi an Bord blieb und Marco sich daran machte Lebensmittel zu besorgen. So kam es das sie gelangweilt auf der Reling hockte und die Passanten beobachtete. So schön so gut, bis sie eine große Gruppe von Piraten bemerkte. Anscheinend welche aus der Crew von Big Mom, wenn man nach den Tattoos ging.
Die Gruppe aus den Augenwinkeln aufmerksam beobachtend, begann sie leise zu summen.
Haunting Ghost, of my dreams,
let go.
For I must cross your gates tonight.
Oh you, Ghost by the seeping waters.
Sweet memories flowing underwater.
World- loseres and World- foresakers.
Yes we are the movers and the shakers.
Holding on to the love,
for a different Land.
Are you just an idolater,
on whom the pale moon gleams?
Taking my place,
taking my peace.
Immer noch summend zog sie sich zurück. Sie sang zwar nicht das ganze Lied, aber dennoch stieg in ihr das Gefühl von Heimat auf. Für einen kurzen Moment sah sie sich neben Jack sitzen, dann war die Erinnerung aber schon wieder weg, vergangen mit dem Wind.
Marco kam auch wenig später mit mehreren Tüten bewaffnet zurück. Sie sah ihn schon von weitem kommen, blieb aber auf der Reling sitzen. Grade ging die Sonne in den Wellen der offenen See unter und sie konnte sich nicht von dem Anblick losreißen.
„Du hättest mir auch mal helfen können", sein Gemurre ignorierend schaute sie weiter auf die offene See.
„Was ist? Was habe ich jetzt schon wieder…", sie schüttelte nur den Kopf: „Ich helfe dir ein anderes Mal, okay. Nur nicht jetzt." Das akzeptierte er anscheinend, denn er ließ sie für den Rest ihrer Schicht in Ruhe. Bis es dann Zeit für den Schichtwechsel war.
Kaum das der Vize sich auf dem Deck niedergelassen hatte, war Kasumi bereits von Bord gesprungen. Die Stadt war noch immer gut gefüllt, was es ihr ermöglichte sich gut unter die Menge zu mischen.
In der Stadt verfolgte sie kein bestimmtes Ziel, nur Abstand. Ein Laden schaffte es jedoch ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Die Fassade bröckelte bereits und die Tür hing bereits schief in den Angeln, dennoch hat das doch seinen Charm, oder?
Im inneren des Ladens standen Regal an Regal an verstaubten Büchern und sie musste ein Niesen unterdrücken, als sie ein besonders staubiges Exemplar berührte.
„Oh ein Besucher", eine kratzige Stimme ertönte aus einer Ecke des Ladens: „Und dann auch noch so eine hübsche junge Dame!"
„Ähm, danke", ein mulmiges Gefühl machte sich in ihr breit. Und ihr Blick flog durch den Raum. Sie musste hier raus!
„Willst du etwa schon gehen? Haben deine Eltern dir, denn keine Manieren beigebracht?", ein kehliges Lachen entkam der Person vor ihr: „Aber was erwartet man, denn schon von den Menschen von Maktub."
Kasamis Atem stockte, ihre Stimme zitterte leicht bei ihren nächsten Worten: „Was haben sie da gesagt?!"
„Du hast mich schon verstanden, Kind!", zischte die Frau und verzog ihr Gesicht zu einer Grimasse: „Für immer kannst du dich nicht vor uns verstecken, wir wissen jetzt wo du bist!"
„Ihr redet zu viel, Dämon", ihre Hand glitt zu ihrem Messer.
„Was hat mich verraten?", krächzte die nun gestaltlose schwarze Masse mit ihren leuchtend roten Augen: „Du wirst auch noch fallen, und sie alle mit dir!"
Der Blick des Dämons glitt zu ihrem Arm und ein kichern entkam der Masse: „Ach es ist doch nicht dein kleiner Freund geworden."
Stechend rote Augen fixierten sie: „Er wird dich auch nicht retten können! Ihr könnt uns nicht entkommen! Schlussendlich werdet ihr alle zwölf unserer Macht erliegen und wir werden endlich unseren Platz…"
Kasumis Messer bohrte sich in die Lücke zwischen den beiden roten Punkten und die Masse begann in sich zusammen zufallen ohne ihren Satz zu beenden.
„Ihr redet zu viel Dämon", zischte Kasumi, während das Messer bereits wieder zu Boden fiel.
Die Lust weiter alleine in der Stadt herumzulungern war ihr gehörig vergangen, weshalb sie einfach ihr Messer auflas und den Laden eilig verließ.
Die notwendigen medizinischen Kleinigkeiten besorgte sie noch, bevor sie sich bereits eine Stunde später wieder auf dem Einmaster niederließ.
Sie hatte zwar keinerlei Lust auf den sicher ausbrechenden Streit, dennoch würde sie Marco wohl langsam über die Geschichte der SGO aufklären müssen.
Sie hatten noch in den späten Abendstunden abgelegt. Kasumi hatte es mit der Anwesenheit von Big Mom begründet, weil ganz ehrlich. Marco hätte ihr das mit dem Schatten keine Sekunde abgekauft. Sie wohl auch nicht in seiner Lage.
Nur noch zwei Inseln lagen zwischen ihnen und Sunnydale, nicht mehr viel Zeit um Marco auch noch den Rest der Geschichte zu erzählen. Man konnte die Menschen die man mochte leider nicht vor allem bewahren und manchmal musste man ihnen wehtun. Um ihnen zu zeigen wie sie überleben konnten. Und es mochte im ersten Moment schmerzen. Und doch war es der einzig mögliche Weg.
Das hatte ihr der alte Mann damals gesagt und nun gab es ihr die Stärke auch das letzte ihrer Geheimisse zu teilen.
„Marco, ich muss mit dir reden."
Im nächsten Kapitel, beginnt ein neuer Arc. Wie ihr es vielleicht schon bemerkt habt XD
