Da bin ich wieder XD Ich hoffe euch gefällt die Story weiterhin. Wir gehen jetzt in einen neuen von der Storyline gelösten Arc, ich hoffe er ist mir einigermaßen gelungen XD

So bin ich die Dunkelheit,

so bin ich die Finsternis

und doch willst du nicht rennen.

Doch wohl das Licht nicht scheint,

so musst du wohl wissen,

dass ich nicht nur dunkel bin.

Bin ich doch die Seele,

welche einst ihren Weg verlor.

Bin ich doch ein Wesen,

welches einst im Lichte ging.

So sahst du mein Licht

Und gabst ihm von deinem,

sodass es mir den Weg leite.


Ein Sturm hatte den kleinen Einmaster mit seinen zwei Seglern gezwungen, kurzzeitig den Anker zu werfen.

In der kleinen Küche des Schiffes saßen die beiden also nun vor zwei Schalen Sake, umgeben von einer unangenehmen Stille.

„Du wolltest mit mir reden, dann rede auch", in seiner Stimme schwang keine Wut mit, nur Neugier.

„Ja, das stimmt", noch immer den Sake betrachtend lehnte sie sich zurück: „Mach es dir bequem, das wird eine längere Geschichte werden. Du wirst nicht mögen was ich dir gleich erzähle. Ich mag es selbst nicht einmal", ihr Blick verlor sich in den kleinen Wellen die der Sake in der Schale schlug.

„Wenn du das sagts", sie sah Misstrauen in seinen Augen aufblitzen: „Ist das ein weiteres deiner Geheimnisse?"

„Nein, es nicht irgendein Geheimnis", ihr Blick löste sich von dem Getränk und hielt seine Augen fest: „Es ist mein letztes."

Sie sah bereits wie er Luft holte um etwas zu sagen, sie hob aber nur die Hand: „Lass mich bitte erst erzählen, danach kannst du so viele Fragen stellen wie du möchtest, Bitte."

Eine Weile hörte man nur die Wellen die gegen das Schiff stießen, das Krachen des Blitzes, das Prasseln des Regens auf Holz und schlussendlich seine Zustimmung. Nachdem sie noch einmal tief Luft geholt hatte begann sie.

„Wie du wahrscheinlich schon vermutet hast ist mein vollständiger Name nicht nur Kasumi. Mein vollständiger Name ist Aurora Kasumi Pallentor. Ich hatte einen Bruder. Jack. Und zwei sehr gute Freunde: Maximilian, wir haben ihn nur Max genannt", ein schwaches Lächeln schlich sich auf ihre Lippen: „und Emilia."

„Aber das ist nicht das wichtige. Es ist unsere Heimat. Maktub ist eine Insel, geprägt von einer traurigen Geschichte. Sie begann lange bevor wir geboren wurden, noch vor dem Piratenkönig. Viele haben immer behauptet, dass sie so alt ist wie die Grand Line selbst. …

Es waren einmal drei Dörfer die friedlich auf ihrer Insel lebten. Unter ihnen herrschte Harmonie, eine die man sonst nirgendwo fand. Das Dorf in den Höhlen bewohnten die Kräuterhexen und Hexer. Das Dorf an den Seen und am Meer, die Fischer, Schiffsbauer und Handwerker. Das letzte Dorf, den Wäldern bewohnten die Wissbegierigen, die Professoren und Forscher.

Es verging Jahr um Jahr. Die Harmonie bleib erhalten, bis den Dorfbewohnern des Waldes ihr Wissen nicht mehr reichte. Sie wollten mehr, immer mehr. Also fragten sie erst die Dorfbewohner am Meer und an den Seen. Diese hatten nicht viel mit Büchern zu tun, weshalb sie schnell das Interesse verloren.

Als nächstes wandten sie sich an die Bewohner der Höhlen. Auch diese waren gerne bereit ihr Wissen zu teilen, bis auf das eine. Und am Anfang genügte dies auch.

Und so vergingen die Jahre und die Verlockung des Verbotenen nahm zu, bis sie zu groß war. Sie stahlen, dass eine was nicht mit ihnen geteilt wurde und bezahlten mit ihren Seelen für dieses Tat.

Das Buch der tausend Kräuterleben, versprach zwar ewiges Leben, aber nicht ohne Preis. Das ganze Dorf des Waldes lebt noch bis heute, aber nicht mehr, als Menschen. Die anderen nannten sie Schatten und so verhielten sie sich auch.

Als erstes zerstörten sie die Dörfer an den Seen, dann das am Meer. Ein paar Bewohner konnten sich in die Höhlen retten, aber nicht alle.

Denn auch wenn sie keine Menschen mehr waren brauchten sie noch Essen, nur waren dies nun Erinnerungen, Fetzten des Lebens anderer.

Sollten sie einen jemals berühren verliert man sein Leben. Stück für Stück."

Der Sake in ihrer Schale warf Wellen, aber nicht wegen des Sturms. Tief Luft holend nahm sie einen Schluck bevor sie weitererzählte.

Meine Freundin, Emilia. Ihre Eltern waren aus den Höhlen. Jack, Max und ich, wir kamen vom Meer. Wuchsen in den Höhlen auf, bis jemand die Schatten rein ließ…

Schwarze Schemen, kehliges Kichern und Schreie hallten durch die Gänge. Aber sie wagte es nicht zurückzublicken.

„Jack, bleib nicht stehen. Hörst du nicht!", gewaltsam zerrte sie ihren Bruder an einer Höhlenöffnung vorbei, wagte es nicht hineinzuschauen. Die Schreie verrieten bereits das hier ein Schatten sein Opfer gefunden hatte.

„Kasi, Jack…", der Rest ging in der Geräuschkulisse unter. Jack mit sich ziehend folgte sie Emilia und Max aus den Tiefen der Höhlen in das nächste und nächste und nächste. Bis der Steinboden begann sandig zu werden und Schrei dem Geräusch von Wellen wichen.

Erneut hob sie den Sake an die Lippen, wobei ein paar Tropfen aus der bebenden Schale fielen.

„Wir haben uns versteckt, bis alles still war. Haben gewartet. Gehofft, dass wir noch jemanden finden würden…, aber dem war nicht so. Also haben wir uns eins der letzten Schiffe geschnappt und haben alles hinter uns gelassen", ein trockenes Lachen entkam ihr: „das dachten wir zumindest."

Sie betrachtete die Muster des Tisches, fuhr mit der Fingerkuppe die Kerben nach, bevor sie erneut anfing zu sprechen.

„Damals war ich 16, Jack grade mal ein Jahr jünger als ich. Wir trennten uns. Ich begann meine Ausbildung an einem Krankenhaus und Jack…", zittrig holte sie Luft und eine Träne stahl sich bei dem Gedanken an ihren Bruder aus ihren Augen: „er war so energiegeladen. Gründete seine Bande wollte die Welt entdecken. Bis sie ihn fanden. Wir wussten nicht das die Schatten Maktub verlassen können."

Erneut rann eine Träne ihre Wange herunter, welche sie eilig wegstrich: „Ich denke es hätte auch nicht viel geändert. Aber so ist es nun mal. Den Rest kennst du ja. Ich bekam die Insignie und wurde ein Teil der SGO. Nur ist das noch nicht die ganze Wahrheit."

Inzwischen war ihr Sake leer. Und Marco schob ihr stumm eine neue Schale zu. Der Vize saß mittlerweile mit auf den Tisch gestützten Ellenbogen da. Nur der schmale Tisch zwischen ihnen.

Dankend nahm sie einen tiefen Schluck und führte zu Ende was sie begonnen hatte.

„Damals war 21 Jahre alt. Fünf Jahre nach Maktub und dann kam so etwas. Am Anfang habe ich mich gewehrt. Ich wollte das nicht, nicht nachdem ich Jack verloren hatte. Aber ich hatte keine Wahl!"

Du kannst nicht mehr zurück nicht hiervon", Birgit saß neben ihr auf dem Felsvorsprung. Gemeinsam beobachteten sie wie die Sonne im Meer verschwand und ihren letzten Glanz auf die Wellen warf.

„Niemand von uns hatte eine Wahl. Es gibt auch keine, die Insignie geht, wenn wir es tun", schokoladenbraune Haare verdeckten ihre Tränen, nicht dennoch das Zittern in ihrer Stimme.

„Es ist zu viel, erst Jack und jetzt… jetzt, dass hier", Birgist`s mitfühlender Blick glitt zu der Insignie auf ihrem Arm und sie seufzte.

„Du musst es ja nicht alleine machen. Insignien werden immer in Paaren vergeben. Agatha, sie dachte wahrscheinlich dein junger Freund, Fabio, nicht wahr?", Kasumi nickte kaum merklich: „Nun ja sie dachte wahrscheinlich er wäre deiner, aber das ist ja nicht der Fall."

„Also soll das heißen ich werde dafür verantwortlich sein, das noch jemand an diesen Albträumen teilhaben muss. Das noch jemand in der Angst leben muss entdeckt zu werden", zum Ende hin war sie immer lauter geworden.

„Es tut mir so leid, Kasumi. Aber ich kann leider nichts mehr an den Fakten ändern. Du wirst das schaffen. Immerhin hast du auch die Schatten überstanden", damit hatte sie alles gesagt was sie zu sagen hatte wollte grade gehen, als Kasumi registrierte was sie da gesagt hatte.

„Woher weißt du von den Schatten, hey Birgit…

„Wie sich später herausstellte wusste die ganze Organisation über meine Heimatinsel und ihren Untergang", mit einem humorlosen Lachen tranks sie ihre Schale aus: „sie wussten so viel über uns, dass sie ein Jahr später auch Emi und Max ein Insignien Paar verpassten. Später haben sie uns, dann auch verraten, dass die Schatten nicht länger alleine hinter uns her waren. Sondern auch hinter den Insignien."

„Der ursprüngliche Plan hatte sogar vorgesehen, dass Jack mein Partner wäre. Dann wäre das alles nie passiert", traurig schüttelte sie den Kopf und stellte die Schale auf dem Tisch ab: „Jetzt weißt du alles Relevante über mich, was auch dich betrifft."

Sie hob den Kopf und schaute ihm in die Augen: „Jetzt frag was du zu fragen hast."

Sein Blick verharrte auf ihrem Gesicht und eine ganze Weile saßen sie einfach so da. Nur der Sturm um sie herum, die Wellen die gegen das Schiff schlugen und ihre Atemzüge waren zu hören.

„Ich vertraue dir noch nicht, aber das weißt du. Und ich glaube auch nicht das, dass hier dein letztes Geheimnis ist. Trotzdem verstehe ich es jetzt ein bisschen besser", mehr war er nicht bereit zu geben, das sah sie an seinen angespannten Muskeln, dem Funkeln in seinen Augen.

„Du weißt mehr über mich, als ich über dich. Behalte das bitte im Hinterkopf, wenn du über Vertrauen redest. Wenn du also keine Fragen hast, werde ich jetzt schlafen gehen!", er blieb stumm, also stand sie auf.

Grade als sie an ihm vorbeigehen wollte, schlossen sich seine sanft um ihr Handgelenk.

„Marco was soll das?", sein Stuhl kratzte über den Boden. Er zog sie nur näher an sich, sie hätte sich jederzeit aus seinem Griff befreien können. Nur tat sie es nicht.

Kasumi fixierte Marcos Blick. Zum allerersten Mal war da nichts Abweisendes in seinen Augen, nicht dieses kalte Glimmern, das so emotionslos wirkte, so unnahbar. Da war nur er. Statt einer Antwort auf ihre Frage kam er ihr so nah, dass sie seinen Atem auf ihren Lippen spürte. Bevor sie sich wünschen konnte, dass er sie küsste, bevor sie darüber nachdenken konnte, ob sie es wirklich wollte, streiften seine Lippen ihren Mundwinkel. Es war eine unendlich zärtliche Berührung, so leise, dass sie die ganze Welt ausschalten musste, um sie wahrzunehmen. Und gleichzeitig hallte sie so laut in ihr wider, dass alles andere einfach zerfiel. Sie wagte es nicht nach mehr zu verlangen, brauchte es auch gar nicht, denn diese winzige intime Berührung war schon fast zu viel. Sie riss Wunden in ihrem Herzen auf, von denen sie nicht geahnt hatte, dass sie existierten. Und da in dieser sanften Vorahnung eines Kusses war auch die Antwort auf ihre Frage. Vertraute er ihr?

Wenn sie nachgab, würde sie etwas von ihm bekommen, vielleicht eine Seite von ihm sehen die er noch nie jemandem gezeigt hatte.

Den echten, wahren Marco.

Er bewegte sich nicht, vertiefte den Kuss nicht und plötzlich wirkte diese winzige, wunderbare Berührung seiner Lippen wie ein Angebot. Er würde sie nicht drängen, es anzunehmen. Wenn sie jetzt einen Schritt zurückwich, wenn sie Distanz zwischen sich und ihn brächte und einfach ging, dann würde er das akzeptieren, das konnte sie spüren. Ihr Herz begann, heftig zu flattern wie ein Vogel in einem viel zu kleinem Käfig. Wenn sie ihn jetzt abwies, würde er dieses Angebot je wiederholen?

„Marco, ich weiß nicht ob das funktionieren kann."

„Ich auch nicht."

Am nächsten Morgen wachte Kasumi von einer angenehmen Wärme umgeben auf. Zufrieden seufzend kuschelte sie sich näher an die Wärmequelle und döste eine Weile. Es war bei dem einen beinah Kuss geblieben und tief in sich spürte sie, dass dies die richtige Entscheidung gewesen war.

Nach und nach öffnete sie die Augen. Marcos Brust hob sich noch immer langsam, stetig. Sie fuhr gedankenverloren über sein Tattoo, bemerkte gar nicht wie er aufwachte.

„Was tust du da?", noch immer schläfrig legte er seine raue Hand auf ihre.

„Beweisen, dass du mir sehr wohl vertraust", sanft schob sie seine Hand von ihrer und strich erneut über die Linien des Tattoos.

Seine Augen folgten ihren Fingern eine Weile, bevor er den Kopf wieder auf sein Kissen fallen ließ.

„Was ist das hier eigentlich? Ist das bei allen Insignien Paaren so?", ihre Finger stockten kurz, nahmen ihren Weg aber dann wieder auf.

„Ich weiß es nicht. Weder Max noch Emi sprechen darüber. Birgit hat es auch nie erklärt. Ich glaube niemand tut das, ich verstehe es auf jeden Fall nicht", ihre Finger verweilten kurz auf seinem Herz, bevor sie sich von ihm löste.

„Hm, machst du Kaffee?", Kasumi nickte nur und verließ den Raum.

Der Sturm hatte sich über die Nacht gelegt, sodass sie nun auf ruhigen See schaukelten.

Den Kaffee mit beiden Händen umklammernd lehnte sie sich an die Reling und schaute in Richtung Norden. Dort war ihr Ziel, kaum noch fünf Tagesreisen entfernt. Und noch etwas anderes, ein Schiff?

Ihre Tasse glitt ihr beinah aus den Händen, als sie die Flagge erkannte. Sie hätte nie geahnt, dass Möwen so hässlich gezeichnet sein könnten, aber diese war es.

„Marco, wir haben ein Problem!", grummelnd kam der Vize aus dem Bauch des Schiffes und blieb wie angewurzelt stehen. Sie verstand zwar nicht was er sagte, es klang aber verdächtig nach „Scheiße".

Das Schiff kam unaufhaltsam näher und eine Szene die nur unnötige Aufmerksamkeit auf sie ziehen würde konnten sie sich absolut nicht leisten!

„Marco, was machen…", sein Atem kitzelte ihr Ohr: „Spiel einfach mit!"

„Was…", sein Atem strich ihr über die Wange: „Spiel einfach mit."

Der Kuss hatte nichts von dem was zweite Küsse ausmacht. Da war kein Hauch von Vorsicht, nicht in ihren Lippen, nicht in ihren Herzen. Kein behutsames Erkunden, immer in Bereitschaft einen Rückzieher zu machen. Kein zaghaftes Fragen, dem Antworten folgen bevor man sich weiterwagt.

Und sanft und zärtlich? Es war das Gegenteil.

Dieser Kuss war verzweifelt und notwendig. Er schmeckte wie eine Entscheidung, schnell und unüberlegt und vielleicht aus den falschen Gründen getroffen, aber dennoch unausweichlich, hier und jetzt. Und was zählt schon außer dem Hier und Jetzt, in einer Welt, in der jeder falsche Schritt dein letzter sein könnte?

Von dem Marine Schiff, dass inzwischen beinah gleichauf mit ihnen war ertönten Pfiffe und Gejohle. Erst jetzt verstand sie was er versuchte zu erreichen und konnte ein missbilligendes Knurren nicht unterdrücken.

Marco lachte leise an ihrem Hals: „Sag nicht, es hat dir nicht gefallen, denn das wäre gelogen und das wissen wir beide."

„Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Als ob die Typen dich nicht erkennen?!", daran hatte er wohl nicht gedacht. Kurzerhand packte sie ihn am Hemd und zog ihn mit sich unter Deck.

Die kleine Treppe die unter Deck führte gingen sie nicht, stolperten auch nicht, sondern fielen sie herunter.

„Was zum Teufel sollte, Dass?", mit etwas mehr Kraft als nötig stieß sie sich von ihm herunter.

„Was hast du den jetzt schon wieder?!", ebenfalls wütend setzte sich Marco auf: „Es hat doch funktioniert!"

„Ja, aber was, wenn nicht?!", sie fuhr herum und in ihren Augen funkelte es: „Was, wenn sie nicht darauf reingefallen wären?!"

„Es geht gar nicht um die Aktion, nicht wahr", er hatte den Nagel auf den Kopf getroffen und die rasch einkehrende Stille bestätigte ihn nur in seiner Vermutung.

„Nein, nein es geht nicht darum", das Funkeln in ihren Augen ließ nach und die Spannung in ihren Muskeln löste sich.

So verharrten sie eine Weile lang, bis sie sich sicher waren, dass das Schiff weg war.

„Ich denke sie sind weg", skeptisch schoben sich ihre Augenbrauen hoch: „Sicher?"

Bevor sich wieder Stille in dem Raum breit machen konnte fragte Kasumi: „Kaffee?"

Dankend nahm der Marco ihr die Tasse aus den Händen und während er noch seinen Kaffee trank, wagte sie einen ersten Blick auf das nun einsame Meer von blauen Wellen.


Und dann sind wir schon wieder am Ende angekommen. Lasst gerne eine Review da, bis nächste Woche; D