AU AU und AU. Von Scarecrow and Mrs. King, Charlie's Angels und ein kleines bisschen The Rookies.

Zeitrahmen: Zwischen Staffel 2 und Staffel 3 von Scarecrow and Mrs. King; Sommer 1985

Prämissen: CA = Sabrina hat nach Staffel 3 nicht aufgehört für Charlie zu arbeiten und ist nicht verheiratet und hat keine Kinder. Jill hat ebenfalls nicht aufgehört für Charlie zu arbeiten (ich mag sie einfach mehr als Kris, sorry ;) ).

The Rookies = Mike Danko ist inzwischen Lieutenant beim SCPD. Jill und er sind Eltern von Mary Kate (7).

Man sollte/könnte folgende Folgen kennen: Brunettes are in (SMK Staffel 2 Folge 6, DVD), Angel in Love (CA, Staffel 2, Folge 8, YT, DVD), Nightmare (The Rookies Staffel 3, Folge 24, YT)

5 Kapitel von ? sind bisher fertig. Ich wollte eigentlich erst bei Vollständigkeit veröffentlichen, aber ich habe heute getrunken. ;D


Disclaimer: Mir gehören keine dieser Charaktere aus den entsprechenden Serien, aber ich spiele gerne mit ihnen und es war zu verlockend sie aufeinander treffen zu lassen.

Disclaimer 2: Da ich in den letzten Monaten hunderte Fanfics aller 3 Serien gelesen habe, könnte ich von diesen beeinflusst worden sein. Ich hoffe nicht, dass ich unbewusst kompletten Diebstahl begehe und entschuldige mich schon mal vorsorglich dafür sollte es so sein.


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Der Doktor rauschte gegen Mitternacht in den Behandlungsraum ohne seinen Patienten oder dessen Mutter auch nur anzusehen. Er nahm die Röntgenbilder aus der Akte und begann sie aufzuhängen. „Was haben wir hier? Rechtes Handgelenk. Phillip King," murmelte er, studierte die Akte und die Bilder. „Keine Fraktur." Jetzt erst drehte er sich herum und seine Augen weiteten sich überrascht.

„Ja!" Phillip sah seine aufatmende Mutter triumphal an. „Ich sagte doch, er ist nicht gebrochen, Mom!"

„Aber er ist angeschwollen und blau, Phillip," erwiderte seine Mutter stirnrunzelnd. „Sonst wäre ich nicht um diese Zeit mit dir hier. Doktor .." Amanda betrachtete ihr Gegenüber fragend.

„Stewart," antwortete dieser sofort. Die Überraschung war aus seinem Gesicht verschwunden und durch Verwirrung ersetzt worden. Er sah von Amanda zurück in die geöffnete Akte. „Mrs. King," sagte er langsam und nachdenklich.

„Dr. Stewart, können Sie ihm trotzdem etwas gegen die Schwellung und die Schmerzen geben?" fragte sie und lächelte schmal.

Der Doktor räusperte sich. „Natürlich, natürlich." Er begann etwas in die Akte zu kritzeln. „Ich verschreibe ihm milde Schmerzmittel und wir werden sein Gelenk mit einem festen Verband etwas stilllegen. Zu Hause können Sie es mit Eis kühlen, Mrs. .. King." Jetzt starrte er sie wieder an, während Phillip und Amanda auf die angekündigte Behandlung warteten.

„Err .. danke Doktor." Ihr Lächeln ging in ein Gähnen über und sie hob schnell die linke Hand, um es dahinter zu verstecken. „Entschuldigung."

Dr. Stewart erwiderte ihr Lächeln, registrierte ihren fehlenden Ehering und schloss Phillips Akte. „Ich schicke gleich eine Schwester herein, damit Sie und Ihr Sohn ins Bett kommen, Mrs. King."

„Sommerferien," rief Amandas Ältester aus und hob die Faust seiner gesunden Hand. „Und wenn Sie mich rechtzeitig zusammenflicken, darf ich auch ins Camp mitfahren, Doc!"

Er zögerte noch etwas, nickte schließlich und verließ mit großen Schritten den Raum. Davor griff er in seine Tasche, zog einen Inhalator hervor und pumpte ein paar Stöße in seinen Mund. Dann grinste er und schüttelte kurz den Kopf.

„Doktor?" Die Schwester vor der Tür sah ihn fragend an.

Er überreichte ihr Phillips Akte. „Geben Sie ihm einen festen Verband und Schmerzmittel für zu Hause, Lana!"

Sie nickte beflissen und wollte gerade an ihm vorbei, als er ihr eine Hand auf den Unterarm legte. „Mrs. King … ist nicht verheiratet, oder?" fragte er sie interessiert.

Lana grinste den neuen Doktor an. „Nein, sie ist geschieden. Und keine Sorge, einer ihrer zwei Jungs landet immer mal wieder hier, Dr. Stewart. Sie können ihr also öfter begegnen."

„Ich habe nicht vor so lange zu warten," murmelte er mit einem Augenzwinkern.

Die blonde Schwester hob eine Augenbraue und lachte kurz, dann verschwand sie im Behandlungszimmer.

Dr. Stewart starrte auf die Tür. Er hatte zu tun. Die Notaufnahme platzte aus allen Nähten, aber er wollte den Moment nicht verpassen, Amanda allein zu erwischen. Und er hatte Glück, Lana hatte beschlossen, ihm zu helfen.

Mrs. King kam rückwärts mit einem „Ich warte dann hier vor der Tür auf dich, Sweetheart." heraus. Sie drehte sich herum und sah den Arzt verwundert an. Verwundert darüber, dass er nicht so beschäftigt war wie er vorhin noch den Eindruck gemacht hatte. Sie lächelte nervös und deutete mit dem Daumen auf die geschlossene Tür. „Lana und Phillip sind der Meinung, er ist zu alt, um seine Mutter dabei zu haben," erklärte sie augenrollend. „Sie sollten ihn sehen, wenn er blutet, dann ist er für nichts zu alt."

Als der Doktor sie nur fasziniert anstarrte, begann Amanda noch nervöser zu werden und an ihrem Kragen zu nesteln. Was war mit dem Kerl nur los? Erst beachtete er sie und Phillip nicht und jetzt starrte er sie nur stumm an. „Alles .. alles in Ordnung mit Ihnen, Dr. Stewart?"

Er ohrfeigte sich innerlich. „Ja, ja," stammelte er und schenkte ihr eines seiner entwaffnenden Lächeln. „Sie erinnern mich nur an jemanden, Mrs. King. Und das verwirrt mich."

„Oh." Amanda zog mit einem leichten Lächeln ihre Unterlippe zwischen ihre Zähne und bewegte den Kopf kurz zur Seite.

„Würden Sie," fing er an und holte Luft. Abrupt zog er sein Asthmagerät hervor und beruhigte sich mit zwei Stößen. „Würden Sie vielleicht mal mit mir ausgehen? Wie wäre Abendessen? Morgen?" Er sah auf seine Uhr. „Ich meine, heute."

Amanda betrachtete ihn eingehenden als zuvor. Er schien nett zu sein, auf eine merkwürdige Art und Weise. Sein Haar hatte dieselbe Farbe wie Lees, es war nur länger und er hatte wunderschöne blaue Augen. Sie schüttelte den Kopf. „Morgen wäre mir lieber, Doktor Stewart," erwiderte Amanda dann leise lachend in sein erst enttäuschtes und dann erfreutes Gesicht.

„Michael, bitte."

Amanda nickte. „Michael. Amanda."

„Amanda," wiederholte er mit einem Unterton, den sie nicht einordnen konnte. „Also morgen. Ich hole Sie gegen 6 Uhr abends ab?"

Sie nickte erneut und begann in ihrer Handtasche nach etwas zu Schreiben zu suchen. „Ich gebe Ihnen meine Adresse und Telefonnummer, uhm, Michael."

„Nicht nötig, das steht alles in Phillips Akte." Amanda sah stirnrunzelnd auf. „Wenn es Ihnen nichts ausmacht," fügte er hastig an.

„Oh, eh, nein. Denke ich."

„Doktor!" rief eine Schwester aus dem Nebenzimmer. „Doktor Stewart!"

Er seufzte und streckte ihr seine Hand entgegen. „Dann bis morgen, Amanda."

Sie nickte nur und schüttelte seine Hand.

Nur widerwillig ließ Michael sie danach los und eilte zu seinem nächsten Notfall.

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John Bosley betrachtete den Stapel Post auf seinem Schreibtisch und rieb sich die Stirn. Wenn er es nur weiter hinauszögerte hätte er zumindest Sabrina als Unterstützung. Unwillig zog er den ersten Brief aus dem Umschlag, seufzte und begann zu lesen.

Plötzlich sprang die Tür zum Büro auf und eine gut gelaunte, vor sich hin summende Jill kam herein. „Guten Morgen, Boz!" Die Blondine drückte ihm einen Kuss auf die Wange und verzog angesichts seines Schreibkrams das Gesicht.

„Guten Morgen, Jill. Wie immer die erste. Kaffee ist schon fertig," erwiderte er lächelnd.

Sie schlenderte zur Bar und füllte sich eine Kaffeetasse. „Ist unser Kunde noch nicht da?"

„Nein und er wird auch nicht kommen. Er ist ein vielbeschäftigter Mann. Charlie wird uns ins Bild setzen."

„Oh, na gut." Sie zuckte mit den Schultern und setzte sich mit ihrem Kaffee auf die Couch.

Während Bosley wieder versuchte sich auf den Brief zu konzentrieren, war vor der Tür ein kleiner Tumult zu hören. Ein FUMP kündigte von Körpern, die gegen die ungeöffnete Tür drückten.

„Hör auf damit, sonst sind wir beide zu spät!" ertönte Sabrinas kommandierende Stimme.

„Du bist immer die Letzte und jetzt lass mich vor!" Kelly kicherte und der Türknauf drehte sich wild hin und her.

„Ich war zuerst an der Tür! Hände weg!"

Jill und Bosley warfen sich amüsierte Blicke zu.

„Deswegen sind wir auch zusammen gefahren, damit ich nicht die Letzte bin," knurrte Sabrina.

„Bri, komm schon! Lass mich vor!" Ein erneutes FUMP.

John sah auf seine Uhr und stand auf.

Kurz herrschte Stille. Verunsichert blieb Bosley auf dem Weg zur Tür mitten im Raum stehen.

„Hey, warte mal! Du weißt von meiner Wette! Natürlich!"

„Wette, was für eine Wette?" lachte Kelly, wenig überzeugend. „Au! Um Himmels willen, Bri, du brichst mir die Hand!"

Die Tür ging auf und Sabrina betrat, dicht gefolgt von Kelly, das Büro. Triumphal deutete erstere mit dem Zeigefinger auf Bosley. „Der letzte Tag im Monat, ich habs geschafft! Du schuldest mir 20 Dollar."

„Ja, ja, ja," murrte John, zog einen zwanzig Dollarschein aus seiner Brieftasche und gab ihn ihr. Kelly rieb sich die Finger ihrer rechten Hand und sah ihn entschuldigend an.

„Sorry, Boz, sie hat die schweren Geschütze herausgeholt."

„Ich wusste, ihr habt euch gegen mich verschworen," grummelte Sabrina auf dem Weg zur Bar und zum Kaffee.

„Es schien wie eine sichere Wette, bevor du beschlossen hattest zusammen mit Kelly ins Büro zu kommen," erwiderte Bosley grinsend. „Dann brauchte ich eine Verbündete."

Sabrina warf Kelly und Boz einen vernichtenden Blick zu. Das Telefon klingelte.

John ging zurück zu seinem Schreibtisch, nahm ab und drückte die Freisprechanlage.

„Guten Morgen, Engel!"

„Guten Morgen, Charlie!" ertönte es aus drei weiblichen Kehlen.

„Und guten Morgen, Bosley!"

„Guten Morgen, Charlie," antwortete John und setzte sich an seinen Tisch.

„Hast du die Engel schon darüber informiert, wie unser nächster Fall aussehen wird?"

„Ich hatte noch keine Chance," erwiderte Bosley und lächelte bittersüß zur hinter der Bar stehenden Sabrina. „Sabrina war heute umständehalber einmal nicht die Letzte."

Sie streckte ihm die Zunge heraus. „Umständehalber, ha!" grummelte sie vor sich her.

„Oh, gratuliere, Engel!"

„Danke, Charlie!" Jetzt war es an Sabrina Bosley anzugrinsen.

„Unser nächster Auftrag wird der Schutz von Thomas Worth, während einer Konferenz, sein."

Sabrina sah von ihrer Kaffeetasse auf, die Augen geweitet. „Thomas Worth, wie in Waffenproduzent Thomas Worth?"

„Genau der," sagte Charlie. „Er ist einer der größten Waffenhersteller für unser Militär und wird nächste Woche an einer Sicherheitskonferenz in Washington DC teilnehmen. Ihr werdet überwiegend Bodyguards spielen."

„Hat er nicht seine eigenen Bodyguards?" fragte Kelly verwirrt.

„Er vermutet ein Leck bei seinen Sicherheitsleuten und wird deshalb nur mit euch, Bosley sowie seinem Stellvertreter und seiner Sekretärin nach DC reisen. Die Veranstaltung selber dürfte gut genug geschützt sein. Ihr müsst ihn deshalb nur außerhalb dessen, auf Partys und im Hotel schützen."

Bosley hob einen Brief. „Er bekommt jede Menge Drohbriefe von .. Pazifisten."

„Das sind Friedensliebhaber," erklärte Kelly, als alle zu Jill sahen.

„Ich weiß, was Pazifisten sind!" grollte die Blondine stirnrunzelnd.

„Jetzt oder wusstest du es vorher schon?" fragte Sabrina kichernd.

„He-„

„Pazifisten sind das vermutlich nicht," grätschte Charlie lachend wieder in das Gespräch hinein. „Ihr habt eine Woche Zeit, um euch dieser Drohungen anzunehmen. Dann geht es für eine Woche nach DC. Bosleys Cover wird das eines weiteren Sekretärs sein. Jill und Kelly, ihr seid Worths Bodyguards, Sabrina wird seine neue Freundin spielen. Damit kann sie auch in seinem Hotelzimmer auf ihn aufpassen."

Bris Stirn sank mit einem leisen KLONK auf die Bar. „Jill und Kelly sind viel besser für diesen Freundinnenkram geeignet als ich, Charlie," kam es dumpf zwischen ihren dunklen Haaren hervor.

„Der Kunde ist König, Sabrina," antwortete Charlie bedauernd. „Er hat ausdrücklich dich dafür verlangt."

Jill und Kelly kicherten leise.

„Ist er gutaussehend?" fragte Jill interessiert.

John stand auf und reichte ihr eine Zeitschrift, in der ein großer Mann Anfang vierzig mit aschblondem Haar und grünen, durchdringenden Augen abgebildet war.

„Ich würde mich für das Team opfern, Charlie," lachte Jill sofort. Die anderen beiden Frauen lachten ebenfalls und verdrehten gespielt die Augen.

„Sollte Sabrina ausfallen," begann Charlie. Bris Gesicht hellte sich auf. „Was sie nicht wird." Ihr Blick verdüsterte sich wieder. „Werde ich dein … Opfer in Betracht ziehen, Jill."

„Ach, verdammt nochmal," murrte Sabrina kaum hörbar. Von allen Covern war das das Schlimmste.

„Bis zum nächsten Mal, Engel!"

„Bis dann, Charlie," ertönte es im Chor.

Bosley legte auf. Er deutete auf die Poststapel mit den Drohungen. „Jeder nimmt sich einen Stapel und dann gehen wir die gemeinsam durch!"

Kellys Mundwinkel neigten sich missbilligend nach unten. „Ich brauche mehr Kaffee," befand sie und ging zur Bar, um sich ihre Tasse erneut zu befüllen.

Danach gingen sie an die Arbeit und durchforsteten die Briefe nach einer ernsten Bedrohung.

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„Jill? Jill, wo ist mein Hemd?" Lieutenant Danko stolperte halb angezogen in den Wohnraum, in dem seine Frau schmunzelnd auf ihn wartete. Sie trug ihren blauen Bademantel und hielt eine Kaffeetasse in der einen und Mikes Hemd in der anderen Hand.

„Versuche das hier, Sweetheart," grinste sie und trank eine Schluck Kaffee.

Von draußen war ein Auto zu hören, das in ihrer Einfahrt parkte.

Es klopfte an der Tür, als sich Mike das Hemd schnappte und es sich über sein T-Shirt zog. „Komm rein!"

Als Terry das Haus betrat, erwartete ihn der Anblick des sich küssenden Ehepaares. „Kommt schon, ihr zwei," brummte er gespielt angeekelt. „Auseinander oder ich muss dazwischen gehen!"

Jill und Mike lachten und trennten sich. „Erinnere mich daran, dir das in drei Monaten auch zu sagen, Terry," erwiderte Mike grinsend.

Das Telefon klingelte und Jill hob den Hörer ab, als sich die Männer im Hintergrund weiter ihr verbales Duell lieferten. „Für dich, Sweetheart!"

Ihr Mann hob die Augenbrauen, unterbrach sich beim Zuknöpfen seines Hemdes und nahm den Hörer entgegen. „Ja? … Err nein, Sir. … Oh? … Eine Woche? .. Nächste Woche, Sir?" Er warf seiner Frau einen kurzen Blick zu. „Es gibt niemand anderen dafür? … Verstehe, Sir. Kann ich … ja? Das wäre möglich?" Er lächelte schmal und zwinkerte kurz Jill zu. „In Ordnung. Ja, ja schicken Sie mir heute alle Unterlagen zu. Bis dann, Sir." Er legte auf und starrte auf das Telefon.

„Was? Was?" kam es von seiner Frau und Terry gleichzeitig.

„Captain Miller wurde gestern Abend bei einer Festnahme verletzt und ich soll ihn nächste Woche bei einer Sicherheitskonferenz in Washington DC vertreten." Mike runzelte die Stirn und alle Farbe wich ihm plötzlich aus dem Gesicht. „Ich hoffe, ich muss keine Rede oder so etwas halten …" Er sah wieder zu Jill. „Du darfst mich begleiten, wenn du frei bekommst. Die Konferenz geht eine ganze Woche lang."

Seine Frau seufzte und schüttelte leicht den Kopf. „Ich glaube nicht, dass ich so kurzfristig eine ganze Woche frei bekomme, Mike. Vielleicht ein paar Tage. Und was ist mit Mary Kate?"

„Du könntest hinterher fliegen und Mary Kate ist bei mir und Stacy immer willkommen, wobei wir wahrscheinlich hinter Ryker zurückstecken müssen," warf Terry ein. „Und ich möchte ein Video davon, wenn er eine Rede halten muss!"

Jill lachte, stellte ihre Tasse ab und hob die Schultern. „Ich werde heute nachfragen, ob ich frei bekomme und dich gleich anrufen, Sweetheart. Und ich spreche mit Eddie und Mary Kate. Aber ich werde mich sicher furchtbar langweilen, wenn du die Veranstaltungen besuchst und ich allein im Hotelzimmer auf dich warten muss." Mit diesen Worten trat sie auf ihn zu und packte ihn am Hemdkragen. Sie grinsten sich an.

„Wir müssen los, Lieutenant," sagte Terry ungeduldig mit einem Blick auf die Uhr.

„Washington hat viele schöne Sehenswürdigkeiten, Jill. Und wir können danach zusammen Zeit verbringen, ohne lästige Unterbrechungen von der Arbeit." Mike küsste seine Frau während er sprach auf die Wange, die Lippen und den Hals.

„Ach, kommt schon, ihr seid wie Teenager! Wir kommen zu spät, Mike," maulte sein Freund.

„Oder lästige Nachbarn," fügte Mike mit einem letzten Kuss und einem Seufzen an. „Bis später, Babe!"

„Bis später, sei vorsichtig, Sweetheart," flüsterte sie und schmunzelte.

Terry schüttelte den Kopf, als sie zusammen die Wohnung verließen. „Ich hoffe, nach über fünfzehn Jahren Ehe werden Stacy und ich auch noch so verliebt ineinander sein wie ihr zwei, Mann!"

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Lee blätterte unmotiviert in einer Akte herum und seine Augen huschten zu dem Rest seines Stapels auf dem Schreibtisch. Er seufzte herzerweichend. Stirnrunzelnd lehnte er sich zurück, platzierte ein Bein auf einer Ecke seines Tisches und hob die Akte vor sein Gesicht. Doch statt zu lesen beobachtete er den Eingang des Bullpen. Sie war spät dran. Für eine Teilzeitkraft. Allerdings hatten sie diese Woche auch noch viel Arbeit vor sich und dafür war sie definitiv zu spät.

Zehn Minuten später sah er Amanda den Gang entlang eilen und das Großraumbüro betreten. Sie grüßte die MPs und ihre Kollegen freundlich, um sich dann schnell an ihren Schreibtisch zu setzen. Ihre Handtasche verstaute sie in einer Bewegung in der unteren Schublade und danach zog sie sich die Jacke aus. Sie atmete tief durch, drehte sich herum und sah zu ihrem Partner hinüber. Doch Lee saß nicht mehr an seinem Tisch sondern befand sich plötzlich direkt neben ihr.

Amanda zuckte zusammen und presste eine Hand auf ihr Herz. „Lee," zog sie seinen Namen tadelnd in die Länge. „Hör auf damit, dich anzuschleichen!"

Er hob seine Arme seitlich von seinem Körper. „Ich bin nicht geschlichen, Amanda. Du bist zu spät!"

„Dir auch einen guten Morgen," grinste sie, stand auf und ging, gefolgt von Lee und seiner Akte, zur Kaffeemaschine. „Ich habe verschlafen. Ich musste Phillip gestern Abend noch in die Notaufnahme bringen," sagte sie und goss sich etwas Kaffee in eine Tasse. „Er ist vor dem Abendessen die letzten Stufen des Baumhauses hinuntergefallen oder abgerutscht und hat sich dabei auf dem Boden das rechte Handgelenk verstaucht. Es sah erst wie ein Bruch aus, aber zum Glück kann er damit ins Sommercamp fahren am Wochenende. Ich weiß nicht, was ich sonst nächste Woche mit ihm gemacht hätte, während der Konferenz." Sie trank etwas und verzog das Gesicht. Der Kaffee schmeckte, als hätte Francine ihn zubereitet.

„Oh. Ich hoffe, er hat nicht allzu große Schmerzen," erwiderte Lee mitleidvoll und lächelte sacht.

Amanda legte den Kopf etwas schief und hob die Schultern. „Ah, nun, er will unbedingt ins Camp. Die Schmerzen sind entweder nicht groß genug oder ertragbar."

Ihr Partner kratzte sich am Kinn und hob die Akte, klopfte mit der freien Hand dagegen. „Hör zu, einer von Beamans Leuten ist krank geworden. Jetzt haben wir noch einen weiteren Stapel an Personen, die wir durchchecken müssen." Er deutete auf seinen Tisch.

Sie hob die Augenbrauen und amüsiert ihre Mundwinkel ebenfalls ein wenig. „Wir?" fragte sie.

„Du?" Lee setzte seinen besten Hundeblick auf, auch wenn er bei Amanda weniger damit durchkam, als bei anderen Leuten.

Nachdem sie ihre Tasse abgestellt hatte, ging sie zu seinem Schreibtisch herüber und betrachtete den Stapel. „Wie viele sind es?"

„Fünfzig," antwortete er leise hinter ihr.

„Fünfzig?!" Amandas Stimme hallte entgeistert durch den Bullpen und einige Kollegen sahen neugierig zu ihnen hinüber. Sie senkte ihre Stimme wieder, tippte mit dem Zeigefinger nervös auf einer Akte herum und neigte ihren Kopf nach unten. „Was zur Hölle hat er die letzten Tage gemacht, dass noch so viele übrig sind," raunte sie verärgert. Ihre Fingerspitzen tanzten über die Akten. Dann rieb sie sich die Stirn. „Du bist noch vor Ort beschäftigt?"

Lee nickte. „Ich will heute nochmal das Hotel besichtigen und weiter am Sicherheitskonzept arbeiten. Billy dürfte mein bisheriges Konzept nicht gefallen, wir brauchen sehr viel mehr Einsatzkräfte als uns zur Verfügung stehen. Vielleicht müssen wir uns Leute von einer anderen Agency ausleihen."

Wie aufs Stichwort ertönte die sonore Stimme ihres Abteilungsleiters durch den Raum. „Scarecrow, Amanda, mein Büro!"

Folgsam gingen die beiden Partner quer durch den Bullpen und auf die geöffnete Tür von Billy Melrose zu. Während Amanda sich dabei gestresst Daumen und Zeigefinger auf die Nasenwurzel drückte, lag Lees linke Hand wie gewöhnlich auf dem unteren Ende ihres Rückens.

Lee schloss die Bürotür hinter ihnen und setzte sich dann in den Stuhl neben Amanda vor den Schreibtisch ihres Chefs. Nach der üblichen morgendlichen Begrüßung wedelte Billy mit einem Post-it. „Scarecrow, du hast schon wieder nicht deine Anrufe abgerufen," tadelte er seinen besten Agenten.

„Uh ah, Beaman hatte mich heute mit fünfzig weiteren fehlenden Checks überrascht, Billy," versuchte sich Lee rauszureden.

Sein Abteilungsleiter warf ihm einen durchdringenden Blick zu. „Und wie viele davon hast du inzwischen erledigt?"

Amanda betrachtete interessiert ihre Hände und unterdrückte erfolglos ein Grinsen.

„Ich eh, dachte Amanda, err, Amanda ist dafür viel besser geeignet." Billys Augen blieben hart. Lee seufzte. „Keinen," gab er schließlich zu.

„Die Konferenz ist nächste Woche, Lee! Viel Zeit bleibt euch nicht mehr. Und Amanda ist nur eine Teilzeitkraft, während du dich hier stundenlang selbst bedauerst bis sie zur Arbeit kommt! Wenn ihr Hilfe braucht-"

Lee beugte sich vor. „Nein, nein, wir schaffen das. Wir brauchen nur mehr Leute für die Konferenz. Ich weiß nicht, wie ich mit dem Sicherheitsdienst sonst alle Tageszeiten abdecken soll, Billy."

Melrose nickte und eine Falte bildete sich zwischen seinen Augenbrauen. „Ich werde mit Dr. Smyth reden." Dann schien er sich an den Post-it zu erinnern und reichte Lee den kleinen Zettel über den Schreibtisch. „Augie Swann hat fünfmal angerufen. Offenbar hat er eine wichtige Information und er besteht darauf, dass Amanda dich begleitet."

Stetson sah zu seiner Partnerin herüber, die sich bisher aus dem Gespräch heraus gehalten hatte und betrachtete dann den Zettel.

„Ehm, ich habe wirklich viel zu tun, Sir," meinte Amanda nun mit einer abrupten Bewegung ihrer rechten Hand. „Vielleicht kann Lee Augie auch alleine aufsuchen."

„Amanda, dein Name hat hier sechs Ausrufezeichen und ist mehrfach umrandet," meinte Lee und zeigte ihr das Papier. „Du weißt, dass Augie sehr viel, err, auskunftsfreudiger ist, wenn ich dich dabei habe."

Sie sahen sich an. „Fünfzig weitere Checks, Lee," sagte sie verzweifelt.

„Bitte."

Amanda seufzte und stand auf. „Beeilen wir uns."

Lee grinste Billy an. Dieser schüttelte nur den Kopf. Amanda King war einfach viel zu gut für seinen manipulierenden Agenten. Als die beiden ihn allein gelassen hatten, nahm er den Telefonhörer zur Hand und wählte Dr. Smyths Nummer.

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Es war ein heißer Tag in Los Angeles und Sabrina parkte vor dem abbruchreifen Haus mit dem großen weißen Laken und dem bunten Peace-Zeichen darauf. Sie sah an ihrem Partner vorbei durch das Autofenster. „Boz, ich glaube nicht, dass die da eine echte Bedrohung sind. Wir sollten sie von unserer Liste nehmen."

Bosley tupfte sich den Schweiß mit einem Taschentuch von der Stirn und öffnete dann die Akte. „Stirb, du Bastard! Wegen dir sterben täglich Millionen! Wenn wir dich töten, retten wir Menschenleben! Peace!" las er vor und grinste. Dann blätterte er um und seufzte. „Sie haben mehrere Leute mit militärischer Ausbildung in ihren Reihen."

Bri zog den Autoschlüssel aus der Zündung und öffnete die Tür. „Also gut." Sie schulterte ihre Handtasche mit der Pistole darinnen und ging mit Bosley zusammen über die Straße auf das Haus zu.

Eine halbe Stunde später öffnete sich die Tür wieder und die beiden stürmten an einem jungen, langhaarigen und bärtigen Mann zurück auf die Straße. „Hey, falls dus dir anders überlegst, Baby, ich bin hier und verfügbar," rief er Sabrina mit drogenverseuchter Stimme hinterher.

Sie atmeten auf, als sie die Sicherheit des Autos erreichten. „Ehemalige Leute aus der Army, jetzt sind sie dauerhigh," sagte Bosley und warf die Akte auf Sabrinas Rücksitz. „He, was ist los?" Er berührte Bris Rücken, als die ihre Stirn an das Steuer lehnte.

„Ich bin es leid, Boz," sagte sie leise. „Ich mag meinen Job, aber ich bin über dreißig und Männer nehmen mich immer noch nicht ernst. Ich bin immer die Kleine, das Baby, das Mädchen. Ohh, ich hätte denen zu gern meine Waffe gezeigt!"

„Und sie hätten dich gefragt, hey Kleine, was willst du mit dem Spielzeug?" frotzelte John und fing sich einen ernsten Blick ein. „Entschuldige."

„Unser Kunde hat sicher auch nur unsere Bilder gesehen und sich anhand dessen entschieden. Entweder ich passe in sein Freundinnenschema oder Jill und Kelly passen hinein und er will Verwicklungen vermeiden. Egal was davon, es ist einfach falsch!" Sabrina sah ihren Freund hilfesuchend an.

Bosley seufzte und begegnete ihrem Blick verständnisvoll. „Du hättest es lieber, er hätte anhand eurer Qualifikation entschieden."

„Genau das!" Sie hob ihren Zeigefinger.

„Okay, Sabrina, aber dort," er deutete auf das Haus. „Hast du den armen Kerl, um deinen kleinen Finger gewickelt und nur dadurch sind wir an die notwendigen Informationen gekommen. Und das ist nicht das erste Mal, nicht der erste Fall, dass du deine Attraktivität ausnutzt. Jill und Kelly tun das auch. Ihr nutzt das Image der Kleinen, des Babys, des Mädchens bei unseren Fällen."

Bri runzelte die Stirn. Bosley hatte einen Punkt. Sie startete den Motor. „Wer ist der nächste auf unserer Liste?"

„Das wäre dann Lunch mit Jill und Kelly in Tobis Grill," antwortete John gut gelaunt.

„Der bisher beste Punkt auf der Liste," meinte sie mit einem leichten Lächeln. „Vielleicht hatten sie ja mehr Glück."

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Nach der kurzen Morgenbesprechung der Nachtschicht mit der Tagesschicht fing Jill Danko ihre Vorgesetzte im Pausenraum der Krankenschwestern ab. „Ehm, Maggie, ich weiß, es ist kurzfristig, aber könnte ich nächste Woche vielleicht ein paar Tage frei bekommen?" fragte sie schüchtern.

Maggie sah sie besorgt fragend an. „Ist irgendetwas mit Mike oder Mary Kate?"

„Nein, nein," wiegelte Jill ab, legte den Kopf zur Seite. „Also eigentlich doch." Sie grinste schwach. „Mike hat heute morgen einen Anruf erhalten. Er soll nächste Woche einen Kollegen bei einer Sicherheitskonferenz in Washington D.C. vertreten und irgendwie, nun ja, ich dürfte mit, wenn ich frei bekommen könnte. Und wenn es nur zwei oder drei Tage wären, dann könnte ich hinterher fliegen."

Ihre Chefin lächelte sanft, legte ihr eine Hand auf den Arm und nickte. „Gib mir eine Stunde Zeit, um den Dienstplan der nächsten Woche anzusehen, Jill, dann gebe ich dir Bescheid."

„Danke."

Eine Stunde später kam Jill mit Schweißperlen auf der Stirn aus dem Zimmer eines Patienten. Ihre Haare hingen ihr unordentlich ins Gesicht und sie richtete ihre Uniform. Maggie lachte. „Bist du heute bei Mr. Penn dran?"

„Ich teile ihn mir mit Jeff. Wir hatten gehofft, ihn damit zu verwirren. Aber da lagen wir wohl falsch," seufzte Jill und stopfte sich Haare hinters Ohr. „Unglaublich wie schnell so ein alter und kranker Mann noch sein kann!"

„Laut Doktor Dorson kann er in zwei Tagen entlassen werden," meinte Maggie nachdenklich und richtete sich auf. „Ich werde ihm noch einmal die Leviten lesen!" Und damit verschwand ihre resolute Vorgesetzte im Zimmer des aufdringlichen, alten Patienten.

Jill verschränkte die Arme vor der Brust und hörte Maggie mit Mr. Penn schimpfen. Wenn er weiter auf die Hilfe des Personals des Memorials angewiesen sei, dann habe er aufzuhören den weiblichen Schwestern nachzustellen ansonsten würde sie dafür sorgen, dass er das Krankenhaus sofort und im Krankenhaushemd verlassen müsste. Jill blinzelte amüsiert bei dem Gedanken daran. Sie hatten sich Mr. Penn geteilt, nachdem seine aufdringliche Art ans Tageslicht gekommen war und Maggies Predigt war nicht die erste dieser Art. Aber außer von Maggie kam keine Hilfe „von oben".

Kopfschüttelnd trat Maggie wieder auf den Flur hinaus. „Hoffentlich werde ich nicht so im Alter," murmelte sie. „Keinen Sinn von Anstand und Vernunft." Sie lächelte nun. „Jill, du kannst die gesamte nächste Woche frei nehmen."

„Oh?" Jill sah überrascht und ein bisschen enttäuscht aus.

„Das heißt nicht, dass wir dich nicht brauchen könnten. Aber du hast doch die letzten Wochen Nicole eingearbeitet. Nicole möchte nun gern sehen, ob sie das volle Pensum einer Krankenschwester schafft. Und deswegen kannst du frei nehmen!"

„Du feuerst mich?" fragte Jill gespielt erschrocken.

„Nur, wenn du die freie Zeit nicht mit Mike genießt, Jill," erwiderte Maggie augenzwinkernd und drückte ihren Unterarm freundlich.

„Dankeschön, Maggie! Ich rufe ihn gleich an," sagte Jill, jetzt endlich freudestrahlend, und ging schnellen Schrittes zum Anmeldecounter mit dem Telefon.

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Das neue Büro von Augie Swann war nicht viel sauberer, als die drei davor, befand Amanda. Wie immer bei einem Besuch bei Augie hielt sich Amanda dicht bei Lee und wie immer genoss dieser ihre Nähe.

„Augie?!" rief Scarecrow mürrisch in den Raum hinein und schrak zusammen, nachdem hinter ihnen ein „Ja?" ertönte. Irritiert drehten sich die beiden Agenten um.

„Lee," grüßte der schlecht gekleidete Mann seinen Freund. „Amanda." Augies Stimme wurde um zehn Nuancen weicher und ein breites Grinsen zierte sein Gesicht. Nur eine Sekunde später korrigierte er sich nach einem kurzen Blick in Lees böse Augen. „Ich meine, Mrs. King." Er streckte ihr seine Hand entgegen. Amanda seufzte innerlich, sie wusste ganz genau, was nun folgte. Sie war zu gut erzogen, um ihm nicht die Hand zu schütteln. Und Augie war zu verschlagen, um diesen Augenblick nicht für einen Handkuss zu nutzen. Und Lee war zu genervt, um ihm das durchgehen zu lassen. Oder was auch immer Lee war, so ganz genau hatte sie ihn noch nicht durchschaut.

„Also gut, Augie, was hast du für uns," grollte Scarecrow, da hatten Augies Lippen Amandas Hand noch nicht berührt. Froh über die Ablenkung, entzog sie ihm ihre Hand wieder schnell und lächelte scheu.

Augie schüttelte den Kopf, ging zu seinem Schreibtisch und lehnte sich mit dem Rücken daran. „Ich will heute mehr, als den üblichen Satz, Lee," begann er über seine Belohnung zu verhandeln.

Lee hob verwirrt die Arme. „Wie viel mehr, Augie?"

„Ich will zum üblichen Satz ein Date mit Amanda dazu," verkündete Augie nun selbstbewusst.

„Was?! Du kleine Ratte!" polterte Lee und packte den überraschten Augie am Kragen.

„Lee," seufzte Amanda, trat neben die beiden Männer und legte ihrem Partner beruhigend eine Hand auf den Arm. „Lass ihn los! Wir wissen doch nicht einmal, ob seine Information überhaupt etwas wert ist."

„Oh sie ist es wert, glaubt mir," sagte Swann mit vor Angst bebender Stimme. „Sie ist definitiv ein Date wert." Lees Griff verfestigte sich noch einmal, bevor er Augie grimmig los ließ.

„Also?" fragte Augie.

Amanda lächelte ihn unschuldig an. „Augie, so leid es mir tut, ich treffe mich gerade mit jemandem. Ich kann nicht mit dir ausgehen."

„Du triffst dich mit jemandem?" fragte Lee überrascht. In ihm zog sich etwas zusammen.

Augie kniff zweifelnd die Augen zusammen. „Wer ist es?"

„Sein Name ist Dr. Michael Stewart," antwortete sie sofort und ohne zu Zögern. „Wir sind uns vor zwei Wochen im Krankenhaus begegnet, als ich Jamie wegen seinem Knöchel in die Notaufnahme bringen musste," log sie gekonnt.

Die Schultern von Swann sackten nach vorn. „Also gut, also gut," murmelte er enttäuscht. Dann sah er auf in zwei ebenso enttäuschte grün-braune Augen. „Frank Garson kommt am Samstag in Dulles an, Lee," erklärte er schließlich monoton.

„Samstag?" wiederholte Lee und fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. „Wann genau? Was will er hier? Die Konferenzteilnehmer kommen auch das ganze Wochenende hier an."

„Ich weiß nicht, wann genau und von wo. Es wird gemunkelt, dass er dieses Mal den Auftrag hat, eine bestimmte Person zu besorgen. Keine Ahnung für wen und wer es ist, Lee. Und," Augie machte eine dramatische Pause. „Er war mal wieder bei einem plastischen Chirurgen. Aber ich habe eine Skizze von seinem früheren Aussehen, wenn dir das weiterhilft."

„Ja, ja, ich nehme die Skizze, Augie," sagte Stetson und fischte in seiner Anzughose nach Bargeld. Sein Informant kramte derweil in den Schubladen eines übervollen Schreibtisches.

„Wer ist Frank Garson?" flüsterte Amanda Lee zu.

„Der Kurier," erwiderte er und sah in ihre fragenden Augen. „Für das richtige Entgelt besorgt er dir, Informationen, Dinge und Personen. Und leider ist er sehr gut darin."

Swann hielt schließlich freudestrahlend ein Blatt Papier in der Hand und tauschte es gegen Lees Banknoten.

„Augie!" Scarecrow winselte verzweifelt und hielt die Zeichnung hoch. „Das ist das Beste, was du hast?" Amanda unterdrückte ein Grinsen bei einem Blick auf das Bild, das eher die grobe Zeichnung eines normalen Männergesichtes enthielt.

Der Informant zuckte mit den Schultern. „Das ist das Einzige, was ich habe, Lee."

„Also gut, danke." Stetson steckte das Papier ein. „Bis zum nächsten Mal!" Sie drehten sich zum Gehen um.

„Ach, Amanda?" Sie sah noch einmal zu Augie. „Falls du dich, eh, irgendwann nicht mehr mit dem Doktor triffst, sag mir Bescheid!"

„Ich werde dran denken," antwortete sie mit einem kleinen Lächeln. Als sie aus dem Büro und aus Augies Hörweite waren, fügte sie an: „Falls ich mal wieder zu einem erpressten Date gehen will!"

Lee lachte heiser und hielt ihr wenig später die Tür seiner Corvette auf. „Amanda, es tut mir leid. Hätte ich das gewusst, dann hätte ich dich nicht mitgenommen," sagte er dabei reuevoll.

„Nicht so schlimm. Ich habe ihn ja noch abwehren können."

„Oh ja," grinste er, als er sich in den Fahrersitz hievte. „Du wirst immer besser im Lügen."

Amanda verzog das Gesicht und lächelte schmal. „Es ist weniger Lügen, als eine alternative, uhm, Realität."

Lee runzelte die Stirn. „Also gibt es einen Dr. WiewarnochseinName?"

„Dr. Michael Stewart," antwortete sie und wandte ihren Blick von seinen Augen ab. „Ja, es gibt ihn. Wir gehen morgen Abend das erste Mal aus."

„Oh," war alles, was er dazu zu sagen hatte. Verstohlen sah Amanda wieder herüber zu ihm, aber Lee sah stoisch auf die Straße vor ihnen. Bis zur Agency zurück breitete sich eine leicht unangenehme Stille im Auto aus. Lee machte sich eine mentale Notiz, diesen Doktor zu überprüfen.

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Kelly und Sabrina grinsten sich an, als die Kellnerin ihre Bestellungen brachte. Vor Bosley und Jill standen Cheeseburger mit Pommes Frites. Bei der Hitze hatten sich die anderen beiden für einen Salat mit Hühnchen entschieden.

„Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber dieser erste Vormittag zeigt doch, dass dies eine sinnlose Suche ist, oder?" fragte Kelly und spießte ein Stück Tomate auf.

John kaute an seinem Burger und runzelte die Stirn. „Ich sehe auch keine wirklich ernste Bedrohung in diesen Schreiben. Aber wir werden gut bezahlt, wollt ihr am ersten Tag schon aufhören?"

„Wann treffen wir unseren Kunden eigentlich?" fragte Jill und tunkte ein Pommes Frites in Ketchup.

„Erst vor dem Flughafen am Samstag, bevor wir nach D.C. fliegen," erklärte Bosley nach einem Schluck Limonade.

„Du bist so still, Bri," befand Kelly mit einem Seitenblick auf ihre Freundin.

„Ich weiß nicht genau, irgendwas passt nicht zusammen," murmelte diese. Drei Augenpaare waren nun erwartungsvoll auf sie gerichtet. Sie zuckte mit den Schultern. „Nun, ich schätze, wirkliche Drohungen landen sowieso bei seinem Sicherheitsdienst und bei der Polizei. Sieht so aus, als wollten sie uns beschäftigten bis wir nach Washington fliegen."

Jill setzte ihren Burger ab und wischte sich die Hände an einer Serviette ab. „Aber aus welchem Grund?"

„Gute Frage," brummte Kelly. „Ich für meinen Teil, arbeite unsere Liste ab, aber dann reicht es mir! Ich werde morgen nicht noch einmal Verrückte besuchen und mir sexistische Kommentare anhören!"

Sabrina lachte. „Ich auch nicht."

„So wie ich," stimmte Jill mit ein.

John seufzte und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. „Also gut, einverstanden. Es ist definitiv zu warm für sinnlose Ermittlungen. Ich werde mit Charlie darüber sprechen."

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Das Haus duftete wunderbar, als Jill nach Hause kam. „Oh, ihr habt bereits mit dem Abendessen angefangen?" fragte sie und trat in die große Küche.

Eddie, eine Küchenschürze um seine Hüfte sah von seinem Schneidbrett auf. „Mary Kate und ich sind mit den Hausaufgaben fertig," erklärte er und zwinkerte Jills Tochter zu, die auf einem Hocker stand, um an die Arbeitsfläche heran zu reichen.

„Wirklich?" fragte die Krankenschwester und drückte der heftig nickenden Mary Kate einen Kuss auf die Wange. „Du warst eingeladen," sagte sie dann zu Ryker, bevor sie ihn ebenfalls küsste. „Das heißt, du bist ein Gast und hast keinen Finger zu rühren. Aber dein Ruhestand scheint dich noch aktiver zu machen als früher, Eddie."

„Mhm. Das Hühnchen ist fast fertig. Ich hoffe, Mike verspätet sich heute nicht," meinte ihr Freund nur grummeln und zerkleinerte weiter Salatblätter.

Jill lachte unkontrolliert.

„Was?"

„Du klingst wie ich, Ed. Wie eine wartende Ehefrau," grinste sie. „Ich muss mit euch beiden reden. Also bitte wartet hier bis ich mich frisch gemacht habe." Mit diesen Worten stieg sie die Treppe hoch. Nach zehn Minuten kam sie in einem blauen, bodenlangen Sommerkleid zurück. In der Küche hatten sich Ryker und Mary Kate nun hingesetzt, ihre Köpfe auf ihre Hände gestützt und sahen Jill neugierig an. Jill lächelte bei diesem Anblick und strich ihrer Tochter liebevoll durch die dunklen Haare.

„Was gibt es, Mommy?"

Tief durchatmend setzte sich Jill dazu. „Daddy muss nächste Woche für eine Konferenz nach Washington fliegen und wenn ich kann und will darf ich ihn begleiten," erklärte sie leise. „Das würde bedeuten, dass du deine erste Ferienwoche bei Eddie oder Terry und Stacy verbringen müsstest." Erwartungsvoll musterte sie Mary Kate.

Ihre Tochter runzelte die Stirn. „Okay."

Jill und Eddie tauschten einen verwirrten Blick aus.

„Ehm, okay? Das wäre in Ordnung für dich, Sweetheart?" fragte Jill irritiert nach.

Mary Kate nickte. „Ich mag Eddie, Terry und Stacy, Mommy."

Ryker lachte grollend. „Wir zwei werden sehr viel Spaß zusammen haben oder Mary Kate?"

Das Mädchen grinste und zeigte die Lücke in ihren Vorderzähnen. „Wir haben immer Spaß, Onkel Eddie. Du bist fast so lustig wie Terry."

„Eddie?" fragte Jill und griff nach dessen Hand. „Für dich wäre das auch in Ordnung? Keine Pläne, die dir dadurch durchkreuzt werden?"

Ryker stand auf. „Ich bin im Ruhestand, Jill. Und zum Fischen kann ich Mary Kate auch mitnehmen. Genießt ihr zwei die wenige Freizeit in Washington. Solche Konferenzen können den ganzen Tag dauern." Damit zog er sie von ihrem Stuhl hoch und gab ihr eine feste Umarmung.

„Danke, Eddie," murmelte Jill an seiner Schulter.

„Immer doch."

Die Hintertür flog auf. „Bin ich zu spät?" ertönte Mikes Stimme.

„Daddy!" Mary Kate flog in die Arme ihres Vaters. Mike hob sie auf seinen Arm und küsste sie liebevoll. Mit seiner Tochter im Arm trat er auf die anderen beiden zu. „Hey, Babe," grüßte er Jill und küsste sie zurückhaltend. „Hey, Eddie!"

Ryker machte einen Schritt zurück. „Wehe du küsst mich, Danko!"

„Er hat gekocht," sagte Jill schmunzelnd.

Mikes Blick fiel auf Eddies Schürze. „Oh, also ein Klaps auf den Po?"

Seine Frau lachte nickend. „Das ist das Mindeste."

Ryker machte einen großen Bogen um die kleine, lachende Familie und öffnete den Ofen mit dem Hühnchen. „Abendessen gibt es in zehn Minuten. Und wenn du mich anfasst, musst du einen Gips in D.C. tragen, Danko!"

Mike stellte seine Tochter wieder auf den Boden und hob die Arme. „Schon gut, schon gut. Ich gehe mich umziehen. Ein Streit mit meiner Zweit-Frau wäre dumm." Jill versetzte ihm einen sanften Hieb mit dem Ellenbogen, bevor er lachend aus der Küche stürmte.

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Fortsetzung folgt ...