Diese Geschichte wurde ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht und nach Rücksprache mit der Autorin von mir übersetzt, um sie einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Obwohl ich nur als Übersetzerin fungiere, sind Reviews natürlich trotzdem mehr als willkommen. Alexandra, die Autorin, schreibt unter dem Namen madame. alexandra und ist hauptsächlich hier auf fanfiction. net unterwegs.
Autorin: madame. alexandra
Originaltitel: Ben Solo and the Beard
Ben Solo und der Bart
Han sollte am späten Abend von seinem jüngsten Militäreinsatz auf Kashyyyk zurückkehren. Er war so oft dort und hatte so eine gute, natürliche Beziehung zu den Wookiees, dass Leia Mon Mothma mit einem Augenzwinkern vorgeschlagen hatte, ihn zum Botschafter der Neuen Republik für diesen bestimmten Planeten zu ernennen, und sie war sich ziemlich sicher, dass die neue Staatschefin bei dem Gedanken beinahe in Ohnmacht gefallen wäre.
Leia war froh, dass Kashyyyk das Ziel war, das Han am häufigsten ansteuerte; es war einer der weniger gefährlichen Planeten, auf denen ehemals eine imperiale Festung gestanden hatte, und jedes Mal, wenn er ging, war es Chewbacca möglich, seine Familie zu sehen – ein Privileg, über das Leia während des Krieges nicht wirklich nachgedacht hatte, aber das ihr jetzt, da sie Han und Ben hatte, oft durch den Kopf ging und sie stellte sich vor, wie ihr Leben aussehen würde, wenn sie die beiden nur etwa einmal im Jahr sehen würde.
Es war das erste Mal, das Han sie verlassen hatte und Ben schien vage zu verstehen, was vor sich ging. Er hatte Han zugewunken und sich verbal von ihm verabschiedet, und er hatte nach ihm gesucht, als Leia ihn am Abend nach Hause gebracht hatte, was süß war, auch wenn es ihr ein wenig das Herz brach, als er in seinem Gitterbett stand und wieder und wieder – Papa? – fragte.
Leia badete Ben, schnitt eine halbe Birne für ihn auf und zog ihm dann seinen wärmsten Schlafanzug an, bevor sie sich auf den Weg zum privaten Hangar unter ihrem Gebäude machte. Ben schwatzte auf der Fahrt nach unten träge vor sich hin, und beharrte darauf, den Knopf selbst zu drücken, woraufhin er mit seiner sinnlosen Konversation gespickt mit echten Worten fortfuhr, während Leia ihm aufmerksam zuhörte – Ben war im ersten Jahr seines Lebens sprachlich fast vollkommen schweigsam gewesen und gerade als Leia anfing, sich deswegen Sorgen zu machen, sprach er plötzlich mehr Wörter als der Durchschnitt seiner Altersgruppe.
Unruhig zappelte er auf ihrer Hüfte herum, aufgeregt, so spät noch wach sein zu dürfen – obwohl Leia sich nicht sicher war, ob er wirklich bemerkt haben konnte, dass er länger als gewöhnlich wachblieb. Es war ihm aufgefallen, dass sie an diesem Abend einer anderen Routine folgten und es regte ihn an. Er tippte leicht mit der Ferse an ihren Rücken, zog an ihrer Schulter und ließ praktisch die Gliedmaßen tanzen, und das alles eingekuschelt in seinen wollenen Schlafanzug mit Füßen.
„Mama", flüsterte er, streckte die Hand aus und zupfte Haarsträhnen aus dem geflochtenen Kranz, den sie aus ihren Haaren geformt hatte.
Leia verlagerte ihr Gewicht hin und her, geduldig in der Nähe des Aufzugs stehend, direkt vor der privaten Landebucht des Falken. Sie hatte beschlossen, es wäre eine schöne Überraschung für Han, wenn er Ben, sofort wenn er zurückkam, sehen konnte, anstatt bis zum Morgen zu warten.
„Ben, freust du dich darauf, Papa zu sehen?", murmelte Leia und strich mit der Hand leicht über seinen Rücken. „Hmm? Wir haben ihn vermisst."
„Papa", wiederholte Ben ernst durch einen Mundvoll von Leias Haaren.
Er biss zu und Leia zog den Kopf weg, in dem Versuch, ihm sanft ihre Haare zu entziehen. Sie runzelte ein wenig die Stirn. Ben beugte sich vor und griff nach Leias Kinn, piekste sie in die Unterlippe und lachte. Wieder zog sie den Kopf weg und er ging dazu über, seine Finger in ihrer Bluse zu vergraben und zerstreut daran zu ziehen; Leia schüttelte den Kopf, amüsierter über seine Faszination für alltägliche Dinge, als sie sein sollte.
Sie war ein wenig besorgt, dass Ben Schwierigkeiten haben würde, Han zu erkennen, auch wenn er nicht allzu lange fortgewesen war und obwohl Ben ihn in der ersten Zeit ein bisschen vermisst hatte – wie auch immer, Ben hatte schnell vergessen, dass das Leben noch anderes bereithielt als Leia und auf ihrem Schoß Senatssitzungen zu verschlafen – das Wiedererkennen schien aufzublitzen, wenn Leia Han über das Holo-Komm-System kontaktierte und Han mit ihm sprach, aber insgesamt funktionierte Bens Universum nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Er war immer noch sehr klein und Han pendelte oft zwischen militärischen Einsätzen –
Ben drehte sich um und streckte dramatisch die Hand aus, um mit den Fingern nach der Tür zu greifen, die sie vom Hangar trennte. Er seufzte laut.
„Schiff", verkündete er. „Schiff, Schiff, Schiff!"
„Papas Schiff ist da drin", stimmte Leia zu und neigte wachsam den Kopf – nun ja, wenn Ben erkannte, dass sie auf dem Parkplatz des Falken standen – oder sich zumindest daran erinnerte, dass hier Schiffe standen – würde er seinen Vater wahrscheinlich erkennen können.
Ben wirbelte herum, um sie mit großen, geweiteten Augen anzuschauen.
„Schiff fliegen?", fragte er.
„Du bist zu klein", meinte Leia lächelnd. Sie küsste ihn auf die Nase. „Papa wird es dir beibringen, wenn du älter bist."
Ben steckte den Daumen in den Mund.
„Schiff fliegen", erwiderte er düster. Er beugte sich vor, um sie anzufunkeln und schlug versehentlich seine Stirn gegen ihren Schädel. Seine Augen weiteten sich und er fuhr keuchend zurück. Er streckte – natürlich den Daumen, der in seinem Mund gewesen war, aus und tätschelte ihre Stirn.
Leia runzelte die Stirn.
„Au", murmelte sie.
„Oh-oh", sagte Ben leise. „Oh nein!"
„Oh-oh", stimmte sie zu.
Sie setzte ihn auf ihre andere Hüfte und wischte sich die Stirn ab. Gegenüber schwang die Hangartür mit einem Zischen auf – und sie begann strahlend zu lächeln, ihr Herz schlug in einem aufgeregten Flattern – sie hatte Han definitiv vermisst, auch wenn Ben sich in der glückseligen Phase seines Lebens befand, in der Zeit ein äußerst relativer Begriff war.
Han schlenderte auf sie zu, einen Rucksack über der Schulter, und blieb stehen, als er sie sah, ein angenehm überraschtes Lächeln auf dem Gesicht. Er machte ein paar selbstgefällige Schritte nach vorne und Leia blinzelte ihn neugierig an und hob eine Augenbraue.
„Hast du deinen Rasierer vergessen?", erkundigte sie sich trocken, als sie die Menge an goldbraunen Haaren bemerkte, die seinen Kiefer bedeckte.
Han grinste, schüttelte seine Tasche ab und trat näher. Er strich sich mit der Hand über seine Gesichtsbehaarung, als wollte er angeben, und beugte sich dann vor, um sie auf die Wange zu küssen. Ben wich abrupt zurück; die Augen geweitet, verfiel er in ein stummes Starren. Han, der die Reaktion nicht bemerkt hatte, wandte sich um, um Ben auf den Arm zu nehmen, und grinste ihn an.
„Hey, Kumpel", begrüßte er ihn und wollte seine Hände um Bens Hüfte legen, um ihn hochzuheben – bis Ben ein Kreischen ausstieß und sich kopfschüttelnd noch fester an Leia klammerte. Er entfernte sich noch weiter, wand sich aus Hans Händen und Leia warf ihm einen erschrockenen Blick zu.
„Ben, es ist Papa", erinnerte Leia ihn leise.
Ben schaute Han einen weiteren Moment lang an und drückte sich ängstlich an Leia. Aufmunternd hielt Han ihm seine Hände hin, die Handflächen nach oben.
„Ich bin es, Ben", erklärte er rau und hoffte, seine Stimme würde helfen. Er drehte die Hände nach innen und deutete auf sich selbst. „Papa?", versuchte er es.
Ben blinzelte ihn ein paar Mal an und brach in Tränen aus. Er wandte das Gesicht ab und klammerte sich kopfschüttelnd an Leia. Han richtete sich auf, einen verletzten Ausdruck auf dem Gesicht, und schaute Leia hilfesuchend an. Sie strich Ben über die Haare und versuchte sanft, seinen Kopf zu drehen, sodass er wieder hinsah.
„Ben, schhh", beruhigte sie ihn. „Schau, Ben!" Sanft rief sie seinen Namen, plötzlich von dem Drang erfasst zu lachen – und biss sich auf die Lippe, um es zurückzuhalten, als sie erkannte – „Han, es ist der Bart", wisperte sie.
Han sah beleidigt aus. Er trat näher, um es erneut zu versuchen, und Ben gab sich alle Mühe, ihm auszuweichen, indem er mit einer Hand Leias Haare packte und praktisch versuchte, auf ihre Schultern zu klettern. Er schüttelte den Kopf und verbarg schluchzend sein Gesicht, und Leia, die versuchte, ein Lachen zu unterdrücken, zuckte zusammen, als sein Fuß sich in ihre Rippen bohrte, und tätschelte ihm verständnisvoll den Rücken.
„Es ist nur Papa", versuchte sie es noch einmal. Sie drehte den Kopf und küsste ihn aufs Ohr. „Ben, es ist – "
„NICHT!", jammerte Ben, spähte durch seine Finger und warf Han einen verängstigten Blick zu.
Leia bedeckte seinen Kopf mit der Hand und seufzte, während sie ihn sanft an ihre Schulter drückte.
„Han", brachte sie hervor, während sie immer noch versuchte, nicht zu lachen. „Han, du musst dich rasieren."
„Jetzt?", fragte Han verblüfft.
„Sofort", meinte Leia – Ben tat ihr leid, und sie wollte diese ängstliche Theatralik nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber es war – es war einfach lustig, es gab keinen anderen Weg, es zu beschreiben – sie nickte wieder, und Han sah verlegen aus und bückte sich langsam, um seine Tasche aufzuheben.
Er schwang sie über die Schulter und wollte an Leia vorbeigehen, um den Aufzug zu rufen, aber Ben dachte anscheinend, das sei ihm viel zu nah, und er streckte den Fuß aus und streifte Han damit, woraufhin er erneut in Tränen ausbrach.
Ben beruhigte sich im Fahrstuhl, wenn auch nur, weil Leia ihn wieder auf den Knopf drücken ließ und in der am weitesten von Han entfernten Ecke stand. Han lehnte unbeholfen an der Metallwand, extrem aus dem Konzept gebracht; sein Sohn lugte immer wieder über Leias Schulter und starrte ihn misstrauisch an.
„Ben", sprach Leia ihn sanft an, nickte mit dem Kopf und deutete auf Han. „Ich verspreche dir, es ist Papa", versicherte sie ernst.
Han machte ein paar Schritte nach vorne. Ben warf ihm einen noch misstrauischeren Blick zu und grub besorgt seine Nägel in Leias Nacken. Sie zuckte zusammen und griff nach hinten, um seine Umklammerung zu lösen. Dann biss sie sich auf die Lippe und schenkte Han ein entschuldigendes Lächeln.
„Das ist nicht lustig", brummte er.
Leia neigte Ben ihren Kopf zu.
„Würdest du mir glauben, wenn er mir einen Kuss geben darf?", fragte sie.
Ben legte seinen Kopf auf ihre Schulter und blinzelte vage, wobei er seinen Daumen in den Mund steckte. Er gab ein paar unzusammenhängende Laute von sich und Han kam näher und streckte die Hand aus, um Leias Schulter zu berühren –
„Nicht!", kreischte Ben mit geweiteten Augen.
Er kämpfte gegen Leias Griff an und schüttelte den Kopf, woraufhin Leia seufzend einen Schritt zurücktrat.
Han streckte die Hände aus.
„Sehe ich wirklich so anders aus?", wollte er wissen.
„Na ja", murmelte Leia und versuchte, Bens Laune einzuschätzen.
Han warf Ben einen verstimmten Blick zu.
„Kann er nicht spüren, wer ich bin?", fragte er.
„Oh, Han, er ist noch klein", antwortete Leia beruhigend. Sie wiegte Ben ein wenig, um ihn zu entspannen. „Ich glaube", murmelte sie. „Ben", meinte sie dann und legte den Kopf schief. „Papa", sagte sie und konzentrierte sich auf seine Gefühle.
Sie seufzte erleichtert.
„Er hat ein klares Bild davon, wer du bist, wenn ich Papa sage", stellte sie fest und schaute ernst zu Han auf. „Du stimmst allerdings nicht mit dem Bild überein, das es in ihm hervorruft."
Sie kniff die Augen zusammen und tätschelte beschützend Bens Rücken.
„Warum hast du dir einen Bart wachsen lassen?", zischte sie.
Han zuckte die Achseln.
„Du weißt, Malla kann es nicht ausstehen, wenn ich keinen Bart trage!", protestierte er.
Leia verdrehte die Augen.
„Ich habe nur kulturelles Bewusstsein bewiesen, Schätzchen", erwiderte er selbstgefällig.
„Ah, jetzt fängst du so an", entgegnete Leia steif.
Sie schaute wieder auf Ben hinunter.
„Ich verspreche, es ist Papa", erklärte sie im Plauderton. „Er ist nur pelzig", flüsterte sie. Sie teilte einen Blick mit Ben und blickte dann über seinen Kopf hinweg zu Han auf, wobei sie die Lippen schürzte. „Mir gefällt es auch nicht, Ben."
Han funkelte sie an und sie grinste. Ben schaute Han mit roten, unsicheren Augen an und schien sich in Leias Armen klein zu machen, er drückte sein gesamtes Gewicht gegen ihre Brust. Sein Mund verzog sich und er schüttelte wenig überzeugt den Kopf.
„Nein, nicht", jammerte er und trat vor Aufregung mit dem Fuß um sich. „Will Papa."
„Das ist Papa."
Ben knirschte mit den Zähnen.
„Nein!"
Leia seufzte. Betroffen schmiegte er den Kopf an sie und Han legte die Hände über sein Gesicht, drückte die Handflächen an seinen Bart, sodass sie ihn vielleicht ein wenig verdeckten. Sehr langsam kam er wieder näher, hob die Brauen und versuchte, Bens Blick aufzufangen – sicher würde er Hans Augen wiedererkennen –
Bens Blick schoss zu Hans Schulter und er stürzte nach vorne und griff danach, kniff hinein und drückte Han weg – er hatte nicht annähernd genug Kraft, um ihn wirklich zu bewegen, aber Han trat trotzdem zurück, nur um Ben das Gefühl zu geben, es sei sein Verdienst gewesen. Leia hatte ihm gesagt, dass es ihr wichtig war, dass Ben lernte, seinen eigenen Freiraum zu kontrollieren und Grenzen zu setzen.
„Ich glaube", begann Leia und verschluckte sich an einem kleinen Lachen, „er beschützt mich", wisperte sie.
Ben warf Han einen drohenden, misstrauischen Blick zu und Han zog sich in seine Ecke des Aufzugs zurück und drehte sich um, um zu sehen, wie viele Stockwerke sie noch vor sich hatten, bis sie ihr Penthouse erreichten. Er legte die Hände hinter den Rücken und lehnte sich gegen die Wand.
Ben wandte sich um, um Leia wütend anzusehen, als wäre er verraten worden.
„Nein", sagte er gereizt und schüttelte den Kopf.
Leia seufzte, verlagerte ihn auf ihrer Hüfte und hielt ihn bequemer fest – sie beruhigte Ben, so gut sie konnte, durch ihre Verbindung, aber es gab nicht viel, das sie tun konnte, außer seine fotografische Erinnerung an Han zu verändern, und das letzte, was sie jemals tun würde, wäre, sich in den Geist ihres Sohnes einzumischen.
Sie küsste ihn auf die Stirn und lächelte Han entschuldigend an, woraufhin auch sie den Kopf drehte, um die Stockwerke an sich vorbeiziehen zu sehen, bis sie die oberste Wohnung erreicht hatten – und währenddessen klammerte Ben sich die ganze Zeit an ihre Schulter und warf Han skeptische Blicke zu, offensichtlich davon überzeugt, dass ein Fremder gekommen war, um seine Mutter zu belästigen.
Leia führte Han direkt ins Badezimmer und ging sogar so weit, ihm zu erlauben, seine Tasche einfach auf den Boden zu werfen und sie liegenzulassen. Er fuhr sich mit den Händen übers Gesicht und betrachtete sich im Spiegel, während Leia sich neben dem Waschbecken an die Wand lehnte und leicht hin und her schaukelte, um Ben zu beruhigen.
„Du willst mir zusehen?", fragte Han mürrisch.
Leia nickte.
Sie drehte Ben um und hielt ihn mit dem Gesicht nach vorne, formte mit einem Arm einen Sitz und sicherte ihn mit dem anderen um seinen Bauch, sodass er Han im Auge behalten konnte.
„Ich möchte, dass er dir beim Rasieren zuschaut", sagte sie. „Ich glaube, das wird helfen."
Han nickte verlegen, öffnete den Schrank und nahm seinen Rasierer sowie den Rasierschaum heraus. Leia neigte den Kopf und schaute mit hochgezogenen Brauen auf Ben hinunter.
„Du wirst sehen", flüsterte sie beruhigend. „Du wirst sehen, dass es nur Papa ist", versprach sie und zog die Worte in kindlichem Ton lang. „Er dachte, er würde fesch und flott nach Hause kommen, aber er ist einfach", sie küsste Ben auf die Wange, „ein großes", ein weiterer Kuss auf die Wange, „Nerf."
Han warf ihr einen Blick zu und Leia legte den Kopf zurück, um ihn erwartungsvoll anzusehen.
„Ich kann nicht glauben, dass er Angst vor mir hat", murmelte Han verletzt.
Er verteilte Rasierschaum auf seinem Gesicht, beugte sich vor und griff nach seinem Rasierer.
„Er hat keine Angst vor dir", erwiderte Leia im Plauderton. „Er fürchtet sich vor dem ungepflegten, haarigen Biest, das sich als sein Vater ausgibt."
Han hielt inne, bevor er mit dem Rasieren anfing, und drehte den Kopf, um ihr einen verärgerten Blick zuzuwerfen.
„Ich sehe toll aus mit einem Bart", informierte er sie.
„Sagt wer?", gab Leia zurück.
Han grummelte etwas vor sich hin, das sehr nach andere Frauen klang – wandte sich dem Spiegel zu und fuhr mit dem Rasierer in einer geraden Linie von seinem Ohr zu seinem Kiefer, um den Prozess in Gang zu setzen. Leia hob die Augenbrauen, immer noch leicht hin und her schaukelnd.
„Ich nehme an, du hättest andere Frauen heiraten sollen", schlug sie vor.
„Hmm", brummte Han und entfernte einen weiteren Streifen Haare.
Leia stieß ein geräuschvolles Seufzen aus. Sie schüttelte den Kopf.
„Ich werde nur kurz meine Sachen packen, dann kannst du eine deiner großen, rothaarigen Exfreundinnen anrufen, damit sie meinen Platz einnimmt und du dir nach Herzenslust einen Bart wachsen lassen kannst – "
Han grinste, hielt inne und schaute sie im Spiegel an.
„Wag es nicht, Prinzessin", entgegnete er sanft. Er zwinkerte und spannte dann den Kiefer an, um den Rasierer wieder darüber gleiten zu lassen, während sein Lächeln verblasste.
„Er wüsste, dass du es bist, wenn du dir einen Bart wachsen lassen würdest", meinte er und betrachtete mit zusammengekniffenen Augen Leias Spiegelbild.
„Ich würde mit einem Bart schön aussehen", erwiderte Leia neunmalklug. „Du siehst aus wie ein Monster."
Han funkelte sie an und runzelte die Stirn.
„Ich gehe zurück nach Kashyyyk", drohte er düster.
Ben hob plötzlich seine Hand und streckte sie mit geweiteten Augen aus.
„Schau", sagte er bedächtig und deutete auf den rasierten Teil von Hans Gesicht.
„Ich sehe es", antwortete Leia leise. „Es ist ein Bart, aber es geht wieder weg", erklärte sie. „Siehst du? Es sind nur Haare", sie berührte Bens Haare, dann ihre eigenen und nickte. „Pass auf", wies sie ihn an und deutete mit dem Kopf auf Han.
Han lächelte ihn an und drehte den Kopf, um ihm den unrasierten Teil seines Gesichts zu zeigen, und Ben schaute ihm fasziniert zu, als Han vorsichtig den Rest des Bartes entfernte, Stellen ausbesserte, die ihm entgangen waren, und einen Waschlappen unter warmes Wasser hielt, um den überschüssigen Rasierschaum abzuwischen.
Er spülte sein Gesicht ab, tupfte es mit einem Handtuch trocken und drehte sich dann zu Ben um, wobei er dramatisch auf sich selbst deutete. Er hob die Brauen und lächelte, fast hätte er den Atem angehalten – er wollte nicht Mitleid erregend wirken, aber er wäre ziemlich fertig, wenn Ben immer noch Angst vor ihm hätte –
Leia neigte den Kopf, zog ein wenig die Augenbrauen nach oben und sah zu, wie Ben Han ernst anblinzelte, vielleicht erstaunt über die plötzliche Veränderung. Er wurde jedoch nicht enttäuscht; er stieß ein Keuchen des Wiedererkennens aus, streckte die Hände aus und lehnte sich nach vorne gegen Leias Arm.
„Papa!", rief er.
Han grinste und nahm in auf den Arm. Er hielt ihn nach oben, damit er sein Gesicht gut sehen konnte, dann zog er ihn für eine Umarmung an seine Brust und drückte ihm einen erleichterten Kuss auf den Kopf. Ben tätschelte Hans Wange und tippte glücklich mit seiner Handfläche und seinen Fingern an sein Gesicht.
Er drehte sich um und schaute Leia an.
„Papa!", sagte er und wiederholte es: „Papa, zuhause!"
Leia lächelte sanft, verschränkte nickend die Arme und lehnte sich gegen die Wand.
„Ja, Papa ist zuhause", stimmte sie zu. „Ich habe es dir ja gesagt", erinnerte sie ihn.
Ben lachte, legte einen Arm um Hans Hals und klammerte sich mit der Faust an Hans Hemd. Han ließ es zu, dass er am Kragen seines Hemdes zog, atmete erleichtert auf und umarmte ihn fest. Einen Moment lang schloss er die Augen und legte seine Wange auf Bens Kopf, froh darüber, dass dieses Drama hinter ihnen lag.
Ben ließ sich problemlos ins Bett bringen, weil beide Eltern da waren, um ihn zuzudecken, und Han und Leia gingen zu Bett, ohne jegliche Absicht, wirklich zu schlafen. Danach lag Leia bequem auf ihm und drückte ihm träge Küsse auf die Schulter, den Hals und die glatte, frisch rasierte Wange –
„Denkst du wirklich, dass ich mit Bart wie ein Monster aussehe?", murmelte Han, seine Stimme durch ihr Haar gedämpft.
Sie drückte ihm einen weiteren Kuss auf die Wange, hob dann den Kopf und strich mit der Hand über sein Gesicht. Sie stützte sich mit dem Ellenbogen sanft auf seiner Schulter auf und legte das Kinn in die Handfläche.
„Ich nicht", murmelte sie. „Ben hat genau dieselben Alarmsignale ausgesendet, die er an den Tag legt, wenn er Dinge sieht, die er für furchterregende Monster hält", bemerkte sie.
Sie beugte sich vor, um die Narbe an seinem Kinn zu küssen.
„Ich würde mir nicht zu viele Sorgen machen", stellte sie trocken fest. „Er hat sich neulich furchtbar aufgeregt, weil er Carlist in Zivil nicht erkannt hat."
Han lachte ein wenig. Er runzelte die Stirn, immer noch leicht beunruhigt.
„Hey, das hat mich aus der Fassung gebracht", gab er widerstrebend zu, seine Stimme leise und zögerlich. „Dass er Angst vor mir hatte."
Leia fuhr mit der Hand durch sein Haar.
„Ich weiß. Es ist mir nicht entgangen", murmelte sie. Sanft lächelte sie ihn an. „Es ist in Ordnung, Han", versprach sie. Sie beugte sich erneut vor, um seine Narbe zu küssen. „Du hast gesehen, wie er sich gefreut hat, als er verstanden hat, dass du es bist."
Han nickte und zuckte die Achseln. Es löschte nicht aus, wie er sich gefühlt hatte, als ihm klar geworden war, dass sein Sohn aktiv darum gekämpft hatte, ihm auszuweichen, aber sie hatte Recht; es war nur eine Kleinigkeit, ein paar gekreuzte Drähte im Kopf eines noch lernenden Kleinkindes.
„Wusste er, dass ich weg war?", fragte Han.
„Mm-hm, für ein paar Tage", murmelte Leia. „Er hat gefragt: Papa, wo?", sie ahmte Bens piepsende, unsichere Stimme nach und Han lachte amüsiert.
„Okay", erwiderte er und fühlte sich besser.
Er küsste sie, strich mit der Hand durch ihr Haar und über ihren Rücken und ließ seine Handfläche dann auf ihrem unteren Rücken liegen. Er schaute sie mit hochgezogenen Augenbrauen an –
„Dir hat es auch nicht gefallen, hm?"
Leia zuckte unverbindlich die Achseln.
„Hm, Prinzessin?", versuchte er ihr eine Antwort zu entlocken.
Leia zog leicht die Nase kraus.
„Du hast der Sache nicht mal eine Chance gegeben", warf Han ihr vor. „Du wolltest nicht ausprobieren, wie es sich zwischen deinen – "
„Bärte erinnern mich an alte Männer", unterbrach Leia ihn. Sie deutete vage auf ihr Gesicht. „Dodonna, mein Großvater", sie schürzte die Lippen, „sogar mein Vater hat manchmal Stoppeln getragen."
Han schaute sie an.
„Ja, ich habe es verstanden, Euer Gnaden – Stimmungskiller", brummte er.
„Abgesehen davon", bemerkte Leia sachlich, „hat eine meiner Antilles-Cousinen so lange mit einem Stallburschen mit einem Bart geknutscht, dass sie einen roten Ausschlag auf ihrer Wange hatte, wie Teppichbrand", sie hob die Brauen, „und nein, das hätte ich nicht gerne zwischen meinen Beinen."
Han legte den Kopf zurück und lachte, dann hob er die Hand und schlug sie leicht gegen ihre Hüfte. Sie drückte einen Kuss auf seine Schulter und legte den Kopf auf seine Brust, gutmütig lächelnd, dann hob sie die Hand, um mit den Fingerknöcheln über seine glattrasierte Wange zu streichen, das Gesicht, in das sie sich verliebt hatte und das sie um nichts in der Welt verdeckt haben wollte.
