Diese Geschichte wurde ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht und nach Rücksprache mit der Autorin von mir übersetzt, um sie einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Obwohl ich nur als Übersetzerin fungiere, sind Reviews natürlich trotzdem mehr als willkommen. Alexandra, die Autorin, schreibt unter dem Namen madame. alexandra und ist hauptsächlich hier auf fanfiction. net unterwegs.

Autorin: madame. alexandra

Originaltitel: Little Lord Vader

Kleiner Lord Vader

Leia Organa Solo befand sich gerade bei einem ungezwungenen Mittagessen, als eine ihrer Assistentinnen mit einem entschuldigenden Ausdruck auf dem Gesicht in den Raum geeilt kam. Leia blickte überrascht auf und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück; es war nicht das formellste aller Treffen, aber sie hatte darum gebeten, nicht gestört zu werden. Sie wollte, dass die Delegation sich mit ihr wohlfühlte – und in letzter Zeit fühlte sich niemand mit ihr wohl; die jüngsten Enthüllungen hatten ihre diplomatischen Fähigkeiten um Dekaden zurückgesetzt, obwohl sie keine Schuld daran trug.

„Entschuldigen Sie die spontane Unterbrechung", begann das Mädchen und huschte zu Leia hinüber.

Sie beugte sich dicht zu ihrem Ohr und sog nervös die Luft ein.

„Es tut mir leid – es tut mir leid – es tut mir leid", wiederholte sie schnell, die Worte vermengten sich in ihrer Hast. Sie bedeckte ihren Mund, um jede Möglichkeit des Lippenlesens zu vermeiden. „General Dodonna ist mit dem Pressesprecher hier", setzte sie an.

„Was ist passiert?", erkundigte sich Leia knapp – in letzter Zeit war kein Tag ohne ein Gerangel mit dem Pressesprecher vergangen, und wenn Dodonna involviert war –

„Nun ja, Captain Solo ist von Kashyyyk zurückgekehrt und er hatte eine – ähm, eine Auseinandersetzung – "

Leia stand bereits von ihrem Stuhl auf.

„Wenn Sie mich entschuldigen würden", verkündete sie höflich und nickte der Delegation von Ryloth galant zu – ihr Magen drehte sich angesichts der unsicheren, misstrauischen Blicke aus ihren Augen um; die Twi'lek waren vom Imperium auf verheerende Weise ausgebeutet worden und sie konnte es fast nicht ertragen, wenn sie sie so anschauten. Sie waren nicht immer so kühl zu ihr gewesen, nicht bevor die Wahrheit ans Licht gekommen war. „Ich muss mich um etwas kümmern – es sollte nicht lange dauern."

Sie umrundete ihren Stuhl und den Tisch und folgte ihrer Assistentin aus dem Raum. Sobald sie draußen in der Halle und außer Hörweite waren, streckte Leia die Hand aus, ergriff den Ellenbogen der jungen Frau und drückte ihn sanft.

„Was ist passiert?", fragte sie erneut.

Die Augen der Assistentin weiteten sich und sie presste die Lippen zusammen.

„Ich glaube nicht, dass es Hans Schuld war, aber General Dodonna ist so wütend – "

„Das beantwortet meine Frage nicht, Sorona."

„Soweit ich das beurteilen kann, hat die Presse ihn belästigt, und er hat Ben verteidigt."

Leias Griff um ihren Arm wurde ein wenig fester.

„Geht es Ben gut?", fragte sie, während sie bereits ihre Gefühle erforschte und durch die Macht tastete, um dieses kleine, mächtige Bündel an Wärme zu finden, das sie mit ihrem Sohn identifizierte – in Sicherheit, sagte ihr ein Wispern. Unruhig – es klang nach einem Wutanfall, aber in Sicherheit.

Sie holte tief Luft – Ben war der einzige Grund, aus dem sie jemals die Macht benutzte, sie hatte sich von Luke ein wenig trainieren lassen, und in Momenten wie diesen war es ein absoluter Segen. Sie nickte und ließ den Arm des Mädchens mit einem Seufzer los.

„Also los", meinte sie ruhig und folgte ihr zu ihrem persönlichen Büro.

Drinnen standen General Dodonna, mit rotem Gesicht, und der zugeknöpfte, leicht reizbare Pressesprecher der Republik. Es gelang ihm, unglücklicher auszusehen als gewöhnlich und Leia knirschte mit den Backenzähnen und wappnete sich – Han kam nicht gut mit der Presse klar, so war es schon immer gewesen, und er behauptete, er habe auch nicht vor, jemals mit ihr auszukommen – der Pressesprecher hasste ihn dafür, und Dodonna – nun ja, Jan hatte es Han nie wirklich verziehen, dass er Leia in einem Zustand, wie er es ausdrückte, von Endor zurückgebracht hatte.

Dieser Zustand war schwanger gewesen – und weil Jan gegenüber der Prinzessin, der er geschworen hatte zu dienen, keine Feindseligkeit empfinden konnte, ließ er all seine Empörung an Han aus, sogar Jahre später noch.

Zum dritten Mal fragte Leia: „Was ist passiert?"

Sie schloss die Tür hinter sich, entließ die Assistentin, und zur Antwort schaltete der Pressesprecher den großen Holo-Bildschirm in Leias Büro ein. Er schlug so heftig auf die Fernbedienung, dass Leia beeindruckt war, dass sie nicht zerbrach, und sie warf einen letzten Blick auf Dodonnas finsteren Gesichtsausdruck, bevor sie sich umdrehte, um sich die Aufnahme anzusehen.

Der Reporterschwarm war ihr vertraut: Er umgab sie praktisch jedes Mal, wenn sie in die Öffentlichkeit trat. In den ersten Tagen des Skandals, den ihre Verbindung verursacht hatte, hatten sie Han ebenfalls geplagt, in geringerem Ausmaß, aber sie hatten gelernt, ihn in Ruhe zu lassen – und zwar auf die harte Tour. Die Aufmerksamkeit, die Leia zuteilwurde, war bis vor kurzem sogar rein politischer Natur gewesen, und die Presse war immer erstaunlich respektvoll darin gewesen, Ben auszusparen, aber das –

Die Szene vor ihr spielte sich in den öffentlichen Gärten in der Nähe der Landebucht des Falken ab, direkt neben dem Gebäude, in dem sich ihre Wohnung befand. Zuerst schien sie harmlos zu sein; Han schlenderte die Rampe hinunter, warf den Reportern einen bösen Blick zu, und Chewbacca folgte mit Ben, der sich lachend an seine Schultern klammerte. Bens Lächeln verblasste, als er all die Menschen sah, und er fing an zu weinen, was Chewie dazu veranlasste, ihn Han zu übergeben – Han sagte etwas Unverständliches zu Chewie und Chewie reichte ihm ein Spielzeug und machte sich dann daran, das Schiff zu sichern, während Han sich von dem Getümmel entfernte, wobei er Bens Kopf mit der Hand bedeckte.

„Sie können unmöglich sauer auf ihn sein, weil er die Presse meidet", bemerkte Leia steif.

„Oh, warten Sie nur ab", fauchte der Pressesprecher süffisant.

Verärgert presste Leia die Lippen zusammen.

Han wurde – im Grunde genommen umschwärmt, während er davonging. Er war einigermaßen daran gewöhnt, mit der Einschränkung, dass er nie wirklich von der Presse belästigt worden war, wenn er Ben bei sich hatte, und Leia wusste bereits, wo das hinführen würde. Sie konzentrierte sich, sah zu, wie die neugierige Kamera hinaus- und hineinzoomte, sah zu, wie Ben den Kopf hob, die Augen weit aufgerissen und verzweifelt, seine Arme in einem schraubstockartigen Griff um Han geschlungen. Ihr Magen zog sich zusammen – sie hatte sie an diesem Tag nicht von Kashyyyk zurückerwartet, oder sie hätte seine Gefühle besser überwacht und wäre in der Lage gewesen, ihn zu beruhigen.

Es geschah in schneller Abfolge: Ben schlug mit dem Spielzeug in seiner Hand zu, traf eine Kamera genau an der richtigen Stelle und stieß sie zu Boden; er schlug dem verärgerten Reporter mit dem Spielzeug auf den Kopf – ein Modell-Lichtschwert, das Luke für ihn gebaut hatte – und dann, bevor Leia auch nur blinzeln konnte, hatte Han Ben auf den anderen Arm genommen, war herumgewirbelt und hatte dem Kerl so kräftig eine verpasst, dass er drei Meter von dort entfernt, wo er gestanden hatte, auf dem Hintern landete.

Leia hob die Hand an den Mund und zuckte zusammen, ihr Herz raste – etwas sagte ihr, dass Han auf etwas reagiert hatte, das gesagt worden war. Obwohl sie, wenn sie ehrlich zu sich selbst war, auch nicht überrascht wäre, wenn er den Typen geschlagen hatte, nur weil er Ben schief angesehen hatte – Han zeigte bei Beleidigungen gegenüber Ben oder schlechter Behandlung von Ben keine Toleranz. Leia tat das auch nicht – aber sie ging diplomatischer damit um.

Der Bildschirm vor ihr fror ein, als sich jemand bückte, um dem Reporter aufzuhelfen, und, unglücklicherweise, als Han drohend seine Hand auf den Blaster legte und wahrscheinlich damit drohte, jeden zu erschießen, der sich ihm auch nur einen Schritt näherte.

Leia starrte einen Moment lang auf die pausierte Aufnahme und drehte sich dann um, während sie sich leicht mit den Fingern über die Lippen strich. Sie räusperte sich leise.

„Ich dachte, Han würde erst in zwei Tagen zurückkommen", bemerkte sie schließlich mit neutraler Stimme.

Der Pressesprecher gab ein schrilles, fast komisches Krächzen von sich.

„Das ist ihre Reaktion auf dieses – auf dieses – Pressedesaster?"

Leia widerstand dem Drang, darauf hinzuweisen, dass es kaum das erste Mal war, dass Han sich öffentlich in Schwierigkeiten gebracht hatte. In Anbetracht dessen, wie empfindlich Jan Dodonna immer noch auf das Thema reagierte, entschloss sie sich, den Pressesprecher nicht daran zu erinnern, dass Hans größtes Pressedesaster darin bestanden hatte, die Prinzessin von Alderaan zu schwängern und zu heiraten, ohne es jemandem mitzuteilen – natürlich hatte Leia ihn in dieser Sache unterstützt, schließlich hatte sie zu den Ereignissen freiwillig beigetragen.

„Ich weiß nicht, was Sie von mir zu hören erwarten", erwiderte Leia.

„Eure Hoheit", sagte Dodonna durch zusammengebissene Zähne. „Han hat diesem Reporter an drei verschiedenen Stellen die Nase gebrochen, und er hatte nicht einmal Hand an – "

„Ein Mitglied des republikanischen Militärs greift Vertreter der Presse an – wenn wir weiterhin versuchen wollen, ein liberales, unzensiertes System freier Medien aufzubauen – "

„ – das ist nicht sein erster Fehltritt; sein Temperament ist außer Kontrolle, er ist respektlos, er verursacht Ärger für Ihre Position – "

„ – er benimmt sich wie ein wildes Tier, holt aus, als wäre es eine gewöhnliche Kneipenschlägerei – "

Leia hielt beide Hände hoch und brachte sie zum Schweigen, bevor sie sich einen Moment Zeit nahm, um sie beide anzuschauen, bevor sie wieder sprach.

„Ist das alles, was Sie beide sehen, wenn Sie sich diesen Clip anschauen?", fragte sie und ihre Stimme nahm einen rasiermesserscharfen Unterton an.

„Was sonst gibt es da zu sehen, Eure Hoheit?", fragte der Pressesprecher. „Das ist eine Reaktion, die frustrierend typisch für Ihren Ehemann ist."

Leia ignorierte die Spitze gegen Han und deutete mit angespannter Miene steif hinter sich.

„Wenn ich mir diesen Clip anschaue, fällt mir als erstes auf, wie schnell mein Sohn von Lachen zu Weinen übergeht, wenn er all diese Leute sieht", stellte sie kalt fest. „Ich sehe, dass er vor Angst weint, während Han versucht, ihn da rauszuholen – haben Sie irgendeine Ahnung, wie eine stressige Situation wie diese seine Sinne überladen kann?"

„Prinzessin – "

„Er ist erst zwei", fauchte Leia und ihre Lippen verzogen sich zu einem Knurren. „Ich erwarte nicht, dass Han es zulässt, dass die Presse sich ihm so aufdrängt."

„Es besteht ein riesiger Unterschied dazwischen, der Presse zu befehlen, sich zurückzuziehen, und übergriffig zu werden – und er hat sie mit einem Blaster bedroht!", feuerte der Pressesprecher schrill zurück. „Er ist zu weit gegangen – "

„Er hat eindeutig auf etwas reagiert, das gesagt wurde", entgegnete Leia scharf.

„Also hat er jemanden angegriffen?", quietschte der Pressesprecher.

General Dodonna sah Leia steif an.

„Sie wissen, dass man so nicht diplomatisch mit Situationen umgeht – "

„Han ist kein Diplomat, Jan", erwiderte Leia aufgebracht. „Der konstante Hagel an Kritik, den er bekommen hat, als er mich geheiratet hat, war schwer genug für ihn, und er hat sich verzehnfacht, seit die Galaxie von", sie hielt angespannt inne, „meiner Blutlinie erfahren hat." Sie zögerte erneut und schüttelte den Kopf. „Er wird nicht dabei zusehen, wie diese Geier entscheiden, dass Ben Freiwild ist, und ehrlich gesagt werde ich das auch nicht."

Dodonna schaute hastig zu ihr hinüber und hob abwehrend die Hände.

„Natürlich, natürlich – niemand will andeuten, dass die Presse, ah, mit Ihrem Sohn machen kann, was sie will. Wir sorgen uns alle um Ben, es ist nur, ah – wie üblich ist es nötig, dass Captain Solo sich, ah, würdevoller verhält – "

„Er kann nicht einfach so aus der Haut fahren, wenn ein Vertreter der Presse sich dem Jungen nähert", beharrte der Pressesprecher. „Er ist genauso eine Person des öffentlichen Lebens wie Sie, und ich weiß, dass Sie beide an eine gewisse Zurückhaltung gewöhnt sind, wenn es um Ben geht, aber jetzt besteht größeres Interesse an ihm – und er hat den Reporter mit seinem Spielzeug geschlagen – "

„Krankhaftes Interesse", unterbrach Leia ihn eisig. Einen Herzschlag lang war es still. „Ich betone noch einmal, dass Ben zwei Jahre alt ist und nicht in der Lage, seine Emotionen zu kontrollieren. Ich werde so tun, als hätte ich nicht gehört, dass Sie versucht haben, ein Kleinkind zu diffamieren, weil es sich mit einem Spielzeug gegen einen Fremden verteidigt hat."

Der Mund des Pressesprechers schloss sich abrupt; und Dodonna trat seufzend vor, eindeutig bereit, den Versuch zu unternehmen, die Situation zu entschärfen.

„Auf jeden Fall wäre es am besten, wenn Sie eine Erklärung abgeben würden", setzte Dodonna an.

„Sicher. Ich werde eine öffentliche Verurteilung aussprechen", begann Leia und Dodonna lächelte erleichtert, „und zwar jedes Pressevertreters, der sich meinem Sohn auf zwanzig Standardmeter nähert, und ich werde verlauten lassen, dass ich keine Möglichkeit habe, Captain Solos Reaktion zu kontrollieren, wenn jemand es versucht", Dodonnas Lächeln verblasste mit einem Schlag, „oder meine eigene Reaktion", schloss sie.

„Das habe ich nicht gemeint, Prinzessin", erwiderte Dodonna trocken.

Leia blickte ihn einen Augenblick lang trotzig an, dann verschränkte sie die Arme und seufzte müde.

„Jan", meinte sie und ignorierte den Pressesprecher vollkommen. „Han hat Ben nach Kashyyyk gebracht, weil es in letzter Zeit so chaotisch war", gestand sie. Sie hatte ihn darum gebeten – und sie hatte so sehr mit ihnen gehen und das alles hinter sich lassen wollen – aber sie musste in der Öffentlichkeit bleiben, stolz, und sie hatte einen Job zu erledigen. Sie war innerhalb von Sekunden von der geliebten Prinzessin von Alderaan zu Darth Vaders Bastard geworden, als ein imperialer Loyalist die Wahrheit aufgedeckt und sie durchsickern lassen hatte, aber trotz ihres Hintergrunds war sie immer noch eine Schlüsselfigur in der neuen Regierung, die sie so verzweifelt aufzubauen versuchten.

Schwerfällig schüttelte sie den Kopf.

„Ben versteht nichts davon. Er weiß nicht, wer Darth Vader ist. Wenn er von seiner Geschichte erfährt, dann nicht von einem aufdringlichen, respektlosen Klatschmaul, ist das klar? Ben ist für die Öffentlichkeit tabu. Ich werde mich nicht für Han entschuldigen und ich werde ihn nicht zurückhalten."

Dodonnas Frustration war offensichtlich.

„Sie haben keine Ahnung, was er angerichtet hat – Sie stellen sich auf seine Seite – "

„Ich habe ihn geheiratet, Jan", fuhr sie ihn laut an, ihre Nasenflügel bebten. „Ich habe ihn geheiratet, wir haben ein Kind – nichts davon wird sich ändern, und es ist verdammt noch mal an der Zeit, dass Sie diese Realität akzeptieren!", teilte sie ihm harsch mit.

Der Pressesprecher starrte sie mit großen Augen an.

„Han wird keiner Republik dienen, die ihn nicht respektiert, und ich kann nicht sagen, dass ich ihm das übelnehme. Wenn Sie ihm zu viel Druck machen, werden Sie ihn verlieren – und ich weiß nicht, ob ich mir vorstellen kann, weiterhin eine öffentliche Position einzunehmen, wenn es sich auf beide Seiten negativ auswirkt."

Alarmiert ergriff der Pressesprecher wieder das Wort:

„Prinzessin Leia, wenn Sie eine Art Ultimatum stellen – "

„Das ist kein Ultimatum", erwiderte sie ruhig. „Ich habe mein ganzes Leben auf die Befreiung vom Imperium hingearbeitet, und ich habe eine Pflicht gegenüber dieser Republik, aber Ben ist jung und wenn ich – für einige Zeit zurücktreten muss", sie hielt inne, „dann werde ich nicht zögern."

Sie meinte nicht, dass sie ihre Position aufgeben würde, um den ganzen Tag mit dem Baby zuhause zu bleiben – sie und Han waren gut darin, die Arbeit mit ihrem Sohn in Einklang zu bringen, aber es könnte ihr gut tun, eine Weile weniger öffentlich aufzutreten; die öffentliche Reaktion auf ihre Abstammung war in mancher Hinsicht überaus schädlich. Sie könnte andere Wege finden, zu dienen, Wege, die sie nicht in den Mittelpunkt von Holovideos rückten – das Seltsame war, dass sie sich während des gesamten Krieges als Diplomatin betrachtet hatte, und jetzt, zurück in den Schuhen eines Diplomaten, fühlte sie sich nur noch wie ein Soldat.

Der Pressesprecher rieb sich über die Stirn.

„Also – werden Sie keine Entschuldigung oder Erklärung abgeben und auch Captain Solo nicht darum bitten?"

„Ich werde entweder eine Erklärung abgeben, in der ich andeute, dass die Presse sich Ben auf ihr eigenes Risiko nähern kann, oder ich sage nichts und bleibe stillschweigend auf Hans Seite", sagte Leia geradeheraus. „Ihre Entscheidung."

„Letzteres", entschloss sich der Pressesprecher matt. „Das letzte, was ich brauche, ist, dass Sie aus dem Jungen eine mysteriöse Ikone machen."

„Danke für Ihre Besorgnis", erwiderte Leia trocken.

Der Pressesprecher schaute sie an, schaute auf den Bildschirm, schaute zu Dodonna hinüber, schluckte und machte eine Art gequälte Verbeugung, als er den Raum verließ. Leia, jetzt mit Dodonna alleine in ihrem Büro, betrachtete ihn ruhig, bevor sie das Schweigen brach.

„Jan?", fragte sie.

„Ich hätte nicht gedacht", bemerkte er knapp, „dass ich jemals den Tag erlebe, an dem Sie Leidenschaft über Verantwortung stellen."

Seine Worte waren wie ein Schlag ins Gesicht, und sie dachte, dass er es falsch betrachtete, aber sie nahm das Urteil mit erhobenem Kinn und gestrafften Schultern an und ließ die Stille andauern, in der Hoffnung, dass er die Worte bereute, als sie im Raum widerhallten. Ihre Mundwinkel hoben sich.

„Ich habe eine Leidenschaft für Verantwortung, General", entgegnete sie kurz und bündig.

Er neigte respektvoll den Kopf und nach einem Moment legte sie die Hand an die Hüfte.

„Han ist nicht mehr der Hitzkopf, der er einmal war, wissen Sie", fügte sie leise an. „Er ist weicher geworden. Er ist ein guter Vater. Was auch immer passiert ist", Leia deutete auf den Bildschirm. „Dieser Reporter hatte es verdient."

Dodonna nickte knapp, sagte jedoch nichts weiter. Trotz der Tatsache, dass er hier auf sie gewartet hatte, entließ sie ihn demonstrativ und drehte sich dann um, um einen Moment lang auf den erstarrten Bildschirm zu blicken. Sie schlang die Arme um sich – das Leben schien nie einfacher zu werden. Sie richtete den Blick auf Bens Bild und lauschte wieder auf ihre Verbindung – er weint nicht mehr, sagten ihre Sinne ihr; er lacht, mit seinem Vater.

Sie wappnete sich, um in ihre Besprechung zurückzukehren und speicherte den Vorfall in ihrem Hinterkopf ab – sie wollte Hans Sicht hören, aber vor allem war sie erleichtert, dass sie zurück waren, und sie konnte es kaum erwarten, sie zu sehen – sie zu vermissen, war anstrengend, aber das war auch die Angst, die ihr Rückgrat hinaufzukriechen begann, als ihr vollständig klar wurde, welch ein Medienmagnet Darth Vaders Enkel sein würde.


Für den Rest des Tages konzentrierte sie sich mit höchster Aufmerksamkeit auf ihre Routine, fokussierte sich auf alltägliche Dinge und auf die politischen Termine in ihrem Kalender. Wenn ihr eine Kamera oder ein Mikrofon vors Gesicht gehalten wurde, weigerte sie sich rundheraus, zuzugeben, dass sie überhaupt wusste, was mit Han und dem Reporter vorgefallen war, und sie verließ das Büro eine Stunde früher, um die Reporter zu umgehen, die Schlange stehen würden, um sie auf dem Weg nach draußen abzufangen.

Sie schlüpfte durch die Tür in die Penthouse-Wohnung, die sie mit ihrer Familie teilte, und schloss leise die Tür hinter sich. Einen Moment lang stand sie in der Diele und überlegte, wie sie ihre verfrühte Rückkehr ankündigen sollte, dann begnügte sie sich damit, Ben durch die Macht einen sanften, liebevollen Stups zu geben. Als sie ihn mit einem entzückten Aufschrei antworten hörte, lächelte sie. Es dauerte nur einen Augenblick, bis er den Kopf um die Ecke streckte und dann unsicher den Flur entlangrannte, die Arme nach vorne ausgestreckt.

„Mama", rief er, die großen, braunen Augen weiteten sich aufgeregt, als sie sich herunterbeugte, um ihn zu fangen und hochzuheben.

„Hi", begrüßte sie, strubbelte ihm durchs Haar und gab ihm zwei schnelle Küsse auf jede Wange. „Ohhh, sieh dir deine Nase an, du hast Sonnenbrand", murmelte sie und lächelte ihn an. Sie küsste ihn leicht auf die Nase und umarmte ihn. „Ich habe dich vermisst", murmelte sie und strich mit den Fingern durch sein Haar.

„Mama", sagte er zufrieden, ergriff ihre Hand und umklammerte ihre Finger. „Große Bäume gesehen", erzählte er ihr, gerade als Han den Flur herunterkam.

Leia verlagerte Bens Gewicht und hielt ihn mühelos auf ihrer Hüfte, dann traf sie Han in der Nähe des Wohnzimmers und stellte sich auf die Zehenspitzen, um ihm einen Kuss zu geben. Er lächelte sie angespannt an und kitzelte Ben in der Rippengegend.

„Du wirst gut im Laufen", meinte er trocken zu dem Jungen. Er warf einen Blick auf Bens Gesicht und schaute Leia verlegen an. „Ich habe eine Stelle auf seiner Nase übersehen, als ich ihn eingecremt habe. Tut mir leid."

Sie betrachtete die Rötung etwas genauer; es war nicht allzu schlimm und Ben schien es nicht zu stören.

„Malla hat mir trotzdem eine Standpauke gehalten", teilte Han ihr mit, ging an ihr vorbei und betrat das Wohnzimmer. Leia folgte ihm, wobei sie mit der Hand Bens Rücken auf und ab fuhr.

„Es ist okay, er wird es überleben", murmelte sie, weil sie spürte, dass er nervös war. Sie schaute Ben einen Moment lang an und lächelte aufmunternd. „Kannst du auf dem Boden spielen, während ich mich mit Papa unterhalte?", fragte sie leise.

Er nickte und sie ließ ihn zu ihren Füßen herunter, verschränkte die Arme und sah zu, wie er sich auf die Knie fallen ließ und unter einen runden Tisch kroch, um an die Masse an Spielzeug zu gelangen, die sie in einer kleinen Nische in der Ecke aufbewahrten. Ben nahm eine Actionfigur und warf Leia einen selbstgefälligen Blick zu, als wollte er ihr zeigen, wie gut er Anweisungen befolgen konnte – der Blick war ganz Han, und sie lachte leise, als sie sich neben ihn aufs Sofa setzte.

Sie setzte sich dicht neben ihn und legte ihre Hand auf seinen Oberschenkel, dann betrachtete sie sein Profil, bis sie seine Aufmerksamkeit hatte. Er seufzte kurz und wandte ihr dann trotzig den Kopf zu.

„Sieh mal", begann er nervös. „Ich wollte es dir nicht schwerer machen, und wenn Dodonna mich öffentlich zur Schnecke machen will, ist mir das egal, aber ich werde mich nicht entschuldigen – "

„Han", unterbrach sie ihn leise. „Ich bin nicht sauer auf dich."

Er blinzelte und blickte kurz zu Ben hinüber. Dann schaute er sie wieder an und zog eine Augenbraue nach oben.

„Ich habe einem Typen die Nase gebrochen", sagte er.

„Ich weiß."

„Vor einer Kamera."

„Ich habe es gesehen, Han."

Er warf ihr einen skeptischen Blick zu.

„Als ich damals einem Reporter die Brille abgenommen habe und draufgetreten bin, warst du eine Woche lang sauer."

Leia nickte und hob die Schultern.

„Das hier ist anders."

„Inwiefern?", wollte er wissen.

„Du hattest Ben bei dir", erklärte Leia schlicht. „Wenn ein Reporter einen anzüglichen Kommentar über mich abgibt, ist das ein Teil des Preises, den ich als Person des öffentlichen Lebens zahle, und du musst es ignorieren und damit klarkommen. Wenn jemand Ben zu nahe kommt", sie hielt inne, ihr Gesichtsausdruck blieb ruhig, aber ihre Augen waren todernst, „oder wenn jemand so aussieht, als würde er Ben zu nahe kommen und ihm Angst machen oder ihm wehtun, erschieß ihn."

Han wich etwas erschrocken zurück. Er hob beide Augenbrauen und sie presste die Lippen zusammen, ein wenig nervös wegen seines Gesichtsausdrucks.

„Ich habe das Video gesehen, Han", meinte sie. „Er hat wie versteinert ausgesehen."

„Ja, nun, das war er auch", erwiderte Han und seine Wut flammte auf. „Ich wusste, dass wahrscheinlich die Presse da sein würde, aber du weißt, wie er mit Fremden ist – und seit wann pöbeln sie uns so an, wenn Ben in der Nähe ist?" In seinen Augen war ein seltsames Flackern und er wirkte immer noch gereizt. „Sie haben ihn angeschrien, Leia", bemerkte er angespannt. Er hob die Hand und zog an seinem Kragen, zeigte ihr fünf dünne, gereizte Kratzer von Fingernägeln in seinem Nacken. „Solche Angst hatte er."

Leia legte ihre Hand auf die Kratzspuren, ihr Blut kochte. Sie fuhr die Male mit den Fingerspitzen nach, beugte sich vor, um sie zu küssen und seufzte müde. Sie ließ ihre Hand auf Hans Schulter liegen, die Augen auf Ben gerichtet, der spielte. Sie brauchte nicht viel zu sagen – sie machte Han keinen Vorwurf und sie war wirklich nicht sauer, sie war entsetzt darüber, dass Ben genug Angst gehabt hatte, um sich so an seinem Vater festzuklammern.

„Sie hatten Glück, dass ich ihn hatte und nicht Chewie", stellte Han grimmig fest. „Er hätte ihnen die Arme ausgerissen."

Leia nickte stumm. Nach einem Moment sagte sie:

„Ich habe dich erst in ein paar Tagen zurückerwartet. Warum – ?"

Han zuckte ein wenig die Achseln.

„Er wollte zu dir", antwortete er. „Die Baumhäuser waren nach einer Weile nichts Neues mehr. Und wenn er so – in einem seiner – wenn er nicht schlafen kann", gab Han widerstrebend zu. „Ich bin einfach – er braucht dich."

„Hatte er große Probleme beim Schlafen?", murmelte Leia besorgt – auch nachdem sie gelernt hatte, die Verbindung zwischen sich und Ben stabil und ruhig zu halten, war noch nie alles gut gewesen, wenn es darauf ankam, zu schlafen. Er wachte oft auf, war unruhig und schien mehr Albträume zu haben, als es für Menschen seines Alters normal war.

Han neigte den Kopf hin und her.

„Wie immer", entschied er. „Malla hat ihm etwas zur Beruhigung gemacht, aus einer Wurzel von Kashyyyk", sagte er. „Es schien zu helfen. Also habe ich Chewie aufgetragen, das Rezept mitzubringen."

„Ich werde noch einmal mit Luke sprechen", seufzte Leia.

Sie verstummte und sah Ben beim Spielen zu. Er stand auf, eilte zu ihr und reichte ihr eine abstrakte Struktur, die er geformt hatte, indem er einige Blöcke zusammengesteckt hatte. Sie lächelte ihn an, nahm sie entgegen und platzierte sie bedächtig auf Hans Knie.

„Wo ist dein Lichtschwert, Ben?", fragte sie. „Ich habe gesehen, wie du Papa heute damit verteidigt hast."

Ben nickte eifrig und machte ein paar Geräusche, um das Lichtschwert zu imitieren. Er grinste hinreißend und deutete auf Han.

„Papa hat weggenommen", erwiderte er munter.

Er drehte sich um und ging zurück zu seinen Spielsachen, setzte sich und nahm ein pädagogisches Kinder-Holopad zur Hand. Leia zog amüsiert die Brauen nach oben und hob den Kopf. Han rieb sich den Kiefer und schaute zu ihr herunter.

„Er hat mir damit in die Kniekehlen gestoßen!", protestierte Han. „Es war nervig."

„Er scheint nicht sauer auf dich zu sein", sagte Leia lachend.

„Du hättest ihn eben sehen sollen", schnaubte Han.

Leia zog die Füße aufs Sofa und kuschelte sich zufrieden in seine Seite, froh darüber, ihn wiederzuhaben. Sie entspannte sich und er lehnte sich zurück und sank ein wenig zusammen. Gedankenverloren spielte er mit den Blöcken auf seinem Knie, löste wiederholt einen Block ab und ließ ihn wieder einrasten. Nach einem Augenblick räusperte er sich.

„Leia, ich werde aus dem Offiziersdienst ausscheiden", verkündete er rau.

Sie sah nicht gleich auf. Tief holte sie Luft.

„Wegen dem, was heute vorgefallen ist?", fragte sie.

Er zuckte die Achseln.

„Unter anderem", antwortete er. „Und ich bin es leid, unter Dodonna zu dienen", fügte er tonlos hinzu. „Es gibt andere Dinge, die ich tun kann."

Still dachte sie darüber nach und nickte.

„Ich verstehe es", erwiderte sie leise. „Ich mache dir keinen Vorwurf", fuhr sie seufzend fort und legte den Kopf zurück. „Ich weiß nicht, ob ich mich in der nächsten Runde diplomatischer Nominierungen zur Wahl stellen werde." Zögernd hielt sie inne. „Ironischerweise würde ich Carlist fast lieber um ein Offizierspatent bitten."

Han lachte gutmütig.

„General Prinzessin?", neckte er sie.

Sie stieß ihn mit dem Ellbogen an. Er legte eine Hand auf ihren Kopf und glitt mit den Fingern unter ihre Zöpfe, um sie träge zu lockern.

„Ich weiß nicht, ob ich auf Coruscant bleiben will", setzte Leia erneut an. „Es ist zu unbeständig – ich will nicht, dass er so unter Beschuss gerät, Han. Vielleicht müssen wir…für eine Weile zurückgezogener sein." Ihre Stimme war kleinlaut, aber sie stellte fest, dass sie keine Angst hatte, zuzugeben, dass sie sich so fühlte; sie waren so schnell in diese Sache hineingeworfen worden. Ben war so schnell passiert – so unerwartet – und sie waren damit zurechtgekommen, aber der Druck brachte sie um.

Han küsste ihre Schläfe.

„Wo willst du hingehen?"

„Ich weiß es nicht", antwortete sie leise. „Naboo", schlug sie nachdenklich vor. „Das Seenland."

Han nickte und zuckte offen mit den Schultern – er konnte Arbeit finden, indem er eine Menge Dinge an verschiedenen Orten tat. Er war nicht darauf aus, die neue Welt aufzugeben, für die auch er gekämpft hatte, er sorgte sich nur darum, was sie seiner Familie antat. Leia war immer erschöpft und gestresst, er wurde ständig von Leuten untergraben, die seine Beziehung zu Leia wirklich nicht gut aufgenommen hatten, und sie hatten ein Kind, um das sie sich kümmern mussten – und nach dem, was heute mit Ben geschehen war –

„Diese Republik bedeutet mir die Welt", murmelte Leia. „Es wäre nicht für immer."

Han brummte zustimmend.

„Was haben sie zu ihm gesagt?", wollte Leia wissen.

„Was?", fragte Han.

Leia setzte sich ein wenig auf und wandte sich ihm zu.

„Was hat der Reporter gesagt?", erkundigte sie sich. „Zu dir oder zu ihm." Sie nickte in Bens Richtung. „Ich habe Jan gesagt, du wärst nicht so durchgedreht, wenn du keinen guten Grund gehabt hättest."

Han schaute sie nicht an. Er starrte auf Ben, dann sah er unbehaglich weg, sein Kinn zuckte.

„Das spielt keine Rolle, Leia", meinte er knapp.

Alarmiert setzte sie sich aufrechter hin.

„Han?", fragte sie. „Was hat er gesagt?"

Endlich schaute er sie an, als ob er sie anflehen würde, ihn das Gesagte nicht wiederholen zu lassen, und sie biss die Zähne zusammen – sie zerbrach sich den Kopf nach etwas, das ihn schwer genug beleidigen könnte, um ihn sprachlos zu machen, aber ihr fiel wirklich nichts ein. Der einzige Grund, warum er zögern würde, wäre, wenn er dachte, die Antwort würde sie verletzen.

„Han", sagte sie, einen unausgesprochenen Befehl in der Stimme.

Steif öffnete er den Mund.

„Du hast gesehen, wie Ben diesen Typen mit dem Lichtschwert geschlagen hat, das Luke ihm gegeben hat?", fragte er knapp.

Leia nickte.

„Nachdem er ihn damit getroffen hatte, hat der Typ gegrinst und ihn Kleiner Lord Vader genannt", erzählte Han ihr.

Leia spürte, wie die Luft aus ihren Lungen strömte. Alle Farbe wich aus ihrem Gesicht und Han schüttelte den Kopf und streckte die Hand nach Ben aus.

„Ist es das, was er sein Leben lang zu hören bekommen wird?", wollte Han heiser wissen.

Leia schaute zu Ben hinüber. Er saß ruhig da, fasziniert von dem Spiel, das er spielte, Farben und Lichter machten sein Spiel interessanter, und sie fühlte sich überwältigt davon, wie hart jeder Tag war und wie besorgt sie um ihn und ihre Fähigkeit war, ihm gerecht zu werden, und letztendlich, wie sehr sie ihn liebte. Sie drehte sich wieder zu Han um, wischte sich die Augen an seinem Hemd ab und verbarg ihr Gesicht einen Moment lang darin.

Sie glaubte nicht, dass sie damit umgehen konnte – die Welt konnte das Ben nicht antun, sie konnten nicht solche Dinge zu ihm sagen; ihn mit unterschwelligen Worten und Bildern bombardieren. Sie hatte kaum genug Kraft, um sich mit ihrer Verbindung zu Vader abzufinden, und jetzt mischte sich die ganze Welt ein, und obendrein hatte sie diese unglaubliche Verantwortung, Ben das alles irgendwie zu erklären und ihn auf den richtigen Weg zu führen.

Sie fuhr sich mit der Zunge über die Lippen und wandte sich Han zu, legte ihre Hand wieder auf die Kratzer an seinem Hals.

„Zieh dich aus dem Dienst zurück", sagte sie heiser. Ich werde mich beurlauben lassen – wir machen eine Pause", entschied sie. „Ich kann dieser Republik nicht den Rücken kehren, aber für eine Weile – "

„Müssen wir alleine sein?", beendete Han ihren Satz und gestikulierte zwischen ihnen allen hin und her. Er sah erleichtert aus. „Gib das Zeichen dazu, Leia."

„Ich gebe dir das Zeichen dazu."

Han holte tief Luft und legte den Arm um sie – er wusste, dass es ihr schwerfallen würde, sich Menschen wie Dodonna und Mon Mothma zu erklären, aber sie brauchte das genauso sehr wie er. Sie waren direkt von der Verliebtheitsphase einer Affäre, die während des Krieges begonnen hatte, dazu übergegangen, Eltern zu sein, Ehepartner und Führungspersonen in einer neuen Weltordnung, und sie hatten nie Zeit nur für sich selbst gehabt – und jetzt, da Leias Erbe publik gemacht worden war, schienen die Wände immer näher zu rücken.

Leia stand auf und zog Ben in ihre Arme, küsste ihn auf die Stirn und trug ihn zum Sofa. Sie setzte ihn auf Hans Schoß, rollte sich wieder an seiner Seite zusammen und streckte die Hand aus, um mit den Fingern durch Bens dunkles Haar zu streichen. Er drehte sich zu ihr um und lächelte, sein Gesicht war so jung und unschuldig, und ihre Brust fühlte sich wie zugeschnürt an.

Sie hatten nie auch nur einen halben Augenblick Zeit gehabt, um innezuhalten und über alles nachzudenken, und zu wissen, dass es da draußen Menschen gab, die Ben bereits brandmarkten, ob es scherzhaft gemeint war oder nicht, bedeutete auch, sich zu fragen, ob ihre schlimmsten Befürchtungen bezüglich der Fortführung von Anakin Skywalkers Blutlinie sich bewahrheiten würden.