Kapitel 71
Sechs Tage später am 24. März wachte Lily früh auf. Sie schlüpfte aus ihrem Bett und begann sich entspannt anzuziehen. Heute war Karfreitag, ein heilige Feiertag für alle Christen. Sie lächelte, sie selbst glaubte an keinen Gott, doch ihre Mutter war sehr religiös gewesen. Deshalb verband sie eine Menge mit diesen Tag. Sie waren früher immer zusammen in die Kirche gegangen und hatten gebetet (Sie selbst hatte meistens nur so getan als ob). Sie lächelte als sie an all das dachte. Nach dem Tod ihrer Mutter im letzten Jahr, hatte sich vieles verändert, ihr Vater war sehr still und nachdenklich geworden und verbrachte sehr viel Zeit alleine.
Sie ging zum Fenster und sah hinaus auf die Ländereien, der Nebel hing heute sehr flach über dem See. Das verlieh dem Gewässer einer sehr viel tristeres Aussehen. Sie seufzte leise, noch vor einem Jahr war alles gut gewesen und sie hatte zu diesem Tag eine Karte von ihrer Mutter bekommen die sie dazu anhielt zu beten und dankbar für alles zu sein, was ihr gewährt wurde.
Sie strich leicht über die Fensterbank und wünschte sich sie könnte für einen Augenblick an all das glauben, wovon ihre Mutter so überzeugt gewesen war. Vielleicht würde ich mich dann besser fühlen. Sie schloss kurz die Augen und versuchte sich vorzustellen, dass ihre Mutter irgendwo da oben wäre und jetzt auf sie hinabschauen würde, doch es gelang ihr nicht. Sie seufzte niedergeschlagen auf und verließ dann ihr Zimmer.
Kapitel 72
Die Tür zu James Zimmer war noch geschlossen, er schlief also noch. Sie überlegte kurz, ob sie sich vielleicht einfach noch mal zu ihm legen sollte, beschloss dann jedoch ihn nicht zu stören. Er brauchte schließlich auch seinen Schlaf. Sie verließ also alleine die Schulsprecherwohnung und brach in Richtung Bibliothek auf. Bis zum Frühstück könnte sie dort in Ruhe etwas lesen. Vielleicht würde sie das auch auf andere Gedanken bringen.
Auf dem relativ kurzen Weg versuchte sie bereits den Gedanken an ihre Mutter vorerst beiseite zu schieben und sich auf Ostern zu freuen. In Hogwarts wurde dieses Fest nämlich traditionell mit einer großen Ostereiersuche gefeiert. Sie schniefte, weil sie jetzt unfreiwillig daran denken musste, wie sie früher mit ihrer Schwester und ihren Eltern jedes Jahr einen langen Ostersonntagspaziergang gemacht hatten.
In der Bibliothek stieß sie auf Lira, die trüben Gedanken rückten in den Hintergrund und sie fragte das dunkelhaarige Mädchen: „Guten morgen, wie geht es dir?" Lira zog die Schultern leicht hoch und sagte: „Es geht …" Sie klang nicht sehr glücklich, deshalb fragte Lily: „Bist du nicht seit fast einer Woche mit John Taylor zusammen?" Lira nickte. „Habt ihr Streit?", fragte Lily. Lira schüttelte den Kopf. Lily wartete ob sie ihr noch mehr erzählen würde, doch sie blieb stumm.
Lily wollte sich eigentlich nicht in anderer Leute Angelegenheiten einmischen, aber Lira wirkte so niedergeschlagen, dass sie ihre Hand ausstreckte und vorschlug: „Wenn du willst können wir gerne einen kleinen Sparziergang am See und du erzählst mir von deinen Sorgen, okay?"
Einige Augenblicke war es still, dann nickte Lira und so verließ die beiden Mädchen zuerst die Bibliothek, dann zehn Minuten später das Schloss.
Kapitel 73
Auf dem Weg zum See fing Lira plötzlich an zu erzählen: „Am letzten Samstag bin ich mit John im Dorf gewesen und mit ihm zusammen gekommen. Irgendwie ist es dann dazu gekommen, dass wir nach dem Abendessen fast Sex gehabt hätten." Lily war überrascht wie offen Lira zu ihr war. „Was heißt fast?", fragte sie. Lira blieb stehen und senkte den Kopf: „Ich habe das ganze beendet!" Lily hob eine Augenbraue. Lira sah das und erklärte: „Nicht die Beziehung, ich habe ihn nur gebeten nicht weiter zu machen."
Mittlerweile waren sie an der Weide angekommen. „Warum?", wollte Lily einfach nur wissen. Lira ließ sich etwas Zeit ehe sie antwortete. „Ich weiß nicht so genau, ich liebe ihn, aber ich habe Angst." Lily horchte überrascht auf: „Wovor hast du Angst, vor etwas was direkt mit dem Sex zusammenhängt oder vor etwas anderem?" Lira ging bis direkt zum Wasser und zog sich die Schuhe und Strümpfe aus. „Ich glaube nur vor dem zweiten …", flüsterte sie und setzte sich dicht an den See und ließ ihre Füße ins Wasser baumeln.
Lily setzte sich neben sie. Sie wusste nicht so genau warum, doch sie fühlte sich Lira irgendwie tief verbunden. Leise fragte sie: „Befürchtest du eure Beziehung könnte scheitern?" Das Mädchen neben ihr reagierte zunächst nicht, dann murmelte sie erstickend: „Meine Familie habe ich bereits verloren und Freunde habe ich nie welche gehabt. Sollte diese Beziehung also zerbrechen oder einfach allgemein scheitern, werde ich komplett alleine sein."
Lira drehte sich weg von Lily und fuhr noch leiser fort: „Ich weiß gar nicht warum ich dir das alles erzähle, wir sind nicht befreundet also …", sie stand auf und stützte sich an der Weide ab. „Ich darf nicht scheitern, ich darf nicht …" Sie fiel zu Boden, wahrscheinlich abgerutscht am nassen Stamm. Lily erhob sich und trat zu ihr. Dann hielt sie Lira ihre Hand hin. Das Mädchen am Boden sah auf ihre Hand und dann in ihr Gesicht: „Was machst du noch hier?", fragte sie leicht zornig.
Lily ließ sich von ihr nicht einschüchtern und sagte einfach und direkt: „Ich bin hier um dir zu helfen, nun nimm meine Hand." Lira verengte ihre Augen und griff wütend nach Lilys Hand. Als sie wieder stand sagte Lily: „Sehr gut und nun hör mir genau zu: Ich weiß nicht warum, doch ich fühle mich dir sehr verbunden und du hast mir jetzt schon zweimal Dinge erzählt die ich zumindest nicht irgendeiner Fremden erzählen würde, ob sie nun eine Schulsprecherin ist oder nicht." Lira wollte etwas einwerfen, doch Lily ließ sie nicht zu Wort kommen: „Also wärst du nicht alleine, sollte deine Beziehung mit John scheitern. Auch deine Eltern sollten dich nicht verlassen, nur weil du dich in einen Muggle verliebt hast. Ich bin mir sicher, dass sie das nicht tun würden."
Lira brach daraufhin in schallendes Gelächter aus. Als sie sich wieder beruhigt hatte meinte Lira: „Du bist entweder eine absurd hoffnungslose Optimistin oder die größte Idiotin der gesamten Menschheit." Sie klang dabei viel weniger deprimiert als noch wenige Augenblicke zuvor.
Kapitel 74
Lily sah Lira beleidigt an. Sie war keine Idiotin und Liras Eltern konnten sie doch nicht hassen. Welche Eltern wären dazu schon in der lage. „Du bist gemein!", sagte Lily und wandte sich zum Gehen.
Lira hielt sie jedoch noch einmal zurück: „Tut mir Leid, aber ich konnte nicht anders. Wenn du meine Mutter kennen würdest, bin ich mir absolut sicher würdest du noch nicht einmal im Traum auf die Idee kommen, sie könnte jemals akzeptieren, dass ihre eigene Tochter einen Muggle liebt. Sobald sie davon erfährt, was ich letzte Woche gemacht habe, wird sie mich aus dem Familienbuch streichen und nie wieder ein Wort mit mir wechseln. Das schwöre ich dir!" Lily blieb abgewandt von ihr stehen und sagte: „Du musst sie halt von deinen gefühlen überzeugen, dann muss sie eure Beziehung akzeptieren." Lira lachte hohl und meinte: „Unmöglich …" Lily ging nun los. Mit ihr wollte sie nicht länger reden, so viel Pessimismus hatte sie noch nie in einem Menschen gesehen.
„Warte!", rief sie ihr nach. Widerwillig blieb Lily stehen und drehte sich nun doch um. Lira kam auf sie zugerannt und sagte: „Hey ähm… bitte geh' nicht, ich würde gerne noch etwas mit dir reden." Lily reagierte nicht. Lira fuhr etwas unsicherer fort: „Wie gesagt ich hatte noch nie irgendwelche Freunde oder Personen mit denen ich über alles reden konnte." Lily sagte: „Aber jetzt hast du doch John." Lira nickte: „Das stimmt, aber mit ihm bin ich zusammen." Sie schwieg kurz, dann griff sie nach Lilys einer Hand: „Bitte hilf mir meine Eltern nicht dauerhaft zu verlieren, das ist im Moment meiner allergrößte Sorge!"
Lily dachte wieder an ihre eigene Eltern. Ihre Mutter wurde ihr von der unaufhaltsamen Faust des Todes entrissen. Wenn sie Lira helfen könnte ihre Familie nicht auch zu verlieren, konnte sie dann wirklich ‚Nein' sagen? Lira sah sie bittend an.
Lily legte eine Hand auf Liras Schulter, dann erklärte sie mit fester Stimme: „Wenn ich etwas tun kann um deine Familie davon zu überzeugen, dass sowohl deine Beziehung mit John okay ist, als auch Muggle im Allgemeinen nicht böse sind, werde ich es machen. Das verspreche ich dir!"
Kapitel 75: "Kuscheln" am See
Nach dem Mittagessen fragte Lira ihren Freund ob er Lust habe mit ihr einen langen Spaziergang zu machen. John nickte sofort und griff nach ihrer Hand. „Sehr gerne, wo wollen wir langgehen?" Lira sagte: „Egal, ich will einfach nur lange mit dir unterwegs sein." Mit diesen Worten gingen sie los und schon nach wenigen Metern im Freien begann Lira ihm von ihren Sorgen bezüglich ihrer Familie zu erzählen. Nicht unerwähnt lies sie Lilys Versprechen ihr zu helfen. „Ich hätte nie gedacht, dass sie soviel für mich tun würde, in ihr habe ich vielleicht eine gute Freundin gefunden." John warf ein: „Ich werde dir auch jederzeit mit deiner Familie helfen, nur damit du das weißt." Sie drückte seine Hand fest und bedankte sich leise.
Die nächsten zwei Stunden lauschte Lira andächtig wie John von seiner Familie erzählte. Einer schien ihr netter als der andere zu sein, ein wenig beneidete sie ihn schon, doch sagte sie davon nichts. „Darf ich dich in den nächsten Sommerferien besuchen, ich will unbedingt deine Cousine und generell alle deine Verwandten kennenlernen." John strahlte auf: „Klar, bitte komm mich besuchen, ich würde dich liebend gerne all meinen Verwandten vorstellen." Er löste seine Hand aus ihrer, schritt ein paar Meter nach vorne und machte eine theatralische Verbeugung. Dann sagte er in einer Stimme als würde er eine Königin oder einen berühmte Persönlichkeit ankündigen: „Liebe Eltern, liebe Verwandte und Freunde ich bin hocherfreut euch das prachtvollste und beste Mädchen der Welt vorstellen zu dürfen …" Er hob nun seinen Kopf und sah ihr direkt in die Augen: „Hier ist meine herrliche Freundin Lira Thomsen!"
Lira fing an zu kichern und breitete ihre Arme aus. Dann rief sie glücklich: „Komm zu mir Liebling, schnell ich will dich küssen." John war im Nu wieder direkt vor ihr. Zufrieden schlang sie ihre Arme um ihn und suchte seinen Mund. „Ich bin wirklich gesegnet mit einen so prachtvollen Freund wie dir, ich liebe dich!" Sie strich ihre Nase etwas an seiner, ehe sie ihre Lippen vereinte.
Nach einigen Küssen fragte Lira leise und unsicher: „Hättest du jetzt Lust mit mir Sex zu haben?" John sah sie mit erröteten Wangen an und fragte: „Jetzt, aber letzte Woche meintest du doch …" Sie griff nach seinen Händen und nickte: „… ich habe mich unsicher gefühlt weil ich an das erste Mal denken musste, das du mich so berührt hast, du erinnerst dich?" Er nickte. Leiser fuhr sie fort: „Mit diesen Erinnerungen kamen all die verwirrenden Gefühle von damals wieder in mir hoch, ich habe mich so schlecht gefühlt, weil ich dich fast getötet hätte, ich konnte mit diesen negativen Gedanken nicht mit dir schlafen. Verstehst du mich?" Er nickte wieder. Sie schob ihre Hand nun etwas unter sein T-Shirt: „Aber jetzt fühle ich mich gut. Durch Lily habe ich neue Hoffnung bekommen, dass ich vielleicht beides haben kann, die Liebe meines Lebens (an dieser Stelle sah sie ihm mit erröteten Augen an) und die Liebe meiner Familie." John sah sie gerührt an und murmelte dann halblaut: „Du fühlst dich also wirklich hundertprozentig gut?" Lira nickte: „Im Moment absolut."
John legte seine Stirn an ihre und sah ihr liebevoll in die Augen. „Dann …", fing er mit sanfter Stimme an und ließ seine Hand über ihren Rücken nach unten wandern. „will ich gerne mit dir ähm… ein wenig Kuscheln!" Während er dies sagte erreichte seine Hand ihren Po. Vorsichtig begann er sie dort zu streicheln.
Einige Minuten später, sie lagen inzwischen beide am Boden, murmelte Lira: „Bitte wirke einen Wärmezauber, sonst erkälten wir uns noch." John löste sich von ihrem Hals und griff nach seinem Zauberstab. Dann sprach er einige Beschwörungen die die unmittelbare Umgebung erwärmten und den Wind abhielten. Anschließend widmete er sich dem Öffnen ihrer Hose.
„Danke!", sagte sie und hob ihre Hüfte etwas an um es ihn zu erleichtern sie auszuziehen.
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Fünfzehn Minuten später befanden sie sich auf dem Rückweg zum Schloss. Tief in ihren eigenen Gedanken versunken schritten sie Hand in Hand am See entlang. Erst als sie bei der Weide ankamen fragte John: „Fandest du den Sex auch so schön?" Sie lächelte und nickte: „Auf jeden Fall, er war wesentlich besser als der letzte." Er umarmte sie sanft und sah ihr innig in ihre Augen. „Versprich mir eines …", fing er leise an. „Was?", murmelte sie zärtlich. Er küsste sie dann antwortete er ihr: „Bitte bleib für immer an meiner Seite!" Sie zog ihn zu einem erneuten Kuss zu sich und flüsterte gegen seine Lippen: „Das verspreche ich dir bei meinem Leben!" dann küsste sie ihn. Anschließend gingen sie weiter.
Kapitel 76
Nach dem Mittagessen wartete Sirius in der Eingangshalle auf Scarlett, er wollte unbedingt kurz mit ihr sprechen. Er sah diese Lira mit einem Jungen aus Ravenclaw an ihm vorbei nach draußen gehen. Dann kam seine bester Freund mit Lily an seiner Seite. „Hey ihr zwei, wie geht's?", fragte er und grinste beide an. James sagte: „Ich kann mich nicht beklagen, und du, was machst du hier?" Sirius druckste ein wenig herum, dann gab er schließlich zu: „Ich warte auf ein Mädchen aus Hufflepuff." James grinste: „Na dann viel Spaß!" Lily fragte: „Wie heißt sie?" Sirius überlegte kurz, ob er ihr das sagen sollte, entschied sich dann jedoch, dass es wohl kaum schaden könne. „Scarlett ist ihr Vorname, den Nachnamen habe ich gerade vergessen." Lily bedankte sich und ging dann mit James die Marmortreppen hoch.
Als nächstes kam endlich Scarlett. Er stellte sich ihr in den Weg und bat sie ihn zu begleiten. Sie nickte und folgte ihm. Er ging mit ihr bis ins nächste leere Klassenzimmer. „Nur kurz", murmelte er ihr zu und schloss hinter sich die Tür. Sie hatte sich auf den Lehrertisch gesetzt und sah ihn abwartend an. Er trat auf sie zu und fragte: „Wie ist es dir seit unserer Verabredung mit dem Zaubern ergangen?"
Scarlett lächelte leicht: „Gar nicht gut, Ich habe fast keinen Zauber fertig gebracht. Langsam gehen mir auch die Ausreden aus, vielleicht sollten wir zusammen üben." Sirius nickte: „Du musst mir zeigen, wie ich deinen Stab benutzen soll, ich kriege es irgendwie nicht hin …" Sie ließ sich vom Lehrertisch gleiten und trat auf ihn zu: „Du musst mir auch helfen, dein Stab ist stoisch und lässt sich von mir nicht beherrschen." Sirius schlang sie fest in seine Arme: „Ich habe dich vermisst …" Scarlett genoss diese Worte und ließ sie sich auf der Zunge zergehen, dann platzierte sie ihre Stirn an seine und flüsterte: „Ich habe dich auch vermisst, warum hast du mich erst heute um ein Treffen gebeten?"
Sirius küsste sie gierig und murmelte dann leise gegen ihre Lippen: „Ich habe viel nachgedacht, über das was wir uns versprochen haben und vieles mehr, ich denke wir sollten uns jetzt häufiger treffen. Nicht nur wegen der Stäbe, sondern um uns persönlich besser kennenzulernen." Scarlett nickte: „Damit bin ich einverstanden."
Sirius küsste sich noch einmal, dann sagte leise: „Dann lass uns morgen erneut zusammen nach Hogsmeade gehen, okay?" Scarlett nickte: „Okay ich werde nach dem Frühstück an der Weide auf dich warten." Sie küssten sich noch ein letztes Mal, dann verließen sie wieder den Klassenraum und Sirius stieg die Marmortreppe hinauf, während Scarlett zu ihrem Gemeinschaftsraum ging.
Kapitel 77
Scarlett setzte sich an den Kamin in ihrem Gemeinschaftsraum und lehnte sich bequem an. Hier hatte sie letzte Woche mit Sirius gesessen. Sie erinnerte sich noch gut daran wie er sie gebeten hatte sich auf seinen Schoss zu setzen. Er hatte etwas enthusiastisches in seinen Augen gehabt, ein leuchten, dass ihr in diesem Augenblick zum ersten Mal aufgefallen war. Vielleicht hatte sie sich in diesem Augenblick wo er sie erwartungsvoll angesehen hatte in ihn verliebt …
„Hey Scarlett was schaust du so verträumt in die Flammen?", erklang plötzlich Theas Stimme. Wenige Sekunden später setzte sich ihre Freundin neben sie auf das Sofa. Scarlett drehte sich zu ihr um und meinte noch immer etwas aus der Bahn geworfen: „Ich habe nur nachgedacht, nichts dramatisches …" Thea legte ihre Füße auf den kleinen Tisch vor ihnen und fragte dann im Flüsterton: „Wie ist es eigentlich zu dem Sex zwischen dir und Sirius gekommen?"
Scarlett errötete, sie hätte sich zwar denken können, dass speziell Thea das Thema noch einmal anschneiden würde, war sie doch eine grundlegend neugierige Person, doch sie hatte gehofft es würde nicht so bald dazu kommen. Thea flüsterte: „Bitte erzähl mir wenigstens etwas, ich weiß das ganze ist dir peinlich, aber bitte du kennst mich doch, ich bin einfach zu neugierig."
Scarlett nickte: „Das stimmt, du bist definitiv zu neugierig, aber okay: Ähm… Nunja, Sirius hat mich am Nachmittag des vorletzten Donnerstags gefragt ob ich bereit wäre mit ihm Oralsex auszuprobieren und ich habe geantwortet, dass wir uns treffen können, mehr wäre extrem unwahrscheinlich …" Sie drehte sich zu Thea um: „Reicht dir und deiner Neugier das?" Thea grinste und nickte: „Yip, ich denke ich bin zufrieden, danke!" Ihre Freundin sprang vom Sofa und schlenderte in Richtung Schlafsaal davon.
Scarlett wandte sich wieder dem Feuer zu und freute sich schon richtig auf den nächsten Tag.
Kapitel 78
James saß am frühen Abend mit Lily in ihrer Wohnung und ließ sich von ihr die Geschichten um den Karfreitag erzählen. Er selbst hatte gerade mal gewusst, dass es sich bei diesem Tag um irgendeinen Mugglefeiertag handelte, doch von der christlichen Bedeutung hatte er nicht den blassesten Schimmer gehabt.
Lily lag auf dem Sofa und hatte ihren Kopf auf James Schoss gebettet. Nachdem sie zu Ende erzählt hatte rutschte sie etwas weiter nach Hinten und sah ihn direkt in die Augen: „Hast du mir die ganze Zeit zugehört?", fragte sie forschend. James zuckte zusammen, wie aus einer Starre gelöst wurde er etwas rot und versuchte ihrem Blick auszuweichen. „Ähm… ich", fing er an. Sie verengt gespielt böse die Augen: „Du hast mir nicht zugehört?", fragte sie empört. Er senkte etwas den Kopf und gab etwas verängstigt zu: „Du hast fast so wie Professor Binns gesprochen, das muss mit Absicht gewesen sein, du wolltest mich einschläfern oder?"
Lily setzte sich beleidigt auf und wandte sich ab: „Nein, das wollte ich nicht. Ich wollte dir etwas von einem Fest erzählen, was mir sehr viel bedeutet, weil meine Mutter wenige Tage nach diesem Fest im letzten Jahr gestorben ist. Heute Morgen habe ich daran denken müssen und deshalb bin ich den ganzen Tag etwas trübsinnig." Sie drehte sich wieder zu ihm um und endete: „Ich weiß du hast es nicht böse gemeint, aber du hast mich gerade traurig gemacht."
Kapitel 79
James sah entsetzt auf: „Tut mir Leid, ich habe das nicht gewollt." Er griff nach ihren Händen und streichelte sie sanft. „Ich dachte ich könne dich durch ein paar Scherze aufheitern, das es dir heute nicht so gut ging, habe ich nämlich schon bemerkt." Lily rückte wieder näher und lehnte ihren Kopf an seine Schulter. „Du hast mir also doch zugehört?" Er nickte: „Klar, ich könnte nur nicht alles detailgetreu wiedergeben, da waren so viele komplett neue Dinge dabei, von denen ich noch nie gehört hatte …" Er hob ihre Hand und platzierte einen zarten Kuss auf ihre Finger.
Lily lächelte leicht und fragte James dann: „Hast du Lust morgen, wenn die anderen nach Hogsmeade gehen, mit mir am anderen Ende des Sees zu picknicken?" James nickte sofort: „Picknicken ja, aber am anderen Ende des Sees, ist das nicht etwas weit?" Lily zeigte in sein Zimmer auf seinen Besen und sagte: „Zu Fuß bestimmt, aber …" James grinste: „… wenn wir fliegen geht es ruck zuck!" Lily nickte und küsste ihm auf die Wange.
Dann rutschte sie wieder mit dem Kopf auf seinen Schoss und sagte: „Weck mich bitte zum Abendessen, okay?" James nickte und streichelte seine Freundin über die Wange. Dann, wenige Augenblicke später schlief Lily ein.
Kapitel 80: Freyas erste Verabredung
Am Samstagmorgen betrat Freya die Große Halle mit heftigem Herzrasen. Den heute wollte sie etwas versuchen, was sie sich schon seit Monaten wünschte. Sie ging einige Schritte in die hohe Halle und sah dann zum Gryffindortisch. Wo war sie? Sie suchte den Tisch ab, dann entdeckte sie sie. Ungefähr in der Mitte saß Zara neben ihren Freundinnen.
Möglichst darum bemüht ruhig zu wirken ging sie am Slysterintisch, dem von Ravenclaw und ihrem eigen vorbei, bis sie schließlich hinter Zara stehen blieb. Sie hatte hübsche kurze braune Haare und kleine silberne Ohrringe. Sie trug heute eine kurzärmlige grüne Bluse und einen weißen Rock. Allgemein ein sehr schönes Mädchen.
„Ähm…", räusperte sie sich und nahm ihre Hände aus ihren Hosentaschen. Sie wollte nicht den falschen Eindruck hinterlassen. Einfach hängen lassen, das ist das am besten! Ihre Hände kribbelten und in ihrem Magen rumorte es. Zara drehte sich um und musterte sie: „Was gibt es?", fragte sie. Freya öffnete den Mund: „Ich wollte dich …", sie schluckte, war sie überhaupt an Mädchen interessiert? „… ähm ich, …" Ihre Hände verkrampften sich, was stotterte sie so, wenn sie keine Lust hätte (aus welchen Gründen auch immer) würde sie es schon sagen. „Ich wollte mit dir...", sie konnte es nicht aussprechen, was war nur mit ihr los?
Zara sah sie geduldig an und fragte freundlich: „Was wolltest du mit mir?" Freya atmete ein Paar mal tief durch, dann versuchte sie es noch ein letztes Mal: „Ich will mit dir ausgehen, wirst du mich nach Hogsmeade begleiten?"
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Bei ihrer Frage hatten sich plötzlich alle Schüler die in der Nähe saßen ebenfalls umgedreht. Freya sah zu Boden und wünschte sich nur, Zara würde möglichst schnell antworten. Es vergingen einige Augenblick wo bei Freya mit jeder Sekunde des Wartens die Hoffnung ein Stück tiefer sank. Schließlich als sie mit dem Gedanken spielte sich einfach umzudrehen und wegzulaufen, antwortete Zara endlich.
„Ich bin bisher nur mit Jungen ausgegangen, aber theoretisch sollte man viel weniger auf das Geschlecht als auf die Person achten." Freya zitterte innerlich, das war bisher noch keine wirkliche Zusage, aber es klang ein Wenig vielversprechend. Sie faltete innerlich die Hände und schickte Stoßgebete zu allen Göttern von denen sie jemals gehört hatte. „Also okay, ich werde mit dir ausgehen!", sagte Zara schließlich und löste damit ein Feuerwerk der Glücksgefühle in Freya aus.
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Nach dem Frühstück gingen die beiden Mädchen Freya und Zara also zusammen zum magischen Dorf. Zunächst sprachen sie nicht miteinander, was im Falle Freya an ihrer inneren Anspannung lag. Nach einigen Minuten fing Zara schließlich das Gespräch an: „Es fühlt sich irgendwie merkwürdig an mit einem Mädchen nach Hogsmeade zu gehen, besonders wenn man bedenkt das wir uns nicht wirklich gut kennen es sich also nicht um eine Unternehmung unter Freunden handelt." Freya nickte: „Das stimmt mit meinen Freundinnen Scarlett und Thea fühlt sich das ganze wesentlich lockerer an." Sie blieb stehen und fuhr halb in ihre Augen blickend fort: „Aber mit dir fühlt es sich auf eine andere Art tausendmal besser an." Während sie dies sagte wurde sie rot. Zara lächelte daraufhin leicht. Von diesem Anblick fasziniert trat Freya bis direkt vor Zara und legte ihr eine Hand an die Wange. Sie wusste, dass sie gerade wahrscheinlich weiter ging als sie sollte, aber sie konnte nicht anderes.
Freya sah ihrer Begleitung tief in die Augen und flüsterte schließlich: „Ich bin in dich verliebt!" Dann schloss sie die Augen und hauchte einen zitternden Kuss auf ihre Lippen.
