Kapitel 91

Am Ostersonntag wachte James dadurch auf, dass Lily die Vorhänge in seinem Zimmer aufzog und sich dann zu ihm aufs Bett setzte. „Guten Morgen Schatz!", sagte sie und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Er drehte sich zur Seite und versuchte sich vor den Strahlen der Sonne zu schützen. „Lass mich schlafen!", nuschelte er. Lily fragte sanft: „Was hast du gesagt?" James zog sich die Decke über den Kopf und murmelte noch etwas, was genau wusste er nicht.

Er fühlte sich nur so müde und erschöpft, er wollte wieder in den Traum aus welchen er gerade gerissen worden war. Lily war kurz still, dann spürte er wie sie wieder aufstand. „Ich gehe jetzt duschen, wenn du nicht aufgestanden bist, wenn ich wiederkomme, werde ich dir die Decke wegziehen." Er verstand ihre Worte nicht, hoffentlich waren sie nicht wichtig gewesen. Einige Sekunden später hörte er eine Tür zufallen, ja, er würde wieder schlafen können …

Nur Sekunden später war er wieder eingeschlafen und befand sich wieder in seinem herrlichen Traum. Er war mit seinen Freunden und Lily am See und badete. Seine Freundin im Bikini zu sehen fand er super angenehm und interessant.

Kapitel 92

Lily stieg gerade aus der Dusche. Sie war ja gespannt ob James inzwischen wach war, oder sie ihn brutal würde wecken müssen. Sie zog sich an und betrachtete sich noch einmal im Spiegel. Ein Wenig hatte sie den Eindruck etwas zugenommen zu haben, doch vielleicht täuschte sie sich auch. „Na dann Liebster, ich warne dich!", sagte sie und grinste diabolisch: „Wenn du jetzt nicht wach bist …" Sie ging zurück zu seinem Zimmer und öffnete die Tür.

Er lag noch immer im Bett. Leicht hob sich seine Decke, er musste wieder eingeschlafen sein. Warum war er nur so müde, war er etwa noch länger wach geblieben? Eigentlich hatte er doch um kurz vor Mitternacht gesagt, dass er jetzt sofort schlafen gehen würde. Sie ging um das Bett herum und betrachtete ihren Freund. Sollte sie echt so grausam sein und ihn die Decke wegziehen?

Du hast ihn gewarnt, er hätte doch aufstehen können? Wer weiß, vielleicht hat er ja nicht gut geschlafen und hatte einen Albtraum?

Unsicher was sie tun sollte, setzte sie sich wieder ans Kopfende seines Bettes und streichelte ihm ein paar Mal über die Wange. „Aufstehen, es ist bereits halb Neun, Zeit für das Frühstück!" Er öffnete nach einigen Augenblicken schläfrig ein Auge und flüsterte leise: „Guten Morgen Süße, bekomme ich einen Kuss?"

Lily lachte auf und nickte. Dann beugte sie sich nach vorne und gab ihm einen Guten-Morgen-Kuss.

Kapitel 93

Als Katie am Ostersonntag zusammen mit Alice den Gemeinschaftsraum verließ trat sofort Kurt auf sie zu. „Guten Morgen Süße!", grüßte er sie selbstbewusst und sah dann kurz zu Alice eher er nun etwas nervöser fortfuhr: „Ähm… ich wollte fragen ob du heute mit mir frühstücken willst?"

Katie musterte ihn abwägend. Was das eine Begrüßung die sie angemessen und okay fand? Alice war offenbar nicht so angetan von diesem Auftritt, denn sie warf ihm einen grimmigen Blick zu und ging dann schon vor. Katie sah ihr nach, wollte sie mit ihr und Lily oder mit Kurt essen? „Wenn ich eben etwas zu machohaft geklungen habe tut es mir Leid, so war das nicht gemeint. Ich habe dich nur ‚Süße' genannt, weil ich dich hübsch und freundlich und halt süß finde. Aber nicht auf die Kleinkind-süß-Variante, sondern auf die süße-hoffentlich-bald-Freundin Art, wenn du verstehst was ich meine?"

Kurz war es still, dann meinte Katie: „Ich habe eine ungefähre Idee, was du meinst, denke ich …" Sie lächelte leicht und hielt ihm dann ihre Hand hin: „Na dann lass uns losgehen, ich habe schon Hunger." Kurt nickte erleichtert und griff nach ihrer Hand.

Zusammen machten sie sich auf den Weg.

Kapitel 94

Ungefähr zur Zeit wo Lily zum ersten Mal weckte, wachte ein Zimmer weiter Zara auf und wunderte sich im ersten Augenblick warum sie keinen Schlafanzug anhatte. Dann sah sie zur Seite und erblickte ein halb abgedecktes nacktes Mädchen. Sofort schossen Bilder und Erinnerungen an die letzte Nacht in ihr hoch.

Sie hatte mit einem Mädchen geschlafen und es hatte ihr gefallen. Sie lächelte und streichelte der schlafenden Freya sanft über die Brüste. Dieses Gefühl…, sie konnte es unmöglich in Worte fassen. Es war einfach unbeschreiblich, in jeglicher Hinsicht. Noch vor zwei Tagen hätte sie so etwas wahrscheinlich nie getan, doch jetzt konnte sie sich nichts schöneres vorstellen. Sie rückte etwas näher an sie heran und umarmte Freya ganz leicht.

Sie konnte die Spitzen ihrer Brüste jetzt sehr schwach an ihren eigenen fühlen. Das erregte sie ungemein. Das war tausendmal besser als jede Selbstbefriedigung ihres ganzen Lebens. Gerade als Zara Freya fester umarmen wollte, öffnete diese ihre Augen. „Ich war bereits ein Wenig wach, bist du immer so intim am Morgen?" Zara wurde rot und schüttelte wild den Kopf: „Nein natürlich nicht, ich ähm…", sie stoppte und grinste dann … „Nun ich meine, eigentlich wirklich nicht, aber seit Gestern …" Sie rückte nun bis direkt vor Freya und fasste um sie herum nach ihren Po. „Seit du mich gefragt hast ob ich mit dir ausgehen will, habe ich vieles getan, was ich mir zuvor nicht getraut hätte." Sie streichelte nun über Freyas Po und sagte: „Ich garantiere also in Zukunft für nichts, du lässt mich da manchmal einfach zu merkwürdige Dinge tun."

Freya grinste und murmelte dann: „Mir geht es ähnlich, seit gestern bin ich mir meiner selbst auch nicht mehr ganz sicher …" Sie suchte Zaras Mund und küsste sie. Dann fragte sie lächelnd: „Willst du jetzt gleich mit mir duschen?" Zara sah ihr zärtlich in die Augen, dann nickte sie: „Gerne!"

Die beiden Mädchen standen also auf, schlüpften in ihre alte Unterwäsche und gingen dann mit ein paar Wechselklamotten ins Badezimmer.

Kapitel 95

Lira traf sich in der Eingangshalle mit John. „Hey endlich, ich habe schon auf dich gewartet!", sagte sie und streckte ihre Arme ihm entgegen. Er beschleunigte seine Schritte und umarmte sie herzlich als er bei ihr angelangt war. „Guten Morgen mein Engel!", murmelte er ihr sanft ins Ohr. Sie errötete und versteckte ihr Gesicht an seiner Brust. „Guten Morgen Liebling!", sagte sie leise.

Er streichelte ihr über den Rücken und fragte: „Wollen wir heute irgendetwas besonderes machen?" Sie sah zu ihm auf und erkundigte sich: „Hmm… Vielleicht, hättest du denn eine Idee?" Er legte den Kopf schief und dachte nach, dann leuchteten seine Augen auf und er sagte: „Es gibt da einen Raum in Hogwarts der auf magische Weise immer genau das ist, was man gerade braucht. Lexi hat mir letztens erzählt, sie hätte etwas in der Bibliothek gefunden, was beschreibt wie dieser Raum zu finden sei. Hättest du also vielleicht Lust diesen Raum mit mir zu erforschen?"

Lira nickte: „Ich kann mir zwar noch nicht wirklich vorstellen, was du genau meinst, aber mit dir auf Erkundungstour zu gehen klingt spaßig." Sie zog ihn nun am Hemd etwas zu sich herunter und küsste ihn. Dann griff sie seine Hand und sagte: „Lass uns zum Essen gehen, ich fühle mich so leer in der Magengegend." John lachte wegen dieser Formulierung und meinte ihm Gehen: „Dann sollten wir uns beeilen, damit sich die Leere nicht ausbreitet."

Lira lachte nun auch. Zusammen betraten sie die Große Halle und steuerten den Ravenclawtisch an.

Kapitel 96

Beim Frühstück hatte sich Luca heute ganz ans Ende des Tisches gesetzt, von hier aus hatte er einen guten Blick auf Thea. Warum musste er ausgerechnet sie fragen, bei den meisten anderen Mädchen wäre ihm das viel leichter gefallen. Na wahrscheinlich genau deshalb, dein bester Kumpel weiß genau was dir schwerfällt und besonders warum … Er sah demonstrativ weg von Thea: „Ich bin nicht an ihr interessiert!", sagte er zu seinem Unterbewusstsein. Nein, überhaupt nicht und Hippogreife können nicht fliegen. „Aber die können doch fliegen!", sagte er nun nicht mehr nur in Gedanken.

Daraufhin schwieg sein Unterbewusstsein taktvoll und Luca sah sich ein Wenig peinlich berührt um. Mehrere Mitschüler in der Nähe sahen sich zu ihm um. Scheiße, was war ihm da gerade passiert. Er sah wieder zu Thea beim Hufflepufftisch, sie schien seinen Ausruf entweder nicht gehört, oder nicht interessant genug gefunden zu haben.

Inzwischen hatten sich auch seine Mitschüler wieder von ihm abgewandt. Er versuchte sich wieder auf sein Essen zu konzentrieren. Nach dem Frühstück würde er zu ihr gehen und sie um eine Verabredung fragen.

Kapitel 97

Zehn Minuten nach seinem Ausruf (er wusste selbst, dass das Frühstück noch nicht zu Ende war, aber er konnte nicht länger warten), stand Luca auf und ging langsam auf den Hufflepufftisch zu.

Ich bin nicht an dir interessiert! Es war nur eine Wette!

In Gedanken überlegte er sich, was er gleich zu ihr sagen könnte. Nur eines musste definitiv klar werden und zwar, dass er nicht wirklich mit ihr ausgehen wollte und das ihm nichts an ihr lag. Er straffte seine Schultern und blieb direkt hinter ihr stehen. Dann räusperte er sich. Sie drehte sich um.

Er schluckte, sie sah echt hübsch aus. Ihre hell-grünbläulichen Augen sahen ihn forschend und etwas kritisch an. „Was willst du?", fragte sie direkt und ohne Umschweife. Er öffnete den Mund und schloss ihn dann wieder. Sie trug einen dünnen schwarzen Mantel über einem gut anliegenden braunen Pullover. An ihrer rechten Hand konnte er einen schmalen silbernen Ring erkennen. Ist sie etwa schon mit jemanden zusammen? Ist das ein Verlobungsring? Er ließ seinen Blick wieder zu ihrem Gesicht wandern. Einige Strähnen ihres dünnen Haares hingen ihr ins Gesicht. Irgendwie hatte es etwas wildes unbändiges. Am rechten Ohr hin ein einzelner Ohrring in Form einer Rose.

Er öffnete den Mund erneut und sah ihr in die Augen: „Ich ähm… nicht interessiert, … ausgehen mit dir, … wegen Wette." Er stotterte ziemlich und fühle wie seine Wangen wärmer wurden.

Kapitel 98

Thea musterte den Jungen der ihr in der letzten Woche so nachgestellt hatte gründlich. Seine Augen sprachen eindeutig eine andere Sprache als seine Lippen. „So, du bist also nicht daran interessiert mit mir auszugehen?", fragte sie und verdrehte ihre Augen. „Warum bist du dann zu mir gekommen und hast mich vor deinem Gestotter erst einmal fast eine ganze Minute angestarrt?", fügte sie ihrer ersten Frage noch hinzu.

Sie wusste, dass sie wahrscheinlich gerade ziemlich unfreundlich klang, aber er war ja auch nicht gerade charmant gewesen. Außerdem hatte er sie fast schon gestalkt und das gefiel ihr auch nicht. Wenn er etwas von ihr wollte, sollte er dazu stehen und offen und ehrlich seine Wünsche aussprechen.

Er blieb stumm und sah sie nur mit einem seltsamen Blick an. „Kommt da noch etwas, oder war es das?", fragte sie ein wenig kühler als sie eigentlich gewollt hatte. Er schüttelte den Kopf, doch sie konnte leicht Ansätze von Tränen in seinen Augen erkennen. War sie vielleicht wirklich zu unfreundlich gewesen? „Einen schönen Tag noch!", murmelte Luca mit (inzwischen) gesenktem Kopf. Und drehte sich weg von ihr.

Sie betrachtete ihn noch kurz von hinten, dann wandte sie sich wieder ihrem Essen zu. Eigentlich hatte sie immer einen guten Eindruck von ihm gehabt, doch wie er sie eben angesprochen hatte, fand sie schon seltsam.

Kapitel 99

Thea hatte sich gerade einmal eine Scheibe Brot gegriffen, da hörte sie ihn erneut hinter sich: „Magst du noch einmal kurz mit mir reden?", fragte er. Sie drehte sich also erneut zu ihm um und sagte: „Gerne, ich bin ganz Ohr."

Er sah ihr kurz in die Augen, dann erklärte er nach Unten blickend: „Letzte Woche haben ich und mein bester Freund betrunken miteinander Karten gespielt und irgendwann haben wir halt gewettet. Der Verlierer der nächsten Runde sollte das nächste Mädchen, dass zur Tür hereinkommen würde um eine Verabredung fragen müssen, … ich habe verloren." Er schielte kurz hoch zu ihr und fuhr dann wieder nach Unten blickend fort: „Ich war gerade aufgestanden, da bist du wieder aus den Drei Besen gegangen und ich habe meine Wettschuld nicht erfüllen können."

Thea verschränkte ihre Arme und sah ihn grimmig an. Eine Wettschuld, das war der ganze Grund warum er ihr nachgerannt war und sie sich verfolgt gefühlt hatte. Hmpf…

Er beendete seine Erzählung mit dem Satz: „Ich habe dich dann eine Woche lang beobachtet und bin dir gefolgt um eine gute Gelegenheit zu finden dich endlich zu fragen, doch habe ich es mich nie getraut." Sie verengte jetzt auch noch ihre Augen, also deshalb war er jetzt heute zu ihr gekommen. „Du musst mich nicht fragen! Wenn es dir ehe nur um eine Wette mit deinem Kumpel ging, dann erspare uns beiden das Theater und lass mich jetzt in Ruhe, okay?"

Kapitel 100: Eine Verabredung?

Luca hatte noch nie ein Mädchen oder allgemeiner einen Menschen gesehen, der so grimmig und ärgerlich ausgesehen hatte, wie Thea in diesen Augenblick. Sie drehte sich von ihm weg und fing an zu Essen.

Er betrachtete sie stumm und fragte sich, was er jetzt tun sollte. Einfach weggehen und versuchen sie aus seinen Gedanken zu streichen? Sie wieder ansprechen und ihr erklären, dass dies nicht die ganze Wahrheit war. Erst einmal abwarten und sie später erneut ansprechen, wenn ihre Wut abgeflaut war.

Der letzte Gedanke schien eine Art Kompromisslösung aus einer überstürzten Spontanhandlung und dem einfacheren Nichtstun zu sein. Er schloss für einige Sekunden seine Augen und grübelte, dann öffnete er sie wieder, weil er gehört hatte wie sie sich umgedreht hatte. Böse dreinblickend öffnete sie den Mund.

„Eben als ich gestottert habe, habe ich nicht ganz die Wahrheit gesagt …", sagte er bevor sie etwas hervorbringen konnte. „Ich war nervös und im Selbstzweifel, deshalb habe ich gesagt, dass ich kein Interesse an dir habe." Thea hob eine Augenbraue. „Wirklich?", wollte sie wissen. Er nickte: „Ich fühle mich im Moment ängstlich und hoffnungsvoll, weil du jetzt vielleicht doch mit mir ausgehen wirst …" Sie legte ihren Kopf schief: „Werde ich …?", fragte sie. Er flüsterte leise: „Das hoffe ich zumindest …" Es war kurz still, dann fiel ihr vor ihr auf die Knie: „Bitte! Ich flehe dich an, bitte!"

Erschrocken von dieser Wendung sagte Thea schnell: „Okay, ich gehe ja schon mit dir aus. Steh' nur wieder auf, dass ist ja peinlich! " Er erhob sich und sah sich um, viele viele Augenpaare waren auf ihn gerichtet. Er sah jedoch nur kurz in all diese Gesichter, dann blickte er wieder zu Thea: „Bitte komm nach dem Frühstück zu mir zur Weide, ich werde dort auf dich warten."

Dann rannte er aus der Großen Halle ohne auf eine Antwort von ihr zu warten.