Kapitel 131
Einige Sekunden später löste sie sich wieder von einander und er fragte nervös: „Wir sind jetzt wirklich ein Paar?" Sie verspürte einen starken Drang ihr Gesicht zu verbergen, widerstand diesem jedoch und nickte: „Ja, sind wir …", sagte sie gefasster als sie sich fühlte.
Luca streichelte ihr über die Wange und flüsterte dabei: „Ich fühle mich so nervös und unsicher, ich weiß gar nicht was ich sagen soll …" Er lehnte sich etwas zu ihr, sodass seine Stirn nun ihre berührte. Sie fuhr mit ihren Händen über seinen Rücken und schlug dann vor noch einen Spaziergang zu machen. Luca nickte: „Das hört sich gut an. Du, Ich und die Abenddämmerung." Sie murmelte: „Romantisch oder?" Er grinste und griff nach ihrer Hand.
Sie waren schon ein Stückchen gegangen, da blieb Thea plötzlich stehen und zeigte hinaus auf den See. In der Ferne glommen einige kleine Punkte über dem Wasser. „Ist das nicht schön?", fragte sie und löste ihre Hand aus seiner. Sie nährte sich dem Wasser und kniete sich ins kühle Gras. „Ja, es ist so friedlich …", murmelte Luca und ging zu ihr. Er setzte sich neben sie und legte einen Arm um sie. „Darf ich dich hier küssen?", fragte er und strich mit seinen Fingern leicht über ihre Arme.
Thea drehte ihren Kopf zu ihm und nickte. „Küss mich!", murmelte sie halb bittend, halb fordernd mit geschlossenen Augen. Er grinste und erfüllte seiner frischen Freundin diesen Wunsch. Derweil wanderte seine Hand leicht unter ihr T-Shirt. Er streichelte sanft ihren Bauch. Thea ließ ihn das auch machen, doch als er noch höher wollte, schüttelte sie den Kopf und sagte: „Nur am Bauch!" Er nickte und rutschte wieder tiefer. Sie küssten sich noch etwas, doch knapp eine halbe Stunde später entschied Thea schließlich, dass es Zeit wurde zurück nach Hogwarts zu gehen. „Bald ist Nachtruhe und ich will keine Strafarbeit bekommen." Luca nickte und erhob sich. Dann zog er sie hoch und zusammen gingen sie zurück.
In der Eingangshalle verabschiedeten sie sich voneinander. „Schlaf gut mein Engel!", flüsterte er ihr ins Ohr, während er sie fest umarmte. Sie grinste gegen seinen Hals und murmelte: „Gute Nacht Luca, träum von mir!" Sie küssten sich noch einmal, dann lief Thea in den Korridor der zu ihrem Gemeinschaftsraum führte und fragte sich wie ihre Freundinnen wohl darauf reagieren würden, wenn sie von diesen neuen Entwicklungen zwischen ihr und Luca erfahren würden.
Kapitel 132
James, Lily, ihre Mitschüler und Airi erreichten am späten Abend die kleine Siedlung Kir-Kareth. Es handelte sich um eine winzige befestigte Stadt an einen etwas größeren See als der wo sie keinen Schatz gefunden hatten. In ihr lebten Menschen wie in ihrer Welt, sie wirkten nahezu identisch, nur sprachen sie in keiner Lily auch nur im entferntesten bekannten Sprache. Doch zum Glück hatten sie Airi dabei, sie schien jedes Wort zu verstehen und regelte alles. Von den Torwachen die sie zuerst nicht hatten reinlassen wollen, bis zu der ‚Taverne', in der sie sich nun befanden.
Lily saß neben James auf einen weichen Bett in einen kleinen Zimmer und fühlte sich ziemlich unsicher. Airi hatte für alle ein passendes Zimmer organisiert. Lily war ihr sehr dankbar dafür, ohne James hätte sie sich sehr schlecht gefühlt.
„Lily …", murmelte dieser und streichelte ihr über den Daumen. „Hmm?", machte sie und sah ihn an. Er hob ihre Hand an und platzierte einen zarten Kuss auf ihre Finger. Dann murmelte er: „Alles wird gut, ich bin mir sicher wir werden wieder nach Hause kommen!" Lily schlang daraufhin ihre Arme um ihn und schluchzte leise: „Ich muss doch träumen, dass kann doch nicht ernsthaft gerade passieren …" James tätschelte ihre Schulter und streichelte über ihren Rücken: „Ich bin genauso verunsichert, doch weiß ich eines …" Lily sah auf und fragte leise: „Was?" James hauchte einen leichten Kuss auf ihre Lippen, dann flüsterte er: „Ich liebe dich und solange wir zusammen sind läuft der Motor meines Lebens unbeirrt von allen anderen weiter." Lily sah ihn zwischen Tränen hindurch einige Augenblicke stumm an, dann zog sie ihn zu sich und küsste ihn nun ihrerseits.
„Ich liebe dich auch, du bist der beste Freund den ich mir je hätte wünschen können. Bitte bleib für immer an meiner Seite!" Er nickte: „Natürlich, für immer!" Bei ihrem nächsten Kuss spürte James, dass sich ihre Mundwinkel leicht hoben. Sie lächelte.
Kapitel 133
Thea setzte sich wenige Minuten später zu Scarlett an den Kamin und überlegte wie sie am besten das Gespräch anfangen sollte. Denn gerade als sie den Gemeinschaftsraum betreten hatte, war ihr wieder eingefallen, dass ihre Freundin sauer auf sie war. Sie wollte jetzt aber mit ihr sprechen, also würde sie den Konflikt wohl ins Auge sehen müssen. „Hmm… Scarlett?", fing sie vorsichtig an. Diese hob den Blick und machte ein abwartendes Geräusch.
„Ich habe wirklich nichts vorgespielt, ich war unsicher und verwirrt …", sagte Thea. Sie kratzte sich am Kopf und fuhr etwas leiser fort: „Und jetzt bin ich es wieder, doch auf eine andere Art …" Sie senkte den Kopf und wünschte sich Scarlett würde irgendetwas sagen. Diese Stille machte sie noch nervöser. Schließlich tat ihre Freundin ihr diesen Gefallen und fragte nach: „Was ist es denn dieses Mal?" Thea sah auf und erklärte: „Ich bin nicht länger Single!" Scarlett runzelte die Stirn: „Sag mir nicht, dass …" Thea grinste nun ziemlich unsicher und nervös: „Ich befürchte ich muss genau das sagen …" Scarlett legte ihr Buch, in welchen sie gelesen hatte beiseite und sah Thea nun direkt in die Augen. „Erzähl mir wie es dazu gekommen ist!", sie sprach nun ohne jegliches Anzeichen von Wut oder Ärger.
Thea nickte und berichtete alles (nur alles im Zusammenhang mit James und Lily ließ sie aus) was sich am letzten und heutigen Tag ereignet hatte. Ihre Freundin hörte ihr stumm zu und fragte zum Schluss nur: „Bist du dir deiner Gefühle sicher?" Thea nickte: „Es ist zwar alles ein Bisschen schnell gelaufen, doch ich habe bisher nichts bereut. Ich habe mich scheinbar sehr schnell verliebt." Sie wurde leicht rot und grinste dann um ihre Nervosität zu überspielen. Scarlett grinste ebenfalls leicht und sagte: „Dann ist alles gut, ich unterstütze eure Beziehung." Thea bedankte sich glücklich und fragte dann ob Freya irgendwann im Laufe des Tages hier gewesen wäre. Scarlett schüttelte den Kopf: „Nicht das ich wüsste, aber wahrscheinlich war sie wirklich den ganzen Tag bei Zara …"
Thea stand auf und meinte: „Morgen ist wieder normaler Unterricht, spätestens dann werden wir sie bestimmt sehen." Scarlett nickte und fragte: „Gehst du schon schlafen?" Thea nickte: „Ich bin müde und ich will morgen ausgeschlafen sein." Ihre Freundin nickte und wünschte ihr dann eine gute Nacht. „Träum von deinem Prinzen!", sagte sie mit einem Augenzwinkern. Thea wurde erneut rot und eilte dann zu den Schlafsälen. Sie winkte Scarlett noch zu.
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Zwei Stunden nachdem er sich von Thea verabschiedet hatte lag Luca endlich im Bett. Er hatte zuvor noch eine ganze Weile mit seinem Kumpel Stanley gesprochen. Er hatte ihm fast alles erzählt, was er heute mit Thea erlebt hatte. Nur den Sex zwischen James und Lily hatte er weggelassen. Nun lag er unter seiner Decke und dachte an seine Freundin. „Ich habe ein Mädchen das in mich verliebt ist!", flüsterte er leise und genoss den süßen Schauer der daraufhin durch seinen Körper zuckte. Wie gut sich das anhörte …
Er drehte sich auf seine Seite und schloss die Augen.
„Ich liebe dich Thea!", flüsterte er und schlief dann nach wenigen Sekunden ein.
Kapitel 134
Am nächsten Morgen wachte Freya in einem schmalen Bett an Zaras Seite auf. Sie sah sich im Raum um und stellte bedauernd fest, dass sie nicht bei sich oder bei Zara im Schlafsaal war. Dann war das ganze wohl leider kein Traum gewesen. Sie befand sich tatsächlich in einer anderen Welt. Sie stand vorsichtig um ihre Freundin nicht zu wecken auf und sah aus dem kleinen Fenster, welches direkt neben dem Bett war.
Draußen ging es lebhaft drunter und drüber. Überall waren Menschen und kleinere Wesen. Das mussten die Zwerge sein, von denen Airi ihnen gestern erzählt hatte. Sie stellten hier (soweit sie das von ihren Fenster aus beurteilen konnte) eindeutig den größten Anteil an der Bevölkerung. Das war wahrscheinlich auch logisch, wenn dieses Lumosch wirklich eine so große Stadt war wie es Airi ihnen erklärt hatte. Sie drehte sich nun wieder zurück und sah, dass Zara mittlerweile auch wach war. „Guten Morgen Liebe!", sagte Freya und setzte sich zu ihrer Freundin.
Diese lächelte sie müde an und fragte dann verschlafen: „Bekomme ich einen Guten-Morgen-Kuss?" Freya nickte grinsend und setzte sich auf Zaras Schoss. „Klar …", murmelte sie und beugte sich dicht zu ihr. Nach wenigen Sekunden berührten sich ihre Münder. Zara schob Freyas Schlafanzughemd leicht hoch und streichelte über ihren Bauch. Sie küssten sich weiter und langsam wanderten Zaras Hände höher und höher …
„Ah…", keuchte Freya plötzlich auf als Zara ihre Brüste erreicht hatte. Zara begann sie dort zu streicheln während sie sich noch immer küssten.
Plötzlich klopfte es an ihrer Tür. „Kommt ihr, es gibt Frühstück! Ich habe dir im übrigen etwas zum Überziehen organisiert Zara, soll ich es …" Die Klinke bewegte sich nach unten. Zara rief: „Ich hole es mir gleich, und wir sind auch sofort unten, du brauchst also nicht reinkommen!" Airi kicherte leise und sagte nur: „Beeilt Euch wirklich, wir wollen unten unsere nächsten Schritte planen." Diesmal antworte Freya: „Wir sind gleich unten, versprochen!" Damit war Airi zufrieden und ging schon mal vor.
Freya stand von Zaras Schoss auf und die Tür einen Spalt breit um die Sachen zu holen, die Airi für Zara besorgt hatte. „Hier!", sagte sie zu ihrer Freundin und reichte ihr eine einfache Leinenhose und ein entsprechendes grobes Hemd. Dann schloss sie ihre Augen um sich umzuziehen.
Fünf Minuten später verließen sie ihr Zimmer und stiegen die Treppen zum Hauptraum hinunter.
Kapitel 135
Am Morgen des 28. März wachte Thea zufrieden und gut gelaunt auf. Sie hatte schon lange nicht mehr so entspannt und ruhig geschlafen wie diese Nacht. Sie wusste zwar nicht mehr was sie geträumt hatte, doch war es wohl etwas angenehmes gewesen. Sie hüpfte summend aus dem Schlafsaal und ins Badezimmer. Dort begegnete sie Scarlett welche gerade aus einer der Duschbereiche kam. Sie hatte ein Handtuch umgelegt und grüßte sie munter: „Guten Morgen! Du hast noch nichts von Freya gehört, oder?" Thea schüttelte den Kopf: „Im Schlafsaal ist sie nicht, also war sie wohl wie vermutet bei ihrer Freundin." Scarlett nickte: „Dann sehen wir sie ja gleich beim Frühstück, ich bin gespannt wie sie auf deine neue Beziehung mit Luca reagiert." Scarlett verließ nun das Badezimmer und Thea betrat die nun freie Dusche.
Zehn Minuten später ging sie mit Scarlett zusammen zum Frühstück. Sie streckte den Kopf um zu schauen wo Freya saß, doch sie konnte sie nirgends entdecken. Von der Suche nach ihrer Freundin abgelenkt bemerkte sie nicht wie Luca aufstand und ihr entgegen kam. Als sie gerade bei ihrem Tisch ankam umarmte er sie plötzlich und küsste sie.
Sie erschrak sich dermaßen, dass sie ihm ohne richtig nachzudenken eine Ohrfeige verpasste. Entsetzt löste er sich von ihr und sah sie mit großen Augen an. Sie brauchte einige Sekunden bis sie begriff, was sie gerade getan hatte. Schnell trat sie zu ihm und entschuldigte sich: „Ich habe dich nicht kommen sehen, bitte verzeih mir! Ich wollte dir nicht wehtun." Luca rieb sich seine Wange und nuschelte etwas, was sie nicht verstehen konnte. „Was hast du gesagt?", fragte sie, dann sah sie, dass ihm Blut aus dem Mund tropfte. Sie wurde blass, so kräftig hatte sie zugeschlagen? Ihr traten Tränen in die Augen, dann drehte sie sich um und rannte fluchtartig aus der Halle.
Kapitel 136
Sie lief und lief und stoppte erst, als sie draußen bei der Weide angelangt war. Erschöpft lehnte sie sich gegen den Stamm und fing dann an zu schluchzen. Was war sie nur für eine schreckliche Person und Freundin. Gut, sie hatte sich erschrocken, doch auch einen Fremden hätte sie nicht so kräftig ohrfeigen müssen. Sie hatte ihm sicherlich einige Zähne ausgeschlagen, warum hätte er sonst aus dem Mund bluten sollen. „Warum bis du weggelaufen, du hättest ihn in den Krankenflügel begleiten müssen! Das wäre nur anständig gewesen, selbst einem Fremden gegenüber." Sie murmelte leise: „Er ist kein Fremder sondern mein Freund!" Ihr Unterbewusstsein sagte dazu nichts.
Sie sank nun deprimiert am Baumstamm hinunter. Dabei schossen ihr mehrere Gedanken durch den Kopf. Dein Freund? Pah… Eine gute Freundin wäre nicht weggelaufen … Du hast ihm wehgetan vielleicht sogar verletzt! Was wenn du ein Messer oder etwas anderes gefährliches in der Hand gehabt hättest, du hättest ihn töten können! Warum hast ihn nicht einfach weggedrückt? Warum hast du ihn geschlagen? Verhält sich so ein guter Mensch? Sie hielt sich nun die Ohren zu, doch die Stimmen hörte sie trotzdem. Sie musste sofort zurück und zu ihm und sehen wie es ihm ging … (Sonst war sie dieser Beziehung nicht würdig)
Sie richtete sich langsam auf und sah zum Schloss. Zuerst ging sie langsam, dann fing sie an zu rennen und schließlich sprintete sie.
Kapitel 137
Zuerst rannte sie in die Große Halle, doch da sah sie ihn nicht. Sie drehte also um und rannte hoch zum Krankenflügel. Auf einen Bett direkt vor dem Eingang saß er und hielt ein Glas mit einem Trank in seinen Händen. Sie ging sehr langsam und ängstlich zu ihm und setzte sich auf das Bett ihm gegenüber.
Sie versuchte etwas zu sagen, doch hinderte ein Klos in ihrem Hals sie am sprechen. Sie zitterte leicht und empfand Verachtung sich selbst gegenüber, weil sie den Mund nicht auf bekam. Schließlich hob er den Kopf und murmelte leise: „Thea, bitte verzeih mir! Ich weiß zwar nicht womit ich das verdient habe, aber bitte sei mir nicht länger böse." Sie sah ihn entsetzt an, warum entschuldigte er sich? Dachte er etwa, er hätte etwas falsch gemacht …
Sie schüttelte den Kopf. „Du musst dich nicht entschuldigen!", presste sie schließlich mühsam hervor. Er sah sie verwundert an. Sie rutschte nun von ihrem Bett herunter auf den Boden und fing an zu weinen. Überrascht stellte Luca das Glas beiseite und kniete sich zu Thea und streichelte ihr über die Wange. „Süße, was ist los?", fragte er besorgt. Sie erzählte ihm stockend wie schlecht sie sich gerade fühlte und wie sehr Leid es ihr tat, ihm wehgetan zu haben. Zum Ende hin meinte sie traurig:
„Wenn du mich nun fürs erste nicht länger küssen wollen würdest, könnte ich das verstehen …"
Luca sah sie zuerst ernst, dann etwas belustigt an. Schließlich legte er ihr eine Hand unters Kinn und hob ihren Kopf soweit an, dass sie ihm in die Augen blicken musste. „Ich war ziemlich erschrocken, doch du wolltest mich ja nicht schlagen also, …" Er grinste sie nun an und flüsterte zärtlich: „… musst du dir keine Sorgen machen." Er rieb mit seiner Nase an der ihren und murmelte dann: „Ich liebe dich Thea!"
Dann küsste er sie sanft und liebevoll. Sie schlang ihre Arme um ihn und erwiderte seinen Kuss glücklich. „Ich liebe dich auch!", murmelte sie gegen seine Lippen und küsste ihn dann wieder.
Kapitel 138
Unten angekommen sahen sie sich um und entdeckten die anderen an einen großen Tisch gleich neben der Eingangstür. Freya und Zara steuerten den Tisch an und setzten sich auf die letzten beiden freien Stühle. Airi lächelte sie an: „Gut das ihr da seit, nun können wir anfangen." Sie wandte sich nun an alle und begann ihnen etwas über die Stadt in der sie sich gerade befanden zu erzählen. „Also wie ich gestern schon gesagt habe, ist dies sozusagen die Anlaufstelle für alle die nach Lumosch wollen. Die meisten kommen von der Südost-Küste doch auch aus dem Norden sind einige hier. Zum Beispiel reisende Händler und Söldner." Lily fragte: „Warum warten sie hier, gibt es keinen freien Zutritt zur Stadt?" Airi nickte: „Nur die wenigsten werden in diesen Tagen in die Hauptstadt der Zwerge gelassen, seit dem Vorfall von vor einigen Monaten sind sie extrem viel vorsichtiger geworden." Sie schwieg kurz, dann erklärte sie kurz (weil sie die fragenden Gesichter von den anderen sah): „Eine kleine Division an getarnten Krieger aus der Steinwüste ist in die Stadt eingedrungen und hat versucht diese einzunehmen, sie konnten knapp gestoppt werden."
James nickte: „Dann verstehe ich, warum sie vorsichtiger geworden sind, aber was machen wir dann? Ich schätze diese Stadt wäre ein guter Startpunkt um das Problem in dieser Welt zu erkennen, oder?" Airi nickte: „Das stimmt, doch vielleicht fällt mir ein Weg ein, wie wir uns Zugang verschaffen könnten." Zara fragte: „Wie sollen wir ob hier oder in dieser Stadt irgendetwas in Erfahrung bringen, wenn wir kein Wort dessen verstehen, was man uns eventuell sagen wird?"
Airi nickte: „Das ist auch ein Problem, was wir lösen müssen, doch deshalb könnten wir meinen verdammten Bruder fragen. Vielleicht kann er Euch die Fähigkeit verleihen unsere allgemeine Sprache zu verstehen." James grinste: „Hoffentlich, sonst erwartet dich ganz schön viel Arbeit uns immer alles zu übersetzen."
Kapitel 139
Nach einigen Augenblicken richteten sich Thea und Luca wieder auf. Diesmal setzte sich Thea zu ihm. „Was ist das für ein Trank, etwas gegen die Schmerzen?" Er nickte: „Ja, und etwas was meine Zähne wieder stabiler werden lässt." Sie schlug sich die Hände vors Gesicht und murmelte leise: „Es tut mir so Leid, bitte verzeih mir!" Luca grinste leicht: „Natürlich Süße! Magst mir das Glas geben, ich muss es austrinken, dann darf ich wieder zum Frühstück." Thea nickte und gab ihm den Trank. Er leerte diesen in zwei kräftigen Zügen, dann stand er auf. „Komm mit mir, lass uns zusammen an deinen oder meinen Tische essen!" Sie ließ sich hochziehen und sagte: „Komm mit zu mir, ich will dich meinen Freundinnen vorstellen!"
Sie kehrten nun also zurück in die Große Halle und setzten sich zu Scarlett. Thea wandte sich an ihre Freundin und fragte: „Wo ist Freya?" Scarlett zog die Schultern hoch: „Keine Ahnung, ich war am Gryffindortisch, doch niemand hat sie dort gesehen. Aber auch Zara scheint verschwunden zu sein, sehr merkwürdig." Dann fragte Scarlett: „Was war das eben eigentlich für eine Begrüßung von deinem Freund?" Sie blickte dabei kurz zu Luca. Bevor Thea auch nur den Mund öffnen konnte, hatte Luca schon geantwortet: „Sie hat mich nicht gesehen und wahrscheinlich gedacht: Was für ein schmieriger Kerl versucht mich gerade zu belästigen?" Er grinste leicht schief und fuhr fort: „Anschließend hat sie sich nur verteidigt, sie wollte mir nicht wehtun …" Er legte einen Arm um Thea und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
Scarlett sah von Thea zu Luca und dann von Luca zu Thea, im Anschluss lächelte sie leicht. „Ich bin erleichtert das aus diesem Zwischenfall kein größerer Streit entstanden ist." Luca grinste: „Ich habe nicht vor mich mit Thea zu streiten." Thea lächelte glücklich und nickte bestätigend: „Ich werde mich stark bemühen nicht mehr so aggressiv zu reagieren."
Luca griff unter dem Tisch nach ihrer Hand und verschränkte ihre Finger.
Kapitel 140: Airis Bruder
Nachdem Frühstück saß Professor Dumbledore nachdenklich und besorgt in seinem Büro und grübelte über das was ihm von einigen Schülern berichtet worden war. Es schien so, als wären acht Schüler gestern spurlos verschwunden. Darunter seine beiden Schulsprecher.
Sirius hatte ihm berichtet, dass James mit Lily nach dem Frühstück das Schloss verlassen hatte und dann knapp eine Stunde später mit ihr das Gelände verlassen hatte. Die letzten die sie unter Umständen gesehen haben könnten, waren Thea und Luca. Zumindest hatte Sirius sie nach draußen gewiesen, weil sie zu den Schulsprechern gewollt hatten. Er trommelte leicht mit den Fingern auf seinen Schreibtisch, wo waren die beiden nur, er hatte sie doch hier her beordert.
Plötzlich klopfte es und er sagte erleichtert „Herein!"
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Die Tür öffnete sich und eine elegant gekleideter Mann betrat den kreisrunden Raum. Die Tür fiel hinter ihm zu ohne ein Geräusch zu machen. Dumbledore hob erstaunt den Kopf. Noch nie zuvor hatte er jemanden vergleichbares getroffen. Er wusste nicht genau was es war, doch etwas merkwürdiges, etwas unverständliches lag in der Aura des Mannes. Er trat lächelnd zum Schreibtisch und setzte sich dem Schulleiter gegenüber hin. „Guten Abend Mister Dumbledore!", sagte er freundlich und nickte ihm zu. Dumbledore erwiderte den Gruß und musterte den Fremden dann eingehend.
Er hatte halblanges blondes Haar und glasklare blaue Augen. Er wirkte nicht älter als fünfundzwanzig. Dumbledore fragte: „Mit wem habe ich das Vergnügen?" Der junge Mann grinste kurz, dann antwortete er mit leicht erhoben Haupt: „Mein Name ist Kota, ich bin hier um dich über den Aufenthalt deiner vermissten Schüler aufzuklären!"
Der Schulleiter hob kritisch beide Augenbrauen: „Wie bitte?", vergewisserte er sich, dass er ihn richtig verstanden hatte. Kota lächelte breit: „Lily, James, Freya, Zara, Charlie, Lexi, Jessica und Mason, ist das richtig oder habe ich jemanden vergessen?" Dumbledore verengte seine Augen und sah Kota scharf an. „Wo sind sie und was hast du mit ihrem Verschwinden zu tun?" Kota schüttelte den Kopf: „Ich habe sie nicht aus dieser Welt, das war meine Schwester, aber jetzt sind sie in meiner Welt. Sie haben eine Aufgabe zu erledigen und werden dann zurückkehren. Das verspreche ich dir!" Mit diesen Worten stand er auf und drehte sich zur Tür um. „Halt, bleib hier und erkläre mir was hier passiert!", forderte Dumbledore. Auch er war aufgestanden. Der Man drehte sich noch mal um und hob leicht seinen Arm. Daraufhin lösten sich die Wände auf und der Boden unter ihnen erhob sich in die Lüfte. „Meine Kleine Schwester Airi hat den beiden Schulsprechern deiner Schule eine Aufgabe gestellt als sie versehentlich in meine Welt gestolpert sind." Der Boden von Dumbledores Zimmer kreiste mit samt seinen Besitzer und Kota nun in flachen Kreisen um das Schloss herum. „Stell es dir als einen Gefallen gegen einen Gefallen vor, was Airi ihnen angeboten hat. Sie hat ihnen versprochen ihnen zurück zu helfen, wenn sie dafür meine Welt heilen. Sie haben eingewilligt."
Dumbledore konnte an der einen (nicht länger existierenden Wand) Szenen aus dem Schloss ablaufen sehen, als ob er selbst nur wenige Meter von Geschehen entfernt wäre. Niemand im Schloss schien sich zu bewegen, alle standen stocksteif da. Selbst Menschen die gerade keinen Fuß am Boden hatten bewegten sich nicht. „Was …?", fragte er und zeigte auf diese Menschen. „Ich habe die Zeit für alle außer uns angehalten, wie diese Rundtour soll auch das dir demonstrieren, dass ich aller Magier eurer Welt um ein tausendfachen überlegen bin. Du musst dir also keine Sorgen um deiner Schüler machen, du hast mein Wort, dass ihnen nichts dramatisches passieren wird." Er schnipste nun und sie befanden sich wieder in seinen Büro. Die Wände waren wieder da wo sie hingehörten und auch die Zeit schien wieder weiterzulaufen.
Dumbledore sah zum ersten Mal seit Jahrzehnten verängstigt wegen etwas aus, was er nicht im geringsten verstand. Kota lächelte gütig: „Schau dort", er zeigte auf ein gerade neu erschienenes Bild an der Wand direkt hinter ihm. Es zeigte den Mann der ihn gerade besuchte. „Wenn es etwas dringendes gibt kannst du mich gerne bitten mal vorbeizukommen. Aber sei dir versichertet, ich halte mein Wort. Deinen Schülern wird nichts passieren!" Dumbledore schloss kurz die Augen und versuchte für einige Sekunden alles was gerade passiert war zu vergessen und seinen Gegenüber als ganz normalen Menschen zu betrachten. Er öffnete seine Augen wieder und sah ihn über den Rand seiner Halbmondbrille prüfend an. „Ich erwarte von dir, dass du mir von dir selbst aus regelmäßig Bericht erstattest. Immerhin geht es hier um meine Schüler, verstanden?"
Der junge Mann sah ihn mit einer Spur Bewunderung an: „Du bist ganz schön gelassen für jemanden dem ich meine Macht demonstriert habe. Und mutig bist du auch mir Forderungen zu stellen, aber ich sehe eine ungewohnte und unerwartete Stärke in deinem Blick, ich werde deine Bedingungen akzeptieren." Er verbeugte sich nun knapp und verließ dann das Büro des Schulleiters.
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Wenige Sekunden später betraten Thea und Luca den Raum und sagten gleichzeitig: „Entschuldigung, dass wir erst so spät kommen."
Dumbledore schwieg kurz, dann winkte er ab und bat sie sich zu setzen.
