Kapitel 171

Zusammen liefen sie bis zum Jungenschlafsaal. Alice griff nach der Türklinke und öffnete langsam und leise die Tür. Andreas und Peter waren bereits wach, die anderen schliefen noch. Ersterer fragte sie sobald er sie sah: „Ist Holly bereits wach?" Sie schüttelte den Kopf und sah dann zu Franks Bett. Auf dem Nachttisch war keine Phiole. Sie trat näher und bückte sich, doch auch unterm Bett war nichts. Sie stand wieder auf und drehte sich um. „Was soll das?", fragte sie anklagend.

Frank kam zu ihr und beteuerte ihr: „Ich schwöre hier hat sie gestanden, gleich neben meinen Büchern." Er deutete auf die entsprechende Stelle und streichelte Alice Hand. Sie schwieg kurz, dann fragte sie Andreas (welcher gerade den Raum verlassen wollte): „Wie lange bist du schon wach?" Andreas antwortete: „Seit knapp einer Stunde, warum?" Alice dachte: Das ist gut, vielleicht hat er ja etwas gesehen … Sie fragte also: „Hat hier auf Franks Nachttisch irgendwann während du wach warst eine Phiole gestanden?"

Frank sah seinen Freund erwartungsvoll an. Dieser kratzte sich am Kopf meinte dann aber: „Ich glaube schon, doch ich bin mir auch nicht hundertprozentig sicher …" Alice seufzte und bedankte sich aber trotzdem. Zu Frank gewandt sagte sie: „Magst du mich kurz begleiten?" Frank nickte und verließ mit ihr den Jungenschlafsaal.

Kapitel 172

Vor dem Schlafsaal lehnte sich Alice grübelnd an die Wand des schmalen Korridors und musterte Frank. „Er hat meine Aussagen doch bestätigt, was schaust du mich also so an?" Sie sah über die unglücklich Formulierung seiner Frage mal hinweg, weil sie wusste, dass er unsicher und ängstlich war. „Ich denke nur nach …", sagte sie und sah ihm fest in die Augen.

Frank kratzte sich am Kopf und fragte dann nervös: „Alice, ich liebe dich und nur dich, dass glaubst du mir doch jetzt wieder, oder?" Alice blieb noch einige Augenblicke stumm, dann nickte sie schließlich. Sie sah ihn jedoch weiterhin stumm an.

Frank hielt es irgendwann nicht länger aus und trat zu ihr. „Süße, bitte küss mich und zeig mir so, dass ich nicht länger bangen muss dich als meine Freundin zu verlieren!" Er umarmte sie und sah ihr fragend in die Augen.

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Sie lächelte nach einigen weiteren Sekunden und erleichtert zog Frank sie gleich im Anschluss eng an sich und küsste sie innig.

Kapitel 173

Lexi wachte auf weil Charlie ihr über die Wange streichelte. Sie blinzelte kurz, dann lächelte sie und murmelte ein verschlafenes: „Guten Morgen!" Ihr Freund strahlte sie an und rückte ein wenig näher zu ihr. „Guten Morgen Lexi!", flüsterte er um die anderen nicht zu wecken und fragte als nächstes: „Hast du gut geschlafen?" Sie nickte und betrachtete ihn nun ein wenig kritisch.

In den ganzen letzten vier Wochen die sie nun schon offiziell zusammen waren, hatte er nie irgendwie versucht mehr mit ihr zu haben als nur einige zarte und vorsichtige Küsse, das kam ihr gerade jetzt in diesen Moment in den Kopf und verunsicherte sie ein Wenig. Es war nicht so, dass sie in einer Beziehung hauptsächlich nur an Sex dachte, doch es gehörte irgendwie zumindest dazu über so etwas zu sprechen …

„Was ist los?", fragte Charlie nervös, er hatte ihr verändertes Gesicht wohl bemerkt. „Ich ähm…", fing sie an. Sie wollte ihn auch nicht mit so etwas überrumpeln und es recht nicht als zu versessen erscheinen, doch gleichzeitig zitterte sie plötzlich innerlich weil sie sich gerade vorstellte wie es wohl wäre mit ihm zu schlafen. „Ähm, ich …", stotterte sie leicht und hob schließlich ihre Decke etwas an: „Magst du mit mir kuscheln?", fragte sie mit geröteten Wangen.

Sie trug beim Schlafen immer nur Unterwäsche, das hatte sie aber gerade in dem Moment vergessen und als es ihr einfiel wurde sie noch etwas röter. „Ich, ich …", murmelte Charlie peinlich berührt. Sie senkte die Decke wieder und wünschte sich nun nichts sehnlicher als im Boden versinken zu können, das war soo peinlich. Er zögerte noch einen Moment, dann schlüpfte er zu ihr unter die Decke und legte hauchzart einen Arm um sie.

Sie hatte das Gefühl aufzuglühen, diese wunderbare Wärme die sie durchströmte. Vorsichtig legte sie auch einen Arm um ihn und flüsterte sehr leise: „Ich liebe dich Charlie!" Er rieb seine Nase an ihrer und flüsterte ebenfalls sehr leise: „Ich liebe dich auch Lexi!"

Dann küssten sie sich und lagen einfach nur friedlich in den Armen des jeweils anderen da und genossen den friedlichen Morgen.

Kapitel 174

Mulciber hatte in den letzten eineinhalb Monaten kein einziges Wort von Lira gehört, vielleicht hatte sie seine Aufforderung ihm zu helfen ja vergessen. Sollte er sie daran erinnern? Ein Teil in ihm schüttelte wild den Kopf, ein anderer wollte sich nicht so behandeln lassen.Niemand hat das Recht mich solange ohne irgendeine Information hängen zu lassen, ich sollte sie bestrafen …

Er stapfte wütend bei der Weide auf und ab und nahm sich vor Lira heute noch beiseite zu nehmen. Hey Lira, entweder du hilfst mir jetzt irgendwie oder ich schnappe mir mal deinen Freund, klar?", stellte er sich vor sie anzusprechen. Er hatte zwar keinen Plan, was sie tun sollte, war doch Jessica zur Zeit nicht in Hogwarts, doch das war ihr Problem nicht seins.

Mit dem festen Entschluss sie beim Verlassen ihres Schlafsaals an ihre Übereinkunft zu erinnern, rannte er nun zurück zum Schloss.

Kapitel 175

Am Morgen des 20. Mai wachte John davon auf, dass sich zwei Mädchen in Liras Schlafsaal stritten. Die eine fauchte: „Das nennst du okay, mit meinem besten Freund zu schlafen?" Die zweite entgegnete: „Ja, warum denn auch nicht? Du hast mir nie gesagt, dass du in ihn verliebt bist. Woher sollte ich ahnen …" Das erste schluchzte auf und stampfte trotzig und verärgert auf: „Es war doch mehr als offensichtlich was ich empfinde …"

John rückte näher an Lira und legte vorsichtig einen Arm um sie. Konnten diese beiden sich nicht woanders streiten … Er zog sich die Decke über den Kopf und betrachtete voller plötzlicher Begeisterung Liras Brüste. Bevor er mit ihr zusammengekommen war, hätte er sich nicht vorstellen können jemals einen solchen Gedankengang zu haben, doch nun bewunderte er die Form, die kleinen Brustwarzen und allgemein diesen herrlichen Anblick.

Er nährte sich vorsichtig und langsam mit seinem Kopf ihren Brüsten und platzierte schließlich einen zitternden Kuss auf die ihm näher liegende. „Süße …", hauchte er während er ihr nun auch noch vorsichtig zwischen die Beine faste. Sie trug für gewöhnlich immer wenn sie bei ihm schlief (oder er bei ihr) eine Unterhose, doch heute nicht, denn er fühlte ihre Scheide direkt mit seinen Fingern.

Nach einer Weile spürte er wie sie nach seinem Penis griff. Er stöhnte laut auf und schob seinen Zeigefinger zärtlich zwischen ihre Schamlippen. Nun stöhnte auch sie, doch sie hielt immer noch ihre Augen geschlossen. Durch sanfte Bewegungen steigerten sie einander ihre Lust und schließlich als er seinen Orgasmus erlebte keuchte er erregt: „Lira, ich liebe dich so sehr …" Seine Freundin öffnete nun endlich die Augen und sah ihn verliebt an: „Ich dich auch! Ich dich auch!"

Im Anschluss kuschelte sie sich eng an ihn und fragte nach einigen Minuten: „Wollen wir nun zum Frühstück?"

Kapitel 176

James wachte gerade auf und stelle belustigt fest, dass seine eine Hand unter Lilys T-Shirt auf ihrem nackten Bauch lag. Er fuhr ein wenig tiefer und fühlte dann den Ansatz ihrer Unterhose. Leicht schob er seine Finger unter diese und stöhnte leicht auf, weil er ihre Schamhaare fühlte. Würde sie wohl weiterschlafen können, wenn seine Hand noch tiefer wandern würde? Er wusste, dass er sich gerade etwas kindisch verhielt, doch der Versuchung konnte er nicht widerstehen. Er faste seiner schlafenden Freundin also vorsichtig an ihre Scheide und begann sie dort zärtlich zu streicheln.

Schon nach wenigen Sekunden öffnete Lily ihre Augen und sah James mit erröteten Wangen an: „James, was machst du da?" Sie sah ihn mit einer Mischung aus Erregung und Scham an. James strich mit einem Finger zwischen ihren Schamlippen entlang und murmelte: „Ich wollte nur ausprobieren, ob du wohl unter einer solchen Behandlung noch schlafen kannst mein Schatz." Er grinste nun verliebt und zog seine Hand wieder unter ihrer Unterhose hervor: „Scheinbar fühlen sich meine Finger dort jedoch zu gut zum schlafen an, oder?"

Lilys Gesichtsausdruck veränderte sich nun von Überraschung zu Wut, mit engeren Augen sagte sie: „Du wolltest mich einfach mal so anfassen um zu sehen ob ich deinem ‚Charm' widerstehen kann?" James wollte etwas einwerfen, doch Lily ließ ihn nicht zu Wort kommen. „Ist dir klar wo wir uns hier gerade befinden?" Diesmal wartete sie kurz um ihn die Möglichkeit zum Antworten zu geben. James sagte ohne zu zögern: „Ja, wir teilen uns eine Hütte mit unseren Gefährten." Mehr sagte er nicht. Lily starrte ihn mit immer wütenderen Augen an. Schließlich antwortete sie: „Ja, genau, das ist der springende Punkt … Wir teilen uns eine kleine Hütte mit einigen anderen, warum denkst du also bin ich gerade sehr wütend auf dich?" James zuckte die Schultern und sah sie verwirrt an.

Lily richtete sich auf und schlüpfte unter ihrer gemeinsamen Decke hervor: „Du bist ein Trottel und ich weiß gerade jetzt wirklich nicht, warum ich mich nochmal in dich verliebt habe." Mit diesen Worten zog sie sich ihre Hose an, warf sich den Mantel über und verließ ohne noch etwas zu sagen die Hütte.

Kapitel 177

James sah Lily überrascht und erschüttert nach, so hatte er das doch gar nicht gemeint. Warum war sie jetzt weggelaufen, war das schon eine Trennung gewesen? Sollte er ihr jetzt besser nachlaufen oder ihr lieber etwas Zeit alleine lassen.

Er zögerte noch kurz, dann griff er nach seiner Hose, welche neben seiner (und Lilys) Schlaflager lag und zog sie sich schnell an. Er würde ihr nachlaufen, so hatte er es schon immer getan. Leicht musste er grinsen, als er an die endlosen Gelegenheiten dachte, bei denen er ihr nachgerannt war. Meist hatte er sie um eine Verabredung gebeten und sie war nach einer sehr leidenschaftlichen Absage wütend davon stolziert.

Eilig und ohne daran zu denken, dass die anderen möglicherweise noch schlafen könnten, rannte James aus der Hütte und sah sich in alle Richtungen um. „Lily!", rief er laut in der Hoffnung, sie würde antworten.

Kapitel 178

Lily hörte James rufen, doch sie ignorierte ihn und lief weiter. Warum machte er das? Sie hatten sich doch nach diesem schrecklich peinlichen Vorfall bei der Weide darauf geeinigt keine sexuellen Handlungen mehr an ungeschützten Orten zu haben, oder etwa nicht? Sie trat frustriert gegen einen Stein der in hohen Bogen in den Abgrund fiel, an dessen Rand sie gerade entlang ging. Davon abgesehen fand sie die Art wie er auf ihre Frage reagiert hatte echt daneben. Das galt sowohl für seine Antwort an sich, aber auch für den Blick den er ihr dabei zugeworfen hatte.

Er hatte so geklungen als wäre das eine Art Test, von wegen: ‚Kriege ich sie dazu vor Erregung die Augen zu öffnen oder nicht', sie wusste, dass er es wahrscheinlich nicht so gemeint hatte, doch es stimmte sie etwas traurig. Auch das er so etwas überhaupt an einen so unsicheren Ort mit ihr tat, hob nicht gerade ihre Stimmung.

Sie war mittlerweile an der Schneegrenze angekommen. Sie sah am Berg hoch und fragte sich wie hoch es wohl wirklich ging. War schon mal jemand ganz oben gewesen? Gab es hier wilde Bestien? Sie drehte sich um und blickte hinunter zum Dorf. Ganz leise hörte sie in der Ferne James rufen.

Vielleicht sollte ich zurück gehen und mit ihm reden, sonst weckt er mit seinem Geschreie noch das ganze Dorf.

Kapitel 179

James rannte durchs ganze Dorf und rief immer mal wieder nach Lily. Sie war doch bestimmt nicht zur Klippe gegangen, oder? Er sah nervös nach Norden, wo es hoch ins Gebirge ging. Nein bestimmt nicht, relativ nahe lag die Schneegrenze, dort würde sie sicherlich nicht hingehen, wenn es dort auch glatt war, könnte jeder falsch gesetzter Schritt den sicheren Tod bedeuten.

Er kam gerade bei der Scheune im Süden vorbei und entdeckte dort Airi und Mason. Er lief zu ihnen und fragte nach einem hastig hervorgebrachten „Guten Morgen!", ob sie zufällig Lily hier vorbeikommen gesehen hätten. Airi schüttelte den Kopf: „Nee, doch wir sind auch noch nicht so lange hier, also vielleicht …" James nickte: „Okay danke, wenn ihr sie seht, bitte sagt ihr, dass ich sie suche …" Er winkte ihnen noch zu, dann lief er zurück.

Vielleicht war sie doch nach Norden gegangen … „Bitte sei ja vorsichtig!", flüsterte er in Gedanken und legte noch einen Zahn zu.

Kapitel 180

Lily ging also langsam wieder den Berg hinab. Währenddessen überlegte sie, was sie gleich zu James sagen wollte. Im allerersten Augenblick (noch vor dem Verlassen der Hütte), hatte sie an eine Trennung gedacht, doch jetzt hielt sie das selbst für albern und übertrieben. Sie glaubte, dass er einfach nur etwas dumm reagiert hatte, nicht jedoch, dass er nur wegen Sex mit ihr zusammen war.

Nach ungefähr zehn Minuten traf Lily auf James. Er war wohl letztendlich vom Dorf auf den Berghang gekommen.

„Hey James …", fing sie an und sah ihn direkt in die Augen.

„Lily …", murmelte James und erwiderte ihren Blick.

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Etwas weiter oberhalb von James und Lily (direkt an der Schneegrenze) erschienen plötzlich zwei hagere sehr weiß häutige nackte Gestalten. Sie hatten ungefähr die Größe von zwölfjährigen Menschen, waren aber extrem viel dünner und hatten auch längere Gliedmaßen.

Sie sahen zu James und Lily und verzogen ihre Münder zu einem schrägen Grinsen.

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Lily fragte nun leicht gereizt: „Warum hast du das gemacht?" Sie wusste nicht warum, doch plötzlich war sie ärgerlich und auch ein Wenig ängstlich. Was wenn es James all die Zeit wirklich hauptsächlich oder zumindest vor allem um Sex gegangen war. Vielleicht liebte er sie gar nicht sondern wollte nur seine Gelüste mit ihr befriedigen. James stemmte die Arme in die Hüften und erwiderte halb besorgt halb genervt: „Warum bist du hierher gelaufen, du hättest in den Abgrund fallen können?" Lily verzog das Gesicht, warum beantwortete er ihr nicht einfach ihre Frage?

James wartete, doch Lily sagte nichts. Nun etwas wütend erkundigte er sich: „Warum ich dich angefasst habe willst du wissen hmm?" Sie nickte. Er trat einen Schritt auf sie zu und erklärte gereizt: „Weil ich dein gottverdammte Freund bin, verfluchte Scheiße nochmal …" Lily wich einen Schritt zurück, wie konnte er es wagen so mit ihr zu sprechen … „Wir sind zusammen, in einer Beziehung Lily, ist es dann so absurd dich auf diese Art zu berühren?", wollte James in einem etwas lauteren Tonfall wissen.

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Die beiden Gestalten lachten nun leise. Ihre Augen hatten sich gespannt geweitet und sie hatten ihre Hände wie zum Klatschen erhoben. Begierig nichts von James und Lilys Streit zu verpassen starrten sie begeistert in ihre Richtung.

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Lilys Augen verengten sich zu Schlitzen, sie ballte ihre Fäuste und fing dann bedrohlich leise an zu sprechen: „Wenn es dir soo unangenehm ist mein Freund zu sein, dass du Fluchen musst, können wir unsere Beziehung hier und jetzt beenden, willst du das?" James' Augen waren inzwischen ebenfalls enge Schlitze, mit verächtlicher Stimme antwortete er: „Ja gerne, mit dir in einer Beziehung gewesen zu sein, war der größte Fehler meines Lebens." Lily drehte sich auf dem Absatz um und erklärte dann mit giftiger Stimme: „Dann ist es jetzt vorbei zwischen uns. Auf Wiedersehen!"

Mit diesen Worten marschierte sie wieder auf die Schneelandschaft zu. James rief ihr noch nach: „Endlich kann ich vielleicht glücklich werden, mit einem Mädchen das besser ist als du!" Lily beschleunigte ihre Schritte und versuchte derweil die aufkommenden Tränen zu unterdrücken.

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Nach knapp dreißig Minuten laufen merkte Lily wie eine schwere Decke von ihren Gefühlen und Gedanken gehoben wurde. Sie blieb urplötzlich stehen und sah sich um. Doch sie hatte keine Ahnung wo sie sich gerade befand, was war nur geschehen? Warum hatte sie James so unfreundlich gefragt und weshalb hatte ihr Gespräch dann diesen merkwürdigen Verlauf genommen? Warum war sie immer wütender und gereizter geworden, wie hatte es zu diesem zerstörendem Ende kommen können?

Wir sind kein Paar mehr, ich habe mich gerade von James getrennt …

Diesen Satz wiederholte sie immer und immer wieder. Es dauerte eine ganze Weile bis ihr die Tragweite dieser Entwicklung bewusst wurde.

Ich verstehe das ganze nicht, ich bin doch schon viel ruhiger wieder zurückgegangen. Hatte ich mich nicht mit ihm versöhnen wollen? Warum habe ich so mit ihm gesprochen? Im Nachhinein kam es ihr fast so vor, als hätte jemand anderes (nicht sie) in dem Moment die Kontrolle über sie übernommen und für sie gehandelt.

„Ich liebe dich James, bitte verzeih mir! Ich weiß auch nicht was mich eben geritten hat …" Sie rief nicht eher murmelte sie leise und bittend. Doch nichts geschah, nur ein leichter Sturm zog auf. Sie hatte zwar sowieso schon die Orientierung verloren, doch nun würde sie das Dorf noch viel unwahrscheinlicher wiederfinden.

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James kniete eine halbe Stunde nach seiner Trennung von Lily am Boden am Rand der Schneegrenze und weinte. Um ihn herum standen im Halbkreis seine Begleiter und sahen betrübt zu Boden. Nur Airi war nicht bei ihnen. Sie war knapp dreißig Meter vor ihnen und untersuchte etwas. Schließlich erhob sie sich und rannte zu den anderen. Als sie bei James ankam sagte sie: „Hey ich glaube ich habe eine Idee oder besser gesagt eine Ahnung, was hier passiert sein könnte."