Kapitel 181

James hob sein Tränen überzogenes Gesicht an und sah Airi verzweifelt und düster an. „Ich weiß ganz genau was geschehen ist, du musst mir nichts erklären!", sagte er bitter und kühl. Airi schüttelte den Kopf: „Du weißt nicht, was möglicherweise vorgefallen sein könnte, also hör mir zu, klar?" Ohne eine Antwort abzuwarten fuhr sie fort: „Es gibt Gerüchte, dass weit oben in diesen Gebirge eine sehr seltsame Spezies an Wesen lebt, die von den negativen und verzweifelten Gefühlen anderer Lebewesen leben, ich habe mir unbekannte Spuren entdeckt die eventuell darauf hindeuten könnten, dass zwei dieser Wesen vor kurzem hier in der Nähe gewesen sein könnten."

James wischte sich mit einem Ärmel übers Gesicht und fragte mit erstickter Stimme: „Was soll mir das im geringsten nützen, ich habe gerade die Liebe meines Lebens verloren, da interessieren mich irgendwelche absurden merkwürdigen Lebensformen einen Scheißdreck, also verschone mich mit dem Mist." Er stand nun auf und sah in die Schneelandschaft: „Lily, Süße ich wollte dich nicht so anfahren, ich …", er schluchzte auf und ballte die Hände zu Fäusten: „Ich sollte von der Klippe in den sicheren Tod springen, ich will nicht länger leben, wenn Lily mich nicht mehr liebt und vielleicht schon jetzt irgendwo gefallen ist oder bald in diesem elenden Wetter erfrieren wird." Airi legte ihre Hand auf seine Schulter und sagte: „Du wolltest diese Trennung nicht und sie wahrscheinlich auch nicht, weißt du warum es trotzdem dazu gekommen ist?"

James trat einige Schritte nach Vorne und fauchte: „Fass mich nicht an!"

Airi ließ sich davon nicht beirren und erklärte was sie vermutete: „Der Sage nach haben diese Wesen auf alles Lebendige in ihrer direkten Umgebung einen seltsamen Effekt. Alles negative, traurige und pessimistische wird unglaublich viel stärker und überwältigender wahrgenommen und alles positive, glückliche und optimistische wird nahezu vollständig verdrängt. Nur deshalb ist es zu dem gekommen, was gerade passiert ist."

Kapitel 182

James horchte überrascht auf und drehte sich dann sofort um. „Meinst du wirklich?", fragte er hoffnungsvoll. Airi nickte: „Ich kann mir nichts anderes vorstellen. Seit dem ersten Moment in dem ich euch kenne, habe ich eure Liebe und das offensichtliche Vertrauen welches ihr euch entgegenbringt bewundert." James sah über die Schulter zur Schneegegend und meinte dann: „Wenn es diese Wesen wirklich gibt und sie für diesen Schlammesel verantwortlich sind, muss ich definitiv versuchen so schnell wie möglich zu Lily zu gelangen."

Airi stimmte ihn voll und ganz zu. „Wir werden dir helfen!", versprach sie ihm und drehte sich den anderen zu. „Wir sollten uns …", weiter kam sie nicht, denn James unterbrach sie: „Ich kann nicht auf euch warten, kommt und sucht mich und Lily, helft uns wo auch immer wir sein werden. Bitte!" Mit dem letzten Wort schritt er einen Schritt weg und drehte sich dann blitzschnell um sich selbst.

Er verschwand mit einem lauten Knall.

Kapitel 183

Lily war in ihrer Verzweiflung und dem tiefen Wunsch den Weg zurück ins Dorf zu finden ihrem Instinkt und ihrem Bauchgefühl gefolgt. Sie hatte zwar das Gefühl bergab zu gehen, doch das sie auf das Dorf stoßen würde, war trotzdem extrem unwahrscheinlich. Vor allem weil sie die Klippe in dessen Nähe ihre (und die der anderen) Hütte lag, noch nicht gefunden hatte. Sie rief gelegentlich leise nach James und hoffte er würde plötzlich aus dem Nichts auftauchen und sie um Entschuldigung bitten.

Sie musste ganz schwach grinsen, diese Vorstellung war verrückt, zumindest der Teil mit dem ‚aus dem Nichts auftauchen' … Sie hatte mittlerweile (die oder zu mindestens eine) Klippe gefunden und ging einen schmalen Pfad entlang. Durch den dichten Nebel der inzwischen die Luft um sie herum undurchsichtig machte, konnte sie kaum einen halben Meter weit sehen.

Lily fühlte sich unwohl und auch ängstlich, plötzlich war ihr wieder so, als würde sich dieselbe Decke über ihr Herz und ihre Gefühle legen, die schon eben als sie sich von James getrennt hatte auf ihr gelegen hatte.

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Plötzlich sah sie einige Meter vor sich eine Gestalt aus dem Nichts auftauchen. Sie machte einige kleine Schritte auf sie zu und rief halblaut: „Lily…!"

Kapitel 184

James sah wie Lily ihn überrascht ansah, dann kam sie zu ihm gelaufen und blieb einen halben Meter vor ihm stehen. „James …", flüsterte sie ungläubig. Gleichzeitig fühlte sie wie wieder eine ihr unbegreifliche Wut in ihr aufstieg: „was machst du hier du …?", fragte sie im angesäuerten und aggressiven Tonfall. Sie schrak innerlich zusammen. Warum war sie wieder so unfreundlich, genau wie als es zu der Trennung zwischen ihnen gekommen war …

Sie schluckte plötzlich, wie sollte sie sich ihm jetzt gegenüber verhalten? Gerade als sie sich das im Detail fragen wollte, begann James mit zusammengebissenen Zähnen all das zu erzählen, was Airi ihm und den anderen berichtet hatte. „Ich fühle jetzt gerade das selbe merkwürdige Gefühl wie eben als wie uns getrennt haben, dieser Drang negative Gefühle rauszulassen, spürst du es auch?"

Lily nickte während sie über seine Worte nachdachte, dann fragte sie schließlich nervös: „Sind wir denn nun wieder ein Paar?" James nickte ohne auch nur den hauch einer Sekunde zu zögern: „Natürlich, mir tut es schrecklich Leid, was ich am Ende gesagt habe. Nur mit dir kann ich glücklich werden, hörst du, nur mit dir!"

Sie dankte ihm und umschlang ihn nun. Auch seine Arme um ihren Körper zu fühlen, verschaffte ihr ein wolliges Schaudern.

„Ich liebe dich Lily!", flüsterte er.

„Ich liebe dich auch!", antwortete James.

Dann küssten sie sich und genossen es beide unglaublich wieder beisammen zu sein.

Kapitel 185

Während alle aus ihrem Schlafsaal nach und nach zum Frühstück gingen blieb Aisha noch zurück und sah aus dem Fenster. Sie hatte eben unter der Dusche wieder an Marry gedacht. In ihrer Vorstellung hatte sie mit ihrer Freundin geschlafen. Sie lächelte leicht und schob sich eine Hand zwischen ihre Beine und unter ihre Hose. Während sie sich dort streichelte stellte sie sich vor von Marry geküsst zu werden. Dabei stöhnte sie leicht auf und stützte sich schließlich etwas am Fensterrahmen ab.

Nach einigen Sekunden zog sie ihre Hand wieder unter ihrer Unterhose hervor und murmelte zu sich selbst: „Reiß dich zusammen und geh Frühstücken!" Sie gab sich selbst noch einige Augenblicke um runterzukommen, dann verließ sie locker und entspannt den Schlafsaal.

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Im Gemeinschaftsraum stieß sie auf Max, einem Jungen aus der Sechsten. „Guten Morgen!", grüßte sie ihn und wollte gerade an ihm vorbeigehen, als dieser sich ihr in den Weg stellte: „Aisha, richtig oder? Können wir kurz reden, bitte!" Sie hatte keine Ahnung was er wollen könnte, sie kannte seinen Namen nur, weil er häufig laut mit seinen Freunden sprach. „Klar, warum nicht!", meinte sie und folgte ihm zum Kamin. Dort angekommen begann Max ihr von seinen Gefühlen zu erzählen. Anscheinend war er schon eine Weile an ihr interessiert. Er griff nun nach ihren Händen und bat sie: „Lass mich dich küssen, bitte!"

Aisha zögerte, bisher hatte sie nur bei Mädchen an Küsse und (manchmal auch) an mehr gedacht, doch aus irgendeinem Grund verspürte sie nun eine gewisse Neugier wie sich wohl ein Kuss mit einem Jungen anfühlen würde. Sie nickte also leicht woraufhin Max zu strahlen anfing. Er trat einen Schritt näher und umarmte sie dann vorsichtig. Sie fühlte ein leichtes Zittern als er wenige Sekunden später seinen Mund auf ihren platzierte und ihr einen Kuss gab.

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Einige Momente später saß Aisha auf seinen Schoss und ließ sich von ihm sanft über ihre nackte Brüste streicheln. Sie wusste selbst nicht genau wie es dazu hatte kommen können, doch sie genoss diese Berührungen und störte sich deshalb auch nicht daran, als Max nach wenigen Minuten anfing ihr die Hose zu öffnen.

Es dauerte nicht lange, dann war sie komplett nackt und lag mit gespreizten Beinen auf einem der Sofas am Kamin. Er kniete (ebenfalls nackt) vor ihr und fragte schließlich: „Darf ich jetzt in dich eindringen?" Aisha legte den Kopf schief und nickte. Sie selbst verstand sich selbst am allerwenigstens, doch ihr Herz und ihre Seele sagten ihr, dass schon alles gut werden würde.

Max fasste noch mal nach ihren Brüsten und fing dann an mit seinem Glied ihre Schamgegend zu streicheln. Sie stöhnte erregt und ultranervös auf und flüsterte schließlich: „Du sollst in mich eindringen, komm schon …" Max grinste und nickte: „Okay, ich mach es ja schon." Daraufhin drückte Max seinen Penis langsam und vorsichtig in Aishas Scheide und begann sich in ihr zu bewegen.

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Kurze Zeit später fühlte sie wie sein Sperma tief in ihren Körper gepumpt wurde. Sie stöhnte heftig auf und sah den Jungen über sich mit geweiteten Augen. Auch ihr Becken zuckte intensiv, so einen starken Orgasmus hatte sie noch nie erlebt. Sie war verwirrt, so unglaublich verwirrt …

Kapitel 186

Mit jedem Millimeter den Max tiefer in sie eindrang fragte sich Aisha mehr, was zur Hölle sie hier eigentlich tat. War sie nicht durch und durch lesbisch? Hatte sie sich nicht schon seit immer (oder besser gesagt seit Beginn ihrer Pubertät) nur für Mädchen interessiert? Ihre erste ‚große Liebe' war in der dritten Klasse ein Mädchen aus Hufflepuff gewesen. Sie hatte sie wochenlang heimlich im Unterricht beobachtet und sich vorgestellt, was wäre wenn sie ihre Hand halten könnte.

Sie spürte nun das er komplett in ihrer Scheide war, kurz verharrte er dort, dann begann er sich langsam in ihr zu bewegen. Sie keuchte mit jedem Stoß den er in ihr machte auf, das fühlte sich so seltsam und trotzdem irgendwie gut an, das war schon alles ultimativ verrückt.

Gerade mal vor einem halben Jahr hatte sie zum ersten Mal mit einem Mädchen geschlafen. Es war Phoebe ein Mädchen aus Ravenclaw gewesen. Sie erinnerte sich noch genau an das zittrige Gefühl in ihren Beinen, als sie sich unbekleidet auf ihren Schoss gesetzt hatte. Ihre Hände auf ihren Po, ihre Küsse und letztendlich dieses wunderbare Gefühl einen Orgasmus durch ihre Finger zu erleben.

Doch nun füllte ein Penis sie an der Stelle aus, wo im letzten Herbst noch Phoebes sanfte Finger sie gestreichelt hatten. Sie sah an sich runter und beobachtete wie Max' Penis in sie hinein und dann wieder heraus glitt.

Jeden Augenblick werde ich kommen, ich …, dachte sie, dann fühlte sie bereits ihren Orgasmus. Sie keuchte laut auf und sah mit einen glasigen Blick in die Augen des Jungens über ihr. Nur Sekunden später stöhnte Max ihren Namen, stieß noch einmal tief in sie, dann fühlte sie sein Sperma, welches tief in sie gepumpt wurde.

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Einige Minuten später zog sich Max aus ihr zurück und setzte sich mit erschlafftem Glied neben sie. Keiner von ihnen sagte auch nur ein Wort. Sie war so verwirrt, so unendlich verwirrt und verängstigt. Sie hatte mit einem Jungen Sex gehabt und es hatte ihr gefallen, wie hatte es nur dazu kommen können. „Aisha …", begann Max schließlich. Sie richtete sich ebenfalls auf und rutschte etwas von ihm weg. Er sah sie mit nervösen Blick an. „Habe ich dir wehgetan?", fragte er. Sie schüttelte den Kopf, sagte aber nichts. Er senkte den Kopf und flüsterte leise: „Was auch immer ich getan habe, ich liebe dich Aisha!"

Kapitel 187

Als ihre Erregung wenige Augenblicke später abgeflaut war, zuckte sein Glied noch immer in ihr und beförderte noch mehr Sperma in ihren Körper. Sie wusste nicht was sie denken sollte, zu seltsam war die komplette Situation. Sie hier nackt auf dem Sofa und ein Junge der sich in ihr entlud.

Wenige Sekunden später fühlte sie endlich wie der Strom seiner Erregung versiegte und er sich aus ihr herauszog. Mit großen begierigen Augen sah er sie an und flüsterte: „Das war super angenehm, ich habe noch nie einen so guten Orgasmus erlebt." Sie setzte sich hin und begann sich wortlos und mit einem flauen Gefühl im Magen anzuziehen. Er sah ihr zunächst dabei zu, dann folgte er ihrem Beispiel und bekleidete sich wieder.

Fünf Minuten später (inzwischen waren beide wieder vollständig angezogen) fragte Max nervös: „War das nur etwas einmaliges oder gibt es eine Chance das aus uns mehr werden könnte?" Aisha senkte den Kopf und flüsterte: „Ich bin eigentlich lesbisch, ich habe keinen blassen Schimmer warum ich eben mit dir Sex hatte." Max sah sie verwirrt und mit traurigen Augen an: „Ich verstehe, ähm… dann Tschüss!" Er drehte sich um und machte einige Schritte von ihr weg.

Ihn mit gesenktem Kopf weggehen zu sehen stimmte sie auch traurig, mit leiser und unsicherer Stimme rief sie ihn also zurück.

Kapitel 188

Er blieb stehen und sah über die Schulter. Dort stand das wunderbare Mädchen, welches er seit Wochen mehr oder weniger heimlich beobachtet hatte. Sie sah ihn mit unsicheren verwirrten Augen an und hatte ihre Arme leicht gehoben. „Ich fühle mich so seltsam …", murmelte sie und setzte sich auf das Sofa wo sie eben Sex gehabt hatten. Bei den bloßen Gedanken an das was sie die letzten Zehn Minuten getan hatten wurde er tief rot im Gesicht. Noch nie zuvor hatte er so etwas gemacht. Nervös ging er zu ihr und setzte sich neben sie. „Es tut mir Leid, dass ich so fordernd war, ich fühle mich fast als hätte ich dich genötigt."

Aisha sah auf und schüttelte entschieden den Kopf: „Das ist quatsch, ich habe dich doch quasi dazu aufgefordert in mich einzudringen, also wenn jemand an meiner jetzigen eventuellen Schwangerschaft Schuld hat, dann bin ich das selbst." Max sah sie beängstigt an: „Ich hoffe du wirst nicht schwanger werden …" Aisha nickte: „Das hoffe ich auch, doch was mir gerade jetzt viel mehr Sorgen macht ist die Frage: Warum?" Max spezifizierte: „Du meinst warum du mit mir Sex hattest und es unter Umständen vielleicht sogar genossen hast?" Aisha murmelte: „Das ‚unter Umständen vielleicht' kannst du streichen, denn ich habe das ganze definitiv genossen." Max konnte ein Grinsen nicht unterdrücken, doch schnell wurde er wieder ernst und fragte: „Und zuvor hattest du nie Interesse an Jungen?" Aisha bestätigte mit einem Nicken.

Max kratzte sich am Kopf und schlug schließlich vor: „Unter Umständen bist du vielleicht einfach bisexuell und bisher hattest du halt nie einen Jungen getroffen den du auf diese Art und Weise interessant gefunden hast." Aisha sah auf und musterte ihn nachdenklich: „Meinst du das könnte sein?" Er griff nach ihrer Hand und streichelte mit seinen Daumen über ihren Handrücken, derweil sagte er: „Es scheint mir die einzige logische Erklärung zu sein, außer irgendwer hat dich mit einem Trank dazu gebracht mit dem ersten der dir begegnet schlafen zu wollen." Aisha kicherte leicht und murmelte: „Aber in dem Fall hätte ich mit Alice oder einem anderen Mädchen aus meinem Schlafsaal Sex haben müssen, doch dazu ist es ja nicht gekommen."

Eine Weile saßen sie auf dem Sofa Hand in Hand, dann fragte Max schließlich: „Was hast du jetzt vor? Wirst du mir eine Chance geben?"

Aisha schloss ihre Augen und fühlte tief in sich hinein: „Willst du ihm eine Chance geben?", fragte ein Teil ihres Unterbewusstseins. „Mach das lieber nicht, du bist doch eigentlich in Marry verliebt, oder?", erkundigte sich ein andere Stimme in ihrem Herzen. „Bin ich das wirklich?", fragte sie in Gedanken unsicher was die richtige Antwort darauf wohl seien mochte. Natürlich, schon seit Wochen träumst du des nachts sie zu küssen und wenn du masturbierst stellst du dir vor mit ihr zu schlafen." Das war wieder die erste Stimme. „Aber das eben gerade war besser, noch nie hast du einen Kuss so genossen wie den von Max …", warf die zweite Stimme ein. Aisha öffnete nun wieder ihre Augen und drehte sich leicht zu Max.

Mach keinen dummen Fehler nur weil du den Sex gerade genossen hast, denk an die eine Nacht mit Phoebe, so etwas kannst du mit Max niemals erleben, bei ihm wird Sex immer grob und fordernd sein." Das war wieder ihr mahnendes Selbst. Sie schüttelte leicht mit dem Kopf: „Ich glaube es könnte möglicherweise funktionieren, ich will ihm eine Chance geben." Hiernach war es still in ihrem Herzen und Kopf, scheinbar hatte der kritische Teil ihres Unterbewusstsein aufgegeben sie vom Gegenteil zu überzeugen. Sie lächelte und stand dann auf.

„Steh auf Max!", sagte sie und hielt ihm ihre Hand hin. Er folgte ihrer Aufforderung und sah sie ängstlich und erwartungsvoll an. Kurz betrachtete sie ihn nur, dann sagte sie mit ein wenig selbstsicherer Stimme: „Ich will dir eine Chance geben!"

Kapitel 189

Max lächelte und fragte sofort: „Wirst du heute mit mir nach Hogsmeade gehen?"

Aisha stutzte, stimmt heute war ja Samstag, dass hatte sie ganz vergessen. „Bitte!", bat er und griff nach ihren Händen. Sie zögerte, sollte sie wirklich schon heute mit ihm ausgehen? Er hob ihre Hände noch etwas und beugte sich dann etwas ihnen entgegen und platzierte einen vorsichtigen Kuss auf ihre Knöchel.

Sie nickte und flüsterte: „Okay, ich gehe heute mit dir aus, gleich nach dem Frühstück …" Er umarmte sie daraufhin fest und gab ihr einen weiteren Kuss, diesmal direkt auf ihre Lippen. In genau diesen Moment wo sich ihre Münder berührten betrat Marry den Gemeinschaftsraum und betrachtete verblüfft aber auch mit einem Schmunzeln die Szene.

Nach ein paar Sekundenbruchteilen erwiderte Aisha Max' Kuss hauchzart und lächelte zufrieden als sie sich einen Augenblick später von ihm löste.

„Das war ein guter Kuss, fast wie im Kino!", grinste Marry nun und trat auf ihre beste Freundin zu. Aisha trat erschrocken einen Schritt zurück von Max und fragte: „Wie lange bist du schon hier?" Marry erklärte fröhlich: „Lange genug um euren Kuss gesehen zu haben, ihr geht also zusammen aus, habe ich das richtig verstanden?"

Aisha sah zwischen Max und Marry hin und her und fühlte sich wie in einer Zwickmühle, dann nickte sie aber und sagte: „Ja, er hat mich gefragt und ich habe seine Einladung angenommen."

Kapitel 190

Nach ihrer Vereinigung gingen James und Lily zusammen weiter, sie wussten nicht wohin der Pfad führte, doch hofften sie, sie würden irgendwie zurück zum Dorf finden. Beide fühlten weiterhin dieses merkwürdige Etwas, was ihre Gefühle verdüstern wollte. Sie hielten einander jedoch fest an den Händen und trotzten so der emotionalen Kälte die sie umgab.

Nach ungefähr einer halben Stunde erreichten sie den tiefsten Punkt der Schlucht. Lily bemerkte: „Das kann unmöglich die Schlucht sein, die in der Nähe des Dorfes gewesen war, die war um ein vielfaches tiefer als das was wir bisher gegangen sind." James nickte und zog Lily enger an sich: „Ich habe Angst, irgendetwas beobachtet uns, ich bin mir sicher …" Lily versuchte etwas im dichten Nebel zu erkennen, doch da war nichts, zumindest nichts in greifbarer Nähe. Doch auch sie verspürte dieses merkwürdige Gefühl, als wären etliche Augenpaare auf sie gerichtet. Sie begann leicht zu zittern.

Langsamer und vorsichtiger als zuvor schritten sie voran und drückten einander fester an den Händen. James flüsterte nach einigen Minuten: „Ich bin eigentlich echt nicht ängstlich, aber gerade jetzt fange ich an leise Stimmen zu hören, hörst du sie auch?" Lily blieb stehen und lauschte und tatsächlich von weit her hörte sie leises flüstern und raunen, wie von einem Chor von Zwergen oder Gnomen. „James bitte bleib dich bei mir!" James nickte: „Ich schwöre, ich bin genau neben dir und dort bleibe ich auch!" Lily dankte ihm, dann setzten sie ihren Weg noch langsamer als zuvor fort.

Eine Stunde bewegten sich James und Lily mal langsamer mal noch langsamer durch den Nebel voran, bis sie schließlich bei einem breiten Holztor ankamen. Dieses ließ sich leicht aufschwingen. Vor ihnen lag ein verlassener Dorfplatz. Einige Haustüren hingen lose aus den Türrahmen und ein leiser pfeifender Wind zischte durch die Straßen. James und Lily gingen mit zitternden Beinen bin zur Mitte des Platzes und sahen sich dann nach allen Richtungen um. Doch sie konnten nichts erkennen. Merkwürdigerweise war innerhalb des Dorfes kein Bisschen Nebel, dafür war das kalte Gefühl auf ihren Emotionen sehr sehr viel stärker als irgendwo sonst bisher.

„Ich habe gerade ein ganz mieses Gefühl …", flüsterte James.