Kapitel 251 (11.06.1978 | 1AU)

Am nächsten Morgen wachte Phoebe erst sehr spät auf und wurde von ihrer besten Freundin geweckt. Leah setzte sich auf ihre Bettkante und sagte in einem fröhlichen Singsang: „Guten Morgen, hast du von Peter geträumt?" Phoebe zog sich als Antwort nur die Decke weit über ihr Gesicht. Leah lachte daraufhin und stand wieder von ihren Bett auf. Phoebe drehte sich nun auf die (ihrer Freundin) abgewandten Seite und murrte leise: „Du bist gemein, ich leide hier und amüsierst dich über mich."

Leah lachte auf und fragte nach: „Also hast du von ihm geträumt?" Phoebe konnte sie quasi grinsen hören, so belustigt klang ihre Freundin. Sie schwieg dazu nur und hoffte Leah würde nicht weiter von ihm sprechen. Sie würde schon früh genug wieder an dieses Problem denken müssen. Spätestens zur ersten Gelegenheit zu welcher sie ihm begegnen würde.

Einige Minuten später stand Phoebe auf und ging ins Bad. Beim Duschen dachte sie daran, wie sie nach ihrem Liebesgeständnis gestern noch ewig am See entlanggewandert war. Bis jetzt wusste sie nicht ob dies klug gewesen war, denn nun würde sie mit den Konsequenzen leben müssen. Im Prinzip könnte es natürlich dazu kommen, dass sie mit ihm zusammenkam, doch wie wahrscheinlich war das? Würde er mit ihr ausgehen? Würde eine Beziehung zwischen ihnen rein theoretisch funktionieren …!?

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Nach der Dusche traf sie im Schlafsaal wieder auf Leah. Ihre Freundin klopfte ihr auf die Schulter und sagte: „Komm schon sei fröhlich, verliebt sein kann großartig wunderbar sein!" Phoebe machte: „Hmm…" und ging mit ihr los.

„… oder es endet in einer Vollkatastrophe!", ergänzte sie als sie im Gemeinschaftsraum waren.

Kapitel 252

Schon früh am Morgen stand Max fertig angezogen am Fuß der Treppe die zu den Mädchenschlafsälen führte. Er wollte Aisha auf keinen Fall verpassen, wenn sie zum Frühstück gehen würde. Doch erst um knapp halb Neun tauchte sie zusammen mit ihren Freundinnen Marry und Holly auf. Er winkte ihr zu und freute sich als sie ebenfalls etwas die Hand anhob.

Es dauerte nicht lange, dann stand sie direkt vor ihm. Er lächelte sie an und umarmte sie dann nach einem kurzen Zögern. „Guten Morgen Süße!", sagte er und platzierte einen Kuss auf ihre weiche Lippen. „So dass ist also dein ganz frischer Freund?", bemerkte nun Marry und trat dicht zu ihm Aisha hatte sich etwas von Max gelöst, stand jedoch trotzdem noch an ihrer Seite oder .

„Ja, das ist Max Wilson mein fester Freund!", sagte Aisha und drückte seine Hand etwas.

Kapitel 253

Max erwiderte Marys festen Blick und lächelte, so wie Aisha eben gesagt hatte das er ihr fester Freund sei fühlte er sich jetzt tausend mal stärker und selbstsicher als zuvor. Auch lag ihre Hand noch immer in seiner und er schmeckte noch den Kuss von gerade eben. Marry sah ihn noch einige Augenblicke mit einem seltsamen Blick an, dann drehte sie sich ruckartig weg und marschierte davon ohne noch ein Wort zu sagen.

Aisha sah ihr ein Wenig besorgt nach, blieb jedoch bei Max stehen und fragte Holly dann: „Wollen wir zusammen zum Essen gehen?" Das schwarzhaarige Mädchen nickte und so gingen sie zu dritt aus dem Gemeinschaftsraum. Unterwegs zur Großen Halle erzählte Aisha ihrer Freundin im Groben wie sie gestern mit Max zusammengekommen war. Max war erleichtert, dass sie ihr nicht erzählte, dass er mit seinem besten Freund Sex gehabt hatte.

Unterwegs wurden sie von Andreas aufgehalten, der kurz mit seiner Freundin alleine sprechen wollte. So gingen Max und Aisha ohne sie weiter. Auf der letzten Treppe vor der Eingangshalle sagte Max leise: „Das wie mich eben als deinen Freund vorgestellt hast, hat sich für mich echt gut angefühlt, danke nochmal für diese Chance!" Aisha blieb stehen und drehte sich zu ihm um. Dann sagte sie: „Du hast mich gestern überraschend und unerwartet glücklich gemacht, ich war seit dem Sex mit Marry und Jasmine fest entschlossen mich gegen dich zu entscheiden, doch du hast es geschafft mich hierzu zu überreden." Sie stoppte an dieser Stelle kurz und hob dann eine Hand zu seiner Wange. Dann fuhr sie etwas leiser fort: „Ich bin dir dankbar, dass du mich überzeugt hast, doch nun müssen wir beide uns gegeneinander beweisen, dass da wahrlich ‚wahre Liebe' zwischen uns ist." Sie lehnte ihre Stirn nun an seine und flüsterte: „Weißt du warum Mary jetzt wahrscheinlich sauer auf mich ist?"

Er schüttelte zitternd den Kopf. Ihre Nähe machte ihn nervös und auch die Tatsache, dass sie von wahrer Liebe gesprochen hatte. Gestern war es immer nur ‚eine Chance' gewesen, von der sie gesprochen hatte. Sie blickte ihn ernst an und sagte: „Vorgestern gerade habe ich ihr versprochen es eines Tages vielleicht mit ihr zu versuchen …" Max sah sie verwundert an, woraufhin sie ergänzte: „… eine Beziehung zu führen."

Max sah sie nun entgeistert an und fragte: „Wirklich?" Aisha nickte stumm. Max versuchte einen klaren Gedanken zu packen und murmelte: „Aber warum hast du dich dann gestern für mich entschieden?" Aisha löste sich jetzt von ihm und sah ihn ein klein Wenig wütend an. Sofort wollte Max etwas ergänzen, doch sie ließ ihn nicht zu Wort kommen und meinte mit zorniger Stimme: „Wag es ja nicht jetzt irgendetwas falsches zu sagen!" Dann schloss sie kurz die Augen und murmelte leise: „Erinnerst du dich noch wie ich gestern davon gesprochen habe, dass du meine komplette Bereitschaft zu meiner festen Entscheidung zu stehen wieder ins schwanken gebracht hast, ich habe damit auf mein Versprechen Marry gegenüber angespielt …"

Max senkte den Kopf, er fühlte sich etwas traurig wegen dem was sie für ihn ihrer besten Freundin hatte …

Aisha war kurz still, dann hob sie sein Kinn an und sagte: „Ich habe das für dich getan, weil ich in dem Moment gestern realisiert habe, dass ich mich wohl irgendwie in dich verliebt habe." Sie nährte sich jetzt seinem Mund und flüsterte: „Hörst du, ich liebe dich Max!" Mit diesen Worten küsste sie ihn und er musste ebenfalls lächeln.

„Ich liebe dich auch Aisha!", raunte er gegen ihre Lippen, nachdem sie sich voneinander gelöst hatten.

Kapitel 254

Peter saß am Morgen des 11. Mai mit einem seltsamen Gefühl auf seinem Bett, er hatte etwas merkwürdiges geträumt. In seinem Traum hatte das beliebteste Mädchen der ganzen Schule ihm ihre Liebe gestanden und war dann an ihm vorbei aus dem Schloss gerannt. Er kratzte sich am Kopf, so etwas absurdes hatte er noch nie geträumt, normalerweise war er bescheidener und auch realistischer. Er selbst fühlte sich eigentlich immer klein und unbedeutend, wie sollte zu ihm ein Mädchen passen, dass von jedem bewundert und verehrt wurde.

Er lächelte kurz, dann schob er die Vorhänge seines Himmelbett beiseite und setzte sich auf seine Bettkante. Nach einigen Augenblicken setzten sich auch seine Freunde Remus und Sirius auf. Zweiterer musterte ihn neugierig und fragte schließlich: „Habe ich das nur geträumt oder hat Phoebe dir gestern wirklich ihre Liebe gestanden?" Remus kratzte sich am Kopf und meinte: „Wenn du es dir nur eingebildet hast, so leiden wir beide an einer seltsamen und mir bis dato völlig unbekannten Form von Doppelhalluzination, denn ich erinnere mich an dasselbe." Beide sahen zu Peter, der ihnen nur stumm zugehört hatte.

Völlig verdattert sah er zu Boden, dann war es also wirklich passiert!? Aber was konnte ein so intelligentes, hübsches und beliebtes Mädchen von jemanden wie ihm wollen? „Werde ich verrückt oder was ist hier los?", fragte er leise und mit einem merkwürdigen Gefühl aus erhöhtem Selbstbewusstsein und Stolz. Remus zuckte mit den Schultern und Sirius grinste plötzlich schief und sagte: „Ich habe jahrelang versucht Leah oder Phoebe durch entspanntes und lockeres Auftreten dazu zu bringen mich um eine Verabredung anzubetteln, doch ich habe es nie geschafft, vielleicht kriegst du das aber jetzt hin!" Peter schüttelte schnell den Kopf und murmelte: „Bestimmt war ich nur der Gegenstand einer Wette, oder jemand anderes hat sich mit einen Streich erlaubt, oder sonst irgendetwas hat dafür gesorgt, dass sie gegen ihren Willen so etwas gesagt hat. Alles andere wäre einfach nur absurd …"

Kapitel 255

Während Peter mit seinen Freunden zum Frühstück ging, versuchte er seine Gedanken frei von diesem merkwürdigen Ereignis von gestern Abend zu bekommen. Je schneller er das vergessen würde, desto besser wäre es wahrscheinlich. Er fühlte sich nicht sonderlich gut und fragte sich selbst warum er nur so ein Versager war? Jeder andere um ihn herum und besonders seine Freunde waren viel mehr in der Lage ihr Leben irgendwie durchorganisiert zu bekommen, nur er bekam nichts sinnvolles hin. Einmal mehr stellte er sich die Frage, warum Leute wie James, Sirius und Remus eigentlich mit ihm befreundet waren?

Als sie in der Eingangshalle ankamen stießen sie auf Phoebe und Leah. Schnell blickte Peter zu Boden. Zwar war dies wahrscheinlich nicht nötig, weil sie ihm sicherlich sowieso keine Beachtung mehr zollte (es musste eine Wette oder etwas vergleichbares gewesen sein), doch ihren eventuell verächtlichen Blick mit dem sie ihn betrachten könnte, wollte er trotzdem nicht begegnen. Er hörte wie Remus die Mädchen grüßte und wünschte sich er könnte einfach an ihnen vorbei in die Halle gehen.

Eine Weile nachdem Leah Remus Gruß erwidert hatte blieb es seltsam still, Peter verstand das nicht, warum gingen sie nicht weiter? Er sah auch nach wie vor zu Boden, also vielleicht kein Wunder, wenn er die Stille nicht verstand. Schließlich ging es endlich weiter, erleichtert aus dieser peinlichen Situation zu entkommen freute er sich bereits auf das Frühstück, als er gerade in dem Moment, wo er die Großen Halle betreten wollte, von einer weichen und warmen Hand zurückgehalten wurde. „Können wir bitte kurz sprechen?", fragte Phoebe ihn.

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Peter blieb wie angewurzelt stehen, dieser weiche Arm der ihn da berührte, ihm wurde ganz schwindelig. Noch nie zuvor war ihm ein Mädchen auf diese Art und Weise nahe gekommen. Er sah zu seiner Seite das hübsche attraktive und beliebte Mädchen stehen, welches sich oft im Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit befand. Ein Bisschen so wie Sirius in den letzten Jahren vielleicht so etwas wie der Schwarm der meisten Mädchen gewesen war, war es vielleicht auch mit Phoebe und den Jungen, nur das eigentlich jeder wusste, dass sie sowieso nur an Mädchen interessiert war.

Phoebe zog nun ihren Arm zurück und sah ihn errötend an. Völlig überfordert fragte er leise: „Warum tust du so etwas? Ich weiß ganz genau, dass sie niemals ein so hübsches Mädchen wie du in einen jämmerlichen Kerl wie mich verlieben würde, also bitte wenn dies nur ein Scherz …", weiter kam er nicht, denn sie sagte nun entrüstet und ein Wenig beleidigt: „Es ist kein Scherz, ich habe mich in dich verliebt, und …", sie stoppte für einige Sekunden, dann ergänzte sie: „… bitte sag nicht das du jämmerlich bist, denn das stimmt nicht." Sie sah nun zu Boden und flüsterte leise bittend: „Und bitte gehe mit mir aus, bitte!"

Kapitel 256

Phoebe hätte sich am liebsten auf die Zunge gebissen, noch nie zuvor hatte sie jemanden auf diese Art und Weise fast schon angebettelt mit ihr auszugehen. Nun sie war auch noch nie zuvor so heftig verliebt gewesen, zumindest kam es ihr jetzt heute so vor. Sie versuchte seinem erstaunten Blick weiter standzuhalten, doch schon fühlte sie das dringende Bedürfnis ihr Gesicht zu verbergen. Was war nur mit ihr los? „Beruhige dich, sonst machst du noch etwas dummes!", mahnte ihr Unterbewusstsein sie.

Einige, in ihren Augen, viel zu lange Augenblicke vergingen, dann fragte Peter ungläubig: „Du willst mit mir ausgehen?" Sie nickte leicht und bestätigte leise: „Ja, will ich …" Derweil sah sie ihm noch in die Augen, dann jedoch senkte sie ihren Blick und fokussierte ihre Zehen.

Wieder war es einige (diesmal längere) Augenblicke still, dann murmelte Peter schließlich: „Okay, meinetwegen können wir zusammen nach Hogsmeade gehen!" Sie atmete erleichtert aus und trat dann dicht auf ihn zu. Als nächstes schlang sie ihn in ihre Arme und gab ihm einen sehr kurzen Kuss auf die Wange. „Danke, das du mit mir ausgehst macht mich sehr glücklich!", sagte sie mit einem noch tieferen Rotton auf ihren Wangen.

Dann lächelte sie ihn noch kurz an und betrat die Große Halle. Jetzt muss ich nur noch entspannt bis zu meinem Tisch durchhalten, dann kann ich mich endlich setzen und Leah von all dem erzählen.

Kapitel 257

Als sich Phoebe einige Augenblicke später endlich neben ihrer besten Freundin auf die Bank am Ravenclawtisch fallen ließ atmete sie erleichtert aus, sie hatte es bis hierher geschafft, jetzt fühlte sie sich etwas ruhiger. „Was hast du noch gemacht?", fragte Leah sie nun und wandte sich ihr zu.

Sie hob den Blick und sah aus dem Augenwinkel wie Peter gerade die Halle betrat. Kurz abgelenkt sagte sie: „Ähm, ich …" Leah schien ihrem Blick gefolgt zu haben, denn sie kicherte nun und meinte mit einem wissendem Unterton: „Ahh… Ich verstehe!" Phoebe senkte schnell wieder ihren Blick und flüsterte halblaut: „Hör schon auf, ich war nur kurz abgelenkt …" Ihre Freundin lächelte daraufhin nur stumm. Etwas peinlich berührt weil sie sie beim Starren erwischt hatte, erzählte Phoebe ihr nun was gerade vor der Tür zur Großen Halle passiert war.

„Also geht er mit dir aus?", fragte Leah mit einem Lächeln. Phoebe nickte und sagte: „Ja, dass hat er gesagt!"

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Nachdem Peter sich zu seinen Freunden gesetzt hatte, erkundigte sich Sirius was Phoebe jetzt von ihm gewollt hatte. Peter zögerte, doch dann murmelte er leise und ein Wenig unsicher: „Sie hat mich darum gebeten mit ihr auszugehen!" Sowohl Remus als auch Sirius sahen ihn mit weit geöffneten Mund an.

„Wirklich?", fragten beide auf einmal.

Peter nickte und verzog seinen Mund zu einem vorsichtigen Grinsen.

Kapitel 258

Nachdem sie zusammen etwas von ihren letzten Vorräten gegessen hatten beschlossen sie den heutigen Tag komplett der Nahrungsmittelbeschaffung zu widmen, denn bis zur Küstenstadt von Airi ihnen erzählt hatte waren es immerhin noch knapp 160 Kilometer. Zwar meinte Airi würde es ungefähr ein Drittel davon bergab gehen, doch 5-6 Tage würden sie auf jeden Fall brauchen. „Außerdem …", sagte Lexi während sie sich gerade über ihre derzeitige Lage und ihre Pläne austauschten: „… ist es nicht klar, dass wir in dieser Stadt auch gleich etwas zu Essen bekommen, denn wir sind ja für sie nichts weiter als herumstreifende Jugendliche!" Charlie ergänzte: „Also sollten wir jetzt möglichst viel lang haltbares finden und dann spätestens morgen früh mit dem Aufgehen der Sonne aufbrechen!"

Damit war jeder einverstanden also teilten sie sich auf und machten sich auf die Suche.

Mason und Airi gingen zusammen in den Hain und suchten dort nach Pilzen oder anderem Essbaren. Ben und Kira folgten ihnen und halfen so gut sie konnten. Während sich Mason fragte was wohl in die Kategorie essbar und was nicht fallen könnte, schienen seine Freundin und die kleinen einen Plan zu haben. „Woher weißt du was für Pilze essbar sind?", fragte er nach einigen Augenblicken an Airi gewandt. Bevor sie aber antworten konnte sagte Ben schon: „Ich beiße einfach ein winziges Stück ab und wenn es nicht übel schmeckt pflücke ich den Pilz!" Er demonstrierte was er meinte und spuckte dann „Bäh! Ihi…" rufend das kleine Stück eines gelb-rötlichen Pilzes wieder aus. „Der ist nicht gut!", entschied er und schmiss ihn zur Seite.

Airi bückte sich nach den weggeworfenen Pilz und sagte: „Das ist ein guter Pilz, er schmeckt für dich vielleicht ziemlich streng und bitter, aber er ist nahrhaft. Bitte pflücke von denen so viel du kannst!" Ben wirkte irritiert und fragte deshalb: „Von denen? Warum, die schmecken nicht!" Airi streichelte über seinen Rücken und versprach ihm: „Du musst sie auch nicht essen, die sind nur für mich und die anderen älteren!" Das beruhigte Ben scheinbar sehr, denn nun erklärte er sich einverstanden nach diesen Pilzen zu suchen. Gerade wollte er also losrennen, da hielt Airi ihn noch einmal sanft auf und bat ihn darum keine Pilze die ihm fremd vorkamen mehr zu probieren. „Wenn du einen neuen entdeckst den du noch nie gesehen hast, bring ihn zuerst zu mir, ich sage dir dann, ob du ihn essen kannst oder nicht, okay?" Ben zögerte kurz, doch dann nickte er und rannte zu seiner Schwester um mit ihr auf Pilzsuche zu gehen.

Airi erhob sich nun wieder und trat zu Mason. „Hier probier, probier mal!", sagte sie und gab ihm ein Stück des Pilzes den sie Ben abgenommen hatte. Etwas steckte er sich das braune Stück Pilz in den Mund und begann zu kauen. „Und magst du es?", wollte Airi mit einem nervösen Blick wissen. Mason schloss seine Augen und konzentrierte sich voll auf das würzige fast schon herbe Aroma das sich gerade in seinem Mund ausbreitete.

Schließlich sagte er, sie wieder anblickend: „Es hat einen mir irgendwie fremden Nachgeschmack, aber im Prinzip schmeckt es mir!" Sie lächelte ihn glücklich an und gab zu: „Es ist tatsächlich sehr nahrhaft, aber die allermeisten Völker in dieser Welt halten diesen Pilz für widerwärtig was den Geschmack belangt." Mason sah sie verwundert an und fragte: „Aber ich schätze du liebst ihn oder?" Airi grinste und nickte. „Ja, das tue ich, aber wie hast du das erraten?", fragte sie.

Mason streichelte ihr über die Wange und flüsterte dann leise: „Das war der Instinkt eines festes Freundes Süße!" Sie kicherte und zog ihn dann zu einem Kuss dicht an sie heran.

Kapitel 259

Einige Augenblicke lang küssten sich Mason und Airi, dann wurden sie Kira unterbrochen. „Kommt, wir haben etwas interessantes gefunden!", sagte das kleine Mädchen und griff nach Airis Hand. Diese sah lächelnd zu Mason und zwinkerte ihm zu. „Komm, unsere Kinder brauchen unsere Hilfe!" Wegen dem Wort ‚Kinder' musste er lächeln, er wusste nicht ob er wirklich bereit für so etwas war, doch im Moment musste er es sein, denn diese Ben und Kira hatten außer Ihnen im Moment keinen mehr.

„Wo ist dein Bruder?", fragte Mason also während er und Airi dem Mädchen nach Norden folgten. Kira erklärte: „Er ist bei dem Etwas, was wir euch zeigen wollen, er bewacht es!" Sie verließen nun den Hain und nährten sich der Ruine im Nordwesten. Airi fragte besorgt: „Warum seit ihr soweit nach Norden gegangen?" Kira antworte ohne zu Zögern: „Pilze, wir haben Pilze gesucht und die wachsen auch in der Ruine. Das war Bens Vorschlag!" Mason und Airi tauschten besorgte Blicke, sagten aber nichts.

Dann kamen sie schließlich bei der Ruine an. Kira führte sie eine Treppe hinunter und dann in einen unterirdischen Gang. „Hier seht …", fing sie an und zeigte auf den Boden. Doch dann verstummte sie, denn dort saß Ben am Boden und biss sich schmerzvoll die Zähne aufeinander.

Sein Fuß steckte in einer Art Bärenfalle und war merkwürdig verdreht.

Airi bückte sich sofort und öffnete die Falle mit all ihrer Kraft. Ben zog seinen Fuß weg und kroch dann auf Airi zu, die die Falle wieder zuschnappen ließ. „Es tut mir Leid, dass wir hierhin gegangen sind ohne euch Bescheid zu sagen, doch wir wollten Euch mit ganz vielen Pilzen überraschen und eben als ich alleine war, hat mich die Neugier gepackt. Ich wollte tapfer sein und selbst herausfinden, was dies für ein Ding ist."

Airi täschelte ihm den Kopf und drückte ihn eng an sich. „Es ist ja noch einmal gutgegangen, doch holt uns das nächste Mal bevor ihr etwas gefährliches macht, klar?"

Beide Kinder nickten und so gingen sie zusammen (Ben wurde von Mason getragen) zurück zur Lagerhöhle.

Kapitel 260

Eine halbe Stunde nach dem Frühstück saß Thea beim Schulleiter im Büro und fragte ihn, ob sie ihre Eltern heute würde besuchen dürfen. „Bitte, ich flehe Sie an! Ich muss mit eigenen Augen sehen, dass es ihnen gut geht." Professor Dumbledore nickte verstehend und sagte: „Absolut, doch weiß ich nicht ob sie schon bereit sind besucht zu werden. So wie ich das mitbekommen habe war es ganz schön knapp für sie. Beinah wären sie gestorben." Theas Hände verkrampften sich ineinander und sie murmelte nur noch einmal: „Bitte!"

Professor Dumbledore sagte schließlich: „Ich kann das nicht entscheiden, das müssen die Heiler vor Ort tun. Aber selbstverständlich dürfen sie ins Sankt-Mungo flohen und es versuchen." Thea dankte ihm und fragte dann ob sie ihren Freund Luca mitnehmen dürfe. Sie flüsterte: „Es würde mir emotional helfen …" Ihr Schulleiter nickte ohne zu zögern. So stand Thea auf und sagte, dass sie ihn nur schnell holen würde, dann wäre sie soweit. Professor Dumbledore nickte nur wieder, also verließ sie sein Büro und rannte los um ihren Freund zu bitten, sie zu begleiten.

Sie erfuhr nach fünfzehn Minuten (sie hatte einige Mitschüler fragen müssen), dass er wohl in seinem Gemeinschaftsraum sein sollte. Im Korridor zum Gryffindorturm stieß sie auf Katie, die wohl gerade von dort kam, wohin sie wollte. Sie sprach sie rasch an und fragte ob sie sie reinlassen würde. „Ich muss zu meinem Freund, bitte!" Katie nickte sofort und fragte: „Du bist doch aus Hufflepuff richtig?" Während sie zurück zum Portrait der fetten Dame gingen nickte Thea. Katie lächelte und fragte dann: „Hast du gesehen wohin Kurt nach dem Frühstück gegangen ist?"

Thea kratzte sich am Kopf und überlegte: Kurt, hmm…?

Katie hatte mittlerweile das Passwort gesagt und sah sie noch immer fragend an. Thea schüttelte leicht den Kopf und sagte: „Tut mir Leid aber ich bin gerade ziemlich durch den Wind, ich …" Katie lächelte sie an und meinte: „Ist schon gut, lauf zu Luca, er sollte am Kamin sitzen! Bis dann!"

Thea sah dem Mädchen aus Gryffindor noch einige Sekundenbruchteile nach, dann betrat sie den Gemeinschaftsraum und rannte zum Kamin. Tatsächlich saß dort ihr Freund.