Kapitel 341 (17.07.1978 | 1AU)
Remus saß gerade mit seinen Eltern am Frühstückstisch als es plötzlich an der Tür klingelte. Remus der gerade sowieso aufstehen wollte um etwas der Küche zu holen sagte: „Ich gehe schon!" Auch sein Vater hatte sich nämlich gerade erhoben. Dieser setzte sich nun wieder hin. Remus ging zur Tür und im Flur und öffnete diese. Er erwartete keinen Besuch aber vielleicht war es ja ein Nachbar oder ein Paketbote.
Vor der Tür stand Bellatrix Black. Bevor er auch nur Piep sagen konnte, war sie bereits hineingeschlüpft und drückte die Tür von innen zu. Er sah das schwarzhaarige Mädchen mit den dunklen häufig verächtlich dreinblickenden Augen ziemlich überrascht an. Was machte sie hier? War sie nicht wegen dem brutalen Angriff auf einen Mitschüler im letzten Monat des Schuljahres aus Hogwarts geflohen? Bellatrix rutschte an der Tür zu Boden und blieb dort regungslos liegen. Remus sah auf sie runter und fragte sich warum sie so unglaublich stark nach Angst roch. Dank seines (wie James es immer nannte) pelzigen Problems hatte er sehr sehr viel stärkere Sinne, deshalb konnte er so etwas wie Angst riechen. Deshalb und weil er wusste das Bellatrix vor quasi nichts in der Welt Angst hatte (zumindest hatte er dieses Gefühl nach sieben Jahren wo er mit ihr in einem Jahrgang gewesen war), bückte er sich nun und griff nach ihrem Handgelenk. Er fühlte einen schwachen Puls, sie war also nicht gerade vor seinen Augen gestorben.
„Mama! Papa! Eine ehemalige Klassenkameradin von mir liegt ohnmächtig an der Tür!", rief er nun.
Kapitel 342
Es war später Abend als Bellatrix aus einem schrecklichen Albtraum aufwachte. Sie lag in einem weichen bequemen Bett, welches allerdings definitiv nicht ihr eigenes war. Sie blinzelte und tastete ihre Umgebung ab, wo war ihr Zauberstab? Sie fand ihn nicht und jede Bewegung die sie vollführte tat höllisch weh. Was war nur passiert? Wo war sie?
Sie sah sich nun in dem Zimmer um, in dem sie lag und stellte fest, dass es wesentlich farbiger und gemütlicher eingerichtet war als alle Zimmer die es bei ihr Zuhause so gab. Sie wollte gerade versuchen sich aufzurichten, als sich die Tür zu ihrem Zimmer öffnete und eine freundlich dreinblickende Frau eintrat. Sie stoppte in ihrer Bewegung und presste sich wieder in ihr Kissen. Wer auch immer das war, vermutlich wollte sie ihr eher schaden als helfen … Die Frau setzte sich auf den Stuhl neben ihrem Bett und wollte jetzt ihre Decke weg klappen. Doch das ließ sie nicht zu, sie packte blitzschnell nach dem Handgelenk der Frau und wollte sie gerade von sich stoßen, da spürte sie einen derartig stechenden Schmerz in ihrem Oberarm, dass sie beinah das Bewusstsein verlor. Die Hand der Frau ließ sie natürlich sofort los und sackte wieder tief in die Kissen.
Was war nur geschehen, warum tat ihre Schulter so unglaublich weh? Sie registrierte nur sehr schwach, dass die Frau etwas flüssiges und kühlendes auf ihre Schulter und auch auf andere schmerzende Körperteile verteilte. Was auch immer es war, es linderte den Schmerz ein Wenig. Irgendwann dämmerte sie weg und kniete wieder am Boden. Ihre Arme waren hinter ihrem Rücken an eine Wand gekettet und vor ihr stand eine hagere dunkle Gestalt. „Woher hast du von ihnen gewusst?", fragte diese mit kalter schneidender Stimme. Sie schloss ihre Augen und biss die Zähne fest aufeinander, sagte aber nichts. Kurz darauf spürte sie einen harten Schlag gegen ihre Schulter. Sie fühlte wie etwas flüssiges an ihrem Oberarm hinab floss und sie hörte ein kaltes Lachen. Dann fragte die selbe Stimme die selbe Frage erneut. Auch dieses Mal schwieg sie, so knallte es erneut. So ging das weiter und weiter, bis irgendwann wieder alles schwarz um sie herum wurde.
„Bellatrix, was ist mit dir passiert?", fragte plötzlich eine Stimme die sie von der Schule kannte. Sie versuchte ihre Augen zu öffnen und dieses Mal bemühte sie sich keinen Muskel zu rühren. „Woher kenne ich diese Stimme?", fragte sie sich selbst und ging im Kopf Mitschüler durch, deren Stimme ihr etwas bedeutet hatten. Schließlich nach einigen Augenblicken murmelte sie mit sehr schwacher und dünner Stimme: „Lupin!?"
Kurz war es daraufhin still, dann sagte der ehemalige Gryffindor: „Ja, ich bin Remus Lupin!"
Sie schaffte es nun ihre Augen zu öffnen und sah das Remus nehmen ihrem Bett auf dem Stuhl saß und sie argwöhnisch musterte. Mit etwas normalerer Stimme als eben begann sie nun zu sprechen: „Ich verstehe deinen Blick, du musst dich wahrlich fragen was in Merlins Namen gerade abgeht, richtig?" Der Junge neben ihrem Bett nickte stumm. Sie versuchte nicht zu sehr in seine Augen zu schauen und sagte nun: „Irgendwann im Laufe des letzten Jahres habe ich mich in dich verliebt!"
Remus' Augen wurden nun fast doppelt so groß wie gewöhnlich und er wollte schon etwas sagen, als Bellatrix ihn schon unterbrach: „Ich weiß du hast nicht nach meinen Gefühlen gefragt sondern was mir passiert ist, verzeih mir also dieses Geständnis und vergiss es bitte gleich wieder!" Sie biss sich innerlich auf die Zunge, warum hatte sie das überhaupt gesagt, war sie nicht mehr ganz dicht!? Remus rieb sich seinen Hinterkopf und fragte dann mit stotternder Stimme: „Du hast dich in mich verliebt!?"
„Schüttele jetzt den Kopf! Schüttele jetzt den Kopf!", verlangte ihr Verstand und ihre Vernunft, doch sie nickte nur.
Nach dieser Bestätigung war alles ziemlich lange einfach nur still um sie herum. Sie hatte immer noch keine Ahnung wie sie wirklich hierher gelangt war oder warum sie solche unglaublichen höllischen Schmerzen hatte. Auch wusste sie nicht warum die Mutter von Lupin sich um sie gekümmert hatte oder warum sie mir nichts dir nichts dem Jungen in den sie schon eine Weile lang verlieb war, plötzlich ihre Gefühle gestand, aber jetzt war es auch zu spät sich darüber Gedanken zu machen.
Nach einer Weile schloss sie wieder ihre Augen und versuchte an überhaupt nichts zu denken. Aus irgendeinem Grund erinnerte sie sich plötzlich was mit ihr geschehen war. Ohne zu wissen ob Remus überhaupt noch neben ihr saß, begann sie nun seine eigentliche Frage zu beantworten. „Ich habe mich gegen Voldemort gestellt und wurde dafür von ihm fast zu Tode gefoltert!" Sie schlug nun ihre Augen auf und zwang sich dazu sich aufzusetzen. Der stechende Schmerz der dadurch durch ihren Körper zuckte, ließ sie fast das Bewusstsein verlieren. Sie lehnte sich gegen die Wand hinter ihr und schwor sich diesem widerwärtigen Monster den andere einen Lord nannten für diese Schmerzen umzubringen. Jetzt hast du noch mehr Gründe ihn zu hassen, das ist doch gut …
„Leg dich wieder hin!", sagte Remus mit Nachdruck und sah sie mit einem Blick an, der in ihr etwas seltsamen auslöste. Sie erwiderte diesen Blick und wollte schon widersprechen, da drückte er sie schon kommentarlos zurück in die Kissen. Sie wollte schon versuchen, sich erneut aufzusetzen, als Remus sagte: „Bleib liegen Bellatrix!" Sie sah ihn mit wütenden Augen an, aber er erhob sich schon und drehte sich weg von ihr. „Es ist zwar seltsam und ich verstehe es auch nicht wirklich, aber ich fühle mich dir irgendwie verbunden! Ich werde meine Eltern also versuchen zu überreden, dass sie dich nicht ans Sankt-Mungo übergeben, denn von dort bis zum Zaubergamot wäre es kein weiter Weg." Bevor sie etwas dazu sagen konnte hatte er den Raum bereits verlassen und sie war wieder alleine.
Was passiert hier nur? Erst die Überwältigung durch Voldemort, dann die Folter und nun auch noch Remus Lupin der sagte, dass er sich ihr verbunden fühlte.
Kapitel 343: (17.07.1978 | 2AU)
Am Abend des 17. Julis putzten sich Freya und Thea gerade zusammen die Zähne. Seit einigen Tagen lebte Thea jetzt schon bei ihrer Freundin. Sie hatte beschlossen zwei Wochen ihrer Sommerferien bei ihr zu verbringen. Thea spülte sich nun ihren Mund aus und begann sich schon einmal auszuziehen. „Ich stelle das Wasser gleich schon einmal warm ein, okay?", fragte Thea. Freya hob einen Daumen als Zeichen ihrer Zustimmung, also ging Thea (als sie nackt war) zur Badewanne und ließ warmes Wasser einlaufen.
Einige Augenblicke später war auch Freya fertig und kam zu Thea. „Magst du mir dabei helfen mich auszuziehen?", fragte Freya ihre Freundin und grinste sie schelmisch an. Thea grinste breit, kniete sich vor Freya hin und nickte. So dauerte es nicht mehr lange und beide Mädchen hatten nichts mehr an. Erregt legte Thea ihre Hände auf Freyas weichen Po und fragte sie dann: „Süße, würdest du mich theoretisch heiraten?"
Freya bekam auf einmal große Augen und fragte: „Du willst mich heiraten?" Thea nickte mit roten Wangen und murmelte: „Ich liebe dich und kann mir kein Leben mehr ohne dich vorstellen, also ja, ich meine es ernst! Ich will das du meine Frau wirst und ich will auch deine Frau werden!" Freya errötete nun heftig und legte ihre Hände auch auf Theas Po, dann flüsterte sie stockend aber unglaublich glücklich: „Ja, ich will dich heiraten und auch deine Frau werden. Ich liebe dich so sehr Thea!"
Die beiden Mädchen strahlten sich an und küssten sich dann liebevoll. Einige Augenblicke später stiegen sie gemeinsam in das warme Wasser und schmiegten ihre Körper dort eng aneinander.
Kapitel 344 (17.07.1978 | 1AU)
Etwas später wachte Bellatrix wieder auf, neben ihrem Bett saß immer noch, oder vielleicht auch wieder Remus Lupin. Sie betrachtete ihn aus dem Augenwinkel, er las mit übereinander geschlagenen Beinen. Er hatte eine Weile lange nichts mehr gesagt. Seit er ihr etwas zu essen gebracht hatte, war er versunken in dieses Buch … Sie seufzte innerlich, warum ließ er sie nicht einfach alleine, ihn hier so dicht bei ihr zu haben machte sie etwas konfus. Sie konnte sich nicht so sehr konzentrieren und dachte ständig darüber nach, was er wohl mit dem Satz, er würde sich ihr verbunden fühlen gemeint haben könnte.
„Er kann gar nicht auf eine ähnliche Weise an dir interessiert sein, wie du an ihm!", sagte eine nervige Stimme in ihrem Inneren. Sie presste ihre Augen fest zusammen und wünschte sich sie wäre irgendwo anders hin geflohen. Denk an Voldemort und an deinen Schwur ihn zu töten, er hat immerhin deiner kleine Schwester ermordet … Sie erinnerte sich nun wieder an ihre erste Begegnung mit dem dunkeln Lord. Damals in ihren ersten Sommerferien nach dem ersten Schuljahr hatte Voldemort ihre Familie besucht und sie hatte ihn ehrfürchtig und bewundernd von der Treppe die in den ersten Stock führte beobachtet. Zum damaligen Zeitpunkt hatte sie nur wage aber tolle Geschichten von ihren Eltern über ihn gehört. Er war in den Salon gegangen und hatte zu ihren Eltern gesprochen, die Tür war halb angelehnt gewesen. Dann war es passiert …
Ihre jüngere Schwester Georgia hatte die Tür aufgestoßen und war lachend in den Salon gelaufen. Voldemort musste wütend gewesen sein, denn er hatte seinen Zauberstab auf das Kind gerichtet und laut etwas gerufen. Ein grüner Blitz hatte sie zu Boden geschleudert und sie war sofort tot gewesen.
Kapitel 345
Bellatrix öffnete nun wieder ihre Augen und sah zu Remus. Wenn ich zu sehr auf meine Gefühle höre, lenkt mich das zu sehr von meiner wichtigen Aufgabe ab Georgia zu rächen. Aber manchmal ist es vielleicht nicht soo falsch etwas riskantes zu tun um das eigene Herz zufriedenzustellen, oder? Vielleicht ist dem so, doch ich habe definitiv ‚dieses' Riskante bereits getan, als ich ihm gestanden habe mich in ihn verliebt zu haben, mehr sollte ich wirklich nicht tun. In genau den Moment hob er seinen Blick und sah ihr direkt in die Augen.
„Ähm… weißt du warum ich Voldemort töten will?", fragte sie mit einer etwas traurigen Stimme. Remus schüttelte natürlich den Kopf, woher sollte er auch von Georgia wissen. „Willst du ihm wirklich von deiner kleinen Schwester erzählen? Das geht niemanden etwas an!" Sie ignorierte diese Warnung und erwiderte den Blick des Jungens neben ihr. Dann begann sie ihm von dem zu erzählen, was damals einige Wochen vor ihrem zweiten Schuljahr geschehen war.
Als sie das Ende von Georgias Leben beschrieb liefen ihr einige Tränen die Wangen hinab. Sie wünschte sich sie könnte ihre Hände zu Fäusten ballen, doch in ihrer jetzigen Lage wäre das sicherlich nicht ratsam. Sie sah aber von Remus weg und hoch zur Decke. Noch nie in ihrem Leben hatte sie sich jemanden derartig geöffnet wie gerade eben diesem Jungen. Sie verstand sich selbst nicht wirklich, normalerweise war sie resistenter gegenüber Gefühlen und Unlogischen Handlungen.
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Es blieb jetzt wieder etwas still, dann als es wirklich fast Mitternacht war spürte sie plötzlich wie eine warme Hand nach ihrer linken griff. Sie sah zur entsprechenden Seite und sah das Remus gerade ihre Hand in seinen hielt. Dieser Anblick und das Gefühl das sie nun empfand, jagten ihr einen Schrecken ein. Plötzlich wünschte sie sich ihn zu umarmen und von ihm geküsst zu werden. Noch nie in ihrem Leben hatte sie sich so etwas gewünscht, geschweige denn getan. Für sie war ihre Verliebtheit in Remus (außer in ihn, war sie noch nie in jemanden verliebt gewesen) immer etwas ziemlich theoretisches gewesen. Sie hatte sich nie irgendetwas vorgestellt, weil sie klar gewusst hatte, dass es zwischen ihnen ehe nie zu etwas kommen würde. Doch jetzt wo er ihre Hand hielt, sie anlächelte und sagte „Das tut mir Leid, deine arme Schwester!", musste sich plötzlich überlegen wie es wohl wäre, wenn rein theoretisch doch unter Umständen etwas zwischen ihnen laufen würde.
Oh… Remus du weißt nicht was gerade in mir vorgeht … In meinem ganzen bisherigen Leben war ich noch nie so nervös wie jetzt gerade in diesen Augenblick.
Kapitel 346 (18.07.1978 | 1AU)
Es war sehr früh am Morgen des nächsten Tages als Remus die Treppen hinunterstieg und leise zum Gästezimmer ging. Er wusste nicht was ihn genau antrieb, aber vielleicht hatte es etwas mit seinem Traum zu tun. In jenem hatte er die ganze Nacht auf dem Stuhl neben Bellatrixs Bett gesessen und in ihr schlafendes Gesicht gesehen. Es war merkwürdig, warum fühlte er sich seit gestern Nachmittag so seltsam? Warum hatte er ihre Hand gehalten?
Inzwischen hatte er das Zimmer erreicht und öffnete die Tür. Da lag sie und schlief. Ihr Gesicht wirkte etwas verkrampft, hatte sie einen Albtraum? Er nährte sich dem Bett und setzte sich auf den Stuhl nahe ihres Kopfes. Er betrachtete ihr Gesicht und musste feststellen, dass es ziemlich hübsch war. „Was denke ich hier bloß?", fragte er sich selbst. Immerhin lag dort nicht irgendein Mädchen, sondern Bellatrix Black.
Nach zwanzig Minuten ungefähr öffnete sie ihre Augen und blinzelte zuerst ein paar Mal, dann fragte sie mit schläfriger Stimme: „Hast du die ganze Nacht neben mir gesessen?" Er sah einen sehr leichten Rotschimmer auf ihren Wangen, was ihn verwunderte weil er sie noch nie hatte erröten sehen. Das passte einfach nicht zu dem Bild was einem in den Kopf kam, wenn man an Bellatrix Black dachte. Etwas abgelenkt antwortete er: „Ich habe neben dir gesessen, zumindest in meinem Traum …" Ihre Wangen eine Nuance röter und sie drehte sich leicht weg.
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Ein wenig später sagte Remus ohne es geplant zu haben: „Bellatrix, ähm …" Sie drehte sich um und sah ihn stumm an. „… also ich …", setzte Remus seinen Satz fort. Sie legte den Kopf etwas schief, sagte aber nichts. Remus rutschte von seinem Stuhl auf ihre Bettkante und beugte sich etwas über sie. „… ähm, was hältst du von einem Kuss?", vollendete er schließlich seine Frage. Er konnte nicht mehr klar bei Verstand sein, ein Kuss mit Bellatrix!? Ihre Wangen wurden noch röter, doch sie rührte sich nicht. Auch sagte sie nichts, sie sah ihn nur mit einem seltsamen Blick an.
Remus konnte nicht anders als sich weiter zu ihr zu beugen und letztendlich seinen Mund vorsichtig auf ihren zu platzieren und sie zu küssen.
Kapitel 347
Der Kuss hielt nur wenige Sekundenbruchteile an, doch dieser winzige Moment genügte um Bellatrix komplett aus der Fassung zu bringen. Sie schloss ihre Augen und drehte ihr Gesicht so weit weg von Remus wie nur möglich. Noch nie in ihrem Leben hatte jemand sie geküsst. Noch nicht einmal ihre Eltern hat so etwas gemacht! Sie wusste nicht was sie jetzt tun sollte! Ihr Herz raste und ihre Wangen mussten stark errötet sein. Zumindest fühlten sie sich so an.
„Bellatrix, ich ähm …", fing Remus an und stoppte dann aber. Obwohl sie sich unglaublich unsicher fühlte, etwas in ihr wollte ihm jetzt in die Augen schauen. Dieses etwas war auch neugierig wie ihm der Kuss wohl gefallen hatte. Sie drehte sich also wieder zu ihm und musterte ihn. Er knetete seine Hände und sah sie mit einem intensiven Blick an. „Der Kuss, ähm… ich …", fuhr er stotternd fort und deutete zuerst auf sie und dann auf sich selbst. „Ich meine, ähm… hat er dir gefallen?", fragte er und presste seine Hände fest zusammen.
Sie öffnete ihren Mund und sagte ohne darüber nachzudenken: „Ja, und ich würde dich gerne auch einmal von mir aus küssen!"
Nachdem sie das gesagt hatte, hätte sie sich am liebsten auf die Zunge gebissen. „Wie konnte ich nur so etwas sagen? Habe ich etwa plötzlich verlernt klug und …", weiter kam sie in ihrer Frage an sich selbst nicht, denn Remus beugte sich wieder zu ihr und flüsterte: „Das ist zwar immer noch unglaublich merkwürdig, aber bitte küss mich Bellatrix!" Sie versuchte gar nicht erst gegen den Drang dieser Bitte zu folgen anzukämpfen und hob langsam und vorsichtig einen Arm. Sie legte Remus eine Hand an die Wange und streichelte ihn etwas.
Diese weiche warme Haut zu berühren fühlt sich so gut an …
Dann (mittlerweile war sein Gesicht quasi direkt über ihrem) überwand sie die letzten Millimeter und drückte ihre Lippen leicht auf seine. Dieser Kuss hielt schon etwas länger als der letzte und im Gegensatz zum Ersten waren dieses Mal beide an ihm beteiligt.
Kapitel 348 [島大陸]
Nachdem sie nun schon eine längere Weile unter der Erdoberfläche unterwegs waren und zweimal Rast gemacht hatten wachte Tazzziria gerade um (ohne Sonne konnte sie das schwer beurteilen, aber sie vermutete irgendwann am frühen Morgen) auf und sah, dass außer ihr nur Zara und Mason (und sie waren zum Wachdienst eingeteilt) wach waren. Sie konnte jedoch nicht wieder einschlafen also beschloss sie sich zu den beiden zu gesellen.
Sie setzte sich neben Zara und fragte leise: „Und irgendetwas spannendes passiert?" Das Mädchen neben ihr schüttelte den Kopf und flüsterte: „Nichts, diese Nacht war alles ruhig!" Das erleichterte sie, denn diese Dunkelheit machte ihr Angst. Vor allem wenn sie sich vorstellte, welche fürchterliche Schrecken außerhalb des Lichts der Zauberstäbe ihrer Begleiter wohl lauerten. Sie war kein Wesen der Dunkelheit. Sie liebte die Sonne und die Wärme die diese spendete. „Hast du auch Angst hier unten?", fragte sie Zara weiterhin leise um die anderen nicht zu wecken. Zara zögerte kurz, doch dann nickte sie und murmelte: „Ich habe Angst vor dem was Freya Vorgestern am Boden gesehen hat, als wir uns aufgeteilt haben."
Tazzziria nickte und schlang dann ihre Arme um ihre Beine. „Ist dir kalt?", fragte Mason leise und schaute in ihre Richtung. Tazzziria nickte und murmelte: „Ja, ich finde es ist verdammt kalt hier!" Mason wunderte sich und bemerkte deshalb: „Cataleya hat gesagt, dass deine Spezies hoch oben im Gebirge lebt, müsstest du dann nicht quasi immun gegen Kälte sein?" Tazzziria schwieg kurz, dann sagte sie: „Ich bin nicht wirklich ein Teil dieser Spezies, irgendwann als ich noch sehr sehr jung war bin ich von einem sehr alten Mitglied des Dorfes aus dem ich komme, gefunden worden. Ich war wohl halb erfroren und kaum noch am Leben. Aber irgendwie habe ich es wohl geschafft …"
Kapitel 349 (18.07.1978 | 2AU)
Am Nachmittag des 18. Julis saß Luca mit seinem Freund im Garten seiner Eltern auf einer Bank und genoss das herrliche Wetter. Stanley hatte einen Arm um ihn geschlungen und streichelte sanft über seinen Unterarm. „Ist das nicht ein toller Sommer, du, ich und die wärmende Sonne?", fragte Stanley. Luca fühlte sich wie gestern Morgen merkwürdig. Warum verschaffte ihm die Nähe zu Stanley nicht länger dieses wohlige Gefühl in der Magengegend? Warum stellte er sich seit gestern so häufig vor wie es wohl wäre von einem Mädchen ähnliche Zärtlichkeiten entgegengebracht zu bekommen, wie er es von seinem Freund gewohnt war? War er nicht länger in ihn verliebt?
Der Gedanke behagte ihm nicht, weil er bisher immer daran geglaubt hatte seine wahre Liebe gefunden zu haben. Was aber wäre, wenn Stanley nur ein sehr guter Freund für ihn war? Sie waren noch nicht so lange zusammen, als das er diese Möglichkeit überzeugend ausschließen konnte. Er drehte sich zu dem Jungen um, der neben ihm saß und fragte ihn dann: „Glaubst du das zwischen uns ist wahre Liebe?"
Stanley nickte sofort und sagte: „Natürlich glaube ich das, du etwa nicht?" Das letzte ergänzte er besorgt. Luca schwieg daraufhin, denn er war sich wie gesagt diesbezüglich seit etwas mehr als vierundzwanzig Stunden nicht mehr so sicher.
Einige Augenblicke später fragte Stanley mit etwas trauriger Stimme: „Du liebst mich also nicht länger?" Luca murrte grimmig: „Ich weiß es nicht! Eigentlich würde ich sagen ‚Natürlich!', aber seit gestern bin ich ziemlich verwirrt!" Stanley griff nach Lucas Händen und fragte bemüht ruhig: „Warum?" Luca erzählte seinem Freund von den Gedanken die er am Morgen gehabt hatte. „Ich will eigentlich schwul sein, doch unter Umständen war ich vielleicht schon immer bisexuell!", sagte er und streichelte über Stanleys Hand.
Sein Freund schwieg erst einmal, dann schlug er leise vor: „Wie wäre es wenn wir uns vorerst trennen und uns die nächsten drei Monate nicht treffen. Wenn das was bis jetzt zwischen uns bestanden hat, wahrlich wahre Liebe gewesen ist, werden wir dann wieder zusammenkommen, wenn es nur ein Schein war, lass uns versuchen zumindest Freunde zu bleiben." Luca schloss kurz missmutig die Augen und nickte dann aber. „Okay, einverstanden!", sagte er und erhob sich von der Bank. Stanley stand ebenfalls auf und zusammen gingen die beiden Jungen aus dem Garten zum Tor hinaus.
Dort vor dem Grundstück seiner Eltern umarmte Luca Stanley noch einmal fest und gab seinem Nicht-mehr-aktuellen-aber-hoffentlich-bald-wieder-festen Freund einen innigen Kuss auf die Lippen. Stanley erwiderte diesen kurz, löste sich dann jedoch von ihm und sagte: „Wenn wir in drei Monaten wieder zusammenkommen, wollen wir dann heiraten?" Luca dachte kurz nach, doch dann nickte er.
Stanley disapparierte nun und Luca ging mit leicht hängenden Schultern zurück ins Haus und hoch in sein Zimmer. Dort setzte er sich auf sein Bett und ließ sich nach einigen Sekunden rücklings aufs Bett fallen …
Ich fühle mich einerseits Scheiße, aber irgendwie auch gut und frei …
Kapitel 350 (18.07.1978 | 1AU)
Am späten Abend lag Bellatrix alleine im Gästezimmer und dachte über die Küsse des Morgens nach. Sie hatten sich wunderbar angefühlt. ‚Wunderbar' war eigentlich maßlos untertrieben, denn sie hatte in ihrem ganzen bisherigen Leben noch nie etwas vergleichbaren empfunden. Ihr Herz raste noch immer wen sie nur an dieses Gefühl dachte.
„Ich bin verliebt …", flüsterte sie sehr leise und versuchte sich den Ausmaß dessen vorzustellen, was im weitesten Sinne aus einer Verliebtheit folgen könnte. Erwiderte Liebe, Beziehung, kuscheln, Küsse, Händchen halten, miteinander schlafen, eine Halt bietende Schulter, bedingungslose Liebe, Verlobung, Heirat, Kinder … Nach den letzten Drei Punkten wusste sie nicht mehr weiter, vielleicht noch „… und dann lebten sie glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage." aber das wäre schon ziemlich kitschig, und sie war nicht so eine Art Mensch.
Genau in dem Moment wo sie das dachte klopfe es leise an der Tür und Remus fragte leise: „Bellatrix, bist du noch wach?" Sie zögerte kurz, doch dann sagte sie gerade so laut, dass er sie verstehen konnte: „Ja, ich bin noch wach… komm rein!"
Die Tür öffnete sich nun und Remus betrat das Gästezimmer. Sie erhob sich unter einigen Mühen und Zähne-zusammen-beißen und lehnte sich gegen die Wand hinter ihr. Sie wollte jetzt auf gleicher Höhe mit ihm sein. Sie lächelte ihn auf eine ihr sehr untypischen Art entgegen und hielt ihm eine Hand hin, als er saß. Er wirkte etwas unsicher (genauso wie sie sich fühlte) und nahm ihre Hand in seine. Hmm… das fühlte sich gut an, vielleicht sollte sie jetzt etwas neues wagen …
Sie gewährte ihrer Vernunft noch eine letzte Gnadenfrist von 10 Sekunden. Wenn sie dann nicht wieder Herr ihrer eigenen Sinne und Gefühle war, würde sie etwas (wahrscheinlich komplett verrücktes und wahnwitziges) tun. Sie zählte innerlich bis Null runter und drehte sich dann zum Jungen neben ihrem Bett.
„Remus Lupin, dass du mich bestimmt gleich für verrückt halten wirst, aber lass mich bitte zu Ende reden bevor du etwas antwortest, okay?", begann sie und wartete ein unsicheres Nicken seinerseits ab. Mit lauter schlagendem Herzen fuhr sie fort: „Von der Bellatrix die du aus sieben Jahren Hogwarts kennst hättest du so etwas wie eine leidenschaftliche Liebeserklärung sicherlich nicht erwartet …" Sie stoppte kurz doch platzierte sie einen Finger auf seine Lippen und sagte: „Lass mich zu Ende reden, bitte!" Remus nickte. Bellatrix griff nun nach seinen Händen und sagte: „Ich hätte so etwas am allerwenigstens erwartet, so emotional habe ich mich nicht mehr gefühlt seit Georgia ermordet worden ist …" Sie schloss ihre Augen fest und flüsterte dann: „Du hast einen stärkeren Einfluss auf meine Gefühle als jeder andere Mensch auf dieser Welt, wegen dir bin ich seit meinem Aufwachen hier häufiger verwirrt und glücklich als jemals zuvor!"
Sie sah ihn nun wieder an und suchte kurz nach Worten, dann gestand sie ihm schließlich: „Ich habe mich in dich verliebt und jetzt heute frage ich dich ob du dir vorstellen könntest eine Beziehung mit mir führen zu wollen?"
