Kapitel 411 (01.09.1978 | 2AU)
Eine halbe Stunde nachdem sie ins Krankenhaus appariert waren lag James in einem Behandlungszimmer und rund um sein Bett herum standen mehre Heiler und untersuchten ihn. Ab und zu wirkten sie einen stummen Zauber auf ihn oder gaben ihn einen magischen Trank, aber vor allem stellten sie unzählige Fragen. Sie wollten alles wissen, was er in den letzten Monaten getan hatte. Er berichtete ihnen auch alles, weil er hoffte, dass sie ihm irgendwie würden helfen können.
Aber von seiner Freundin hatte er seit ihrer Trennung in verschiedene Zimmer nichts mehr gesehen. Zwischendurch hatte er sich sogar ausziehen müssen. Das war ihm zwar nicht leicht gefallen, aber er wollte ja nicht für immer eine Frau bleiben. Die Hoffnung, dass er einfach nur träumte hatte er inzwischen aufgegeben. So realistisch fühlte sich kein Traum an!
Zwei Stunden später kam der Chefheiler des gesamten Krankenhauses zu James und sagte: „So etwas wie bei Ihnen, und ihrer Freundin haben wir noch nie erlebt! Wirklich ich bin absolut sprachlos!" James setzte sich in seinem Bett auf und fragte: „Und was meinen Sie, ist es umkehrbar?" Der Chefheiler zuckte mit den Schultern und sagte nach einigen Sekunden: „Nach heutigem Kenntnisstand der Zauberer oder der Mugglemedizin leider nein! Ich meine mit Tränken wie dem Vielsaft-Trank kann man kurzzeitig die Form eines anderen Menschen annehmen, aber erstens ist die Wirkungsdauer sehr beschränkt und zweitens habt ihr ja nicht einfach Körper getauscht sondern euch in eine euch unbekannte Form verwandelt." Der Heiler setzte sich auf einen Stuhl neben James' Bett und sagte: „Ich verspreche Ihnen, dass wir alles tun werden um Ihnen vielleicht irgendwann helfen zu können, doch im Augenblick bin ich absolut überfordert."
James nickte und sagte dann: „Dann werde ich solange sie mich nicht hier für irgendwelche Untersuchungen brauchen wieder nach Hause gehen und versuchen mein Leben organisiert zu bekommen!" Der Heiler nickte und sagte: „Das ist schätzungsweise das beste was Sie tun können Miss!" Der Heiler verbesserte sich: „Ich meine natürlich Mister Potter, entschuldigung!" Mit diesen Worten erhob er sich und auch James stand vom Bett auf und folgte dem Heiler aus dem Behandlungszimmer. Im Korridor durch den sie jetzt gingen standen einige weitere jungen Menschen die ebenfalls eine Geschlechtsumwandlung durchlebt hatten. Sie alle sahen meist zu Boden und vermieden es andere Menschen direkt anzusehen.
Einige Augenblicke später sah James seine Freundin in Gestalt eines Jungen wieder. Er rief laut „Lily" und rannte auf sie zu. Als er direkt vor ihr stand fiel ihm erst auf, dass sie gut einen Kopf größer war als er. Oder bin ich nur kleiner!? Er umarmte sie aber auf jeden Fall fest und drückte sein Gesicht an ihre Brust. „Es ist gut dich wiederzusehen!", murmelte er und sah hoch in ihr Gesicht und speziell in ihre wunderschönen Augen. Sie schlang auch ihre Arme um ihn und hob ihn etwas hoch. „Hui…", machte er und schlang intuitiv seine Beine um ihren Oberkörper. Es ist merkwürdig das Lily mich hochheben kann, eigentlich müsste das andersherum laufen!
Nachdem sie das Krankenhaus verlassen hatten ohne irgendeine Ahnung zu haben, ob sie diese Umwandlung nun umkehren würden können, oder nicht. Lily meinte mit derselben leicht tieferen Stimme: „Das war ja nicht wirklich erfolgreich, oder?" James nickte und dachte nach was jetzt wichtig war. Lily meinte frustriert: „Ich fühle mich wie im falschen Körper!" James kicherte etwas und meinte dann: „Ich brauche ein wenig größere Unterwäsche und vielleicht auch noch andere Dinge von denen ich jetzt noch gar nichts weiß, kannst du mir helfen diese zu besorgen?" Lily nickte sofort und fragte dann: „Willst du das denn jetzt einfach so akzeptieren?" James sah Lily erstaunt an. „Warum denkst du das?", wollte er wissen. Lily murmelte leise: „Nun ja, du nimmst das alles ziemlich sachlich, ich bin total gestresst und habe Angst und du fragst mich ob ich dir helfen kann die passende Größe für neue Unterwäsche zu finden."
James sah seine Freundin ernsthaft an und sagte dann: „Ich habe auch Angst, doch ich bewahre einen halbwegs ruhigen Kopf um vernünftige Entscheidungen treffen zu können. Natürlich könnte ich panisch herumschreien, doch das würde das Problem ja auch nicht lösen." Er wandte sich von Lily weg und sah die Straße entlang wo lauter geschäftige Menschen auf und ab gingen. Ein älterer Mann mit Hut kam gerade von links auf sie zu. Lily trat näher zu James und griff nach seiner Hand. „Liebling, ich weiß meine Panik hilft niemanden, aber was soll ich machen, ich habe halt Angst!", sagte Lily. Der Mann passierte sie nun und grüßte sie im Vorbeigehen mit einer Verbeugung.
James sagte zu seiner Freundin: „Ich verstehe deine Angst, aber lass uns erst einmal versuchen unser Leben wie gehabt weiterzuleben!" Lily schwieg einige Sekunden, dann nickte sie und tat nun etwas womit James nicht gerechnet hätte. Sie küsste ihn.
Küsst mich jetzt ein Junge oder meine Freundin!?
Kapitel 412
Zusammen apparierten James und Lily zuerst zurück zu Lilys Eltern. James hatte darauf bestanden, weil er sich denken konnte, dass sich Lilys Eltern bereits Sorgen machen würden wo ihre ‚Tochter' wohl wäre. Als sie im Garten auftauchten sagte Lily: „Wenn mich meine Eltern so sehen wird das schrecklich peinlich! Wie soll ich ihnen überhaupt beweisen das ich wirklich ich bin!" James sah Lily erstaunt an und sagte: „Das sollte nicht so schwer sein, es gibt bestimmt etliche Dinge die nur du wissen kannst, außerdem können die ja ins Sankt-Mungo Krankenhaus gehen und dort nachfragen." Lily lächelte leicht und drückte James' Hand ein Wenig fester. „Okay lass uns reingehen und es hinter uns bringen!", sagte Lily und marschierte mit James los.
In der Küche fanden sie Lilys Eltern. Als diese die Antretenden sahen musterten sie sie zunächst einige Augenblicke, dann fragte ihre Mutter: „Wer seid ihr?"
Lily zögerte, dann sagte sie: „Nun ähm… ich bin Lily, deine Tochter! Und das …", sie zeigte auf James: „… ist mein Freund James!"
Alle am Tisch (außer Lilys Eltern waren das noch Petunia und ihre Freundin Lisa) schraken auf und sahen Lily entsetzt an. Lily sagte: „Als ich heute Morgen aufgewacht bin haben ich und James festgestellt, dass wir über Nacht irgendwie geschlechtsumgwandelt worden." James ergänzte: „Glaub uns, es ist für uns mindestens genauso seltsam wie es für Euch erscheinen muss, wahrscheinlich sogar seltsamer."
Eine Weile war es still, dann stand Jenny auf und kam auf James und Lily zu. Sie sah Lily fest in die Augen und stellte dann überrascht fest: „Lily, das ist nun ähm… eine merkwürdige Situation!" Lily nickte und erzählte dann, dass sie auch schon im Sankt-Mungo gewesen sein. „Und?", fragte Jenny neugierig. James sagte: „Sie haben uns beide gründlich untersucht doch keine Anzeichen einer Verzauberung oder eines Fluches gefunden. Wir scheinen kerngesund zu sein, nur das ich halt seit heute morgen einen weiblichen Körper habe und Lily einen männlichen!"
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Zwanzig Minuten nach dieser Offenbarung Lilys Eltern gegenüber stand James in einer Umkleidekabine eines Bekleidungsgeschäft und probierte verschiedene Slips an die Lily ihm brachte. Auch hatte Lily ihm eben zwei verschieden große BH's gebracht. Sie hatte gesagt er solle sie auch mal ausprobieren. Gerade trug er noch einen dunkelroten Slip, er sah in den Spiegel und stellte fest, dass er ihm ganz gut stand. Er hatte auch die perfekte Größe und fühlte sich gut an. „Und wie passen die BH's?", fragte Lily gerade von draußen. James meinte: „Ich habe sie noch nicht anprobiert, tue ich aber gleich!" Lily fragte: „Ich warte hier in der Nähe wenn also was ist wo du Hilfe brauchst …" James dankte ihr und sagte: „… dann werde ich dich rufe."
Nachdem Lily weggegangen war schob sich James seinen derzeitigen Slip runter und zog wieder den an den Lily ihm heute morgen gegeben hatte. Er Zog auch wieder die Hose an und probierte dann die BH's an. Inzwischen konnte er sie sich auch selbstständig anlegen und ausziehen.
Als sie zehn Minuten später alle Slips und BH's bezahlt hatten gingen sie noch in eine Drogerie um Hygieneartikel für James zu kaufen. „Ich weiß nicht wann, aber irgendwann bekommst du sicherlich deine Tage!", sagte Lily und grinste James leicht an. James stöhnte frustriert auf und murmelte: „Richtig da ich eine Frau bin habe ich so etwas natürlich jetzt auch"
Kapitel 413 (01.09.1978 | 3AU)
Schon seit den frühen Morgen wartete Leah am Bahnsteig 9 ¾, denn sie wollte Max erwischen bevor er den Hogwartsexpress betreten konnte. Im letzten Jahr hatte sie sich nicht getraut ihm ihre Gefühle zu gestehen, doch jetzt wollte sie es endlich zumindest versuchen. Sie war sich zwar sich keine Chance bei ihm zu haben, doch versuchen musste sie es. Seit einigen Monaten hatte sie nun schon ein Auge auf ihn geworfen, doch da sie ein Jahrgang höher gewesen war als er hatte es ohnehin wenig Gelegenheiten gegeben wo sie einander begegnet waren.
Sie saß auf einen Sitzplatz am Rand des Bahnsteigs und starrte auf die Wand durch die die meisten Schüler den Bahnhof betraten die nicht bereits apparieren konnten. Sie war sich ziemlich sicher, dass er im Sommer Geburtstag hatte, er konnte also noch nicht apparieren gelernt haben. Er würde also wahrscheinlich dort hindurch kommen.
Sie musste noch zwei weitere Stunden warten, dann sah sie ihn mit seiner Familie zusammen den Bahnsteig betreten. Sie sprang sofort auf und drängte sich so freundlich wie möglich bis zu ihm und fragte ihn nervös: „Hi ähm… dürfte ich dich bitte kurz alleine sprechen?" Max nickte unsicher was ihn erwarten würde. Sie ging mit ihm ein Stück zur Seite und fing dort an von ihren Gefühlen für ihn zu sprechen. „Seit einigen Monaten bin ich nun schon in dich verliebt, ich weiß das kommt wahrscheinlich ein Wenig plötzlich, doch wenn ich das jetzt nicht sage macht es vielleicht jemand anderes." Sie zwang sich eine kurze Pause einzulegen, ehe sie fortfuhr: „Und ich kann das nicht zulassen, ich will zumindest nicht kampflos aufgeben …" Sie sah nun zu Boden, was machte sie nur hier!? Sie sollte besser nichts mehr sagen und noch besser sie lief weg und blieb niemals wieder stehen.
„Entschuldigung für diesen Auftritt, ich hätte dich nicht auflauern sollen. Denn du musst wissen, dass ich hier nur für mich bereits seit drei Stunden sitze und warte!" Mist das hätte ich auch nicht sagen sollen, ich bin wirklich jämmerlich!
Sie wollte sich gerade umdrehen um schnell wegzulaufen, als er ihre Hände ergriff. „Ich mag dich auch Leah!", sagte er. Sie sah ihn überrascht an und konnte plötzlich nichts anderes mehr hören als ihr eigenes rasendes Herz. Er mag mich, wirklich!? Er trat einen Schritt auf sie zu und schlang sie in seine Arme. Einige Augenblicke später küsste er sie sogar.
Kapitel 414 (01.09.1978 | 2AU)
Am Nachmittag saßen James und Lily in seinem Zimmer in Potter Manor auf dem Bett und grübelten darüber wie es jetzt weitergehen würde. Lily fühlte sich immer noch super unruhig und würde am liebsten irgendjemanden so richtig hart schlagen, am liebsten denjenigen der verantwortlich dafür war, dass sie jetzt einen männlichen Körper hatte. Sie fühlte sich als Frau und wollte gefälligst auch wieder eine sein.
Sie sah zu James der gerade die Augen geschlossen hatte. Warum war er so ruhig und entspannt, konnte er so viel besser als sie seine Ängste zurückhalten!? Sie stand nun auf und ging im Zimmer auf und ab. Wie zum verdammten Fick hatte das nur passieren können? Welche mächtige Art von Magie musste dafür verantwortlich sein wenn niemand im Krankenhaus irgendeine Ahnung davon hatte, was passiert sein könnte? Sie stand gerade an der Tür und aus einem spontanen Anflug von Frust trat sie gegen diese. „Verdammte Scheiße ich hasse das Leben so!", schrie sie und schlug nun auch mit der Faust gegen das Holz.
„Was soll das, warum so aggressiv?", fragte James und sah sie mit engen Augen an. Sie erwiderte seinen blick wütend und fragte gereizt: „Warum bist du so locker? Du wirkst nicht im geringsten besorgt über deinen jetzigen Zustand! Wolltest du vielleicht schon immer eine Frau sein?" Sie ahnte das sie gerade etwas zu weit ging, aber sie konnte nicht anders, da war einfach dieser Frust der nicht zu bändigen war und aus ihr raus wollte. James' Augenbrauen wurden noch schmaler, doch zunächst blieb er ruhig und stand nur auf. Das verstand sie nicht, warum reagierte er nicht wie früher wenn sie ihm etwas vorgeworfen hatte, was offensichtlich nicht nett war. James kam um das Bett zu ihr und griff nach ihren Händen. Dann sagte er ruhig und beschwichtigend: „Lily, ich versichere dir ich bin genauso ängstlich wie du, doch was nützt es sich jetzt unnötig aufzuregen? Die Tür die du eben getreten hast ist bestimmt nicht dafür verantwortlich das du jetzt so bist wie du bist!"
Lily nickte und zwang sich zur Ruhe. „Du hast ja recht, doch allgemein wie soll es jetzt weitergehen?", fragte sie nervös. James musterte sie und sagte dann: „Das ist eine gute Frage …" Lilys Hände zitterten etwas in James' und sie fragte sich selbst ob eine Fortführung ihrer Beziehung wirklich möglich sei. Klar es ist noch etwas früh um zu pessimistisch zu sein, aber was wenn ich tatsächlich von jetzt an für immer ein Mann sein werde!? Könnte ich mit James weiterhin glücklich sein? James sagte nun: „Nun fürs erste würde ich sagen bin ich deine Freundin, zumindest für die Öffentlichkeit und wegen meines offensichtlichen weiblichen Körpers." James grinste leicht und ergänzte: „Ich meine im Geiste bleibe ich natürlich dein Freund, aber wenn wir in der Öffentlichkeit sind solltest du mich als Freundin ansprechen." Lily sah in die dunkelbraunen Augen die sie liebte und jetzt auch bewunderte, denn James war viel mutiger als sie. „Okay, ich werde es versuchen!", sagte sie.
Einen kurzen Moment war es still, dann murmelte Lily leise und etwas unsicher: „Hi süße Freundin!"
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James fühlte sich etwas komisch als Frau angesprochen zu werden, doch physisch war er jetzt im Moment nun einmal weiblich, also war dieses Training sich entsprechend anzusprechen auch sinnvoll. Er lächelte Lily also an und überwand eine innere Speere und trat dicht an den Jungen (der seine Freundin war) heran und schlang seine Arme um ihn.
„Hi Liebster!", sagte er und stellte sich auf seine Zehnspitzen um Lily einen Kuss zu geben.
Kapitel 415 (01.09.1978 | 3AU)
Luca saß mit seinen beiden Freunde Mason und Stanley in einem Abteil. Tim und Max waren auch dabei, doch sie kannte er nicht so gut. Er saß am Fenster und warf seinem Gegenüber ab und zu interessierte Seitenblicke zu. Er hatte schon seit einigen Jahren mehr Gefühle für Mason als man für gewöhnlich für einen guten Freund hatte, doch erst in den letzten Monaten im letzten Schuljahr war daraus echte Verliebtheit geworden. Jetzt allerdings konnte er sich nichts schöneres vorstellen als seinem Freund so nahe wie möglich zu sein, ihn zu küssen und vielleicht sogar mit ihm zu schlafen.
Er hatte keine Ahnung ob Mason auch schwul war, doch er hoffte es natürlich. Bisher hatte er sich allerdings nicht getraut ihn darauf anzusprechen, zu besorgt war er er könnte enttäuscht werden.
Irgendwann im Laufe der Fahrt wurde Stanley von seiner Schulsprecherkollegin aus Ravenclaw abgeholt. Kurz darauf entschied Max er müsse sich mal die Beine etwas vertreten und Tim verabschiedete sich um zu einem Mädchen aus Hufflepuff zu gehen.
Jetzt waren Luca und Mason also alleine. Luca sah auf und dachte sich: Das ist eine perfekte Gelegenheit, jetzt sollte ich ihm meine Gefühle gestehen! Doch noch ehe er etwas sagen konnte, hatte Mason schon selbst zu sprechen angefangen. „Luca, ich ähm… habe mich in dich verliebt!", sagte sein bester Freund und sah ihn mit leicht rosa Wangen an. Luca starrte auf den Jungen vor sich und konnte es nicht glauben. „Du bist in mich verliebt?", fragte er erstaunt. Mason nickte und kniete sich vor ihn auf den Boden. „Bitte, ich flehe dich an gib mir eine Chance wenn du auch schwul bist, bitte!", sagte er und sah ihn hoffnungsvoll an.
Luca sagte ohne eine Sekunde zu zögern: „Ich bin schwul!" Mason strahlte auf und griff nach Lucas Händen. Er platzierte einige zarte Küsse auf seine Hände und murmelte: „Oh Gott, das ist gut! Ich habe mich in den letzten Monaten so schnell so stark verliebt, das ich jetzt unglaubliche Angst hatte, du könntest entgegen meiner Vermutung nicht homosexuell sein!" Luca lächelte und rutschte zu seinem Freund auf den Boden und umarmte ihn. „Willst du eine Beziehung mit mir eingehen?", fragte Luca und streichelte über Masons Rücken. Sein Freund nickte sofort und drückte dann seine Lippen auf seine. Luca stöhnte leicht in den Kuss und erwiderte ihn dann aber leidenschaftlich.
Fünf Minuten später saß Luca auf Masons Schoß und hatte seine Hände unter dem T-Shirt seines neuen festen Freundes. Diese weiche herrliche Haut… Er rieb seine Nase an Masons und verwickelte ihn dann wieder in eine sanfte Knutscherei.
Kapitel 416
Am Abend lag Lily gerade alleine in James' Bett und starrte hinauf an die dunkelblaue Decke. James duschte gerade, deshalb war er nicht bei ihr. Was für ein beschissener Tag! Wie soll ich das bloß jemals durchstehen? Sie stand noch einmal auf und ging zu seinem Schreibtisch. Neben einem Haufen Papiere stand ein Bild von ihr. Es zeigte sie von vor ein paar Jahren wie sie mit Alice und Katie am See lag und den vermutlich heißen Tag genoss. Sie ließ sich frustriert am Tisch fallen und sah traurig auf das Bild. Vielleicht wird es nie wieder zu so einen netten Augenblick kommen! Wenn ich so bleibe werde ich mich wahrscheinlich in irgendeinem Kellerloch verstecken bis ich …
Weiter kam sie in ihren deprimierten Gedanken nicht, denn plötzlich wurde sie von James angesprochen der gerade sein Zimmer betreten hatte. „Lily-Schatz, ich bin zurück!", sagte die etwas höhere Stimme von James und strich im Vorbeigehen etwas über ihre Schulter. Sie drehte sich in seinem Schreibtischstuhl um und sah ihm dabei zu wie er den Bademantel in welchem er wohl gekommen war ablegte und sich seinen Pyjama anzog. „Kommst du nicht?", fragte er einige Augenblicke später als sie noch immer an seinen Schreibtisch saß. Lily erhob sich daraufhin und trat einen Schritt auf sein Bett zu, dann stampfte sie ärgerlich auf und sagte etwas lauter als vermutlich notwendig: „Diese verdammte Drecksscheiße!"
James schloss seine Augen und sah sie wieder böse an. Genauso wie am Nachmittag als sie gegen seine Tür getreten hatte. „Kannst du bitte aufhören zu schreien nur weil du dich jetzt gerade nicht wohl fühlst, bist du etwa ein Kleinkind oder was?", fragte James zornig und sah sie herausfordernd an. Lily ballte ihre Hände zu Fäuste und wollte gerade etwas erwidern da sagte James etwas leiser als zuvor: „Ich bin müde, bitte lass uns jetzt nicht streiten und komm zu mir!" Lily schluckte ihre Erwiderung herunter und nickte. Sie hatte etwas nicht nettes sagen wollen, wie gut das es nicht dazu gekommen war. Sie erhob sich also, zog sich ihre Hose und ihr Hemd aus und schlüpfte zu James unter die Decke.
Als sie neben ihm lag sagte James leise: „Lily, lass uns eine Wette miteinander eingehen!" Sie sah ihn fragend an und murmelte: „Wetten, worüber?" James lächelte leicht und sagte dann mit Überzeugung in der Stimme: „Das morgen wieder alles vorbei ist und ich wieder ein Mann bin und du wieder eine Frau!" Lily lachte kurz auf und nickte dann: „Die Wette gewinne ich auf jeden Fall, ich wette ist morgen nicht vorbei!" James nickte und sagte dann: „Gut, ich wette es ist alles vorbei!" Lily sah ihn überrascht an und begann an ihrer eigentlichen sicheren Überzeugung etwas zu zweifeln. „Worum wetten wir?", fragte sie ängstlich.
James grinste jetzt und sagte: „Der Verlierer muss etwas tun was ihm oder ihr wirklich schwer fällt und ihm Überwindung kostet. Zum Beispiel wenn du gewinnst könntest du mich einen Bikini anziehen lassen, das würde mir sehr widerstreben." Lily wurde nun noch nervöser, wusste er von etwas wovon er nichts wusste. Warum schlug er so etwas vor wenn es doch eigentlich so offensichtlich war, dass er verlieren würde.
„Einverstanden!", sagte sie trotzdem und reichte ihm ihre Hand. James schüttelte diese und drehte sich danach zur Decke. Kurz darauf reichte er ihr seine Hand und bat leise darum, sie möge diese die Nacht über halten. Lily tat dies natürlich und schloss dann ihre Augen.
„Was für ein anstrengender Tag …", dachten beide noch und schliefen dann Seite an Seite ein.
Kapitel 417 (02.09.1978 | 2AU)
Als Lily am nächsten Morgen aufwachte tastete sie sofort zwischen ihre Beine, doch wie sie erwartet hatte war der Penis immer noch da. Sie war also wie gestern ein Mann. Das hieß aber, dass James seine Wette verloren hatte und sie ihm eine schwierige Aufgabe stellen durfte. Sie grinste und weckte ihn viel besser gelaunt als gestern Abend. „Ich habe gewonnen! Ich habe gewonnen!", sagte sie fröhlich als er seine Augen geöffnet hatte.
James sah sie verschlafen an und fragte dann wenig überrascht: „Okay und was soll ich jetzt machen?" Sie sah ihn verwundert an, er hatte also gar nicht damit gerechnet zu gewinnen, doch warum hatte er dann mit ihr gewettet!? „Wenn du gar nicht erwartet hast zu gewinnen, warum hast du dann überhaupt mit mir gewettet?", fragte sie ihn also. James grinste leicht und sagte offen und direkt: „Um dich aufzuheitern, ich weiß doch wie sehr du es liebst eine Wette zu gewinnen und du hast so deprimiert gewirkt."
Lily war baff, das hatte sie nicht erwartet. Jetzt fühlte sie sich etwas schlecht, weil sie sich gerade bereits eine schwere Sache überlegt hatte die sie James nun, da er verloren hatte, hatte machen lassen wollen. Ihre Mundwinkel senkten sich etwas und sie sah nach unten. „Hey das war nicht das Gesicht das ich sehen wollte, komm schon, lächle und sag mir was ich tun soll!", sagte James und hob ihr Kinn wieder an. Lily schüttelte nur den Kopf und murmelte: „Du musst nichts machen, schließlich hast du mich ja nur aufheitern wollen!" James schüttelte den Kopf und sagte: „Ich will aber das du lächelst und ich bin mir sicher, dass, was auch immer du mir jetzt nicht sagen willst etwas gewesen wäre, was dich zum Lachen gebracht hätte… Also bitte sage es mir, damit ich es für dich tun kann!"
Lily schüttelte erneut den Kopf und meinte mit einem schiefen Lächeln: „Das ist echt nicht nötig, das wäre nur unnötig schwierig für dich gewesen!" James kicherte und sagte bestehend: „Ich mag Herausforderungen, also was soll ich tun?" Sie seufzte und meinte dann: „Nun ähm… meine Idee wäre gewesen, dass du den ganzen Tag heute ein hübsches Kleid von mir trägst und so zusammen mit mir deine Freunde besuchen gehst, aber wie gesagt das musst du nicht machen, ich bin auch so schon wieder ganz fröhlich." Zur Bekräftigung ihrer Worte lächelte sie breit und hoffte inständig, dass er jetzt auch wieder gut gelaunt war.
Kurz schwieg James, dann sagte er zu ihrer Überraschung: „Ich nehme die Herausforderung an, aber nur wenn wir auch zu deinen Freundinnen gehen und du dich dabei nicht irgendwo versteckst!" Lily zögerte kurz, dann nickte sie aber. Wenn er sich zu etwas überwinden wollte, würde sie auch an seiner Seite zu Katie und Alice gehen.
„Einverstanden, dann lass uns zu mir apparieren und ein passendes Kleid für dich aussuchen!", sagte sie und stand auf. James erhob sich ebenfalls und sagte: „Aber vorher sagen wir kurz meinen Eltern Bescheid." Sie nickte und so zogen sie sich beide an und verließen kurz darauf zusammen sein Zimmer.
Kapitel 418
Zwanzig Minuten nachdem James von Lily geweckt worden war stand er in ihrem Zimmer bei ihr Zuhause und probierte mit ihr verschiedene Kleider an. James fühlte sich zwar ziemlich merkwürdig, aber Lily schien es Spaß zu machen und das war genau das was er hatte erreichen wollen. Das sie lachte und fröhlich war. Gerade trug er ein halblanges hellblaues Kleid mit kurzen Ärmeln. Lily sagte: „Das habe ich schon ewig nicht mehr getragen weil es mir irgendwie nicht mehr gestanden hat, doch zu deinen dunkeln Haaren passt es perfekt, findest du nicht auch?"
James ging zum Spiegel am Schrank und betrachtete sich selbst. Nachdem er sich einmal um sich selbst gedreht hatte, sagte er: „Hmm… Es ist auf jeden Fall hübsch und wenn du es magst, will ich es heute nicht mehr ausziehen!" Lily ging auf ihn zu und umarmte ihn leicht. „Du bist wirklich hübsch in diesem Kleid! Meine wunderschöne Freundin …", sagte sie und lächelte James an. Dieser errötete etwas und kam sich dabei vor als würde er ein Theaterstück mit Lily aufführen. Nach einigen Augenblicken küsste Lily James vorsichtig auf seine Lippen.
Gerade als sie sich voneinander lösten öffnete sich die Tür zu Lilys Zimmer und ihre Mutter stand vor ihnen und sah besonders James verwundert an. „Hallo, wohin wollt ihr denn gehen, ins Theater?", fragte sie erstaunt. Lily schüttelte den Kopf und meinte: „Nein, wir wollen James' und meine Freunde besuchen und das Kleid ist nur das Resultat einer Wette!" James war zwar errötet, weil es für ihn einfach merkwürdig war im Kleid gesehen zu werden, nickte aber und ergänzte: „Was hältst du von meinem Aussehen?"
Lilys Mutter grinste jetzt und sagte: „Das Kleid steht dir sehr gut, es passt zu deinen Haaren!" James bedankte sich und fragte Lily dann: „Wollen wir?" Diese nickte und griff nach James' Hand. Zusammen verließen sie das Haus und apparierten dann in einer kleine Seitengasse die in der Nähe von Sirius' neuer eigener Wohnung lag. James sah sich besorgt um, vor Lilys Mutter war es ja eine Sache gewesen, doch jetzt in aller Öffentlichkeit im Kleid herumlaufen und dann auch noch vor seinem besten Freund. Das wird anstrengend, aber für Lily kriegst du das hin!
Er drückte Lilys Hand fest und sagte dann: „Komm mit, ich zeige dir seine neue Wohnung!" So liefen sie auf das Ende der Gasse zu und bogen in eine belebtere größere mit vielen Menschen die ihnen entgegen und mit ihnen in eine Richtung liefen.
Als sie schließlich vor Sirius' Wohnungstür standen fragte Lily: „Willst du das wirklich?" James nickte und drückte ihre Hand. Dann klingelte er und versuchte ruhig zu atmen. Alles ist gut! Alles ist gut! Es dauerte nicht lange, dann öffnete sein bester Freund die Tür und sah ihn und Lily mit erstaunten Blick an. „Was kann ich für euch tun!", fragte er höflich aber nicht zu begeistert. James grinste und löste seine Hand aus Lilys. „Du erkennst mich nicht?", fragte er und trat an Sirius vorbei in seine Wohnung. Dieser drehte sich irritiert um und fragte: „Bin ich mal mit dir ausgegangen, oder was?" James lachte auf, das ging leichter als gedacht. „Nein, aber du kennst mich Tatze! Schau her!", sagte er mit leicht tieferer Stimme. Wahrscheinlich war er immer noch nicht auf seiner alten Stimmlage, aber als Frau war das auch schwierig. Mal sehen ob ich mich immer noch zum Hirschen verwandeln kann…
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Lily trat sicherheitshalber auch in die Wohnung und schloss die Tür hinter sich. Sie ahnte was James jetzt vorhatte. Sirius hatte schon beim Erwähnen seines Spitznamens ziemlich schockiert ausgesehen, doch als sich James jetzt auch noch vor seinen Augen in seine Animagusgestallt verwandelte war er derartig schockiert das er einen Schritt rückwärts auswich. Lily kicherte und sagte dann: „Das war gut James, der hat ziemlich gesessen!" Sirius starrte nun zu ihr und fragte mit großen Augen: „Lily?" Sie nickte und erklärte Sirius nun was passiert war.
Fünf Minuten später saßen sie bei Sirius in der Küche und berichteten abwechselnd wie sie im Krankenhaus gestern untersucht worden waren und das aber nichts etwas geholfen hatte. „Wir wissen also nicht ob dies etwas permanentes oder nicht ist!", endete James schließlich und lehnte sich etwas frustriert zurück. Sirius sah von einem zum anderen und grinste dann. „Aber in einem Punkt habt ihr euch nicht verändert, wollt ihr wissen in welchem?" Beide nickten sofort.
Sirius grinste und sagte: „Ihr seid nach wie vor ein süßes Paar!"
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Nachdem sie etwas mit Sirius geplaudert hatten und auch Sirius James gesagt hatte, wie hübsch ihm sein neues Kleid stehen würde, apparierten sie sich direkt in Remus Garten und sahen ihren Freund da auch schon wie er auf einer Bank saß und ein Buch las. Durch den lauten Knall sah er sofort auf und betrachtete sie einige Augenblicke, dann fragte er überrascht: „Lily und James?"
Er sah zu Lily und fragte: „Krone, warum die roten Haare und Lily wie siehst du denn aus?" das zweite fragte er während er James ansah. James kicherte und kam ganz dicht auf Remus zu, dann flüsterte er ihm etwas ins Ohr. „Erinnerst du dich noch an unserer drittes Schuljahr als ich mich zu dir in die heulende Hütte geschlichen habe und beinah von dir gebissen worden bin? Wir haben damals dein Geheimnis gelüftet und du hast mir versprochen mich nicht wegen diverser Regelbrechungen beim Schulleiter zu melden! Es war der Beginn unserer Freundschaft!" Er trat wieder zurück und grinste Remus an.
Dieser sah ihn mit großen überraschten Augen an. „James!?", fragte er verwundert. James nickte und sagte mit einem Fingerzeig auf Lily: „Ich und Lily sind in der Nacht vom 31. August zum 01. September unfreiwillig geschlechtsgewandelt worden! Keiner weiß wie das passiert sein konnte, wir waren im Sankt-Mungo, doch die konnten uns auch nicht weiterhelfen!" Lily trat vor und griff nach James' einer Hand. „Jetzt können wir zunächst nichts anderes tun als zu warten und zu hoffen, dass jemand etwas herausfindet."
Remus nickte verstehend und lud sie dann ein bei ihm Tee mit seiner Familie zu trinken. Lily nickte und sagte: „Etwas zu Trinken würde mir gut tun, was hältst du davon James?" James nickte ergeben und folgte seiner Freundin und seinem Freund zum Haus.
Kapitel 419
Da Peter gerade mit Alice in Neuseeland war, apparierten sich James und Lily nach dem Teetrinken mit Remus' Familie (Sie hatten ihre Geschichte noch einmal erzählen müssen) in die Nähe von Katies und Franks neuer Wohnung. Jetzt war Lily diejenige welche besonders nervös war, immerhin war Katie ihre beste Freundin. Sie hoffte sie würde sie überhaupt erkennen! Was wenn ich ihr meine Identität auch beweisen muss, so wie James seinen Freunden!? Für einen kurzen Augenblick dachte sie an ihren Ausweis, aber auf dem stand ja auch ihr Geschlecht und vor allem passte das Bild ja jetzt auch nicht mehr. Als sie nach einigen Minuten dann vor der richtigen Wohnungstür standen drückte sie James' Hand fest und versuchte sich etwas hinter ihm zu verstecken. Das war natürlich schwierig, weil sie ja größer war als er.
James drehte sich zu ihr um und sagte: „Lass das, wir stehen nebeneinander und du wirst gleich auch diejenige sein die anfängt zu sprechen!" Lily nickte ergeben und trat an James' Seite. Nun klingelte James und zog sein Kleid etwas zurecht.
Es dauerte nicht lange und Katie öffnete die Tür. Lily räusperte sich und sagte: „Katie, bitte sage mir, dass du mich erkennst, ich bin es Lily!" Katie verdrehte ihre Augen und fragte dann: „Lily, woher kennst du meine Freundin?" Lily seufzte und trat wie James zuvor bei Remus es getan hatte, dicht an ihre Freundin heran und flüsterte ihr etwas ins Ohr: „Ich bin die einzige die weiß, dass du und Alice in der Vierten eine kurze heimliche lesbische Beziehung hattet! Ich bin Lily Evans!"
Katie sah Lily jetzt sehr erstaunt an und trat dann beiseite, sodass sie eintreten konnten. Das taten James und Lily auch und folgten Katie dann in die Küche.
Dort erzählten sie heute zum vierten Mal die Geschehnisse des letzten Tages. Diesmal sprach fast nur Lily. James warf nur einige Male ein Stichwort ein das Lily dann auffing und daran weiter erzählte. Zum Ende hin richtete Katie ihre volle Aufmerksamkeit auf James und fragte: „Wie fühlst du dich so mit deinem jetzigen Körper?"
James überschlug seine Beine und sagte dann: „Es fühlt sich natürlich sehr merkwürdig an, aber auch nicht so schlimm wie man vielleicht vermuten könnte!" Katie grinste leicht und sagte: „Das klingt positiver als ich es mir vorstellen würde, aber das du so empfindest ist gut!" Dann wandte sie sich wieder an Lily und fragte: „Und du, wie geht es dir?"
Lily verzog das Gesicht und sagte: „Schrecklich, es ist schrecklich für mich! Ich weiß gar nicht wie James das so gelassen und entspannt wahrnahmen kann! Seit gestern Morgen fühle ich mich sehr gestresst und ängstlich." James wollte etwas einwerfen, doch Lily fuhr mit einen Blick auf James schon fort: „Ich weiß was du jetzt sagen willst, doch selbst wenn du auch Sorgen hast, du kannst sie zumindest besser kontrollieren… Ich bewundere das, doch ich kann das nicht!" Katie griff nach Lilys Händen und sagte: „Es wird bestimmt alles gut, in ein paar Tagen werden die Heiler im Sankt-Mungo Bestimmt etwas gefunden haben wie sie euch helfen können!" Lily nickte und murmelte: „Ich hoffe wirklich sehr das du Recht hast!"
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Später am Abend als James und Lily wieder bei ihm im Bett lagen legte Lily ihren Kopf auf James' Schulter und flüsterte leise: „Ich liebe dich!" James drehte sich daraufhin zu ihr um und lächelte glücklich. „Ich liebe dich auch!", sagte James und gab ihr dann einen Gute-Nacht-Kuss. Sie schloss daraufhin ihre Augen und schlief an James' Seite recht bald ein.
Kapitel 420 (12.10.1978 | 2AU)
Fast eineinhalb Monate später am frühen Abend des 12. Oktober 1978 kam James gerade von einem anstrengenden Tag von seiner neuen Arbeit nach Hause. Er und Lily lebten seit einer Woche zusammen am Rande Londons. Gleich an einem Fluss in einer recht billigen aber hübschen Wohnung unterm Dach. Er arbeitete im Zaubereiminister bei der Verwaltung, das war zwar nicht das spannendste aber fürs erste genug um davon leben zu können. Lily hatte es leider nicht geschafft in die Nationalmannschaft aufgenommen zu werden, deshalb arbeitete sie in einem kleinen Laden in der Winkelgasse.
Sie hatten sich vorgenommen im nächsten Jahr beide zu studieren, doch bis dahin wollten sie erst einmal etwas Geld verdienen. Er hängte seinen Mantel an die Garderobe und rief nach Lily. Seine Freundin kam aber nicht, sie war also noch nicht Zuhause. Er schlüpfte also auch aus seinen Schuhen und ging in ihr gemeinsames Schlafzimmer. Dort fand er eine Notiz auf dem Schreibtisch und las sie durch.
Hi Schatz!
Ich bin noch kurz einkaufen, komme gleich wieder. Ich liebe dich!
Deine Freundin
Lily
James lächelte und ging dann in die Küche um schon mal etwas leckeres zum Essen zu kochen. Er hatte sich gerade einmal seine Schütze umgebunden, als er ein Klingeln hörte. Er ging zur Tür und öffnete sie. Vor ihm stand der Chefheiler des Sankt-Mungo Krankenhauses. „Guten Tag Herr …", fing er an ihn zu begrüßen, wurde jedoch urplötzlich von etwas getroffen, was ihn bewusstlos zu Boden sacken ließ.
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Der Chefheiler betrat schnell die Wohnung und schloss die Tür hinter sich. Ohne ein einziges Wort zu sagen bückte er sich und vergewisserte sich, ob die Frau den Schlag überlebt hatte. Er fühlte wie sich ihre Brust hob und senkte, sie lebte also noch. Gut! Er hob sie mit Leichtigkeit hoch und trug sie (nach einem kurzen Blick in alle Zimmer) in die Küche und legte sie auf den dort stehenden Tisch. Als nächstes klappte er seinen Arm halb auf und tippte etwas auf einer sich dort befindlichen Schaltfläche ein. Wie aus dem Nichts erschienen nun zwei seltsame grün schimmernde halb transparente Wesen in der Küche und gingen sofort zum Tisch auf welchen immer noch James lag. Sie tasteten James mit ihren langen dürren Händen ab und gaben dabei seltsame Laute von sich. Der ‚Chefheiler' trat rückwärts zurück und schloss seine Augen. Seine Haut veränderte sich nun und sah nach einigen Augenblicken weiß und metallartig aus.
Die beiden Wesen begannen nun damit James auszuziehen. Sie machten das indem sie seine Kleidung aufschnitten und dann von ihm abnahmen. Sie gaben derweil weiterhin merkwürdige Geräusche von sich. Es dauerte nicht lange und James war komplett nackt und war gerade dabei seine Augen zu öffnen, als ein Geräusch von der Tür erklang. Es klang nach einem sich im Schloss drehenden Schlüssel. Eine der Kreaturen ging zur Tür, die andere hielt ein seltsames Gerät an James Schläfe, woraufhin seine Augen sich wieder schlossen.
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Lily schob die Tür auf und schrie sofort auf. Vor ihr stand eine große hagere halb transparente grün schimmernde Gestalt und packte sie, noch ehe sie irgendetwas tun konnte am Handgelenk und zog sie herein. Sie hatte das Gefühl kaum noch atmen zu können, so eng lagen die dünnen aber kräftigen Finger um ihren Hals. Ein Knallen erklang und dann wurde sie ohnmächtig. Der Sauerstoffmangel hatte also seinen Tribut gefordert.
