Kapitel 511: Am nächsten Morgen Teil 2

Im Bett vor ihr lag (wie sollte sie das anderes sagen) sie selbst. Wie konnte das sein? Sah sie sich selbst als Geist? War dies der Platz wo sie gestorben war? Wie hatte sie nur bis in den Krankenflügel überleben können? Sie musterte ihr blasses Gesicht und wollte sich gerade umdrehen, als sie sah wie sich die Decke leicht hob und senkte.

Sofort drehte sie sich wieder ganz um und fragte sich was zur Hölle das zu bedeuten hatte?

Sie konnte sich das jedoch nicht lange fragen, denn plötzlich öffnete sich ganz in der Nähe eine Tür und mehrere Leute betraten den Krankenflügel.

„James, du bist also wach, das ist gut!", hörte sie Sirius' Stimme rufen. „Warum nennst du mich James?", fragte sie sich und drehte sich zu den Rumtreibern um. Sirius blieb vor ihm stehen und bemerkte grinsend: „Das mit Lily war ja wirklich ein Wunder, bist heilfroh das deine Freundin so stark ist, oder?"

Sie starrte ihn mit abschätzenden Augen an. Warum sprach er so mit ihr? „Sehe ich etwa aus wie ein Junge?", fragte sie sich selbst und ging zum Fenster. Als sie ihre Reflexion (sie sah exakt genauso aus wie James) sah schrie sie zum zweiten Mal an diesem Morgen fast auf.

Hä? Wie? Hilfe!

Kapitel 512: Am nächsten Morgen Teil 3

Lily starrte noch immer in die Reflexion der Fensterscheibe, als Sirius ihr auf die Schulter klopfte. „Geht es dir gut Krone?", fragte er und klang ernsthaft besorgt. Sie wusste nicht wie sie darauf reagieren sollte. Bin ich jetzt tatsächlich ‚James'? Wie konnte es dazu kommen, warum bin ich nicht gestorben?

„Ich weiß nicht!", murmelte sie leise.

Es wäre wahrscheinlich nicht klug jetzt darauf zu beharren in Wirklichkeit Lily zu sein, sonst würde man sie nur für komplett verrückt halten! Andererseits bin ich nun einmal Lily und nicht James! Aber warum stecke ich dann in seinem Körper fest? Was ist passiert?

Remus fragte jetzt: „Warum weißt du nicht wie es dir geht, hast du schlecht geträumt?" Lily schüttelte stumm den Kopf. „Wird mir irgendjemand glauben? Was ist mit James, ist er jetzt in meinem Körper?", fragte sie sich. Peter warf jetzt ein: „Ich glaube er ist nur sehr erleichtert das Lily noch lebt und ist deshalb etwas durch den Wind!"

Lily fragte plötzlich mit Entschlossenheit in der Stimme: „Mögt ihr kurz auf sie …", das letzte Wort fühlte sich im Zusammenhang mit James (sie ging jetzt einfach mal davon aus, dass er in ihrem Körper hinter ihr im Bett lag) sehr merkwürdig an: „… aufpassen, ich muss kurz zum Schulleiter?"

Sirius, Remus und Peter nickten und setzten sich auf das Bett wo sie eben noch gelegen hatte. Lily dankte ihnen und rannte dann los.

Vielleicht konnte Dumbledore ihr ja helfen…

Kapitel 513: Hilfe in Aussicht

Als Lily bei Dumbledores Büro angekommen war klopfte sie heftig an die Tür und rief: „Professor, bitte helfen sie mir!" Sie wurde sofort herein gebeten. Schnell trat sie ein und rannte zum Schreibtisch des Schulleiters. „Professor, ich sehe vielleicht aus wie James Potter, aber in Wirklichkeit bin ich Lily Evans!", sagte sie sofort und wollte schon fortfahren, als der Schulleiter sie bat sich erst einmal zu verschnaufen. Sie nickte gehorsam und setzte sich dann auf den Stuhl den er ihr anbot.

Einige Augenblicke später fing sie noch einmal an und erzählte wie sie heute Morgen ausgelaugt und erschöpft auf dem Boden des Krankenflügels an ein Bett gelehnt aufgewacht war. „Ich weiß es muss absolut verrückt klingen was ich sage, aber sie sind meine einzige Hoffnung, außer ihnen würde mir niemand so etwas glauben! Bitte untersuchen sie mich oder James' Zauberstab, vielleicht können sie ja irgendetwas herausfinden, was meine Aussagen wenigstens ein Wenig glaubhafter erscheinen lassen würde!"

Sie reichte ihm James' Zauberstab und wischte sich dann eine Träne von ihren Wangen.

Ihr Schulleiter nahm den Zauberstab entgegen und legte ihn vor sich auf den Schreibtisch. Dann richtete er seinen eigenen auf ihn und schloss kurz die Augen.

Dann plötzlich, wie aus dem Nichts erklang James' Stimme und sagte die folgenden Worte:

Permuto corpora nostra!"

Lily sah voller Verblüffung auf den Zauberstab und dann in das Gesicht ihres Schulleiters. Dieser wirkte nicht hundertprozentig geschockt, aber schon ziemlich … Nach einigen Augenblicken sagte er: „Von einen solchen Zauber habe ich noch nie gehört, aber ich werde dem nachgehen und mich erneut bei ihnen melden wenn es sich als sinnvolle Spur herausstellen sollte!" Lily nickte und bedankte sich. „Aber sie halten mich nicht für verrückt, oder?", fragte sie hoffnungsvoll. Professor Dumbledore sah ihr fest in die Augen und schüttelte dann leicht den Kopf.

„Es ist schwer vorzustellen, dass es so etwas wie einen Körpertausch wirklich geben könnte, aber Sie haben mich nicht angelogen, dass sehe ich in ihren Augen Miss Evans!", sagte er. Lily erhob sich und bedankte sich mit einem breiten Lächeln. Dann wollte sie sich umdrehen und hinausgehen, doch bevor sie die Tür erreichen konnte erinnerte ihr Schulleiter sie noch an ihren Zauberstab. Lily fragte: „Brauchen Sie ihn nicht mehr?" Professor Dumbledore schüttelte den Kopf und sagte: „Nein, durch ihn habe ich alles erfahren, was ich durch ihn erfahren kann, jetzt muss ich anderswo weitersuchen!" Lily nahm sich also James' Stab zurück und ging dann zur Tür.

Als sie diese erreicht hatte bemerkte ihr Schulleiter noch: „Sie sollten allen anderen außer mir und James Potter nichts davon erwähnen, dass könnte zu Unruhen und Problemen führen! Tun sie dem Rest der Welt gegenüber so als würden sie tatsächlich James Potter sein, und sagen sie das gleiche auch zu James, okay?" Sie drehte sich noch einmal um und nickte, dann verließ sie das Büro und eilte zurück zum Krankenflügel.

Na das konnte ja was werden! Sie war jetzt also für den Rest der Welt James Potter und ihr ‚Freund' würde Lily Evans sein …

Kapitel 514: Zurück im Krankenflügel

Als Lily wieder im Krankenflügel ankam bat sie die Rumtreiber darum sie mit ‚ihrer Freundin' alleine zu lassen. „Ich bitte Euch!", sagte sie und versuchte James-typisch zu grinsen. Hoffentlich schöpften sie keinen Verdacht? Sirius sah ihn zwar kurz kritisch an, doch Remus erhob sich und sagte: „Kommt, wir erledigen schon einmal die Hausaufgaben für Zauberkunst!" Sirius und Peter nickten und erhoben sich ebenfalls.

Einige Augenblicke später war sie alleine mit James. Später wird es kompliziert werden, wenn ich im Schulalltag darauf reagieren muss, wenn ein Lehrer ‚Mister Potter' oder wenn ein Mitschüler nach ‚James' rief … Auch wenn sie James in der Öffentlichkeit ansprechen würde, würde sie sich daran gewöhnen müssen ‚Lily' anstatt ‚James' zu sagen… Sie rieb sich ihre Stirn und hoffte, dass Professor Dumbledore ihnen schnell würde helfen können.

Wahrscheinlich ist es da besser, wenn wir uns später auch im Privaten mit unseren ‚neuen' Namen ansprechen.

Am späten Abend wachte James schließlich auf. Zum Glück war sie gerade wieder alleine mit ihm. Zwischenzeitlich waren auch Alice, Katie und Lira hier gewesen und hatten sie sogar gebeten ‚James' ihnen etwas alleine zu überlassen. Doch sie hatte sich geweigert zu gehen und so hatten sie ihr ab und zu genervte Blicke zugeworfen.

„Wo bin ich, was ist passiert?", fragte James und klang ziemlich schwach.

Kapitel 515: Ein ‚milder' Schock

James fühlte sich ziemlich schwach und alles an seinem Körper tat höllisch weh. Er sah sich um und stellte mehrere Dinge gleichzeitig fest. Zunächst lag er im Krankenflügel, dann war es dunkel draußen, er konnte also nicht lange geschlafen haben und zu guter Letzt saß jemand direkt neben seinem Bett auf einen Stuhl und musterte ihn.

Er wollte gerade denken: „Okay, nichts besonderes!", als er realisierte wer da neben ihm saß.

„Was, ähm…?", brachte er schockiert hervor und fragte sich ob er verrückt geworden war. Denn neben seinem Bett saß er selbst. Es war als würde er in einen Spiegel schauen, nur das sein Spiegelbild meistens exakt das gleiche tat wie er selbst.

„Alles ist gut James, ich verstehe das muss verrückt klingen, aber ich bin es Lily!", sagte die Gestalt die so aussah wie er selbst. „Lily…?", fragte er unsicher und legte seinen Kopf schief. Die Gestalt mit seinem Körper nickte und sagte: „Schau dich selbst an, aber sei gewarnt du bist körperlich nicht länger James Potter!"

James' Augen verdrehten sich leicht skeptisch und er klappte die Decke zurück.

WAS?", schrie er entsetzt auf als er seine zwei weiblichen Brüste sah die sich unter seinem Nachthemd hervor wölbten. Lily griff sofort nach seinen Händen und erklärte: „Irgendwie musst du durch einen Zauber den du noch als James gewirkt hast dafür gesorgt haben, dass sich unsere Körper gegeneinander ausgewechselt haben. Ich weiß auch nicht viel mehr, eben als ich bei Professor Dumbledore gewesen war hat er mir nur gesagt, dass er sich bemühen wird einen Gegenzauber zu finden."

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Nach einigen Sekunden in denen keiner der Beiden etwas gesagt hatte, fragte James: „Ich bin jetzt also du?" Lily zögerte kurz, doch dann sagte sie: „Ich glaube so kann man das ganz gut ausdrücken!" James schloss kurz seine Augen und ließ seine Gedanken schweifen.

Ich bin jetzt also nicht nur ein Mädchen, nein ich bin das Mädchen in welches sich mein Gehirn verliebt hat. Das klang absurd, doch er hatte ja eben seine Brüste gesehen, die waren super eindeutig nicht die eines Jungens.

„Aber das bedeutet auch, dass ich dir die Schmerzen des Falls abgenommen habe, richtig?", fragte er und sah zu Lily. Diese wurde leicht rot und nickte dann. „Ja, ich fühle nirgendwo mehr Schmerz, doch warum hast du das getan?", fragte sie neugierig. James lachte leicht und meinte dann: „Das sollte doch offensichtlich sein. Ich war todesverzweifelt, ich habe bereits an Selbstmord gedacht weil mir ein Leben ohne dir komplett sinnlos erschien. Da habe ich halt diesen Zauber ausprobiert den mir dieser Typ neulich gegeben hat, er sagte etwas von ‚Verstorbene wiederbeleben'. Das musste ich ausprobieren!"

Lily sah ihn nachdenklich an und fragte dann, ob er sich an diesen Typen noch erinnere. „Wie sah er aus und wo hast du ihn getroffen?", fragte sie. James zuckte mit den Schultern und entschuldigte sich dann dafür, es vergessen zu haben. „Ist schon okay, nur wenn du dich später erinnerst erzähl mir und auf jeden Fall Professor Dumbledore alles!", bat Lily. James versprach das und verfiel dann wieder in Grübeln.

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Einige Minuten später sagte Lily: „Professor Dumbledore hat mich um noch etwas gebeten, und zwar sollen wir niemanden davon erzählen, dass wir nicht wirklich die Personen sind nach denen wir äußerlich aussehen!" James sah zu ihr und nickte. „Logisch, sonst würden es vielleicht noch andere ausprobieren …", sagte er. Dann ganz plötzlich sagte er: „Lily, wenn wir wirklich nicht auffliegen wollen müssen wir schnellstmöglich die Karte des Rumtreibers an uns bringen, denn die würde garantiert irgendetwas merkwürdiges anzeigen!" Lily sah ihn erstaunt an und fragte: „Die Karte des was?" James erklärte ihr kurz und schnell, worum es sich handelte und erzählte ihr auch wo sie sie finden würde. „Hole sie schnell, damit weder Sirius, Remus noch Peter etwas herausfinden!", trug er ihr auf. Sie nickte und rannte sofort los.

Während er alleine war dachte er weiter nach.

Wenn Dumbledore von unser Situation weiß und sich bemüht uns zu helfen werde ich bestimmt bald wieder in meinen eigentlichen Körper sein. Aber bis dahin muss ich so tun als wäre ich hundert prozentig Lily Evans. Hmm… das könnte in manchen Situationen witzig werden, aber in anderen auch ziemlich schwierig. Was wenn Dumbledore uns noch nicht bis Weihnachten helfen konnte und ich tatsächlich zu ihr nach Hause muss. Kann ich realistisch gesehen ihrer Mutter vorspielen tatsächlich ihre Tochter zu sein? Naja, wenn es bei Alice, Katie und Lira funktionieren kann, dann vielleicht auch bei ihrer Familie.

Er war irgendwie gerade ziemlich neugierig ob er wirklich komplett weiblich war. Mit ein Wenig schlechtem Gewissen (immerhin war dies nicht wirklich sein Körper) schob er eine seiner Hände unter seine Kleidung und zwischen seine Beine.

Er fühlte dort keinen Penis, stattdessen war da nur ein Büschel Haare und dazwischen ein schmaler Schlitz. Ich habe also tatsächlich eine Scheide und bin damit weiblich! Er streichelte sich dort etwas und zog dann seine Hand wieder hervor als er sich plötzlich daran erinnerte wie er Halloween genau dort in ihren (seinen jetzigen) Körper eingedrungen war.

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Eine kurze Weile später kam Lily zurück und zeigte ihm die Karte. „Ich habe sie, doch wohin meinst du sollte ich sie bringen?", fragte sie. Er überlegte kurz und sagte dann: „In den Raum der Wünsche! Denk an einen Ort den Sirius, Remus und Peter niemals finden werden und versteck ihn dort!" Lily grinste und nickte. „Und wenn dich dann einer von ihnen fragt wo sie ist, behauptest du einfach du hättest sie verloren!", sagte James.

Lily nickte und versprach es zu tun. „Doch bevor ich das mache, bitte sag mir wie es dir geht!"

James lächelte und meinte mehr oder weniger optimistisch: „Natürlich bin ich geschockt, ich hatte allerhöchstens damit gerechnet, dass sprichwörtlich gar nichts passieren würde, nicht aber das ich in deinem Körper aufwachen würde." Er zwinkerte nun und ergänzte: „Aber es könnte lustig werden und ich habe es schon immer geliebt Leuten Streiche zu spielen." Er klappte jetzt seine Decke zurück und zeigte auf seine Brüste: „Und die Tatsache, dass ich jetzt du bin, bietet mir die eine ultimative Gelegenheit einen langen Megastreich an alle um mich herum zu spielen!" Er klappte die Decke nun wieder zurück und sagte mit übertrieben hoher Stimme: „Magst du mir noch einen Gute-Nacht-Kuss geben James?"

Er fühlte sich zwar etwas merkwürdig, doch es machte irgendwie auch Spaß. Lily sah ihn kurz verwundert an, dann nickte sie und beugte sich zu ihr vor. „Schlaf gut Lily!", sagte sie und gab ihm einen sanften Kuss.

Kapitel 516: Stress am Morgen

Als Max am übernächsten Samstag wach wurde war er sofort ultranervös, denn heute würde er mit Blair nach Hogsmeade gehen. Er stand auf und schlich sich (um niemanden seiner Mitschüler zu wecken) leise ins Badezimmer. Zuerst dusche ich, das wird mich bestimmt etwas entspannen …

Er schlüpfte aus seinem Schlafanzug und stieg in die Dusche. Was wenn ich heute alles verhaue? Sie hat diese Verabredung wahrscheinlich nicht nur aus Mitleid vorgeschlagen, bestimmt findet sie dich schon soweit interessant. Was heißt ‚soweit interessant' schon? Das klingt ähnlich gut wie ‚ist ganz nett aber wirklich gut auch nicht' oder ‚Naja… es geht schlimmer!'. Er lehnte sich gegen die Wand und presste sich den Duschkopf gegen seine Brust. Ich will sie beeindrucken, irgendwie muss ich es zumindest versuchen… So eine Chance bekomme ich sonst nie wieder!

Zehn Minuten später verließ er das Badezimmer angezogen und ‚bereit' für den Tag. „Du wirst jetzt hier auf sie warten und sie dann fröhlich und charmant begrüßen!", sagte er zu sich selbst und ergänzte: „Und du wirst sie nichts davon merken lassen wie unsicher du bist, du bist selbstbewusst und hast keine Angst alles komplett falsch zu machen!"

Kapitel 517: Ein guter Start

Max wartete im Gemeinschaftsraum auf Blair und hoffte derweil sich gleich nicht allzu sehr zu blamieren. Denk daran, was du dir vorgenommen hast! Bleib cool! Er presste seine Augen zusammen und nickte. Leise flüsterte er: „Du schaffst das schon, atme einfach tief durch, dann wirst du ihr gegenüber vielleicht entspannt und locker bleiben können!"

„Guten Morgen Max!", sprach ihn plötzlich eine freundliche Mädchenstimme aus nächster Nähe an. Er riss sofort überrascht seine Augen auf und sah Blair direkt vor sich stehen. „Gu- Guten Morgen Blair!", stotterte er und wurde rot im Gesicht. Sie kicherte und reichte ihm ihre Hand. „Lass uns heute zusammen zum Frühstück gehen, immerhin gehen wir später miteinander aus!", sagte sie. Er ergriff stumm ihre Hand und hatte sofort das er müsste jeden Augenblick an Herzversagen sterben, so schnell hämmerte es in seiner Brust.

Zu zweit verließen sie den Gemeinschaftsraum und machten sich auf den Weg zum Frühstück.

Kapitel 518: Die erste Prüfung der ‚neuen' Lily

Nach dem Frühstück wurde James von Alice, Katie und Lira besucht. Gerade war Lily nicht bei ihm um ihn zu helfen. Das hieß er würde jetzt zum ersten Mal wirklich alleine (als Lily) ihren Freundinnen gegenüberstehen auch wenn er natürlich lag.

Alice ließ sich auf dem Stuhl direkt rechts neben ihr fallen und sagte erleichtert: „Endlich ist James mal nicht hier und wir können mal unter uns Mädchen miteinander reden!" Katie stimmte ihr zu und sagte: „Wirklich nichts gegen deinen Freund, aber in der letzten Zeit ist er mir gehörig auf die Nerven gegangen." Auch Lira nickte und sagte: „Wie eine Klette hat er an dir gehangen und uns nie auch nur einige Minuten mit dir alleine gegeben."

James schloss kurz seine Augen und dachte sich: Ich muss was Satzteile wie ‚unter uns Mädchen' lernen mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Ich stecke nun einmal vorerst in Lilys Körper und sollte sich auch dementsprechend weiblich oder besser gesagt Lilyhaft verhalten. Er öffnet nun wieder seine Augen und sah zu Alice, Katie und Lira. Sie das ganze einfach als Schauspiel, du spielst nur Lily Evans, du bleibst James Potter! Und wenn das ganze vorbei ist kannst du deinen Freunden und deiner Familie eine wunderbare epische Geschichte erzählen! Er nickte, ja, das klang verlockend.

„Wie geht es dir?", fragte Alice nun und griff nach seiner Hand.

James lächelte und meinte: „Es geht mir schon viel besser! Die Schmerzen haben nachgelassen und auch die meisten Knochen sind bereits wieder geheilt." Katie wollte wissen: „Wann kannst du wieder zu uns in den Mädchenschlafsaal kommen?" James deutete ein leichtes Zucken mit den Schultern an. Klar, daran hatte er gar nicht gedacht. Aber natürlich würde er ab jetzt auch bei den Mädchen schlafen… Ob die Treppe ihn wohl hoch lassen würde? Oder würde der Zauber erkennen, dass er (zumindest bezüglich seiner Gedanken) ein Junge war …

Er antwortete Katie: „Ich weiß es nicht genau, aber Madame Pomfrey hat gesagt vielleicht nächste Woche." Lira nickte und meinte: „Hoffentlich kannst du bald wieder raus, der Schulalttag ist nicht derselbe ohne dich!" James grinste und bedankte sich bei ihr.

Als nächstes fragte Alice: „Darf ich dich etwas intimes fragen?"

James schluckte und wurde nervös, nickte aber.

Alice lächelte und fragte: „Hast du in der Nacht nach Halloween mit James geschlafen?"

Kapitel 519: Die zweite Prüfung der ‚neuen' Lily

James errötete und fragte sich wie er sich bloß aus dieser Situation befreien konnte.

Würde Lily hierauf ehrlich zu ihren Freundinnen sein oder nicht?", fragte er sich. „Ähm, ich …", fing er also unsicher an. „Warum hast du zugestimmt etwas intimes gefragt zu werden?", wollte eine Stimme die nach Lily klang in seinem inneren wissen. „Ich ähm…", antwortete er der Lily in seinem Kopf.

„Was soll das nun heißen?", fragte Katie jetzt. „Hast du nun mit ihm geschlafen oder nicht?", fragte Lira neugierig.

James zwang sich zur Ruhe und sagte zu sich selbst: „Ich kann mich jetzt nicht immer fragen was die echte Lily unter Umständen sagen oder tun würde, ich bin jetzt an ihrer Stelle und muss meinem eigenen Gewissen folgen. Zumindest bei nicht ganz so wichtigen Entscheidungen …" Dann nickte er nervös und sagte: „Ja, ich habe mit ihm geschlafen!"

Die Mädchen wirkten nicht soo überrascht wie James es erwartet hatte. „Dachte ich es mir doch!", sagte Alice und fragte dann: „Wie war dein erstes Mal?" James erinnerte sich an das erregende Gefühl als er in Lilys Körper eingedrungen war und sagte voller Überzeugung (er wusste, dass es ihr genauso gut gefallen hatte): „Es war schön, ähm… ich habe es genossen!"

Kurz war es still, dann kicherten alle vier Mädchen.

Kapitel 520: Die Verabredung zwischen Max und Blair | Teil 1

Nach dem Frühstück verließen Max und Blair Seite an Seite die Große Halle und kurz darauf das Schloss. Einige Meter außerhalb des Schlosses wurden sie plötzlich von einer Gruppe von Jungen aus allen vier Häusern aufgehalten.

Leo Clover (ein Junge aus einem Jahrgang über Max') trat aus der Gruppe hervor und baute sich direkt vor Blair und Max auf. „Weg von ihr du Idiot!", sagte er und trennte ihrer beide Hände. Als nächstes schubste er Max zu Boden und wollte selbst nach ihrer Hand greifen. Doch sie zog ihre Hand weg und trat einen Schritt von ihm zurück. „Was fällt dir eigentlich ein Leo?", fragte sie wütend und kniete sich dann zu Max. „Komm nimm meine Hand!", sagte sie und half ihm wieder auf.

Frank Longbottom (ein Sechstklässler aus Gryffindor) trat nun ebenfalls hervor und fragte Blair mit einem wütenden Blick auf Max: „Warum gehst du mit einem Langeweiler wie Max aus wenn sich auch coole Jungen wie ich, Leo oder Charlie für dich interessieren?" Max hielt zwar wieder ihre Hand, dennoch hatte diese Bemerkung wehgetan. Er sah zu ihr und hoffte sie würde ihn verteidigen.

„Ihr seit dumme arrogante Nervensägen!", sagte sie und zog Max dann einfach ohne den anderen noch einen Blick zuzuwerfen an ihnen vorbei und in Richtung des Tores das das Ende der Ländereien von Hogwarts markierte.

Max war beeindruckt, so eine Reaktion hatte er nicht erwartet. „Danke das du mich verteidigt hast!", murmelte er leise. Sie reagierte darauf zunächst nicht, dann meinte sie: „Ich habe es nicht nur für dich getan, diese Idioten sind mir schon seit Monaten auf den Senkel gegangen. Nachdem ich mich im letzten Februar von Regulus getrennt habe, haben die und noch einige weitere Jungen beschlossen mir auf die Nerven gehen zu wollen." Max nickte und war heilfroh, dass er sich in den letzten Monaten und ihm vergangen Jahr nie getraut hatte ihr nachzulaufen. Sonst wäre er vielleicht jetzt nicht an ihrer Seite sondern zusammen mit Leo, David, Kai und den anderen und würde sich ärgern, dass sie mit einen anderen unterwegs war.

„Diese Idioten …", murmelte er leise und streichelte etwas über ihren Handrücken. „Aber weißt du was …?", fragte er vorsichtig. Sie schüttelte den Kopf und so erzählte er ihr von seinen Gedanken die er eben gehabt hatte. „Aber bitte sei mir jetzt nicht sauer oder beende gar unsere Verabredung!", bat er sie und erklärte sofort: „Ich weiß unter anderen Umständen hätte ich mich genauso dumm verhalten, aber bezogen auf das Hier und Jetzt, habe ich dich lediglich sehnsüchtig beobachtet!"

Sie war stehengeblieben und musterte ihn jetzt eindringlich. Max war ziemlich nervös und hoffte seine Ehrlichkeit würde sich bezahlt machen. „Bitte!", ergänzte er und sah sie flehentlich an.

„Warum sollte ich mich mit dir abgeben, wenn du doch offensichtlich ganz ähnlich gedacht hast wie die anderen die ich eben habe auflaufen lassen?", fragte sie und entzog ihm ihre Hand. „Weißt du es gibt nämlich gute Gründe warum ich mich dazu entschlossen habe das es zwischen mir und Regulus nicht weiter gehen kann. Er hat auch immer nur an sich selbst und niemals wirklich an mich gedacht! Vielleicht …" Max unterbrach sie und sagte hastig: „Ich denke auch an dich!" Sie rümpfte die Nase und drehte sich von ihm weg.

Er erinnerte sich nun an einen Gedanken den er heute Morgen in der Dusche gehabt hatte: „Was wenn ich heute alles verhaue?" Nun das hatte er jetzt wohl offiziell erreicht. „Blair, ich schwöre ich meine es ernst mit meinen Gefühlen für dich! Ich bin nicht nur an dir interessiert weil du intelligent und beliebt bist sondern weil du du bist! Ich weiß das klingt seltsam, aber ich bewundere deine Fähigkeit immer so ruhig und gelassen zu bleiben. Ich habe es niemals erlebt das du offensichtlich wütend geworden bist oder jemanden angeschrien hättest, auch eben als diese Jungen uns aufgehalten haben hast du gelassen reagiert und ihnen ins Gesicht gesagt was du von ihnen hältst. Das bewundere ich, in dieser Hinsicht bist du viel viel mutiger als ich es jemals sein könnte."

Er fasste nun nach ihrer Schulter und sagte: „Ich bin unglaublich unsicher und ängstlich, vielleicht solltest du mir wirklich keine Chance geben. Ich könnte dich vermutlich nie effektiv beschützen, ich bin nur ein Trottel…"

Er drehte sich nun ebenfalls um und sah zurück zum Schloss. Das war's dann wohl mit meiner Chance bei ihr … „Ich bin so ein Versager!"