Kapitel 541: Eine Wende!? (26.11.1976)
Am Freitagmorgen hatte Jack beschlossen zum Schulleiter zu gehen um mit ihm über einen möglichen Wechsel in eines der anderen Häuser zu sprechen. Seit seine Freundin ihm diese Option Halloween vorgeschlagen hatte, hatte er lange und ausführlich darüber nachgedacht. Es war etwas wovon er zuvor nie gehört hatte, aber es ergab schon Sinn, das es theoretisch möglich war.
Und egal wie merkwürdig es vielleicht klingen mochte, er wäre lieber in einem anderen Haus als Rodolphus, Hank und all den anderen die ihn seit seinem Zusammenkommen mit Leah am 26. Oktober und seiner am folgenden Tag öffentlichen Ankündigung nichts mehr mit den dunklen Künsten und Voldemort zu tun haben zu wollen, hassten und verachteten.
Er wollte gerade den Gemeinschaftsraum der Slytherin verlassen, als sich jemand in seinen Weg stellte. Es war sein ehemaliger bester Freund Hank. „Was willst du?", fragte er kühl und ärgerlich. Er wäre inzwischen durchaus bereit sich mit diesen Jungen, den er einst seinen besten Freund genannt hatte, zu duellieren. So oft in den letzten Wochen hatte dieser ihn beschimpft und ihn verächtlich angeschaut …
„Dich davon abhalten unser Haus zu verlassen!", sagte Hank mit wütend verengten Augen. Jack lachte bitter auf und sagte: „Ich will aber nicht länger in diesen Haus bleiben, ich fühle mich unter all den Rassisten nicht länger wohl!" Hank verengte seine Augen noch ein Stück weiter und murrte: „Sag nicht so etwas!" Jack zog nun seinen Zauberstab und richtete ihn auf seinen alten Freund: „Aus den Weg, ich habe keine Lust länger mit dir zu reden! Das bringt ehe nichts, du bist viel zu versessen darauf diesen beschissenen Voldemort zu gefallen!"
„Sag so etwas nicht wenn ich in der Nähe bin du elender Blutsverräter!", sagte plötzlich eine dunkel klingende Stimme von hinter ihnen. Jack wusste sofort wer das war und wünschte sich er wäre schon unterwegs zum Schulleiter. Sich alleine mit Hank und Rodolphus anzulegen war keine gute Idee. „Du bist so ein attraktiver Mann und trotzdem so ein widerlicher Mensch!", sagte Rodolphus und kam näher zu ihnen. Jack bemühte sich ruhig zu bleiben und nichts dummes zu tun, diese Situation war jetzt schon ziemlich heikel. Sie waren nämlich bisher alleine im Gemeinschaftsraum, also würde auch niemand ihm helfen können, wenn es zu einem Kampf kommen würde.
Selbst wenn ihr nicht alleine wärt, würde dir wahrscheinlich keiner zu Hilfe kommen, denn Rodolphus war wie er ziemlich gefürchtet weil er gerne ziemlich gewalttätig reagierte.
In einem Kampf Mann gegen Mann hätte er vielleicht sogar eine Chance gegen ihn, doch jetzt war ja auch noch Hank bei ihm. Er musste also unter allen Umständen versuchen eine Konfrontation zu vermeiden. Deshalb senkte er seinen Zauberstab und fragte: „Warum wollt ihr mich aufhalten?"
Rodolphus lächelte fies und sagte: „Ich will dich nicht aufhalten sondern lediglich warnen. Wag es niemals dich gewaltsam gegen den dunklen Meister zu wenden, oder ich werde dich töten müssen!" Mit diesen Worten schob er sich an ihm und Hank vorbei und verließ den Gemeinschaftsraum.
Nachdem er verschwunden war wollte auch Jack rausgehen, doch Hank hielt ihn erneut auf und sagte: „Warte, ich muss dir etwas gestehen!" Jack schüttelte Hanks Hand von seiner Schulter (sein ehemaliger bester Freund hatte ihn so vom Gehen abgehalten) und fragte wütend: „Was ist denn noch?"
Kapitel 542: Hanks Geständnis
Hank sah die Wut in den Augen seines besten Freundes und sagte: „Es tut mir Leid wie ich dich in den letzten Wochen behandelt habe!"
Diese Worte waren ihm nicht leicht gefallen, doch er musste es unbedingt hinbekommen, dass Jack nicht das Haus wechselte. Er brauchte ihn an seiner Seite. Wie sonst sollte er es hinbekommen sich seinen Gefühlen für Lira zu stellen. „Jack, ich bin nicht so schlimm wie Rodolphus!", sagte er und ergänzte: „Und ich brauche deine Unterstützung!"
Jack entspannte sein Gesicht nur ein winziges Bisschen und fragte: „Warum hast du mich dann so oft als Blutsverräter und ähnlichem beschimpft wenn du doch angeblich nicht so schlimm wie Rodolphus bist?"
Hank seufzte und murmelte dann mit gesenktem Kopf: „Ich habe versucht gegen meine eigenen Gefühle anzukämpfen und wollte deshalb so kalt und hart wirken wie nur möglich. Ich weiß aber natürlich das dies eine ziemlich dumme Erklärung ist meinen besten Freund so schlecht behandelt zu haben." Jack nickte dazu nur und wollte dann wissen wobei er denn seine Unterstützung bräuchte.
Jetzt wurde Hank nervös, denn er würde jetzt zum ersten Mal laut etwas aussprechen, was er bisher nur gedacht hatte. „Nun also …", startete er und sah wieder auf. „… ich ähm… habe mich verliebt!", endete er und hoffte, dass seine Wangen sich nicht verfärbt hatten.
Jack sah ihn mit großen Augen an und fragte schon fast in seiner normalen Stimme: „In wen?" Hank lächelte jetzt und sagte sofort: „Lira Thomsen, das hübsche Mädchen aus unserem Jahrgang!"
- xxx -
Einige Augenblicke sagte weder Jack noch Hank etwas, dann fragte erster: „Und wie denkst du kann ich dir helfen ihr näher zu kommen?" Hank zuckte mit den Schultern und meinte: „Du könntest in Slytherin bleiben und allgemein mein Freund bleiben, dann würde ich vielleicht auch den Mut finden mich zu verändern und ihr so eventuell näher zu kommen! Ich brauche dich als meinen besten Freund!"
Jack zögerte, doch dann nickte er und reichte Hank seine Hand. Mit einem entschlossenen Gesichtsausdruck sagte er: „Du hast dich zwar echt scheiße benommen, aber okay… Ich bleibe in Slytherin und ich bleibe dein bester Freund!"
Kapitel 543: Offenbarung
Nach dem Mittagessen am Freitag dem 26. November 1976 hatte Dumbledore Lilys und James' Freunde in den Krankenflügel bestellt um ihnen die Wahrheit bezüglich ihrer Freunde mitzuteilen.
Er selbst hatte vor wenigen Stunden endlich einen Gegenzauber gefunden und zögerte doch diesen auf seine Schüler anzuwenden. Denn dadurch würden sie alles vergessen. Nicht nur alles was seit ihrer Verwandlung geschehen war, sondern alles alles. Alles was sie jemals gewusst hatten und alle Erinnerungen an ihre Freunde und Familie und generell allem was sie je gesehen hatten wäre weg.
Er erhob seinen Kopf schob sich seine Halbmondbrille zurecht und sagte dann: „Ich habe gute und schlechte Nachrichten! Was wollen sie zuerst hören?"
Sirius, Remus, Peter, Alice, Katie und Lira sahen ihn mit großen Augen an. Dann meinte Katie schließlich: „Was ist mit James und Lily? Warum liegen sie im Krankenflügel?" Sirius ergänzte: „Warum hat Lily heute Morgen als ich aufgewacht bin plötzlich entsetzt aufgeschrien und ist komplett nackt aus James Bett gesprungen und aus unserem Schlafsaal gerannt?" Lilys Freundinnen wirkten verengten ihre Augen, sagte aber nichts. Nach einigen Sekunden sagte Remus: „Bitte erklären sie uns was passiert ist!"
Dumbledore nickte ernsthaft und sagte: „Ihr sollt Antworten auf all eure Fragen erhalten, doch soll ich mit dem dramatischsten oder dem glücklichsten Umstand beginnen?"
Lira bat darum mit dem positiven anzufangen.
Dumbledore nickte und begann also.
„James und Lily werden beide in den nächsten Wochen aus ihrem, sagen wir mal ‚magischen Koma' erwachen und es sie werden auch keine physischen oder psychischen Schäden davontragen!", sagte Dumbledore.
Die Freunde der beiden atmeten erleichtert aus und sahen dann zu den Betten wo James und Lily lagen. „Wenn das die gute Nachricht war, was ist dann die schlechte?", fragte Peter und wirkte ängstlich bezüglich dessen, was jetzt vielleicht kommen würde.
Dumbledore seufzte und sagte: „Nun soweit ich das weiß sind sie nicht hundertprozentig sie selbst!" Alle Anwesenden sahen ihn mit schief gelegten Köpfen an. Er lächelte und fuhr fort: „Am ersten November hat James einen mir völlig unbekannten Zauber auf sich und Lily gewirkt. Dieser Zauber hat etwas in Gang gesetzt, was, und da spekuliere ich jetzt, höchst wahrscheinlich in der letzten Nacht sein Ende gefunden hat." Alice fragte: „Was ist in Gang gesetzt worden?" Dumbledore sah zu der jungen Miss Prewet und antwortete ihr: „Die Verwandlung von James in Lily, beziehungsweise umgekehrt!"
„Bitte was?", fragte Sirius mit ungläubigen Gesicht.
Dumbledore drehte seinen Kopf zu den Rumtreibern und erklärte: „James hat nicht gewusst was er da getan hat, er dachte er würde sie wiederbeleben. Weil er davon ausging, dass es wahrscheinlich sowieso nicht funktionieren würde und er sowieso einen ganz anderen Zauber gewirkt hatte, ist das ganze auch auf eine unerwartete Weise ausgegangen." Er hielt kurz inne, dann sagte er: „James und Lily sind am nächsten Tag im Körper des jeweils anderen aufgewacht und Lily, also James Körper mit Lilys Geist ist dann zu mir gekommen und hat mich um Hilfe gebeten. Weil sie mir den Zauberstab gezeigt hat der diesen Zauber gewirkt hatte und ich es auch in ihren Augen gesehen habe, habe ich ihr ihre Geschichte geglaubt und mich sofort daran gemacht dieses Rätsel zu lösen."
Remus wandte ein: „Aber es ist Ihnen nicht so geglückt wie Sie es sich erhofft haben, oder Professor?" Dumbledore nickte und setzte seine Erzählung fort. „In den nächsten Wochen habe ich mich auf allen Wegen bemüht etwas über diesen Zauber herauszufinden, doch es war nicht einfach. Letztendlich habe ich es jedoch geschafft und habe gelernt, dass dieser Zauber nicht nur die Körper der beiden Beteiligten sondern auch ihre Persönlichkeiten und ihre Erinnerungen vertauscht. Man könnte also sagen er verändert im Endeffekt nichts. Denn am Ende existieren die selben Menschen wie zuvor nur der eine ist der andere und der andere ist der eine."
Die Schüler sahen zwar verwirrt aus, aber sie schienen es zu begreifen. „Aber weil James ihn nicht perfekt ausgeführt hat ist es nicht so gekommen, oder?", fragte Katie.
Dumbledore nickte.
„Weil er nicht genau wusste was er da tat ist es etwas anders gekommen!", sagte Dumbledore. „Ihre Körper wurden perfekt vertauscht, aber ihrer Persönlichkeiten und Erinnerungen sind wahrscheinlich nur zu gewissen Teilen heil beim anderen angekommen." Sirius fragte erschüttert: „Also ist James jetzt zum Teil Lily und Lily zum Teil James?" Dumbledore nickte und sagte: „So ist es, doch wir können alle nur spekulieren von welchen Verhältnissen wir hier ausgehen müssen. Aber ich könnte sie wieder in ihre eigentlichen Körper zwingen, doch der Preis wären alle ihre Erinnerungen?" Lira fragte: „Alle alle, oder nur alle innerhalb der letzten Wochen?" Dumbledore schmunzelte und sagte: „Leider alle ihres gesamten Lebens. Soll ich das tun?"
- xxx -
Die Freunde sahen Dumbledore entsetzt an und schüttelten ohne zu zögern ihre Köpfe. „Es ist seltsam, aber ihnen alle Erinnerungen nehmen, dass können wir nicht verantworten!", sagte Katie. Die anderen stimmten ihr bedingungslos zu.
Dumbledore lächelte und sagte: „Ich hatte mir bereits gedacht das ihr so reagieren würdet. So sei es! Ich werde euch jetzt erst einmal mit euren Freunden alleine lassen. Erwartet ihr Erwachen jedoch nicht zu früh, das kann schon einige Wochen dauern."
Mit diesen Worten verließ der Schulleiter den Krankenflügel. Die Freunde der beiden setzten sich auf die umliegenden Betten und schwiegen zunächst. Das waren ziemlich gewaltige Neuigkeiten gewesen. Es würde etwas dauern bis die am Grunde ihres Bewusstseins angekommen wären.
Kapitel 544: Lilys Erwachen (20.01.1977)
Es war noch früh am Morgen als Lily ihre Augen aufschlug und zunächst nicht den blassesten Schimmer hatte wer, was oder wo sie war. Sie tastete ihre Umgebung und sich selbst ab und dann kamen langsam ihre Erinnerungen zurück.
Ich bin Lily Evans die Tochter von Lisa und Craig Evans. Ich habe mich am Kopf gestoßen und liege jetzt wahrscheinlich im Krankenhaus. Außerdem gehe ich nach Hogwarts in die vierte Klasse und bin eine Hexe.
Sie fasste sich an ihren Kopf und fühlte dort zu ihrem Erstaunen überhaupt keine Verletzung. Was war nur passiert. Wo war die Wunde? Sie war doch eindeutig rückwärts samt Stuhl umgefallen. Das musste doch irgendeine Form von Verletzung verursacht haben, oder etwa nicht. „Tunia, Mama, Papa?", rief sie halblaut.
Doch niemand kam zu ihr, stattdessen hörte sie in leises Stöhnen vom Bett links neben ihrem. Sie drehte ihren Kopf und sah zur Seite. Jetzt erst bemerkte sie, dass sie in einem länglichen Saal voller Betten lag. „Fast wie im Krankenflügel in Hogwarts!", schoss ihr ein Gedanke durch den Kopf. Ach wie ich Hogwarts vermisse, ich freue mich schon so auf den ersten September! Ich werde eine Fünftklässlerin sein und eventuell habe ich es sogar geschafft und werde eine Vertrauensschülerin!
„Sirius, Remus, Peter!", erklang plötzlich ein Ruf eines Jungens aus dem Bett zu ihrer linken.
Sie zuckte zusammen als sie diese Stimme hörte. Was macht Potter hier in einem Mugglekrankenhaus? Sollte er nicht irgendwo mit seinen dämlichen Freunden abhängen und allen das Leben so schwer wie möglich machen? „Genauso wie er es auch in Hogwarts tat …", murmelte sie in Gedanken und grinste sowohl in Gedanken als auch in Wirklichkeit.
Einige Augenblicke passierte nichts, dann erhob sich der nervige Junge der nie ein ‚Nein' von ihr akzeptieren wollte halb und blickte in ihre Richtung. „Evans?", fragte er ungläubig und ergänzte sofort: „Gehst du mit mir aus Baby?" Lily schüttelte sofort den Kopf und sagte mit angewiderter Stimme: „Ich würde mit jedem Jungen ausgehen, selbst mit Hank oder Rodolphus, nur nicht mit dir, denn du bist der absolut schlimmste Mensch auf der Welt. Außerdem hasse ich dich!"
Kapitel 545: James' Erwachen
James sah das Mädchen im Bett neben sich mit einem breiten Grinsen an. „Du bist genauso heiß und verlockend wie immer Evans!", sagte er und warf ihr eine Kusshand zu.
Sie drehte angewidert ihren Kopf weg und tat so als müsste sie sich übergeben. „Lass das das ist ja noch schlimmer als alles widerliche Essen der Welt zusammen mit zu viel Alkohol!", sagte sie. James lachte laut auf und meinte: „Ha Evans wie schön das wir zusammen an diesem merkwürdig vertrauten Ort sind. Mit deinen süßen Komplimenten wird der Tag immer etwas heller und angenehmer …"
Er wollte gerade versuchen aufzustehen, als plötzlich Schritte näher kamen. Er und Evans sahen in Richtung der Tür und warteten gespannt wer da wohl kommen würde.
Kapitel 546: Erschreckende Neuigkeiten
Durch die Tür traten Sirius und Alice und ließen ihre Schultaschen fallen als sie sahen, dass ihre Freunde wieder erwacht waren. „James!", rief Sirius und hob grinsend einen Arm zum Gruß. „Lily!", rief Alice und rannte zum Bett ihrer Freundin.
Lily war erleichtert ihre beste Freundin zu sehen und rief fröhlich: „Hey Alie, es ist so schön dich zu sehen, bitte beschütze mich vor diesen Idioten im Bett neben meinem!" Sie deutete auf James und tat so als müsste sie würgen. „Er hat mir tatsächlich eine Kusshand zu geschleudert, das war so schrecklich viel schlimmer als jeder Klatscher der Welt!", beschwerte sie sich. Alice blieb zwischen ihren Betten stehen und musterte ihre Freundin geschockt. „Lily, wie redest du nur über deinen Freund?", fragte Alice.
Lily fiel fast die Kinnlade runter. „Meinem Freund?", fragte sie geschockt und mit einem Gesichtsausdruck als hätte sie in eine Zitrone gebissen. Alice nickte. Lily starrte ihre Freundin sprachlos an.
Vom Bett neben ihrem lachte James plötzlich laut auf. „Ich mit ihr zusammen?", fragte er. Lily und Alice sahen ihn kurz an. Er meinte mit einem breiten Grinsen: „Lily-Schatz, wenn du willst können wir gerne ein Paar sein, ich wäre dazu immer bereit! Willst du?" Lily drehte sich kommentarlos wieder zu Alice und sagte mit entschiedener Stimme: „Ich bin ganz ganz ganz bestimmt nicht mit diesen hirnlosen Volltrottel zusammen, da würde ich mich ja eher kopfüber vom Nordturm schmeißen als von ihm betrogen zu werden!" James wandte an dieser Stelle ein: „Ich würde dich nicht unbedingt betrügen Evans!" Sie reagierte gar nicht auf ihn und fragte Alice stattdessen wie um alles in der Welt sie auf eine derartig absurde Fragen kommen würde.
Sirius der sich inzwischen auf den Stuhl zwischen ihrem und Potters Bett gesetzt hatte sagte nun: „Nun ähm Lily, wie soll ich dir das möglichst schonend beibringen, aber du und James wart jetzt fast zweieinhalb Monate am Stück ein Paar!" Lily wandte sich zu Potters bekloppten Freund und sagte: „Keiner hat dich um deine Meinung gebeten Black!" Ohne ihm weiter Beachtung zu schenken drehte sie sich wieder ihrer Freundin zu und sah sie fragend an. Diese seufzte und setzte sich dann neben Lily. Dann begann sie ihr und auch James zu erzählen, was Ende November im letzten Jahr geschehen war. Sirius unterstützte sie dabei indem er an einigen Stellen aufstand um mit mehr Körpersprache das Ausmaß der ganzen Sache zu verdeutlichen.
- xxx -
Nach mehreren Stunden (inzwischen waren auch all ihre anderen Freunde gekommen) endete Katie (auch die hinzugekommenen hatten sich an der Geschichte beteiligt) mit dem Satz: „Ich hoffe das ihr jetzt nachdem ihr das alles gehört habt wieder das selbe süße Paar sein könnt, was ihr vor und während des letzten Novembers gewesen wart!"
Einige Augenblicke war es still und die beiden Betroffenen sahen einander abwägend an, dann grinste James und sagte: „Oh Baby das klingt ganz nach mir, ich habe allen Schmerz auf mich genommen nur um dich zu retten. Komm zu mir und gib endlich zu, dass du heimlich schon seit Jahren auf mich stehst!" Lily verengte ihre Augen zu Schlitzen und meinte kalt: „Ich stehe nicht auf dich, weder jetzt noch irgendwann in der Zukunft!" Dann wandte sie sich an ihre Freundin Katie. „Tut mir Leid, aber eher würde ich für unendliche Zeiten in der Hölle schmoren als auch nur eine Sekunde die Freundin von diesem unglaublichen Vollidioten zu sein!"
Was geschehen ist kann ich vermutlich nicht ändern, aber zumindest was die Zukunft angeht kann ich mich so weit wie möglich von Potter fernhalten.
Kapitel 547: Nicht alles verloren …!?
Am Abend lag Lily auf ihrem Bett und hörte ihren Freundinnen etwas genervt zu wie sie versuchten sie dazu zu bringen doch einen Schritt auf James zuzugehen. „Er ist in Wirklichkeit gar nicht so schlimm, wirklich!", sagte Lira die auch bei ihr war obwohl sie eigentlich nie mit in ihren Gemeinschaftsraum kam. „Er hat mich dumm angemacht und das lass ich mit mir nicht machen!", stellte Lily nüchtern fest und schloss wütend ihre Augen.
Katie warf ein: „Das hat er doch bestimmt nicht so gemeint, er hatte sich wirklich verändert und du hast ihn auch tatsächlich gemocht!" Lily rümpfte die Nase und meinte: „Ich kann mich an nichts erinnern!" Bevor ihre Freundinnen etwas sagen konnten (und das hatten sie definitiv vor, dass wusste Lily), ergänzte sie: „Ich weiß das soll ein Nebeneffekt dieses Zaubers gewesen sein, den er anscheinend auf mich gewirkt hat, doch ich kann ihn nur nach dem beurteilen woran ich mich erinnere und wie er sich heute präsentiert hat."
Alice seufzte frustriert auf und sagte: „Ich verstehe dich ja, aber bitte versuch ihm eine Chance zu geben! Es wird bestimmt nicht leicht sein, aber vertrau uns, du warst hundertprozentig glücklich mit ihm." Lily wollte etwas einwerfen, doch Alice ließ dies nicht zu und fuhr etwas bittender fort: „Bitte beobachte ihn und frag dich von Zeit zu Zeit ob er sich vielleicht verbessert hat. Und wenn dies passieren sollte, bitte gib ihm eine Chance!" Lily richtete sich nun auf und musterte Alice die sie flehentlich ansah.
In dieser Zeit an die sie sich jetzt nicht mehr erinnerte musste er wirklich einen enormen Eindruck auf ihre Freundinnen ausgelöst haben, wenn diese ihn so erbittert verteidigten und versuchten sie dazu zu bringen ihm früher oder später eventuell doch noch eine Chance zu geben.
„Ich kann definitiv nichts versprechen, aber ich werde jetzt auch keinen Unbrechbaren Schwur leisten wo ich mich für immer gegen ihn entscheide!", sagte Lily mit einem Zwinkern.
Kapitel 548: Typisch James
Im Jungenschlafsaal lag James ärgerlich und etwas frustriert auf seinem Bett und wünschte sich sein störrisches Traummädchen hätte heute endlich mal ‚Ja' zu einer seiner Bitten doch endlich mal mit ihm auszugehen gesagt. Doch sie hatte natürlich jede Bitte hart und kalt zurückgewiesen.
Warum habe ich mich nur in dieses aufgeblasene Mädchen verliebt? Sie ist immer so kaltherzig und gemein zu mir, warum nur sehe ich mich so sehr danach von ihr mal angelächelt zu werden? Klar ich würde sie auch wirklich gerne mal ficken, doch das ist ganz bestimmt nicht der wichtigste Grund für mein Interesse an ihr.
Sirius der auf dem Bett direkt neben seinem saß fragte ihn jetzt: „Warum hast du dich heute so extrem dumm benommen? Du hättest sie bestimmt heute für dich gewinnen können, wenn du dich nur nicht so übertrieben ‚typisch James' benommen hättest!" James setzte sich auf und sagte wütend: „Ich habe mir wie immer große Mühe gegeben!"
Nicht nur Sirius lachte darauf, nein auch Remus und Peter mussten leicht kichern. James blickte seine Freunde böse an. „Lacht nicht, ich liebe sie und sie beschimpft mich ständig, das habe ich doch nicht verdient oder?", fragte er plötzlich traurig. Sirius nickte. „Natürlich hast du dass nicht verdient Krone, doch sie hat halt genau wie du Teile ihrer Erinnerungen verloren, du darfst ihr das nicht übelnehmen!" Peter sagte bittend: „Bitte kämpfe weiter um sie, du wirst sie bestimmt irgendwann für dich gewinnen!"
James verdrehte seine Augen und sprang dann auf. Mit einem Grinsen sagte er: „Natürlich werde ich weiter um sie kämpfen, doch für heute Nacht brauche ich erst einmal etwas weibliche Ablenkung." Er ging zur Tür aus dem Schlafsaal und sagte zu seinen Freunden: „Ich geh mal zum Schlafsaal der Mädchen und frag ob eine Lust auf eine Nacht mit mir hat!" Remus rief ihn jedoch zurück und stellte klar: „Wenn du das jetzt machst werde ich Lily demnächst mal um eine Verabredung bitten, mal sehen ob sie zu mir ‚Ja' sagt!?"
James sah seinen Freund entsetzt an und ließ die Klinke unsicher los. Einige Augenblicke vergingen, dann ging er mit wütenden Gesichtsausdruck zurück zu seinem Bett. „Du bist gemein!", sagte er und schmiss sich dann mit dem Gesicht voran auf sein Bett.
Remus grinste erleichtert, dass sein Trick funktioniert hatte.
Kapitel 549: Eine nächtliche Begegnung | Teil 1 (21.01.1977)
Mitten in der Nacht schlich sich James auf leisen Sohlen in den Gemeinschaftsraum. Er brauchte dringend etwas frische Luft, und wollte aber nicht den Schlafsaal durch ein Öffnen des Fensters abkühlen.
Als er nach einigen Augenblicken schließlich in der Fensterbank saß und die frische Nachtluft einatmete hörte er plötzlich Schritte und kurz darauf sah er Lily die gerade die Treppe von den Mädchenschlafsälen herunterkam. Sie schien ihn noch nicht bemerkt zu haben und kam, sich in den Augen reibend, auf ihn zu.
„Hi Lily!", sagte er mit einem leichten Grinsen.
Jeden Augenblick wird sie mich wieder wütend anfauchen und ich kann einmal mehr dieses herrliche Feuer in ihren Augen sehen.
- xxx -
Sie hob den Kopf und sah erst jetzt den Jungen mit den schwarzen verstrubbelten Haaren der wenige Meter vor ihr in der Fensterbank saß und sie angrinste. Für einige wenige Sekunden sahen sie einander stumm an, dann realisierte ihr Gehirn wen sie da vor sich hatte.
Du!? Meine Freundinnen halten recht viel von dir und behaupten wir wären sehr glücklich miteinander gewesen! Hmm…
„Potter, was machst du hier?", fragte sie immer noch etwas müde und deshalb nicht ganz so kühl und abweisend wie sie ihn noch am letzten Tag abgewiesen hatte.
- xxx -
James war irritiert, sie hatte ihn nicht angeschrienen oder wenigstens wütend gesagt er solle ihr Nachts nicht auflauern. Nein sie war vergleichsweise ruhig und schien ihn eher forschend als verächtlich zu beobachten. War das vielleicht seine einmalige Chance ihr etwas näher zu kommen oder sich wenigstens in ein besseres Licht zu rücken. Würde diese Begegnung für seine mögliche Zukunft an ihrer Seite von entscheidender Bedeutung sein?
„Lily …", sagte er leise und nervös.
Sie schaute ihn abwartend an.
Er schluckte und versuchte seine, plötzlich stärker werdende Nervosität unter Kontrolle zu bringen, doch er konnte nicht an sich halten und deshalb platze plötzlich etwas aus ihm heraus, was er noch nie zu einem Mädchen gesagt hatte. Zumindest soweit er sich erinnerte …
Er sagte mit stockender Stimme: „Ich liebe dich Lily!"
Kapitel 550: Eine nächtliche Begegnung | Teil 2
Lily musterte James etwas kritisch und fragte ihn dann: „Du denkst ich glaube dir das?" Sie bemühte sich nicht unfreundlich zu oder skeptisch zu klingen, zumindest erstes gelang er auch ganz gut. Er senkte seinen Kopf und murmelte leise: „Ich hatte es gehofft!" Sie schwieg dazu und setzte sich dann an einen Tisch ganz in der Nähe des Fensters wo er saß.
„Du bist naiv und viel zu optimistisch!", sagte sie nach einigen Augenblicken. Er hob wieder seinen Blick und glitt dann aus der Fensterbank und setzte sich ihr gegenüber an den Tisch. „Weißt du was Lily?", fragte er mit einem kurzen Blick in ihre Augen. Sie schüttelte den Kopf und so sagte James: „Obwohl es mir ziemlich absurd vorkommt, dass ich angeblich bereits etwas mit dir gehabt haben soll, mir gefällt der Gedanke, dass etwas von meiner Persönlichkeit in dir ist! Es verbindet uns auf eine Art und Weise wie nichts anderes in der Welt es könnte!"
Sie schloss kurz ihre Augen und fühlte dann plötzlich seine Hand die sich kurz auf ihre legte. Sie fühlte sich warm und seltsam vertraut an …
- xxx -
James konnte Lilys weiche Hand nur sehr kurz fühlen, dann entzog sie sich ihm und verschränkte sogar ihre Arme. „Fass mich nicht auf diese Weise an!", stellte sie zuerst klar. Sie klang jedoch immer noch nicht wirklich streng und böse. Das machte ihm etwas Hoffnung. „Lily, wenn ich keine Mädchen mehr treffen würde, könntest du dir dann vielleicht vorstellen mal mit mir auszugehen?", fragte er und lächelte sie so fröhlich und locker an, wie er nur konnte.
Wenn sie mich jetzt abserviert würde mich das tausendmal härter treffen als alle bisherigen Abweisungen zusammen. Bitte Lily sag etwas positives, selbst etwas kleines wäre besser als ein plumpes ‚Nein!' …
- xxx -
Lily sah den James eine lange Weile stumm an und dachte nach was (beziehungsweise ob überhaupt) sie ihm darauf antworten sollte.
„Das hat er doch bestimmt nicht so gemeint, er hatte sich wirklich verändert und du hast ihn auch tatsächlich gemocht!", dass hatte Katie gestern Abend gesagt. Da sie (so wie es aussah) alles was seit dem Ende der Sommerferien vor ihrem fünften Schuljahr passiert war, vergessen hatte, konnte sie ihren Freundinnen in dieser Hinsicht trauen? „Das ist aber echt eine dumme Frage, natürlich kannst du ihnen vertrauen!", sagte eine Stimme in ihrem Kopf die ziemlich entsetzt klang, dass sie etwas anderes überhaupt eine Sekunde lang in Erwägung gezogen hatte.
„Lily …", flüsterte James leise und erinnerte sie damit an seine Frage.
Wollte sie ihm jetzt eine Antwort geben? War er es wert, dass sie sich so viele Gedanken um ihn machte? „Ich kann definitiv nichts versprechen, aber ich werde jetzt auch keinen Unbrechbaren Schwur leisten wo ich mich für immer gegen ihn entscheide!", erinnerte sie sich an ihre eigene Worte. Schon Gestern hatten ihre Freundinnen es also im Prinzip geschafft sie dazu zu bringen ihm eine Chance zu geben.
„Also gut, …", begann sie ihm in Gedanken zu antworten. „… wenn du wirklich nur an mir Interesse hast und auch bereit bist mir dies zu beweisen, dann mach das. Vielleicht werde ich dann eines Tages mit dir ausgehen!", setzte sie ihren Satz laut fort.
