Kapitel 561: Völlig unerwartet aber umso schöner …
Als James am Morgen des 19. Junis Lily im Gemeinschaftsraum traf strahlte sie ihn an und schloss ihn ohne irgendetwas zu sagen in ihre Arme. Er erwiderte diese Geste, fragte sich aber gleichzeitig, warum sie heute so glücklich wirkte. Nicht das er etwas dagegen hätte sie zufrieden und glücklich zu sehen (das Gegenteil war der Fall), es war in den letzten Monaten nur zu einer Seltenheit geworden.
„Gibt es Neuigkeiten bezüglich deiner Eltern?", fragte er also sofort, weil er ahnte, dass nur das sie in eine solche Stimmung versetzen könnte. Sie nickte heftig mit den Kopf und sagte überglücklich: „Sie leben und bald kann ich sie auch besuchen!" James grinste und drückte Lily, einem spontanen Einfall folgend erneut fest an sich. Sanft sagte er: „Das sind wunderbare Neuigkeiten, ich bin so erleichtert, dass es ihnen gut geht!"
Nachdem sie sich wieder voneinander gelöst hatten sagte Lily zu seiner Verwunderung: „Ich mag… nein, ich denke ich liebe dich James!"
Er starrte sie mit großen Augen an, doch sie verschwand nicht, oder löste sich in Luft auf. Nein Lily hatte ihm wohl gerade wirklich einfach so mir nichts dir nichts ihre Liebe gestanden. „Lily, ich liebe dich auch!", flüsterte er und ergriff ihre Hände. Sie wusste nicht wie sie so plötzlich den Mut gefunden hatte das einfach so auszusprechen, doch sie genoss es wie James sie in seine Arme zog und sanft ihren Rücken streichelte.
Wahrscheinlich war es die pure Erleichterung das meine Eltern überlebt haben und seine Unterstützung der letzten Monate, weshalb ich mich in ihn verliebt habe.
James hob ihr Kinn sanft an und fragte dann mit zitternder Stimme: „Sind wir dann jetzt wirklich ein Paar?" Lily zwinkerte einige Nervositätstränen aus ihre Augen und nickte. Dann sagte sie mit roten Wangen: „Ja James, ich bin jetzt deine feste Freundin!" James lehnte seine Stirn an ihre und platzierte dann seinen Mund vorsichtig auf ihren.
„Ich liebe dich Lily!", flüsterte er.
„Ich liebe dich auch James!", murmelte sie glücklich.
Im Anschluss küssten sie sich zärtlich und besiegelten somit ihre neue (beziehungsweise wenn man ihren Freunden trauen konnte: ‚alte') Liebesbeziehung.
Kapitel 562: Nach dem Kuss
Nach einigen Augenblicken lösten sich James und Lily voneinander und sahen sich verlegen an. Etwas entfernt standen Sirius und Alice und grinsten beide. „Sie haben also endlich wieder zusammen gefunden!", bemerkte Sirius und legte einen Arm um seine Freundin. Alice nickte und legte auch einen Arm um Sirius' Hüfte. „Das einzige was am Ende noch gefehlt war, waren endlich gute Nachrichten wegen ihrer Eltern!", sagte Alice.
„Lily, ich liebe dich!", murmelte James und sah sein Traummädchen entzückt an. Sie lächelte ihn sanft an und sagte: „Danke für deine Gefühle, aber du bist definitiv nicht der einzige in dieser Umarmung der sich verliebt hat."
James grinste daraufhin und küsste sie noch einmal. „Es fühlt sich göttlich an dich zu küssen, wie es dann wohl erst wäre mit dir zu schlafen…", schwärmte er. Sie errötete heftig und presste ihren Kopf eng an seinen Oberkörper. „Denk nicht über so etwas nach, dass macht mich verlegen!", bat sie ihn leise. Er streichelte ihren Rücken und sagte zärtlich: „Engellein, erlaubst du mir dich zu deinen Eltern zu begleiten, wenn du zu ihnen darfst?", fragte James seine Freundin um vom Thema ‚möglicher-zukünftiger-Sex' abzulenken.
Lily löste sich etwas von ihm und nickte. Mit einem Grinsen fing sie an zu sprechen: „Natürlich musst du mich begleiten, erstens brauche ich dich dringend an meiner Seite, zweitens ich liebe dich und will dich deshalb ohnehin so oft wie möglich bei mir haben und drittens will ich meinen Eltern meinen neuen festen Freund vorstellen!" Das letzte sagte sie mit einem Zwinkern.
James dankte ihr und schlug dann vor jetzt doch zu Frühstück zu gehen. „Gute Idee, lass uns losgehen Schatz!", sagte Lily. Sie gingen also Hand in Hand zum Ausgang des Gemeinschaftsraums. Sirius und Alice folgten ihnen.
Kapitel 563: Eine stürmische Verlobung
Am frühen Morgen des 19. Junis hatte Frank sich am See mit Lexi verabredet. Seit einigen Monaten waren sie jetzt schon zusammen und heute wollte er ihre herrliche Beziehung auf eine ganz neue Ebene heben. Er zog sie zärtlich noch etwas näher zu sich und streichelte liebevoll über ihre Wange. „Süße, ich muss dich etwas wichtiges fragen!", begann er und kniete sich dann vor ihr ins leicht kühle Gras.
Sie stand direkt vor ihm und sah nun nervös zu ihm runter. „Frank, willst du …?", fragte sie stotternd. Er grinste und nickte. Dann griff er in die Innentasche seines Umhangs und zog eine kleine schwarze Schachtel hervor. „Lexi, wir sind Ende Januar zum ersten Mal miteinander ausgegangen und haben uns schon damals super verstanden, doch seitdem ist es nur noch besser geworden. Ich …", fuhr er fort, stoppte jedoch und griff Lexis weiche warme Hand. „Meine Gefühle für dich haben sich rasant vertausendfacht und inzwischen kann ich mir ein Leben ohne dich unmöglich länger vorstellen. Ich liebe dich mein Engel und will nie wieder von deiner Seite weichen, deshalb …"
Er öffnete die Schachte nun und hielt ihr den Goldring hin.
„… bitte ich dich mich zu heiraten! Bitte bitte werde meine Frau Lexi White!", endete er und senkte nun seinen Kopf und starrte angespannt auf seine Fußspitzen.
Lexi nickte sofort heftig und sagte laut: „Ich liebe dich auch Frank und ja, ich will deine Frau werden!"
Frank hob seinen Blick und versuchte zwischen den Freudentränen, die gerade seine Wangen hinab liefen, irgendetwas zu erkennen, doch war dies ganz schön schwierig. Sie würde ihn also heiraten, sie würde also tatsächlich seine Frau werden. Und er ihr Mann …
Zärtlich und mit zitternden Fingern steckte er ihr den Verlobungsring auf ihren linken Ringfinger und sagte dabei super liebevoll: „Ich liebe dich Lexi!" Als der Ring an ihrem Finger glänzte zog sie ihn zu sich hoch und sie umarmten sich sanft. Dann küssten sie sich und genossen einfach diesen stillen friedlichen Moment miteinander.
Kapitel 564: Ein Vorschlag
Als Cataleya am 19. Juni gerade mit ihren Freundinnen zum Frühstück ging schlug Maisie ihr plötzlich vor im Sommer doch mal mit ihrem Cousin Aiden Cousland auszugehen. „Er ist total nett und als er und meine Eltern mich zu Beginn dieses Schuljahres zum Bahnhof Kings Cross gebracht haben hat er dich gesehen und gesagt was für ein schönes Mädchen du doch bist. Außerdem würde er echt gerne eine Freundin haben und du bist doch seit der Trennung von Severus wieder Single, oder?"
Cataleya sah ihre Freundin überrascht an. Warum schlug sie so etwas vor, sie wusste doch, dass ihr die Trennung von Severus überhaupt nicht gefiel. Sie hatte es nur getan, weil er sie mehrmals betrogen hatte und keine Reue gezeigt hatte. „Warum sollte ich mich mit ihm treffen?", fragte sie leicht wütend.
Maisie schien den Frust und ihre Trauer in ihren Augen ablesen zu können, denn sie sagte sofort: „Tut mir Leid, ich wollte dich nicht an diesen Arsch erinnern!" Cataleya nickte, wollte jedoch trotzdem wissen, warum sie mit diesem Jungen ausgehen sollte.
Ihre Freundin kratzte sich verlegen am Kopf und meinte: „Ist wirklich nicht so wichtig, war dumm von mir etwas bezüglich ihm zu sagen!" Cataleya blieb stehen und sah Maisie böse an. „Sag mir warum! Komm schon, du hast ihm doch bestimmt sowieso schon versprochen mit mir darüber zu reden, oder?", fragte sie. Maisie wurde leicht rot, nickte aber. Sofort darauf bat sie sie: „Bitte sei mir nicht sauer Cate!"
Cataleya zwang sich zu einem kleinen Lächeln und sagte: „Es ist schon in Ordnung, doch jetzt bitte sag mir was Aiden so besonders macht!"
Maisie sagte sofort ohne einen Augenblick zu zögern: „Er ist absolut ehrlich und kann überhaupt nicht lügen! Wenn du mit ihm zusammenkommen würdest, würde er dich garantiert niemals betrügen. Das schwöre ich bei meinem Leben!"
Cataleya drehte sich von ihre Freundinnen weg und sah an die leere Wand ihnen gegenüber. Sie hatte auch Severus absolut vertraut und wohin hatte sie das geführt!? Sie versuchte sich an diesen Jungen, den sie angeblich im letzten Sommer gesehen hatte, zu erinnern.
„Vielleicht werde ich mit ihm ausgehen!", sagte sie zögerlich.
Hmm… ein treuer Junge, das klingt zwar nicht schlecht, aber will ich überhaupt sobald wieder einen Freund!?
Kapitel 565: Gedanken an gestern Abend
In der Eingangshalle wartete Thea auf ihren neuen festen Freund Remus Lupin. Seit gestern Abend waren sie ein Paar, sie grinste bei der Erinnerung an ihr Zusammenkommen. Wie er da nervös vor ihr an dem Bücherregal gelehnt gestanden hatte und ihre Hand gestreichelt hatte.
„Ich habe mich in dich verliebt Thea!", hatte er zu ihr gesagt und derweil auf seine Schuhspitzen gesehen. Sie fasste sich an ihren Bauch, denn bei dem bloßen Gedanken an das Kribbeln welches sie direkt nach diesen Worten in ihrem Bauch gefühlt hatte, ließ sie erzittern. Jetzt kamen noch mehr Erinnerungen hoch …
Sie versuchte das Ziehen in ihrer Magengegend unter Kontrolle zu bringen, doch das gelang ihr nur schwerlich. Fest schlang sie den Jungen der vor ihr stand in ihre Arme und brachte stotternd hervor: „Ich habe mich auch in dich verliebt Remus, schon vor Monaten …" Sie fühlte wie eine schwere Last von ihren Schultern genommen wurde, als sie diese Worte aussprach. Es war herrlich dieses schöne Leuchten in seinen Augen zu sehen …
Von diesem Anblick überwältigt legte sie ihm eine Hand an seine Wange und streichelte ihn zärtlich. „Ich liebe dich Remus!", flüsterte sie und platzierte dann vorsichtig einen leichten Kuss auf seine weichen Lippen.
Von diesen Erinnerungen überwältigt wurden ihre Wangen ziemlich warm und sie schloss zufrieden die Augen. Als nächstes dachte sie daran, was nach diesem ersten Kuss passiert war.
Einige Sekunden später löste sie sich wieder von ihm und sah ihn mit tiefroten Wangen an. „Ich ähm…", stotterte er und strich nervös über ihren Rücken. „Thea, das hat sich wunderschön angefühlt!", sagte Remus schließlich und streichelte mit seinem Daumen ihre Wange. Sie hatte das Gefühl zu schweben, so angenehm kam es ihr vor. „Remus …", fing sie mit heftigem Herzrasen an. „Hmm?", murmelte er und fuhr mit seinen Streicheleinheiten fort.
Sie dachte noch ein letztes Mal nach, dann sagte sie aber (nach nur wenigen Augenblicken): „Ich will eine Beziehung mit dir, und du?"
Er hatte zugestimmt und so waren sie zum Paar geworden. Sie saß plötzlich wie er mit zwei seiner besten Freunde die Marmortreppe herunterkam. Sie winkte ihm zu und ging ihm entgegen.
Kapitel 566: Theas neuer fester Freund
Thea rannte auf Remus zu und schlang ihn fest in ihre Arme. „Guten Morgen Liebling!", sagte sie und gab ihn dann einen scheuen Kuss. So etwas vor seinen Freunden zu machen, machte sie ziemlich nervös, doch sie sollte sich daran gewöhnen, denn sie war ja jetzt seine feste Freundin. Er erwiderte ihren Kuss und streichelte über ihren Unterarm.
„Hi Thea, guten Morgen!", sagte er und wandte sich dann an seine Freunde: „Sirius, Peter, darf ich euch meine erste feste Freundin vorstellen!", sagte er und deutete auf sie. Mit einem nervösen Lächeln wandte sie sich jetzt seinen Freunden zu und sagte: „Hi!" Sirius grinste und sagte fröhlich: „Hi Thea, es ist schön zu sehen, dass er auch mal endlich eine Freundin hat!" Peter nickte ihr nur zu und sagte aber ansonsten nichts.
Sie drehte sich wieder zu Remus um und hielt ihm ihre Hand hin. „Magst du heute bei mir und meinen Freundinnen essen, ich würde ihnen gerne meinen ersten Freund zeigen." Remus nickte und ergriff ihre Hand. „Natürlich Liebes, lass uns losgehen!", sagte er und verschränkte seine Finger mit ihren.
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Beim Frühstück saß Remus bei seiner neuen Freundin. Jedes Mal wenn er das Wort ‚Freundin' dachte fühlte er sich ziemlich seltsam, aber auf der anderen Seite unbeschreiblich glücklich. Ich habe eine Freundin, ein Mädchen das mich liebt … Er legte ihr vorsichtig eine Hand auf die Beine und streichelte sie dort liebevoll. Er war unbeschreiblich glücklich darüber, dass sie ihn nach ihrem gestrigen Kuss gefragt hatte ob er sich eine Beziehung mit ihr vorstellen könne, denn er selbst hätte das wahrscheinlich nie gemacht. Er wäre nicht mutig genug gewesen …
„Thea …", murmelte er leise und fasste ihr derweil versehentlich etwas zu tief zwischen ihre Beine. Sie zuckte überrascht zusammen und drehte sich zu ihm um. „Remus, was soll …!?", fragte sie irritiert.
Kapitel 567: Upps… „Entschuldigung!"
Remus zog seine Hand sofort zurück und entschuldigte sich bei seiner Freundin. „Ich habe das nicht absichtlich gemacht, bitte sei mir nicht böse!", sagte er und sah sie bittend an. Sie musterte ihn kurz, dann lächelte sie leicht und sagte: „Ist schon okay, aber wolltest du mich etwas wichtiges schreiben?" Remus zögerte, doch nach einigen Sekunden fragte er: „Im kommenden Sommer, werde ich dich besuchen dürfen?"
Thea nickte sofort und sagte: „Natürlich musst du mich besuchen und ich will auch dich besuchen, immerhin gehören wir ab jetzt fest zusammen, da sollten auch unsere Familien vom aktuellen Stand erfahren!" Remus lächelte schüchtern und sagte: „Das hört sich einerseits sehr gut an, aber bestimmt werde ich supernervös sein." Thea kicherte und lehnte sich leicht an ihn. „Ich empfinde genauso, aber mit dir an meiner Seite werde ich es sicherlich hinbekommen!", sagte sie sanft und küsste ihn dann.
Nach dem Essen ging Remus mit Thea noch kurz zum Gryffindortisch um auch James seine neue wunderbare Freundin vorzustellen. „Krone …", sprach er ihn an und tippte ihm und Lily kurz auf die Schulter. Also hatten Sirius tatsächlich die Wahrheit gesagt, James und Lily waren also wirklich wieder zusammen. Sein Freund drehte sich zu ihm um und sagte: „Guten Morgen Moony!" Remus zeigte auf Thea und fragte etwas nervös: „Haben dir Sirius und Peter bereits erzählt, dass ich jetzt eine feste Freundin habe?" James nickte und sagte: „Ja, eben gerade haben sie mir davon erzählt!" Er grinste und wandte sich dann an Thea. „Ich freue mich für Euch beide, Glückwunsch!"
Thea dankte ihm und fragte dann neugierig: „Und du und Lily, seit ihr auch erneut ein Paar?"
Lily (die sich inzwischen auch umgedreht hatte), sagte mit einem leichten Rotschimmer auf ihren Wangen: „Ob wir ‚erneut' zusammen sind, kann ich nicht sagen, da ich mich an nichts aus den letzten zwei Jahren erinnere, aber jetzt sind wir auf jeden Fall ein Paar." Lily lehnte sich zärtlich an James und ergänzte: „Ich liebe dich James!" Remus' bester Freund drehte sich zu Lily um und gab ihr einen kurzen Kuss. „Ich liebe dich auch Lily!", flüsterte er nachdem sie sich wieder voneinander gelöst hatten.
Remus grinste seinen besten Freund an und drehte sich dann wieder Thea zu. „Lass uns vor dem nächsten Unterricht etwas raus in die Sonne gehen, okay?" Sie lächelte und nickte. „Gerne Remus!", sagte sie und legte einen Arm um seine Hüfte.
Hand in Hand verließen Remus und The die Große Halle.
Kapitel 568: Sorgen um einen Brief
Am späten Nachmittag lagen Blair und Max zusammen am See in der Nähe der Weide und sprachen miteinander über einen Brief den sie zum Frühstück von ihrer Mutter bekommen hatte. Gerade sagte sie: „Es ist seltsam, dass sie meinen ‚Vater' erwähnt, immerhin haben die sich schon vor über zehn Jahren getrennt und seitdem habe ich nie wieder irgendetwas von ihm gehört!" Max streichelte ihre Hand und sagte: „Das ist seltsam, aber sie hat ja nichts genaues geschrieben, oder? Das einzige was wir wissen ist, dass er bei ihr gewesen war!"
Blair nickte und setzte sich dann auf. Mit einen unruhigen Blick hinaus auf den See murmelte sie: „Das ist ja der Grund warum ich besorgt bin, vielleicht hat es eine heftige Auseinandersetzung gegeben oder er hat sie mit etwas bedroht!?" Max verzog das Gesicht und bemerkte: „Das wäre schrecklich, aber warum sollte er?" Blair wusste daraufhin keine Antwort, deshalb kramte sie den Brief erneut aus ihrer Schultasche und las ihn ein weiteres Mal vor.
Liebe Blair!
Ich hoffe dir und deinem Freund geht es gut. Ich freue mich wirklich unglaublich ihn im Sommer kennenzulernen! Ich bin gespannt ob er ein besserer oder schlechterer Junge als Regulus ist.
Eine Sache muss ich dir dringend schreiben, weil sie mich sehr beschäftigt. Vor einigen Tagen stand dein Vater plötzlich vor meiner Haustür und hat mich gebeten mich mit ihm zu unterhalten …
Es ist alles so seltsam …
Bis in einer Woche, ich freue mich schon dich wiederzusehen!
Liebe Grüße
Mama
Max hatte den Brief schon einige Male selbst gelesen und sie hatte ihn auch schon häufig vorgelesen, doch jedes Mal klang er ziemlich seltsam. Ihre Mutter schrieb komisch, schwankend, fast so als wüsste sie selbst nicht ganz genau, was sie eigentlich sagen will oder sich zumindest Sorgen macht, dies aber nicht offen zugeben will.
„Meinst du sie könnte in Gefahr sein?", fragte Max seine Freundin.
Diese zuckte mit den Schultern und meinte: „Vielleicht …"
Kapitel 569: Ein seltsames Treffen | Teil 1
Bethany fühlte sich sehr seltsam sich nach 12 Jahren wieder mit Howard zu treffen. Sie hatten sich seit ihrer Scheidung nicht ein einziges Mal gesehen und nun war er plötzlich wieder in ihrem Leben. Sie sah sich nervös um, doch noch konnte sie ihn nirgends entdecken. Vielleicht war es ja auch nur ein Traum gewesen, vielleicht war er am letzten Montag gar nicht bei ihr gewesen und hatte sie gebeten sich mit ihm einmal in Ruhe zu unterhalten? Nein, das konnte sie sich nicht eingebildet haben, warum hätte sie auch, ihr lag nichts mehr an ihm …
Einige Augenblicke vergingen, dann hörte sie plötzlich sich nährende Fußschritte. Sie zuckte zusammen und sah auf. Ein junger gut aussehender Mann kam auf ihren Tisch zu und blieb schließlich gegenüber von ihrer Seite stehen und sah sie stumm an. Dieser Blick weckte hunderte von Erinnerungen und Gefühlen aus ihrer Vergangenheit. Eine von diesen Eindrücken war so realistisch, dass sie das Gefühl hatte zurück durch die Zeit gerissen zu werden.
Sie stand am Rand des Sees bei der alten Weide und blickte hinaus auf das graue kühle Wasser. Es würde noch Monate brauchen, bis es warm genug sein würde um hier wieder schwimmen zu gehen, doch für sie würde es dank der Tatsache das sie schwanger war noch etwas länger dauern. Vielleicht würde sie sogar erst nächsten Sommer wieder schwimmen können, denn das Kind sollte im Juli kommen und wer weiß ob sie im September dann schon wieder fit genug sein würde um sich so anzustrengen.
Sie lächelte und schob sich eine Hand unter ihr T-Shirt, dann sagte sie leise: „Ich werde Mutter werden, das klingt so seltsam aber gleichzeitig so wunderbar …" In genau diesem Moment hörte sie plötzlich eine vertraute Stimme hinter sich sagen „Hi Bethany, dürfte ich kurz mit dir sprechen?"
Sie drehte sich um und sah Howard (einen Mitschüler und den Jungen mit dem sie im letzten Herbst zum ersten und bisher einzigen Mal mit einem Jungen geschlafen hatte). „Natürlich, ich genieße jede Unterhaltung mit dir!", sagte sie und lächelte nervös. Seit ihrem Sex letztes Jahr hatten sie sich nach und nach immer häufiger getroffen und sie hatte sich langsam aber sicher in ihn verliebt. Er trat jetzt auf sie zu und griff nach ihren Händen, dann flüsterte er leise und mit zitternder Stimme: „Ich habe mich in dich verliebt Bethany!"
Sie schüttelte leicht ihren Kopf um diese Bilder und Gefühle aus ihrem Kopf zu bekommen. Ja, damals war sie verliebt gewesen, doch jetzt war sie es nicht länger. Sie sah Howard also direkt in die Augen und fragte ihn: „Was willst du von mir? Warum bist du 12 Jahre nach unser Scheidung zu mir zurück gekommen? Und warum …" Sie stoppte, weil er sie weiterhin nur stumm ansah. Sie versuchte etwas aus diesem Blick zu lesen, doch war sie sich nicht sicher, was er gerade jetzt empfand.
„… schaust du mich so an als würdest du mich noch immer lieben?", beendete sie ihre letzte Frage und deute auf den Stuhl ihr gegenüber. Er zögerte einige Augenblicke, dann setzte er sich und faltete seine Hände vor sich auf dem Tisch.
Kapitel 570: Ein seltsames Treffen | Teil 2
Howard fühlte sich leicht merkwürdig wieder bei Bethany zu sein. Vor ihrem sehr sehr kurzen Treffen (eigentlich konnte man ihre Mini-Unterhaltung an ihrer Wohnungstür nicht einmal als Treffen bezeichnen), hatte er sie 12 Jahre lang nicht mehr gesehen und dennoch auf einer gewissen anderen Art fühlte sich ihre Nähe sehr vertraut an.
Kein Wunder, wir waren immerhin über zwei Jahre verheiratet und haben zusammen gewohnt. Er wusste zwar, dass sie sich damals einvernehmlich getrennt hatten, doch trotzdem bedauerte er inzwischen, dass es dazu gekommen war. Sie hatten einfach zu verschiedene Vorstellungen vom Leben allgemein gehabt, deshalb war ihre Ehe nicht so gut verlaufen, also war eine Trennung wahrscheinlich unvermeidlich gewesen. Er seufzte und hob nun seinen Blick. Ihre Augen waren noch genauso schön wie damals, echt kein Wunder, dass ich seit unserer Trennung nie etwas mit einer anderen Frau anfangen konnte.
„Bethany, ich habe dich vermisst!", sagte er als erstes. Sie verzog leicht das Gesicht und wollte etwas erwidern, doch er fuhr schon fort: „Ich weiß wir sind nicht länger zusammen, obwohl wir uns offiziell nie geschieden haben, aber ich habe dich trotzdem schrecklich vermisst." Sie verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust und sagte: „Ich glaube dir nicht!" Er lächelte und sagte etwas leiser: „Es ist auch absurd, aber lass mich zunächst einmal deine drei Fragen beantworten." Sie nickte und stützte ihren Kopf jetzt auf ihre Arme ab. Gleichzeitig sah sie ihn mit einem forschenden Blick an.
Er räusperte sich und begann zu sprechen. „Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was genau ich von dir will, aber möglicherweise einen Neuanfang. Warum ich nach 12 Jahren zu dir zurück gekommen bin hängt eng mit der Antwort auf Frage 1 zusammen. Ich habe nach vielen Jahren der Trennung und des ‚alleine-durch-die-Welt-streifens' festgestellt, dass ich nicht länger alleine sein will, außerdem habe ich es nie geschafft etwas mit einer anderen Frau anzufangen. Bezüglich dieser Erkenntnis kann ich dir auch gleich deine letzte Frage beantworten …" An dieser Stelle zögerte er kurz und hielt ihr dann eine seiner Hände hin. Leicht legte sie ihre Fingerspitzen auf seine.
Leise und ihr in die Augen blickend flüsterte er: „Ich glaube meine Liebe zu dir ist nie erloschen, nur deshalb konnte ich nie eine Beziehung mit einer anderen Frau eingehen und bin zu dir zurückgekommen. Vielleicht ging es dir ja ähnlich und du konntest mich auch nicht vergessen, ich weiß es nicht, aber jetzt bin ich auf jeden Fall hier, also …" Er stoppte und sah sie nervös und voller alter Erinnerungen und Gefühle an.
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Bethany musste nach seiner Beantwortung ihrer Fragen lächeln. Er war immer noch genauso offen und ehrlich was seine Ideen und Wünsche anging wie früher. „Einen Neuanfang?", fragte sie und streichelte ganz leicht über seine Finger. Er nickte und lächelte sie leicht an.
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Nach fast einer halben Stunde in der sie sich nur stumm angesehen hatten und sich gegenseitig ihre Fingerspitzen gestreichelt hatten, sagte sie mit nervöser aber ruhiger Stimme: „Okay, lass es uns ein zweites Mal versuchen!" Er strahlte sie an und griff dann ihre ganze Hand. „Dann sind wir ab jetzt wieder ‚offiziell' zusammen?", fragte er. Sie nickte ernst und sagte: „Ja, das sind wir, aber es wird vermutlich trotzdem noch etwas dauern bis es sich wieder wie damals anfühlt!" Er stand auf und ging um den Tisch herum zu ihr. Dann setzte er sich neben sie und legte vorsichtig einen Arm um sie. „Bethany ich liebe dich!", flüsterte er und gab ihr einen sanften Kuss. Sie erwiderte diesen und murmelte unsicher aber trotzdem glücklich: „Ich liebe dich auch Howard!"
