War of Independence

Prolog

"Am elften Tag, des neunten Monats, des ersten Jahres des nächsten Milleniums,

werden die Brüder aus Glas und Eisen fallen.

Sie werden gefällt von selbstgerechten Kriegern.

Selbstgerechten Kriegern des Glaubens.

Der Fall der Brüder wird der Beginn einer neuen Epoche sein.

Sie wird aber beginnen im Krieg.

Der Krieg wird vier Kämper hervorbringen,

die die Welt aus dem Chaos des Krieges führen.

Ein Mann, der Anführer,

eine Frau, die Waffenschmiedin,

eine Frau, die Kriegerin,

eine Frau der Magie.

Sie werden Hilfe haben.

Eine Frau halb Mensch, halb Tier,

neun Kriegerinnen aus längst vergessener Zeit,

alte und neue Freunde.

Sie werden den Krieg beenden.

Sie werden die Menschheit ins Licht führen.

Sie werden die Menschheit in neue Sphären führen.

Sie werden die Welt retten."

Die letzte Prophezeiung des Nostrodamus

Versteigert 1977 bei Suthebys in London für 1,5 Millionen Pfund

derzeit im Besitz von Setsuna Meiou



15. Januar 2002

Wer sich das Meer vor der japanischen Insel Hutschijo, 250 Kilometer südlich von Tokio, ansah würde sich ohne weiteres fragen, was los war. Dort in internationalen Gewässern fuhr die größte Ansammlung militärischer Hardware, seit dem Zweiten Weltkrieg, auf die 75 Kilometer weiter südlich liegende Insel Aogaschima zu. Wer richtig aufpasste konnte erkennen, aus was für Schiffe die internationale Flotte bestand.

Allen voran waren die Amerikaner. Die US Navy war mit vier Trägerverbänden, den Verbänden um die Träger NIMITZ, EISENHOWER, ENTERPRISE und JOHN F. KENNEDY, ihrem einzigen noch verbliebenen Schlachtschiff, der ALABAMA, und zehn Jagd-U-Booten der LOS-ANGELES-Klasse beteiligt. Dann kamen die Franzosen mit dem einzigen nicht-amerikanischen Atomflugzeugträger, ihrer CHARLES DE GOULE, samt Begleitverband und zehn zusätzlichen AEGIS-Kreuzern. Die Briten waren ebenfalls dabei. Mit fünf ihrer kleinen Harrier-Trägern samt Begleitverbänden und fünf Jagd-U-Booten der Trafalger-Klasse. Die Russen waren mit zwei atombetriebenen Kreuzern, zehn Diesel-U-Booten der Kilo-Klasse und einem strategischen Atom-U-Boot der Akula-Klasse mit von der Partie. Die beiden Staaten an die man bei einer solchen Armada von Schiffen eher nicht dachte waren Indien und die Bundesrepublik Deutschland. Die Inder hatten ihren einzigen Trägerverband abgestellt, die Deutschen sechs AEGIS-Fregatten, einen Zerstöhrer und ihren Versorger BREMEN.

Seit einem Monat hatte sich die Flotte vor Tokio gesammelt, um heute einen Angriff auf Aogaschima zu führen. Aogaschima war seit etwa zwei Monaten von Aliens besetzt, deren Namen man nicht kannte. Sie hatten in dieser Zeit immer wieder die anderen japanischen Inseln angegriffen. Besonders stark hatte es Tokio getroffen.

Aber niemand sah etwas von der Flotte, außer einigen Positionslichtern am Horizont. Es war sieben Uhr Ortszeit und die Sonne war grade eben aufgegangen.

Über der Flotte flogen insgesammt 6 CAW (Carrier Air Wings), insgesammt mehr als einhundert Flugzeuge. Zu den sechs Träger-Geschwadern kamen noch einmal zwei Amerikanische Geschwader. Das 366. und das 104. Geschwader der US Air Force, sowie ein Geschwader der japaischen JSDF. Alle Flugzeuge flogen nun schwer mit Waffen beladen auf ihr Ziel zu. Dreihundert Flugzeuge, etwa so viele wie 1941 beim Angriff auf Perl Habour.

Was zu diesem Zeitpunkt niemand wußte, war, daß es ein ebensolches Desaster werden würde, aber nicht auf Seiten der Aliens.

Genau um halb sieben erreichten die Flugzeuge ihr Ziel. Sattelitenbilder hatten die Stellungen der Aliens gezeigt und die Einsatzplanung war dementsprechend vorgegangen. Einige Sekunden nach erreichen der Ziele warfen die zwölf B-1B des 366. und 104. ihre Bombenlast aus jeweils 78 Mk- 82 500 Pfund-Vielzweckbomben ab, um einige der Gebäude auf der Insel zu zerstöhren.

Dann folgten die Jagdbomber, die Paveway III und Clusterbomben abwarfen. Nachdem die Flugzeuge ihre Bombenlast abgeworfen hatten, flogen sie wieder auf den Verband zu.

Ein amerikanischer und ein russischer Aufklährungssatellit lieferten die Bilder von Aogaschima an die ALABAMA, in der sich die Kommandozentrale der Flotte befand. Die versammelten Admiräle hielten den Atem an als sie sahen, was passiert, oder besser, was nicht passiert war. Kein einziges Ziel des ersten Anfluges der Bomber und Jagdbomber war zerstöhrt worden.

Wer um acht Uhr im Lagezentrum der ALABAMA stand, vor dem breitete sich folgende Geräuschkulisse aus.

"Admiral Dwight, der Zerstöhrer EMDEN meldet mehrere Luftkontakte."

"Von wo?"

"Süden."

"Ich will eine Computerdarstellung."

Oh ja, die ALABAMA besaß einen der modernsten Befehlsstände der Welt und die Computerpower eines CRAY IV Supercomputers.

Auf einem Plasmabildschirm, der vorher die Bilder der Satelliten gezeigt hatte, war jetzt eine Computerdarstellung zu erkennen. Die blauen Punkte stellten die Schiffe der Flotte, die blauen Dreiecke die Flugzeuge der Träger dar. Die roten Dreiecke die Luftfahrzeuge der Aliens.

"Oh mein Gott!"

Auf dem Bildschirm waren eine Unmenge von roten Dreiecken zu erkennen. Eine Zahl am oberen Bildrand schnellte in die Höhe und blieb bei etwa vierhundert stehen.

"Objekte nähern sich mit zweihundert Knoten."

"Voller Alarm für die Flotte. Gegenmaßnahmen einleiten."

Überall auf den Schiffen leifen die Verteidigungssysteme an. Die AEGIS- Systeme der insgesammt 36 AEGIS-Kreuzer schalteten auf den Armageddon-Modus um, das hieß, daß das kybernetische AEGIS-System der Kreuzer die Verteidigung der Schiffe selbst übernahm und so schnell reagierte, wie es kein Mensch konnte.

Innerhalb weniger Sekunden jagten nahezu hundertfünfzig RAM-Lenkwaffen von den Vorderdecks der Kreuzer auf die Aliens zu. Gleichzeitig wurden auch die Verteidigungssysteme der anderen Schiffe akitivert und warteten ab.

Die Jäger, die sich noch in der Luft befanden, verließen ihre Warteschleifen und jagten hinter den RAM's her.

In Washington saß der Präsident der USA, George W. Bush, im Oval Office, während der Kampf der Flotte begann. Neben ihm waren die Mitabeiter seines Stabes anwesend. Er hatte grade die Bilder von Aogaschima gesehen und dachte nach. Sein Stabschef hatte einen Telefonhöhrer am Ohr.

"Mr. President?"

Bush hob den Kopf um seinen Stadschef anzusehen.

"Ja?"

"Die Flotte wird von den Aliens angegriffen."

"Danke."

Damit senkte er wieder den Kopf und schloß die Augen. Es blieb einige Minuten ruhig.

"Sir, wir haben die NIMITZ verlohren."

Bush atmete tief durch und hob wieder den Kopf.

"Setzen sie 'Thor's Hammer' ein."

"Ja, Sir."

Mehrere hunderttausend Kilometer von der Erde entfernt, im Librationspunkt L3, dort wo sich die Gravitationskräfte von Erde und Mond aufhoben, schwebte seit Ende der sechziger Jahre des Zwanzigsten Jahrhunderts ein etwa hundert Meter durchmessender Asteroid. Sein Name: Thor's Hammer.

Anfang der siebziger war er von einem Astronom der US Air Force entdeckt worden, Captain Archibald Thor. Er hatte die Idee verfolgt die Zerstöhrungswirkung einer Atombombe ohne Einsatz einer solchen nachzuahmen. Seine Idee stieß nicht auf taube Ohren.

Mitte der siebziger startete die Air Force innerhalb weniger Stunden zwei Saturn V Raketen von Vandenburg aus. Eine der Raketen trub das Kommandomodul das eigentlich für Apollo 20 vorgesehen war. Ihr Ziel war der Asteroid 'Thor's Hammer'. Sie verankerten die letzte Stufe der zweiten Saturn V auf dem Asteoiden und verwandelten ihn so in eine tödliche Waffe. Jetzt wurde sie Aktiviert. Von NORAD aus kam der Aktivierungsimpuls, das Triebwerk zündete und schob den Asteroiden auf eine Bahn auf die Erde. Das Ziel war in NORAD bestimmt worden. Es war die japanische Insel Aogaschima.

Der Kampf bei Hutschijo war kurz und endete mit der Niederlage der internationalen Flotte. Alle Schiffe waren von den Aliens versenkt worden. Es gab keine Überlebenden. Die Aliens waren nach dem Sieg nicht zu ihrer Basis auf Aogaschima zurückgekehrt. Im Gegenteil. Sie begannen eine Großoffensive gegen den Rest der Welt.

Am Abend dieses Tages erhellte ein strahlener Punkt die Nacht über dem Pazifik. Thor's Hammer trat in die tiefere Erdatmosphäre ein und verdampfte zu einem Viertel. Der Rest des Asteroiden stürtze auf Aogaschima und schlug mit der Kraft einer fünfzig Megatonnen schweren Wasserstoffbombe in die Oberfläche des Planeten. Gewaltige Staubmassen wurden in die Atmosphäre geschleudert. Das letzte Mal war so viel Staub nach dem Ausbruch des Krakatao in der Atmosphäre. Die Aliens hatten ihre Basis auf Aogaschima verlohren, aber sie waren nicht besiegt.



Setsuna Meiou a.k.a. Sailer Pluto stand vor dem Time Gate und starrte auf die Bilder, die sich vor ihr abspielten. Das würde in zwanzig Jahren geschehen, nach dem am elften September 2001 die Türme des World Trade Centers nach Anschlägen von El Kaida in sich zusammengebrochen waren. In ihrem Kopf spukte noch die letzte Prophezeiung von Nostradamus herum. Er hatte mit seinen Prophezeiungen bisher immer recht gehabt, fast. Aber konnte er sich so täuschen?

Hinter ihr materialisierte eine Gestalt auf purer weißer Energie.

"Keine Angst, es wird nie dazu kommen," sagte die Gestalt, nachdem Setsuna herumgefahren war.

"Wer..."

Die Gestalt unterbrach sie und lächelte.

"Ein Freund."

Damit verschwand die Gestalt.