Chapter 03 – Nightmares.
Bulma wurde mitten in der Nacht wach. Zuerst wusste sie nicht, warum, dann hörte sie seine Stimme. Überrascht setzte sie sich im Bett auf und sah Vegeta an. Er schlief. Aber er schien einen Alptraum zu haben. Ganz leise murmelte er etwas vor sich hin.
Bulma überlegte, was sie jetzt tun sollte. Schweißperlen standen auf seiner Stirn, seine Hand verkrampfte sich um das Bettlaken. Vielleicht sollte sie ihn wecken. Vegeta stöhnte und murmelte etwas in einer fremden Sprache, die sie noch nie zuvor gehört hatte. Die auch vermutlich keine Sprache von der Erde war.
Sie beschloss, ihn aufzuwecken. Was auch immer ihn da quälte, es war ganz offensichtlich ein Alptraum. „Vegeta!" flüsterte sie und rüttelte an seiner Schulter. Als er nicht wach wurde, machte sie es nochmal und schüttelte ihn stärker. „Vegeta, wach auf!"
„Frieza!!!" keuchte er und sein Oberkörper schoss in die Höhe. Die Bewegung kam so plötzlich, dass Bulma erschreckt zurückwich. Er war wach. Einen Moment lang blieben seine Muskeln angespannt, dann sackte er in sich zusammen und krümmte sich, versuchte, zu Atem zu kommen.
Bulma legte vorsichtig eine Hand auf seine Schulter. „Es war nur ein Traum.", sagte sie vorsichtig. Sie wusste, wie empfindlich er sein konnte und sie wollte ihn nicht verärgern. Aber sie kannte seine Geschichte, Goku hatte ihr alles erzählt. Freezer hatte seinen Heimatplaneten zerstört, ihn sozusagen versklavt. Kein Wunder, dass er Alpträume hatte. „Du bist auf der Erde, Freezer ist tot.", flüsterte sie und nahm vorsichtig seine Hand.
Er atmete tief ein, dann wurde er ruhig. Einen Moment lang war es still, dann antwortete er mit rauer Stimme: „Ich weiß." Langsam richtete er sich wieder auf und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Er hob den Kopf und sah aus dem Fenster, dann drehte er den Kopf und richtete seinen Blick auf sie. Bulma wusste nicht, was sie von ihm zu erwarten hatte, jetzt, da er wieder bei Sinnen war. Sie hatte ihn in einem Augenblick der Schwäche gesehen, vermutlich war das kein sehr angenehmes Gefühl für ihn. Ihm schien genau das gleiche durch den Kopf zu gehen, während er sie anstarrte.
Aber zu ihrer Überraschung entschied er sich, ihr zu vertrauen. Er sagte nichts aber er drückte ihre Hand, die noch immer in seiner lag und ihre Finger verschränkten sich ineinander. Es war die erste vertrauliche Geste, die sie von ihm erlebte. Es fühlte sich gut an. „Alles in Ordnung?", fragte sie ihn.
„Natürlich.", antwortete er grob. „Es war nur ein Traum. Wir sollten schlafen gehen." Bulma wusste, dass es viel mehr als ein Traum gewesen sein musste.
Seine Hände zitterten immer noch.
Wieder einmal waren Bulma's Eltern nicht zu Hause und die arme zukünftige Erbin der Capsule Corporation musste die Arbeit ganz alleine machen. Langsam hatte sie wirklich den Verdacht, dass ihre Eltern gar nicht auf Geschäftsreisen fuhren sondern in Wirklichkeit Urlaub auf Hawaii machten. Das würde auch den Bikini erklären, den ihre Mutter eingepackt hatte.
Aber nun waren sie weg und Bulma hatte sich die Arbeit aufhalsen lassen. Draußen dämmerte es bereits und sie saß immer noch an ihrem Schreibtisch und brütete über den Zahlen. Und das schon seit 7 Uhr morgens. Aber wenigstens hatte sie keinen schönen Sommertag verpasst, es regnete schon seit sie aufgestanden war, es war so ein richtiger Regentag gewesen.
Als sie merkte, dass die Sonne schon unterging, klappte sie die Bücher zu und entschloss sich, Feierabend zu machen. Sie hatte jetzt wahrlich lange genug geschuftet. Also verschloss sie ihr Büro und machte sich auf den Weg zu dem Teil der Capsule Corporation, der für die Arbeiter nicht zugänglich war.
Auf ihrem Weg dorthin lief ihr einer der Arbeiter über den Weg, der offensichtlich auch Überstunden gemacht hatte. Sie kannte ihn nicht, was bedeuten musste, dass er erst seit kurzen bei der Capsule Corporation war. Die meisten der Angestellten arbeiteten nämlich im Hauptsitz der Firma in Satan City. Und er wusste offensichtlich auch noch nicht, wen er da vor sich hatte. Denn als er sie sah, pfiff er durch die Zähne und meinte: „Na sieh mal einer an, was für eine Frau! Ich wusste nicht, dass so was auch hier arbeitet!"
Bulma gefielen solche Töne gar nicht, von ihren Angestellten erwartete sie sich Respekt. Deswegen schritt sie schnurstracks auf ihn zu und fragte ihn: „Sagen Sie mal, wissen Sie, wen Sie vor sich haben? Sie sollten besser vorsichtig sein mit dem was sie sagen!"
Er wusste es offenbar wirklich nicht, denn er drängte sich an sie und sagte: „Du kannst mir ja deinen Namen verraten, Süße!" Er roch nach Alkohol.
Bulma war empört. „Sie trinken während der Arbeit! Ich hoffe doch, dass Sie eine gute Erklärung dafür haben!" Hatte er nicht, denn er war sturzbetrunken. Wahrscheinlich konnte er gar nicht mehr klar denken. Statt zu antworten tatschte er ihr an die Brust. Das war zu viel. Sie verpasste ihm eine schallende Ohrfeige, aber anstatt aufzuhören drängte er sie gegen die Wand und fing an an ihr herumzufummeln.
Das hätte er besser nicht getan. Bulma verpasste dem Kerl einen gezielten Tritt in die Weichteile und während er sich am Boden wälzte, keifte sie: „Sie sind gefeuert! Entlassen! Fristlos gekündigt! Wagen Sie es nie wieder, ihre Visage hier sehen zu lassen!"
Wütend stapfte sie aus dem Raum, wohl wissend dass die Leute von der Sicherheit über die Kameras sicher alles gesehen hatten und bald auftauchen würden, um den Kerl achtkantig aus dem Gebäude zu werfen.
Erst als sie zum privaten Teil der Firma kam, den Code eingegeben und die Firma verlassen hatte, wurde sie langsamer. Sie schäumte vor Wut über diesen unverfrorenen Kerl und wollte unbedingt mit jemand darüber reden. Aber jetzt fiel ihr ein, dass ja gar niemand da war. Ihre Eltern waren weg, Yamcha war nicht mehr da... Sie wusste nicht einmal gute Freunde in ihrer Nähe, die sie hätte anrufen können. Es war deprimierend. Zum ersten Mal fiel ihr auf, wie einsam sie eigentlich war.
Und als sie durch das Fenster in den Himmel schaute, der noch immer mit düsteren Wolken überzogen war, verwandelte sich die Wut in Traurigkeit. Womit hatte sie es verdient, so allein zu sein? Hätte sie doch nicht mit Yamcha Schluss gemacht, dann wäre wenigstens er hier gewesen. Irgendein widerlicher Kerl hatte sie gerade begrabscht und niemanden interessierte es. Niemanden hätte es interessiert, wenn er noch mehr getan hätte.
Erst bei dem Gedanken wurde ihr bewusst, wie gefährlich die Situation eigentlich gewesen war. Der Typ hätte ja auch ein Killer sein können, ein Vergewaltiger, wenn er nicht betrunken gewesen wäre, hätte sie sich sicher nicht so leicht gegen ihn behaupten können. Und niemand wäre ihr zu Hilfe gekommen.
Sie war selbst überrascht, als ihr plötzlich die Tränen über das Gesicht liefen. Sie sah sich um, denn plötzlich hatte sie ein überwältigendes Bedürfnis, mit jemand zu reden. Von jemand in den Arm genommen und getröstet zu werden. Aber es war niemand da.
Bulma legte die Arme um sich selbst, und versuchte, sich zu beruhigen. „Komm schon, beruhige dich... war doch gar nichts...", sagte sie zu sich selbst, aber es wollte nicht so recht wirken. Sie wollte jemand bei sich haben, jemand der sie vor so einem Kerl beschützt hätte...
Ihr Blick fiel auf das Raumschiff im Garten. Einen Moment lang zögerte sie noch, wohl wissend, dass er sie sowieso wie immer von sich stoßen würde, aber dann konnte sie doch nicht anders. Bulma zog sich die verrutschten Klamotten enger um den Körper und rannte dann zum Ausgang.
Vegeta war mitten in einer Übung, als die Tür zum Raumschiff aufging und die Schwerkraft schlagartig nachließ. Er wollte schon den ungebetenen Gast mit einem Ki-Blast begrüßen, da erkannte er Bulma. Er sah sofort, dass etwas nicht stimmte. Sie war leichenblass und klatschnass vom Regen.
Neugierig geworden ließ Vegeta die Fäuste sinken und kam langsam auf sie zu. Jetzt, von nahem, sah er, dass sie weinte. Erst hatte er gedacht, es käme vom Regen aber jetzt sah er dass es nicht so war. Dicke Tränen kullerten über ihre Wangen und sie hatte die Arme um sich geschlungen. In dem Moment sah sie richtig erbärmlich aus und irgendwie... zerbrechlich.
Vegeta sah sie einen Moment lang an. Dann hob er nur leicht die Hände und sie lief ihm in die Arme. Sie fing an zu schluchzen und vergrub ihr Gesicht an seiner Brust. Er wusste nicht mal, warum sie so weinte. Er legte ein wenig steif die Arme um sie und sie klammerte sich regelrecht an ihn.
Draußen regnete es noch immer. Vegeta rührte sich nicht.
Irgendwann fing sie an, etwas vor sich hin zu stammeln, über einen Mitarbeiter der sie belästigt hatte und dass sie ganz alleine wäre, dass es niemanden interessierte, was mit ihr passierte. Vegeta hörte mit einem Ohr zu. Er wusste nicht genau, warum er sie nicht weggeschickt hatte. Aber das war seine Chance, sich zu revanchieren. Er hatte nicht vergessen, wie sie ihn geweckt hatte, als er den Alptraum gehabt hatte. Und wie sie ihm geholfen hatte, sein Gesicht zu wahren.
Das Geräusch der Regentropfen, die auf das Dach des Raumschiffs tropften drang zu ihm vor. Die Zeit schien fast stehenzubleiben.
Es dauerte, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Als ihr weinen endlich verebbte, erwachte Vegeta aus einer Art Trance und ertappte sich selbst dabei, wie er ihr über den Kopf streichelte. Er war selbst zutiefst verwundert darüber, dass er zu so was überhaupt noch fähig war. Jedenfalls hatte sie sich soweit wieder beruhigt.
Vegeta senkte den Kopf und fragte die Frau in seinen Armen: „Willst du schlafen gehen?"
Bulma schniefte und nickte. Sie wollte sich von ihm lösen aber Vegeta knurrte ungeduldig und hob sie auf seine Arme. Sie war viel zu müde und verheult, um überrascht zu sein, sie schlang ihre Arme um seinen Nacken und er brachte sie ins Haus.
Ihm begegneten die Leute von der Sicherheit, die Bulma offensichtlich gerufen hatte, und sie wollten die Onna befragen. Vegeta scheuchte sie davon und brachte die Frau nach oben ins Schlafzimmer. Sie sah ihn komisch an, als er sie vor das Bett stellte, und leise sagte sie: „Danke, Vegeta. Das werde ich dir nie vergessen."
Vegeta begriff selbst nicht, was er da tat, als er sich vorbeugte und sie küsste. Diesmal war es anders als sonst. So... zärtlich. Es war das erste Mal, dass sie sich küssten, ohne dass es in Zusammenhang mit Sex war. Es lag eine seltsame Art von Vertrautheit darin, so wie Vegeta es bei anderen Menschen beobachtet hatte. Er hatte nicht gewusst, dass er zu so etwas in der Lage war.
Als sie sich voneinander lösten, lächelte Bulma. „Gute Nacht.", sagte sie leise. Vegeta nickte ihr nur zu und verließ dann langsam den Raum. Ohne weiter über sie nachzudenken fand er den Weg zum Raumschiff draußen, stellte den Schwerkraftgenerator wieder an und setzte sein Training fort. Er hatte fast eine halbe Stunde mit ihr verbracht.
Es war eine Menge aufzuholen.
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Teil 2 von Faith's Gedanken über Vegeta!
Kakarott. Jaja, das leidige Thema. Was genau ist das für eine Beziehung die Vegeta zu Kakarott alias Son Goku hat? Man könnte meinen, Vegeta würde ihn hassen. Aber er ist richtig besessen von ihm. Würde man JAHRElang so exzessiv trainieren, um gegen jemanden zu kämpfen den man hasst? Ich weiß nicht.
In der Majin Boo Saga benimmt sich Vegeta mehr wie eine Art älterer Bruder als wie ein Rivale. Er „wacht" sozusagen über Kakarott, der sich zwar sehr gut selbst verteidigen kann, sich aber teilweise in dumme Situationen bringt und einfach zu naiv ist, um selbst rauszukommen (so vor allem im Magen von Boo).
Ich gebe zu ich bin ein großer Fan der Goku/Vegeta Fanfictions, erst neulich hat mich eine deutsche fanfic zu dem Thema fast zu Tränen gerührt („Schattenseele"), aber ich halte es nicht für realistisch. Goku hat zumindest eine freundschaftlich-enge Beziehung mit Chichi, und Vegeta liebt Bulma sogar. Da ist nicht viel Spielraum für eine Yaoi Romanze. Allerdings heißt es ja, Saiyajin leben länger als Menschen. Auch in der Dragonball Z Zukunft müssen Bulma und Chichi irgendwann sterben. Wenn dann die Kinder eigene Wege gehen, wäre meiner Meinung nach ein Vegeta/Goku pairing gar nicht so weit hergeholt. Vor allem da die DBZ Charaktere generell dazu neigen „den zu nehmen der gerade da ist" (anders kann man doch die Konstellationen Vegeta&Bulma und auch Goku&Chichi nicht erklären, oder?). Andererseits muss man auch bedenken, dass Goku gar keine Beziehung zu brauchen scheint. Sogar Vegeta sehnt sich nach sowas wie einer Familie, aber Goku verläßt Chichi ständig (nicht nur wenn er stirbt). Er scheint nicht wirklich die Nähe einer Beziehung zu brauchen.
Meine Theorie sieht so aus: Ganz am Anfang hat Vegeta in Kakarott bloß einen Unterklassekämpfer gesehen. Keinen weiteren Gedanken hätte er an den verschwendet, wieso auch? Dann kam er zur Erde und wurde besiegt. Das hat seinen Stolz verletzt und er hat Rache geschworen. Ich glaube, zu der Zeit waren seine Gefühle dem anderen Saiyajin gegenüber noch nicht so extrem. Vermutlich hat er ihn verachtet, war stinksauer. Erst auf Namek, oder besser gesagt, hinterher, hat Vegeta angefangen, ihn fast schon zu hassen. Ich sage fast, weil ich persönlich bezweifle, dass er ihn jemals wirklich gehaßt hat. Sondern ich glaube, er hat angefangen, sich selbst zu hassen. Weil Son Goku der erste Super Saiyajin war, weil Vegeta seinen eigenen Ansprüchen nicht mehr genügen konnte. Deswegen ist diese Rivalität zwischen den beiden entstanden. Vegeta wollte SICH SELBST etwas beweisen.
Von dem Zeitpunkt an bis zum letzten Kampf in der Welt der Kaioshin hat Vegeta versucht, Kakarott zu übertreffen. Und musste immer wieder feststellen, dass der ihm immer einen Schritt voraus war. Das hat seinen Hass (auf wen auch immer) noch geschürt. Er musste sich von Goku retten lassen, wurde um ein Duell betrogen. Das hat er sich dann aber unter der Kontrolle von Babidee eingefordert. Ich glaube, danach war er irgendwie zufrieden. Er hat nicht gewonnen, aber war auch nicht unterlegen. Er hat endlich sein Duell gehabt. Auf einmal ist er in der Lage, einzusehen und zuzugeben, dass Kakarott besser ist als er. Es ist fast so, als hätte er sozusagen seinen Frieden mit der Welt gefunden.
Also dann, auf bald
Faith.
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Bulma wurde mitten in der Nacht wach. Zuerst wusste sie nicht, warum, dann hörte sie seine Stimme. Überrascht setzte sie sich im Bett auf und sah Vegeta an. Er schlief. Aber er schien einen Alptraum zu haben. Ganz leise murmelte er etwas vor sich hin.
Bulma überlegte, was sie jetzt tun sollte. Schweißperlen standen auf seiner Stirn, seine Hand verkrampfte sich um das Bettlaken. Vielleicht sollte sie ihn wecken. Vegeta stöhnte und murmelte etwas in einer fremden Sprache, die sie noch nie zuvor gehört hatte. Die auch vermutlich keine Sprache von der Erde war.
Sie beschloss, ihn aufzuwecken. Was auch immer ihn da quälte, es war ganz offensichtlich ein Alptraum. „Vegeta!" flüsterte sie und rüttelte an seiner Schulter. Als er nicht wach wurde, machte sie es nochmal und schüttelte ihn stärker. „Vegeta, wach auf!"
„Frieza!!!" keuchte er und sein Oberkörper schoss in die Höhe. Die Bewegung kam so plötzlich, dass Bulma erschreckt zurückwich. Er war wach. Einen Moment lang blieben seine Muskeln angespannt, dann sackte er in sich zusammen und krümmte sich, versuchte, zu Atem zu kommen.
Bulma legte vorsichtig eine Hand auf seine Schulter. „Es war nur ein Traum.", sagte sie vorsichtig. Sie wusste, wie empfindlich er sein konnte und sie wollte ihn nicht verärgern. Aber sie kannte seine Geschichte, Goku hatte ihr alles erzählt. Freezer hatte seinen Heimatplaneten zerstört, ihn sozusagen versklavt. Kein Wunder, dass er Alpträume hatte. „Du bist auf der Erde, Freezer ist tot.", flüsterte sie und nahm vorsichtig seine Hand.
Er atmete tief ein, dann wurde er ruhig. Einen Moment lang war es still, dann antwortete er mit rauer Stimme: „Ich weiß." Langsam richtete er sich wieder auf und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Er hob den Kopf und sah aus dem Fenster, dann drehte er den Kopf und richtete seinen Blick auf sie. Bulma wusste nicht, was sie von ihm zu erwarten hatte, jetzt, da er wieder bei Sinnen war. Sie hatte ihn in einem Augenblick der Schwäche gesehen, vermutlich war das kein sehr angenehmes Gefühl für ihn. Ihm schien genau das gleiche durch den Kopf zu gehen, während er sie anstarrte.
Aber zu ihrer Überraschung entschied er sich, ihr zu vertrauen. Er sagte nichts aber er drückte ihre Hand, die noch immer in seiner lag und ihre Finger verschränkten sich ineinander. Es war die erste vertrauliche Geste, die sie von ihm erlebte. Es fühlte sich gut an. „Alles in Ordnung?", fragte sie ihn.
„Natürlich.", antwortete er grob. „Es war nur ein Traum. Wir sollten schlafen gehen." Bulma wusste, dass es viel mehr als ein Traum gewesen sein musste.
Seine Hände zitterten immer noch.
Wieder einmal waren Bulma's Eltern nicht zu Hause und die arme zukünftige Erbin der Capsule Corporation musste die Arbeit ganz alleine machen. Langsam hatte sie wirklich den Verdacht, dass ihre Eltern gar nicht auf Geschäftsreisen fuhren sondern in Wirklichkeit Urlaub auf Hawaii machten. Das würde auch den Bikini erklären, den ihre Mutter eingepackt hatte.
Aber nun waren sie weg und Bulma hatte sich die Arbeit aufhalsen lassen. Draußen dämmerte es bereits und sie saß immer noch an ihrem Schreibtisch und brütete über den Zahlen. Und das schon seit 7 Uhr morgens. Aber wenigstens hatte sie keinen schönen Sommertag verpasst, es regnete schon seit sie aufgestanden war, es war so ein richtiger Regentag gewesen.
Als sie merkte, dass die Sonne schon unterging, klappte sie die Bücher zu und entschloss sich, Feierabend zu machen. Sie hatte jetzt wahrlich lange genug geschuftet. Also verschloss sie ihr Büro und machte sich auf den Weg zu dem Teil der Capsule Corporation, der für die Arbeiter nicht zugänglich war.
Auf ihrem Weg dorthin lief ihr einer der Arbeiter über den Weg, der offensichtlich auch Überstunden gemacht hatte. Sie kannte ihn nicht, was bedeuten musste, dass er erst seit kurzen bei der Capsule Corporation war. Die meisten der Angestellten arbeiteten nämlich im Hauptsitz der Firma in Satan City. Und er wusste offensichtlich auch noch nicht, wen er da vor sich hatte. Denn als er sie sah, pfiff er durch die Zähne und meinte: „Na sieh mal einer an, was für eine Frau! Ich wusste nicht, dass so was auch hier arbeitet!"
Bulma gefielen solche Töne gar nicht, von ihren Angestellten erwartete sie sich Respekt. Deswegen schritt sie schnurstracks auf ihn zu und fragte ihn: „Sagen Sie mal, wissen Sie, wen Sie vor sich haben? Sie sollten besser vorsichtig sein mit dem was sie sagen!"
Er wusste es offenbar wirklich nicht, denn er drängte sich an sie und sagte: „Du kannst mir ja deinen Namen verraten, Süße!" Er roch nach Alkohol.
Bulma war empört. „Sie trinken während der Arbeit! Ich hoffe doch, dass Sie eine gute Erklärung dafür haben!" Hatte er nicht, denn er war sturzbetrunken. Wahrscheinlich konnte er gar nicht mehr klar denken. Statt zu antworten tatschte er ihr an die Brust. Das war zu viel. Sie verpasste ihm eine schallende Ohrfeige, aber anstatt aufzuhören drängte er sie gegen die Wand und fing an an ihr herumzufummeln.
Das hätte er besser nicht getan. Bulma verpasste dem Kerl einen gezielten Tritt in die Weichteile und während er sich am Boden wälzte, keifte sie: „Sie sind gefeuert! Entlassen! Fristlos gekündigt! Wagen Sie es nie wieder, ihre Visage hier sehen zu lassen!"
Wütend stapfte sie aus dem Raum, wohl wissend dass die Leute von der Sicherheit über die Kameras sicher alles gesehen hatten und bald auftauchen würden, um den Kerl achtkantig aus dem Gebäude zu werfen.
Erst als sie zum privaten Teil der Firma kam, den Code eingegeben und die Firma verlassen hatte, wurde sie langsamer. Sie schäumte vor Wut über diesen unverfrorenen Kerl und wollte unbedingt mit jemand darüber reden. Aber jetzt fiel ihr ein, dass ja gar niemand da war. Ihre Eltern waren weg, Yamcha war nicht mehr da... Sie wusste nicht einmal gute Freunde in ihrer Nähe, die sie hätte anrufen können. Es war deprimierend. Zum ersten Mal fiel ihr auf, wie einsam sie eigentlich war.
Und als sie durch das Fenster in den Himmel schaute, der noch immer mit düsteren Wolken überzogen war, verwandelte sich die Wut in Traurigkeit. Womit hatte sie es verdient, so allein zu sein? Hätte sie doch nicht mit Yamcha Schluss gemacht, dann wäre wenigstens er hier gewesen. Irgendein widerlicher Kerl hatte sie gerade begrabscht und niemanden interessierte es. Niemanden hätte es interessiert, wenn er noch mehr getan hätte.
Erst bei dem Gedanken wurde ihr bewusst, wie gefährlich die Situation eigentlich gewesen war. Der Typ hätte ja auch ein Killer sein können, ein Vergewaltiger, wenn er nicht betrunken gewesen wäre, hätte sie sich sicher nicht so leicht gegen ihn behaupten können. Und niemand wäre ihr zu Hilfe gekommen.
Sie war selbst überrascht, als ihr plötzlich die Tränen über das Gesicht liefen. Sie sah sich um, denn plötzlich hatte sie ein überwältigendes Bedürfnis, mit jemand zu reden. Von jemand in den Arm genommen und getröstet zu werden. Aber es war niemand da.
Bulma legte die Arme um sich selbst, und versuchte, sich zu beruhigen. „Komm schon, beruhige dich... war doch gar nichts...", sagte sie zu sich selbst, aber es wollte nicht so recht wirken. Sie wollte jemand bei sich haben, jemand der sie vor so einem Kerl beschützt hätte...
Ihr Blick fiel auf das Raumschiff im Garten. Einen Moment lang zögerte sie noch, wohl wissend, dass er sie sowieso wie immer von sich stoßen würde, aber dann konnte sie doch nicht anders. Bulma zog sich die verrutschten Klamotten enger um den Körper und rannte dann zum Ausgang.
Vegeta war mitten in einer Übung, als die Tür zum Raumschiff aufging und die Schwerkraft schlagartig nachließ. Er wollte schon den ungebetenen Gast mit einem Ki-Blast begrüßen, da erkannte er Bulma. Er sah sofort, dass etwas nicht stimmte. Sie war leichenblass und klatschnass vom Regen.
Neugierig geworden ließ Vegeta die Fäuste sinken und kam langsam auf sie zu. Jetzt, von nahem, sah er, dass sie weinte. Erst hatte er gedacht, es käme vom Regen aber jetzt sah er dass es nicht so war. Dicke Tränen kullerten über ihre Wangen und sie hatte die Arme um sich geschlungen. In dem Moment sah sie richtig erbärmlich aus und irgendwie... zerbrechlich.
Vegeta sah sie einen Moment lang an. Dann hob er nur leicht die Hände und sie lief ihm in die Arme. Sie fing an zu schluchzen und vergrub ihr Gesicht an seiner Brust. Er wusste nicht mal, warum sie so weinte. Er legte ein wenig steif die Arme um sie und sie klammerte sich regelrecht an ihn.
Draußen regnete es noch immer. Vegeta rührte sich nicht.
Irgendwann fing sie an, etwas vor sich hin zu stammeln, über einen Mitarbeiter der sie belästigt hatte und dass sie ganz alleine wäre, dass es niemanden interessierte, was mit ihr passierte. Vegeta hörte mit einem Ohr zu. Er wusste nicht genau, warum er sie nicht weggeschickt hatte. Aber das war seine Chance, sich zu revanchieren. Er hatte nicht vergessen, wie sie ihn geweckt hatte, als er den Alptraum gehabt hatte. Und wie sie ihm geholfen hatte, sein Gesicht zu wahren.
Das Geräusch der Regentropfen, die auf das Dach des Raumschiffs tropften drang zu ihm vor. Die Zeit schien fast stehenzubleiben.
Es dauerte, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Als ihr weinen endlich verebbte, erwachte Vegeta aus einer Art Trance und ertappte sich selbst dabei, wie er ihr über den Kopf streichelte. Er war selbst zutiefst verwundert darüber, dass er zu so was überhaupt noch fähig war. Jedenfalls hatte sie sich soweit wieder beruhigt.
Vegeta senkte den Kopf und fragte die Frau in seinen Armen: „Willst du schlafen gehen?"
Bulma schniefte und nickte. Sie wollte sich von ihm lösen aber Vegeta knurrte ungeduldig und hob sie auf seine Arme. Sie war viel zu müde und verheult, um überrascht zu sein, sie schlang ihre Arme um seinen Nacken und er brachte sie ins Haus.
Ihm begegneten die Leute von der Sicherheit, die Bulma offensichtlich gerufen hatte, und sie wollten die Onna befragen. Vegeta scheuchte sie davon und brachte die Frau nach oben ins Schlafzimmer. Sie sah ihn komisch an, als er sie vor das Bett stellte, und leise sagte sie: „Danke, Vegeta. Das werde ich dir nie vergessen."
Vegeta begriff selbst nicht, was er da tat, als er sich vorbeugte und sie küsste. Diesmal war es anders als sonst. So... zärtlich. Es war das erste Mal, dass sie sich küssten, ohne dass es in Zusammenhang mit Sex war. Es lag eine seltsame Art von Vertrautheit darin, so wie Vegeta es bei anderen Menschen beobachtet hatte. Er hatte nicht gewusst, dass er zu so etwas in der Lage war.
Als sie sich voneinander lösten, lächelte Bulma. „Gute Nacht.", sagte sie leise. Vegeta nickte ihr nur zu und verließ dann langsam den Raum. Ohne weiter über sie nachzudenken fand er den Weg zum Raumschiff draußen, stellte den Schwerkraftgenerator wieder an und setzte sein Training fort. Er hatte fast eine halbe Stunde mit ihr verbracht.
Es war eine Menge aufzuholen.
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Teil 2 von Faith's Gedanken über Vegeta!
Kakarott. Jaja, das leidige Thema. Was genau ist das für eine Beziehung die Vegeta zu Kakarott alias Son Goku hat? Man könnte meinen, Vegeta würde ihn hassen. Aber er ist richtig besessen von ihm. Würde man JAHRElang so exzessiv trainieren, um gegen jemanden zu kämpfen den man hasst? Ich weiß nicht.
In der Majin Boo Saga benimmt sich Vegeta mehr wie eine Art älterer Bruder als wie ein Rivale. Er „wacht" sozusagen über Kakarott, der sich zwar sehr gut selbst verteidigen kann, sich aber teilweise in dumme Situationen bringt und einfach zu naiv ist, um selbst rauszukommen (so vor allem im Magen von Boo).
Ich gebe zu ich bin ein großer Fan der Goku/Vegeta Fanfictions, erst neulich hat mich eine deutsche fanfic zu dem Thema fast zu Tränen gerührt („Schattenseele"), aber ich halte es nicht für realistisch. Goku hat zumindest eine freundschaftlich-enge Beziehung mit Chichi, und Vegeta liebt Bulma sogar. Da ist nicht viel Spielraum für eine Yaoi Romanze. Allerdings heißt es ja, Saiyajin leben länger als Menschen. Auch in der Dragonball Z Zukunft müssen Bulma und Chichi irgendwann sterben. Wenn dann die Kinder eigene Wege gehen, wäre meiner Meinung nach ein Vegeta/Goku pairing gar nicht so weit hergeholt. Vor allem da die DBZ Charaktere generell dazu neigen „den zu nehmen der gerade da ist" (anders kann man doch die Konstellationen Vegeta&Bulma und auch Goku&Chichi nicht erklären, oder?). Andererseits muss man auch bedenken, dass Goku gar keine Beziehung zu brauchen scheint. Sogar Vegeta sehnt sich nach sowas wie einer Familie, aber Goku verläßt Chichi ständig (nicht nur wenn er stirbt). Er scheint nicht wirklich die Nähe einer Beziehung zu brauchen.
Meine Theorie sieht so aus: Ganz am Anfang hat Vegeta in Kakarott bloß einen Unterklassekämpfer gesehen. Keinen weiteren Gedanken hätte er an den verschwendet, wieso auch? Dann kam er zur Erde und wurde besiegt. Das hat seinen Stolz verletzt und er hat Rache geschworen. Ich glaube, zu der Zeit waren seine Gefühle dem anderen Saiyajin gegenüber noch nicht so extrem. Vermutlich hat er ihn verachtet, war stinksauer. Erst auf Namek, oder besser gesagt, hinterher, hat Vegeta angefangen, ihn fast schon zu hassen. Ich sage fast, weil ich persönlich bezweifle, dass er ihn jemals wirklich gehaßt hat. Sondern ich glaube, er hat angefangen, sich selbst zu hassen. Weil Son Goku der erste Super Saiyajin war, weil Vegeta seinen eigenen Ansprüchen nicht mehr genügen konnte. Deswegen ist diese Rivalität zwischen den beiden entstanden. Vegeta wollte SICH SELBST etwas beweisen.
Von dem Zeitpunkt an bis zum letzten Kampf in der Welt der Kaioshin hat Vegeta versucht, Kakarott zu übertreffen. Und musste immer wieder feststellen, dass der ihm immer einen Schritt voraus war. Das hat seinen Hass (auf wen auch immer) noch geschürt. Er musste sich von Goku retten lassen, wurde um ein Duell betrogen. Das hat er sich dann aber unter der Kontrolle von Babidee eingefordert. Ich glaube, danach war er irgendwie zufrieden. Er hat nicht gewonnen, aber war auch nicht unterlegen. Er hat endlich sein Duell gehabt. Auf einmal ist er in der Lage, einzusehen und zuzugeben, dass Kakarott besser ist als er. Es ist fast so, als hätte er sozusagen seinen Frieden mit der Welt gefunden.
Also dann, auf bald
Faith.
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