- Das Buch der Woche -
Harald Töpfer und die Kammer des Schreckens
von Johanna Katharina Rohling
Endlich gibt es den zweiten Teil der beliebten Harald Töpfer - Saga.
Oh scheisse, die Schule ! So einen unverzeihlichen Fluch kann nur der ausstoßen, der am Morgen nach den Sommerferien aufwacht und merkt, dass er verpennt hat. Und warum ? Nur wegen Blobby, dem Hauszwölf, der ihn die ganze Nacht genervt hat. Nun aber schnell zur Schule, Harald Töpfer !
Die vergangene Woche hat Harald übrigens bei den Wieslies verbracht. Ronny, Fred und Barney, die Wieslie-Geschwister, hatten Harald mit dem fliegenden Auto abgeholt. Leider waren sie auf der Rückfahrt geblitzt worden und hatten deshalb ganz gut Ärger gekriegt. Bei den Wieslies war es ganz toll gewesen, obwohl die Wieslies ein bisschen komisch waren, auch nicht ganz legal. Die hatten immer mit so´n weisses Zeug geschnieft, von dem man Halluzinationen bekommt. Harald hat es auch ausprobiert und er hatte danach geglaubt, er könne in den Kamin springen und würde in der Winkelgasse ankommen. Das hat ganz schön weh getan. Dann waren sie noch zum Shopping. In einem Buchladen trafen sie Gilbert Lockbert, der gerade seine eigenen Bücher signieren tat (dazu ein Auszug aus der Enzyklopädie der Magie, Seite 1105, Absatz 2, Zeile 7: Lockbert, Gilbert: Autor der Bücher "Überzogenes Ego", "Wetten mit walisischen Witwen", "Ein Monat bei Mama", "Ferien mit Fetten" u.a. . Berühmt vor allem für seinen Sieg über die Witschi-Watschi-Witwe. Mehrmaliger Gewinner im Preisausschreiben der Hexenwoche. Britischer Kreuzworträtselmeister 1981. Großer Preis von Japan 1985. Familienstand: Nicht verheiratet aber nie allein. Vermutlich mehrere Kinder, die auf seine Rechnung gehen.).
Gilbert Lockbert ist in letzter Zeit ein bißchen knapp bei Kasse und er will sich ein paar Galluschen dazu verdienen. Er fragt Artus Wieslie um Rat, denn der ist als Türsteher auf dem Arbeitsamt beschäftigt. Lockbert erzählt ihm, was er wissen muß und Artus findet einen Job für ihn (S. 67 , Z. 12-15: "Sie haben also ihr ganzes Leben nur Abenteuer erlebt. Und Sie wollen ohne großen Aufwand viel Geld verdienen. Sie haben nichts Anständiges gelernt und bringen auch sonst keinerlei Qualifikationen mit. Hmmm... Sie sollten Lehrer werden.") . Und diesen Rat befolgt Gilbert Lockbert und so wird er Lehrer für Verteidigung gegen die dunkle Seite der Macht, und zwar in Schweinewarz.
Zurück in die Gegenwart: Harald ist mittlerweile in Schloss Schweinewarz
angekommen und hört plötzlich Stimmen.
Und zwar in den Fluren.
Jemand ruft "Hey, Harald, toll wie du Wolldimort geschlagen hast, letztes Jahr.",
"Toll Harald !", "Supi !" und "Töpfer, Tafel putzen !".
Und dann ist da noch eine andere Stimme.
Und zwar in den Wänden.
Als Harald eines Tages allein durch den Gang läuft, weil er auf der Flucht vor
Piff, dem Poltergeist ist, murmelt plötzlich etwas in der Wand "Wo bin ich ?
Wer bin ich ?". Harald denkt noch "Das ist bestimmt wieder die faulende Myrte,
die olle Ziege." Aber ein bisschen mulmig wird ihm schon.
Und die Stimmen hören nicht auf: "Ich habe Hunger.", "Ich muss mal.", "Wasser
! Wasser !", "Juhuuu ! Ich bin auf Öl gestoßen !" und "Nein, Öl gibt es im Abwasserrohr
nicht. Was zum Teufel ist dann das braune Zeug hier ?...".
Harald dreht durch.
Er rennt zu Professor Bummelbo und der wirft sofort seinen Wolldimort-Detektor
an. Gespannt starren die beiden auf die Anzeige, als diese anzeigt: "Alarmstufe
Rot ! Person befindet sich innerhalb des Gebäudes."
Und es gibt noch ein anderes Problem: Irgend so ein Schmierfink
hat die Wände von Hogwarts mit Graffiti zugesaut und Hausmeister Filz vermutet
Harald hinter der Untat. Außerdem erbt Harald plötzlich ein Vermögen von seinem
verstorbenen Großopa Salzahn Schlitterin. Alle sind neidisch und Harald kann
noch soviel abstreiten, Schlitterin überhaupt zu kennen - keiner glaubt ihm.
Um sein Gewissen und seine Weste reinzuwaschen, macht er sich auf die Suche
nach dem richtigen Erben von Salzahn Schlitterin. Ist es etwa Draki Malpfui
? Man weiß es nicht und, soviel kann ich schon einmal vorwegnehmen: Die ansonsten
souveräne Autorin erlaubt sich hier einen drastischen Fehler indem sie am Ende
vergisst, aufzulösen, wem wirklich die Kohle zusteht. Wahrscheinlich hat Harald
sie bestochen und ihr einen Teil davon abgegeben. Aber jetzt weiter:
Haralds liebe Tante Hermine, die ihn eines Tages besuchen kommt, weiß vor der
ganzen Schule zu berichten, dass sich ein böses Wesen in Schweinewarz herumtreibt,
welches auch hinter der Schmiererei steckt: Ein Basilisk, Typ: Wasser - hm,
momentchen, jetzt bin ich etwas mit meinen Unterlagen durcheinander gekommen,
ich gucke mal in der Enzyklopädie der Magie nach ... ähm... hier steht es: (Enzyklopädie
der Magie, Seite 2075, erster Absatz, Zeile 25: Basilisk, ein: der Basilisk
ist ein Unwesen ähnlich dem Obelisken (siehe Asterisk & Obelisk, Seite 297,
Absatz 6, Zeile 23), welches am liebsten kleine Kinder verzehrt. Hält sich bevorzugt
in Abwasserrohren und warmen Toilettenräumen auf und richtet sich im Laufe seines
knapp 77jährigen Lebens irgendwann eine Kammer ein, wo es sich zur Ruhe setzt.
Der Basilisk hat schöne Augen und frisst alles, was ihm vor dieselbigen kommt.
Ist leider eines der wenigen größtenteils unerforschten Lebeunwesen dieser Welt,
da ihm jeder Forscher im Verlaufe seiner Arbeit zumindest einmal in die Augen
schauen wollte.)... also, so ein Tier treibt sich laut Haralds Tante in Schweinewarz
umher.
Harald erschrickt fürchterlich und sagt: "Das Viech habe ich gehört ! In den Wänden ! Es redet den ganzen Tag mit mir. Meistens redet es Unsinn, aber es kann lateinisch !". Da erschrecken alle Anwesenden, als Harald dies sagte. Professor Schnaps reagiert als Erster: "Töpfer faselt !" (siehe: Enzyklopädie der Magie, Seite 5634, Absatz 4, Zeile 19: Faselmund, der: Ein Faselmund ist im Volksmund jemand, der zusammenhangloses Zeug faselt und darum im Verdacht steht, mit Schlangen sprechen zu können. Der gemeine Faselmund kommt zumeist in ostasiatischen Ländern vor; besondere Merkmale: Korb, Flöte, Turban auf dem Kopf.)
Jetzt ist Harald der Buhmann der Schule. Als er dann auch noch
den Duellierclub schmeißt, indem er Gilbert Lockbert einen Lokuszauber auf den
Hals hext, kommt er als Strafe für ein paar Tage in die Kammer des Schreckens.
"Zisch Zisch Fasel Fasel !" ruft er noch wütend, doch das hilft ihm natürlich
auch nicht weiter. Er wird mit dem Kopf zuerst in die Toilette gesteckt, dann
drückt Professor Schnaps die Spülung: denn das ist der Eingang der Kammer (deswegen
auch Kammer "des Schreckens": man kann sich vorstellen, was sich dort
im Laufe der Jahre alles angesammelt hat ) .
Eigentlich müsste ich an dieser Stelle aufhören, damit Sie, liebe Leser, gespannt sind und dieses Buch kaufen. Aber es ist gerade so spannend, also erzähl ich mal noch ein Stückchen weiter. Nur ein bisschen...
Also, Harald wird von Hausmeister Filz und Professor Schnaps in die Kammer des Schreckens gesteckt, ohne dass der senile Professor Bummelbo etwas davon gemerkt hat. Nur Gilbert Lockbert hat etwas gemerkt und er steigt Harald nach, wahrscheinlich, um ihn zu retten.
Nein, jetzt kann ich nicht aufhören. Nur ein bisschen noch...
Harald wandert so nichtsahnend durch die Kammer, als sich ihm plötzlich der kleine Lord Wolldimort in den Weg stellt. Er hatte sich, versteckt in einem Tagebuch, nach Schloss Schweinewarz schmuggeln lassen. Warum er plötzlich ein kleiner Junge war, sei dahingestellt. Das ist eine der vielen Fragen, die die Autorin für Nachfolgeromane offenlässt (wahrscheinlich ist Lord Wolldimort eine gespaltene Persönlichkeit - eine gespaltene Person ist er jedenfalls nach seinem Kampf mit Harald Töpfer, hehehe). Als die beiden gerade in Erinnerungen schwelgen ("Du hast mir ja ganz schön zugesetzt, im letzten Jahr !" - "Na, du warst aber auch nicht schlecht."), kommt noch Gilbert Lockbert hinzu, der in der Zwischenzeit sein Gehirn verloren hat. "Hey !" fragt er in die Runde, "hat irgendwer meinen Verstand gesehen ?" Und dann fällt er um und nun ist Harald auf sich allein gestellt. "He, Wolldimort, warum bist du so klein ?" - "Klein aber fein.", antwortet Wolldimort geschickt. "Dich mach ich doch locker fertig !", sagt Harald. "Pass auf !", ruft der Kleine da, "Ich kann Karate !" Und dann geht der Kampf los, bei dem Harald noch Hilfe von Fax dem Fönix und dem Singenden Hut bekommt. Auf der Seite Wolldimorts kämpft außerdem der Basilisk. Das wird spannend, denn einer von beiden wird so schlimm zugerichtet, dass ihm sogar Madam Pommfritt aus dem Krankenflügel nicht mehr helfen kann...
Und das können Sie nun wirklich selber lesen. Das Buch "Harald Töpfer und die Kammer des Schreckens", der zweite Geniestreich von Starautorin Johanna Katharina Rohling ist mal wieder im Carlsson Verlag erschienen, kostet dort 19,90 Euro und 15,90 Euro bei Amazon.de . Mal wieder vereint die Autorin Witz, Charme, Genialität und Sinnlosigkeit zu einem witzig charmant-genialen und völlig sinnlosen Meisterwerk, das auf einen Nachfolger gespannt macht !
PRESSESPIEGEL
„Rohling macht dort weiter, wo sie angefangen hat !" DER SPIEGEL
„Deutschland im Harald-Töpfer-Fieber !" BILD
„Harald Töpfer bricht Kassenrekorde" CINEMA
„Ich fühl mich wohl in meiner original Harald Töpfer – Unterhose von Warner Bros." ÖKOTEST
„Wir finden dieses Buch schlecht." DEUTSCHE TOLKIEN GESELLSCHAFT, CLUBMAGAZIN
