A/N: Äh, noch ne Ergänzung zum Disclaimer... Albus Dumbledore gehört natürlich auch nicht uns sondern J. K.

Kapitel III: Snape gibt Vollgas

Am nächsten Morgen waren die drei nach einem mehr oder weniger üppigen Frühstück (Snape war zu müde gewesen, sich den Toast zu schmieren und hatte ihn darum nur ein paarmal in den Marmeladentopf getunkt) pünktlich um 9 vorm Eingang versammelt. Lupin wirkte so munter wie ein Fisch im Wasser (wenn er auch etwas albern wirkte in einer aus schwarzen Radlerhosen und einem gelben T-Shirt bestehenden Fahrradkluft), während Snape und McGonagall aussahen, als könnten sie zu Mister und Miss Moorleiche 2002 gewählt werden. Snape fror in seiner Weste und seinen Kniebundhosen - ganz zu schweigen davon, dass er sich sehr dämlich vorkam - und auch Minerva sah nicht gerade aus, als würde sie sich in der grauen Joggingjacke (die hatte wenigstens lange Ärmel, dachte Snape) und offensichtlich bei den Knien abgeschnittenen Reithosen besonders wohl fühlen.

Ihre Rucksäcke hatten sie selbst hinaus tragen müssen, und das gab ihnen schon mal einen Vorgeschmack auf die schmerzenden Schultern und die Kreuzschmerzen, die sie noch erwarteten. So leicht wie die Rucksäcke gestern noch gewesen waren, würden sie nie wieder sein, denn Lupin hatte jedem von ihnen noch zwei 1,5 Liter Wasserflaschen hineingepackt, außerdem die Zeltutensilien außen draufgeschnallt und je einen Topf an die Seite gebunden. Snape hatte den größten, und das ärgerte ihn maßlos, aber er war so klug, nichts zu sagen. Sonst hätte Lupin sich das mit der lila Radlerhose vielleicht nochmal überlegt.

Die Fahrräder standen auch schon bereit. Snape legte kurz die Hand auf den Sattel, nur um sie entsetzt wieder zurückzuziehen, als er feststellen musste, dass darauf kein Kissen-Zauber lag wie bei den Besen. Drei Tage lang sollte er auf etwas so hartem sitzen, mit einem 15-Kilo-Rucksack auf dem Rücken und einer tollen Aussicht auf Lupins strampelnde Beine vor ihm?? Alles, nur das nicht! Minerva schien genauso zu denken, und sie tauschten einen kurzen Blick als wären sie Todgeweihte auf der sinkenden Titanic. Dann zuckte Minerva kurz mit den Schultern, als wolle sie sagen 'OK, wir beide hassen es, aber es ist eine Anweisung von Albus, also was tun', und Snape nickte knapp und wandte sich Lupin zu. Der hatte bis eben noch die Fahrräder untersucht und richtete sich gerade wieder auf.

"So", sagte er. "Alles klar! Das hier sind erstklassige Trekking-Räder! Mit denen werden wir also 3 Tage unterwegs sein, und zwar halten wir uns dabei an den Fluss. Da führt ein schöner Weg entlang. Jeden Tag sollten wir so etwa 50 Kilometer schaffen [Snape und Minerva traten die Augen aus den Höhlen], dann können wir genau bei der Hälfte des zweiten Tages den Fluss überqueren und auf der anderen Seite zurück fahren! Nehmt jetzt eure Rucksäcke, und dann ab dafür!"

Widerstrebend kamen die anderen beiden seiner Aufforderung nach und Snape brach fast zusammen unter dem Gewicht. "Das gibt starke Schultern!" grinste Lupin, schulterte seinen eigenen Rucksack als wär's ein Sack Federn und schwang sich aufs Rad. Snape versuchte, es ihm nachzumachen, und hopste eine kurze Weile auf einem Bein herum, weil er das andere einfach nicht über den Sattel bekam, vor allem weil ihn der Rucksack immer nach hinten zog. Dann schaffte er es aber doch, und unsicher hielt er den Lenker, der einfach nicht aufhören wollte zu wackeln, während er etwas zu hastig in die Pedale trat, an Lupin vorbeirauschte und mit Karacho und einem langgezogenen Hilfeschrei den Burgberg hinuntersauste.

Lupin sah zufrieden hinter ihm her und wandte sich an Minerva. "DAS ist der richtige Geist! Der kann es ja kaum erwarten! Da ist übrigens etwas, das sich Bremse nennt", fügte er hinzu und wies auf Minervas rechten Lenker. "Falls Sie vorhaben, es etwas langsamer anzugehen."

Minerva nickte dankbar, und dann fuhr sie langsam und unsicher hinter Lupin den Berg hinunter.